In Schweden ausprobiert: Blockhausbau

Voll bewusst wurde Jung dieses Prinzip während seiner Wanderjahre in Kanada. Im Scandinavian Belt verglich er Blockhäuser aus der Einwanderungszeit, die Skandinavier und Briten gebaut hatten. Während die Skandinavier binnen vier Wochen Blockhäuser mitsamt Dalaknut gebaut hätten, hätten Engländer mit dem Prinzip des Blockhausbaus gekämpft. „Sie beherrschten jedoch die Technik der Eckverbindung nicht, da sie keine Blockhäuser kannten“, erzählt Jung.

Der Zimmermann leitet, wie im letzten Beitrag berichtet, Kurse im Blockhausbau beim Unternehmen Gränsfors Bruks. Dort können Menschen aus aller Welt noch traditionelle Methoden des Handwerks ausprobieren. Spezialisiert ist Gränsfors Bruks sowohl aufs Schmieden von Äxten als auch den Bau von Blockhäusern. „Daher setzten sie nur einen Balken auf den anderen mit einer einfachen Kerbvertiefung ohne Zapfen. Für einen Stall oder eine einfache Hütte reicht das, aber nicht für ein Wohnhaus.“

„Heute beherrschen nur wenige diese Kunst“, meint auch Zimmermann Lennart Bälter aus Sollerön bei Mora. „Weder Finnen noch Russen können so bauen, denn sie haben es nicht gelernt. Sie fertigen keine Zapfen an, so dass das Haus nicht stabil und dauerhaft ist. Ich habe dort viele schiefe Häuser gesehen.“ Dafür erfolgt ein Sprung vom Hälsingland ins Ursprungsland des Knuts.

Nächster Schauplatz ist der Siljansee in Dalarna. In den kleinen Orten Mora und Rättvik werden die meisten schwedischen Blockhäuser produziert. In Rättvik sitzen sogar die größten Unternehmen Schwedens. Sie exportieren weltweit. Bälter baut ausschließlich Blockhäuser, meistens für Bauherren in der Region. Das Auftragsbuch des Dreimann-Unternehmens ist so prall gefüllt, dass er es sich leisten kann, Aufträge an seinen Cousin abzugeben. Im Schnitt zieht er sieben bis acht Blockhäuser im Jahr binnen drei bis vier Wochen hoch, ohne Bausätze zu benutzen.


Fortsetzung folgt.

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