Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal beschränkt sich die Aus­wahl auf Deutsch­land, Frank­reich und Öster­reich. Däne­mark, Nor­we­gen, Por­tu­gal, Schwe­den und Spa­ni­en wer­den nicht berück­sich­tigt. Einen Down­load-Link des Pro­gramms fin­det ihr wie immer im pdf-Format.

Der Hes­si­sche Rund­funk zeigt eine Doku über Wohn­mo­bil­ur­laub in Nord­deutsch­land. Obwohl Rei­se­jour­na­list, war ich erst zwei­mal mit einem Wohn­wa­gen unter­wegs. Beim ers­ten Mal befand mich auf mei­ner ers­ten Rad­tour nach Däne­mark und woll­te einen mei­ner Brü­der auf einem Cam­ping­platz auf Feh­marn besu­chen. Er surf­te dort schon seit eini­gen Tagen. Zuvor hat­te ich nur auf schwe­di­schen Bin­nen­se­en gesurft und lern­te end­lich mal rich­ti­ge Wel­len unterm Brett ken­nen. Es war anstren­gend, weil das Brett unru­hig war und ich mich daher mehr im als über dem Was­ser befand. Aber bis zum letz­ten Tag hat­te mein Bru­der mir dann doch noch den Was­ser­start bei­gebracht. Der erleich­tert eini­ges, da die Arme nicht mehr so bean­sprucht wer­den. Nach­dem ich wäh­rend der Rad­tour von Müns­ter bis Feh­marn die Näch­te nur im Zelt auf einer har­ten Iso­mat­te ver­bracht hat­te, war das Über­nach­ten im Wohn­wa­gen Luxus für mich.

Auf Frank­reichs Süden hin­ge­gen rich­tet 3sat den Blick wie zum Bei­spiel auf Bor­deaux: Die Stadt ist mir nicht nur wegen des guten Weins bekannt, son­dern auch als Fahr­rad­stadt. Obwohl rie­sig, ließ sie sich auf der Tages­etap­pe von Biar­ritz nach Auritz in den Pyre­nä­en gut durch­que­ren. Ich radel­te damals von Bel­fort nach Bur­gos auf einem selbst zusam­men­ge­stell­ten erst fran­zö­si­schem, dann spa­ni­schem Jakobs­weg. An sich durch­que­re ich gro­ße Städ­te ungern. Denn oft kom­me ich zuvor vom Land, wo es still ist, wenig Ver­kehr rollt, ich nicht stän­dig auf­pas­sen muss, ob jemand rück­sichts­los unter­wegs ist. Auf kei­ner mei­ner Fahr­ten schlech­te Erfah­run­gen. Die Mehr­heit fährt sowohl dis­zi­pli­niert im küh­len Nor­den als auch im heiß­blü­ti­gen Süden Euro­pas. Trotz­dem steigt die Ner­vo­si­tät fürs ers­te, wenn Rad­we­ge schma­ler wer­den, Men­schen­mas­sen unter­wegs sind, mehr gehupt wird. Doch in Bor­deaux sind die Rad­we­ge breit genug. Viel­leicht liegt es dar­an, dass vie­le Ein­woh­ner dort radeln. Die Begeis­te­rung für die Tour de Fran­ce kommt nicht von ungefähr.

Dies trifft auch auf Paris zu. Vom Tou­ris­ten­bus aus sieht dort alles quir­lig aus, aber auf den Stra­ßen ist es erstaun­lich ruhig. Jetzt dürf­te es noch leich­ter wer­den, wenn Poli­ti­ker die Bevöl­ke­rung ver­mehrt aufs Fahr­rad brin­gen wol­len, um Staus zu ver­mei­den und die Kli­ma­wen­de zu schaf­fen. Und in Frank­reich strebt man sogar an, kur­ze Inlands­flü­ge zu unter­sa­gen, hör­te ich neu­lich in einem Fern­seh­be­richt. Klingt vernünftig.

Viel Spaß beim Zusehen.


SaMiFr
Deutsch­landWun­der­schön! Rund um die Flens­bur­ger För­de, HR, 20.15 Uhr

Der Golf­strom, RBB, 20.15 Uhr

Wei­ßes Gold, Nord­rhein-West­fa­lens Salz­wel­ten, WDR, 20.15 Uhr
Cam­per­van-Road­t­rip. Von der Han­se­stadt Bre­men nach Nor­der­ney, HR, 20.15 Uhr
Frank­reich
Bor­deaux und Frank­reichs Süd­wes­ten, 3sat, 13.15 Uhr
Die Pro­vence mit allen Sin­nen erle­ben, 3sat 14 Uhr
Frank­reichs son­ni­ger Süden, 3sat, 14.45 Uhr

Öster­reich


Land­gast­häu­ser Alpen­se­en, Tiro­ler Land, BR, 19.30 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die an den nächs­ten Tagen im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal ist die Aus­wahl sehr breit mit Zie­len in Frank­reich, Öster­reich, Spa­ni­en und Schwe­den. Frank­reich, Nor­we­gen und wie­der ein­mal Däne­mark blei­ben dies­mal außen vor. Fast jeden Tag ist das Mit­rei­sen auf dem Sofa garan­tiert. Das Pro­gramm zum Down­load fin­det ihr unten als Link im pdf-Format.

