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Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Ein Katzenbild schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galizien radelte. Eine junge Katze besuchte mich, neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt reiche ich einen kleinen Hund nach, den ich beim Radeln durchs portugiesische Hochgebirge traf.

Ich arbeite seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung auf. Das Tier lebt auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich sofort. Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Picknick an den besten Badeplätzen

Im Korb liegen das Brot von Sabugeiro und der Käse der Serra da Estrela

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere es, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Und dort soll es auch guten Käse, Schinken und Liköre geben, den man nach dem Besuch des Badeplatzes an der Ribeira de Fervença aufsuchen kann. Die Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir bereits viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Wasserfall Loriga in der Serra da Estrela

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon mindestens 25.000 menschliches Leben ab. Ich habe dort die berühmten Felsritzungen besichtigt, die Steinzeitmenschen über Kilometer hinterlassen haben, vermutlich als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen. Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt sogar bei aller Wildheit des Flusses den Flusstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Flussstränden Portugals. Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Quinta da Taberna bei Guarda

Die Redaktion empfiehlt ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Erfrischende Flussstrände in der Hitze des Hochsommers

Saubere und kristallklare Badeplätze in den hohen Bergen Portugals

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt sehr viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Der längste Fluss der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.



Rio Zêzere bei Vide in der Serra da Estrela

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flussstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Der Fluss Unhais

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du morgen. Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Revolutionäres Drama erstmals fürs deutsche Theater übersetzt

Gil Vicentes Drama “Schäferliche Tragikomödie über die Serra da Estrela” von 1527 ab jetzt im Buchhandel

Ab sofort im Buchhandel! Von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Eines der schönsten Stücke des Gründers der portugiesischen Theaters: Gil Vicente. Absolut lesenswert und für jede Theaterbühne zu empfehlen!

Ist es Gil Vicente, der in der „Schäferlichen Tragikomödie über die Serra da Estrella“ eine Aura heiliger Berge aufbaut? Sein Drama dürfte das älteste aller jemals über das Gebirge erschienenen Werke sein. Es erscheint im Jahre 1527, gut 35 Jahre nach der Entdeckung Amerikas, die mit dem Anbruch der Moderne gleichgesetzt wird. Portugal selbst hat mit Spanien gerade die Welt in zwei Machtsphären geteilt, besitzt Brasilien als Kolonie und Stützpunkte für den Handel mit Arabern im Orient.

Das Drama ist einem neuen Königspaar und einer neugeborenen Prinzessin gewidmet, mit der viele Hoffnungen verbunden sind. Diese drückt das als Mensch in der Tracht einer Schäferin auftretende Gebirge gemeinsam mit den Hirten aus. Sie wird als neuer Stern von Coimbra betrachtet, dem die Hirten gemeinsam mit der Serra folgen sollen. Sie huldigen den Regenten mit dem besten, was das Gebirge zu bieten hat: mit feinem Käse, guter Milch, weichen Adlerfedern, kostbaren Hermelinfelle, Merinoschafen, Lämmern, Kühen und sogar mit Gold.

Gil Vicente, Begründer des portugiesischen Theaters, verfasste ein Ständedrama. Die Menschen vertreten schon 1527 Gedanken der Aufklärung, sprechen schon wie in der Epoche der Empfindsamkeit. Der Mensch tritt in der Epoche der Renaisance in den Mittelpunkt des Interesses.

Revolutionär auf jeder Bühne! Bist Du Regisseur oder Filmemacher? Dann greife sofort zu.

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

Heraus in die Natur an die frische Luft

Wohin fährst Du am liebsten, wenn Du Dich auf das Rad schwingst? Wenn Du nach dem Tag im Hörsaal oder im Büro frische Luft und Bewegung brauchst? Oder wenn Du mal mehrere Tage am Stück an der frischen Luft und in der freien Natur unterwegs sein möchtest?

Als Naherholungsgebiete locken mich die Eifel rund um Bonn oder die Baumberge in der Nähe von Münster. Dort genieße ich die Möglichkeit, auf “Berge” zu kraxeln und von ihnen herunterzusausen, schöne Ausblicke zu genießen wie auf den Kölner oder den Billerbecker Dom.

