Schwan Petra lebt jetzt in Cedeira

Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra: Ihr ver­misst bestimmt den Schwan Petra vom Aasee in Müns­ter. Sie ver­lieb­te sich vor eini­gen Jah­ren in ein Tret­boot. Die­ses war wie ein Schwan gestal­tet. Der Rei­sen­de sieht gera­de zu, wie sie auf einem Fluss in Cedei­ra in Gali­ci­en schwimmt. Auch hier zwi­schen Cedei­ra, A Coru­ña und Riba­deo wird das Tier bewun­dert. Gera­de sag­te eine Frau neben ihm: “Qué boni­to el negrito”. 

Aller­dings tau­chen hier (noch) kei­ne Jour­na­lis­ten aus aller Welt auf, um über die gro­ße Lie­be des Schwans zu berich­ten. Der Schwan schwimmt gemüt­lich in der Mit­tags­zeit vor sich hin. Natür­lich heißt er nicht Petra, sonst hät­te ihn die Frau auch “Petra” geru­fen. Doch er weck­te beim Rad­wan­dern durch Gali­ci­en Erin­ne­run­gen an das gro­ße Auf­se­hen in der Hei­mat­stadt.

Zur höchsten Steilküste Europas

Auf die­sem Weg an der höchs­ten Steil­küs­te Euro­pas rollt, springt und trot­tet der Rest der Lebe­we­sen auf dem Pla­ne­ten Erde. Die Ser­ra da Capela­da liegt also höher als die von Amal­fi am Golf von Nea­pel und Höga Kus­ten im Häl­sing­land, süd­lich von Umeå. Die höchs­te Erhe­bung Gali­ci­ens ist mit 2127 Metern die Pena Tre­vin­ca nahe Ourense im Lan­des­in­ne­ren. Die aller­dings sanf­te Stei­gung ist auf den 13 Kilo­me­tern Stre­cke von Cedei­ra deut­lich zu spü­ren. Und der Blick aufs Was­ser vom Mira­doi­ro de San­to André de Tei­x­ido fällt sehr viel tie­fer aus als an den Tagen zuvor. Er ist sogar beein­dru­ckend. Die Ser­ra da Capela­da selbst führt zwan­zig Kilo­me­ter weit bis bis zum Cabo Orte­gal bei Cari­ño.

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Richtung 

Der klei­ne Ort San­to André de Tei­x­ido lohnt sich eben­falls. Es gibt Tou­ris­mus, doch fällt er nur gering aus. So ist der Küs­ten­weg gut und sicher zu befah­ren. Ein belieb­tes Ziel in der Umge­bung sind auch die Wei­den im Geo­park Cedei­ra, auf denen Kühe frei leben. Auch Scha­fe kreu­zen hier und da den Weg, was der Rei­sen­de nur aus Nor­we­gen kennt. Es geht wei­ter auf dem Küs­ten­weg zum Cabo Orte­gal Rich­tung Cari­ño und Riba­deo. Dort lie­gen die höchs­ten Klip­pen Euro­pas. Und schö­ne Strän­de wie die “Pra­ia das Cate­drais”. Da fällt dem Rei­sen­den jetzt auf: Schwan Petra lebt jetzt in Cedei­ra. Aber vie­le ande­re Vögel hat er bis­her noch nicht hier gese­hen außer Möwen. Viel­leicht ändert sich das noch?

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Entenmuscheln in Pontedeume

Enten­mu­scheln in Pon­te­de­u­me: welch ein Glücks­fall in die­ser abge­le­ge­nen Gegend! Pon­te­de­u­me liegt dort, wo der Río Eume in die Bucht Ría de Ares im Gol­fo Ártab­ro mün­det. Größ­te Stadt in der Umge­bung ist A Coru­ña. An sich hat­te der Rei­sen­de einen Cam­ping­platz am Strand ein­ge­plant. Doch als er abends ankam, sah er, dass auch hier wie auf ande­ren Plät­zen Ende Sep­tem­ber schon die Tore geschlos­sen waren. Als Sicher­heit schleppt er immer ein Zelt auf dem Rad mit sich her­um. So kann er sich doch, falls alle Stri­cke rei­ßen, irgend­wo einen Stell­platz an einem siche­ren Ort suchen. Denn manch­mal sind auch Hotels schon aus­ge­bucht. Oder in der Pil­ger­her­ber­ge nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist es zum Bers­ten voll, so dass er die Her­bergs­el­tern dann bit­tet, das Zelt auf dem Rasen auf­stel­len zu dür­fen. Oft schnarcht jemand oder es riecht unan­ge­nehm, so dass es im Zelt doch viel kom­for­ta­bler ist. 

