Menschen im Kampf

Reisender, kommst Du nach Oslo, verpasse auf keinen Fall einen Besuch des Gustav-Vigeland-Parks. Als ich zum zweiten Mal in meinem Leben Oslo besuchte, wusste ich noch nichts von der Existenz dieses Künstlers. Daher war ich über Ausdruck und Spannung in den dargestellten Körpern überrascht. Die bekanntesten Norweger in der Kultur waren für mich bis dahin Henrik Ibsen und Knut Hamsun.

Gerade habe ich in der norwegischen Tageszeitung Morgenbladet gelesen, dass Vigeland vor 150 Jahren auf die Welt kam. Daher gibt es jetzt ihm zu Ehren eine Jubiläumsausstellung im Vigelandmuseum. Wie Morgenbladet schreibt, bezeichne man ihn oft als autodidaktischen Künstler, was nicht ganz korrekt sei. Als junger Mann habe er Unterricht an der Zeichnerschule in Kristiania genommen und in Ateliers älterer Künstler gearbeitet, die ihn korrigiert hätten. Er sei nach Kopenhagen, Paris und Florenz gegangen, habe oft Museen besucht, lernte damals sehr bekannte Männer wie den Dänen Vilhelm Bissen und Auguste Rodin kennen. Ihm in der Ausstellung gegenübergestellt werden die drei zeitgenössischen Künstler Constantin Meunier, Antoine Bourdelle umd Aristide Maillol.

Aber könne sich Vigeland überhaupt mit diesen großen Namen messen, fragt Morgenbladet. Der Autor meint durchaus. Denn sein Ausdruck sei stärker und weise eine expressive Dynamik auf, die tief in die menschliche Psyche und Leidenschaft eindringe.

Den Artikel und Fotos findest Du auf http://www.morgenbladet.no/kultur/2019/04/mennesker-i-kamp

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Im Rausch der Sinne

Le Monde, die angesehene französische Tageszeitung, berauscht sich an der Rua das Flores in Porto. Leider ist deren Artikel etwas PR-lastig, was mich bei so einer angesehenen Zeitung wundert. Die Hotels lasse ich heraus, da ich für diese als Journalist nicht werben möchte. Geschäfte der kreativen Szene hingegen finde ich interessant und daher kritikwürdig. Ich werde diese bei meinem nächsten Besuch sicher auch selbst aufsuchen und schauen, ob sie wirklich so wundervoll sind wie in Le Monde beschrieben.

Die Rua das Flores sei eine schöne Probe der Farbpalette, die den Charme von Porto ausmache: roter Stein, grüne Mosaiken, blaue und weiße Kacheln. Darunter die Kirche der Misericórdia, 1749 habe sie der Maler und Architekt Niccoló Nasoni restauriert. Sie hebe sich von den anderen Gebäuden der Straße durch ihren grauen Stein ab. Farbig und darüber hinaus duftend erschien der Verfasserin auch die Parfümerie Claus Porto, in der es nicht nur portugiesisches Parfum, sondern auch Blumenseife gebe. Männer könnten samstags bei einem Barbier eine neue Frisur ab 50 Euro erhalten. Den Grundstein zur Parfümerie legten übrigens zwei Deutsche, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Portugal ausgewandert waren.

Vor 38 Jahren habe Juan Paulo mit Chaminé da Mota eine lebendiges Antiquariat gegründet. Dort rieche man alte Bücher, aber auch Grafiken und Schreibmaschinen stünden zum Verkauf. Das Porträt des Inhabers soll außen an einer Mauer angebracht sein. Was die Autorin wohl nicht wusste: Der Gründer heißt aber Pedro Chaminé da Mota. Er starb laut Zeitung „El Público“ im November 2018. Auch die portugiesischen Journalisten sehen sowohl die Rua das Flores als auch das Antiquariat als eine der schönsten der Stadt an. Auf www.publico.pt/2018/11/30/culturaipsilon/noticia/morreu-alfarrabista-pedro-chamine-mota-1853144 zeigt ein Foto, wie es dort aussieht. Sie sei die letzte Hoffnung für Fans gewesen, die noch eine fehlende Ausgabe der Vampiro-Kollektion zu erhaschen hofften, ein Heft der Zeitschrift O Mosquito, die sieben Bände der alten Ausgabe des Grafen von Bragelonne von Alexander Dumas oder aber das Kinderbuch eines vergessenen Autors, schreibt El Público in einem Nachruf.