Geht es in die Ferne, gefallen mir besonders die Küstenwanderwege in Nordnorwegen und im spanischen Galizien. Denn selten kommt man innerhalb Europas so nahe ans (unverbaute) Wasser wie auf dem Lofot oder auf die Insel Senja oder die Strecke entlang der Costa da Morte. Sogar manche Herberge liegt dort so schön und auch noch einsam, dass ich das Meer im Zelt oder vom Zimmer aus hören kann. Dass ich dort nachts in einen tiefen erholsamen Schlaf falle, ist selbstverständlich.

Will ich Berge sehen, erfreue ich mich besonders an den Pässen zwischen Mo i Rana und Vilhelmina im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen, weil ich mich dort wie ein Goldsucher fühlen darf in rauer Landschaft. Klare Flüsse rauschen an mir vorbei, während ich vor dem Zelt am Lagerfeuer sitze und mir etwas brutzele. Das Feuer verscheucht auch die meisten Mücken.

Oder aber ich suche wieder Galizien auf und besuche die Provinz A Coruña. Nicht weit entfernt davon liegt auch die Serra da Estrela. Aber trotzdem gibt es dort massive Unterschiede. In Galizien gibt es viel mehr Schluchten und Wege zum Kraxeln, während die Estrela in weiten Teilen eher eine Hochebene ist, durch die man das portugiesische Hochgebirge relativ leicht mit dem Rad durchstreifen und erleben kann.

Wer so inspiriert auf Tour gehen will, sollte sich auch die Tipps einiger anderer Cracks ansehen, die die Zeitschrift “Geo” mitsamt gpx-Daten zum Nachfahren zusammengestellt hat.

Touren anderer Cracks

Portugal zum vierten Mal in Folge zu Gast auf der Leipziger Buchmesse

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich portugiesische Literatur, besetzt mich geradezu. Mich interessiert, wie Portugals Autoren ihre Berge darstellen. Es gibt tatsächlich Berge innerhalb des schmalen Streifens Land, der gut ein Drittel der Iberischen Halbinsel einnimmt. Sie liegen hauptsächlich im Nordosten des Landes; der höchste Berg heißt Penhas Douradas und ist fast 2000 Meter hoch. Er liegt innerhalb der Serra da Estrela.

Wie besessen habe ich mich durch Werke von José Saramago, Aquilino Ribeiro, Ferreira de Castro, Gil Vicente und auch des in Salamanca aufgewachsenen kanadischen Autors Yann Martel gelesen – kein einziges hat mich enttäuscht.

Denn die Lektüre ergab spannende Ergebnisse rund um den Mythos der portugiesischen Berge. Die Dichter konzentrieren sich dabei nicht nur auf die Serra da Estrela, sondern auch auf andere Gebirgszüge im Zentrum ihres Landes. Ihnen liegt sehr daran, die Gebirgsbewohner nicht als Hinterwäldler erscheinen zu lassen; dieses Bild wird hier und dort durchaus verwendet, da man in solchen Regionen noch heute viel Armut antrifft. Doch beim Lesen wird einem deutlich, dass das Leben dieser Menschen vom kargen Land bestimmt wird, sie dennoch in der Lage sind, ihr Leben so zu organisieren, dass sie für ihr eigenes Brot sorgen können.

Portugal ist ein Leseland und kulturell sehr interessiert. Wenn ich mir nicht nur deren hochwertige Literatur anschaue, sondern auch die Vielzahl liebevoll gemachter Webseiten der Medien rund um Kultur anschaue, kann ich etwas ernüchtert nur feststellen, wie geistig verarmt unsere Medien mittlerweile sind. Die Seiten in Deutschland sind oft lieblos heruntergehauen; eingekauft werden von vielen Medien Artikel von der Stange, in denen der Mut zur eigenen Meinung fehlt, keine eigene Perspektive aufgebaut wird.

Kultur lasse sich nicht verkaufen, wird dann dagegen argumentiert, bringe keine Quote.

Portugal nimmt jetzt zum vierten Mal in Folge an der Leipziger Buchmesse teil. Der besondere Reiz dieser Messe ist, dass man den guten Autoren der Gastländer während der Lesungen nahe kommen kann, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Diesmal sind Afonso Cruz, Ana Margarida de Carvalho, Joana Bértholo e Valério Romão und auch der Ex-Kulturminister Luís Filipe Castro Mendes zu Gast. Vorgestellt wird auch Literatur der ehemaligen Kolonie Angola.

