Filmtipp: Natur kehrt zurück

Der arte-Film „Die Natur kehrt zurück – Renaturierung in Europa“ gefällt mir gut. Ich sah ihn schon am vergangenen Sonnabend. Daher kann ich die anstehende Wiederholung wärmstens empfehlen. Großtiere bekommen offenbar bei Biologen aktuell einen neuen Stellenwert, weil sie viel für die Pflege der Natur tun, als bisher gedacht. Ein interessanter Ansatz, damit man wirklich sagen kann: Natur kehrt zurück.

Zu meiner Überraschung besuchte der Autor auch die „Faia Brava“ im Nordosten Portugals. Als ich die Serra da Estrela durchstreifte und erlebte, zeigte mir der Biologe António den erfolgreichen Ansatz, Brachland für die Natur verfügbar zu machen. Dort vermehren sich jetzt Greifvögel wie Geier, aber auch Amphibien wie Frösche. Daher drehte nicht nur arte, sondern auch ich einen Beitrag über den Ausflug. Vor allem betörte mich dort das Gefühl, mich aufgrund der Farben und Gerüche in Afrika aufzuhalten. Und der Gesang der Frösche: António gilt seitdem für mich als Froschflüsterer.

Neu: Triumph des Winters

Weltliteratur aus Portugal ab sofort im Buchhandel

Ich präsentiere stolz das Drama „Triumph des Winters & des Frühlings“, frisch von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Da weniger dogmatisch als andere ist das Theaterstück das schönste Werk des Dramatikers Gil Vicente. Vicente gilt als Begründer des Nationaltheaters. Poetisch und lebendig. Ein toller Blick ins Denken der Menschen vor 500 Jahren. Das Drama ist ab sofort im Buchhandel und online erhältlich. Originaltitel: „Triunfo do inverno“.

Gil Vicente Triumph des Winters & des Sommers
ISBN 978-3-7529-62604

Fasziniert schaut der Zuschauer durchs Brennglas Vicentes (1465-1536) auf eine ihm fremde Welt der Renaissance. Er hört stolze Worte des Winters über seine Macht. Er zittert ums Leben von Seefahrern. Er lacht übers satirische Gespräch des Winters mit einem Hirten über die Liebe. Verzückt lauscht er poetischen Worten des Frühlings mit der Serra da Sintra, zwei ineinander verliebte Freunde.

Der Zuschauer meint, Don Quijote antraben zu hören. Der Welt der Ritter folgt bereits das Zeitalter der Eroberer, Seefahrer und Kaufleute in einer globalen Welt. Die Menschen stehen vor Herausforderungen, denen sie nicht immer gewachsen sind. Dessen sind sie sich aber nicht bewusst. Ein Meisterstück. Eine Tragikomödie, die auf heutigen Bühnen einen Auftritt verdient hat.

Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Eines einer Katzen schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galicien und in Portugal radelte. Eine junge Katze besuchte mich im Parque Arribes del Duero, einer sehr schönen Landschaft in Kastilien-León. Sie war neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt arbeite ich seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung durch Nord- und Zentralportugal sowie Galicien auf. Davon reiche ich heute einen kleinen Hund nach. Ein Teil der Radwanderung führte mich mal wieder durchs portugiesische Hochgebirge: in die Serra da Estrela. Wie es mir dort erging, kannst Du hier in lose aufeinanderfolgenden Beiträgen nachlesen. In dem gerade verlinkten Beitrag folgte ich in Belmonte, einer hübschen Kleinstadt am Fuße des Gebirges, den Spuren von Pedro Álvares Cabral. Der Adelige wuchs dort auf und entdeckte Brasilien.

Dort traf ich den Hund. Er war nicht bissig. Wie auch – mit der Kette am Hals. In Portugal und Spanien bin ich noch nie von einem Hund gebissen worden. Die meisten größeren Tiere wie Schäferhunde laufen wohl parallel mit mir mit. Sie bleiben aber auf ihrem Terrain. Denn sie sind gut erzogen, sollen nur Menschen mit ihrem Gebell vom Betreten der Grundstücke abhalten.

