Straße der Ölsardinen

Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren: Wochen­lang ist der Rei­sen­de schon unter­wegs auf sei­ner Rad­tour durch Nord­por­tu­gal und Gali­ci­en. Er hat sich in der Zeit durch ver­schie­de­ne Restau­rants gefut­tert. Frisch vom Kut­ter kamen frisch gekoch­te Mies­mu­scheln im Hafen von Arou­sa. Die Qua­li­täts­kon­trol­le in einen Hafen schenk­te ihm eine gan­ze Tüte davon. So käme er nie mehr auf die Idee, irgend­wo anders als an der Küs­te Mee­res­früch­te zu kau­fen. Und wenn dann nur frisch vom Boot. Zuerst noch deli­kat, ver­lie­ren sie schon bin­nen einer Stun­de deut­lich an Aro­ma. Aber sie lang­ten bis zum nächs­ten Tag und wur­den auch nicht schlecht. Übel ist dem Rei­sen­den auch nach einem Tag Trans­port ohne Eis nicht geworden.

In den Super­märk­ten ent­lang der Todes­küs­te sah er aber stän­dig Kon­ser­ven mit Mee­res­früch­ten. So reif­te in ihm der Ent­schluss, nach dem Genuss der fri­schen Muscheln die ein­ge­leg­ten gali­ci­schen Pro­duk­te zu tes­ten, ob die­se einem Ver­gleich stand­hal­ten. Des­halb griff er nun auch zu Sar­di­nen, Muscheln und Tin­ten­fisch. Er stell­te sie fein säu­ber­lich auf einen Zaun am Strand. So fällt spä­ter auch leich­ter, sich spä­ter an die Pro­duk­te zu erinnern.

Der Tetilla-Käse ist der Form einer weiblichen Brust nachempfunden

Beson­ders inter­es­siert ihn der Käse “tetil­la”, nicht nur der Form wegen. Er ist der Form einer weib­li­chen Brust nach­emp­fun­den. Statt Fleisch vom Rind oder Schwein isst er gene­rell lie­ber Käse, bevor­zugt bio­lo­gi­schen, da Tie­re dann nicht lei­den müs­sen. Oft kom­bi­niert er ger­ne ver­schie­de­ne Käse, um her­aus­zu­fin­den, ob die Aro­men der jewei­li­gen Regio­nen durch­schla­gen. Kräu­ter von ver­schie­de­nen Wei­den kön­nen den Käse stark beein­flus­sen. Im Rad­rei­se­füh­rer “Ser­ra da Est­re­la” und dem You-Tube-Film “Die Scha­fe sind die Bos­se auf den Wei­den” beschreibt er, wie Bio-Land­wir­te in Gou­veia den aro­ma­ti­schen “Quei­xo da Ser­ra da Est­re­la” produzieren.

Sol­che gas­tro­no­mi­schen Ange­bo­te schme­cken am bes­ten an der fri­schen Luft. Und erst recht, wenn eine atem­be­rau­ben­de Land­schaft hin­zu­kommt, in der man als Rad­rei­sen­der mit Sicher­heit gut unter­wegs ist. Wie sicher Rad­ler sich auf der Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren bewe­gen kön­nen, zeigt der fol­gen­de Bericht auf.

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Finisterre: Himmel auf Erden?

Finis­terre: Him­mel auf Erden? Namen von Orten wie Finis­terre — also Ende der Welt — zie­hen den Rei­sen­den gera­de­zu magisch an. Am Ende der Welt ver­mu­te­ten die Men­schen des Mit­tel­al­ters die größ­te Nähe zu den Inseln der Seli­gen. In einer kel­ti­schen Sage wird erzählt, die Inseln lägen hin­ter dem Hori­zont des Atlan­tiks. Dort such­ten die Pil­ger das Gespräch mit den Toten.

Außer­dem hilft es, auf lan­gen Stre­cken eini­ge Zie­le vor Augen zu haben und sie dann auch ein­zu­hal­ten. Denn sonst fährt man nur durch Land­schaft. Dies kann auf Dau­er ermü­dend sein. In der ers­ten Zeit sei­ner Rad­rei­sen beschränk­ten sich die Tou­ren oft nur dar­auf, Land­schaft wahr­zu­neh­men die Wahr­neh­mung. Doch ab einem bestimm­ten Punkt ist zu erken­nen, dass vie­le Land­schaf­ten ein­an­der ähneln. Das Spe­zi­fi­sche, was Men­schen von Regi­on zu Regi­on anders macht, kommt dabei nicht her­aus. Und da wird es erst span­nend. Auf dem Rad kommt man den Men­schen auch ziem­lich nah. Ein­la­dun­gen kom­men leich­ter zustan­de, als wenn man nur im Auto hockt.

Land­schaft prägt Men­schen. Men­schen prä­gen Land­schaft: Das Kli­ma, der Boden, die Lage an einer Küs­te, an einem Fluss, in den Ber­gen. Das formt. Men­schen bau­en dort Häu­ser, kochen regio­nal­ty­pi­sches Essen, lei­den unter Hit­ze oder erfreu­en sich am mil­den Kli­ma. Bei einer Urlaubs­rei­se mit dem Rad ent­wi­ckelt man ein gutes Gespür für die Land­schaft. Wind und Wet­ter, Stei­gung und Gefäl­le sind unmit­tel­bar zu füh­len. Vor allem am Po.

