Schlagwort-Archive: Andalusien

Auf den Spuren des Dichterfürsten Federico Garcia Lorca

Als ich in Barcelona Katalanisch lernte, wurde an der Universität auch ein Theaterstück Federico Garcia Lorcas aufgeführt. Natürlich besuchte ich die Aufführung der Studentengruppe, verband ich damals Spanien unbedingt mit einem der größten Dichter des Landes. “Bluthochzeit” zählt zu seinen bekanntesten Werken. Vom Stück selbst verstand ich damals nicht viel, denn so gut war mein Spanisch noch nicht. Aber es war meine erste Begegnung mit dem in Andalusien lebenden Poeten.

Als es im Januar einige freie Tage gab, beschlossen ich und der aus London stammende Freund Declan, nach Andalusien zu fahren. Schöne Fotos faszinierten uns: Alhambra in Granada, Mezquita in Córdoba, Kathedrale in Sevilla. Wir fuhren einfach mit dem Zug los, uns etwas aufs Glück verlassend, eine Unterkunft vor Ort zu finden.

Als wir in Granada eintrafen, waren wir erstaunt, dass dort sogar Wasser auf der Straße gefror. Obwohl im Süden gelegen, kann es auch in Andalusien sehr kalt werden. Wir fanden ein freies Zimmer bei einem älteren Paar im Zentrum der Stadt. Von dort aus nahmen wir uns als erstes die Alhambra vor, marschierten den Hügel zu Fuß herauf, fanden es äußerst exotisch, wegen des Gartens, der Wasserspiele und des Blickes über die Umgebung.

Aber noch viel mehr rührte uns, dass der letzte Maurenkönig viele Tränen vergossen haben soll, als er Granada im Jahre 1492 verlassen musste. Wir konnten seine Trauer aufgrund der schönen Umgebung gut verstehen. Damit war auch die Reconquista der katholischen Könige abgeschlossen. Es gab kein arabisches Kalifat mehr.

In Granada besichtigten wir auch die berühmten Höhlen, in denen wirklich Menschen leben. Sie haben Löcher in den Berg gegraben, nutzen die Erdwärme und haben sich dort richtige Wohnungen eingerichtet. Viele Aussteiger, auch aus dem Ausland, haben sich dort niedergelassen.

In der Nähe liegt mit Fuente Vaqueros ein Dorf, in dem Garcia Lorca auf die Welt kam. Leider waren wir an einem Montag dort, so dass das Museum geschlossen war. Im Ort selbst war sonst sehr wenig los, so dass wir zu Fuß zu einem kleinen Park liefen, der dem großen Dichter gewidmet war. Dort standen Tafeln mit Zitaten aus seinen Werken. Wir lassen sie uns gegenseitig vor und ich filmte das Szenario.

Ich erinnere mich vor allem noch an den berühmten Vers “Verde que yo te quiero verde” – Grün wie ich dich liebe grün” aus der Romance Sonámbulo. Ich war unendlich traurig, dass man Garcia Lorca in dieser Gegend einfach erschossen hatte und versuchte mir vorzustellen, was sich damals in der Serra abgespielt hatte. Seine sterblichen Überreste hat man bis heute nicht gefunden

Aber nach der Rückkehr nach Barcelona freute ich wiederum darüber, wie gerührt Freunde waren, dass wir den Park besucht und Verse aus seinen Werken zitiert hatten. Sie sahen einfach, dass wir uns sehr für die Kultur ihres Landes interessierten. Nach einigen Reisen mehr, hörte man dann auch von ihnen, dass wir ihr Land besser kennten, als sie selbst. Ein befreundetes Paar reiste dann auch selbst nach Andalusien, um auf unseren Spuren zu wandeln.

Wer mehr über das heutige Verhältnis der Spanier zum Dichterfürsten erfahren will, sollte den soeben publizierten Artikel in der Zeit lesen, den ein aus Granada stammender Journalist verfasst hat. Viel Freude beim Lesen!