Eine Ausnahme bilden kleinere Hunde, die in den Dörfern frei herumlaufen. Sie stellen sich frontal vor mir auf, bellen wie verrückt, weichen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Radler braucht man sich also auf der Iberischen Halbinsel nicht davor zu sorgen, das Hunde einen beißen. Meine Reifen sind auch immer heil geblieben.

Dieses Tier lebt wie so viele andere auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich. Oder leidet er vielleicht etwas unter der schweren Kette? Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Der bekannteste Hund des Gebirges heißt nicht Deutscher Schäferhund, sondern Cão da Serra da Estrela. Auf Wikipedia erfährst Du mehr sein Hundeleben in der Serra da Estrela, weil ich mich nicht näher mit ihm beschäftigt habe. Es handelt sich um einen Hirtenhund. Kein Wunder bei den vielen Schafen und Ziegen, die die Bauern hier halten.

Die Serra da Estrela umspannend

Welch ein prächtiger Baum! Dabei fallen mir zuerst die Worte ein: die Serra da Estrela umspannend. Erst eine halbe Stunde war es her, dass ich das Hotel „Casa das Penhas Douradas“ verlassen hatte. In diesem empfehlenswerten Designhotel in Zentralportugal verbrachte ich die erste Nacht auf meiner Rundreise durch die Serra da Estrela auf fast 2000 Metern Höhe. Penhas Douradas ist mit 1993 Metern Portugals höchster Berg. Schon ab Herbst registriert man diese Höhe. Nebel steigt auf. Der Wind pfeift, obwohl Portugal aus unserer Höhe so weit südlich liegt. Aus der Sicht der Portugiesen liegt das Land aber in Westeuropa, nicht Südeuropa. Die meisten betrachten Algarve nur als Anhang. Im Winter liegt sogar Schnee hier, weshalb die Serra stets von einem Mythos umgeben ist. Auf dem Gipfel leben die Götter, eine antike Vorstellung, der José Sarramago in seinem schönen Buch „Die portugiesische Reise“ nachgeht. Der kargen steinigen Beira hat der Literatur-Nobelpreisträger ein lesenswertes Kapitel gewidmet.

Ausstellung über Flora und Fauna

Im CISE in der Kleinstadt Seia gibt es eine schöne Dauerausstellung, die auf Flora und Fauna des Gebirges eingeht. Zum Nachlesen findest Du ein Kapitel darüber in meinem Rad- und Kulturreiseführer „Serra da Estrela“. Einzelne Alltagserlebnisse, die auch nicht alle im Buch Platz gefunden haben, hielt ich im Tagebuchstil fest. Die Berichte kannst Du hier in loser Folge nachlesen.

Zum Glück startete ich meine zweiwöchige Rundtour im Mai, so dass mich die ganze Zeit nur die Sonne küsste und die Tour ohne Hindernisse zu bestreiten war. Ein zweites Mal war ich danach im November und Dezember unterwegs, hatte ebenfalls Glück, da nur selten Regen fiel. Für die Einheimischen ist dies natürlich eine Belastung.

Beeindruckende Farben und Formen

Auf meiner Expedition durch die Serra da Estrela beeindruckten mich riesige, durch die letzte Eiszeit, abgerundete Felsen. Ebenso verlockte der leuchtende Ginster, der oft auf abgeholzten oder verbrannten Flächen wächst, zu Fotos. Und eben dieser prächtige Baum: den Himmel umspannend. Ich fand ihn bei der Abfahrt in die Täler der Serra da Estrela am Straßenrand. Im Schatten ruht es sich gut bei der Wärme des Tages. Auf dem Foto ist im Hintergrund die Höhe der Berge noch ganz gut zu erkennen. Die landschaftlich schönsten Bilder hielten der Calvendo-Verlag und ich im Kalender „Serra da Estrela“ fest. Diesen kannst Du schon fürs kommende Jahr bestellen, wenn Du Dir oder einem geliebten Menschen eine Freude machen willst.

