Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Österreich, Spanien und Schweden. Frankreich, Norwegen und wieder einmal Dänemark bleiben diesmal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mitreisen auf dem Sofa garantiert. Das Programm zum Download findet ihr unten als Link im pdf-Format.

Wieder einmal hochwertig nach Spaniens einzigartiger Waldlandschaft vergangene Woche scheint auch ein Beitrag über Iberiens wilde Vielfalt zu werden. Kein Wunder, ich höre oft von Portugiesen und Spaniern, dass sie nicht ins Ausland reisten, weil sie sowieso alles hätten: Berge, Meer und Wüsten. Es gibt Skigebiete wie in Andorra und wie in der Serra da Estrela.

Recht viel wird über Österreich gebracht. Erfreulich sind die historischen Beiträge über ein Keltengrab im Umland von Salzburg. Und über den letzten Ritter Maximilian im 16. Jahrhundert: Er ist zu empfehlen, da gut gemacht. Denn Maximilian heiratete Maria von Burgund aus machtpolitischen Gründen. Dem Habsburger Haus gelang durchs reiche Flandern der endgültige Aufstieg zur Weltmacht. Und es wuchs sogar echte Liebe zwischen Maximilian und Maria.

Auf den NDR-Beitrag über den Weserradweg bin ich auch sehr gespannt. Denn dort war ich selbst schon einige Male unterwegs. Die Strecke durchs Weserbergland ist der schönste Abschnitt, ein unterschätztes Gebiet. Die Weser ist dort weitgehend noch natürlich. Es gibt viele Auen, keine gewerbliche Schifffahrt, nur Freizeitsportler. Tiefe Wälder zum Wandern und Radeln und wirklich freundliche Menschen. Und ein hochwertiges Kulturangebot, wenn ich alleine an Corvey, Weserrenaissance und Porzellan aus Fürstenberg denke.

Ein tolles Ziel ist aber auch das Ahrgebirge vor den Toren Bonns, worüber heute der SWR berichtet. Wenn ich dort wandere oder radele, fühle ich mich bei manchen Etappen wie im Süden Europas. Dies liegt zum einen an der Vegetation mit Pflanzen, die es auch im Süden gibt. Zum anderen liegt es an der Wärme, die an gewissen Stellen über 60 Grad erreichen kann. Daher fühlen sich dort Reptilien wohl, aber auch Wein kann dort angebaut werden. Den Wein empfinde ich als wohlschmeckend. Beliebt ist die Zeit der Weinlese. Allerdings ist die Gegend dann der Feste wegen völlig überlaufen. Viele Autofahrer zieht es dann in die Dörfer rund um Ahrweiler statt mit Bahn oder Rad zu kommen. Die Anbindung an den Zug ist ziemlich gut.

Einschalten also nicht vergessen!


SaSoDiDoFr
DeutschlandUnterwegs im Ahrgebirge, SWR, 14 Uhr

Selbstversuch Pilgern. Auf dem Jakobsweg von Fulda nach Frankfurt, HR, 21.00 Uhr
Erlebnis Weserradweg, Von Hann. Münden bis Nienburg, NDR, 20.15 Uhr
ÖsterreichNaturparadies Seefeld, arte, 15.00 Uhr
Das Geheimnis des Keltengrabes, ZDF Info, 19.30 Uhr


Eingeschenkt. Weinland Österreich, 3sat, 11.45 UhrMaximilian. Das Spiel von Macht und Liebe, 3sat, 201.5 Uhr
Portugal
Die Azoren. Grünes Inselparadies, 3sat, 13.35 Uhr
Madeira, Portugals Blütenmeer im Atlantik, NDR, 20.15 Uhr
Schweden


Ich bin Greta, SWR, 23.15 Uhr
SpanienWilde Pyrenäen, Berge des Lichts, BR. 14.15 UhrIberien. Wilde Vielfalt, Phoenix, 20.15 Uhr
Lanzarote, Feuer, Lava, Licht, NDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Reise und Kultur

Neuer Kalender: Hohe Berge Portugals

Planst Du gerne Reisen mit Hilfe schöner Fotos? Das weckt die Vorfreude und regt die Phantasie an. Mir geht es gerade so bei der Planung meiner nächsten Tour in die Serra da Estrela. Neben mir liegt der neue Kalender „Serra da Estrela – Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben 2021“. Die Region im Zentrum Portugals zieht mich wieder an im Frühjahr. Er ist ab sofort online bestellbar, um einem geliebten Menschen eine Freude zu bereiten, einem Portugal-Fan oder Deinem Kunden als Give-away während einer Beratung im Büro oder auf einer Messe. Neuer Kalender: Hohe Berge Portugals.


