Kür der besten Kultur- und Reisefilme im TV

Kür der bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV-Pro­gramm: Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten regel­mä­ßig mit den bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­men im TV-Pro­gramm. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa. Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen, Öster­reich, Por­tu­gal, Schwe­den und Spa­ni­en sind ab heu­te ver­tre­ten. Wie­der­ho­lun­gen sind in die­ser Über­sicht kaum vor­han­den. Vie­le von ihnen ste­hen in zuvor ver­öf­fent­lich­ten Newslettern.

Her­vor­zu­he­ben ist sicher die Sen­dung über Gali­ci­ens Küs­te. Der Rei­sen­de durch­streif­te und erleb­te sie, von Por­to kom­mend, meh­re­re Wochen erst im Jah­re 2017. Einen gro­ßen Teil der Stre­cke bestritt er mit dem Rad auf dem Jakobs­weg. Ab dem Grenz­ort Tui bis nach Riba­deo führ­te die Rou­te mal durchs Hin­ter­land, dann am Was­ser entlang. 

Die­se Wech­sel vom Hoch- ins Tief­land sind zu emp­feh­len. Denn so kann sich der Kör­per im Flach­land gut erho­len und Kraft sam­meln für schö­ne Auf­stie­ge. Fürs Auge ist die Abwechs­lung auch gut. In den ein­sa­men Berg­dör­fern freu­en sich die Men­schen auf net­te Gesprä­che und spen­die­ren hier und da Obst und Getränke.

23 Kilo über den Felsen wuchten

Der Cami­no de Sant­ia­go lässt sich im Urlaub in Nord­spa­ni­en gut mit dem Rad bewäl­ti­gen, selbst auf Schot­ter. Nur zwei Ber­ge mied der Rei­sen­de auf der lan­gen Stre­cke, weil es extrem steil auf Schot­ter nach oben ging. 23 Kilo schiebt man nicht mal eben so her­auf. Und schon eini­ge Trep­pen­stu­fen kön­nen bedeu­ten, dass man nach bis dahin beque­mer Fahrt zur Stra­ße zurück­keh­ren muss. Zum Glück gab es gute Stra­ßen, um sie leicht zu umfahren.

An einem knie­ho­hen Fel­sen expe­ri­men­tier­te der Rad­ler mal eini­ge Minu­ten her­um, bis er den Schwung und den Win­kel fand, das Rad her­auf zu wuch­ten. Das war sehr anstren­gend. Dahin­ter und davor lag hin­ge­gen eine ange­neh­me Stre­cke. Mit der Zeit wach­sen aber die Mus­keln am Ober­kör­per, so dass sich der Auf­wand lang­sam redu­ziert. Nach der Rück­kehr fal­len Lie­ge­stüt­zen als wei­te­re Beloh­nung gera­de­zu leicht aus. 

Ein Kul­tur- und Rad­rei­se­füh­rer über den Nord­wes­ten der Ibe­ri­schen Halb­in­sel ist geplant, damit ihn jeder gut bewäl­ti­gen kann.

Jetzt folgt die Kür der bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV-Programm:


SaSoMoDiDoFr
Deutsch­land

Sagen­haf­tes Sie­ben­ge­bir­ge, WDR, 20.15 UhrWild­pfer­de im Müns­ter­land, BR, 14.45 UhrHaupt­sa­che Cam­ping, SWR, 21.00 Uhr

Ham­burgs Auf­stieg zum Welt­ha­fen, Phoe­nix, 22.15 Uhr
Wes­ter­wald, SWR, 20.15 Uhr
Frank­reichLoire, Men­schen am Fluss, HR, 20.15 Uhr


Von der Camar­gue in die Ardè­che, arte, 11.20 Uhr
Nor­we­gen
3000 Kilo­me­ter durch Nor­we­gen, NDR, 20.15 Uhr

Unter­wegs im hohen Nor­den, Phoe­nix, 20.15 Uhr




Öster­reich
Wien­fluss und Donau­ka­nal, Alpha, 20.15 Uhr.