Wie­der ein­mal hoch­wer­tig nach Spa­ni­ens ein­zig­ar­ti­ger Wald­land­schaft ver­gan­ge­ne Woche scheint auch ein Bei­trag über Ibe­ri­ens wil­de Viel­falt zu wer­den. Kein Wun­der, ich höre oft von Por­tu­gie­sen und Spa­ni­ern, dass sie nicht ins Aus­land reis­ten, weil sie sowie­so alles hät­ten: Ber­ge, Meer und Wüs­ten. Es gibt Ski­ge­bie­te wie in Andor­ra und wie in der Ser­ra da Est­re­la.

Recht viel wird über Öster­reich gebracht. Erfreu­lich sind die his­to­ri­schen Bei­trä­ge über ein Kel­ten­grab im Umland von Salz­burg. Und über den letz­ten Rit­ter Maxi­mi­li­an im 16. Jahr­hun­dert: Er ist zu emp­feh­len, da gut gemacht. Denn Maxi­mi­li­an hei­ra­te­te Maria von Bur­gund aus macht­po­li­ti­schen Grün­den. Dem Habs­bur­ger Haus gelang durchs rei­che Flan­dern der end­gül­ti­ge Auf­stieg zur Welt­macht. Und es wuchs sogar ech­te Lie­be zwi­schen Maxi­mi­li­an und Maria.

Auf den NDR-Bei­trag über den Weser­rad­weg bin ich auch sehr gespannt. Denn dort war ich selbst schon eini­ge Male unter­wegs. Die Stre­cke durchs Weser­berg­land ist der schöns­te Abschnitt, ein unter­schätz­tes Gebiet. Die Weser ist dort weit­ge­hend noch natür­lich. Es gibt vie­le Auen, kei­ne gewerb­li­che Schiff­fahrt, nur Frei­zeit­sport­ler. Tie­fe Wäl­der zum Wan­dern und Radeln und wirk­lich freund­li­che Men­schen. Und ein hoch­wer­ti­ges Kul­tur­ange­bot, wenn ich allei­ne an Cor­vey, Weser­re­nais­sance und Por­zel­lan aus Fürs­ten­berg denke. 

Ein tol­les Ziel ist aber auch das Ahr­ge­bir­ge vor den Toren Bonns, wor­über heu­te der SWR berich­tet. Wenn ich dort wan­de­re oder rade­le, füh­le ich mich bei man­chen Etap­pen wie im Süden Euro­pas. Dies liegt zum einen an der Vege­ta­ti­on mit Pflan­zen, die es auch im Süden gibt. Zum ande­ren liegt es an der Wär­me, die an gewis­sen Stel­len über 60 Grad errei­chen kann. Daher füh­len sich dort Rep­ti­li­en wohl, aber auch Wein kann dort ange­baut wer­den. Den Wein emp­fin­de ich als wohl­schme­ckend. Beliebt ist die Zeit der Wein­le­se. Aller­dings ist die Gegend dann der Fes­te wegen völ­lig über­lau­fen. Vie­le Auto­fah­rer zieht es dann in die Dör­fer rund um Ahr­wei­ler statt mit Bahn oder Rad zu kom­men. Die Anbin­dung an den Zug ist ziem­lich gut.

Ein­schal­ten also nicht vergessen!


SaSoDiDoFr
Deutsch­landUnter­wegs im Ahr­ge­bir­ge, SWR, 14 Uhr

Selbst­ver­such Pil­gern. Auf dem Jakobs­weg von Ful­da nach Frank­furt, HR, 21.00 Uhr
Erleb­nis Weser­rad­weg, Von Hann. Mün­den bis Nien­burg, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reichNatur­pa­ra­dies See­feld, arte, 15.00 Uhr
Das Geheim­nis des Kel­ten­gra­bes, ZDF Info, 19.30 Uhr


Ein­ge­schenkt. Wein­land Öster­reich, 3sat, 11.45 UhrMaxi­mi­li­an. Das Spiel von Macht und Lie­be, 3sat, 201.5 Uhr
Por­tu­gal
Die Azo­ren. Grü­nes Insel­pa­ra­dies, 3sat, 13.35 Uhr
Madei­ra, Por­tu­gals Blü­ten­meer im Atlan­tik, NDR, 20.15 Uhr
Schwe­den


Ich bin Gre­ta, SWR, 23.15 Uhr
Spa­ni­enWil­de Pyre­nä­en, Ber­ge des Lichts, BR. 14.15 UhrIbe­ri­en. Wil­de Viel­falt, Phoe­nix, 20.15 Uhr
Lan­za­ro­te, Feu­er, Lava, Licht, NDR, 20.15 Uhr
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Hundeleben in der Estrela

Bis­her habe der Rei­sen­de noch nie ein Hun­de­bild gebracht. Eines einer Kat­ze schon. Das ist gut 1,5 Jah­re her, als er auf dem Jakobs­weg in Gali­ci­en und in Por­tu­gal radel­te. Eine jun­ge Kat­ze besuch­te ihn im Par­que Arri­bes del Duero, einer sehr schö­nen Land­schaft in Kas­ti­li­en-León. Sie war neu­gie­rig auf den Gast in der Pension. 