ISBN/EAN: 4064076392984

Alleine das Titelbild reicht aus, um Sehnsucht zu wecken: Ein riesiger Felsbrocken liegt auf der fast 2000 Meter hohen Hochebene. An drei Seiten hat ihn die letzte Eiszeit rund geschliffen. An der vierten Seite ist er glatt, als hätte ihn ein Steinriese mit einer Axt durchtrennt. Wo befindet sich nur die zweite Hälfte? Die Hochebene von Penhas Douradas ist leicht überschaubar. Es liegen viele weitere imponierende Felsen auf ihr. aber nicht die zweite Hälfte.

Im Januar-Foto türmen sich gleich mehrere runde Felsen zu einem Hügel aufeinander. Sie weisen nicht die faszinierenden unterschiedlichen grauen Farben ihres Verwandten auf, sondern sind mit Moosen und Flechten bewachsen. Am unteren Rand erheben sich niedrige Sträucher.

Lasse Dich davon überraschen, welche Bilder bis zum Monat Dezember folgen. Da die Serra da Estrela vielfältig ist und nicht nur ein karges trockenes Gebirge, kannst Du Dich darauf freuen, Monat für Monat umzublättern. Deine Reise beginnt mit dem Kauf des Kalenders „Serra da Estrela – Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben 2021“. Ich habe ihn gemeinsam mit dem Calvendo-Verlag produziert.

Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Eines einer Katzen schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galicien und in Portugal radelte. Eine junge Katze besuchte mich im Parque Arribes del Duero, einer sehr schönen Landschaft in Kastilien-León. Sie war neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt arbeite ich seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung durch Nord- und Zentralportugal sowie Galicien auf. Davon reiche ich heute einen kleinen Hund nach. Ein Teil der Radwanderung führte mich mal wieder durchs portugiesische Hochgebirge: in die Serra da Estrela. Wie es mir dort erging, kannst Du hier in lose aufeinanderfolgenden Beiträgen nachlesen. In dem gerade verlinkten Beitrag folgte ich in Belmonte, einer hübschen Kleinstadt am Fuße des Gebirges, den Spuren von Pedro Álvares Cabral. Der Adelige wuchs dort auf und entdeckte Brasilien.

Dort traf ich den Hund. Er war nicht bissig. Wie auch – mit der Kette am Hals. In Portugal und Spanien bin ich noch nie von einem Hund gebissen worden. Die meisten größeren Tiere wie Schäferhunde laufen wohl parallel mit mir mit. Sie bleiben aber auf ihrem Terrain. Denn sie sind gut erzogen, sollen nur Menschen mit ihrem Gebell vom Betreten der Grundstücke abhalten.

Eine Ausnahme bilden kleinere Hunde, die in den Dörfern frei herumlaufen. Sie stellen sich frontal vor mir auf, bellen wie verrückt, weichen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Radler braucht man sich also auf der Iberischen Halbinsel nicht davor zu sorgen, das Hunde einen beißen. Meine Reifen sind auch immer heil geblieben.

Dieses Tier lebt wie so viele andere auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich. Oder leidet er vielleicht etwas unter der schweren Kette? Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Der bekannteste Hund des Gebirges heißt nicht Deutscher Schäferhund, sondern Cão da Serra da Estrela. Auf Wikipedia erfährst Du mehr sein Hundeleben in der Serra da Estrela, weil ich mich nicht näher mit ihm beschäftigt habe. Es handelt sich um einen Hirtenhund. Kein Wunder bei den vielen Schafen und Ziegen, die die Bauern hier halten.