Doch zum Glück gibt es ein Hotel auf der hüb­schen Halb­in­sel hin­ter Pon­te­de­u­me. Als der Rei­sen­de dort ein­trifft, stößt er auf einen sehr freund­li­chen Hote­lier hin­ter der The­ke. Spon­tan lädt ihn die­ser zu einer Deli­ka­tes­se ein: per­ce­bes. Ein Freund habe ihm eine gro­ße Men­ge geschenkt. Wahr­schein­lich sorgt er sich nur, dass sie ver­der­ben könn­ten. Aber eine tol­le Ges­te ist es trotz­dem, auch weil er den Wert des Geschenks zu schät­zen weiß. Lie­ber zube­rei­ten als weg­wer­fen. Viel­leicht spricht es auch dafür, dass Gali­ci­en frü­her sehr arm war und davon gepräg­te Men­schen Lebens­mit­tel nicht ein­fach wegwerfen.

Muschelsammler haben einen gefährlichen Job

Enten­mu­scheln, ein Krebs­tier, fin­den sich an den Fels­wand ent­lang der Küs­te. Ein gefähr­li­cher Job, den der Rei­sen­de von einem der vie­len Leucht­tür­me am Meer mal beob­ach­ten durf­te. Zwei Män­ner klet­ter­ten im stei­len Gelän­de ober­halb der auf- und abrol­len­den Wel­len her­um. Es ist eine gefähr­li­che Arbeit, bei der Klet­te­rer leicht abrut­schen kön­nen. Aber auch ein lukra­ti­ver. Denn Enten­mu­scheln wer­den gut bezahlt. Dazu schenkt der Wirt den guten Weiß­wein Alb­ari­ño ein. 

Aller­dings ist es wie mit man­chen Deli­ka­tes­sen: Ob sie einem letzt­lich auch wirk­lich schme­cken, ist rei­ne Geschmacks­sa­che. So wie bei Trüf­feln. Der Rei­sen­de fin­det den Hype dar­um über­trie­ben. Pfif­fer­lin­ge oder ein guter Stein­pilz schme­cken doch viel bes­ser. Und frisch gefan­ge­ne Mies­mu­scheln wür­de er immer Enten­mu­scheln vorziehen. 

Ihr seht, ihr müsst euch um Rei­sen­de hier kei­ne Sor­gen wegen Unter­ernäh­rung machen, solan­ge es Enten­mu­scheln in Pon­te­de­u­me gibt. Mor­gen geht es wei­ter Rich­tung Fer­rol und Ribadeo.

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Von A Coruña nach Pontedeume

Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — schö­ne Bil­der als klei­ner Trost für alle, die genau­so geschockt sind. Der Rei­sen­de ist nach dem Wahl­er­geb­nis bei der Bun­des­tags­wahl 2017 etwas trau­rig. Es han­delt sich schon nicht mehr um kei­ne Pro­test­wahl! Es ist his­to­risch und gefähr­lich, dass die AfD 13 Pro­zent erhal­ten hat.

Erst­mals nach zwei Tagen sieht der Rei­sen­de in der Gemein­de Miño wie­der das Meer. Soeben ist auch die Son­ne wie­der­ge­kom­men. Urlaubs­ge­füh­le an der spa­ni­schen Küs­te! Er ist nach einer Gewalt­tour durch die aller­dings wun­der­schö­nen Ber­ge wie­der in etwas ein­fa­che­ren Gefil­den. Manch­mal stieß er der ewi­gen Aufs und Abs im Nord­wes­ten Spa­ni­ens an sei­ne Gren­zen. Das frisch gekauf­te Brot mit dicken Käse­schei­ben schrumpft dann gewal­tig bin­nen weni­ger Stun­den. Denn Hun­ger­äs­te ver­spürt man auf der Rad­rei­se durchs Hin­ter­land von Gali­ci­en ständig.

