Reise durch goldene Zeiten

Anda­lu­si­en — eine ande­re Welt. Schon am Rand der Extre­ma­du­ra tür­men sich ers­te Ber­ge auf, um das Ende der Hoch­ebe­ne auf­zu­zei­gen und zu sagen: Hier beginnt ein neu­er Abschnitt. Eini­ge Wochen zog der Rei­sen­de über sie hin­weg. Hier ange­ödet von der Mono­to­nie, dort ange­zo­gen von der üppi­gen Natur mit vie­len Vögeln und leben­di­gen Flüs­sen. Und von schö­nen Städ­ten wie Cáce­res und Méri­da. Die eine war­tet mit Häu­sern aus Renais­sance und mus­li­mi­scher Zeit auf. Die ande­re mit römi­schen Vil­len, Ther­men und einem lan­gen Aquä­dukt. Offen­sicht­lich ließ sich in der Extre­ma­du­ra in die­sen Epo­chen viel Geld ver­die­nen. Die Römer för­der­ten hier Gold, Sil­ber, Kup­fer und Eisen­erz. In ande­ren Gegen­den wie Troia trie­ben sie regen Han­del mit Fisch. 

Im Mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit brach­ten nicht nur die Minen, son­dern auch Kera­mik, Oli­ven und Wein Devi­sen ein. Einen erheb­li­chen Anteil brach­te aller­dings auch die Aus­beu­tung der Kolo­nien ein. Des­halb heißt die grob zwi­schen der Ent­de­ckung Ame­ri­kas und dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges lie­gen­de Zeit­span­ne in Spa­ni­en auch “Sig­lo de Oro”.

Durch die Sierra de Norte

Dann der Ein­tritt nach Anda­lu­si­en: Der Rei­sen­de durch­fährt einen Ring von Bur­gen. Mit ihnen woll­te man das von den Ara­bern zurück­ge­hol­te Ter­ri­to­ri­um vor den Por­tu­gie­sen schüt­zen. Mit denen lie­fer­ten sie sich in der Zeit auf den Welt­mee­ren blu­ti­ge Schlach­ten um die Vorherrschaft.

Gepfleg­te Dör­fer und blü­hen­de Man­del- und Oli­ven­bäu­me erwar­ten den Rei­sen­den in der Sier­ra de Nor­te de Sevil­la. Die meis­ten sind blü­ten­weiß gestri­chen. In man­chen Orten darf aus­schließ­lich wei­ße Far­be ver­wen­det wer­den. Im Gebir­ge pro­fi­tie­ren die Ein­woh­ner sicht­lich vom ste­ten Besu­cher­strom aus Sevil­la. Die meis­ten kom­men, um dort zu spei­sen. Denn die Gegend ist bekannt für ihre Jagd­grün­de: haupt­säch­lich Wild­schwein und Kanin­chen. Aber auch Reb­huhn: Ein Spa­ni­er zeig­te ihm Kis­ten mit jun­gen Vögeln, die er aus sei­nem Sprin­ter raus­las­sen woll­te. Bis zum Herbst kön­nen sie sich wie auch die mun­ter unter den Man­del­bäu­men flit­zen­den Fasa­nen hier näh­ren, bis die Jäger kommen.

Die meis­ten Men­schen, vie­le selbst wohl­ge­nährt, rol­len mit dem PKW an. Die schlan­ke­ren dröh­nen mit Motor­rä­dern her­bei, man­che auch mit Renn- und Tou­ren­rä­dern. E‑Bikes aber sieht der Rei­sen­de eher sel­ten. Der Rei­sen­de fühlt sich dann an die Eifel um Ade­nau und Heim­bach erin­nert, wo an son­ni­gen Wochen­en­den ähn­lich die Moto­ren heulen. 

Viel alter Glanz in Sevilla

In Sevil­la ist noch viel Glanz des Sig­lo de Oro zu sehen. Die­ser drückt sich nicht nur in der größ­ten goti­schen Kathe­dra­le der Welt aus. Er spie­gelt sich auch in ade­li­gen Resi­den­zen und im heu­te noch genutz­ten könig­li­chen Palast wider. Dort mischen sich jetzt römi­sche, ara­bi­sche und christ­li­che Archi­tek­tur und Kunst. Auch aus der bedeu­ten­den römi­schen Stadt Itá­li­ca, in der die Kai­ser Tra­jan und Hadri­an groß wur­den, fin­den sich Mosaike.

Nach wie vor zieht dies Tou­ris­ten aus aller Welt an. Wenn die Ticket­ver­käu­fer nach der Her­kunft fra­gen, wird Aus­tra­li­en, USA, Bel­gi­en, Frank­reich geant­wor­tet. Im Archiv Casa de Indi­as lässt sich nach­voll­zie­hen, wie all dies finan­ziert wur­de: über Kolo­nien. Gold und Sil­ber, aber auch Kakao brach­ten die Kara­vel­len zum damals bedeu­tends­ten Hafen Euro­pas. Unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen und wie Skla­ven schuf­te­ten Indi­os in den Minen. Geist­li­che wie Fray Bar­to­lomé de las Casas (1474–1566) konn­ten Ver­bes­se­run­gen errei­chen. Er ist des­halb als Befrei­ungs­theo­lo­ge in die Geschich­te ein­ge­gan­gen. davon wird in der Aus­stel­lung nichts gesagt.