Die Erkundung der Einkaufstraße könnten Reisende mit einem Essen in der Cantina 32 beschließen, schreibt Le Monde. Sie soll im Gebäude einer alten Parfümfabrik liegen, in der jetzt aber unter anderem ein Fahrrad und Lederschürzen als Deko an den Wänden des Restaurants hängen. Käsekuchen und Schokolade scheinen Spezialitäten des Hauses zu sein. Etwas erstaunlich, weil ich auf einer anderen Webseite Tapas als Hauptspeise gefunden habe. Egal! Hauptsache, es schmeckt!

Den Originalartikel mitsamt Fotos findest Du unter

www.lemonde.fr/m-le-mag/article/2019/05/09/porto-l-ivresse-des-sens_5460091_4500055.html

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Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

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Architekt der Louvre-Pyramide mit 102 Jahren gestorben

Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.

Louvre-Pyramide

Als ich das Louvre besuchte, befand ich mich unter ihr. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung, die durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel erhöht wird. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.

Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du auf

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/architektur/architekt-der-louvrepyramide-mit-102-jahren-gestorben/story/23624074

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179 Kilometer Abenteuer am Fjord

Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.

Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T-Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.

Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.

Den kompletten Artikel der Zeitung El Mundo findest Du unter http://www.elmundo.es/viajes/europa/2019/04/16/5ca2215921efa0bc178b45bf.html

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Reisen auf den Spuren des Don Quijote

In meinem Leben habe ich wahrscheinlich schon einige Burgen gesehen, die in Miguel de Cervantes Roman „Don Quijote“ vorkommen. Ich sah eine von ihnen sogar zufällig schon zweimal, war überrascht, als ich sie vor einigen Monaten beim Radeln auf einem Hügel inmitten einer flachen Ebene wiedererkannte. Unterhalb des Hügels fließt ein Fluss, mit dem man wahrscheinlich die alte Stadt schützte. Auf einer langen Schleife muss man zur Burg herauffahren, was mich einige Milliliter Schweiß kostete. Ich erinnerte mich angesichts eines Geländers und einiger Bänke an der Flanke des Hügels daran, mich hier schon einmal heraufgeschraubt zu haben.

Hier war ich bereits vor einigen Jahren mit meinem damaligen Kumpel Domingo aus Málaga auf der Via de la plata unterwegs. Der von Süden von heraufkommende Teil des Jakobsweges führt von Sevilla nach Santiago de Compostela. Die Burg selbst befindet sich in Puebla da Sanabria in der Nähe von Zamora – eine richtige Ritterburg mit Zinnen auf festen Türmen. Sie schaut nach Asturianos und Zamora. Daneben sieht man links und rechts Teile der Stadtmauer, direkt daneben eine Kirche. Vor der Burg gibt es einen Platz mit zwei offenbar unbewohnten Häusern. Von hier oben kann man weit in die Landschaft schauen. Damals konnte man also sehr leicht Bewegungen feindlicher Truppen wahrnehmen. Links erheben die Berge von der Landschaft bei Ourense. Diese lagen aber schon hinter mir, immer zwischen 900 und 1300 Metern Höhe pendelnd.

Burg in Puebla de Sanabria

Mir kam ein Wanderer aus Franken entgegen, den ich zuvor schon auf dem Jakobsweg getroffen hatte. Ich fragte ihn, ob es sich lohne, die drei Euro in einen Besuch zu investieren, aber er meinte, außer Steinen gäbe es nichts zu sehen. Dann fand ich eine Information, die mir sagte, dass Cervantes diese Burg möglicherweise gekannt habe. Denn in seinem Roman ziehen Don Quijote und Sancho Pansa durch Sanabria. Heute zieht es eher Wanderer in die nahen Berge, die durch ihre Höhe und Einsamkeit bestechen.