Lieber einsame Wege abseits der carretera

Das Navi lots­te ihn dann auf ein­sa­men Wegen ohne wirk­li­chen Ver­kehr wie­der zurück an den Atlan­tik. Die Ein­hei­mi­schen erklär­ten ihn fast schon für ver­rückt. Einer hielt mit dem Auto neben ihm an, um zu hel­fen. Er dach­te, der Rad­fah­rer hät­te sich ver­irrt. Der pas­sio­nier­te Foto­graf Toni, der ihm meh­re­re Tage die bes­ten Plät­ze in der Hafen­stadt A Coru­ña zeig­te, wun­der­te sich auch: “War­um fährt Du nicht auf der Schnellstraße?”

Aus Sicht eines Auto­fah­rers sieht eine Stre­cke an der Küs­te ent­lang ein­fach aus. Aber wenn Schnell­stra­ßen und Land­stra­ßen durch die Regi­on füh­ren, fühlt es sich so an, als leb­te man neben einem Flug­ha­fen. Es ist laut und als Rad­ler ist man stets gefor­dert, auf­merk­sam zu sein. Auf schma­len Wegen ist es gera­de bei mehr­tä­gi­gen Rad­tou­ren zwar anstren­gen­der. Aber das wird durch die auf­ge­schlos­se­ne Bevöl­ke­rung und viel mehr Höhe­punk­te locker auf­ge­ho­ben. Dazu kom­men deut­lich weni­ger Abga­se, Fein­staub und Lärm.

Erstaun­li­cher­wei­se gibt es den­noch vie­le Rad­fah­rer, die das anders sehen. Es muss offen­bar immer nur schnell ent­lang der Schnell­stra­ße gehen. Viel­leicht liegt es an der Uner­fah­ren­heit, die den Rei­sen­den auch auf sei­nen ers­ten Tou­ren beglei­te­te. Er fuhr anfangs noch frei­wil­lig auf der car­re­te­ra bei brü­ten­der Hit­ze von Irún nach Bur­gos. Dabei gibt es, wie er spä­ter sah, auch von Bäu­men beschat­te­te und von Ver­kehr kaum heim­ge­such­te Stre­cken. Von A Coru­ña Rich­tung Riba­deo — die Anstren­gung hat sich gelohnt. Sobald die Ver­kehrs­adern der Stadt end­lich über­wun­den sind. Es geht wei­ter Rich­tung Pontedeume.

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Schritte gegen Datenschnüffler

Heu­te mor­gen habe ich zwei Maß­nah­men gegen Daten­schnüf­fe­lei auf mei­nem Smart­pho­ne ergrif­fen. Chi­ne­sen, Rus­sen und Ame­ri­ka­ner schnüf­feln ger­ne. Alles dau­er­te nur weni­ge Minu­ten und ich emp­feh­le wärms­tens, das­sel­be zu tun, bevor dem­nächst das Geh­eu­le groß ist. Zunächst habe ich Face­book auf Ope­ra Mini ein­ge­rich­tet. Wenn man die Ein­spa­run­gen beim Daten­ver­kehr auf Hoch ein­stellt, sieht Face­book nahe­zu wie in der App aus. Die Nor­we­ger ver­spre­chen, dass ďer Datem­ver­brauch ohne­hin gerin­ger sei als mit der App. Dann muss Face­book zum Favo­ri­ten ernannt wer­den, um bequem dar­auf zugrei­fen zu kön­nen. Das Sym­bol erscheint auf dem Bildschirm.

Da ich nun Nach­rich­ten auch über den Brow­ser emp­fan­gen kann, konn­te ich den Mes­sen­ger und die Fb-App beru­higt deinstal­lie­ren. Dadurch habe ich auch mehr Platz im Spei­cher gewon­nen und erspa­re mir die­se ner­vi­gen Aktualisierungen.

Da ich als Jour­na­list auch oft unter­wegs bin und öffent­li­ches Wifi in Hotels, auf Flug­hä­fen und in Cafés nut­ze, habe ich Avi­ra Phan­tom instal­liert, um Frem­den den Zugriff auf mei­ne Daten wie auf E‑Mails zu erschwe­ren. Avi­ra baut einen Tun­nel auf zur Ver­schlüs­se­lung. Ich leis­te mir die kos­ten­pflich­ti­ge Ver­si­on mit unbe­grenz­ter Daten­men­ge für knapp 5 € im Monat, da es mir das wert ist. Es gibt aber auch kos­ten­los 1 GB, was bei sel­te­nem bis mitt­le­ren Gebrauch ausreicht.

Sam­sung kann jetzt auch nicht mehr fra­gen, ob auf Face­book zuge­grif­fen wer­den darf. Und mei­ne Ver­bin­dungs­pro­ble­me beim Mes­sen­ger ner­ven auch nicht mehr.