Doch wie ist es am Ende der Welt? Wie sieht es an der nächs­ten Ecke aus? Geht es dort wei­ter? Eine Sack­gas­se gibt es dort auf der Rad­rei­se durch Gali­ci­en nicht. Denn der Camin­ho de Sant­ia­go endet nicht dort. Der Rei­sen­de setzt von dort aus sei­nen indi­vi­du­el­len Pil­ger­weg fort. Denn Sant­ia­go de Com­pos­te­la hat er in die­sem Jahr noch nicht erreicht. Von hier aus geht die Tour wei­ter in den Nor­den nach A Coru­ña. Er ist noch lan­ge nicht erschöpft, obwohl vie­le har­te Ber­ge hin­ter ihm liegen.

Himmel auf Erden?

Selbst der ent­täu­schen­de Anblick der Klein­stadt Finis­terre — auf Gali­zisch Fis­ter­ra — kann ihn nicht davon abhal­ten. Denn eine schö­ne Stadt ist sie nicht. Die Archi­tek­tur liegt wei­ter unter dem, was sonst eine spa­ni­sche Stadt zu bie­ten hat. Es ist vor allem ein tou­ris­ti­scher Ort mit Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Zum Glück aber liegt der Ort male­risch am Strand. Und die Stre­cke ent­lang der Küs­te ist reiz­voll. Es rei­hen sich vie­le schö­ne Aus­sichts­punk­te anein­an­der. Und die Men­schen sind sehr leben­dig. Vie­le Fes­ti­vals gab es im August und Sep­tem­ber von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te­ve­dra zu sehen.

Unbe­dingt zu emp­feh­len ist in Finis­terre der Besuch des Leucht­turms. In einem Neben­ge­bäu­de ist ein Hotel mit nur sie­ben Zim­mern zu unter­ge­bracht. Der Rei­sen­de bekam gera­de noch das letz­te Zim­mer, in dem an sich ein Aus­zu­bil­den­der unter­ge­bracht ist. Glück gehabt, um den gan­zen Abend hier voll­auf zu genie­ßen. Von oben schaut man auf Klip­pen im Meer und in die Fer­ne. Dann beginnt das Leucht­feu­er zu glim­men und dann sei­ne Krei­se zu ziehen. 

Es gibt nicht vie­le Orte auf der Welt, wo es der­art stim­mungs­voll ist. Dazu zäh­len für den Rei­sen­den der Leucht­turm Bju­r­ö­klub in Väs­ter­bot­ten und Eck­war­der­hör­ne am Über­gang vom Jade­bu­sen zur Nord­see. Aber Finis­terre, Him­mel auf Erden? Jeder Pil­ger muss das für sich selbst entscheiden.

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Ab Monte do Castelo nach Porto do Son

Ab Mon­te do Cas­te­lo nach Por­to do Son: Nix für Couch-Pota­toes — steil und win­dig. Da war die gest­ri­ge Etap­pe ab Arou­sa deut­lich beque­mer. Aber es ist schön. Ins­ge­samt ist der abwechs­lungs­rei­che Weg 33 Kilo­me­ter lang. Schö­ner als mor­gens an einem lan­gen Sand­strand ohne groß­ar­ti­ge Bebau­ung kann man kaum nach dem Früh­stück star­ten. Direkt hin­ter Xuño geht es den Berg her­auf für Rad­ler, die nicht nur flach am Strand ent­lang fah­ren, Auto­ver­kehr mei­den wol­len. Ganz in der Nähe ver­läuft der 92 Kilo­me­ter lan­ge Pil­ger­werg “Cami­no Finis­terre”.

Kaum oben mit klop­fen­dem Her­zen ange­kom­men, hört der Rad­ler: Ich bin nicht der ein­zi­ge, der den beschwer­li­chen Weg erklom­men hat. Hin­ter ihm hört er das Sur­ren einer Gang­schal­tung. Ein ande­rer Moun­tain­bi­ker setzt zum Über­ho­len an. Aber nach einem kur­zen Gespräch geht es zusam­men wei­ter. Der Gali­cier führt den Rei­sen­den eini­ge Kilo­me­ter soweit, dass er mög­lichst auf einer Höhe blei­ben, um die Berg­luft zu genie­ßen. Scha­fe lau­fen hier frei her­um wie in Nor­we­gen. Den nor­we­gi­schen Witz, dass die wei­ßen Stei­ne im Tun­nel kei­ne Stei­ne sind, hat er hier noch nicht gehört. Es gibt auch eini­ge klei­ne Höfe ent­lang des Passes.