Tipp: Du findest nicht nur im Reiseführer „Serra da Estrela Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben“ gute Tipps. Auch meine Journalistenkollegin Flora Jädicke hat einen schönen Text über die Gegend geschrieben. Du findest ihn hier. Und wer nach dem Hinweis zum Designhotel Interesse an Themen wie Wohnen & Einrichten hat, hat in meiner Journalistenkollegin Evelyn Steinbach eine gute Adresse. Viel Spaß beim Surfen!

Fortsetzung https://durchstreifen-erleben.com/2019/06/20/baden-in-der-serra-da-estrela-i/folgt.

Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten

Dramatiker Gil Vicente wirft bezeichnendes Licht auf den Lissaboner Königshof

Gil Vicente
Schwank der Dienstboten

Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten. In einer Zeit, in der Portugals Handel aufblüht, lebt ein Adeliger am königlichen Hof auf großem Fuße. Er beschäftigt Angestellte, gibt kostspielige Arbeiten in Auftrag, kann diese aber nicht bezahlen und leistet daher hohle Versprechungen. Allerdings sind seine „Dienstboten“ naiv, denn diese machen trotzdem ihre eigenen Rechnungen auf.

Steht Portugal vor einer Revolution?

Ich habe das Theaterstück jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. An diesem 1527 verfassten Theaterstück schätze ich, dass die Sprache frisch ist. Man merkt deutlich, dass es ein ganz eigenes Werk des berühmten Renaissance-Dichters Gil Vicente ist, er offenbar nicht vorher vom Adel oder Klerus instruiert wurde, welche Botschaft dem Zuschauer im Theater übermittelt werden sollte. Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten.

Baden in der Serra da Estrela II

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Dort soll es guten Käse, Schinken und Liköre geben. Das alles kann man wie die Schafhirten als Proviant mitnehmen zum Baden in der Serra da Estrela.

Ribeira de Fervença

Diese Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Rio Côa

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon seit mindestens 25.000 Jahren menschliches Leben ab. Ich habe dort berühmte Felsritzungen besichtigt. Diese hinterließen Menschen der Steinzeit über eine Strecke von vielen Kilometer. Vermutlich diente das als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen.

Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt bei aller Wildheit des Flusses den Flussstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Fluss-Stränden Portugals.

Badeplatz von Quadrazais

Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Flussstrand von Devesa

Die Redaktion empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Strand von Paul

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Fortsetzung folgt.

Baden in der Serra da Estrela I

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Rio Mondego

Der längste Fluss zum Baden in der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Lapa dos Dinheiros

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Auch Wasserfälle und Seen gibt es

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flußstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du hier im zweiten Teil.

Fortsetzung folgt.

Neues revolutionäres Drama: Serra da Estrela

Ein neues revolutionäres Drama „Schäferliche Tragikomödie der Serra da Estrela“ gibt es ab jetzt im Buchhandel! Das Renaissance-Stück habe ich aus dem Portugiesischen übersetzt. Es ist eines der schönsten Stücke Gil Vicentes, des Begründers des portugiesischen Theaters. Der wohl am königlichen Hof arbeitende Poet gilt mit dem Drama „Das Höllenschiff“ als Dichter der Weltliteratur.

Ist es Vicente, der in der „Schäferlichen Tragikomödie über die Serra da Estrela“ „Tragicomédia pastoril da Serra da Estrela“) eine Aura heiliger Berge aufbaut? Sein Drama dürfte das älteste aller über Gebirge erschienenen Werke sein. Es erscheint 1527, gut 35 Jahre, nachdem Amerika entdeckt wurde. Portugal hat schon gemeinsam mit Spanien im Vertrag von Tordesillas die Welt in zwei Machtsphären geteilt. Es besitzt Brasilien und Stützpunkte im Orient, wo es mit Arabern handelt.