Jetzt arbei­tet er seit eini­gen Tagen die Bil­der der Rad­wan­de­rung durch Nord- und Zen­tral­por­tu­gal sowie Gali­ci­en auf. Davon reicht er heu­te einen klei­nen Hund nach. Ein Teil der Rad­wan­de­rung führ­te ihn mal wie­der durchs por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge: in die Ser­ra da Est­re­la. Wie es ihm dort erging, kannst Du hier in lose auf­ein­an­der­fol­gen­den Bei­trä­gen nach­le­sen. In dem gera­de ver­link­ten Bei­trag folg­te ich in Bel­mon­te, einer hüb­schen Klein­stadt am Fuße des Gebir­ges, den Spu­ren von Pedro Álva­res Cab­ral. Der Ade­li­ge wuchs dort auf und ent­deck­te Brasilien.

Dort traf der Rei­sen­de den Hund. Er war nicht bis­sig. Wie auch — mit der Ket­te am Hals. In Por­tu­gal und Spa­ni­en ist er noch nie von einem Hund gebis­sen wor­den. Die meis­ten grö­ße­ren Tie­re wie Schä­fer­hun­de lau­fen par­al­lel mit. Sie blei­ben aber auf ihrem Ter­rain. Denn sie sind gut erzo­gen, sol­len nur Men­schen mit Gebell vom Betre­ten der Grund­stü­cke abhalten.

Eine Aus­nah­me bil­den klei­ne­re Hun­de, die in den Dör­fern frei her­um­lau­fen. Sie stel­len sich fron­tal auf, bel­len wie ver­rückt, wei­chen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Rad­ler braucht man sich also auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel nicht davor zu sor­gen, das Hun­de einen bei­ßen. Sei­ne Rei­fen sind auch immer heil geblieben.

Die­ses Tier lebt wie so vie­le ande­re auf einem Hof in einem Tal der Ser­ra da Est­re­la: in der Nähe des Dor­fes Cabe­ça. Sein treu­her­zi­ger Blick fes­selt. Oder lei­det er viel­leicht etwas unter der schwe­ren Ket­te? Weiß jemand, um wel­che Ras­se es sich handelt? 

Der bekann­tes­te Hund des Gebir­ges heißt nicht Deut­scher Schä­fer­hund, son­dern Cão da Ser­ra da Est­re­la. Auf Wiki­pe­dia erfährst Du mehr sein Hun­de­le­ben in der Ser­ra da Est­re­la, da sich der Rei­sen­de nicht näher mit ihm beschäf­tigt habe. Er hat noch nie einen Hund gehal­ten, nur Mon­go­li­sche Wüs­ten­renn­mäu­se. Es han­delt sich um einen Hir­ten­hund. Kein Wun­der bei den vie­len Scha­fen und Zie­gen, die die Bau­ern hier halten. 

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Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heu­te wuss­te ich nicht, dass auch in Por­tu­gal Räder her­ge­stellt wer­den. Bis­her war mir das nur von Spa­ni­en bekannt. Vor eini­ger Zeit leg­te ich mir auf dem Jakobs­weg in Tui ein Hin­ter­rad einer spa­ni­schen Fir­ma zu. Doch auch in Por­tu­gal gibt es mit Órbi­ta ein Unter­neh­men, das Räder pro­du­ziert. In der Zei­tung Diá­rio de Noti­ci­as (DN) habe ich heu­te gele­sen, dass in Zusam­men­ar­beit mit der Uni­ver­si­tät in Avei­ro ein E‑Bike auf den Markt gekom­men ist, mit dem man als Tou­rist die schö­nen Schie­fer­dör­fer in den hohen Ber­ge Por­tu­gals besu­chen kann. 

Es soll ein Hybrid aus Moun­tain­bike und Stra­ßen­rad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schot­ter und durch die Ber­ge unter­wegs sein soll. Laut DN ist mitt­ler­wei­le ein Netz von gut 2.000 Kilo­me­ter ent­stan­den. Ich war selbst zwei Wochen in der Ser­ra da Est­re­la unter­wegs und über­rascht, wie gut man dort fah­ren kann, aller­dings mit mei­nem eige­nen Moun­tain­bike. Das Hoch­ge­bir­ge ist nicht unbe­zwing­bar auf den Land­stra­ßen und für jeden, der Spaß am Rad­fah­ren hat, zu machen. Die Stra­ßen sind gut geteert, haben nur weni­ge Schlag­lö­cher. Stär­ke­re Stei­gun­gen sind gut durch Ser­pen­ti­nen ange­fe­dert. Denn auch der täg­li­che Lie­fer­ver­kehr muss die Dör­fer in den abge­le­ge­ne­ren Gebie­ten errei­chen können.