Vom Zil­ler­tal ins Ahrn­tal, HR, 21.00 Uhr
Por­tu­gal



Madei­ra, Juwel im Atlan­tik, Phoe­nix, 12.00 Uhr
Schwe­den



Küs­ten der Ost­see, arte, 7.50 Uhr
Spa­ni­en
Berg­welt Mal­lor­cas, SWR, 20.15 Uhr

Gali­ci­ens Küs­te, NDR, 20.15 Uhr
Kür der bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV-Programm
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Wandern oder Radeln auf dem Camino Primitivo?

Bist Du schon auf dem Cami­no Pri­mi­tivo gera­delt? Nach­dem ich gera­de einen Arti­kel in der “Welt” dar­über gele­sen habe, reizt es mich schon, weil ich dann mal wie­der ordent­lich auf dem vom Küs­ten­weg abge­hen­den Teil des Jakobs­we­ges kra­xeln könnte.

Erst ein­mal habe ich auch den Weg durch Gali­zi­en und Por­tu­gal erklim­men kön­nen und muss­te nur zwei- oder drei­mal auf Land­stra­ßen aus­wei­chen. So schlimm war es trotz 23 Kilo­gramm Gepäck jetzt auch nicht gera­de. Zum ande­ren kann man auch schie­ben. Vie­le erzäh­len auch nur ger­ne viel und erzäh­len, wie anstren­gend doch die Stre­cke sei, die gera­de vor einem lie­ge. Am Ende war es dann immer leich­ter als gedacht. Hier han­delt es sich auch nur um knapp über 300 Kilo­me­ter Stre­cke. Und auch dort wird es schon mit Hil­fe eines Navis mög­lich sein, die ganz stei­len Abschnit­te zu umfah­ren. Ich pro­bie­re es trotz­dem in den Ber­gen aus, auch wenn ich auf einer Web­sei­te gele­sen habe, dass es für Rad­ler zu schwie­rig sei. Es gibt sicher dort auch Unter­künf­te, wo ich das Gepäck abla­den kann, und dann ganz unbe­schwert den Gip­fel erreiche.

Denn ich fin­de per­sön­lich Ber­ge sehr viel span­nen­der beim Rad­fah­ren trotz der damit ver­bun­de­nen Anstren­gun­gen, weil die meis­ten Küs­ten­we­ge in Euro­pa nicht zuletzt der Bebau­ung und des Ver­kehrs wegen eher abschre­ckend sind.

Was spricht dafür den Pri­mi­tivo aus­zu­pro­bie­ren? In Ber­gen sind oft wenig Autos unter­wegs. Die Men­schen haben meis­tens eine freund­li­che Men­ta­li­tät und sind daher oft sehr hilfs­be­reit. Zudem sind die Prei­se güns­tig und das Essen in den Gast­stät­ten auf Ein­hei­mi­sche aus­ge­rich­tet. Es gibt also das bes­se­re Essen. Zudem: Was gibt es Schö­ne­res, als eine Pau­se an Was­ser­fäl­len ein­zu­le­gen, einen Kaf­fee in einem Berg­dorf ein­zu­le­gen, wenn der Nebel noch dampft, eine gran­dio­se Aus­sicht zu genießen?

Mehr Infos über das Poten­ti­al einer Pil­ger­rei­se auf dem Cami­no Pri­mi­tivo fin­dest Du hier:

Pil­gern auf dem Cami­no Primitivo

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Radreisen entlang Seen planen

Was tut es gut, wäh­rend einer Wan­de­rung oder Rad­tour an einem hei­ßen Tag in einem schö­nen Fluss zu baden. Als ich im ver­gan­ge­nen Jahr mit einem guten Freund von Bonn aus durchs Sie­ger- und Sauer­land und anschlie­ßend durchs Weser­berg­land gera­delt bin, habe ich hin und wie­der das gute Ange­bot an Flüs­sen und Seen genutzt. Wenn die Son­ne am Fluss­ufer unter­geht, wird es bekannt­lich roman­tisch. Es emp­fiehlt sich grund­sätz­lich, Rad­rei­sen ent­lang von Seen und Flüs­sen zu pla­nen. Und mög­lichst gro­ße Stra­ßen zu ver­mei­den, um den Erho­lungs­ef­fekt zu steigern.

