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Perfekt getarnt Radpilgern auf dem Jakobsweg

Wer will noch kommen? Dann wirst Du in den nächsten Tagen den zauberhaften Rio Douro kennenlernen. Gut 50 Kilometer radele ich jetzt durch Kastilien-León, dann biege ich Richtung Porto ab.

Der Camino wird trotz Schotters einfacher, denn meistens ist das Gelände flach. Jeder hätte gute Chancen, hier zu überleben. 😊 Denn das Wetter ist kühl, für uns Deutsche Spätsommer. Viel trinken muss ich also nicht.

Mein Rad ist ockerfarben. Das liegt am Staub. So passe ich mich der Umgebung an, perfekte Adaptation. Selbst manche Häuser sehen hier so aus. Sie wurden vor gut 100 Jahren aus Lehm erbaut, enthalten Steinchen. Der untere Rand ist noch gemauert. Holzbalken tragen die Last. Vernünftig restauriert könnten sie sogar eine Touristenattraktion sein entlang der Via de la Plata, der von Sevilla nach Santiago de Compostela führt. Aber die Spanier lassen sie offenbar nach und nach verfallen, obwohl sie gut zur Identifikation mit der Region beitragen

Lagune der Fische Auf 1.800 Metern auf dem Jakobsweg

Heute kam ich unserem Herrn sehr nahe auf einer der Königsetappen, die Kastilien-León zu bieten hat. Auf 17 Kilometern schraubte ich mich herauf auf 1.800 Meter, zweifellos eine der schönsten Strecken, die ich auf dem Jakobsweg erleben durfte.

Sie liegt gut sieben Kilometer von Puente de Sanabria entfernt. Es ist ein Genuss, erst zum größten eiszeitlichen See Spaniens zu radeln, zum Lago de Sanabria, und dann weiter zur Laguna des los Peces.

Daher habe ich auf solchen Strecken nie das Gefühl: Hoffentlich ist es bald vorbei. Genau das Gegenteil. Genieße es! Ich muss nur zusehen, gut zu trinken, zwischendurch einen Apfel zu essen, damit ich immer über Energie verfüge. Der Sattel ist auch entscheidend. Ich fahre mit einem neuen SQL und bin sehr zufrieden.

Ebenso über die verlegenen Blicke der Typen dort oben, vor ihren Mädels, in blütenweißen Blusen, wahrscheinlich auch mit Krawatte und Bügelfalten morgens im Büro sowie ein Ass am Gas.

Aber für diese 17 Kilometer lange Steigung brauchen sie bestimmt einen Defillibrator nach den ersten drei Kilometern. Mein Herz klopft stark, aber nie übermäßig.

PEREGRINO Auf dem Jakobsweg

“Si te gusta la soledad, si quieres ser protagonista de este camino junto a la grandeza del paisaje y frente a dureza de los frios y los soles. Si quieres que los atardeceres te arrastren en sus hondos silencios y que a las mañanas los quiebros de la aurora te agiten el alma … ¡este es tu camino!”

Und irgendwo da draußen stehen die Schuhe, während ich hier vor der Burg in Puente de Sanabria stehe, die auch eine Rolle im berühmten Roman “Don Quijote” spielen soll.

Mich sprach der Text an, weil er von Einsamkeit spricht, von der Härte der Kälte und der Sonne, von weiter Landschaft, von der Stille, der beeindruckenden Stimmung am Morgen. “Dann ist das dein Weg”.

Allariz, schönste Kleinstadt am Jakobsweg

Fast schon kitschig, oder? Eine römische Brücke in Allariz auf dem Jakobsweg. Allariz gilt als eine der schönsten Kleinstädte Galiziens, liegt in der Nähe von Ourense an der spanisch-portugiesischen Grenze. Die Via de la plata führt von Sevilla kommend bis nach Santiago de Compostela.

Feuer und Wasser Auf dem Jakobsweg

Feuer und Wasser habe ich endgültig überwunden. Neulich saß ich noch verzweifelt auf der Thermarestmatte in der Heide, zitterte vor Kälte, weil es in Strömen regnete. Das Wasser floss auf den Schlauch und in den Reifen, während Ihr wahrscheinlich gerade gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher das dritte Pils gezischt habt. Ich musste irgendwie das Loch zukleben. Bei Regen ist das eine Herausforderung, noch dazu mit zitternden Händen. Im zweiten Anlauf gelang es mir. Und es hielt sogar, obwohl direkt daneben ein Altflicken saß. Währenddessen wurde es immer schlammiger auf dem Jakobsweg. Knietiefe Wasserlöcher, feuchter Sand, glitschige Steine – der Pilgerpfad verwandelte sich in einen Morast.

Da ich mit diesem Schlauch wohl keine weiteren Fahrten bestreiten konnte, entschloss ich mich, nach Lalín zurückzuradeln, mein Rad nach 2.000 Kilometern am nächsten Tag zu überholen und doch noch das schöne Marionettenmuseum zu besuchen. Lalín liegt auf dem Jakobsweg und bietet eine neue Herberge zum Übernachten an. Mit einer neuen Kette, Zahnkranz und neuen Brems- und Schaltzügen geht es morgen 300 Kilometer weiter ab Ourense erst einmal Richtung Salamanca. Das Wetter ist wieder sommerlich, wenngleich sich der Nebel erst mittags verzieht.