Wieder am Strand

Und jetzt sieht der Rei­sen­de zum ers­ten Mal seit Por­to wie­der Strän­de. Erst in Mata­las­ca­ñas, aktu­ell in Maza­gón. Es ist so warm, dass er seit zwei Näch­ten wie­der das Zelt nutzt. Aller­dings sind Cam­ping­plät­ze ent­lang des Rio Dou­ro und der Via de la Platz auch dünn gesät. 

Net­te Nach­barn ste­hen aktu­ell an sei­ner Sei­te. Es ist ein deut­sches Ehe­paar, das seit 1998 in Kal­mar in Süd­schwe­den lebt. Bereits zwei Mal gab rs bei ihm Abend­essen: Fisch und Fleisch. Und end­lich mal wie­der Kar­tof­feln. In spa­ni­schen Restau­rants ist das Essen meis­tens frit­tiert. Nicht ein­mal Reis gibt es als Alter­na­ti­ve. Dabei bau­en ihn Bau­ern in Por­tu­gal an. So erfährt der Rei­sen­de auch, was sich so in Schwe­den so tut, sozu­sa­gen als Vor­be­rei­tung auf die nächs­te Rei­se in den Nor­den. Und eine schö­ne Zeit, um sich mor­gen nach zwei Ruhe­ta­gen mit neu­em Schwung in Algar­ve zu begeben. 

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Extremadura — Heimat der Conquistadores

Fran­cis­co Pizar­ro und Hernán Cor­tés — wer kennt sie nicht. Sie haben einen ent­schei­den­den Anteil an Spa­ni­ens Ent­wick­lung zur Groß­macht. Denn bei­de erober­ten Südamerika. 

Aber aus wel­cher Regi­on kom­men sie eigent­lich? Aus der Extre­ma­du­ra, einem auch heu­te immer noch dünn besie­del­ten Lan­des­teil. Hier leben gera­de mal eine Mil­li­on Men­schen. In der Haupt­stadt Méri­da spa­zier­te der Rei­sen­de ahnungs­los ins Par­la­ment, es anfäng­lich für ein Muse­um hal­tend. So beschei­den liegt das Gebäu­de, ein ehe­ma­li­ges Hos­pi­tal, mit­ten in der Alt­stadt, dass man es nicht ein­mal regis­triert. Ähn­lich auch der Regie­rungs­sitz, nur weni­ge hun­dert Meter wei­ter. Dort wird der Ein­gang des ehe­ma­li­gen Kon­vents immer­hin noch mit einer Schleu­se bewacht. Méri­da, Cáce­res und Pla­sen­cia sind noch rich­ti­ge Städ­te und schö­ne dazu. Gele­gen am Jakobspil­ger­weg “Via de la Plata”.

Aber die Orte Tru­ji­l­lo und Medel­lín hin­ge­gen sind Nes­ter, von hoch gele­ge­nen Bur­gen auf Hügeln domi­niert. Sie lie­gen auf dem fla­chen kar­gen Land. Vor 500 Jah­ren war es bestimmt nicht anders. Im Som­mer heiß, jetzt im Win­ter nachts rich­tig kalt. Als der Rei­sen­de kürz­lich mor­gens Méri­da ver­ließ, lag Rau­h­reif auf dem Rasen. Jetzt befin­det er sich noch ein­mal 50 Kilo­me­ter wei­ter in Zaf­ra, Sevil­la nur noch 150 ent­fernt. Aber es ist immer noch frisch. Heu­te waren es im Schat­ten nur zwölf Grad. 

Aber auch hier in Zaf­ra ist es wie­der genau­so hübsch wie in den Städ­ten zuvor. Heu­te fand er den wohl schöns­ten Wasch­platz der Ibe­ri­schen Halb­in­sel und die wohl schöns­te Apo­the­ke. Nach den Adels­hö­fen in Pla­sen­cia und Cáce­res, dem anti­ken Thea­ter und Mosai­ken in Cáce­res und Méri­da, den Bur­gen und Stadt­plät­zen in Tru­ji­l­lo und Medel­lín füllt sich das Foto­al­bum wei­ter mit deko­ra­ti­ven Motiven. 

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Felslandschaft: Game of Thrones

Der Rei­sen­de ließ es sich am Neu­jahrs­tag nicht neh­men, einen wich­ti­gen Schau­platz der US-Serie “Game of Thro­nes” — Jue­go de Tro­nos — zu besu­chen. Er liegt gut 20 Kilo­me­ter von Cáce­res ent­fernt. Die Land­schaft “Los Bar­rue­cos” besticht durch ihre kar­ge Wei­te mit ver­streut lie­gen­den rie­si­gen Gra­nit­fel­sen. Zudem befin­det sich hier die größ­te Weiß­storch-Kolo­nie Euro­pas inmit­ten der Extre­ma­du­ra. Gedreht wur­de hier ein Teil der sieb­ten Staf­fel an einem Tüm­pel und in der nahen Stadt Cáceres.

Euch allen ein fro­hes neu­es Jahr.

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Frohe Weihnachten!

