Bevor es zur Analyse der Westfälischen Nachrichten (WN) und deren Serie vor der Kommunalwahl 2025 kommt, einige grundlegende Fakten: Der Aschendorff Verlag bildet zusammen mit Partnerverlagen die Zeitungsgruppe Münsterland (ZGM). Laut den aktuellen Mediadaten 2026 der Aschendorff Medien erzielt die Gruppe in ihrem Verbreitungsgebiet eine beachtliche Präsenz.
Reichweite und Auflagenzahlen (Stand 2026)
Die Reichweite wird in der Regel über die verkaufte Auflage und Beilagenkapazitäten definiert:
- Gesamtausgabe (ZGM): Die Gruppe erreicht eine tägliche Auflage von ca. 191.030 Exemplaren (Mo–Fr) bzw. 199.940 Exemplaren (Sa).
- Hauptausgabe Münster: Diese umfasst ca. 118.030 Exemplare (Mo–Fr).
- Münster Stadt (WN/MZ): In der Stadt Münster liegt die Auflage bei ca. 43.860 (Mo–Fr).
Am 10. März 2026 platzte eine Bombe: Die Rheinische Post Mediengruppe soll sämtliche Aktien der Westfälische Medien Holding AG übernehmen. Dadurch würde sie zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in NRW anwachsen. Zu den Zeitungen gehören unter anderem auch die Westfälischen Nachrichten. Das Bundeskartellamt muss dem Deal allerdings noch zustimmen. Ich erwarte, dass Köpfe rollen, Redaktionen umgebaut werden. Da Ralf Meistes seit längerem schon im Lokalteil schreibt und bereits über Erfahrungen im Bündeln mehrerer Redaktionen verfügt, gehe ich davon aus, dass er Lokalchef Dirk Angers nachfolgen wird. Oder aber, er übernimmt einen anderen Führungsjob. Warten wir es neugierig ab.
Den Auftakt der Analysen bestreitet eine 33teilige Serie der Lokalredaktion über 33 Stadtbezirke vor der Kommunalwahl. Die Artikel wurden im Zeitraum von Juni bis Mitte August 2025.
Zusammenfassung
Die „Leitwölfe“ Anger, Wiezcorek und Baumeister hätten gemeinsam zu Beginn der Serie vorangehen müssen, um den Maßstab in den ersten drei Texten zu setzen. Solch ein Vorgehen dürfte auch nicht allzu sehr in die journalistische Freiheit eingreifen. Die Redaktionsleitung ist weisungsbefugt. Dirk Anger schreibt im abschließenden Kommentar vom Kennenlernen, Wiedersehen, neugierig machen. Dies trifft nur zum Teil zu. Kennenlernen ja. Neugierig haben die 33 Teile nicht gemacht, da Überraschungen ausblieben, Altbekanntes genannt wird. Das trifft selbst auf die drei besten Texte zu, Was die Stadtbezirke lebenswert macht, wird auch nur selten beschrieben. Oft geht es dabei nur in episch breiter Darstellung ums schöne Grün oder um ein Eiscafé.
Was man verbessern müsste, wo der Schuh überall drückt, wird zu selten und sehr einseitig thematisiert. Wenn, dann geht es überwiegend um Verkehrsprobleme und in einem Text um Parkraumangel.
Zukunftsweisende Themen, die jede Stadt betreffen, werden also kaum aufgegriffen wie zum Beispiel Klimawandel, Familie, soziale Aspekte. Spielt vielleicht Angst gerade der jüngeren Autoren eine Rolle, irgendwo anzuecken? Da nur wenig Mut zur Problematisierung vorhanden ist, Dinge zuzuspitzen, mit hochkarätigen Gesprächspartnern zu besetzen, hat diese Serie sicher nicht zu einer Leser-Blatt-Bindung geführt.
Im Großen und Ganzen spiegelt diese Serie ein Grundproblem der Lokalredaktion vor: Es wird zu wenig geplant. Die eigentlichen heißen Eisen besetzt Klaus Baumeister, der durchaus auch scharf im Ton werden kann. M.E. führt das dazu, dass ein Journalist so seiner Rolle gerecht wird, den Mächtigen auf die Finger zu schauen. Dass diese Serie aber, wie Anger sagt, die Demokratie stärkt, ist stark anzuzweifeln. Eher nicht. Die fehlende Resonanz der Leser ist auch am Mangel an Leserbriefen abzulesen. Meines Erachtens wurde nicht ein einziger Leserbrief gedruckt, der sich auf diese Serie bezog
Die gesamte Analyse können Sie nach Rücksprache mit mir und der Bekanntgabe eines Passworts für 499,95 Euro herunterladen.