Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Österreich, Spanien und Schweden. Frankreich, Norwegen und wieder einmal Dänemark bleiben diesmal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mitreisen auf dem Sofa garantiert. Das Programm zum Download findet ihr unten als Link im pdf-Format.

Wieder einmal hochwertig nach Spaniens einzigartiger Waldlandschaft vergangene Woche scheint auch ein Beitrag über Iberiens wilde Vielfalt zu werden. Kein Wunder, ich höre oft von Portugiesen und Spaniern, dass sie nicht ins Ausland reisten, weil sie sowieso alles hätten: Berge, Meer und Wüsten. Es gibt Skigebiete wie in Andorra und wie in der Serra da Estrela.

Recht viel wird über Österreich gebracht. Erfreulich sind die historischen Beiträge über ein Keltengrab im Umland von Salzburg. Und über den letzten Ritter Maximilian im 16. Jahrhundert: Er ist zu empfehlen, da gut gemacht. Denn Maximilian heiratete Maria von Burgund aus machtpolitischen Gründen. Dem Habsburger Haus gelang durchs reiche Flandern der endgültige Aufstieg zur Weltmacht. Und es wuchs sogar echte Liebe zwischen Maximilian und Maria.

Auf den NDR-Beitrag über den Weserradweg bin ich auch sehr gespannt. Denn dort war ich selbst schon einige Male unterwegs. Die Strecke durchs Weserbergland ist der schönste Abschnitt, ein unterschätztes Gebiet. Die Weser ist dort weitgehend noch natürlich. Es gibt viele Auen, keine gewerbliche Schifffahrt, nur Freizeitsportler. Tiefe Wälder zum Wandern und Radeln und wirklich freundliche Menschen. Und ein hochwertiges Kulturangebot, wenn ich alleine an Corvey, Weserrenaissance und Porzellan aus Fürstenberg denke.

Ein tolles Ziel ist aber auch das Ahrgebirge vor den Toren Bonns, worüber heute der SWR berichtet. Wenn ich dort wandere oder radele, fühle ich mich bei manchen Etappen wie im Süden Europas. Dies liegt zum einen an der Vegetation mit Pflanzen, die es auch im Süden gibt. Zum anderen liegt es an der Wärme, die an gewissen Stellen über 60 Grad erreichen kann. Daher fühlen sich dort Reptilien wohl, aber auch Wein kann dort angebaut werden. Den Wein empfinde ich als wohlschmeckend. Beliebt ist die Zeit der Weinlese. Allerdings ist die Gegend dann der Feste wegen völlig überlaufen. Viele Autofahrer zieht es dann in die Dörfer rund um Ahrweiler statt mit Bahn oder Rad zu kommen. Die Anbindung an den Zug ist ziemlich gut.

Einschalten also nicht vergessen!


SaSoDiDoFr
DeutschlandUnterwegs im Ahrgebirge, SWR, 14 Uhr

Selbstversuch Pilgern. Auf dem Jakobsweg von Fulda nach Frankfurt, HR, 21.00 Uhr
Erlebnis Weserradweg, Von Hann. Münden bis Nienburg, NDR, 20.15 Uhr
ÖsterreichNaturparadies Seefeld, arte, 15.00 Uhr
Das Geheimnis des Keltengrabes, ZDF Info, 19.30 Uhr


Eingeschenkt. Weinland Österreich, 3sat, 11.45 UhrMaximilian. Das Spiel von Macht und Liebe, 3sat, 201.5 Uhr
Portugal
Die Azoren. Grünes Inselparadies, 3sat, 13.35 Uhr
Madeira, Portugals Blütenmeer im Atlantik, NDR, 20.15 Uhr
Schweden


Ich bin Greta, SWR, 23.15 Uhr
SpanienWilde Pyrenäen, Berge des Lichts, BR. 14.15 UhrIberien. Wilde Vielfalt, Phoenix, 20.15 Uhr
Lanzarote, Feuer, Lava, Licht, NDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Reise und Kultur

Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich, Spanien und Schweden. Nur Dänemark bleibt diesmal außen vor. Das Geschehen verteilt sich auf die ganze Fernsehwoche. So ist jeden Tag das Mitreisen auf dem Sofa garantiert.