Fischerfest in Porto do Son schon vorbei

Am Nach­mit­tag ist die Abfahrt nach Por­to do Son erreicht. An Stel­le der Son­ne domi­niert jetzt Nebel die Land­schaft. Unten im Tal läuft eine Par­ty. Musik schallt her­auf. Oder ist es ein Work­out? Denn die Musik erin­nert an die Power­fit­ness des Hoch­schul­sports Müns­ter. Da es erst 18.47 Uhr ist, ist dies eher mög­lich. In Spa­ni­en geht das Nacht­le­ben näm­lich erst ab 22 Uhr los.

Die Musik ent­puppt sich bei der Ankunft als Fischer­fest in Por­to do Son. Mor­gen isst der Rei­sen­de mit ihnen Sar­di­nen. Doch als er am nächs­ten Tag vor­mit­tags am Hafen ein­trifft, sieht er nur noch Grä­ten. Das Fest ist bereits been­det. Viel­leicht haben ande­re Urlau­ber im Sep­tem­ber mehr Glück mit einem Fischer­fest 2021. Lei­der geht es so schnel­ler als gedacht wei­ter nach Ézo­ra.

Gali­ci­sche Fes­te sind näm­lich lus­tig. Sein ers­tes sah der Rei­sen­de vor eini­gen Jah­ren in Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Dort ver­such­ten sich in Trach­ten geklei­de­te Musi­ker aus ver­schie­de­nen Lan­des­tei­len im Dudel­sack­spie­len gegen­sei­tig zu über­trump­fen. Sant­ia­go ist ohne­hin fei­er­freu­dig. Eine fröh­li­che Stadt! Vom Mon­te do Cas­te­lo nach Por­to do Son — eine emp­feh­lens­wer­te Rou­te für den Urlaub in Galicien.

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Muschelfischer an der Ria de Arousa

Wie gemalt: Abend­stim­mung in Arou­sa. Hier wer­den die berühm­ten Herz­mu­scheln und Mies­mu­scheln ange­baut. Mor­gens um vier ver­las­sen die Fischer den Hafen. Mor­gen besucht der Rei­sen­de Muschel­fi­scher an der Ria de Arou­sa. Das ist das Ziel.

Unwei­ger­lich muss er zuvor an die unsäg­li­che Ver­schmut­zung der Küs­te durch Öl den­ken, die immer wie­der Gali­ci­en heim­sucht. Im Jah­re 2002 sank hier der unter der Flag­ge der Baha­mas fah­ren­de Öltan­ker “Pres­ti­ge”. Er woll­te im Novem­ber 2002 Öl von Lett­land nach Sin­ga­pur brin­gen. Der Kurz­sich­tig­keit der spa­ni­schen Behör­den ist das Desas­ter zu ver­dan­ken, dass die Exis­tenz vie­ler Fischer rui­nier­te. Denn sie lie­ßen den durch einen Sturm leck­ge­schla­ge­nen Tan­ker nicht in einen Hafen fah­ren. Dort hät­te das Öl abge­pumpt wer­den kön­nen. So zer­brach das Schiff und sank in die Tie­fe. 3600 Meter. Tau­sen­de von See­vö­geln und Mee­res­tie­ren star­ben der Ölpest wegen.

Wie geht es heute den Fischern?

Daher woll­te der Rei­sen­de im Inter­view erfah­ren, wie es den Fischern heu­te geht. Unter der Ver­schmut­zung lei­det heu­te zum Glück nie­mand mehr, ver­si­cher­ten ihm Mit­ar­bei­ter der Qua­li­täts­kon­trol­le im Hafen. Sie wie­gen und kochen die “Ern­te” von den vor der Küs­te lie­gen­den Muschel­bän­ken. Anschlie­ßend pro­bie­ren sie auch, wie sie schme­cken. Die Qua­li­tät ist nicht immer gleich. Sie hängt stark von den Nie­der­schlä­gen ab, die aus den Ber­gen über die Flüs­se in die Buch­ten gelan­gen. Daher ist das Was­ser in Nord­spa­ni­en oft ziem­lich kalt. So kalt, dass der Rei­sen­de es ein­fa­cher fin­det, kurz ins Polar­meer zu stei­gen als hier in den Atlan­tik. In Nord­nor­we­gen ist der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen Luft und Was­ser nicht so groß wie hier. Aber je käl­ter das Was­ser, des­to bes­ser fürs Wachs­tum der Muscheln.

Es war schön, zu beob­ach­ten, wel­ches Feu­er in den Augen der Fischer glimmt, sobald ihre Ern­te auf der Waa­ge lan­det. Je mehr Mus­kel­fleisch vor­han­den ist, des­to bes­ser für den Preis. Ist wenig Regen in den Vor­wo­chen gefal­len, fal­len die Muscheln klei­ner aus. Zum Abschied schen­ken die Mit­ar­bei­ter dem Rei­sen­den einen Beu­tel mit frisch gekoch­ten Mies­mu­scheln. Der reicht für zwei Tage. Und er fängt auch nicht an zu gam­meln. In der Qua­li­tät sind weder Muscheln in der Dose noch in den Restau­rants zu fin­den. Trotz mehr­fach fol­gen­der Ver­su­che ent­lang der Stre­cke bis nach Ribadeo.