Ob ich in meinem Leben noch mehr Stätten aus dem Quijote-Roman gesehen habe, weiß ich nicht. Wohl eher zufällig. Wenn Du einige sehen willst: Weit entfernt in Kastilien-La Mancha haben sich jetzt Gemeinden nahe Toledo zusammengeschlossen. Sie kreierten eine touristische Route auf den Spuren des Quijote, schreibt die spanische Zeitung „El Mundo“. Du kannst dort den Taufschein Cervantes in der Kirche Santa Maria la Mayor in Alcázar de San Juan anschauen. Ob er es aber wirklich ist, ist nicht gesichert. Im Ort kannst Du auch das Museum Formma besuchen, wo sich die Töpfereikunst der Region präsentiert.

Einbezogen ist auch die Höhle von Medrano, in der de Cervantes gefangen gehalten wurde. Dort soll er die ersten Kapitel des Romans geschrieben haben. Darüber hinaus kannst Du das Hinterzimmer der Akademiker von Argamasilla, das Schloss von Peñarroya und die Kirche von San Juan Bautista sehen. Ein attraktives Ziel soll auch der Naturpark der Lagunas de Ruidera sein, eines der großen spanischen Feuchtgebiete.

In Campo de Criptana stehen Windmühlen, die Miguel de Cervantes inspirierten. Dort kämpfte Don Quijote gegen Riesen. Das dort liegende Gebirge und das Viertel von Albaicín seien der Zenit des cervantinischen Weltliteratur, schreibt El Mundo. Es existiere kein besserer Ort, um die Pracht der Mancha erfassen. Am jedem ersten Sonntag eines Monats kann man sich am Mahlen dieser Mühlen erfreuen, die noch gut erhalten sein sollen und sogar damals verwendete Maschinen in sich bergen.

Abschließend kannst Du Dich nach El Toboso begeben, wo es vor allem um Dulcinea geht. Es gebe dort, so schreibt El Mundo, das Museum „Casa de Dulcinea“ sowie typische Häuser der Adeligen und der reichen Landwirte der Mancha aus dem 16. Jahrhundert. Viel Spaß auf einer Deiner nächsten Reisen.

Den kompletten spanischen Artikel findest Du auf http://www.elmundo.es/viajes/espana/2019/04/18/5cb445d521efa0151b8b46b6.html

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Versuche einer Symbiose zwischen Tourismus und Umwelt

Wenn Du in Spanien Urlaub auf dem Land machst, sind diese Gegenden ziemlich einsam: Ich selbst finde das genial, weil ich die Ruhe genieße und dort viel öfter als in Städten nette Leute treffe, die mich auf einen Kaffee nach Hause mitnehmen, mir ihren Hofgarten zum Campen anbieten. Interessante Geschichten kommen auch oft dabei heraus, die ich dann weiter für Dich recherchieren kann. Allerdings verwirrt es auch, wenn ich nach Tagen auf einsamen Wegen in eine Stadt wie Santiago de Compostela komme. Dort muss ich mich erst wieder an den Verkehr und die Menschenmassen gewöhnen.

Besonders einsam ist es im Norden des Landes gelegenen Asturien, das sich der Francis Panchá, Autor der spanischen Zeitung El Pais, vorgenommen hat: Dort gebe es sogar mehr Hunde als unter 20-Jährige. Aber jährlich strömten Tausende von Touristen in die kleinen Orte der Provinz, die einerseits Naturparadies, andererseits ein leeres Paradies sei. Sie wollten sich in Europas erstem Nationalpark Picos de Europa erholen, der vor gut hundert Jahren eingeweiht worden sei. Ein Sonderfall in Spanien: Denn in dem Gebiet lebten und arbeiteten auch Menschen, schreibt Panchá. Dies versuche man jetzt besser mit touristischen Konzepten zu vereinen, um zum einen die Umwelt zu schonen, zum anderen Abwanderung zu vermeiden. Touristen sollen lokal erzeugte Produkte verbrauchen, die die Existenzgrundlage der Einheimischen sichern.

So setze sich die Stiftung Bartgeier (Fundación Quebrantahuesos) für die Wiederansiedlung dieser Vogelart ein. Man rechne mit mehr Besuchern, die sich auf ein reichhaltiges kulinarisches Erlebnis freuen könnten. Denn in Asturien gebe es viele Landwirte, die sich auf die Zucht von Lämmern und Ziegen spezialisiert haben. Man hat sogar zusammen eine Briefmarke unter dem Motto „Nahrung durch Vielfalt“ entwickelt.