Artikel Garcia Lorca

Kulturszene in Barcelona feiert El Bermejo

Mit “El Bermejo” (1440 – 1501) steht in Barcelona aktuell ein bisher eher unbekannter Meister im Rampenlicht. Er ist ein Renaissancemaler des 15. Jahrhunderts, weshalb er mich sehr interessiert, weil ich mich mit der Epoche gerade näher befasse.

Als ich jetzt den Artikel aus dem Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in die Hand bekam, suchte ich im Text des Verfassers Paul Ingendaay natürlich sofort nach Hinweisen in seiner Malerei aus der damaligen Zeit, stand Spanien doch damals kurz davor, sich zur Großmacht aufzuschwingen. Dem Königreich steht noch der Erbfolgekrieg bevor, war gerade noch dabei, die Araber zu vertreiben. Zeitgleich gingen die Spanier überaus hart gegen Juden vor, die dadurch gezwungen waren, nach Portugal und in den Orient auszuwandern. Dort waren sie aufgrund ihres großen handwerklichen und finanziellen Geschicks gefragte Leute. Auch die furchtbaren Erfahrungen mit der Pest hatten die Bewohner der Iberischen Halbinsel gemacht und den Fall Konstantinopels mit Entsetzen gesehen.

Spiegelt sich irgendetwas von diesen Erfahrungen in den Gemälden El Bermejos wider, der mit bürgerlichem Namen Bartolomé de Cárdenas hieß, in Córdoba geboren wurde und wohl zwangsweise zum Christentum übertreten musste?

Durchaus. Er malte zum Beispiel eine Szene der Geißelung, die die Qualen Jesu veranschaulichen sollten. Die Menschen damals versuchten zu erforschen, was die Gottesmutter Maria fühlte, als ihr Sohn ausgepeitscht und später, als er ans Kreuz genagelt. Wurde sie gar ohnmächtig in ihrem Schmerz? Dies zu ergründen, war eine wichtige theologische Frage. Die Gefühle des Menschen rücken in den Mittelpunkt des Interesses.

Der FAZ-Autor beschreibt auch die Marienfiguren des Malers, die elfenbeinerne Zartheit und herzzerreißende Trauer aufwiesen. Seine Christusfiguren seien schrecklich leidende Menschen und obendrein skandalös nackt.

Es ging damals nicht nur um das Leiden Christi und Marias, sondern auch um die Seele der Reise nach dem Tod. Würde sie in der Hölle ankommen? Hatte sie im Leben genug gute Taten verrichtet, damit man doch vom Engel ins Paradies gelassen wurde? Musste man wirklich allen irdischen Versuchungen widerstehen, um ins Paradies zu gelangen?

Erwähnung findet daher im FAZ-Artikel auch das erste erhaltene Gemälde El Bermejos: „Der heilige Michael triumphiert über den Teufel“ (1468) aus der National Gallery in London. Man könne sich an der Stofflichkeit kaum sattsehen, schreibt Ingendaay. Die schimmernde Goldrüstung des Erzengels mit eingearbeitetem grünen Samt, grau schimmerndem Kettenhemd und perlen- und diamantbesetztem Schuhwerk, umweht von einem prächtigen purpurnen Umhang, kontrastiere mit dem bösen Tier, das er mit dem Fuß zu Boden drücke.

Der Glaube an den Teufel war allgegenwärtig. Er versucht stets, auch mit Lügen, die Seele für sich zu gewinnen, bietet ihr ein Leben in Luxus, wofür sie später aber in der Hölle leiden muss. Auf der anderen Seite steht der Engel mit dem flammenden Schwert, der auch um die Seele wirbt, ihr rät, dass all diese überflüssigen irdischen Güter abzulehnen. Diese seien vergänglich. Über dem FAZ-Artikel findest Du ein Bild, auf dem Maria Jesus in den Armen hält. Der Totenkopf rechts davon ist ein typisches Emblem für die Vergänglichkeit. Wenn sie aber ein einfaches Leben führe und den Weg in die Heilige Mutter Kirche finde, sei sie erlöst. Der Seele fällt es sehr schwer, all das zu begreifen.

