In Kopenhagen hat Nyhavn Konkurrenz bekommen

Auch mal ganz inter­es­sant — Kopen­ha­gen aus fran­zö­si­scher Per­spek­ti­ve. Die für “Le Mon­de” schrei­ben­de Autorin Anne-Fran­çoi­se Hivert hat das Stadt­vier­tel Refshaleøn
besucht, das einst ein Indus­trie­ge­biet beher­berg­te und jüngst umge­formt wurde.

Mich erin­nert das an Aar­hus Ø; die­ses eben­falls auf einer Halb­in­sel lie­gen­de Gebiet wur­de in jüngs­ter Zeit eben­falls von einem Indus­trie­ort in ein Vier­tel zum Woh­nen, Arbei­ten, Stu­die­ren und Frei­zeit ver­brin­gen transformiert.

Über­nom­men hat die Autorin auch irgend­wo­her das Bild des däni­schen Brook­lyn, das die Dänen natür­lich ken­nen. In Aar­hus wol­len sie aller­dings die Ent­wick­lung dahin ver­mei­den, weil die anfäng­lich in Brook­lyn vor­han­de­ne Sze­ne der jun­gen Krea­ti­ven durch einen rasan­ten Anstieg der Mie­ten ver­drängt wor­den sei. So sag­te es mir der Stadt­ar­chi­tekt Ste­phen D.Willacy in einem Inter­view über die Wei­ter­ent­wick­lung der Stadt.

In Kopen­ha­gen hat Hivert Relik­te der Ver­gan­gen­heit ent­deckt, die noch aus der Zeit stam­men, in der vor allem die gro­ße Werft Bur­meis­ter & Wain dort aktiv war.

Doch heu­te sei es stark ver­än­dert: “C’était comp­ter sans les artis­tes, archi­tec­tes, restau­ra­teurs et créa­tifs de la vil­le qui, atti­rés par les 500 000 mètres car­rés dis­po­nibles et le prix modi­que des loy­ers, sont en train d’en fai­re le quar­tier le plus bouil­lon­nant de Copen­ha­gue.

Sie emp­fiehlt eini­ge aus ihrer Sicht inter­es­san­te Zie­le für einen Tripp nach Kopen­ha­gen, um das Lebens­ge­fühl der däni­schen Gemüt­lich­keit zu erfahren.

Die Loca­ti­ons sowie wei­te­re Infos fin­dest Du unter Refsha­leøn — das neue krea­ti­ve Kopenhagen

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Fischfestival in Lissabon startet

Lecker. Auf den Fotos des por­tu­gie­si­schen Maga­zins Evas­ões sieht der zube­rei­te­te Fisch ein­fach nur gut aus. In Lis­sa­bon star­tet jetzt das gro­ße gas­tro­no­mi­sche Fes­ti­val Sem Espinhas. 17 Restau­rants bie­ten ver­schie­de­ne Gerich­te an. Die­se kos­ten nur zehn bis zwan­zig Euro.

Sol­che Fes­te im Süden sind oft ziem­lich lus­tig, gera­de jetzt, wenn die Son­ne im März schon wie­der Kraft hat und wärmt. Kürz­lich berich­te­te ich hier vom Zwie­bel­fest in Kata­lo­ni­en, an dem ich mal als Eras­mus-Stu­dent teil­nahm und das auf­grund der Fröh­lich­keit heu­te unver­ges­sen ist.

Wer nächs­te Woche also noch nichts vor­hat — Lis­sa­bon lohnt sich immer. Das Fest dau­ert vom 18. bis 24. März.

Mehr Infos und Pro­gramm unter: Fisch­fes­ti­val in Lissabon

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Walfleisch — essen oder nicht?

Wal­fleisch essen oder nicht? Fin­det ihr es in Ord­nung, als Urlau­ber im Aus­land ein Tier zu essen, das bei uns geschützt wäre?

Das ist einer Jour­na­lis­tin jetzt auf dem Lofot in Nor­we­gen pas­siert. Auf ihrem Tel­ler lag auf einer Pres­se­rei­se Wal­fleisch. Es stamm­te von Zwerg­wa­len, die in Nor­we­gen gejagt wer­den dür­fen. Sie habe es geges­sen. Es habe ihr nicht geschmeckt, schreibt sie.