Euch allen wünscht der Rei­sen­de ein fro­hes und geseg­ne­tes Weih­nachts­fest. Hier in Pla­sen­cia an der Via de la pla­ta gehen die Men­schen heu­te Abend her­aus zum Fei­ern. Auch mal etwas Neu­es, wenn man Weih­nach­ten zum ers­ten Mal nicht bei den Eltern, son­dern in der Extre­ma­du­ra verbringt.

Auf­ge­löst ist nach 3000 Kilo­me­tern auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel end­lich, woher all die klei­nen Hol­gers stam­men — aus der far­bi­gen und idyl­lisch gele­ge­nen Klein­stadt Hol­gue­ra. Auf dem Kirch­turm des wehr­haft aus­se­hen­den Sakral­baus befin­den sich allein drei Storchennester. 

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Nach 500 Kilometern erste Stadt am Rio Duero

End­lich mal wie­der in einer Stadt: Mehr als 500 Kilo­me­ter lie­gen jetzt hin­ter dem Rei­sen­den, seit­dem er Por­to ver­las­sen hat. Heu­te Nach­mit­tag ist er in Zamo­ra ein­ge­trof­fen, in Cas­ti­lia y León also. Sie ist eine sei­ner Lieb­lings­städ­te auf sei­ner Rund­rei­se auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Von nun an geht es auf der Via de la Pla­ta in Rich­tung Sevilla. 

Shop­ping — ein längst nicht mehr bekann­tes Erleb­nis. Coim­bra und Por­to waren auf nun 2200 Kilo­me­tern ab Faro die ein­zi­gen wirk­li­chen Städ­te. Zehn Wochen hat der Rei­sen­de fast nur auf dem Land, in Klein­städ­ten und Dör­fern ver­bracht. Por­to und Zamo­ra ver­bin­det der Rio Dou­ro. Die­ser ent­springt in der Gegend von Soria.

Mode, Par­füm, Mobil­funk — welch ein Kon­trast zu den Unmen­gen an Bar­bie­ren und Fri­seu­ren, Bars und Cafés in den Klein­städ­ten in Por­tu­gal. Heu­te hät­te der Rei­sen­de mal Zeit für einen Besuch beim Fri­seur gehabt. Aber er fand in der Alt­stadt nur ein Nagel­stu­dio. Das wäre viel­leicht auch mal ange­bracht, nach­dem der Rad­ler ges­tern fünf Löcher eines Schlau­ches ver­sie­gelt hat­te. Die Sta­cheln einer Pflan­ze hat­ten sich hin­ein­ge­bohrt. Öl ist noch immer auf der Haut zu sehen. Zwei Nägel bra­chen etwas ab, not­dürf­tig mit dem Taschen­mes­ser in Form gebracht. Aber es fand sich ein­fach kein Friseur.

Und was kauf­te der Rei­sen­de in der rie­si­gen Stadt? Größ­te Inves­ti­ti­on war bis­her in Por­to ein neu­er Hin­ter­rei­fen. Sta­cheln hält der aller­dings nicht stand. Heu­te folg­te eine… Han­dy­hül­le. Eine rote wähl­te die Ver­käu­fe­rin für ihn aus. Sie frag­te dann auch noch nach dem Smart­pho­ne-Modell. Völ­li­ge Über­for­de­rung beim Ver­kaufs­ge­spräch. Nach neun Wochen auf Por­tu­gie­sisch, nun auf Spa­nisch. Dank ihrer freund­li­chen Anlei­tung fand der Rei­sen­de dann noch her­aus, wel­ches Modell er seit acht Jah­ren sein eigen nennt. Ver­bun­den mit einem Rabatt hät­te er noch Ohr­hö­rer dazu­kau­fen kön­nen. Er emp­fahl ihr aber statt­des­sen sei­ne eige­nen. Nach etwas Nach­den­ken fand sie es wit­zig, dass der Kun­de das Ver­kaufs­ge­spräch dre­hen wollte.

Dann ließ er sich wie­der drau­ßen mit der Men­ge trei­ben. Men­ge ist gut gesagt, ange­sichts der viel­leicht 100 Leu­te auf der Ein­kaufs­stra­ße. Aber ver­gli­chen mit den ein­zel­nen Pas­san­ten, die er in den Vor­wo­chen gese­hen hat­te, ist das viel. In Cafés und Bars saß er meis­tens nur mit drei oder vier Leu­ten zusam­men im Raum. In Covid-Zei­ten ist das aber auch nicht ganz verkehrt.

Zamo­ra ist wie ein Stadt­teil Madrids. Vorm Hotel liegt die Sevil­la-Bar. Vor die­ser spie­len ein Gitar­rist und ein Sän­ger spa­ni­sche Klas­si­ker. Eine per­fek­te Ein­stim­mung auf die bevor­ste­hen­de Rad­rei­se Rich­tung Sevil­la auf dem Jakobs­weg. Vorm Hotel liegt auch eine Tapas­bar. Zum Zen­trum gehö­ren Muse­en und ein Thea­ter. Und es gibt eine schö­ne Burg, hoch über der beein­dru­cken­den Land­schaft. Von ihr wirft der Rei­sen­de einen weh­mü­ti­gen Blick zurück auf die zurück­lie­gen­den Wochen am Rio Dou­ro. Das ist pures Bikepacking.