Zuerst ent­spann­te ich mich an einem hei­ßen Tag in der von Sie­gen nach Bonn flie­ßen­den Sieg, spä­ter im Hen­ne­see bei Mesche­de; dort gab es sogar einen abge­trenn­ten Bade­be­reich. Dies ist der Sicher­heit wegen nicht unerheblich.

Beim Lang­zeit­ra­deln ist Baden nicht nur gut für Mus­keln. Es gibt auch eine Chan­ce, Syn­the­tik­klei­dung am Kör­per zu waschen. An hei­ßen Tagen trock­net die­se schnell. Und klei­ne Fische sor­gen für ein kos­ten­lo­ses Pee­ling; denn sie holen sich ger­ne fei­ne Haut­schup­pen von den Bei­nen. Dass sie an einem her­um­zup­fen, ist pri­ckelnd und daher belustigend.

Schöne Badestellen im Norden Portugals

Wer plant, dem­nächst durch Por­tu­gal zu rei­sen, fin­det jetzt in dem von mir sehr geschätz­ten Maga­zin Vor­tex eine Lis­te schö­ner Bade­stel­len, von denen ich sogar eini­ge ken­ne. Eini­ge lie­gen in der Ser­ra da Est­re­la, dem Hoch­ge­bir­ge, und im Nor­den des Landes.

Geba­det habe ich dort zum Bei­spiel an einem Bade­strand kurz vor Pon­te de Lima, als ich mich auf dem Jakobs­weg befand. Es war heiß im Nor­den Por­tu­gal. An dem Tag lern­te ich die Pil­ge­rin Alex­an­dra ken­nen. Wir unter­hiel­ten uns nett und beschlos­sen daher, den Nach­mit­tag am Fluß­strand zu ver­brin­gen. Eine Über­nach­tung im Ort war sowie­so ein­ge­plant. Dafür, dass es im August war, führ­te der Strom erstaun­lich viel Was­ser. Auch ein Ang­ler hielt sich in der Nähe auf. Ich sah wäh­rend des Schwim­mens gro­ße Fische.

Ganz anders ist hin­ge­gen die Pra­ia Flu­vi­al de Lori­ga in der Ser­ra da Est­re­la. Das Gewäs­ser hüpft dort mun­ter über die Stei­ne, ist eben ein Gebirgs­fluss, den mir eine freund­li­che Mit­ar­bei­te­rin einer Feri­en­an­la­ge in Lapas dos Din­hei­ros zeig­te neben ande­ren Geheim­nis­sen ihrer Hei­mat. Allei­ne hät­te ich sie nie gefun­den. Dazu zähl­ten ein ver­steckt in einem Wald lie­gen­der Was­ser­fall und ein ein­sam hoch auf einem Hügel ste­hen­des Kreuz neben einem die Arme aus­brei­ten­den Jesus. Mich erin­ner­te das Kreuz an den Zucker­hut in Bra­si­li­en, auf dem ein gro­ßes Kreuz steht.

Um die Lis­te im Maga­zin Vor­tex ein­se­hen zu kön­nen, brauchst Du nicht Por­tu­gie­sisch spre­chen zu kön­nen. Die Orts­na­men sind jedem Text vor­an­ge­stellt. Außer­dem gibt es dazu gute Fotos zum Träu­men. Es geht also nicht erst los, wenn die Son­ne am Fluss­ufer unter­geht, son­dern schon damit, Rad­rei­sen ent­lang von Seen und Flüs­sen zu planen.