Was unter­nehmt ihr zum Datenschutz?

Ope­ra

Avi­ra

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Boxenstopp in der Hafenstadt A Coruña

Boxen­stopp in der Hafen­stadt A Coru­ña: Seit eini­gen Tagen hält sich der Rei­sen­de in A Coru­ña auf. In der gali­zi­schen Hafen­stadt streift er tags­über allei­ne umher. Am spä­ten Nach­mit­tag kom­men Toni und Luis und zei­gen ihm die Gegend. Bei­de sind pas­sio­nier­te Hob­by-Foto­gra­fen. Toni ist anzu­mer­ken, dass er vie­le Jah­re in der Nau­tik gear­bei­tet hat. Sel­ten hat der Rei­sen­de Foto­gra­fen wie ihn erlebt. Er berech­net genau, wie er am bes­ten Blen­de und Zeit auf­ein­an­der abstimmt. Und Toni beherrscht bestimm­te For­meln aus­wen­dig, die zum Foto­gra­fie­ren wich­tig sind. Ein Phä­no­men! Er beob­ach­tet auch Son­nen­stand und Abstand zu Objek­ten wie Leucht­tür­men. Tau­sen­de sei­ner Bil­der sind auf flickr gespeichert.

Der Rei­sen­de lern­te Toni und Luis an einem Strand nahe A Coru­ña ken­nen. Dahin­ter liegt ein klei­ner Cam­ping­platz, auf dem er sein Zelt auf­ge­baut hat. Vor einem Restau­rant ver­brach­ten eini­ge Men­schen aus der Stadt gemüt­li­che Stun­den in einem Café. Man­che freu­ten sich sicher über den gera­de begon­nen Urlaub in Gali­ci­en. Eine bekann­te Poli­ti­ke­rin aus der Stadt lud ihn, neu­gie­rig wie Spa­ni­er eben so sind, zu Kaf­fee und Kuchen ein. Los ging das Gespräch über die absol­vier­te Rad­stre­cke, über spa­ni­sche und deut­sche Poli­tik, über schö­ne Frau­en in Por­tu­gal und Spa­ni­en. Sie mein­te, spa­ni­sche Frau­en sei­en hüb­scher als Por­tu­gie­sin­nen. Ihr Mann, ein Archi­tekt, hör­te ruhig dabei zu. Er drück­te dem Rei­sen­den zum Abschied sei­ne Visi­ten­kar­te in die Hand, bot an, zu hel­fen, falls Not am Mann sei.

Gemeinsame Stadtbesichtigungen

Dann tauch­ten Toni und Luis am Strand auf. Sie foto­gra­fier­ten am Was­ser auf und abge­hend die Sze­ne­rie vor der lang­sam unter­ge­hen­den Son­ne. Dabei gaben sie ein inter­es­san­tes Schat­ten­spiel ab. Bei­de dach­ten zunächst, sie wären dem Rei­sen­den im Wege und ent­schul­dig­ten sich etwas ver­le­gen. Erfreut reagier­ten sie auf die uner­war­te­te Ant­wort, ihre Schat­ten­ris­se sei­en durch­aus reiz­voll für gute Bil­der. Sofort kam die Ein­la­dung zur Stadtbesichtigung.

Am nächs­ten Abend stand Toni denn auch mit sei­nem Seat vorm Hotel. Drei Tage lang ging es abends durch die Stadt an Orte. Die­se hät­te der Rei­sen­de allei­ne, und wenn über­haupt, erst nach eini­ger Recher­che gefun­den. Der Her­ku­lesturm, ein aus der Römer­zeit stam­men­der und akti­ver Leucht­turm — Unesco-Welt­kul­tur­er­be — ist nicht damit gemeint. Bei­de kann­ten die alte Geschütz­stel­lung aus dem Spa­ni­schen Bür­ger­krieg auf dem Stadt­hü­gel. Eben­so wuss­ten sie, wo eine alte Burg auf der ande­ren Sei­te der Stadt stand. Tol­le Bars, wo es lecke­re Tapas gab, kann­ten sie natür­lich auch. Der Boxen­stopp in der Hafen­stadt A Coru­ña hat sich voll gelohnt. Beim Abschied ver­sprach Toni den Rei­sen­den wei­ter über den Mes­sen­ger auf sei­ner Rei­se durch Gali­ci­en zu beglei­ten. Er woll­te ihn mit guten Tipps zum Foto­gra­fie­ren ver­sor­gen. Das nimmt der Rei­sen­de ger­ne an, der jetzt auf dem Weg nach Pon­te­de­u­me ist.