Originell verspricht der Beitrag über Spaniens einzigartige Waldlandschaft zu werden. Lange blieb mir dies verborgen, bis ich eine Einladung nach Soria in Kastilien-León erhielt – zum Pilzepflücken und Kochen mit Trüffeln. Bis zu diesem Termin hatte ich die Iberische Halbinsel trotz mehrfacher und monatelanger Reisen eher als Küstenland und im Inneren als Wüstenei mit Stein- und Korkeichen wahrgenommen. Doch wer nach Kastilien reist, wird sehen, dass dort tiefe Wälder existieren. Kastilien ist dünner besiedelt, als mancher annehmen darf.

Erstaunlich viel wird demnächst über Portugal gebracht. Wahrscheinlich nehmen die Redaktionen an, dass gerade in Portugal viele buchen, sobald wir Corona besser im Griff haben. Überseeziele werden wohl erstmal nicht in Frage kommen. Da sind Porto und Algarve schöne Ziele, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Porto zieht, da die Stadt noch nicht so bekannt ist. Die Stadt verfügt nicht nur über interessante Architektur wie eine ganze Reihe von Palästen und Parks, sondern die Einwohner sind auch sehr hilfsbereit.

Ich erinnere mich gerne an den Betreiber eines Radgeschäftes in Vila Nova de Gaia. Dieser inspizierte mit großer Leidenschaft und dazu noch kostenlos mein Rad und brachte es hier und da wieder in Schwung. Im Flugzeug hatte es doch gelitten. Alles war danach bereit für eine mehrmonatige Reise durch Nordportugal und Galizien. Das Trinkgeld wollte er nicht annehmen. Schließlich sei es sein Job. Die Adresse nenne ich, falls jemand ebenfalls Starthilfe braucht. Dieses freundliche Engagement wünsche ich mir auch in manchen deutschen (Rad)geschäften. Denn dann liefe das Business vielleicht auch in deutschen Innenstädten besser.

Viel Spaß beim Anschauen.

FrankreichNorwegenÖsterreichPortugalSchwedenSpanien
MoWilde Pyrenäen. Winterzauber und Frühjahr, BR, 16.15 Uhr
Die Loire – Menschen am Fluss, Phoenix, 21.45 Uhr
SoMit dem Zug durch Schwedens Norden, SWR, 11.00 Uhr
MoPorto. Da will ich hin. 3sat, 12.50 Uhr
DiMit dem Zug durch Algarve, arte, 17.50 Uhr
MiFrankreichs Paradiese. Der Nationalpark Pyrenäen, 3sat 13.15 Uhr
Kräuterwelten der Provence, 3sat, 14.45 Uhr
Norwegen, Schwertwalen auf der Spur arte, 16.00 Uhr
DoMenschen – Länder – Abenteuer, Der wilde Norden Portugals, NDR, 20.15 Uhr
FrWilder Kaiser und Kitzbüheler Alpen, 3sat, 17.00 Uhr Spaniens einzigartige Waldlandschaft, arte, 18.30 Uhr
TV-Tipps Reise und Kultur

Auf 3sat: Algarve und Porto

Empfehlen möchte ich zwei Reise-Dokus über Portugal. Ich sah sie mir heute auf 3sat an. Im ersten geht es um Algarve, im zweiten um Porto.

Porto – Eine Stadt erfindet sich neu heißt ein wirklich guter Film der Autorin Lourdes Picareta. Er ist für mich einer der besten Reisebeiträge, den ich je gesehen habe. Aus der Perspektive verschiedener Einwohner der Stadt erhalten Zuschauer einen besonderen Blick auf die zweitgrößte Stadt Portugals. Picareta geht es um innovative Ansätze, die wohl zeigen sollen, dass die Portugiesen nicht schlafen. Aber auch kulinarische und historische Aspekte kommen darin nicht zu kurz. Vor allem aber verzichtet sie auf Werbung und Kitsch, worunter viele andere Fernsehdokus übers Reisen leiden.

Der zweite Film von Lourdes Picareta heißt Algarve – Portugals Küste der Sehnsucht. Darin gefallen mir die Darstellungen der percebes-Sammler (Entenmuscheln) und einer Familie in Pedralva. Die Kamera zoomt nahe an die Sammler heran. So kann ich mir gut vorstellen, warum der Preis für ein Kilo Muscheln mit 15-20 Kilogramm so hoch ist. Und warum mir ein Hotelwirt in Galizien mit einer Einladung zum Essen dieser Delikatesse eine Ehre erwies. Und man versteht auch gut, warum eine Familie Lissabon den Rücken gekehrt hat und ein Hotel im Hinterland der Algarve aufmacht. Auch hier verzichtet die Verfasserin auf Kitsch und Werbung. Wohltuend!

