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Unterwegs am Meer und im Hinterland Portugals

Einsame Leuchttürme, endlose Strände, auf Felswänden herumkletternde Muschelsammler, dekorative Meeresbuchten – die Westküste der Iberischen Halbinsel zählt zu den schönsten Portugals und Spaniens. Aveiro selbst, das die Zeitung “La Voz de Galicia” vorstellt, kenne ich noch nicht. Aber wenn man sich die Fotos anschaut, scheint es eine hübsche Stadt zu sein, in der die Boote sehr an Venedig erinnern.

Von Nordportugal kenne ich das Hinterland an der Küste, bin ich doch dort auf dem Jakobsweg geradelt. Vom Meer bekommt man dort bis auf gelegentlich stärkeren Wind wenig mit. Das Profil ist erst mal von Porto über Barcelos und Ponte de Lima bis zur alten Festungsstadt Valença an der Grenze zu Spanien flach bis hügelig.

Da dort Pilger unterwegs sind, finden Alleinreisende immer wieder nette Gesellschaft. Jeder kann sich frei entscheiden, ob er oder sie die Ruhe dort für sich alleine genießen oder sich einer Wandergruppe anschließen will. Da mit dem Rad unterwegs, ist man viel leichter in der Lage, sich die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anzusehen und trifft die netten Wanderer von heute mittag in der Dorfbar oder bei einem der vielen Feste in den Kleinstädten wieder, um sich dann gegenseitig von den Ereignissen des Tages zu berichten. Wie etwa von den hübsch bemalten Hühnern aus Holz in Barcelos, der Hahn ist Wahrzeichen Portugals, oder dem der Kunst gewidmeten und dadurch beeindruckenden Ort Cerveira. Über die sozialen Medien kann man sich ohnehin schnell miteinander anfreunden und ist so gut unterrichtet, wo sich eine nette Gefährtin gerade herumtreibt.

Also braucht sich hier kein Individualreisender vor Einsamkeit zu fürchten und muss sich erst recht nicht wie bei teuer bezahlten Gruppenreisen wie ein Esel an der Leine herumführen lassen.

Aktiv in Aveiro

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Heute startete ich nach 56.9 Kilometern auf der ersten Etappe in Barcelos. Dort lernte ich, dass wir unsere Hühner immer pfleglich behandeln sollten. Also besser bei Biomitteln statt Fipronil bleiben.

Ein zum Tode Verurteilter erbat einen letzten Wunsch. Er möge verschont bleiben, wenn ein Hahn krähe. Als der Bauer schon zum Galgen gebracht wurde, wollte der Richter einen Hahn verzehren. Dieser aber sprang vom Teller und krähte. Der Richter rannte zum Galgen. Aber der Strick hatte sich schon gelöst und der Bauer durfte gehen.

Bis heute hält Barcelos die Hühner in Ehren. Ich hörte einen Hahn schon ab dem frühen Morgen mehrfach in einem der Nachbargärten krähen. Vielleicht ist das ein gutes Omen auf dem Weg nach Santiago de Compostela.