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Die Serra de Montemuro bezwungen

Stern­ge­bir­ge, Berg­mauer­ge­bir­ge — so man­ches por­tu­gie­si­sche Mas­siv klingt ziem­lich male­risch. Das Stern­ge­bir­ge ist nach sei­ner Form benannt. Türmt sich die Ser­ra de Mon­te­mu­ro im Alto Dou­ro wie eine Bar­rie­re vor dem rei­sen­den Moun­tain­bi­ker auf?

Ein Restau­rant­be­sit­zer vor den Toren der Stadt Cin­fães befürch­tet dies sicht­lich. Kaum hat er vom Plan gehört, schaut er so drein, als hät­te der Rei­sen­de ihm erzählt, er woll­te es Rein­hold Mess­ner gleich­tun und ohne Sauer­stoff­ge­rät den Mount Ever­est bezwingen. 

Der Mann wirft einen fra­gen­den Blick in die Run­de sei­ner Gäs­te auf der Ter­ras­se. Die­se lächeln amü­siert. Dann tritt er vor, schwenkt sei­nen Arm im Halb­kreis über die vor ihm lie­gen­de Gebirgs­ket­te. Sein Fin­ger zeigt auf ein weiß schim­mern­des Dorf in der Fer­ne. “Dort musst du hin. Die ers­ten zwei Kilo­me­ter sind eben. Dann geht es zehn Kilo­me­ter auf­wärts und danach sechs Kilo­me­ter run­ter. Dann wie­der drei Kilo­me­ter nach oben.” Er schaut wie­der in die Run­de. “Er ist das gewohnt.” Das stimmt schon nach zwei Mona­ten in den hohen Ber­gen Por­tu­gals. Aber Mie­ne und Ges­tik des Man­nes las­sen Zwei­fel auf­kom­men. “Du hast gera­de so geguckt, als wäre all das nicht zu schaf­fen.” — “Doch, das geht!”

Das Abenteuer beginnt

Also los! Ener­gie ist dank saf­ti­ger Bein­schei­be, Reis und Frit­ten reich­lich vor­han­den. Die ers­ten zwei Kilo­me­ter ist es wirk­lich eben. Lus­tig plät­schert ein Bach an Was­ser­müh­len ent­lang ins Tal. Das weckt die Lust auf das Aben­teu­er. Aber eine Frau am Weges­rand schüt­telt den Kopf. Das kann ja hei­ter wer­den! Links liegt nach kur­zer Zeit ein ers­tes Dorf auf einer Höhe. Aber das zwei­te mit einem gelb auf­leuch­ten­den Haus ist ent­schei­dend. Denn dort soll es vor dem letz­ten Auf­stieg hingehen.

Fla­che Stü­cke kom­men nicht mehr. Mäch­ti­ge run­de Fel­sen, geschlif­fen vom Was­ser der Eis­zeit, säu­men den Weg. Ab und zu kommt ein Auto vor­bei. Die Ser­pen­ti­nen erlau­ben, her­an­na­hen­de Fahr­zeu­ge hin­ter einem zu sehen und auch schon lan­ge vor­her zu hören. 

Irgend­wann ist auch die Höhe des zwei­ten Dor­fes erreicht. Aber noch immer liegt es auf der ande­ren Sei­te des lan­gen schma­len Tals.

Überwältigender Blick auf 1216 Metern Höhe

Dann sind wenigs­tens die Por­tas de Mon­te­mu­ro ereicht. Ein über­wäl­ti­gen­der Blick auf 1216 Metern Höhe! Bis zur 122 Kilo­me­ter ent­fern­ten Ser­ra da Est­re­la im Cen­tro de Por­tu­gal kann man von hier aus sehen. Die­se ist fast 2000 Meter hoch. 

Wan­der­we­ge füh­ren über die Por­tas in die umlie­gen­den Täler. Die Stra­ße her­un­ter wür­de nach Viseu füh­ren. Die Atmo­sphä­re hier erin­nert an die Pedras Leva­das in der Est­re­la. Es gibt dort nur die in die Tie­fe füh­ren­de Stra­ße vor und hin­ter einem. 

Aber es gibt hier noch einen höher füh­ren­den Wan­der­weg — bis auf 1338 Meter. Der Stra­ßen­chef von Cin­fães ist zufäl­lig gera­de im Restau­rant Est­re­la da Ser­ra anwe­send. Er ist so nett, den Ver­lauf der fünf Kilo­me­ter lan­gen Stre­cke zu erklä­ren. Die­se füh­re wirk­lich wie vom Navi ange­ge­ben zur Unter­kunft in Gral­hei­ra, ver­si­chert er.

Burgen und Heimstätten für Grabunholde 

Nach Kaf­fee und Snack schiebt der Rei­sen­de sein Fahr­rad gut einen Kilo­me­ter steil auf­wärts. Gewal­ti­ge Fel­sen lie­gen auch hier. Man­che von ihnen bil­den Bur­gen und Heim­stät­ten für Grab­un­hol­de. “Die Stra­ße glei­tet fort und fort…” Es wäre so ein­fach gewe­sen, hät­te das Navi nicht plötz­lich eine Abzwei­gung ange­zeigt. Der zunächst noch brei­te Weg ver­än­dert sich zu einem Pfad, wird dann holp­rig mit Löchern, gro­ben Stei­nen, ver­brann­ter Erde. Fah­ren geht nicht mehr. Unten lodert aber ein gewal­ti­ges Feu­er. Zivilisation!!! 