Die Serra da Estrela umspannend

Welch ein prächtiger Baum! Dabei fallen mir zuerst die Worte ein: die Serra da Estrela umspannend. Erst eine halbe Stunde war es her, dass ich das Hotel „Casa das Penhas Douradas“ verlassen hatte. In diesem empfehlenswerten Designhotel in Zentralportugal verbrachte ich die erste Nacht auf meiner Rundreise durch die Serra da Estrela auf fast 2000 Metern Höhe. Penhas Douradas ist mit 1993 Metern Portugals höchster Berg. Schon ab Herbst registriert man diese Höhe. Nebel steigt auf. Der Wind pfeift, obwohl Portugal aus unserer Höhe so weit südlich liegt. Aus der Sicht der Portugiesen liegt das Land aber in Westeuropa, nicht Südeuropa. Die meisten betrachten Algarve nur als Anhang. Im Winter liegt sogar Schnee hier, weshalb die Serra stets von einem Mythos umgeben ist. Auf dem Gipfel leben die Götter, eine antike Vorstellung, der José Sarramago in seinem schönen Buch „Die portugiesische Reise“ nachgeht. Der kargen steinigen Beira hat der Literatur-Nobelpreisträger ein lesenswertes Kapitel gewidmet.

Ausstellung über Flora und Fauna

Im CISE in der Kleinstadt Seia gibt es eine schöne Dauerausstellung, die auf Flora und Fauna des Gebirges eingeht. Zum Nachlesen findest Du ein Kapitel darüber in meinem Rad- und Kulturreiseführer „Serra da Estrela“. Einzelne Alltagserlebnisse, die auch nicht alle im Buch Platz gefunden haben, hielt ich im Tagebuchstil fest. Die Berichte kannst Du hier in loser Folge nachlesen.

Zum Glück startete ich meine zweiwöchige Rundtour im Mai, so dass mich die ganze Zeit nur die Sonne küsste und die Tour ohne Hindernisse zu bestreiten war. Ein zweites Mal war ich danach im November und Dezember unterwegs, hatte ebenfalls Glück, da nur selten Regen fiel. Für die Einheimischen ist dies natürlich eine Belastung.

Beeindruckende Farben und Formen

Auf meiner Expedition durch die Serra da Estrela beeindruckten mich riesige, durch die letzte Eiszeit, abgerundete Felsen. Ebenso verlockte der leuchtende Ginster, der oft auf abgeholzten oder verbrannten Flächen wächst, zu Fotos. Und eben dieser prächtige Baum: den Himmel umspannend. Ich fand ihn bei der Abfahrt in die Täler der Serra da Estrela am Straßenrand. Im Schatten ruht es sich gut bei der Wärme des Tages. Auf dem Foto ist im Hintergrund die Höhe der Berge noch ganz gut zu erkennen. Die landschaftlich schönsten Bilder hielten der Calvendo-Verlag und ich im Kalender „Serra da Estrela“ fest. Diesen kannst Du schon fürs kommende Jahr bestellen, wenn Du Dir oder einem geliebten Menschen eine Freude machen willst.

Tipp: Du findest nicht nur im Reiseführer „Serra da Estrela Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben“ gute Tipps. Auch meine Journalistenkollegin Flora Jädicke hat einen schönen Text über die Gegend geschrieben. Du findest ihn hier. Und wer nach dem Hinweis zum Designhotel Interesse an Themen wie Wohnen & Einrichten hat, hat in meiner Journalistenkollegin Evelyn Steinbach eine gute Adresse. Viel Spaß beim Surfen!

Fortsetzung https://durchstreifen-erleben.com/2019/06/20/baden-in-der-serra-da-estrela-i/folgt.

Baden in der Serra da Estrela II

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Dort soll es guten Käse, Schinken und Liköre geben. Das alles kann man wie die Schafhirten als Proviant mitnehmen zum Baden in der Serra da Estrela.

Ribeira de Fervença

Diese Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Rio Côa

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon seit mindestens 25.000 Jahren menschliches Leben ab. Ich habe dort berühmte Felsritzungen besichtigt. Diese hinterließen Menschen der Steinzeit über eine Strecke von vielen Kilometer. Vermutlich diente das als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen.

Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt bei aller Wildheit des Flusses den Flussstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Fluss-Stränden Portugals.

Badeplatz von Quadrazais

Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Flussstrand von Devesa

Die Redaktion empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Strand von Paul

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Fortsetzung folgt.

Baden in der Serra da Estrela I

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Rio Mondego

Der längste Fluss zum Baden in der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Lapa dos Dinheiros

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Auch Wasserfälle und Seen gibt es

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flußstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du hier im zweiten Teil.

Fortsetzung folgt.

Neues revolutionäres Drama: Serra da Estrela

Ein neues revolutionäres Drama „Schäferliche Tragikomödie der Serra da Estrela“ gibt es ab jetzt im Buchhandel! Das Renaissance-Stück habe ich aus dem Portugiesischen übersetzt. Es ist eines der schönsten Stücke Gil Vicentes, des Begründers des portugiesischen Theaters. Der wohl am königlichen Hof arbeitende Poet gilt mit dem Drama „Das Höllenschiff“ als Dichter der Weltliteratur.

Ist es Vicente, der in der „Schäferlichen Tragikomödie über die Serra da Estrela“ „Tragicomédia pastoril da Serra da Estrela“) eine Aura heiliger Berge aufbaut? Sein Drama dürfte das älteste aller über Gebirge erschienenen Werke sein. Es erscheint 1527, gut 35 Jahre, nachdem Amerika entdeckt wurde. Portugal hat schon gemeinsam mit Spanien im Vertrag von Tordesillas die Welt in zwei Machtsphären geteilt. Es besitzt Brasilien und Stützpunkte im Orient, wo es mit Arabern handelt.

Das Drama ist einem neuen Königspaar und einer Prinzessin gewidmet. Mit der Prinzessin sind Hoffnungen verbunden. Diese drückt das in der Tracht einer Schäferin auftretende Gebirge aus: Es wird als neuer Stern betrachtet. Die Estrela und die in ihr lebenden Hirten huldigen den Regenten mit Produkten des Gebirges: mit feinem Käse und guter Milch. Sie wollen zudem Adlerfedern, Felle, Schafe, Lämmer, Kühe und Gold mitbringen.

Gil Vicente verfasste ein frühes Stände-Drama. Die Menschen vertreten Gedanken der Aufklärung. Sie sprechen schon wie in der Epoche der Empfindsamkeit. Weit vor Shakespeare, Lessing und Goethe! Denn der Mensch tritt in der Epoche der Renaissance ins Zentrum des Interesses. Gefühle sind erlaubt. Aber Standesgrenzen gelten strikt.

Bist Du Regisseur im Theater? Oder für Fernsehfilme? Oder Hörspielmacher? Dann greife zu, Bestelle ein neues revolutionäres Drama: Serra da Estrela. Online oder im Buchhandel.

Weitere Infos über Portugal findest Du hier.

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

Heraus in die Natur an die frische Luft

Wohin fährst Du am liebsten, wenn Du Dich auf das Rad schwingst? Wenn Du nach dem Tag im Hörsaal oder im Büro frische Luft und Bewegung brauchst? Oder wenn Du mal mehrere Tage am Stück an der frischen Luft und in der freien Natur unterwegs sein möchtest?

Als Naherholungsgebiete locken mich die Eifel rund um Bonn oder die Baumberge in der Nähe von Münster. Dort genieße ich die Möglichkeit, auf „Berge“ zu kraxeln und von ihnen herunterzusausen, schöne Ausblicke zu genießen wie auf den Kölner oder den Billerbecker Dom.

Geht es in die Ferne, gefallen mir besonders die Küstenwanderwege in Nordnorwegen und im spanischen Galizien. Denn selten kommt man innerhalb Europas so nahe ans (unverbaute) Wasser wie auf dem Lofot oder auf die Insel Senja oder die Strecke entlang der Costa da Morte. Sogar manche Herberge liegt dort so schön und auch noch einsam, dass ich das Meer im Zelt oder vom Zimmer aus hören kann. Dass ich dort nachts in einen tiefen erholsamen Schlaf falle, ist selbstverständlich.