Dann geht die Rad­rei­se durch Gali­ci­en wei­ter. Das berühm­te Cas­tro de Baro­ña war­tet schon. Dies ist der nächs­te Höhe­punkt nach dem Besuch der Muschel­fi­scher an der Ria de Arousa.

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Pilgerweg von Combarro nach Arousa

Pil­ger­weg von Com­bar­ro nach Arou­sa: Auf das Ende der Welt — Finis­terre — bewegt der Rei­sen­de sich jetzt zu auf der Pil­ger­rei­se. Da alle Wege nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la füh­ren, radelt er seit einem Tag auf dem Küs­ten­weg ab Pon­te­ve­dra. Die Stre­cke ist leicht zu bewäl­ti­gen. Nur beim Ver­such, sie zu que­ren, ist mit etwas War­te­zeit zu rech­nen. Bis­her gibt es vie­le Sied­lun­gen. Weni­ger schön. Es gibt aber einen Sei­ten­strei­fen an der Fahrbahn.

Ganz so ein­sam ist es hier nicht zwi­schen Com­bar­ro, A Gran­xa und Arou­sa. Die Feri­en­sai­son an belieb­ten Plät­zen an der Ria de Arou­sa oder an der Ria de Vigo endet erst Mit­te Sep­tem­ber. Bis dahin muss der Pil­ger die Küs­ten­stra­ße mit vie­len Auto- und Motor­rad­fah­rern tei­len. Es scheint wenigs­tens so, dass die­se an Rad­fah­rer gewöhnt sind. Schnell fah­ren die wenigs­ten. Denn vie­le Renn­rad­fah­rer sind an der West­küs­te Gali­ci­ens unterwegs.

Sanxenxo touristisch überfüllt

Ein Ein­woh­ner im über­füll­ten Tou­ris­ten­ort San­xenxo erzähl­te, es hät­ten sich im ver­gan­ge­nen Jahr zwei Unfäl­le ereig­net. Daher füh­ren vie­le Auto­fah­rer jetzt vor­sich­tig. San­xenxo ist wirk­lich abschre­ckend. Der Ort ist über­baut mit Hotels und Restau­rants, ähn­lich ent­täu­schend wie Juels­min­de auf Jüt­land oder Le Trou du Dia­ble in der Ven­dée. Da Mas­sen­tou­ris­mus an die­sen Orten abge­fer­tigt wird, ist das Ver­kehrs­auf­kom­men hoch. Die Stra­ßen wer­den brei­ter, die Park­plät­ze grö­ßer, die Bebau­ung ver­mehrt. Also bit­te Rückbau!

Ab Arou­sa wird es bes­ser, wo es eine gute Pil­ger­her­ber­ge gibt. Pil­ge­rin Alex­an­dra war­tet schon. Sie ver­brach­te eini­ge Tage mit einer Freun­din auf einem Fes­ti­val in Vigo. Nahe bei Arou­sa steigt sie wie­der in den por­tu­gie­si­schen Jakobs­weg ein. Für sie ist Sant­ia­go mit gut 60 Kilo­me­tern nicht mehr weit. Aber erst­mal besu­chen die bei­den Pil­ger mor­gen Muschel­fi­scher im Hafen. Dann heißt es Abschied von­ein­an­der neh­men am Pil­ger­weg von Com­bar­ro nach Arousa.

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Kunst in Pontevedra und Münster vereint

Kunst in Pon­te­ve­dra und Müns­ter ver­eint: Stein­bän­ke mit Apho­ris­men fin­den sich in einem Skulp­tu­ren­park auf einer Halb­in­sel am Fluss Lérez. Zum Bei­spiel steht dort: “Emo­tio­na­le Reak­tio­nen sind genau­so wert­voll wie intel­lek­tu­el­le”. Oder: “Du kannst nicht erwar­ten, dass das Volk etwas ist, was es nicht ist”.

Sol­che geist­vol­len Sprü­che kennt der Rei­sen­de doch? Wer hat — im Nord­wes­ten Spa­ni­ens — am Jakobs­weg die Idee der ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Jen­ny Hol­zer “geklaut”? Ähn­li­che Bän­ke ste­hen im Schloss­park der Stadt Müns­ter. Sie the­ma­ti­sie­ren, wie sinn­los Krie­ge sind. Dies zeig­te sich nicht nur in Viet­nam oder auf dem Bal­kan, son­dern erweist sich auch wie­der 2021 an Afgha­ni­stan. Die Bän­ke sind aber nicht pla­gi­iert. Der Künst­le­rin aus Gal­li­po­lis in Ohio gelang es dem­nach, eine spa­ni­sche Jury vom Wert ihrer Arbeit zu über­zeu­gen. Viel­leicht sah sich jemand davor ihre Wer­ke in Müns­ter an. Und dann beschloss man, sol­che Bän­ke zu erwer­ben, damit auch Gali­cier und ab heu­te auch Pil­ger etwas von ihnen haben.