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Portugal hochgestuft

Die Hoch­stu­fung des Län­der­ra­tings für Por­tu­gal sorgt für Freu­de bei Anle­gern — sie decken sich mit por­tu­gie­si­schen Akti­en ein und schi­cken die Bör­se in Lis­sa­bon auf Höhen­flug. Der Leit­in­dex PSI 20 klet­tert um zwei Pro­zent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 5306 Punkten.
Auch por­tu­gie­si­sche Staats­an­lei­hen ste­hen hoch im Kurs, nach­dem die Rating­agen­tur Stan­dard & Poor’s (S&P) die Kre­dit­wür­dig­keit Por­tu­gals am Frei­tag auf “BBB-” ange­ho­ben hat­te. Die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen Anlei­hen fal­len daher auf 2,568 Pro­zent, das ist der tiefs­te Stand seit Janu­ar 2016.

S&P gab Por­tu­gal mit der Boni­täts­an­he­bung nach mehr als fünf Jah­ren das Güte­sie­gel “Invest­ment Gra­de” zurück. Die bei­den ande­ren Agen­tu­ren Moody’s und Fitch sehen Por­tu­gal dage­gen noch im Ramsch­be­reich, in dem ein Invest­ment als spe­ku­la­tiv gilt.

Quel­le: http://mobil.n‑tv.de/wirtschaft/wirtschaft_der_boersen_tag/Montag-18-September-2017-article20038000.html

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Sicherheit für Radler an der Todesküste

Sicher­heit für Rad­ler an der Todes­küs­te: War­um wohl ist in Deutsch­land kaum jemand bereit, mit solch gro­ßen Ver­kehrs­schil­dern an die Ver­nunft der Auto­fah­rer zu appel­lie­ren. Oder gibt es sol­che Schil­der irgend­wo in Deutsch­land? In Gali­ci­en tun Poli­ti­ker das jedenfalls. 

Der Rei­sen­de radelt jetzt fast zwei Wochen durch Spa­ni­en. Er hat sich zwar schon hin und wie­der durch den Ver­kehr genervt gefühlt. Er befand sich aller­dings nie in einer brenz­li­gen Situa­ti­on auf der Rund­rei­se durch den Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Dies liegt vor allem an der defen­si­ven Fahr­wei­se der Leu­te. Schon in Tui an der por­tu­gie­sisch-spa­ni­schen Gren­ze fand er schon an einer Tank­stel­le mit fai­ren Ver­hal­tens­wei­sen im Stra­ßen­ver­kehr.

Aus Bonn steckt dem Rei­sen­den aller­dings noch ein Streit mit einem Sport­ka­me­ra­den in den Kno­chen. Die­ser ereig­ne­te sich weni­ge Wochen zuvor auf dem Venus­berg. Der Mensch hup­te ihn mehr­fach von hin­ten an, wäh­rend er nur lang­sam den Berg erklommt. Die Stoß­stan­ge sei­nes Bau­ern-Mer­ce­des kleb­te fast an sei­nem Hin­ter­rad. Der Weg ist schmal. Wenn der Rei­sen­de so etwas erlebt, ist er nicht bereit aus­zu­wei­chen. Die vor­ge­schrie­be­nen 1,5 Meter Distanz zum Rad­fah­rer kann ein Auto­fah­rer hier ohne­hin nicht einhalten.

Dialog und Einsicht statt Streit

Auf dem Park­platz sprach der Rei­sen­de ihn an. Aber er wehr­te sich mas­siv. Er mein­te, als Rad­ler hät­te sich man koope­ra­tiv zu ver­hal­ten. Oft tut der Rad­ler das auch, wenn er merkt, dass jemand ordent­li­chen Abstand ein­hält und nicht mehr­fach wie er den Motor auf­heu­len lässt. Seit­dem wech­selt der Ex-Kame­rad kaum ein Wort mit ihm. Ein Freund kam hin­zu, der das Thea­ter von hin­ten beob­ach­tet hat­te. Er schnaub­te vor Wut und bot an, die­sen Mann anzu­zei­gen. Denn kurz zuvor war ihm das auch schon von ihm wider­fah­ren. Er zeig­te ihn an. Doch der Rei­sen­de hofft eher auf Dia­log, auf Ein­sicht und Reue statt auf die Exe­ku­ti­ve des Staa­tes. Er schick­te dem Betref­fen­den auch ein Foto die­ses Stra­ßen­schil­des zu.