An der Costa de Sol fand Panchá in Nerja bei Málaga ebenfalls Bemühungen, den Tourismus mit der Umwelt zu vereinen. Dort gebe es das Problem, dass die Zahl der Besucher im Winter nachlasse. Wer dort anreise, interessiere sich für die Naturparks Acantilados Maro – Cerro Gordo und Sierra Almijara. Besonderheiten dort: die dort lebende spanische Ziege, rote Korallen und ein weiter Blick nach Nordafrika.Man habe es geschafft, Wandertouristen anzuziehen, die auf wiederhergestellten alten Römerstraßen und Maultierpfaden unterwegs seien.

Auch in Gredos bei Àvila nordwestlich von Madrid fand Panchá einen weiteren dünn besiedelten Ort mit ähnlichen Bestrebungen: Dort zähle man Ginster und den Himmel zu den Besonderheiten der Region. Daher gebe es seit einiger Zeit ein Festival rund um den Ginster. Man wolle so Botanik und aus der Pflanze erstellte handwerkliche Produkte wie Dachbedeckungen, Besen und Strohsäcke miteinander vereinen, verspreche sich aber auch davon, den Zusammenhalt der lokalen Bevölkerung zu fördern. Denn alle Dörfer der Region schmückten sich damit von Mitte Mai bis Mitte Juni und würden mit Preisen dafür belohnt. Schon im April wolle man Besucher mit der Beobachtung des Universums anlocken. Man sei stolz auf das kürzlich verliehene Starlight-Zertifikat. Denn der Himmel weise hier eine außergewöhnliche atmosphärische Klarheit auf. Ginster und Himmel – lokale Ressourcen, die immer existiert haben, werden jetzt touristisch genutzt.

Den vollständigen spanischen Text findest Du unter

https://elviajero.elpais.com/elviajero/2019/04/05/actualidad/1554453543_788004.html

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1.200 Kilometer mit dem Rad zur Bar Hemingways

Mit Värmland und Seeland fand ich zuletzt Ziele auf Geo, mit denen ich viele Kindheits- und Jugenderinnerungen verbinde. Mit Biarritz ist heute ein drittes Ziel hinzugekommen, das ich auf einer meiner ersten Radtouren in den Süden kennenlernte. Mit meinem Kumpel Christoph radelte ich auf einem etwas improvisierten französischen Jakobsweg von Belfort aus über Besançon, Dijon, Vézelay und Limoges nach La Rochelle. Vom Küstenort aus ging es weiter über Mimizan und Arcachon nach Biarritz. Ich hatte mir zuvor angeguckt, wie die Pilger im Mittelalter gelaufen sein könnten. Insgesamt waren es durch Frankreich gut 1234 Kilometer.

Entlang der Küste ist der Weg ausgesprochen schön, zumal man dem Verkehr rund um die größeren Städte endlich entkommt. Südlich von La Rochelle gibt es entweder entlang des Wassers Sandstrände und Nadelwäldchen. Fuhren wir hingegen etwas weiter im Binnenland herum, fanden wir eine gut zu bewältigende Hügellandschaft vor, die auch nicht das Auf und Ab des Jura beinhaltete. Überall gibt es Campingplätze. Durch diese kann man einerseits viel Geld sparen, andererseits den Luxus des Übernachtens unter freiem Himmel und die Schar gleichgesinnter Frischluftfanatiker genießen. Hervorheben möchte ich Arcachon, Frankophilen durch die enorm hohe Düne bekannt. Wir fühlten uns hier willkommen. Viele winkten uns zu, fragten, woher wir kämen, wohin wir wollten. Es folgte stets ein freundliches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeisterung fürs Radfahren.

Biarritz ist für mich das Drehkreuz schlechthin, um unterschiedliche Ziele kennenzulernen: den Atlantik und den Ausläufer der Pyrenäen. Bis nach Pamplona oder San Sebastián ist es ein Katzensprung. Von Biarritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelangen, von dort auf den spanischen Jakobsweg. Die Nationalstraße herauf nach Roncevalles bewältigte ich von Biarritz aus an einem Nachmittag, rollte am nächsten Morgen den Weg nach Pamplona herab. Dort interessierte mich die Bar Hemingways, wo er „Fiesta“ geschrieben haben soll. Hingegen geht der Weg nach San Sebastián recht flach weiter. Der Küstenweg nach Santiago de Compostela ist erreicht.