Beide Filme stehen zum Abruf in der Mediathek bereit.

Neuer Kalender: Hohe Berge Portugals

Planst Du gerne Reisen mit Hilfe schöner Fotos? Das weckt die Vorfreude und regt die Phantasie an. Mir geht es gerade so bei der Planung meiner nächsten Tour in die Serra da Estrela. Neben mir liegt der neue Kalender „Serra da Estrela – Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben 2021“. Die Region im Zentrum Portugals zieht mich wieder an im Frühjahr. Er ist ab sofort online bestellbar, um einem geliebten Menschen eine Freude zu bereiten, einem Portugal-Fan oder Deinem Kunden als Give-away während einer Beratung im Büro oder auf einer Messe. Neuer Kalender: Hohe Berge Portugals.


ISBN/EAN: 4064076392984

Alleine das Titelbild reicht aus, um Sehnsucht zu wecken: Ein riesiger Felsbrocken liegt auf der fast 2000 Meter hohen Hochebene. An drei Seiten hat ihn die letzte Eiszeit rund geschliffen. An der vierten Seite ist er glatt, als hätte ihn ein Steinriese mit einer Axt durchtrennt. Wo befindet sich nur die zweite Hälfte? Die Hochebene von Penhas Douradas ist leicht überschaubar. Es liegen viele weitere imponierende Felsen auf ihr. aber nicht die zweite Hälfte.

Im Januar-Foto türmen sich gleich mehrere runde Felsen zu einem Hügel aufeinander. Sie weisen nicht die faszinierenden unterschiedlichen grauen Farben ihres Verwandten auf, sondern sind mit Moosen und Flechten bewachsen. Am unteren Rand erheben sich niedrige Sträucher.

Lasse Dich davon überraschen, welche Bilder bis zum Monat Dezember folgen. Da die Serra da Estrela vielfältig ist und nicht nur ein karges trockenes Gebirge, kannst Du Dich darauf freuen, Monat für Monat umzublättern. Deine Reise beginnt mit dem Kauf des Kalenders „Serra da Estrela – Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben 2021“. Ich habe ihn gemeinsam mit dem Calvendo-Verlag produziert.

Filmtipp: Natur kehrt zurück

Der arte-Film „Die Natur kehrt zurück – Renaturierung in Europa“ gefällt mir gut. Ich sah ihn schon am vergangenen Sonnabend. Daher kann ich die anstehende Wiederholung wärmstens empfehlen. Großtiere bekommen offenbar bei Biologen aktuell einen neuen Stellenwert, weil sie viel für die Pflege der Natur tun, als bisher gedacht. Ein interessanter Ansatz, damit man wirklich sagen kann: Natur kehrt zurück.

Zu meiner Überraschung besuchte der Autor auch die „Faia Brava“ im Nordosten Portugals. Als ich die Serra da Estrela durchstreifte und erlebte, zeigte mir der Biologe António den erfolgreichen Ansatz, Brachland für die Natur verfügbar zu machen. Dort vermehren sich jetzt Greifvögel wie Geier, aber auch Amphibien wie Frösche. Daher drehte nicht nur arte, sondern auch ich einen Beitrag über den Ausflug. Vor allem betörte mich dort das Gefühl, mich aufgrund der Farben und Gerüche in Afrika aufzuhalten. Und der Gesang der Frösche: António gilt seitdem für mich als Froschflüsterer.

Neu: Triumph des Winters

Weltliteratur aus Portugal ab sofort im Buchhandel

Ich präsentiere stolz das Drama „Triumph des Winters & des Frühlings“, frisch von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Da weniger dogmatisch als andere ist das Theaterstück das schönste Werk des Dramatikers Gil Vicente. Vicente gilt als Begründer des Nationaltheaters. Poetisch und lebendig. Ein toller Blick ins Denken der Menschen vor 500 Jahren. Das Drama ist ab sofort im Buchhandel und online erhältlich. Originaltitel: „Triunfo do inverno“.