Auf ein E‑Bike wer­de ich aber erst stei­gen, wenn ich kei­nen Berg mehr schaf­fe, also erst mit 90 Jah­ren. Oder wenn mein täg­li­cher Arbeits­weg 50 Kilo­me­ter über­schrei­ten soll­te, so dass der zeit­li­che Auf­wand ein­fach zu hoch wäre. Aber auch die ande­ren Stre­cken im Ter­ri­to­ri­um von gut 5.000 Qua­drat­ki­lo­me­tern und 27 Schie­fer­dör­fern in Zen­tral­por­tu­gal soll­ten für eini­ger­ma­ßen fit­te Rad­ler mach­bar sein. Ich habe nach der Ser­ra de Est­re­la auch das Gebiet des Dou­ro und des Min­ho getes­tet und für gut befunden.

Den kom­plet­ten Arti­kel des Diá­rio de Noti­ci­as fin­dest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

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1.200 Kilometer mit dem Rad zur Bar Hemingsways

Mit Värm­land und See­land fand ich zuletzt Zie­le auf Geo, mit denen ich vie­le Kind­heits- und Jugend­er­in­ne­run­gen ver­bin­de. Mit Biar­ritz ist heu­te ein drit­tes Ziel hin­zu­ge­kom­men, das ich auf einer mei­ner ers­ten Rad­tou­ren in den Süden ken­nen­lern­te. Mit mei­nem Kum­pel Chris­toph radel­te ich auf einem etwas impro­vi­sier­ten fran­zö­si­schen Jakobs­weg von Bel­fort aus über Besan­çon, Dijon, Vézelay und Limo­ges nach La Rochel­le. Vom Küs­ten­ort aus ging es wei­ter über Mimizan und Arcachon nach Biar­ritz. Ich hat­te mir zuvor ange­guckt, wie die Pil­ger im Mit­tel­al­ter gelau­fen sein könn­ten. Ins­ge­samt waren es durch Frank­reich gut 1234 Kilometer.

Ent­lang der Küs­te ist der Weg aus­ge­spro­chen schön, zumal man dem Ver­kehr rund um die grö­ße­ren Städ­te end­lich ent­kommt. Süd­lich von La Rochel­le gibt es ent­we­der ent­lang des Was­sers Sand­strän­de und Nadel­wäld­chen. Fuh­ren wir hin­ge­gen etwas wei­ter im Bin­nen­land her­um, fan­den wir eine gut zu bewäl­ti­gen­de Hügel­land­schaft vor, die auch nicht das Auf und Ab des Jura beinhal­te­te. Über­all gibt es Cam­ping­plät­ze. Durch die­se kann man einer­seits viel Geld spa­ren, ande­rer­seits den Luxus des Über­nach­tens unter frei­em Him­mel und die Schar gleich­ge­sinn­ter Frisch­luft­fa­na­ti­ker genie­ßen. Her­vor­he­ben möch­te ich Arcachon, Fran­ko­phi­len durch die enorm hohe Düne bekannt. Wir fühl­ten uns hier will­kom­men. Vie­le wink­ten uns zu, frag­ten, woher wir kämen, wohin wir woll­ten. Es folg­te stets ein freund­li­ches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeis­te­rung fürs Radfahren.

Biar­ritz ist für mich das Dreh­kreuz schlecht­hin, um unter­schied­li­che Zie­le ken­nen­zu­ler­nen: den Atlan­tik und den Aus­läu­fer der Pyre­nä­en. Bis nach Pam­plo­na oder San Sebas­tián ist es ein Kat­zen­sprung. Von Biar­ritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelan­gen, von dort auf den spa­ni­schen Jakobs­weg. Die Natio­nal­stra­ße her­auf nach Ron­ce­val­les bewäl­tig­te ich von Biar­ritz aus an einem Nach­mit­tag, roll­te am nächs­ten Mor­gen den Weg nach Pam­plo­na her­ab. Dort inter­es­sier­te mich die Bar Heming­ways, wo er „Fies­ta“ geschrie­ben haben soll. Hin­ge­gen geht der Weg nach San Sebas­tián recht flach wei­ter. Der Küs­ten­weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist erreicht.

Heu­te wür­de ich eine solch lan­ge Stre­cke nicht mehr fah­ren. Mitt­ler­wei­le fin­de ich es inter­es­san­ter, eine Regi­on und ihre Beson­der­hei­ten auf­zu­ar­bei­ten, Rad­lern gute Wege zu zei­gen, auf denen man Sport, Gas­tro­no­mie und Kul­tur mit­ein­an­der ver­bin­den kann. Auch dabei kom­men immer vie­le Kilo­me­ter zusam­men­ge­kom­men, wenn ich auch klei­ne Inseln oder Gebirgs­stra­ßen abgrase.