Dann das dicke Ende in der Däm­me­rung: Dicke Stei­ne ver­sper­ren den Weg. Das Rad rutscht weg. 23 Kilo Gepäck auf einem Gebirgs­pfad kön­nen ver­dammt schwer wer­den. “Ver­giss die Hüt­te! Schla­ge hier das Zelt auf”, sagt eine inne­re Stim­me. Doch mit letz­ter Kraft drückt der Rei­sen­de das Rad rauf. Der brei­te Wan­der­weg und die Wind­rä­der sind doch noch erreicht. Der Voll­mond beleuch­tet den Schot­ter­weg. Die Lich­ter des Dor­fes leuch­ten nach zwei Bie­gun­gen auf. Noch eine Kur­ve und die Casa das Mon­tan­has in Gral­hei­ra ist erreicht. 

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1555 Kilometer von Faro bis Porto

1555 Kilo­me­ter: Die Via Algar­via­na, die Rota Vicen­ti­na und der Camin­ho Por­tu­guês lie­gen hin­ter dem Rei­sen­den. Von Faro bis Por­to war er über sechs Wochen mit dem Fahr­rad unterwegs. 

Von die­sen drei Stre­cken war vor allem der Jakobs­weg wie auf ihn zuge­schnit­ten. Zu gut neun­zig Pro­zent ist er auf ihm gefah­ren. Denn die Stei­gun­gen waren auch mit 23 Kilo­gramm Gepäck viel leich­ter zu bewäl­ti­gen als die Via Algar­via­na oder die Rota Vicen­ti­na. Mehr als einen Kilo­me­ter muss­te er nie schie­ben, meis­tens nur 50 bis 100 Meter. Und die Räder san­ken auch nicht so tief in Sand ein wie auf den eher für Wan­de­rer oder Rad­ler mit Day­pack geeig­ne­ten Stre­cken. Schie­ben ließ sich nicht immer vermeiden.

Dreimal in der Werkstatt

Repa­ra­tu­ren auch nicht: Zwei­mal muss­te der Rei­sen­de Schläu­che tau­schen. Da das Rad der Pan­de­mie wegen gut 1,5 Jah­re nur im Haus­flur stand, alter­te das Gum­mi stark. Nur so kön­nen die Löcher, nur so kann das ges­tern raus­ge­sprun­ge­ne Ven­til erklärt wer­den. In Por­to wech­sel­te er vor­ges­tern auch den Hin­ter­rei­fen aus. Er war abge­fah­ren und wies win­zi­ge Löcher aus. Eher als in Por­to bot sich der Aus­tausch nicht wirk­lich an. Rad­ge­schäf­te sind in Por­tu­gal dünn gesäht. In San­t­a­rém und in Coim­bra sah der Rei­sen­de die ers­ten seit län­ge­rer Zeit. Mecha­ni­ker in Por­tu­gal und Spa­ni­en repa­rie­ren oft kos­ten­los Räder. So ver­pass­te der Mecha­ni­ker der Ket­te sogar ein regel­rech­tes Ölbad. Er wei­ger­te sich aber, die­se zu rei­ni­gen, weil dies nicht gut sei. Daher sind jetzt Por­tos stei­le Gas­sen kaum ein Hindernis.

Bevöl­ke­rung hilft

Obwohl es durch­aus Geg­ner des Jakobs­we­ges gibt wegen des damit ver­bun­de­nen Kom­mer­zes, ist der Rei­sen­de ein Anhän­ger. Zum einen liegt es dar­an, dass es auf der Stre­cke ein gutes Ange­bot an Muse­en, Restau­rants und Unter­künf­ten gibt. Zum ande­ren sind Pil­ger hier gern gese­hen. Nicht alle wer­fen einem freund­li­che Bli­cke zu. Dro­hend hielt ein Bau­er in Rich­tung des Rei­sen­den, weil er ste­hen­ge­blie­ben war. Denn er konn­te sich dem Schau­spiel der Oli­ven­ern­te nicht ent­zie­hen. Wenn Ehe­paa­re und Fami­li­en ihre Net­ze auf den Hai­nen aus­le­gen, die sau­ren Früch­te her­un­ter­rüt­teln oder ‑schla­gen, belebt dies unge­mein die Strecken. 

Wor­auf es dabei ankommt, beschreibt der Rei­sen­de in sei­nem Rad- und Kul­tur­rei­se­füh­rer über die Ser­ra da Est­re­la. Auf der Rad­rei­se durchs Cen­tro de Por­tu­gal besuch­te er einen Hof im Berg­dorf Trin­ta. Er woll­te sich die­ses Spek­ta­kel nicht ent­ge­hen las­sen. Er hat­te das Glück, dass die Arbei­ter Anfän­ger waren und ihnen die Tech­ni­ken Schritt für Schritt erklärt wer­den mussten.