Heute würde ich eine solch lange Strecke nicht mehr fahren. Mittlerweile finde ich es interessanter, eine Region und ihre Besonderheiten aufzuarbeiten, Radlern gute Wege zu zeigen, auf denen man Sport, Gastronomie und Kultur miteinander verbinden kann. Auch dabei kommen immer viele Kilometer zusammengekommen, wenn ich auch kleine Inseln oder Gebirgsstraßen abgrase.

Mehr Infos über Biarritz findest Du unter http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21220-rtkl-biarritz-strandperle-mit-franzoesischem-flair

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Surfen und Zelten am See Visten in Värmland

Abenteuer für Jugendliche fielen mir sofort ein, als ich vorhin den Artikel auf Geo über Värmland in Schweden fand. Wir mieteten oft ein Sommerhaus am See Visten in der Nähe von Kil. Die größte Stadt in der Umgebung ist Karlstad. Das Haus grenzte direkt an den See. Es lag an der Ecke einer Bucht, so dass man einen guten Überblick über die Geschehnisse auf dem Wasser hatte. Ein flacher Granitfelsen schob sich in den See. Oft haben wir uns auf ihm gesonnt, denn er wurde angenehm warm, sobald die Sonne schien. Auf dem Grundstück wuchsen hohe Kiefern. In der Höhe lebte ein Eichhörnchen. Als mein Vater dort mal Holz hackte, war die Stunde des Eichhörnchens gekommen. Es pinkelte auf ihn herab, traf ihn allerdings nicht, lachte aber vergnügt über den gelungenen Spaß. Wer sagt, dass Tiere keinen Humor haben. Wir verziehen ihm, denn wer konnte schon solch einen lustigen Kobold aufweisen.

Zwar nicht der Visten, aber auch am See im kleinen Ort Svarte kann man es gut aushalten.

Ob es wohl noch den Tennisplatz dort gibt? Er war asphaltiert, aber wir lernten dort alle Tennis zu spielen. Der Weg vom Haus war nicht weit, ging gut 200 Meter weit vorbei an einer Himbeerhecke, die uns ausreichend mit Vitaminen versorgte. Dort lernte ich eines Tages Beate aus Bergheim kennen. Wir waren fast im selben Alter. Ihre Eltern hatten sogar ein altes Bauernhaus oberhalb der Bucht gekauft. Ihr Vater hatte jeden Sommer dort gut zu tun. Obwohl das Haus sicher 1,5 Kilometer von uns entfernt war, hörte ich die Hammerschläge, wenn er mal das Dach reparierte. Beate konnte nicht nur Tennis spielen, sondern besaß auch noch ein Surfbrett. Sie brachte mir bei, wie man halst und wendet und so erkundeten wir den See nicht nur im Ruderboot, sondern auch auf dem Brett. Ein ideales Revier zum Lernen, denn es war ausreichend Fläche vorhanden und auch nicht gefährlich, obwohl Schweden sich mal entsetzt zeigten, dass wir darin schwammen. Eine Stelle sei sogar hundert Meter tief, warnten sie uns. Aber was machte uns das schon? Ob 30 Meter? Oder 100? Wie oft lagen wir dann auf Beates Steg in der Sonne, gingen Blaubeeren oder Pilze suchen. Klar hatte ich ein Jahr darauf ein Surfbrett, das leider zurzeit ein Dasein in der Garage fristet. Meinen Neoprenanzug ziehe ich nur noch zum Kajakfahren an. Den alten besitze ich leider nicht mehr, weil er sich eines Tages aufgelöst hatte.

Besonders aufregend war dann die Gelegenheit, mit Beate zu zelten. Es lagen genug versteckte Plätze am See, die man vom Wasser aus nicht sehen konnten. Weder ihre noch meine Eltern hatten eine Ahnung, wo die sich befanden. Am Ende der ersten Ferien stellte mir Beate ein Diplom aus, das sie liebevoll auf einem Stück Leder gestaltet hatte. Ich besitze es heute noch. Später profitierte ich noch sehr von meinem Wissen aus den zahlreichen Sommern am Visten, denn ich lernte auch fast ohne Wind zu surfen. Leider ist dort oft Flaute. Aber als ich meinen Segelschein machte und wir bei einer Regatta mal Flaute auf dem See hatten, gewann ich diese mit meiner Partnerin Britta. Denn ich wusste, wie man auch ohne Wind ins Ziel kommt. Danke, Beate.