Jetzt hoffe ich, Neugierde in Dir geweckt zu haben, die Ausstellung in Barcelona zu besuchen. Sie läuft im Museu d’Art Nacional de Catalunya. Dort werden über zwanzig Gemälde El Bermejos gezeigt, ergänzt um mehr als vierzig Bilder von Vorläufern und Zeitgenossen.

Weitere Infos unter

El Bermejo – Spanien entdeckt alten Meister des 15. Jahrhunderts wieder

Sherry, Käse und gebratene Auberginen – heute ist Andalusientag

Immer mal wieder lobe ich hier die andalusische Küche. Für mich hat sie den Reiz, dass es in Andalusien viele Restaurants abseits der touristischen Trampelpfade in kleinen Orten gibt. Diese lernen Radfahrer oder Wanderer leichter kennen als jemand, der in einer Fahrerkabine sitzt. Denn man kehrt nach kürzeren Distanzen ein, weil man sich erholen will und fast immer hungrig ist. Zudem sind die Preise auf dem Land recht niedrig, so dass es man es sich leisten kann, sich unterwegs fast nur in Bars und Restaurants zu versorgen und so die regionale Küche kennenzulernen.

Ein Autor der englischen Zeitung “The Telegraph” hat sich jetzt mit José Pizarro getroffen. Der Gastronom stammt aus der Extremadura, lebt aber in England und gilt als Kenner der andalusischen Küche.

Für ihn hält Andalusien für Gäste einfache Vergnügungen bereit wie ein Glas Wein oder Sherry; dazu gibt es dann etwas Schinken oder Käse. Viele der Zutaten und Rezepte gingen bis in die Antike zurück, so dass die Speisen ziemlich vielfältig seien, erzählt er.

Jede der acht Provinzen beherberge ganz eigene Rezepte wie etwa gebratene Auberginen mit Zuckersirup in Cordoba oder Kabeljau mit Orangensalat in Granada. Oder ein großes Stück vom Thunfisch aus Cádiz, der nachhaltig mit Netzen während ihres Zuges vom Atlantik ins wärmere Mittelmeer gefangen werde. Er esse ihn sogar gerne roh mit gutem Olivenöl und Salz.

Dem Interviewten zufolge solltest Du im nächsten Urlaub in Cordoba Gazpacho als Erfrischung probieren, denn Pizarro hält diese kalte Suppe für die beste der Region. Sie heißt Salmorejo und ist etwas dickflüssiger als die anderen. Ebenfalls für empfehlenswert hält er ajoblanco aus Málaga, dem sogar Mandeln und Melonen beigefügt würden.

So, ich bekomme jetzt Hunger und werde gleich einkaufen gehen. Klar, dass es heute mittag andalusische Küche gibt. Ich gehe davon aus, dass Du gut Englisch sprichst und die zweite Hälfte des Interviews sicherlich auch selbst lesen kannst.

Mehr Infos unter:

Andalusische Küche

Urlaub der Extreme

Eine ganz andere Perspektive erhältst Du, wenn du im Urlaub ein Land nach geographischen Punkten erkundest. Geographen vorwärts!

Nach der Zeitung „La Voz de Galicia“ gibt es in Spanien so einige interessante geographische Punkte. Ich persönlich habe mit dem Ort Tarifa jetzt endlich eine Eselsbrücke für die Grenze zwischen Atlantik und Mittelmeer gefunden, denn ich konnte mir das bisher nie merken. In Tarifa ist mir bei einer meiner Radwanderungen vor allem der wahnsinnige Wind am Strand aufgefallen, weshalb die Gegend besonders Surfern gefällt.