Der­ar­ti­ges hat er in Süd­eu­ro­pa nie erlebt. Selbst bei Wind und Hagel fuh­ren selbst Lkw in Anda­lu­si­en so brav an ihm vor­bei an Stei­gun­gen, dass er die war­me Abluft bei Näs­se und Käl­te im Janu­ar als ange­nehm emp­fand. Als Auto­fah­rer wür­de er aber auch nicht beim Anblick sol­cher Strän­de wie an der Cos­ta da mor­te das Gas­pe­dal durch­tre­ten! Aber hier gilt auch: Sicher­heit für Rad­ler an der Todes­küs­te im Stra­ßen­ver­kehr. Und so dürf­te er mor­gen auch das gro­ße Zwi­schen­ziel A Coru­ña erreichen.

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Straße der Ölsardinen mit Tetilla und Kalmaren

Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren: Wochen­lang ist der Rei­sen­de schon unter­wegs auf sei­ner Rad­tour durch Nord­por­tu­gal und Gali­ci­en. Er hat sich in der Zeit durch ver­schie­de­ne Restau­rants gefut­tert. Frisch vom Kut­ter kamen frisch gekoch­te Mies­mu­scheln im Hafen von Arou­sa. Die Qua­li­täts­kon­trol­le in einen Hafen schenk­te ihm eine gan­ze Tüte davon. So käme er nie mehr auf die Idee, irgend­wo anders als an der Küs­te Mee­res­früch­te zu kau­fen. Und wenn dann nur frisch vom Boot. Zuerst noch deli­kat, ver­lie­ren sie schon bin­nen einer Stun­de deut­lich an Aro­ma. Aber sie lang­ten bis zum nächs­ten Tag und wur­den auch nicht schlecht. Übel ist dem Rei­sen­den auch nach einem Tag Trans­port ohne Eis nicht geworden.

In den Super­märk­ten ent­lang der Todes­küs­te sah er aber stän­dig Kon­ser­ven mit Mee­res­früch­ten. So reif­te in ihm der Ent­schluss, nach dem Genuss der fri­schen Muscheln die ein­ge­leg­ten gali­ci­schen Pro­duk­te zu tes­ten, ob die­se einem Ver­gleich stand­hal­ten. Des­halb griff er nun auch zu Sar­di­nen, Muscheln und Tin­ten­fisch. Er stell­te sie fein säu­ber­lich auf einen Zaun am Strand. So fällt spä­ter auch leich­ter, sich spä­ter an die Pro­duk­te zu erinnern.

Der Tetilla-Käse ist der Form einer weiblichen Brust nachempfunden

Beson­ders inter­es­siert ihn der Käse “tetil­la”, nicht nur der Form wegen. Er ist der Form einer weib­li­chen Brust nach­emp­fun­den. Statt Fleisch vom Rind oder Schwein isst er gene­rell lie­ber Käse, bevor­zugt bio­lo­gi­schen, da Tie­re dann nicht lei­den müs­sen. Oft kom­bi­niert er ger­ne ver­schie­de­ne Käse, um her­aus­zu­fin­den, ob die Aro­men der jewei­li­gen Regio­nen durch­schla­gen. Kräu­ter von ver­schie­de­nen Wei­den kön­nen den Käse stark beein­flus­sen. Im Rad­rei­se­füh­rer “Ser­ra da Est­re­la” und dem You-Tube-Film “Die Scha­fe sind die Bos­se auf den Wei­den” beschreibt er, wie Bio-Land­wir­te in Gou­veia den aro­ma­ti­schen “Quei­xo da Ser­ra da Est­re­la” produzieren.

Sol­che gas­tro­no­mi­schen Ange­bo­te schme­cken am bes­ten an der fri­schen Luft. Und erst recht, wenn eine atem­be­rau­ben­de Land­schaft hin­zu­kommt, in der man als Rad­rei­sen­der mit Sicher­heit gut unter­wegs ist. Wie sicher Rad­ler auf der Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren sind, zeigt der fol­gen­de Bericht auf.