Gil Vicente Triumph des Winters & des Sommers
ISBN 978-3-7529-62604

Fasziniert schaut der Zuschauer durchs Brennglas Vicentes (1465-1536) auf eine ihm fremde Welt der Renaissance. Er hört stolze Worte des Winters über seine Macht. Er zittert ums Leben von Seefahrern. Er lacht übers satirische Gespräch des Winters mit einem Hirten über die Liebe. Verzückt lauscht er poetischen Worten des Frühlings mit der Serra da Sintra, zwei ineinander verliebte Freunde.

Der Zuschauer meint, Don Quijote antraben zu hören. Der Welt der Ritter folgt bereits das Zeitalter der Eroberer, Seefahrer und Kaufleute in einer globalen Welt. Die Menschen stehen vor Herausforderungen, denen sie nicht immer gewachsen sind. Dessen sind sie sich aber nicht bewusst. Ein Meisterstück. Eine Tragikomödie, die auf heutigen Bühnen einen Auftritt verdient hat.

Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Eines einer Katzen schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galicien und in Portugal radelte. Eine junge Katze besuchte mich im Parque Arribes del Duero, einer sehr schönen Landschaft in Kastilien-León. Sie war neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt arbeite ich seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung durch Nord- und Zentralportugal sowie Galicien auf. Davon reiche ich heute einen kleinen Hund nach. Ein Teil der Radwanderung führte mich mal wieder durchs portugiesische Hochgebirge: in die Serra da Estrela. Wie es mir dort erging, kannst Du hier in lose aufeinanderfolgenden Beiträgen nachlesen. In dem gerade verlinkten Beitrag folgte ich in Belmonte, einer hübschen Kleinstadt am Fuße des Gebirges, den Spuren von Pedro Álvares Cabral. Der Adelige wuchs dort auf und entdeckte Brasilien.

Dort traf ich den Hund. Er war nicht bissig. Wie auch – mit der Kette am Hals. In Portugal und Spanien bin ich noch nie von einem Hund gebissen worden. Die meisten größeren Tiere wie Schäferhunde laufen wohl parallel mit mir mit. Sie bleiben aber auf ihrem Terrain. Denn sie sind gut erzogen, sollen nur Menschen mit ihrem Gebell vom Betreten der Grundstücke abhalten.

Eine Ausnahme bilden kleinere Hunde, die in den Dörfern frei herumlaufen. Sie stellen sich frontal vor mir auf, bellen wie verrückt, weichen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Radler braucht man sich also auf der Iberischen Halbinsel nicht davor zu sorgen, das Hunde einen beißen. Meine Reifen sind auch immer heil geblieben.

Dieses Tier lebt wie so viele andere auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich. Oder leidet er vielleicht etwas unter der schweren Kette? Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Der bekannteste Hund des Gebirges heißt nicht Deutscher Schäferhund, sondern Cão da Serra da Estrela. Auf Wikipedia erfährst Du mehr sein Hundeleben in der Serra da Estrela, weil ich mich nicht näher mit ihm beschäftigt habe. Es handelt sich um einen Hirtenhund. Kein Wunder bei den vielen Schafen und Ziegen, die die Bauern hier halten.

Die Serra da Estrela umspannend

Welch ein prächtiger Baum! Dabei fallen mir zuerst die Worte ein: die Serra da Estrela umspannend. Erst eine halbe Stunde war es her, dass ich das Hotel „Casa das Penhas Douradas“ verlassen hatte. In diesem empfehlenswerten Designhotel in Zentralportugal verbrachte ich die erste Nacht auf meiner Rundreise durch die Serra da Estrela auf fast 2000 Metern Höhe. Penhas Douradas ist mit 1993 Metern Portugals höchster Berg. Schon ab Herbst registriert man diese Höhe. Nebel steigt auf. Der Wind pfeift, obwohl Portugal aus unserer Höhe so weit südlich liegt. Aus der Sicht der Portugiesen liegt das Land aber in Westeuropa, nicht Südeuropa. Die meisten betrachten Algarve nur als Anhang. Im Winter liegt sogar Schnee hier, weshalb die Serra stets von einem Mythos umgeben ist. Auf dem Gipfel leben die Götter, eine antike Vorstellung, der José Sarramago in seinem schönen Buch „Die portugiesische Reise“ nachgeht. Der kargen steinigen Beira hat der Literatur-Nobelpreisträger ein lesenswertes Kapitel gewidmet.