Hingegen gilt Estaca de Bares in der Provinz A Coruña als Ort, wo der Atlantik vom kantabrischen Meer getrennt wird. Dort liegt ebenfalls der nördlichste Punkt der Iberischen Halbinsel mit schöner Steilküste, die zugleich Lebensraum und Durchzugsgebiet von Zugvögeln ist.

Hingegen war mir aber schon beim Urlaub auf der Kanareninsel El Hierro bewusst, dass ich mich an der Punta de la Orchilla am westlichsten Punkt Spaniens befand. Vor 1492 habe man geglaubt, dass sich dort der westlichste Punkt der Erde befand, schreibt „La Voz“.

Und an welchen Punkten ergibt sich die längste Strecke zwischen Westen und Osten der Halbinsel? Den östlichen Punkt bildet der Cabo de Creus bei Gerona, wo es einen spektakulären Naturpark gibt. Im Westen hingegen liegt der Cabo Fisterra das Gegenüber, der auch Ziel der Jakobspilger ist, die auch etwas von der beeindruckenden Steilküste sehen wollen, von der ein Teil sogar als Todesküste bezeichnet wird. Unter Seefahrern gilt diese Küste als gefährlich. Viel Spaß beim Durchstreifen und Erleben.

Weitere Informationen:

Einzigartige geographische Ziele in Spanien

Spaniens schönste Dörfer durchstreifen und erleben

Du kennst bestimmt auch die Initiative “Unser Dorf soll schöner werden”. Wenn sich Dörfer besonders gelungen herausputzen, gibt es Preise dafür. Diese Initiative gibt es seit Jahren auch in Spanien.

Es existiert sogar ein Ranking mit den vermeintlich schönsten Dörfern, jedenfalls von denen, die an dem Wettbewerb teilnehmen. Neulich fand ich in spanischen Medien auch Listen, zu denen ich Dir als Hilfe für Deine nächste Reise auf die Iberische Halbinsel hier verschiedene Links gab. Der “Spiegel” veröffentlichte jetzt auch eine Liste mit den schönsten Dörfern, basierend auf den Ergebnissen des spanischen Wettbewerbes. Viel Spaß beim Durchklicken.

Spaniens schönste Dörfer

Spaniens älteste Stadt

Cádiz in Andalusien – mich enttäuschte der Ort, als ich von Jerez de la Frontera hingeradelt war. Andere Städte im Süden sind malerischer. Ich erinnere mich daher mehr an meine Angst, aus der Stadt hinaus zu kommen, da ich glaubte, mit dem Rad irgendwo ein Schild übersehen zu haben und auf einer Autobahn gelandet zu sein.

Die Straße war doppelspurig auf beiden Seiten, die Fahrzeuge rauschten an mir vorbei. Ich erwartete jederzeit die Polizei, die mir sagen würde, lieber Junge, sieh mal zu, dass du dich vom Acker machst. Aber nicht einmal einzelne Autofahrer gaben mir Zeichen.

Irgendwann kam dann doch eine erlösende Abfahrt und die Tour führte dann entspannt weiter an der Küste entlang. Cádiz hatte ich hinter mir und fühle mich irgendwie bestätigt beim Lesen des Artikels in der Welt, dass der Autorin nichts aufgefallen ist, keine besondere Perspektive gefunden hat. Verpasst habe ich dort also nichts. Gassen zum Herumschlendern gibt es überall in ganz Spanien, Kanonen auch, die empfohlenen Speisen auch.

Vielleicht kannst Du mir Tipps geben, wodurch sich die Stadt auszeichnet. Immerhin wurde dort die erste Verfassung des Landes verfasst. Und sie ist die älteste Stadt Spaniens. Oft lassen sich durch solche Fakten wunderbar bestimmte Haltungen der Menschen beobachten wie einen großen Stolz darauf, gerade in Andalusien, das sich oft von der fernen Zentralregierung in Madrid vernachlässigt fühlt.