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Radwandern an der Costa da morte

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: eine der schöns­ten Stre­cken zwi­schen Laxe und Pon­tes­e­co an der Todes­küs­te in Gali­ci­en. Mit dem Auto kann man dort nicht fah­ren. Aber jeder, der hier Feri­en ver­bringt, kann eini­ge Kilo­me­ter wun­der­bar radeln oder spa­zie­ren gehen. Es gibt auch Tour-Anbie­ter, die hier geführ­te Grup­pen­wan­de­run­gen anbieten.

Die Stre­cke führt sicher auch vor­bei an neu­en Leucht­turm Faro da Pun­ta Nari­ga, der auf einem Fels­vor­sprung steht. Mit­te Sep­tem­ber lie­gen aller­dings hier vie­le Sta­cheln ent­lang des Weges. Vor zwei Tagen fing sich der Rei­sen­de irgend­wo einen ein. Dem konn­ten auch dicke MTB-Rei­fen nichts ent­ge­gen­set­zen. Er repa­rier­te den Schlauch und fuhr dann wei­ter, anneh­mend, dass der klei­ne Scha­den beho­ben wäre. Doch ver­fehlt. In Mal­pi­ca mel­de­te sich end­gül­tig der Schleich­plat­ten an. Daher steu­er­te der Rei­sen­de ein Café an, bestell­te sich einen Kaf­fee und fing an, den Rei­fen abzu­tas­ten. Ihm hal­fen dann sage und schrei­be sechs Leu­te, einen win­zi­gen Dorn zu finden. 

Ein Paar park­te vor dem Café, stell­te die Warn­blink­an­la­ge an. Dort früh­stück­te ich und such­te zugleich den Dorn. Der Mann leg­te Flick­zeug hin. Und er hol­te einen Eimer mit Was­ser und such­te nach wei­te­ren Löchern. Sie sah sich der­zeit kon­zen­triert den Man­tel an und fand auch etwas, was hof­fent­lich der Dorn war. Ein Mädel vom Neben­tisch reich­te unauf­ge­for­dert eine Pin­zet­te. Mit ihren lan­gen schma­len Fin­gern gelang es ihr tat­säch­lich, mit der Pin­zet­te den Sta­chel her­aus­zu­zie­hen. Sie lös­te das Pro­blem. Ein schö­nes Zei­chen der Hilfs­be­reit­schaft. Die ande­ren gaben gute Rat­schlä­ge. Ein Gast über­nahm einen Kaf­fee. Und der berühm­te Dich­ter Andrés Mou­ren­te Cas­tro stell­te sich ihm vor. Er habe bereits vier Thea­ter­stü­cke geschrieben. 

Das ist jetzt Gali­ci­en. Wahr­schein­lich liegt es dar­an, dass er letz­te Nacht sein Zelt zwi­schen einer Kapel­le und dem Fried­hof von Mens auf­ge­baut hat­te. Die Toten seg­ne­ten sei­ne Pil­ger­rei­se. Und einen Tag spä­ter hält der Schlauch noch immer.

Klar ging es nach der Repa­ra­tur in die nächs­te Apo­the­ke. Dort besorg­te sich der Rei­sen­de auch eine Pin­zet­te. Mit ihr wird er hof­fent­lich künf­tig mit jedem Sta­chel fer­tig. Selbst wenn der Ort Mal­pi­ca hei­ßen sollte. 

Danach fand der Rei­sen­de end­lich sei­nen ers­ten gali­ci­schen Dol­men. Pedra da Arca liegt sehr freund­lich direkt an der Stre­cke in einem schö­nen Wald. End­lich mal muss er nicht fünf Kilo­me­ter in eine Art Ein­bahn­stra­ße fah­ren, um eine Sehens­wür­dig­keit zu besichtigen. 

Rad­wan­dern an der Cos­ta da mor­te: Hier fin­det man hilfs­be­rei­te Men­schen und nicht den Tod. Es geht wei­ter an schö­nen Strän­den vor­bei. Jetzt wird es Zeit, sich den kuli­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten der Regi­on zu widmen.

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Finisterre: Himmel auf Erden?

Finis­terre: Him­mel auf Erden? Namen von Orten wie Finis­terre — also Ende der Welt — zie­hen den Rei­sen­den gera­de­zu magisch an. Am Ende der Welt ver­mu­te­ten die Men­schen des Mit­tel­al­ters die größ­te Nähe zu den Inseln der Seli­gen. In einer kel­ti­schen Sage wird erzählt, die Inseln lägen hin­ter dem Hori­zont des Atlan­tiks. Dort such­ten die Pil­ger das Gespräch mit den Toten.