Das Drama ist einem neuen Königspaar und einer Prinzessin gewidmet. Mit der Prinzessin sind Hoffnungen verbunden. Diese drückt das in der Tracht einer Schäferin auftretende Gebirge aus: Es wird als neuer Stern betrachtet. Die Estrela und die in ihr lebenden Hirten huldigen den Regenten mit Produkten des Gebirges: mit feinem Käse und guter Milch. Sie wollen zudem Adlerfedern, Felle, Schafe, Lämmer, Kühe und Gold mitbringen.

Gil Vicente verfasste ein frühes Stände-Drama. Die Menschen vertreten Gedanken der Aufklärung. Sie sprechen schon wie in der Epoche der Empfindsamkeit. Weit vor Shakespeare, Lessing und Goethe! Denn der Mensch tritt in der Epoche der Renaissance ins Zentrum des Interesses. Gefühle sind erlaubt. Aber Standesgrenzen gelten strikt.

Bist Du Regisseur im Theater? Oder für Fernsehfilme? Oder Hörspielmacher? Dann greife zu, Bestelle ein neues revolutionäres Drama: Serra da Estrela. Online oder im Buchhandel.

Weitere Infos über Portugal findest Du hier.

Vom Lee ins Luv

Entspannen und Schlemmen in Algarve

Einenschönen Artikel über Tavira an Algarve habe ich heute morgen imMagazin Evasões gefunden, das in Lissabon publiziert wird. Taviraliegt an Sandalgarve. Dabei lernte ich von Autor Nuno Cardoso zweineue Dinge kennen. Zum einen ein Sprichwort: „Wenn das Leben dirZitronen gibt, stelle Limonade her“. Dies bedeutet in etwa, dassman sich nicht beschweren sollte, sondern das nutzen, was das Lebeneinem gebe. Cardoso bezieht sich auf einige Portugiesen, die ererzählen lässt, warum sie ihr Unternehmen gründeten oder dorteinstiegen.

PedroEstrala, Gründer eines nur zehn Minuten vom Strand entferntenLandgasthofes Quinta dos Perfumes, fühlte sich mal so gestresst imStau, dass er jemanden in einem anderen Auto angeschrien habe. Dieslöste den Wunsch nach einer Veränderung seines Lebens in ihm aus.Er übernahm eine alte Parfümfabrik seines Großvaters und formteeine Quinta aus ihr. Diese ist von einem 36 Hektar großenOrangenhain umgeben, auf dem mehr als 20 000 Bäumen stehen. DieFrüchte werden mit der Hand geerntet per Hand. Er kann anLieferanten etwa 1000 Tonnen jährlich verkaufen. „Wir produzierenvier Orangenarten, was bedeutet, dass wir sie das ganze Jahr durchhaben“, erzählt Estrela. In einen biologischen Gemüsegartenkultiviert er auch Kirschbäume, Wassermelone, Minze, Gurke, RoteBeete oder Paprika für seine Gäste. Zum anderen wusste ich nicht,dass Portugiesen die Region auch als algarvisches Lee bezeichnen. EinLee ist die vom Wind abgewandte Seite eines Bootes. Die Umgebung vonTavira wird offenbar auch so bezeichnet, wohl ein Ausdruck für dieAbgeschiedenheit und Ruhe.

In Tavira fand er auch Marcelino Nascimento. Er sei zwölf Jahre alt gewesen, als er begann im Lebensmittelgeschäft zu arbeiten, das heute Garrafeira Soares heiße und bereits 100 Jahre alt sei. Früchte, Gewürze, Schmalz und Kaffee seien hauptsächlich verkauft worden. Marcelino ist jetzt 65 Jahre alt und erinnert sich noch an den ersten Arbeitstag. „Ich war sehr ängstlich, fast verloren“. Er begann als Lehrling an der Theke und ist heute Koordinator des Geschäfts. Mehr als 4000 Alkoholika aus allen Teilen der Welt seien in den Regalen zu finden wie Weine, Liköre und Schnäpse. Die eine Flasche kostet nur zwei Euro, die andere zweitausend. Ob man den Unterschied wirklich schmeckt?