Jenny Holzer und Ulrich Rückriem auch in Spanien vertreten

Zuvor stieß der Rei­sen­de auf eine hohe Gra­nits­te­le. Sie erin­nert an “Spar­do­se” von 2017 in der Nähe des Train-Denk­mals an der müns­ter­i­schen Pro­me­na­de. Wie die Bän­ke wur­de auch die­se anläss­lich der Skulp­tur Pro­jek­te in Müns­ter auf­ge­stellt. Die Ste­le in Pon­te­ve­dra stammt von Ulrich Rück­riem aus Düs­sel­dorf. Er pro­du­zier­te auch “Dolo­mit zuge­schnit­ten” an der Petri­kir­che in Müns­ter. Auf dem Cami­no de Sant­ia­go ent­deckt der Pil­ger also ein Stück Hei­mat. Euro­pa wächst zusam­men, nicht nur über die Jakobsmuschel.

Zu beei­len braucht sich nie­mand, um die Kunst­wer­ke zu sehen. Die­se ste­hen noch län­ger sowohl in Müns­ter als auch in Pon­te­ve­dra. Wer mehr über “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” erfah­ren möch­te, greift am bes­ten nur zum gleich­na­mi­gen Buch. Dort lädt der Rei­sen­de zu Stadt­wan­de­run­gen durch Müns­ter zwi­schen 5 und 13 Kilo­me­tern ein. Dabei erfah­ren Besu­cher bis­her Unent­deck­tes über Archi­tek­tur und Kunst.

Kunst in Pon­te­ve­dra und Müns­ter ver­eint: Wer weiß, ob nicht bald Gemein­schafts­pro­jek­te zwi­schen den Städ­ten lau­fen. Zwi­schen Kas­sel und Athen auf der Docu­men­ta 14 ist es schon gesche­hen. Mor­gen führt die Pil­ger­rei­se nach Com­bar­ro, angeb­lich eines der schöns­ten Fischer­dör­fer Galiciens.

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Biennale in Cerveira und Venedig

Bien­na­le in Cer­vei­ra und Vene­dig: Gibt es die Bien­na­le nur in Vene­dig? Nein! Denn auch in der por­tu­gie­si­schen Klein­stadt Cer­vei­ra am schö­nen Río Min­ho gibt es eine: Bienal de Cer­vei­ra. Zwar zählt die zwi­schen Por­to und Vigo lie­gen­de „vila“ nur weni­ge tau­send Ein­woh­ner. Aber das heißt nicht, dass sie nicht zu bie­ten hat. Denn sie weist einer­seits ein Muse­um auf, eine Art Gale­rie in der win­zi­gen Alt­stadt. Ande­rer­seits exis­tiert ein sehr gro­ßes Kul­tur­fo­rum mit Aus­stel­lungs­sä­len. Um zur Stadt zu gelan­gen, muss­te der Rei­sen­de etli­che Hügel mit dem Rad über­win­den. Den Camin­ho Por­tu­guês von Por­to nach Sant­ia­go hat er für Kul­tur statt Natur kurz ver­las­sen. Mor­gen will er auf dem hof­fent­lich ange­neh­men Fluss­rad­weg am Rio Min­ho nach Valen­ça strampeln.

Oft ste­hen hin­ter Kul­tur­ange­bo­ten älte­re Herr­schaf­ten. Doch hier trifft man erfreu­lich vie­le jun­ge Frau­en und Män­ner aus Por­tu­gal und aus Spa­ni­en. Es kann also durch­aus was wach­sen! Hin­ter dem Eve­nemang steht natür­lich eine Stif­tung. Das Fes­ti­val gibt es schon seit vie­len Jah­ren. Dies wird sicht­bar an vie­len Kunst­wer­ken in der Stadt und den am Fluss ver­teil­ten Skulp­tu­ren. Künst­ler aus acht Natio­nen neh­men dar­an teil. 

Robert Schad, Picasso Deutschlands

Unter die­sen befin­det sich auch eine Skulp­tur des Künst­lers Robert Schad aus Ravens­burg. Schad ist es gelun­gen, unfass­bar vie­le Eisen­skulp­tu­ren über wei­te Tei­le Por­tu­gals zu ver­tei­len. Als ihn der Rei­sen­de gegen­über Gesprächs­part­nern auf der Bien­na­le als “Picas­so Deutsch­lands” bezeich­net, nickt so man­cher bestä­ti­gend. Sein Kata­log wur­de dem Rei­sen­den gezeigt. Schad nimmt in die­sem Jahr 2017 auch wie­der an der Bien­na­le teil.

Sei­ne ros­ti­gen Wer­ke erin­nern an Edu­ar­do Chil­li­dasTole­ranz durch Dia­log“ und an Richard Ser­ras “Dia­lo­gue with Johann Con­rad Schlaun”. Chil­li­das ros­ti­ge Bank steht dau­er­aus­ge­stellt im Innen­hof des Rat­hau­ses zu Müns­ter. Die Bezeich­nung betont Müns­ters Rol­le beim West­fä­li­schen Frie­den aus. Es ist sinn­vol­ler, mit Geg­nern zu spre­chen und zu ver­han­deln statt des Dia­log abzu­bre­chen. Ser­ras Werk, ein rost­ro­ter Metall­block, soll die Hoch­ach­tung vor dem genia­len baro­cken Bau­meis­ter Johann Con­rad Schlaun und der gro­ßen Dich­te­rin Annet­te von Dros­te- Hüls­hoff aus­drü­cken. Sie steht auf einer Allee des Rüsch­hau­ses vor den Toren Müns­ters, der Stadt der Skulp­tu­ren.