Das ist Geschmack­sa­che. Vor eini­ger Zeit grill­te ein Gast­wirt auf der Ter­ras­se sei­nes Restau­rants auf dem Lofot Wal­fleisch. Er lud mich zum Essen ein, als ich mich zu ihm gesell­te. Es schmeck­te aus­ge­zeich­net, war qua­li­ta­tiv mit sehr gutem Rind­fleisch zu ver­glei­chen. Ich woll­te nur mal erfah­ren, war­um Wal­fleisch so beliebt in Nor­we­gen ist und ob es geschmack­lich wirk­lich wert ist, einen intel­li­gen­ten Freund der Men­schen zu jagen. Seit­dem rüh­re ich bei mei­nen Rei­sen in den Nor­den auch kein Wal­fleisch mehr an. Es soll­te nur ein ein­ma­li­ger Ver­such sein.

Wenn Nor­we­ger Wal­fleisch essen wol­len, ist das in Ord­nung, mei­ne ich. Dies gehört zur Tra­di­ti­on des Lan­des. Denn sie hegen und pfle­gen ansons­ten ande­re Wal­ar­ten, küm­mern sich auch vor­züg­lich um den Erhalt Ihrer Fisch­be­stän­de, soweit ich das zu beur­tei­len ver­mag. Daher haben zum Bei­spiel Traw­ler aus den Nie­der­lan­den kei­nen Zutritt in die Gewäs­ser; ein wich­ti­ger Grund, war­um Nor­we­gen bis heu­te kein EU-Mit­glied ist. Doch künf­ti­gen Besu­chern der Insel­grup­pe jetzt das Ver­kos­ten schmack­haft zu machen, emp­fin­de ich nicht als gute Strategie.

Es gibt neben Walen selbst in unse­ren Brei­ten noch ande­re fas­zi­nie­ren­de Tie­re: Heu­te (7.4.21) las ich einen Arti­kel über Eis­haie. Sie bewe­gen sich sehr lang­sam vor­wärts — mit einem Kilo­me­ter pro Stun­de. For­scher mei­nen: Da sie nur wenig Ener­gie auf­grund extre­mer Lebens­be­din­gun­gen ver­brauch­ten, könn­ten sie sehr alt wer­den. Ein Weib­chen bekom­me den ers­ten Nach­wuchs mit … 150 Jah­ren. Die ältes­ten Tie­re sei­en 400 Jah­re alt. Unglaub­lich, dass es das noch auf unse­rem Pla­ne­ten gibt.

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Auf den Spuren des Portweins

Habt ihr schon mal ein Wein­mu­se­um besucht? In Vila Nova de Gaia bei Por­to gibt es ein schö­nes Muse­um, in dem die Geschich­te des Port­weins gezeigt wird. Port­wein ist mit dem Tou­ris­mus eine der wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­len des Lan­des am Ran­de Europas.

Der “Obser­va­dor” hat einen guten Arti­kel über das Muse­um verfasst.

Port­wein­mu­se­um

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Straße der Ölsardinen mit Tetilla und Kalmaren

Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren: Wochen­lang ist der Rei­sen­de schon unter­wegs auf sei­ner Rad­tour durch Nord­por­tu­gal und Gali­ci­en. Er hat sich in der Zeit durch ver­schie­de­ne Restau­rants gefut­tert. Frisch vom Kut­ter kamen frisch gekoch­te Mies­mu­scheln im Hafen von Arou­sa. Die Qua­li­täts­kon­trol­le in einen Hafen schenk­te ihm eine gan­ze Tüte davon. So käme er nie mehr auf die Idee, irgend­wo anders als an der Küs­te Mee­res­früch­te zu kau­fen. Und wenn dann nur frisch vom Boot. Zuerst noch deli­kat, ver­lie­ren sie schon bin­nen einer Stun­de deut­lich an Aro­ma. Aber sie lang­ten bis zum nächs­ten Tag und wur­den auch nicht schlecht. Übel ist dem Rei­sen­den auch nach einem Tag Trans­port ohne Eis nicht geworden.