Fort­set­zung folgt.

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Heiße Flammen in Navarra

Navar­ra — die spa­ni­sche Pro­vinz im Nord­os­ten des Lan­des fin­de ich ziem­lich inter­es­sant. Ich bin auf dem Jakobs­weg von Biar­ritz in die Pyre­nä­en hin­auf­ge­ra­delt, habe in einem der Dör­fer — Auritz — gleich einen feu­er­spei­en­den Dra­chen getrof­fen. In ein Fest zur Son­nen­wen­de bin ich gera­ten, habe dem Dra­chen immer aus­wei­chen müs­sen, der sich einen Spaß erlaub­te, die Leu­te zu erschrecken.

Ron­ces­val­les liegt auch dort oben auf fast 1000 Metern. Dort wur­de am 15. August die Nach­hut des Trup­pen­zu­ges Karls des Gro­ßen unter der Füh­rung von Roland durch die orts­an­säs­si­gen Bas­ken ver­nich­tet, was die his­to­ri­sche Grund­la­ge für das Rolands­lied bil­de­te.

Nach der Klet­te­rei geht es vie­le Kilo­me­ter abwärts nach Pam­plo­na, wo ich mich im Gegen­satz zur Autorin des nach­fol­gen­den Arti­kels nicht für die Heming­way-Bar begeis­tern kann. Die­se sieht nicht anders aus als die ande­ren Bars der Stadt, ist eher eine Tou­ris­ten­fal­le. Dort schrieb er sei­nen Roman Fiesta.

Emp­feh­lens­wert sind hin­ge­gen in der Umge­bung die klei­nen Dör­fer wie Puen­te de la Rei­na, wo ich mich an eine hüb­sche römi­sche Brü­cke erin­ne­re. Rad­fah­rer soll­ten dort auf jeden Fall den klei­nen Stra­ßen fol­gen , die deut­lich mehr Schat­ten bie­ten als die Schnell­stra­ße. Denn es kann im Som­mer auch im Nor­den des Lan­des sehr heiß werden.

Doch die Men­schen sind dort hilfs­be­reit und brin­gen Trink­was­ser. Manch einer rennt sofort in die Küche. Denn sie haben wahr­schein­lich nicht nur ein­mal erlebt, dass ein Pil­ger sich voll­kom­men über­schätzt und nicht genug Was­ser mit­ge­nom­men hat, um an Gepäck zu spa­ren. Man kann in Navar­ra also deut­lich mehr erle­ben, als der Autor des nach­fol­gen­den Textes.

Arti­kel Navarra

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Perfekt getarnt Radpilgern auf dem Jakobsweg

Wer will noch kom­men? Dann wirst Du in den nächs­ten Tagen den zau­ber­haf­ten Rio Dou­ro ken­nen­ler­nen. Gut 50 Kilo­me­ter rade­le ich jetzt durch Kas­ti­li­en-León, dann bie­ge ich Rich­tung Por­to ab.

Der Cami­no wird trotz Schot­ters ein­fa­cher, denn meis­tens ist das Gelän­de flach. Jeder hät­te gute Chan­cen, hier zu über­le­ben. 😊 Denn das Wet­ter ist kühl, für uns Deut­sche Spät­som­mer. Viel trin­ken muss ich also nicht.

Mein Rad ist ocker­far­ben. Das liegt am Staub. So pas­se ich mich der Umge­bung an, per­fek­te Adap­t­ati­on. Selbst man­che Häu­ser sehen hier so aus. Sie wur­den vor gut 100 Jah­ren aus Lehm erbaut, ent­hal­ten Stein­chen. Der unte­re Rand ist noch gemau­ert. Holz­bal­ken tra­gen die Last. Ver­nünf­tig restau­riert könn­ten sie sogar eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on sein ent­lang der Via de la Pla­ta, der von Sevil­la nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt. Aber die Spa­ni­er las­sen sie offen­bar nach und nach ver­fal­len, obwohl sie gut zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Regi­on beitragen