Schön ist der Spa­zier­gang durch die alte Fes­tung in Cer­vei­ra. Die Räu­me wer­den geschickt zur Prä­sen­ta­ti­on aus­ge­nutzt. Die­se Skulp­tur mit den Hän­den erin­nert den Rei­sen­den an die „100 Arme der Guan-yin“ auf dem Mari­en­platz in Müns­ter. Die­ser hier fällt aber klei­ner aus. Aber man kann auch nicht immer erwar­ten, etwas zu fin­den, das einen durch Inno­va­ti­on gera­de­zu über­wäl­tigt. Bien­na­le in Cer­vei­ra und in Vene­dig — ein Besuch der Aus­stel­lung ist wär­mes­tens zu empfehlen.

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Steiniger Jakobsweg um Bandeira

Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra: So sieht der Camin­ho de Sant­ia­go von Por­to nach Sant­ia­go öfter aus. Mit Gepäck muss der Rei­sen­de dann oft schie­ben. Er kennt aber immer­hin fünf Freun­de in Bonn und in Müns­ter, die auch nicht auf­gä­ben. Ste­phan, zwei Chris­ti­ans, Hol­ger und Ulf.

Die Stre­cke heu­te ist deut­lich die anstren­gends­te. Dabei ist er die letz­ten fünf Kilo­me­ter par­al­lel zum Wan­der­weg auf der Land­stra­ße gera­delt. Dar­un­ter for­der­ten ihn auch neun Pro­zent Stei­gung her­aus. Der Pil­ger­weg selbst ist ab Band­ei­ra nur für Moun­tain­bi­ker ohne Gepäck zu bewäl­ti­gen. Das Rad müs­se stre­cken­wei­se auf den Schul­tern getra­gen wer­den, mun­kelt man. Der Anfang der Stre­cke hat unter Regen so stark gelit­ten, dass ein Stück abge­rutscht ist. Er ist jetzt gesperrt.

Das Erklim­men des Berg­gip­fels gegen Ende des Trips war hef­tig. Jetzt ruht er im Berg­dorf Rubiães. Die­ses ist abends deut­lich küh­ler als Pon­te de Lima im Tal. Die Wir­tin woll­te ihn gleich dazu nöti­gen, mit einem Shut­tle zu einem nahen Restau­rant zu fah­ren. Es tut ihm schreck­lich leid, dass ihr nun 10 % Pro­vi­si­on ent­ge­hen. Und sie woll­te nicht, dass er sein Rad direkt vor dem Zim­mer abstellt. Dabei liegt es eben­erdig im Hof. 

Es ist das ers­te und ein­zi­ge Mal auf der gesam­ten Tour, dass dem Rei­sen­den jemand so komisch kommt. Er setz­te sich trotz­dem gegen sie durch. Sicher­heit fürs Rad geht vor. Er ist schließ­lich auf das Fahr­zeug ange­wie­sen. Am nächs­ten Mor­gen hat sie sich wie­der beru­higt und ser­viert ein gutes Früh­stück. Wer weiß, was die Frau am Vor­tag plagte.

Der Blick vom Bal­kon ist ganz okay. Oder? Stei­ni­ger Jakobs­weg um Band­ei­ra, die Mühe hat sich gelohnt. Ein Pil­ger­weg ohne Lei­den wäre auch kein Pilgerweg.

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Reparaturen auf dem Caminho Português

Repa­ra­tu­ren auf dem Camin­ho Por­tu­guês: Sei­ne ers­ten klei­nen Repa­ra­tu­ren hat der Rei­sen­de am Rad schon hin­ter sich. Dabei ist er erst seit fünf Tagen in Por­tu­gal. Zuerst ver­bog das Schalt­werk leicht auf dem Flug von Köln-Bonn nach Por­to. Dabei ist das Moun­tain­bike an sich gut geschützt. Denn es fin­det in einem Evoc-Rad­kof­fer sei­nen Platz. Die Tasche ähnelt vom Mate­ri­al her einer gro­ßen Sport­ta­sche und wird seit­lich durch Roh­re ver­steift. Die Lauf­rä­der kom­men in zwei Sei­ten­fä­cher inner­halb der Tasche. 

Ein Rad­kof­fer hat auch den Vor­teil, dass sich in ihm Werk­zeug und Bücher ver­stau­en las­sen. Der an vie­len Fahr­rad­ta­schen so emp­find­li­che Reiß­ver­schluss hat bis­her alle Stra­pa­zen über­stan­den. Unter dem Kof­fer befin­den sich auch zwei Rol­len, damit sich das schwe­re Stück gut zie­hen lässt. Anstren­gend ist es trotz­dem. Nie­mand kann dadurch erwar­ten, unbe­schwert auf die Rei­se nach Nord­por­tu­gal zu gehen.