Wir können froh sein, dass wir die Messen in Leipzig und Frankfurt noch haben, es dort Lesungen gibt, in denen Leser ihren Lieblingsautoren noch begegnen können oder jemandem, der noch der Liebling werden kann.

Die Messe beginnt am 20. März.

Portugal zu Gast in Leipzig

Neues Leben in den hohen Bergen Portugals

Es kann schon ernüchternd sein, wenn man ins Land seiner Eltern zurückkehrt und dort gar nicht so willkommen ist, wie man es erwartet hat. Diese Erfahrung macht derzeit ein junger Weinbauer, der in Paris aufgewachsen, kürzlich aber in das kleine Dorf seiner Eltern in den hohen Bergen Portugals gezogen ist.

Oder sich die Landschaft so stark verändert hat, dass man sich an ein anderes Leben gewöhnen muss. In der im Frühjahr idyllischen Serra da Estrela treffe ich immer wieder auf Menschen, die Jahrzehnte in Frankreich gearbeitet haben. Sie waren ausgewandert, weil die Textilindustrie zusammengebrochen war. Wer durch die Gegend um die Distrikthauptstadt Guarda findet hier und dort aufgelasssene Textilfabriken. Dabei ist die Wolle dieser Gegend Spitzenklasse.

Als ich beim Radeln eine Pause auf der Terrasse eines Cafés im Dorf Trinta einlege, komme ich mit Rentnern ins Gespräch. Sie sind aus Paris zurückgekehrt. Der ältere Herr träumt davon, wieder wie früher auf die Jagd zu gehen. “Doch es gibt nur noch Kaninchen”, klagt er. Es lohnt sich also nicht mehr. Aber vielleicht findet er jetzt seine Lebensaufgabe darin, das Revier zu hegen und zu pflegen. Denn das ist Hauptaufgabe eines Jägers.

Außer Trinta habe ich auf meiner Radreise durch die Serra da Estrela viele andere spannende Orte besucht. Ich stelle diese in meinem bald erscheinenden Kulturreiseführer vor.

Der Deutschlandfunk hat den jungen Winzer besucht und einen interessanten Beitrag verfasst:

Rückkehr in die hohen Berge

Portugal wirbt um 2,3 Millionen Rückkehrer

Im Ausland lebende Portugiesen will die Regierung zurücklocken – bei gut 2,3 Millionen ist das natürlich ein großes Potential. Sie sollen bei der Modernisierung des Landes anpacken und den Bevölkerungsschwund stoppen.

Bei meinen Reisen treffe ich vor allem in den kleinen Städten und Dörfern Rückkehrer aus dem Ausland an.

Die spektakulärste Begegnung ergab sich in Almeida in Zentralportugal. Nachdem ich mir die alte Festungsstadt angesehen hatte, an der sich Napoleon bei seinen Europa unterjochenden Kriegszügen eine Zeitlang beinahe die Zähne ausgebrochen hätte, radelte ich durch die Neustadt. Der Wind wirbelte Sand auf, der zwischen sicher 20 Wellblechhütten angehäuft war. Er bewegte auch eine Tür dazu, sich quietschend hin und her zu bewegen. “Diese wie in einem Westernfilm aussehende Siedlung muss ich mir ansehen”, dachte ich mir und radelte langsam zwischen den Häusern entlang. An den Fassaden platzte Metall ab, Rost war sichtbar, manche waren verlassen. Schuhe, Schutt und einen Kühlschrank enthielt eines der verlassenen Gebäude.

Aber vor einigen Häusern gab es auch kleine Vorgärten. Eine Frau kam heraus und goss ihre Blumen. Eine gute Möglichkeit, hier mal mit jemandem zu sprechen, der mir etwas über diese merkwürdige Siedlung erzählen konnte. Die gut 50 Jahre alte Frau arbeitet als Köchin in einem Restaurant in einem Nachbarort. Ich darf auch einen Blick von der Haustür ins das Haus werfen, das sorgsam eingerichtet ist. Zu sehen sind Bilder ihrer Familie im Wohnzimmer, Flaschen mit Wein und Öl in der Küche – überhaupt nicht elend. In der Zwischenzeit sammeln sich vor der Tür Frauen und beginnen munter, sich miteinander zu unterhalten. Meine neue Bekannte schließt sich an und so beschließe ich, nach Castelo Rodrigo zurückzukehren. Im Gegensatz zum auf einer Hochebene liegenden Almeida liegt Castelo Rodrigo hoch auf einem steil ansteigenden Berg. Ich frage meine Gastgeberin, ob sie die Wellblechsiedlung kenne. Natürlich! Dort lebten Rückkehrer aus Brasilien. Die Häuser habe damals ein Unternehmen aus der DDR errichtet.