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Erbarmungslos Auf dem Jakobsweg

Welch eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft zwi­schen Mom­buey und Ollosa de Tera in Kas­ti­li­en und León. Heu­te mit­tag streif­te ich noch auf einer Moun­tain­bik­e­rou­te um Mom­buey her­um. Dort ist es sehr tro­cken. Nur die dicken schwe­ren glän­zen­den Quarz­stei­ne erhel­len die Stim­mung. Hei­de­kraut: hart und krat­zig. Son­ne: grell. Luft: herbst­lich kühl. Gro­ße Bäu­me lie­gen am Boden, hin­weg­ge­fegt von einem Sturm im Juni. Sie ver­sper­ren den Sin­gle­trail, wes­halb ich zwi­schen Fel­sen radeln muss, die wie Ter­mi­ten­bau­ten empor­ra­gen. Ein Paar aus Madrid streift trau­rig durchs tro­cke­ne Fluss­bett des Rio Negro. Der Name kommt wohl nicht von unge­fähr. Sie laden mich zu einem Kaf­fee ein.

Am spä­ten Nach­mit­tag tref­fe ich auf küh­les Nass. Der Rio Tera kreuzt wie­der mei­nen Weg, dem ich bereits in der Nähe der Lagu­ne der Fische begeg­net bin. Hier — Ollosa de Tera — wird er gestaut. In der Her­ber­ge in Mom­buey gibt es übri­gens kei­ne Bett­wan­zen — chin­chos. Pil­ger in der Her­ber­ge von Cam­po­be­ce­ros hat­ten das behaup­tet. Wer also von Sevil­la her­auf­kommt, kann sich dort beru­higt niederlassen.

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PEREGRINO Auf dem Jakobsweg

“Si te gus­ta la soledad, si quie­res ser prot­ago­nis­ta de este cami­no jun­to a la gran­de­za del paisa­je y fren­te a dure­za de los fri­os y los soles. Si quie­res que los atar­de­ce­res te arra­s­tren en sus hon­dos silen­ci­os y que a las maña­nas los quie­bros de la auro­ra te agi­ten el alma … ¡este es tu camino!”

Und irgend­wo da drau­ßen ste­hen die Schu­he, wäh­rend ich hier vor der Burg in Puen­te de San­ab­ria ste­he, die auch eine Rol­le im berühm­ten Roman “Don Qui­jo­te” spie­len soll.

Mich sprach der Text an, weil er von Ein­sam­keit spricht, von der Här­te der Käl­te und der Son­ne, von wei­ter Land­schaft, von der Stil­le, der beein­dru­cken­den Stim­mung am Mor­gen. “Dann ist das dein Weg”.

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Auf 1.100 Höhenmetern auf dem Jakobsweg

Vie­le Grü­ße aus zunächst 676 Metern Höhe auf dem Jakobs­weg von Laza nach Ver­ín, auch als Kar­ne­vals­hoch­bur­gen bekannt. Die Schlamm­schlach­ten sind legen­där. Die Via da Pra­ta, der Sil­ber­weg, führt jetzt in Rich­tung Zamo­ra. Im nächs­ten Jahr ist schon eine ähn­li­che Tour geplant. Wer mit­ra­deln will, soll­te schon anfan­gen zu trai­nie­ren. Sonst ist die Über­le­bens­chan­ce gerin­ger als ein Sech­ser im Lot­to. Jetzt sind es 938 Meter gewor­den. Gera­de in Cerd­ede­lo ein­ge­trof­fen, wo sich ein Ein­woh­ner auf mich stürz­te. Er ver­mis­se Düs­sel­dorf, wo er 25 Jah­re gelebt habe. Sei­ne Toch­ter arbei­te beim Arbeits­amt in Madrid, sein Sohn als Poli­zist in Ourense. Ich hof­fe, der Jakobspil­ger war nicht einer der letz­ten sei­ner Art, der die­sen wun­der­schö­nen Gebirgs­pass her­auf­ra­deln durf­te. Denn es ent­steht gera­de eine Schnell­stra­ße mit Tun­nel, die angeb­lich Gali­zi­en bes­ser an Madrid anbin­den soll. Da sehe ich schwarz für die Gegend. Hier hat es gebrannt. Ich roch noch die Asche. Es ging noch hin­auf auf 1.100 Meter. Gestar­tet bin ich auf 882 Metern, dann ging auf 465 Meter her­un­ter und schließ­lich wie­der herauf.