Außer­dem hilft es, auf lan­gen Stre­cken eini­ge Zie­le vor Augen zu haben und sie dann auch ein­zu­hal­ten. Denn sonst fährt man nur durch Land­schaft. Dies kann auf Dau­er ermü­dend sein. In der ers­ten Zeit sei­ner Rad­rei­sen beschränk­ten sich die Tou­ren oft nur dar­auf, Land­schaft wahr­zu­neh­men die Wahr­neh­mung. Doch ab einem bestimm­ten Punkt ist zu erken­nen, dass vie­le Land­schaf­ten ein­an­der ähneln. Das Spe­zi­fi­sche, was Men­schen von Regi­on zu Regi­on anders macht, kommt dabei nicht her­aus. Und da wird es erst span­nend. Auf dem Rad kommt man den Men­schen auch ziem­lich nah. Ein­la­dun­gen kom­men leich­ter zustan­de, als wenn man nur im Auto hockt.

Land­schaft prägt Men­schen. Men­schen prä­gen Land­schaft: Das Kli­ma, der Boden, die Lage an einer Küs­te, an einem Fluss, in den Ber­gen. Das formt. Men­schen bau­en dort Häu­ser, kochen regio­nal­ty­pi­sches Essen, lei­den unter Hit­ze oder erfreu­en sich am mil­den Kli­ma. Bei einer Urlaubs­rei­se mit dem Rad ent­wi­ckelt man ein gutes Gespür für die Land­schaft. Wind und Wet­ter, Stei­gung und Gefäl­le sind unmit­tel­bar zu füh­len. Vor allem am Po.

Doch wie ist es am Ende der Welt? Wie sieht es an der nächs­ten Ecke aus? Geht es dort wei­ter? Eine Sack­gas­se gibt es dort auf der Rad­rei­se durch Gali­ci­en nicht. Denn der Camin­ho de Sant­ia­go endet nicht dort. Der Rei­sen­de setzt von dort aus sei­nen indi­vi­du­el­len Pil­ger­weg fort. Denn Sant­ia­go de Com­pos­te­la hat er in die­sem Jahr noch nicht erreicht. Von hier aus geht die Tour wei­ter in den Nor­den nach A Coru­ña. Er ist noch lan­ge nicht erschöpft, obwohl vie­le har­te Ber­ge hin­ter ihm liegen.

Himmel auf Erden?

Selbst der ent­täu­schen­de Anblick der Klein­stadt Finis­terre — auf Gali­zisch Fis­ter­ra — kann ihn nicht davon abhal­ten. Denn eine schö­ne Stadt ist sie nicht. Die Archi­tek­tur liegt wei­ter unter dem, was sonst eine spa­ni­sche Stadt zu bie­ten hat. Es ist vor allem ein tou­ris­ti­scher Ort mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Zum Glück aber liegt der Ort male­risch am Strand. Und die Stre­cke ent­lang der Küs­te ist reiz­voll. Es rei­hen sich vie­le schö­ne Aus­sichts­punk­te anein­an­der. Und die Men­schen sind sehr leben­dig. Vie­le Fes­ti­vals gab es im August und Sep­tem­ber von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te­ve­dra zu sehen.

Unbe­dingt zu emp­feh­len ist in Finis­terre der Besuch des Leucht­turms. In einem Neben­ge­bäu­de ist ein Hotel mit nur sie­ben Zim­mern zu unter­ge­bracht. Der Rei­sen­de bekam gera­de noch das letz­te Zim­mer, in dem an sich ein Aus­zu­bil­den­der unter­ge­bracht ist. Glück gehabt, um den gan­zen Abend hier voll­auf zu genie­ßen. Von oben schaut man auf Klip­pen im Meer und in die Fer­ne. Dann beginnt das Leucht­feu­er zu glim­men und dann sei­ne Krei­se zu ziehen. 

Es gibt nicht vie­le Orte auf der Welt, wo es der­art stim­mungs­voll ist. Dazu zäh­len für den Rei­sen­den der Leucht­turm Bju­r­ö­klub in Väs­ter­bot­ten und Eck­war­der­hör­ne am Über­gang vom Jade­bu­sen zur Nord­see. Aber Finis­terre, Him­mel auf Erden? Jeder Pil­ger muss das für sich selbst entscheiden.

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