Heute legte ich einen Ruhetag ein und besuchte nach dem Frühstück eine Therme am Rio Miño. Ourense ist für die Thermen berühmt. Für 7.20 € konnte ich mich dort wunderbar drei Stunden in gut zehn unterschiedlich temperierten Becken entspannen. Die Beine sind aber immer noch angespannt. Vielleicht merke ich morgen mehr nach einem erholsamen Schlaf.

Auf dem Jakobsweg Galizische Landidylle

Eine wunderschöne, aber auch anstrengende Etappe liegt hinter mir von Vilalba nach A Lagoa in der Provinz Lugo. Der Weg ist zum Teil etwas holprig, da Steine im Weg liegen. Bei Steigungen muss ich schon meine Pferdestärken erhöhen, um das gut 35 Kilo schwere Rad auf den nächsten Stein zu bugsieren und dann wieder den nächsten Stein. Stufe für Stufe. Dafür entschädigen aber die Ruhe, wenig bis gar kein Autoverkehr und immer mal wieder netten Gesprächen mit den galizischen Bauern. Diese unterbrechen ihre Arbeit gerne für einen Plausch mit dem vorbeiziehenden Jakobspilger. Der eine zeigte mir seine 18 Hühner, die den Fuchs fürchten müssen, seine drei Schweine und acht Kühe. Der andere, Abél, zeigte mir seinen alten Waschtrog aus Stein, in dem sich vor über hundert Jahren seine Familie wusch.

Auf dem Jakobsweg Premiumradweg entdeckt

Ein echtes Highlight für Jakobspilger ist der Gebirgspass auf 600 Metern von Mondoñedo in Galizien nach Abadin. Einzig ein Café fehlte auf der gut 18 Kilometer langen Strecke. Dafür sind aber viele nette Pilger unterwegs wie meine neuen französischen Freunde Agathe, Melissa, Elias und Florian, mit denen ich gestern noch vor der Kirche von Vilanova gepicknickt hatte.

Auf dem Jakobsweg Dem Himmel wieder nah

Nach den relativ flachen Etappen an der Küste wird es ab heute wieder ernst. Santiago de Compistela in Galizien muss der Jakobspilger sich auf dem Camino del Norte erarbeiten.

Ich fühle mich wie im Schwarzwald; nur ist die Palme am Brunnen fehl am Platz.

Aber das zweite Jerusalem ist auch nur noch 180 Kilometer entfernt. Ribadeo habe ich heute mittag verlassen.

Meine Unterkunft heute in den Bergen: Refugio de peregrino.

Auf dem Jakobsweg Die schönsten Strände des Nordens

Noch ein paar Strände gefällig? Hier nahe Ribadeo an der Grenze von Galizien und Asturien ist das Wasser sogar noch leicht warm. Ich besuchte heute unter anderem die Praia as catedrais, watete mit den Füßen durchs erfrischende Nass, um einen Tunnel zu erkunden und die Kathedralen. Mehr Fotos findet Ihr demnächst in meinem Radwanderführer über den Jakobsweg durch Nordportugal und Galizien.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Jetzt kann ich beruhigt angesichts galizischet Spezialitäten weiterreisen Richtung A Coruña. Mal testen, wie der Queixo Tetilla, sardinillas, mejillones (Muscheln) und calamares schmecken. Besonders interessiert mich der Käse, nicht nur der Form wegen. Ebenso die Muscheln, die ich eigentlich nur noch frisch vom Kutter essen wollte, da sie ihr Aroma schon binnen einer Stunde deutlich verlieren. Die Qualitätskontrolle in einen Hafen schenkte mir kürzlich eine ganze Tüte davon, so dass ich an sich nie mehr auf die Idee käme, irgendwo anders als an der Küste Meeresfrüchte zu kaufen und nur frisch vom Boot. Atemberaubende Landschaft

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Endlich: mein erster galizischer Dolmen. Pedra da Arca liegt sehr freundlich direkt an der Strecke in einem schönen Wald. Endlich mal muss ich nicht fünf Kilometer in eine Art Einbahnstraße fahren, um eine Sehenswürdigkeit zu besichtigen. Damit bin ich zum zweiten Mal heute sehr glücklich. Im nahen Ort Malpica halfen mir sage und schreibe sechs Leute dabei, einen winzigen Dorn zu finden, der mir seit zwei Tagen einen Schleichplatten beschert. Ein Paar parkte vor dem Café, stellte die Warnblinkanlage an. Dort frühstückte ich und suchte zugleich den Dorn. Er legte mir Flickzeug hin, holte einen Eimer mit Wasser und suchte nach weiteren Löchern. Sie sah sich konzentriert den Mantel an und fand auch etwas, was hoffentlich der Dorn war. Ein Mädel vom Nebentisch reichte unaufgefordert eine Pinzette. Die anderen gaben gute Ratschläge. Ein Gast übernahm einen Kaffee und der berühmte Dichter Andrés Mourente Castro stellte sich mir vor. Er habe bereits vier Theaterstücke geschrieben. Das ist jetzt Galizien für mich. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich letzte Nacht mein Zelt zwischen einer Kapelle und dem Friedhof von Mens aufgebaut hatte. Die Toten segneten meine Pilgerreise. Und einen Tag später hält der Schlauch noch immer. Die sich gerade wieder an der Küste fortsetzt.