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Allariz, schönste Kleinstadt am Jakobsweg

Fast schon kit­schig, oder? Eine römi­sche Brü­cke in Allariz auf dem Jakobs­weg. Allariz gilt als schöns­te Klein­stadt Gali­zi­ens, liegt in der Nähe von Ourense an der spa­nisch-por­tu­gie­si­schen Gren­ze. Die Via de la pla­ta führt von Sevil­la nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Sie ist ihrer male­ri­schen Gas­sen und der schö­nen Lage am Fluss wirk­lich einen Besuch wert.

Mehr dazu in mei­nem kom­men­den Rad­rei­se­füh­rer durch Gali­zi­en, das ich sehr akri­bisch abge­ar­bei­tet habe.

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Feuer und Wasser Auf dem Jakobsweg

Feu­er und Was­ser habe ich end­gül­tig über­wun­den. Neu­lich saß ich noch ver­zwei­felt auf der Ther­ma­rest­mat­te in der Hei­de, zit­ter­te vor Käl­te, weil es in Strö­men reg­ne­te. Das Was­ser floss auf den Schlauch und in den Rei­fen, wäh­rend Ihr wahr­schein­lich gera­de gemüt­lich auf dem Sofa vor dem Fern­se­her das drit­te Pils gezischt habt. Ich muss­te irgend­wie das Loch zukle­ben. Bei Regen ist das eine Her­aus­for­de­rung, noch dazu mit zit­tern­den Hän­den. Im zwei­ten Anlauf gelang es mir. Und es hielt sogar, obwohl direkt dane­ben ein Alt­fli­cken saß. Wäh­rend­des­sen wur­de es immer schlam­mi­ger auf dem Jakobs­weg. Knie­tie­fe Was­ser­lö­cher, feuch­ter Sand, glit­schi­ge Stei­ne — der Pil­ger­pfad ver­wan­del­te sich in einen Morast.

Da ich mit die­sem Schlauch wohl kei­ne wei­te­ren Fahr­ten bestrei­ten konn­te, ent­schloss ich mich, nach Lalín zurück­zu­ra­deln, mein Rad nach 2.000 Kilo­me­tern am nächs­ten Tag zu über­ho­len und doch noch das schö­ne Mario­net­ten­mu­se­um zu besu­chen. Lalín liegt auf dem Jakobs­weg und bie­tet eine neue Her­ber­ge zum Über­nach­ten an. Mit einer neu­en Ket­te, Zahn­kranz und neu­en Brems- und Schalt­zü­gen geht es mor­gen 300 Kilo­me­ter wei­ter ab Ourense erst ein­mal Rich­tung Sala­man­ca. Das Wet­ter ist wie­der som­mer­lich, wenn­gleich sich der Nebel erst mit­tags verzieht.

Heu­te leg­te ich einen Ruhe­tag ein und besuch­te nach dem Früh­stück eine Ther­me am Rio Miño. Ourense ist für die Ther­men berühmt. Für 7.20 € konn­te ich mich dort wun­der­bar drei Stun­den in gut zehn unter­schied­lich tem­pe­rier­ten Becken ent­span­nen. Die Bei­ne sind aber immer noch ange­spannt. Viel­leicht mer­ke ich mor­gen mehr nach einem erhol­sa­men Schlaf.

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