Verbunden mit Land und Leuten

Aber die meis­ten Men­schen reagie­ren freund­lich. Sie beob­ach­ten offen­bar ger­ne Pil­ger von Gär­ten oder Vor­gär­ten aus, wenn die­se durch ihre Regi­on zie­hen. Sobald sie mer­ken, dass sie nicht wei­ter­wis­sen, wei­sen sie ges­ten­reich oder rufend die wei­te­re Rich­tung an. 

So fühlt sich der Rei­sen­de der Bevöl­ke­rung ver­bun­den und nicht zuletzt den Pil­gern selbst. Noch vor weni­gen Tagen wan­der­te der Rei­sen­de zusam­men mit Klaus aus Lünen und Sofia aus Leip­zig, als er den Wall­fahrts­ort Fáti­ma ver­las­sen hat­te. Dass er über­haupt mit bei­den wan­der­te, lag dar­an, dass er auf stei­ni­gen und stei­len Etap­pen nicht wirk­lich schnel­ler ist. Und dank des Rades such­te er rings­um inter­es­san­te Zie­le auf, um por­tu­gie­si­sche Kul­tur bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Die meis­ten Wan­de­rer ver­mei­den dies hier oder nut­zen Bus und Taxi, um etwa die berühm­ten hohen Wel­len von Naza­ré zu sehen. So trifft der Rei­sen­de so eini­ge Pil­ger öfter mal wieder.

Faszinierende Gartenkultur

Allein hier in Por­to, wo er sich seit fünf Tagen auf­hält, fas­zi­niert ihn zum Bei­spiel die Gar­ten­kul­tur. Er kennt kaum eine ande­re Stadt in Euro­pa, die der­art krea­tiv mit ihren Grün­flä­chen umgeht. Von denen gibt es vie­le hier. Den Bota­ni­schen Gar­ten ver­wan­del­ten sie in eine Magi­schen Gar­ten. Ges­tern Abend zeug­te eine lan­ge Schlan­ge vom Inter­es­se, das Schau­spiel illu­mi­nier­ter Figu­ren mit­zu­ver­fol­gen. Künst­li­che Pflan­zen erleuch­ten von innen. Ein Tiger erwacht zu Leben wie auch Stein­bö­cke und Kame­le unter ägyp­ti­schen Göt­tern. Selbst ein Stück Chi­na hat man hier auf­ge­baut. Und dem Reiz des Ser­ral­ves-Par­kes kann sich der Rei­sen­de auch nicht ent­zie­hen. Wor­an das liegt? Dies steht in einer der nächs­ten Repor­ta­gen und auch im Kul­tur­rei­se­füh­rer Porto.

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Friedliche Lebensweise am Caminho Português

Basi­li­ka in Fátima
Fahrt von Batalha nach Fátima
Klos­ter­kir­che Batalha
Weg­wei­ser
Ted­dys auf dem Weg nach Santarêm
Nunes Ferei­ra betrach­tet die Burg in Ourém. 
Ein Frie­dens­en­gel betet mit Hir­ten­kin­dern von Fátima.

Zum ers­ten Mal auf die­ser Tour schläft der Rei­sen­de in einer Pil­ger­her­ber­ge. Es ist gera­de­zu Luxus. Denn es han­delt sich um eine frisch reno­vier­te Quin­ta in Cor­ti­ço zwi­schen Tomar und Coim­bra. Die Küche sieht noch nagel­neu aus. Der drit­te Tour­ab­schnitt hat vor weni­gen Tagen mit dem Camin­ho Por­tu­guês begon­nen. Die­ser führt von Lis­sa­bon aus nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Die Via Algar­via­na ist zur Hälf­te abge­schlos­sen, die Rota Vicen­ti­na ganz.

Mit Pil­ger Klaus aus Lünen, der eigent­lich Seg­ler ist, teilt er sich heu­te Nacht die Her­ber­ge. Jeder ver­fügt über sei­nen eige­nen Schlafsaal. 

Eher zufäl­lig ist der Rei­sen­de hier gelan­det. An sich soll­te es noch etwas wei­ter gehen als 44 Kilo­me­ter mit 1100 Höhen­me­tern. Aber in der Nähe lie­gen zwei gut erhal­te­ne Grä­ber aus der Jung­stein­zeit idyl­lisch am Ran­de eines Oli­ven­hains. Auf Hai­nen wie die­sen ist aktu­ell ordent­lich Bewe­gung zu sehen. Um die Dör­fer her­um ern­ten älte­re Men­schen und Fami­li­en die Oli­ven. Als der Rei­sen­de gera­de zu den Grä­bern radel­te, kam ihm ein voll bela­de­ner Trans­por­ter vom Feld ent­ge­gen mit blau-schwar­zen Früchten. 

Die Stein­zeit­men­schen hier aßen sicher auch Oli­ven. In die­sen Grä­bern fan­den Archäo­lo­gen aber auch Res­te von Kanin­chen, Hasen, Füch­sen, Scha­fen, Schwei­nen und sogar eines Zebras. Bei­gesetzt wur­den Frau­en wie Män­ner — 30 bis 50. Deck­stei­ne sind lei­der nicht mehr vor­han­den. Aber die Grab­kam­mern und Kor­ri­do­re sind noch immer gut zu erkennen.