Will ich Berge sehen, erfreue ich mich besonders an den Pässen zwischen Mo i Rana und Vilhelmina im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen, weil ich mich dort wie ein Goldsucher fühlen darf in rauer Landschaft. Klare Flüsse rauschen an mir vorbei, während ich vor dem Zelt am Lagerfeuer sitze und mir etwas brutzele. Das Feuer verscheucht auch die meisten Mücken.

Oder aber ich suche wieder Galizien auf und besuche die Provinz A Coruña. Nicht weit entfernt davon liegt auch die Serra da Estrela. Aber trotzdem gibt es dort massive Unterschiede. In Galizien gibt es viel mehr Schluchten und Wege zum Kraxeln, während die Estrela in weiten Teilen eher eine Hochebene ist, durch die man das portugiesische Hochgebirge relativ leicht mit dem Rad durchstreifen und erleben kann.

Wer so inspiriert auf Tour gehen will, sollte sich auch die Tipps einiger anderer Cracks ansehen, die die Zeitschrift „Geo“ mitsamt gpx-Daten zum Nachfahren zusammengestellt hat.

Touren anderer Cracks

Portugal zum vierten Mal in Folge zu Gast auf der Leipziger Buchmesse

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich portugiesische Literatur, besetzt mich geradezu. Mich interessiert, wie Portugals Autoren ihre Berge darstellen. Es gibt tatsächlich Berge innerhalb des schmalen Streifens Land, der gut ein Drittel der Iberischen Halbinsel einnimmt. Sie liegen hauptsächlich im Nordosten des Landes; der höchste Berg heißt Penhas Douradas und ist fast 2000 Meter hoch. Er liegt innerhalb der Serra da Estrela.

Wie besessen habe ich mich durch Werke von José Saramago, Aquilino Ribeiro, Ferreira de Castro, Gil Vicente und auch des in Salamanca aufgewachsenen kanadischen Autors Yann Martel gelesen – kein einziges hat mich enttäuscht.

Denn die Lektüre ergab spannende Ergebnisse rund um den Mythos der portugiesischen Berge. Die Dichter konzentrieren sich dabei nicht nur auf die Serra da Estrela, sondern auch auf andere Gebirgszüge im Zentrum ihres Landes. Ihnen liegt sehr daran, die Gebirgsbewohner nicht als Hinterwäldler erscheinen zu lassen; dieses Bild wird hier und dort durchaus verwendet, da man in solchen Regionen noch heute viel Armut antrifft. Doch beim Lesen wird einem deutlich, dass das Leben dieser Menschen vom kargen Land bestimmt wird, sie dennoch in der Lage sind, ihr Leben so zu organisieren, dass sie für ihr eigenes Brot sorgen können.

Portugal ist ein Leseland und kulturell sehr interessiert. Wenn ich mir nicht nur deren hochwertige Literatur anschaue, sondern auch die Vielzahl liebevoll gemachter Webseiten der Medien rund um Kultur anschaue, kann ich etwas ernüchtert nur feststellen, wie geistig verarmt unsere Medien mittlerweile sind. Die Seiten in Deutschland sind oft lieblos heruntergehauen; eingekauft werden von vielen Medien Artikel von der Stange, in denen der Mut zur eigenen Meinung fehlt, keine eigene Perspektive aufgebaut wird.

Kultur lasse sich nicht verkaufen, wird dann dagegen argumentiert, bringe keine Quote.

Portugal nimmt jetzt zum vierten Mal in Folge an der Leipziger Buchmesse teil. Der besondere Reiz dieser Messe ist, dass man den guten Autoren der Gastländer während der Lesungen nahe kommen kann, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Diesmal sind Afonso Cruz, Ana Margarida de Carvalho, Joana Bértholo e Valério Romão und auch der Ex-Kulturminister Luís Filipe Castro Mendes zu Gast. Vorgestellt wird auch Literatur der ehemaligen Kolonie Angola.

Wir können froh sein, dass wir die Messen in Leipzig und Frankfurt noch haben, es dort Lesungen gibt, in denen Leser ihren Lieblingsautoren noch begegnen können oder jemandem, der noch der Liebling werden kann.

Die Messe beginnt am 20. März.

Portugal zu Gast in Leipzig