Spaniens älteste Stadt

Ewiger Streit um den Affenfelsen

Gibraltar – von allen Orten in Andalusien finde ich diesen besonders spannend. Deshalb besuchte ich die Stadt auf dem Affenfelsen auch schon zweimal auf meinen Radreisen in Spanien.

Mich zog als Historiker natürlich in erster Linie an, dass der Ort eine Kolonie am Rande Europas ist. Wo gibt es eine Möglichkeit, sich so unkompliziert anzusehen, wie die Menschen dort mit diesem Status umgehen.

Wohnen sollte man am besten im spanischen Vorort La Linea, weil es dort deutlich günstiger ist als in Gibraltar. Zur Besichtigung muss jeder erst über die Grenze laufen.

In diesen Tagen ist der Grenzübergang noch unkompliziert, doch wie wird es bei einem Brexit? Es gab schon einmal eine Zeit, an die sich die Älteren auf Gibraltar nur ungern erinnern. Durch einen heftigen Streit mit Spanien über den künftigen Status der Kolonie schlossen die Spanier in den 1980er Jahren die Grenze. Wenn jemand herein wollte, ging das nur über Boote. Für einzelne mag das noch irgendwie lösbar sein. Aber die Versorgung der Bevölkerung zu leisten, ist schwierig. Aus Marokko kam Hilfe. Es gab schon länger Verbindungen nach Casablanca, aber diese wurde jetzt intensiviert. Auch über die Flugzeuge lief die Versorgung, von der man heute noch etwas mitbekommt. Bis heute flammen immer wieder Streitigkeiten zwischen Spanien und England auf.

Denn hinter der Grenze liegt der Flughafen, besser: Ring kleines Rollfeld. Es ist schon kurios, an einer Ampel stehen zu bleiben, zu warten, bis ein Flugzeug gelandet ist, dann erst über das Rollfeld gehen zu dürfen im Pulk anderer Ankömmlinge. All dies erlebt man schon in den ersten Minuten nach der Ankunft, weshalb sich da schon ein Besuch lohnt.

Was hingegen ein Reporter der englischen Zeitung “Telegraph” in Andalusien erlebt hat, könnt ihr hier nachlesen.

Erlebnisse in der Alpujarra

Spaniens tolle Museen und Tapasbars

Etwas übertrieben finde ich es ja, wenn “Die Presse” in Wien mit der Überschrift eines Artikels suggeriert, Madrid sei die Hauptstadt der Tapas. Da gibt es bessere spanische Städte.

Ich teile allerdings die Ansicht, dass die Museen in Madrid sehr gut sind. Und ich bin froh, dass auch mal ein anderes genannt wird als der Prado. Dieses Museum kommt natürlich auch im Artikel vor mitsamt Picassos Guernicabild, was ich schade finde, denn dort geht ohnehin “jeder” Madridbesucher mal hin. Besuchenswert ist etwa das privat geführte Seefahrtsmuseum, denn Spanien war mal eine Macht auf See, und dort erfährt man dann auch warum und wie dies das Land prägte.

Im Museum “Reina Sofia” bin ich selbst gewesen, wäre aufgrund einer von der Autorin empfundenen “düsteren Atmosphäre” nie darauf gekommen, dass es mal eine Klinik beherbergte, sondern empfand die Architektur als recht elegant. Denn Besucher betreten ein vornehmes Gebäude mit weiten Treppen. Es gibt großzügige Fenster mit tollen Aussichten auf Madrid und auf den Innenhof, in dem so wirkungsvoll Skulpturen aufgestellt sind, dass man Lust bekommt, sich auch im weiteren Leben mit Skulpturen zu beschäftigen.

Die von mir und meiner Freundin eher zufällig ausgewählte Ausstellung zeigte Karikaturen sehr bekannter Künstler wie Goya, weshalb wir auch mal eine unbekannte Seite dieses Künstlers zu Gesicht bekamen.