In den Super­märk­ten ent­lang der Todes­küs­te sah er aber stän­dig Kon­ser­ven mit Mee­res­früch­ten. So reif­te in ihm der Ent­schluss, nach dem Genuss der fri­schen Muscheln die ein­ge­leg­ten gali­ci­schen Pro­duk­te zu tes­ten, ob die­se einem Ver­gleich stand­hal­ten. Des­halb griff er nun auch zu Sar­di­nen, Muscheln und Tin­ten­fisch. Er stell­te sie fein säu­ber­lich auf einen Zaun am Strand. So fällt spä­ter auch leich­ter, sich spä­ter an die Pro­duk­te zu erinnern.

Der Tetilla-Käse ist der Form einer weiblichen Brust nachempfunden

Beson­ders inter­es­siert ihn der Käse “tetil­la”, nicht nur der Form wegen. Er ist der Form einer weib­li­chen Brust nach­emp­fun­den. Statt Fleisch vom Rind oder Schwein isst er gene­rell lie­ber Käse, bevor­zugt bio­lo­gi­schen, da Tie­re dann nicht lei­den müs­sen. Oft kom­bi­niert er ger­ne ver­schie­de­ne Käse, um her­aus­zu­fin­den, ob die Aro­men der jewei­li­gen Regio­nen durch­schla­gen. Kräu­ter von ver­schie­de­nen Wei­den kön­nen den Käse stark beein­flus­sen. Im Rad­rei­se­füh­rer “Ser­ra da Est­re­la” und dem You-Tube-Film “Die Scha­fe sind die Bos­se auf den Wei­den” beschreibt er, wie Bio-Land­wir­te in Gou­veia den aro­ma­ti­schen “Quei­xo da Ser­ra da Est­re­la” produzieren.

Sol­che gas­tro­no­mi­schen Ange­bo­te schme­cken am bes­ten an der fri­schen Luft. Und erst recht, wenn eine atem­be­rau­ben­de Land­schaft hin­zu­kommt, in der man als Rad­rei­sen­der mit Sicher­heit gut unter­wegs ist. Wie sicher Rad­ler auf der Stra­ße der Ölsar­di­nen mit Tetil­la und Kalma­ren sind, zeigt der fol­gen­de Bericht auf.

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Goldene Existenz für Trüffelbauern

Trüffel und Hund

Die Fami­li­en­ge­schich­te Car­los Fres­ne­das, der auch im Okto­ber auf dem Inter­na­tio­na­len Trüf­fel- und Pilz­kon­gress in Soria anzu­tref­fen ist, ist nicht nur exem­pla­risch für die Geschich­te spa­ni­scher Trüf­feln. Son­dern sie ist es auch für die gol­de­ne Exis­tenz für Trüf­fel­bau­ern. Sein Groß­va­ter habe in den 1930-er Jah­ren in der Nähe eines Wei­zen­fel­des schwar­ze Trüf­feln gefun­den. „Es ist gera­de 80 Jah­re her, dass die ers­ten Trüf­feln als Wirt­schafts­fak­tor ent­deckt wur­den“, erzählt Fres­ne­da. Damals habe es eine gro­ße Nach­fra­ge von Kata­lo­ni­en aus gege­ben. Bei die­ser güns­ti­gen Aus­gangs­si­tua­ti­on konn­te der Groß­va­ter sein Geschäft in Ruhe aufbauen.

Ein Bau­er, der heu­te neu auf den Markt tritt, muss acht bis zehn Jah­re war­ten, bis er ers­te Trüf­feln ern­tet. Danach aber müs­se er sich bis an sein Lebens­en­de kei­ne Sor­gen machen, sagt Fres­ne­da. „Ein Pilz kann mit Pau­sen bis zu 500 Jah­re lang Früch­te her­vor­brin­gen.“ Fres­ne­da, Prä­si­dent des Trüf­fel­bau­ern­ver­ban­des, kann gut von sei­ner Ern­te mit gut einer Ton­ne im Jahr leben. „Ich trai­nie­re mei­nen Hund, züch­te Bäu­me und wäs­se­re die Pflan­zen“, beschreibt Fres­ne­da sein Leben. Jähr­lich kön­ne er vier Wochen Urlaub machen. Kein Wun­der, dass man Trüf­fel­an­bau als gol­de­ne Exis­tenz für Trüf­fel­bau­ern ansieht.


Ende. Hast Du den Anfang verpasst?

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