Mehr Infos über Biar­ritz fin­dest Du unter http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21220-rtkl-biarritz-strandperle-mit-franzoesischem-flair

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1200 Kilometer zu Hemingway

Mit Värm­land und See­land fand der Rei­sen­de zuletzt Zie­le auf Geo, mit denen er vie­le Kind­heits- und Jugend­er­in­ne­run­gen ver­bin­det. Mit Biar­ritz ist heu­te ein drit­tes Ziel hin­zu­ge­kom­men, das er auf einer sei­ner ers­ten Rad­tou­ren in den Süden ken­nen­lern­te. Mit sei­nem Kum­pel Chris­toph radel­te er auf einem etwas impro­vi­sier­ten fran­zö­si­schen Jakobs­weg von Bel­fort aus über Besan­çon, Dijon, Vézelay und Limo­ges nach La Rochel­le. Vom Küs­ten­ort aus ging es wei­ter über Mimizan und Arcachon nach Biar­ritz. Der Rei­sen­de hat­te sich zuvor ange­guckt, wie die Pil­ger im Mit­tel­al­ter gelau­fen sein könn­ten. Ins­ge­samt waren es durch Frank­reich gut 1234 Kilometer.

Ent­lang der Küs­te ist der Weg aus­ge­spro­chen schön, zumal man dem Ver­kehr rund um die grö­ße­ren Städ­te end­lich ent­kommt. Süd­lich von La Rochel­le gibt es ent­we­der ent­lang des Was­sers Sand­strän­de und Nadel­wäld­chen. Fuh­ren wir hin­ge­gen etwas wei­ter im Bin­nen­land her­um, fan­den Chris­toph und der Rei­sen­de eine gut zu bewäl­ti­gen­de Hügel­land­schaft vor, die auch nicht das Auf und Ab des Jura beinhaltete. 

Über­all gibt es Cam­ping­plät­ze. Durch die­se kann man einer­seits viel Geld spa­ren, ande­rer­seits den Luxus des Über­nach­tens unter frei­em Him­mel und die Schar gleich­ge­sinn­ter Frisch­luft­fa­na­ti­ker genie­ßen. Her­vor­he­ben möch­te er Arcachon, Fran­ko­phi­len durch die enorm hohe Düne bekannt. Die Rei­sen­den fühl­ten uns hier will­kom­men. Vie­le wink­ten, frag­ten, woher sie kämen, wohin sie woll­ten. Es folg­te stets ein freund­li­ches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeis­te­rung fürs Radfahren.

Biar­ritz ist das Dreh­kreuz schlecht­hin, um unter­schied­li­che Zie­le ken­nen­zu­ler­nen: den Atlan­tik und den Aus­läu­fer der Pyre­nä­en. Bis nach Pam­plo­na oder San Sebas­tián ist es ein Kat­zen­sprung. Von Biar­ritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelan­gen, von dort auf den spa­ni­schen Jakobs­weg. Die Natio­nal­stra­ße her­auf nach Ron­ce­val­les bewäl­tig­te der Rei­sen­de von Biar­ritz aus an einem Nach­mit­tag, roll­te am nächs­ten Mor­gen den Weg nach Pam­plo­na her­ab. Dort inter­es­sier­te ihn die Bar Heming­ways, wo er „Fies­ta“ geschrie­ben haben soll — das Café Iru­ña. Hin­ge­gen geht der Weg nach San Sebas­tián recht flach wei­ter. Der Küs­ten­weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ist erreicht.

Heu­te wür­de er eine solch lan­ge Stre­cke nicht mehr fah­ren. Mitt­ler­wei­le fin­det er es inter­es­san­ter, eine Regi­on und ihre Beson­der­hei­ten auf­zu­ar­bei­ten, Rad­lern gute Wege zu zei­gen, auf denen man Sport, Gas­tro­no­mie und Kul­tur mit­ein­an­der ver­bin­den kann. Auch dabei kom­men immer vie­le Kilo­me­ter zusam­men­ge­kom­men, wenn er auch klei­ne Inseln oder Gebirgs­stra­ßen abgrast.

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Sauberkeit spanischer Urlaubsziele untersucht

Gali­zier gel­ten in Spa­ni­en als fröh­li­ches Volk. Als ich vor eini­gen Mona­ten in Sant­ia­go de Com­pos­te­la gas­tier­te, waren die Bars abends im Zen­trum immer gut gefüllt. Es war schwie­rig, einen Platz zu bekom­men. An vie­len Orten wird musi­ziert. Noch heu­te nimmt der Dudel­sack eine her­vor­ra­gen­de Rol­le ein. Das liegt nicht nur dar­an, dass Sant­ia­go eine wich­ti­ge Pil­ger­stadt ist und daher vie­le Men­schen aus der gan­zen Welt tag­täg­lich in der Stadt eintreffen.

Ähn­lich gepolt sind auch die Men­schen in Städ­ten wie A Coru­ña oder Ourense. Es lohnt sich also immer, Gali­zi­en zu besuchen.

Doch wie ist es um die Sau­ber­keit der gali­zi­schen Städ­te bestellt? Für jeden, der froh gelaunt am Urlaubs­ort ankommt, ist es ent­täu­schend, am Urlaubs­ort anzu­kom­men und unan­ge­neh­me mensch­li­che Hin­ter­las­sen­schaf­ten vorzufinden.

