Vergleichende Analyse von 15 Reiseartikeln in Leitmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Selten gewinn- und nutzbringende Erkenntnisse, mangelnder journalistischer Blick, nicht immer auf Augenhöhe mit dem Leser, Häppchen-Journalismus, irreführende Einstiege, Benennen altbekannter Fakten statt neugierig zu machen, mangelnde Relevanz zum Thema, viel zu viele Fragen im Interview, wenig Transparenz über die Verfasser – diese Hauptfehler sind bei der Analyse von 15 Texten leicht zu erkennen. All diese Fehler sind immerhin in Leitmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden. Das erstaunt.
Positiv anzumerken sind hingegen: ein insgesamt guter Lesefluss, routiniertes Schreiben, offenbar keine sachlichen Mängel bei der Beschreibung des jeweiligen Gegenstandes. Die meisten der hier entdeckten Autoren in der Branche Reisejournalismus wissen, worüber sie schreiben und dass sie ihre Texte schnell zu schreiben haben. Manchmal offenbar zu schnell, aus zeitlichem und aus wirtschaftlichem Druck. Man muss liefern auf der einen Seite, billig einkaufen auf der anderen Seite. Einige machen Fehler, da sie Trends folgen wollen/müssen, was den Häppchen-Journalismus angeht. Andere beachten einfache journalistische Regeln nicht, die man an sich sogar schon in der Schule, spätestens an der Hochschule und/oder im Volontariat gelernt hat. Warum geht ausgerechnet das Beherrschen des Handwerkszeugs verloren?
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Der Reisejournalismus krankt also: Oberflächlicher Häppchen-Journalismus, irreführende Einstiege und mangelnder Tiefgang prägen selbst renommierte Leitmedien. Diese Analyse von 15 Texten zeigt eklatante Schwächen. Zwar überzeugen Sprachfluss und Routiniertheit, doch Zeitdruck und Sparzwänge zum Beispiel lassen das journalistische Handwerk auf der Strecke bleiben.
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