Im Sperrgepäck zusätzliche Kilos unterbringen

Denn da als Sperr­ge­päck am Flug­ha­fen ein­ge­stuft, kann man in ihr alles ver­stau­en, was über die Gren­ze von 20 oder 23 Kilo im gro­ßen Ruck­sack geht. Am Schal­ter lässt sich der Über­schuss gut bei der Abfer­ti­gung ver­tei­len. Vie­le Hotels sind so freund­lich, den Kof­fer bis zur Rück­kehr auf­zu­be­wah­ren. Noch nie kam etwas in Nor­we­gen, Schwe­den, Spa­ni­en oder Por­tu­gal weg. Der Rei­sen­de konn­te das Schalt­werk im Hotel mit der Hand wie­der rich­ten. Mit dem Schrau­ben­dre­her stell­te er es auch neu ein. 

Offen­bar gelang es so gut, dass der freund­li­che Inha­ber von Onda Bike in Vila Nova de Gaia es für in Ord­nung befand. Zur Sicher­heit kauf­te der Rei­sen­de ihm aber ein Schalt­werk ab, das sich seit­dem stets als Ersatz­teil im Gepäck befin­det. Es kos­tet und wiegt nicht so viel, gemes­sen an der Sicher­heit. Bei einem Sturz kann das mon­tier­te im schlech­tes­ten Fall sogar abbrechen.

Wichtigstes Werkzeug und Kleinteile nicht vergessen

Die ers­ten Etap­pen auf dem Camin­ho Por­tu­guês sind über­wie­gend flach und asphal­tiert. Hin und wie­der kom­men aber auch stei­ni­ge und stei­le Stü­cke. Ab Gali­ci­en wird das noch mehr. Der gali­ci­sche Jakobs­weg ist oft hüge­lig bis ber­gig. Dicke Stei­ne kön­nen das Fort­kom­men erschwe­ren. Ohne Schie­ben ver­geht dort kaum ein Tag. Aber es sind oft nur wenig mehr als hun­dert Meter. Daher ist es erträglich.

Heu­te war es dann so weit. Da der Wan­der­pfad holp­rig war, ver­lor der Rad­ler eine Schrau­be am Gepäck­trä­ger. Vor ihm war­te­te ein Chauf­feur mit einem Klein­bus auf Wan­de­rer. Nach eini­gen Minu­ten regis­trier­te er den Rad­ler auf dem Boden, bot sei­ne Hil­fe an. Lei­der konn­te er ihm nicht hel­fen, da er kei­ne Ersatz­tei­le mit sich führ­te. Auch eine sei­ner vie­len Was­ser­fla­schen opfer­te er nicht auf, obwohl es sehr warm war.

Grober Umgang mit Gepäck am Flughafen

Zum Glück konn­te der Rei­sen­de sie durch eine vom Fla­schen­hal­ter opfern. Das meis­te Was­ser bewahrt der Rei­sen­de ohne­hin in einer Trink­bla­se auf dem Rücken auf. Denn so kann er wäh­rend der Fahrt trin­ken und die Hän­de am Len­ker behal­ten. Und er bleibt im Rhyth­mus. Die übrig geblie­be­ne Schrau­be langt auch noch, um die Fla­sche zu hal­ten. Am Ran­de von Pon­te de Lima gab es zum Glück einen Bau­markt. Dort ver­sorg­te sich der Rei­sen­de mit zehn Schrau­ben für alle emp­find­li­chen Stel­len. Ein freund­li­cher Mit­ar­bei­ter half ihm, die pas­sen­den zu fin­den. Sie befin­den sich von nun an in Film­dös­chen an Bord, wo sie nicht viel Platz wegnehmen.

Denkt also bit­te immer dar­an, pas­sen­de Schrau­ben mit­zu­neh­men. Gut ist auch ein Ersatz­schlauch auf den ab Herbst dor­ni­gen Wegen. Die Gali­cier fah­ren mit Milch in den Schläu­chen, berich­te­te ein Mecha­ni­ker in einem Geschäft bei Lalín. Und demon­tiert die emp­find­li­che Schal­tung vor dem Flug. Auf dem Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen hat der Rei­sen­de schon beob­ach­tet, wie grob einer der Män­ner mit dem Rad­kof­fer umging. Er flog gera­de­zu in den Gepäck­raum. Als er den Mit­ar­bei­ter zur Rede stell­te, guck­te er nur doof. Dabei steht sogar die Bit­te außen auf der Tasche, mit dem “dream­bike” sorg­fäl­tig umzu­ge­hen. Sonst bleibt es nicht nur bei klei­nen Repa­ra­tu­ren auf dem Camin­ho Por­tu­guês. Aber ab jetzt geht es auf jeden Fall auf­re­gend wei­ter.