Die Tages­zei­tung „La Voz de Gali­cia“ ver­öf­fent­lich­te jetzt einen Arti­kel über die Sau­ber­keit in 60 spa­ni­schen Städ­ten. Die sau­bers­ten drei sind Ovie­do, Bil­bao und die gali­zi­sche Stadt Vigo an der West­küs­te. Für die Unter­su­chung zeich­net die Orga­ni­za- ción de Con­sum­i­do­res y Usua­ri­os (OCU) verantwortlich.

Hin­ge­gen schnei­den die gro­ße Hafen­stadt A Coru­ña und das beschau­li­che Städt­chen Lugo rela­tiv schlecht ab. Lugo hat sich dem­nach sogar noch ver­schlech­tert in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, Vigo hin­ge­gen ver­bes­sert. Die ers­te Stu­die dar­über wur­de bereits 1995 ver­öf­fent­licht. Die letz­te Unter­su­chung ist gera­de ein­mal vier Jah­re her.

Der Ver­fas­ser des Zei­tungs­ar­ti­kels sieht eine Ursa­che für die Sau­ber­keit in der Bereit­schaft der Städ­te, in die Sau­ber­keit zu inves­tie­ren. So gibt die oben plat­zier­te Stadt Vigo 71 Euro pro Ein­woh­ner aus, wäh­rend A Coru­ña mit 43 Euro deut­lich nied­ri­ger liegt.

Haupt­är­ger­nis­se in A Coru­ña sind wil­de Graf­fi­ti und Pla­ka­te an Häu­sern und Mau­ern sowie Exkre­men­te auf den Wegen. Aber auch schlech­te Müll­be­sei­ti­gung wer­den bemän­gelt und die man­geln­de Pfle­ge der Grün­an­la­gen. Eben­so wird die Ver­nach­läs­si­gung der Außen­vier­tel der Stadt genannt. Hin­ge­gen schnei­det die Qua­li­tät der Luft in der Bewer­tung durch die Ein­woh­ner erstaun­lich gut für eine Stadt die­ser Grö­ße ab, die zumal sie ein wich­ti­ger Indus­trie­stand­ort ist.

Schlecht schnei­det auch die alte Römer­stadt Lugo ab, durch die auch manch ein Jakobspil­ger auf dem Weg nach Sant­ia­go kommt. Die „Stadt der römisch-anti­ken Mau­ern“ erhält nur bei der Bewer­tung der Luft­qua­li­tät gute Noten, bemän­gelt wer­den aber auch wie­der die Sau­ber­keit der Stra­ßen und wie in A Coru­ña die Instand­hal­tung der Park­an­la­gen. Ähn­lich schlecht bewer­tet wird auch die das Vor­han­den­sein von Exkre­men­ten und die schlech­te Müllbeseitigung.

Etwas bes­ser scheint es hin­ge­gen in Städ­ten wie Pon­te­ve­dra und Ourense aus­zu­se­hen. Die lie­gen unge­fähr in der Mit­te der 60 bewer­te­ten Städ­te. Ourense hat aber auch eine sehr attrak­ti­ve Alt­stadt, in der Jakobspil­ger ihre Glie­der kos­ten­los in das Was­ser einer Ther­mal­quel­le aus­stre­cken kön­nen. Die Sau­ber­keit in Pon­te­ve­dra wird wohl­wol­lend zur Kennt­nis genom­men. Ohne­hin muss sich dort in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eini­ges getan haben, denn die Stadt mach­te im Ran­king einen erheb­li­chen Satz nach vorne.

Dies trifft auch auf die bas­ki­sche Metro­po­le Bil­bao zu, eben­falls wie A Coru­ña eine alte Indus­trie­stadt. Bil­bao mach­te von allen unter­such­ten Städ­ten den größ­ten Sprung nach vor­ne. In Ourense sieht es etwas schlech­ter aus. Gut schnei­det wie­der­um die Luft­qua­li­tät ab. Ledig­lich in Lérez ist man mit der Sau­ber­keit und dem Zustand der Grün­an­la­gen sehr zufrie­den; aller­dings stört die Ein­woh­ner der Anblick von Kot erheblich.

Wei­te­re Infos fin­dest Du unter Sau­ber­keit in spa­ni­schen Städten

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Wandern oder Radeln auf dem Camino Primitivo?

Bist Du schon auf dem Cami­no Pri­mi­tivo gera­delt? Nach­dem ich gera­de einen Arti­kel in der “Welt” dar­über gele­sen habe, reizt es mich schon, weil ich dann mal wie­der ordent­lich auf dem vom Küs­ten­weg abge­hen­den Teil des Jakobs­we­ges kra­xeln könnte.