Als Orte mit sehr guten Tapas empfehle ich Ubrique und Grazalema in Andalusien. Es sind zwar nur Dörfer in der Serra, aber dort gibt es Rezepte vom Land, wie zum Beispiel sehr schmackhafte Wachteleier.

Als Hauptstadt der Tapas empfinde ich eher San Sebastián. Nirgendwo anders in Spanien fand ich eine so große Zahl an Tapasbars und eine solch große Vielzahl an Gerichten vor. Ich habe dort sogar mal Gehirn gegessen, was meine Freundin so eklig fand, dass sie mich nie wieder küssen wollte. Sie hat es dennoch getan. Ein Fehler war es also nicht!

Streifzug durch Madrid

Märchendichter Hans Christian Andersen reist als Tourist nach Andalusien

Es ist immer wieder interessant, welche Persönlichkeiten durch die Welt reisen. Gerade las ich im Reiseteil der “Berlingske”, eine der größten Zeitungen Dänemarks, von

statuen af H.C.Andersen på Plaza la Marina. Han besøgte Malaga i 1862 og hans rejsebeskrivelse »I Spanien« er fremragende og tegner et ekstraordinært positivt portræt af spanierne i Andalusien, som stadig holder vand.

Erstens wusste ich nicht, dass Andersen in Spanien gewesen war und auch in Portugal. Zweitens hat er sogar ein Buch über seine Zeit in Südeuropa geschrieben. Bekannt ist er zum Beispiel durch das Märchen “Das hässliche Entlein”.

Das Werk habe ich natürlich gerade bestellt, liefern solche Bücher doch oft hochinteressante Einblicke in die Zeit von 1862. Sehr gute Autoren wie der berühmte Märchendichter Andersen haben oft einen scharfen Blick auf die jeweilige Gesellschaft des Landes und finden die passenden Bilder dafür.

Ich grase oft Antiquariate und Flohmärkte nach guter Literatur ab, weil ich in ihr verblüffend oft Zugänge zu mir neuen Phänomenen finde. In Portugal traf ich zum Beispiel auf eine besondere Art der Religiosität, die ich noch nie in einem anderen Land antraf. Ich gehe auf diese in meinem Kulturreiseführer über die hohen Berge Portugals ein, der im Frühjahr erscheint. Ich bin mehrere Wochen durch die Serra da Estrela geradelt.

Oder aber in Spanien trifft man oft noch auf den Machismo, für den es natürlich auch Erklärungen gibt. Der bekannte Journalist Friedrich Sieburg sieht in seinem Werk über den neuen Staat Portugal, er traf mehrfach Salazar, eine der Wurzeln dafür im arabischen Erbe.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, was Andersen über die Zustände in den damaligen Königreichen Spanien und Portugal schreibt.

Reise nach Málaga

Mehr als Partys und Sonne

Ballermann? Strände? Mallorca hat auch Höhlen zur Besichtigung anzubieten, die ich nicht entdeckte, als ich dort einmal die Insel umradelte. Mallorca hatte ich lange vor mir hergeschoben und erst einmal mir interessanter erscheinende Ziele in Spanien auserkoren.

Andalusien fand ich wegen des maurischen Erbes spannender und besuchte lieber Granada, Córdoba, Sevilla und Ronda. Und natürlich dem großartigen Dichter Garcia Lorca huldigen, der im Bürgerkrieg von Gegnern der Republik erschossen wurde. Gibraltar wollte ich lieber sehen, um mein Wissen aus dem Geschichtsstudium über die Kolonie zu verlebendigen.

Doch dann kam ich auch nach Mallorca und war positiv überrascht, wie begeistert die Einheimischen selbst dort mit dem Rennrad fahren, dass es dort auch längst nicht so überlaufen war bis auf die Hotspots. Allerdings war ich dort vor Ostern, was ich nur empfehlen kann.

Denn die Menschen sind deutlich entspannter. Der Inhaber eines Hotels in Palma führte mich dementsprechend mit dem Rad durch die Gegend, in einem anderen in Port de Sóller hörte ich tolle spanische Musik. Am nächsten Morgen übergab mir eine Mitarbeiterin eine Kopie der CD.