Alle Träume der Welt

Als ich den nächsten Absatz las, habe ich wirklich Hunger bekommen. Von starken alkoholischen Getränken halte ich nicht viel, dafür mehr von mediterraner Kost, die Cardoso offenbar im Restaurant Àlvaro de Campos geschmeckt hat. Er fühlte sich wohl dabei auch von der Deko inspiriert wie dem Spruch: „Ich bin nichts. Niemals werde ich jemand sein. Ich kann es nicht wollen, nichts zu sein. Von diesem Teil habe ich in mir alle Träume der Welt“. Fernando Pessoa, geboren in Tavira, gründete dieses Lokal vor fünf Jahren. Koch ist Luis Brito, das nur wenige Meter von Ponte Velha und dem Ufer des Rio Gilão entfernt liegt. Er war elf Jahre alt, als er nach Tavira ging. Heute ist er 52 und hat schon in Brasilien, Spanien und Angola gekocht. Er ist 52 Jahre alt, 32 davon verbunden der Restaurierung. Er habe eher zufällig mit Kochen angefangen, aber Gefallen daran gefunden. „Den ersten Bohneneintopf, den ich zu Haus für fünf Freunde zubereitete, hat niemand gegessen.“

Cardosobegann seineMahlzeit mitDorschkuchen und Entenkrokette. DemfolgtenBohnenreis,Salat aus Reismelde und Aioli. Danachwurde ihm gesalzeneKrake mit Venusmuscheln und Süßkartoffel aufgetischt.Probierthat er danach Dorschmit Kohl, Kartoffel und Korianderöl. Ichbezweifele, dass er danach gut geschlafen hat. Sein Magen befandsich bestimmtim algarvischen Luv.

Denvollständigen Artikel von Evasões findest Du unter

www.evasoes.pt/roteiros/tavira-passeio-e-descanso-nos-encantos-do-sotavento-algarvio/

Portugiesen verreisen mehr

Portugal ist nicht nur Urlaubsland, sondern auch die Portugiesen selbst verreisen mehr. Es ist einfach mal interessant, den Blick auf die andere Seite zu werfen, ob die Gastgeber von Millionen von Touristen pro Jahr selbst auch die Perspektive der Reisenden kennen. Sie verreisten im vergangenen Jahr 22,1 Millionen Mal. Zum Vergleich: Deutsche traten 70,1 Millionen Mal eine Urlaubsreise (ab fünf Tagen) im Jahr 2018 an.

Um 4,2 Prozent soll die Zahl der touristisch Reisenden innerhalb wie auch außerhalb Portugals im Jahre 2018 gegenüber 2017 gestiegen sein. Viele Portugiesen – 44,4 Prozent – verreisen innerhalb des Landes, um hauptsächlich Freunde und Familienangehörige zu besuchen. Wenn es ins Ausland geht, auch die Zahl nimmt mit 13,3 Prozent zu, verreisen viele innerhalb der Europäischen Union. Auf Spanien entfallen mit 31,9 Prozent die meisten Reisen. Dem Nachbarland folgen mit weitem Abstand Frankreich mit 13,7 Prozent; noch weiter dahinter liegt das Vereinigte Königreich mit 7,3 Prozent. Deutschland liegt offenbar weit abgeschlagen dahinter. Denn eine Zahl wird nicht genannt. Weit über die Hälfte der portugiesischen Touristen (58,8 Prozent) will sich auf Reisen erholen, sich unterhalten lassen oder einfach nur Ferien verbringen.

Warum die Zahl der Reisen gestiegen ist, wird nicht vom Nationalen Statistikinstitut (INE) gesagt. Wahrscheinlich ist, dass sich die wirtschaftliche Lage so verbessert hat, dass sich mancher Portugiese wieder das Wegfahren leisten kann.

Den kompletten Artikel der Zeitung Observador findest Du unter www.observador.pt/2019/04/29/viagens-turisticas-dos-residentes-em-portugal-crescem-42-em-2018/