Erst ein­mal habe ich auch den Weg durch Gali­zi­en und Por­tu­gal erklim­men kön­nen und muss­te nur zwei- oder drei­mal auf Land­stra­ßen aus­wei­chen. So schlimm war es trotz 23 Kilo­gramm Gepäck jetzt auch nicht gera­de. Zum ande­ren kann man auch schie­ben. Vie­le erzäh­len auch nur ger­ne viel und erzäh­len, wie anstren­gend doch die Stre­cke sei, die gera­de vor einem lie­ge. Am Ende war es dann immer leich­ter als gedacht. Hier han­delt es sich auch nur um knapp über 300 Kilo­me­ter Stre­cke. Und auch dort wird es schon mit Hil­fe eines Navis mög­lich sein, die ganz stei­len Abschnit­te zu umfah­ren. Ich pro­bie­re es trotz­dem in den Ber­gen aus, auch wenn ich auf einer Web­sei­te gele­sen habe, dass es für Rad­ler zu schwie­rig sei. Es gibt sicher dort auch Unter­künf­te, wo ich das Gepäck abla­den kann, und dann ganz unbe­schwert den Gip­fel erreiche.

Denn ich fin­de per­sön­lich Ber­ge sehr viel span­nen­der beim Rad­fah­ren trotz der damit ver­bun­de­nen Anstren­gun­gen, weil die meis­ten Küs­ten­we­ge in Euro­pa nicht zuletzt der Bebau­ung und des Ver­kehrs wegen eher abschre­ckend sind.

Was spricht dafür den Pri­mi­tivo aus­zu­pro­bie­ren? In Ber­gen sind oft wenig Autos unter­wegs. Die Men­schen haben meis­tens eine freund­li­che Men­ta­li­tät und sind daher oft sehr hilfs­be­reit. Zudem sind die Prei­se güns­tig und das Essen in den Gast­stät­ten auf Ein­hei­mi­sche aus­ge­rich­tet. Es gibt also das bes­se­re Essen. Zudem: Was gibt es Schö­ne­res, als eine Pau­se an Was­ser­fäl­len ein­zu­le­gen, einen Kaf­fee in einem Berg­dorf ein­zu­le­gen, wenn der Nebel noch dampft, eine gran­dio­se Aus­sicht zu genießen?

Mehr Infos über das Poten­ti­al einer Pil­ger­rei­se auf dem Cami­no Pri­mi­tivo fin­dest Du hier:

Pil­gern auf dem Cami­no Primitivo

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Tap-tap-tap

Jetzt hat auch die “Washing­ton Post” die Jakobs­we­ge in Spa­ni­en ent­deckt, nör­gelt jedoch mei­nes Erach­tens etwas zu sehr dar­über. Das kann dar­an lie­gen, dass die Autorin Jea­ni­ne Baro­ne noch nie dort gepil­gert ist.

Ich bin bereits auf vier ver­schie­de­nen Rou­ten unter­wegs gewe­sen: auf dem Küs­ten­weg, auf dem fran­zö­si­schen Weg sowie dem Sil­ber­weg und kürz­lich noch dem por­tu­gie­si­schen Weg. Daher konn­te ich dchon reich­lich Erfah­rung sammeln.

Ledig­lich dem Argu­ment, dass es recht viel an der Stra­ße ent­lang­geht, kann ich zustimmen.

“But des­pi­te its popu­la­ri­ty, the Cami­no Fran­ces isn’t uni­form­ly pic­tures­que. Most of the age-old trail mean­ders through unre­mar­kab­le farm­land or bes­i­de busy paved roads or even hea­vi­ly traf­fi­cked highways.”

Mir tun die Pil­ger oft auf dem fran­zö­si­schen Weg leid, weil es sehr anstren­gend ist. Für Rad­fah­rer hin­ge­gen ist es dann natür­lich ide­al, denn es geht auf dem Asphalt natür­lich schnel­ler. Aller­dings wird es dort auch recht heiß. Ich habe auch schon auf­ge­weich­tem Asphalt aus­wei­chen müs­sen. Es emp­fiehlt sich, mit Hil­fe eines Navis den gro­ßen Stra­ßen aus­zu­wei­chen und auf klei­ne­re und von Bäu­men beschat­te­te Wege zu gehen.

Gera­de im Umkreis gro­ßer Städ­te wie Pam­plo­na, Bur­gos, Sant­ia­go de Com­pos­te­la und Por­to sind die Wege doch unmög­lich ange­legt; selbst noch bei klei­ne­ren wie Tui läuft man meh­re­re Stun­den am Ver­kehr vor­bei. Ich war wirk­lich froh, zu radeln, wür­de als Wan­de­rer eher den Bus bis aufs Land neh­men und mir so 20 Kilo­me­ter Lau­fen auf Asphalt erspa­ren. In vie­len Wan­der­füh­rern wird Asphalt oft verschwiegen.

Nie und nim­mer wür­de ich dort im Hoch­som­mer unter­wegs sein wol­len. Denn es ist auch nicht immer ein­fach, sich mit Was­ser zu ver­sor­gen, obwohl die Men­schen in den Bars und Pri­vat­häu­sern sehr hilfs­be­reit sind. Wie oft kipp­ten mir Bar­kee­per noch Eis in die Fla­schen oder rann­ten Bewoh­ner in die Küche, um zu hel­fen. Sie sor­gen sich, dass Pil­ger einen Hitz­schlag erlei­den. Ich habe auch schon von Poli­zis­ten gehört, die Wan­de­rer in den Strei­fen­wa­gen setz­ten, damit sie sich mit Hil­fe der Kli­ma­an­la­ge wie­der abküh­len konnten.

