Entenmuscheln in Pontedeume

Enten­mu­scheln in Pon­te­de­u­me: welch ein Glücks­fall in die­ser abge­le­ge­nen Gegend! Pon­te­de­u­me liegt dort, wo der Río Eume in die Bucht Ría de Ares im Gol­fo Ártab­ro mün­det. Größ­te Stadt in der Umge­bung ist A Coru­ña. An sich hat­te der Rei­sen­de einen Cam­ping­platz am Strand ein­ge­plant. Doch als er abends ankam, sah er, dass auch hier wie auf ande­ren Plät­zen Ende Sep­tem­ber schon die Tore geschlos­sen waren. Als Sicher­heit schleppt er immer ein Zelt auf dem Rad mit sich her­um. So kann er sich doch, falls alle Stri­cke rei­ßen, irgend­wo einen Stell­platz an einem siche­ren Ort suchen. Denn manch­mal sind auch Hotels schon aus­ge­bucht. Oder in der Pil­ger­her­ber­ge nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist es zum Bers­ten voll, so dass er die Her­bergs­el­tern dann bit­tet, das Zelt auf dem Rasen auf­stel­len zu dür­fen. Oft schnarcht jemand oder es riecht unan­ge­nehm, so dass es im Zelt doch viel kom­for­ta­bler ist. 

Doch zum Glück gibt es ein Hotel auf der hüb­schen Halb­in­sel hin­ter Pon­te­de­u­me. Als der Rei­sen­de dort ein­trifft, stößt er auf einen sehr freund­li­chen Hote­lier hin­ter der The­ke. Spon­tan lädt ihn die­ser zu einer Deli­ka­tes­se ein: per­ce­bes. Ein Freund habe ihm eine gro­ße Men­ge geschenkt. Wahr­schein­lich sorgt er sich nur, dass sie ver­der­ben könn­ten. Aber eine tol­le Ges­te ist es trotz­dem, auch weil er den Wert des Geschenks zu schät­zen weiß. Lie­ber zube­rei­ten als weg­wer­fen. Viel­leicht spricht es auch dafür, dass Gali­ci­en frü­her sehr arm war und davon gepräg­te Men­schen Lebens­mit­tel nicht ein­fach wegwerfen.

Muschelsammler haben einen gefährlichen Job

Enten­mu­scheln, ein Krebs­tier, fin­den sich an den Fels­wand ent­lang der Küs­te. Ein gefähr­li­cher Job, den der Rei­sen­de von einem der vie­len Leucht­tür­me am Meer mal beob­ach­ten durf­te. Zwei Män­ner klet­ter­ten im stei­len Gelän­de ober­halb der auf- und abrol­len­den Wel­len her­um. Es ist eine gefähr­li­che Arbeit, bei der Klet­te­rer leicht abrut­schen kön­nen. Aber auch ein lukra­ti­ver. Denn Enten­mu­scheln wer­den gut bezahlt. Dazu schenkt der Wirt den guten Weiß­wein Alb­ari­ño ein. 

Aller­dings ist es wie mit man­chen Deli­ka­tes­sen: Ob sie einem letzt­lich auch wirk­lich schme­cken, ist rei­ne Geschmacks­sa­che. So wie bei Trüf­feln. Der Rei­sen­de fin­det den Hype dar­um über­trie­ben. Pfif­fer­lin­ge oder ein guter Stein­pilz schme­cken doch viel bes­ser. Und frisch gefan­ge­ne Mies­mu­scheln wür­de er immer Enten­mu­scheln vorziehen. 

Ihr seht, ihr müsst euch um Rei­sen­de hier kei­ne Sor­gen wegen Unter­ernäh­rung machen, solan­ge es Enten­mu­scheln in Pon­te­de­u­me gibt. Mor­gen geht es wei­ter Rich­tung Fer­rol und Ribadeo.

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