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Von Barcelos nach Ponte de Lima

  • Jakobsweg vor Ponte de Lima

Von Bar­ce­los nach Pon­te de Lima: In Bar­ce­los, eine Klein­stadt, die ihr Thea­ter nach dem berühm­ten Renais­sance­dich­ter Gil Vicen­te benannt hat, dem Shake­speare Por­tu­gals, lernt der Rei­sen­de: Es kann bes­ser sein, Hüh­ner immer pfleg­lich zu behan­deln: also bes­ser bei Bio­mit­teln statt Fipro­nil blei­ben. Auch die Römer wuss­ten schon, wie wert­voll ihre Gän­sen waren, um die Stadt zu schüt­zen. Ihr Schnat­tern warn­te die Bewoh­ner vor anrü­cken­den Feinden.

Ein in Bar­ce­los zum Tode Ver­ur­teil­ter erbat einen letz­ten Wunsch. Er möge ver­schont blei­ben, wenn ein Hahn krä­he. Als der Bau­er schon zum Gal­gen gebracht wur­de, woll­te der Rich­ter einen Hahn ver­zeh­ren. Die­ser aber sprang vom Tel­ler und kräh­te. Der Rich­ter rann­te zum Gal­gen. Aber der Strick hat­te sich schon gelöst. Und der Bau­er durf­te gehen. Bis heu­te hält Bar­ce­los die Hüh­ner in Ehren. Die län­ge­re Ver­si­on der Legen­de fin­dest Du hier.

Hahn ist portugiesisches Nationalsymbol

Beim Rund­gang durch die schön an einem Fluss lie­gen­de Stadt ist das deut­lich zu erken­nen: Auf vie­len Plät­zen ste­hen kunst­voll bemal­te Hüh­ner. Die meis­ten befin­den sich im Zen­trum auf dem Cam­po da Repú­b­li­ca vor der gro­ßen Kir­che Igre­ja Matriz. Dies erin­nert den Rei­sen­den an Dalar­na, wo die berühm­ten schwe­di­schen Pferd­chen geschnitzt wer­den. Dort waren sie für Arbei­ten im Wald wich­tig. Des­halb hält man bis heu­te als Skulp­tu­ren in Ehren und ver­schenkt sie. Wie in Schwe­den das Pferd, ist der Hahn von Bar­ce­los ein por­tu­gie­si­sches Natio­nal­sym­bol. Des­halb sind in Hotels und Pri­vat­häu­sern in Por­tu­gal nicht nur Figu­ren aus Holz, son­dern auch aus Kera­mik zu sehen. Genau­so so wich­tig wie christ­li­che Kreu­ze und Hei­li­gen­bild­chen. Der Rei­sen­de hör­te einen Hahn schon ab dem frü­hen Mor­gen mehr­fach in einem der Nach­bar­gär­ten am Hotel krä­hen. Viel­leicht ist das ein gutes Omen auf dem Pil­ger­weg von Por­to nach Sant­ia­go de Compostela. 

Wie auch die über­ra­schend auf­tau­chen­de schö­ne römi­sche Brü­cke über einen Fluss, der so nicht am Fort­kom­men hin­dert. Wer hät­te das gedacht bei all den fürch­ter­li­chen Brän­den, die das Fern­se­hen immer wie­der zeigt. Aber in und um Por­to kommt oft fri­scher Wind vom Meer, obwohl der Weg übers Bin­nen­land führt. Heiß, was­ser­los und ver­brannt ist es hier nicht überall.

Alexandra pilgert durch die Hitze

Gleich hin­ter der Stadt sieht der Rei­sen­de die Pil­ge­rin Alex­an­dra aus Hei­del­berg. Sie sitzt auf einem Stein in der Hit­ze und tele­fo­niert. Da er im Ver­gleich zu den Pil­gern einen grö­ße­ren Akti­ons­ra­di­us mit dem Rad hat, kann er in der Umge­bung viel mehr besich­ti­gen. Eini­ge Kilo­me­ter vor Pon­te de Lima trifft er sie daher nach­mit­tags wie­der. Bei­de freun­den sich schnell an und baden etwas spä­ter im Fluss Lima. Dort gibt es ver­schie­de­ne Bade­plät­ze. Das Was­ser ist ange­nehm kühl. In der Fer­ne sind sche­men­haft Berg­rü­cken zu sehen. 

Wäh­rend sie danach in die Pil­ger­her­ber­ge geht, quar­tiert er sich in ein an einer Pro­me­na­de lie­gen­des Hotel ein. Dane­ben gibt es ein gutes Restau­rant, wo sich Alex­an­dra spä­ter ein­fin­det. Bei­de neh­men sich für den nächs­ten Tag eine Stadt­be­sich­ti­gung vor.

Mit 32 Kilo­me­tern rei­ner Pil­ger­stre­cke, hin­zu kom­men noch klei­ne­re Umwe­ge, geht das Pil­gern von Bar­ce­los nach Pon­te de Lima zwar nicht mit gro­ßen Schrit­ten vor­an. Aber wie heißt es so schön mit Alex­an­dras Wor­ten: “Der Weg ist das Ziel”. Es gibt eben viel schon auf der Rei­se durch Nord­por­tu­gal zu durch­strei­fen und zu erle­ben. Dazu gehö­ren natür­lich auch Repa­ra­tu­ren am Rad als läs­ti­ge Beschäftigung.

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