Ein beein­dru­cken­der Fund in einer Gegend mit freund­li­chen Men­schen. In San­t­a­rém woll­te der Betrei­ber eines Cafés dem Rad­ler sei­ne Mini-Luft­pum­pe schen­ken. Im Wall­fahrts­ort Fáti­ma eil­te eine Kun­din im Super­markt her­bei und hob die zu Boden gefal­le­ne Müs­li-Packung für ihn auf. Der Laden­auf­se­her trug ihm ver­ges­se­ne Waren nach zum Parkplatz.

Ab San­t­a­rém wer­den die Ein­woh­ner wei­cher. Die Här­te der Men­schen in Algar­ve und dem süd­li­chen Alen­te­jo lässt spür­bar nach, die man wohl als mau­ri­sches Erbe bezeich­nen kann. Der oder die Ein­zel­ne muss sich durch­set­zen. Nur dann gilt Mann oder Frau als etwas. In Tomar hin­ge­gen trau­ten sich Auto­fah­rer nicht ein­mal, über einen Zebra­strei­fen zu fah­ren, als der Rei­sen­de dort aus­ruh­te. Ihnen zu Gefal­len ging er her­über, sonst stün­den alle Betei­lig­ten viel­leicht jetzt noch dort. Viel­leicht liegt es am Ein­fluss des Frie­dens­en­gels aus Fátima. 

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Tolkiens Seestadt heißt in Algarve Aljezur

Etwas vom Kurs abge­kom­men ist der Rei­sen­de. Er befin­det sich jetzt auf der Rota Vicen­ti­na in Alje­zur nahe Lagos. Daher sieht er hier nach vie­len Renn­rad­fah­rern ers­te Wan­de­rer. Auf der Via Algar­via­na hat er nie jeman­den gese­hen. Offen­bar ver­mark­ten die Tou­ris­ti­ker in Faro die Stre­cke schlecht. Wenn man so demo­ti­viert ist, kein Wunder.

Die Kraft nimmt durch eine Woche Auf­ent­halt deut­lich zu. Selbst die Wan­de­rung auf den Mon­te Fóia in Mon­chi­que war nur ein Klacks wie gera­de auch der Weg zur hoch gele­ge­nen Burg in Alje­zur. In der Alt­stadt sind wie schon in den Städ­ten zuvor hübsch her­aus­gr­putz­te wie ver­fal­le­ne Häu­ser zu sehen. Respekt vor Nach­barn und Tages­tou­ris­ten scheint nicht vor­han­den zu sein. Denn viel Kot liegt auf den Gas­sen. Selbst die Muse­en sind geschlos­sen wie lei­der auch das eines bekann­ten Künstlers.

Blühende Landschaft

Wer dann die Schwär­me­rei auf der Info­ta­fel liest, mag an Tol­ki­ens See­stadt den­ken. Nach der Ver­trei­bung der Zwer­ge durch den Dra­chen Snaug ver­fiel die Stadt zuse­hends. Hier war es der ver­sie­gen­de Fluss, der die Stadt vom See­han­del blü­hen­de nach Flan­dern hin abschnitt. Heu­te ist der Fluss nur noch ein kläg­li­ches Rinn­sal. Es wird so beschrie­ben, als sei die Stadt erst nach der Ver­trei­bung der Mau­ren auf­ge­blüht. Ob das so stimmt, wird noch recherchiert. 

Entspannung ab Aljezur

Ab Alje­zur wer­den die Men­schen deut­lich ent­spann­ter. Im Hotel half eine Mit­ar­bei­te­rin mit zwei neu­en Schläu­chen wei­ter. Denn bei der Abfahrt erwies sich der alte als porös. Nach über­stan­de­nem Plat­ten ergab sich neu­er Schwung bis nach Sag­res, wo der Rei­sen­de das Rad mit ins Appar­te­ment neh­men konn­te. Ein ange­neh­mes Ange­bot, erspart es einem doch die Schlep­pe­rei von 23 Kilo Gepäck. Dort weht einem im Süden Por­tu­gals dafür hef­ti­ger Wind um die Ohren. Daher ent­ste­hen hohe Wel­len, über die sich Wel­len­rei­ter sehr freu­en. Den Jubel trägt der Wind sogar die Steil­küs­te her­auf bis zum Tor­re de Aspa nahe Vila do Bispo. 

Dort befin­det sich der Rei­sen­de end­gül­tig auf der Rota Vicen­ti­va. Die­se führt von Sag­res bis Sétu­bal, ist ein Wan­der­weg. Die­ser bedeu­tet für Rad­wan­de­rer mit viel Gepäck eine sehr gro­ße Her­aus­for­de­rung, ist nur in Tei­len dafür zu emp­feh­len. Allein die Schie­be­rei ist eine Tor­tur. Wer sich das aus­ge­dacht hat? 

Schlimm soll ja auch die Eco­via in Algar­ve von Ayamon­te bis Lagos und Por­ti­mão sein. Von den Rad­lern, die dort unter­wegs sind, hört er nur Schlech­tes über viel Ver­kehr und tou­ris­ti­sche Hoch­bur­gen. In Faro wird sie von dor­ti­gen Tou­ris­ti­kern hoch gelobt, was jeder selbst auf einem Schild unter­halb der Burg lesen kann.