Einen kurzen Film über die Gegend habe ich auf meinem YouTube-Kanal laufen. Er dokumentiert meine Reise durch die Serra da Estrela, über die ich demnächst einen Kulturreiseführer herausgegebe.

Durchstreifen & Erleben auf YouTube

Wer sich für das Rückkehrprogramm interessiert, sollte hier nachschauen.

Portugal wirbt um Rückkehrer

Märchendichter Hans Christian Andersen reist als Tourist nach Andalusien

Es ist immer wieder interessant, welche Persönlichkeiten durch die Welt reisen. Gerade las ich im Reiseteil der “Berlingske”, eine der größten Zeitungen Dänemarks, von

statuen af H.C.Andersen på Plaza la Marina. Han besøgte Malaga i 1862 og hans rejsebeskrivelse »I Spanien« er fremragende og tegner et ekstraordinært positivt portræt af spanierne i Andalusien, som stadig holder vand.

Erstens wusste ich nicht, dass Andersen in Spanien gewesen war und auch in Portugal. Zweitens hat er sogar ein Buch über seine Zeit in Südeuropa geschrieben. Bekannt ist er zum Beispiel durch das Märchen “Das hässliche Entlein”.

Das Werk habe ich natürlich gerade bestellt, liefern solche Bücher doch oft hochinteressante Einblicke in die Zeit von 1862. Sehr gute Autoren wie der berühmte Märchendichter Andersen haben oft einen scharfen Blick auf die jeweilige Gesellschaft des Landes und finden die passenden Bilder dafür.

Ich grase oft Antiquariate und Flohmärkte nach guter Literatur ab, weil ich in ihr verblüffend oft Zugänge zu mir neuen Phänomenen finde. In Portugal traf ich zum Beispiel auf eine besondere Art der Religiosität, die ich noch nie in einem anderen Land antraf. Ich gehe auf diese in meinem Kulturreiseführer über die hohen Berge Portugals ein, der im Frühjahr erscheint. Ich bin mehrere Wochen durch die Serra da Estrela geradelt.

Oder aber in Spanien trifft man oft noch auf den Machismo, für den es natürlich auch Erklärungen gibt. Der bekannte Journalist Friedrich Sieburg sieht in seinem Werk über den neuen Staat Portugal, er traf mehrfach Salazar, eine der Wurzeln dafür im arabischen Erbe.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, was Andersen über die Zustände in den damaligen Königreichen Spanien und Portugal schreibt.

Reise nach Málaga

One apple a day …

One apple a day, keeps the doctor away. Wer kennt diesen Spruch nicht. Doch dieser treffe nicht auf die hochgezüchteten Äpfel zu, die wir oft im Discounter angeboten bekommen, meinen Forscher.

Im Gegensatz zu alten Apfelsorten enthielten die hochgezüchteten viele Allergene, da die Polyphenole von Züchtern zurückgezüchtet worden seien. Polyphenole sorgen für bitteren Geschmack, schützen in vielen Früchten wie zum Beispiel auch Oliven vor Schimmelpilzen.

Viele Oliven müssen daher auch erst nach der Ernte intensiv behandelt werden, damit sie gut schmecken. Ich habe das jetzt bei einem Besuch einer Quinta in der Serra da Estrela gelernt, wo ich dem außergewöhnlichen Schauspiel der Olivenernte zuschauen durfte. Junge Leute aus aller Welt lernten in einem Workcamp im portugiesischen Hochgebirge, wie es funktioniert und packten anschließend selbst mit an. Die meisten kommen nicht in den Genuss, sich das anschauen zu können, da die Ernte von November bis Dezember läuft.

Auch bei Erdbeeren steht oft nur das Aroma im Vordergrund, nicht die Gesundheit des Verbrauchers. Das stellte ich selbst bei einem Besuch einer Erdbeerplantage in Huelva/Andalusien fest. Auch dort ging es nur um Geschmack, nicht um Vitamine oder wertvolle Spurenelemente. Dabei ging es bei der Pressereise vordergründig um Öko-Erdbeeren. Der Landwirt war nicht gerade amüsiert, als ich das kritisierte.