Auch die Pil­ger selbst sind oft hilfs­be­reit. Ich lern­te auf dem por­tu­gie­si­schen Weg zum Bei­spiel sehr net­te mehr­spra­chi­ge Fran­zo­sen ken­nen, mit denen ich meh­re­re Stun­den unter­wegs war und noch heu­te dank Face­book Kon­takt hal­te. Wir über­nach­te­ten gemein­sam in einer Her­ber­ge. Sie scho­ben mein schwe­res Rad mit an einer stei­len Stel­le in einem Wald. Auf einem Platz vor einer Kathe­dra­le pick­nick­ten wir zusam­men. Es war ihnen sehr wich­tig, die Mahl­zeit mit mir zu tei­len. Zum Glück hat­te ich selbst auch guten Käse dabei.

Die Mas­sen der 320 000 Men­schen, die 2018 in Spa­ni­en unter­wegs waren, emp­fand ich nie als belas­tend, son­dern eher als Berei­che­rung, weil sie von allen Kon­ti­nen­ten kamen und so abends bei einem Bier­chen immer inter­es­san­ten Gesprächs­stoff lie­fer­ten. Und das “rhyth­mi­sche tap-tap-tap der Wan­der­stö­cke” habe ich nie gehört auf dem Weg nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la, son­dern eher bewun­dert, um wie­viel fit­ter die Leu­te wur­den, je näher sie der Kathe­dra­le kamen.

Mehr Infos auf Eng­lisch fin­dest Du hier:

Washing­ton Post Jakobsweg

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Urlaub an den Orten der Sehnsucht

Es gibt vie­le Orte auf der Welt, die einen klang­vol­len Namen tra­gen, die man daher unbe­dingt wenigs­tens ein­mal im Leben gese­hen haben muss. Für mich waren es als Jugend­li­cher Nor­der­ney und Mons­chau, spä­ter gesell­ten sich Sehn­suchts­or­te wie Biar­ritz, Sant­ia­go de Com­pos­te­la, die Ave­nue des Champs-Ély­sées oder Pont Neuf dazu.

Nach Nor­der­ney woll­te ich immer mit dem Rad radeln, weil sich für mich der Name so rich­tig schön nach hohem Nor­den anhör­te. Noch dazu eine Insel in der wil­den Nord­see mit viel Sand und hohen Wel­len. Es erschien mir als Her­an­wach­sen­dem schon als eine ganz schön wei­te Stre­cke, von Müns­ter aus dort­hin zu strampeln.

Mons­chau hin­ge­gen erschien mir immer als ver­wun­schen, wahr­schein­lich auch wegen des ‑sch- dar­in. Fotos zeig­ten immer viel Wald, Ber­ge, Flüs­se, eben das, was die Eifel so zu bie­ten hat. Mei­ne Mit­schü­ler waren dort auf Klas­sen­fahrt, aber ich war damals krank, wes­halb mir Hel­len­thal und Mons­chau vor­ent­hal­ten blie­ben. Ich war sehr trau­rig, nicht mit ins Schul­land­heim mitzudürfen.

Da ich mir immer sehr ger­ne Land­kar­ten ansah und abzeich­ne­te, gedank­lich auch oft mit deut­schen Fuß­ball­ver­ei­nen durch Euro­pa reis­te, Lite­ra­tur las, roman­ti­sche Fil­me ansah, erwei­ter­te sich mein Ent­de­cker­drang zuse­hends. Die Welt umra­deln woll­te ich oder wenigs­tens durch Euro­pa fah­ren, um mir See­bä­der, Pil­ger­or­te, den Glanz der gro­ßen wei­ten Welt anschauen.

Biar­ritz war dann tat­säch­lich der ers­te Ort, an dem ich die Sehn­sucht stil­len konn­te, kam dann tat­säch­lich auf einer mei­ner ers­ten Rad­rei­sen auf dem berühm­ten Jakobs­weg dort an. Ich hat­te mir immer tol­le Sand­strän­de vor­ge­stellt, einen Ort mit gemüt­li­chen fran­zö­si­schen Cafés, schö­ner Musik, war dann aber ziem­lich ent­täuscht über die­ses lang­wei­li­ge See­bad. Und beson­ders toll fand ich den Strand jetzt auch nicht.

Die Seen und Strän­de Däne­marks und Schwe­dens fand ich wesent­lich schö­ner, den hei­ßen Zucker­sand durch die Fin­ger glei­ten zu las­sen, die geheim­nis­vol­len Fische in Banyu­les-sur-mer oder Pala­mos auf der Fahrt mit dem Leis­tungs­kurs beim Tau­chen zu beob­ach­ten. Nor­der­ney habe ich übri­gens bis heu­te noch nicht gesehen.

Wie ergeht es Dir an dei­nen Sehnsuchtsorten?

Was hin­ge­gen eine Autorin der öster­rei­chi­schen Zei­tung “Die Pres­se” am Sehn­suchts­ort Can­nes erleb­te, kannst du hier nachlesen.

Sehn­suchts­ort Cannes

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