Der Rei­sen­de hat eine viel schö­ne­re Rou­te aus Via und Rota “zusam­men­ge­bas­telt”. Die­se beruht auf sei­ner lang­jäh­ri­ger Rad­ler-Erfah­rung auf Euro­pas Stra­ßen. Sie berei­tet durch zum Bei­spiel Strand­ab­schnit­te wie der Pra­ia de Ode­cei­xe mehr Spaß und ähnelt eher den gut zu bestrei­ten­den Jakobs­we­gen in Spa­ni­en. Mit­tel- bis lang­fris­tig stellt er sie Rad­rei­sen­den in Form eines Rei­se­füh­rers vor.

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Mit dem Rad auf der Via Algarviana

End­lich macht der Rei­sen­de wie­der das, wonach er sich lan­ge gesehnt hat­te: Er ist mit dem Moun­tain­bike im Berg­dorf Salir ange­kom­men, hört jetzt Gril­len zir­pen. Zuvor durch­streif­te und erleb­te er Lou­lé. Ein iri­scher Koch zahl­te dort heim­lich sei­nen Waf­fel- und Crois­sant-Tel­ler. Dahin­ter kamen schon über­ra­schend früh ein­sa­me Stre­cken. Aber es ist sehr warm.

An Orangenhainen entlang

Der Weg bis Alte ist hübsch, da es an Oran­gen­hai­nen ent­lang geht. Bis zum klei­nen Künst­ler­dorf Mes­si­nes wird der Ver­kehr aber lei­der etwas leb­haf­ter. Und eine Auto­bahn durch­schnei­det zum Bei­spiel das Gebiet. Und viel Abfall fliegt am Stra­ßen­rand her­um. In den Städ­ten ver­fal­len auch vie­le Häuser.

Ent­spre­chend aggres­siv tre­ten man­che Ein­woh­ner an tou­ris­ti­schen Hot­spots gegen­über dem Rei­sen­den auf. Radeln auf der Via Algar­via­na ist nicht immer ein Ver­gnü­gen, vor allem wenn der Tou­rist in den Städ­ten als Lizenz zum Geld­dru­cken ange­se­hen wird. Selbst der Ein­tritt in Kir­chen wie Alte und Sil­ves kos­tet Geld.

Auf dem Land sind die Leu­te wesent­lich ent­spann­ter wie im Vale Fuzei­ros bei Sil­ves. Dort ver­brach­te der Rei­sen­de glatt zwei Stun­den mit Bru­no Antó­nio und sei­nen Freun­den. Er erfuhr viel über das Leben im Tal. 

Bes­ser radeln kann man aber in der Ser­ra da Est­re­la, in Anda­lu­si­en und Gali­ci­en, wo die Bewoh­ner warm­her­zig sind. Ein Kell­ner in Sil­ves, übri­gens aus dem hilfs­be­rei­ten Por­to stam­mend, führ­te die mit­un­ter schrof­fe Art der Leu­te aufs ara­bi­sche Erbe zurück, dem man hier Macho-Allü­ren zuschreibt. Machis­mo betrifft hier also nicht nur Frau­en, son­dern auch Männer. 

Oder aber man will ein­fach nicht mehr tun, weil die Löh­ne der­art nied­rig sind, dass man es nicht ein­sieht, mehr als das zu tun, was Kern­auf­ga­be ist. Der Kell­ner macht nicht mehr, als zu ser­vie­ren und zu kas­sie­ren. Der Rezep­tio­nist nimmt nur Daten auf und hän­digt den Schlüs­sel aus. Die Tou­ris­ti­ke­rin arbei­tet nur noch Stra­te­gien aus und gibt Daten wie von Fes­ti­vals in die Mas­ken ein, lässt danach den Grif­fel fal­len. Ist das zu ver­ste­hen? Oder führt die­ser Weg in die Irre?

Die Algar­ve-Tou­ris­ti­ker lie­ßen den Rei­sen­den lei­der gründ­lich hän­gen, was unter ande­rem die Stre­cken­be­ra­tung auf der ‘Via Algar­via­na’ angeht. Von denen kam lei­der gar nichts. Nicht ein­mal ‘Guter Flug’ oder “Hat alles geklappt?”

Einheimische beraten besser als Reiseprofis vor Ort


Die­se Auf­ga­be kön­nen Ein­hei­mi­sche offen­bar bes­ser erfül­len als die “Pro­fis” in Faro. Wie Car­los Pei­xo­to: Der Rad­pro­fi sah den Rei­sen­den in der Stadt Mes­si­nes ankom­men. Er beriet ihn aus­führ­lich in einem Café für den wei­te­ren Weg zum Cabo de São Vicen­te. Die Etap­pen sind jetzt auf den Kar­ten mar­kiert. Und ges­tern Abend erkun­dig­te er sich via Mes­sen­ger, ob alles gut lau­fe. Mit Car­los hat er jetzt wohl eine Not­fall­num­mer, die ihm die Tou­ris­ti­ker in Faro und ande­ren Städ­ten Por­tu­gals nicht geben woll­ten. Heu­te steht der Auf­stieg auf den Mon­te Fóia bevor. Mit ü902 Metern ist er der höchs­te Berg in Algarve.

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