Wer mehr über die Höhlen erfahren will, sollte hier weiterlesen:

Höhlen auf Mallorca

Erholung pur in Spaniens sieben schönsten Dörfern

Nicht nur die Zeitung “El Pais” aus Madrid bemüht sich darum, ihren Lesern die Perlen des Landes schmackhaft zu machen. Auch “La Vanguardia” aus Barcelona beteiligt sich daran. Die Redaktion stellt zwar nicht gleich 30, aber immerhin sieben schöne Dörfer auf dem Lande vor.

Die oft nur wenige Einwohner zählenden Orte liegen in Extremadura, Andalusien, Asturien, Aragón, La Rioja und Katalonien.

Für mich zählt zum einen die Ruhe zu den Reizen solcher Gegenden. Während ìch in Deutschland nachts oft Lärm der Autos oder Flugzeuge höre, gibt es auf der Iberischen Halbinsel noch Regionen, in denen höchstens mal ein Hund bellt. Oder nur ganz wenig Licht vorhanden ist. Das ist Erholung pur unter dem Sternenhimmel dank oft klarer Nächte.

Morgens weckt einen in Galizien oder Kastilien nicht der Autoverkehr, sondern der erste Hahnenschrei. Ich erinnere mich immer wieder gerne an ein lustiges Gespräch mit der Wirtin einer Pilgerherberge, auf deren Rasen ich im vor einigen Monaten mein Zelt aufgestellt hatte. Als ich sie beim Frühstück darauf aufmerksam machte, dass ihr Hahn doch sehr aktiv sei, ab vier Uhr morgens alle paar Minuten ein Schrei, lachte sie sehr. Im Stall wohnte nicht nur ein Hahn, sondern gleich sieben. Das Rätsel war gelöst.

Sieben schöne Dörfer

Spaniens 30 schönste Dörfer

Bisher dachte ich, ich kennte jeden Grashalm in Spanien. Denn ich bin schon durch viele Provinzen geradelt. Meistens folgte ich den Jakobswegen, doch auch durch Andalusien oder Katalonien bin ich schon viel gekommen.

Und heute finde ich in “El Pais” eine Auswahl der 30 schönsten Dörfer Spaniens. Die Reiseredaktion hat diese zusammengestellt. Von denen kenne ich mit Grazalema in Andalusien und Combarro in Galizien gerade einmal zwei.

Grazalema liegt im Binnenland. Ich erinnere mich an die große Dankbarkeit eines ehemaligen Gastarbeiters, der sich bei mir für die Großherzigkeit der Deutschen bedankte, ihn während der Diktatur Francos aufgenommen zu haben. Er spendierte mir eine leckere Portion Tapas. Und ich erinnere mich an die kleinen schwarzen Schweine auf den Wiesen, aus denen später der gute iberische Schinken produziert wird.

Noch frischer ist die Erinnerung an Combarro an der galizischen Küste. Dort war ich im August 2017, als ich erst auf dem portugiesischen, dann galizischen Jakobsweg radelte. Ich verbrachte dort den Nachmittag mit einer lieben Pilgerin aus Heidelberg vor einem Café. Das Meer rauschte, es war warm an der Luft. Doch machte ich auch Bekanntschaft mit dem kalten Wasser, das mit 15 Grad doch recht erfrischend ist. Bei 25-30 Grad Lufttemperatur und so erheblicher Differenz kostete es mich dort mehr Überwindung als ins Polarmeer zu steigen. Auf dem Lofot waren es nur fünf bis sieben Grad Unterschied. In Galizien fließt kaltes Wasser aus den Bergen in die Buchten.

Daher freue ich mich schon darauf, in den kommenden Jahren alle anderen auch zu durchstreifen und zu erleben.

Die 30 schönsten Dörfer Spaniens