Wer noch mehr über Värmland erfahren will, kann jetzt den Artikel der Geo lesen: http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21281-rtkl-schweden-vaermland-der-perfekte-ort-fuer-aussteiger-auf-zeit

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Feuerzeug statt Campingkocher im Outdoor-Urlaub

Was ich esse, wenn ich mehrere Wochen in der freien Natur unterwegs bin? Diese Frage stellt sich mir schon lange nicht mehr. Dafür hat sich schon zu viel eingespielt. Warme Küche ist mir nicht wichtig, so dass ich keinen Campingkocher mitschleppen muss. Der nimmt viel Platz auf dem Rad weg und schwer ist er auch noch. Das erspart mir auch, Reis- oder Nudelpackungen mitzuschleppen.

Als Grundausstattung ist es mir wichtig, eine Wasserblase im Rucksack zu tragen, aus der ich auch während einer Fahrt durchs Gebirge trinken kann. Denn so kann ich weiter in meinem Rhythmus strampeln. In warmen Ländern nehme ich weitere zwei Trinkflaschen am Rahmen mit. Es gibt immer irgendwo einen Friedhof oder ein Café, wo ich leicht Wasser nachfüllen kann. Einheimische verraten mir auch oft, wo sich ein Brunnen oder eine Quelle mit gutem Wasser befindet.

Für die ersten Tage nach der Ankunft packe ich gerne drei Päckchen Studentenfutter als Basisversorgung ein. So erspare ich mir fürs erste das Suchen in Lebensmittelgeschäften. Auch Haferflocken nehme ich mit, denn so kann man sehr gut Magen- und Darmprobleme vermeiden. Vor Ort kaufe ich dann Jogurt dazu, da er sich meistens länger hält als Milch, auch besser schmeckt als H-Milch und mehr Energie liefert.

In Kiruna hat mir ein Bekannter mal einen praktischen Kunststoffbecher geschenkt, der sich nicht nur gut zum Trinken, sondern auch zum Essen eignet. Viele Skandinavier tragen das stabile Teil bei sich, wenn sie wandern gehen. Äpfel halten den Mund schön frisch, liefern auch noch Flüssigkeit und Vitamine. Bananen sind auch sehr gut zur Versorgung mit Nährstoffen, kaufe ich aber nur zum direkten Verzehr vor Ort, weil sie schnell vergehen. Meistens schmunzeln die Kassiererinnen über die eine Banane auf dem Band, so dass sich eine gute Gelegenheit zu einem Gespräch über das Land ergibt.

Statt eines Campingkochers nehme ich lieber ein Feuerzeug mit. Es gibt an vielen Orten Feuerstellen, an denen man leicht eine Wurst oder eine Dose in die Flammen halten kann. Das rundet wunderbar einen schönen Tag in den schwedischen Fjälls ab. Und Platz für ein Feuerzeug ist immer im Gepäck. Rezepte zu kennen, wie die Autorin des Spiegel im nachfolgenden Artikel schreibt, sind dann gar nicht elementar. Draußen schmeckt sowieso alles besser, wenn man das Rauschen des Flusses und das Flüstern des Windes hört und dann vielleicht auch ein Rentier vorbeikommt.

Was ich esse, wenn ich mehrere Wochen in der freien Natur unterwegs bin? Diese Frage stellt sich mir schon lange nicht mehr. Dafür hat sich schon zu viel eingespielt. Warme Küche ist mir nicht wichtig, so dass ich keinen Campingkocher mitschleppen muss. Der nimmt viel Platz auf dem Rad weg und schwer ist er mir auch noch. Ebenso erspart es mir, Reis- oder Nudelpackungen mitzuschleppen.

Was Spiegel-Autorin Eva Lehnen im Outdoor-Urlaub wichtig ist, erfährst Du hier:

https://www.spiegel.de/reise/europa/rezepte-fuer-die-outdoorkueche-buecher-fuer-die-camper-a-1262013.html

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