Ausstellung über Flora und Fauna

Im CISE in der Kleinstadt Seia gibt es eine schöne Dauerausstellung, die auf Flora und Fauna des Gebirges eingeht. Zum Nachlesen findest Du ein Kapitel darüber in meinem Rad- und Kulturreiseführer „Serra da Estrela“. Einzelne Alltagserlebnisse, die auch nicht alle im Buch Platz gefunden haben, hielt ich im Tagebuchstil fest. Die Berichte kannst Du hier in loser Folge nachlesen.

Zum Glück startete ich meine zweiwöchige Rundtour im Mai, so dass mich die ganze Zeit nur die Sonne küsste und die Tour ohne Hindernisse zu bestreiten war. Ein zweites Mal war ich danach im November und Dezember unterwegs, hatte ebenfalls Glück, da nur selten Regen fiel. Für die Einheimischen ist dies natürlich eine Belastung.

Beeindruckende Farben und Formen

Auf meiner Expedition durch die Serra da Estrela beeindruckten mich riesige, durch die letzte Eiszeit, abgerundete Felsen. Ebenso verlockte der leuchtende Ginster, der oft auf abgeholzten oder verbrannten Flächen wächst, zu Fotos. Und eben dieser prächtige Baum: den Himmel umspannend. Ich fand ihn bei der Abfahrt in die Täler der Serra da Estrela am Straßenrand. Im Schatten ruht es sich gut bei der Wärme des Tages. Auf dem Foto ist im Hintergrund die Höhe der Berge noch ganz gut zu erkennen. Die landschaftlich schönsten Bilder hielten der Calvendo-Verlag und ich im Kalender „Serra da Estrela“ fest. Diesen kannst Du schon fürs kommende Jahr bestellen, wenn Du Dir oder einem geliebten Menschen eine Freude machen willst.

Tipp: Du findest nicht nur im Reiseführer „Serra da Estrela Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben“ gute Tipps. Auch meine Journalistenkollegin Flora Jädicke hat einen schönen Text über die Gegend geschrieben. Du findest ihn hier. Und wer nach dem Hinweis zum Designhotel Interesse an Themen wie Wohnen & Einrichten hat, hat in meiner Journalistenkollegin Evelyn Steinbach eine gute Adresse. Viel Spaß beim Surfen!

Fortsetzung https://durchstreifen-erleben.com/2019/06/20/baden-in-der-serra-da-estrela-i/folgt.

Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten

Dramatiker Gil Vicente wirft bezeichnendes Licht auf den Lissaboner Königshof

Gil Vicente
Schwank der Dienstboten

Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten. In einer Zeit, in der Portugals Handel aufblüht, lebt ein Adeliger am königlichen Hof auf großem Fuße. Er beschäftigt Angestellte, gibt kostspielige Arbeiten in Auftrag, kann diese aber nicht bezahlen und leistet daher hohle Versprechungen. Allerdings sind seine „Dienstboten“ naiv, denn diese machen trotzdem ihre eigenen Rechnungen auf.

Steht Portugal vor einer Revolution?

Ich habe das Theaterstück jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. An diesem 1527 verfassten Theaterstück schätze ich, dass die Sprache frisch ist. Man merkt deutlich, dass es ein ganz eigenes Werk des berühmten Renaissance-Dichters Gil Vicente ist, er offenbar nicht vorher vom Adel oder Klerus instruiert wurde, welche Botschaft dem Zuschauer im Theater übermittelt werden sollte. Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten.

Baden in der Serra da Estrela II

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Dort soll es guten Käse, Schinken und Liköre geben. Das alles kann man wie die Schafhirten als Proviant mitnehmen zum Baden in der Serra da Estrela.

Ribeira de Fervença

Diese Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Rio Côa

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon seit mindestens 25.000 Jahren menschliches Leben ab. Ich habe dort berühmte Felsritzungen besichtigt. Diese hinterließen Menschen der Steinzeit über eine Strecke von vielen Kilometer. Vermutlich diente das als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen.

Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt bei aller Wildheit des Flusses den Flussstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Fluss-Stränden Portugals.

Badeplatz von Quadrazais

Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Flussstrand von Devesa

Die Redaktion empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Strand von Paul

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Fortsetzung folgt.