Die besten Kultur- und Reisefilme im TV

Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten mög­lichst regel­mä­ßig mit einer Über­sicht über die bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa. Deutsch­land, Däne­mark, Frank­reich, Öster­reich, Por­tu­gal und Spa­ni­en sind ab mor­gen im TV-Pro­gramm ver­tre­ten. Viel­falt ist in der kom­men­den Woche im Pro­gramm zu erwar­ten, wenn es dies­mal täg­lich (!) um Gebir­ge wie in Por­tu­gal, Gewäs­ser, Geschich­te und moder­ne Kunst geht. Und natür­lich um Urlaub wie in Ost­fries­land oder Urlaub in Andalusien.

Druiden keltischer Stämme

Am meis­ten Erkennt­nis­se zu erwar­ten sind sicher auf arte, wenn es um Drui­den, Moor­lei­chen und moder­ne Kunst geht. Als Jugend­li­cher hat dem Rei­sen­den immer Mira­cu­lix gefal­len, wenn er mit sei­ner Sichel im Baum saß, um Mis­teln zu schnei­den. Aus die­sen und ande­ren Zuta­ten berei­te­te er sei­nen Zau­ber­trank zu. Drui­den besa­ßen damals gro­ßen Ein­fluss in kel­ti­schen Stäm­men, da sie über viel Wis­sen ver­füg­ten. Daher waren sie den Römern ein Dorn im Auge. Des­halb bekämpf­ten sie die­se, um Ein­fluss über die Stäm­me zu gewinnen. 

Reise nach Kopenhagen und Silkeborg zu empfehlen

In einem Buch über See­fah­rer Vitus Bering — Zum Land hin­ter den Nebeln — las der Rei­sen­de kürz­lich, dass Stäm­me ger­ne kran­ke und schwa­che Men­schen zu Scha­ma­nen ernann­ten. Denn in deren Auf­fas­sung pfleg­ten sie eine beson­de­re Bezie­hung zum Him­mel. Mal schau­en, wel­ches neue Wis­sen die­ser Film vermittelt.

Wer sich für Moor­lei­chen und die Bron­ze­zeit inter­es­siert, dem sei ein Besuch der Muse­en in Kopen­ha­gen und Sil­ke­borg emp­foh­len. Dort lie­gen die berühm­tes­ten Leich­na­me des Nor­dens. Dies ist zwar etwas von den Feri­en­häu­sern Däne­marks an der Nord­see ent­fernt. Aber es lohnt sich alle­mal, hinzufahren. 

Die­se Men­schen sind nicht ein­fach ins Moor gefal­len, weil es dort schau­rig war, son­dern sie wur­den dort bestat­tet. Fas­zi­nie­rend ist ihr guter Erhal­tungs­zu­stand. Durch den erfährt man viel über Ernäh­rung und Beklei­dung sowie das jewei­li­ge Ritual.

Und nun die Über­sicht über die bes­ten Kul­tur- und Rei­se­fil­me im TV, damit die Rei­se auf dem Sofa los­ge­hen kann. König Fuß­ball regiert dies­mal natür­lich auch mit. Möge das bes­te und fairs­te Team gewinnen!


SaSoMoDiMiDoFr
Deutsch­land

Boden­see, MDR, 20.15 Uhr

Schlei, NDR, 20.15 UhrBer­gi­sches Land, WDR, 20.15 Uhr

Auf der Ems durch Ost­fries­land, NDR, 21.00 Uhr
Meck­len­bur­gi­sche Ost­see­küs­te, HR, 20.15 Uhr
Däne­markKopen­ha­gen,
SWR, 17.00 Uhr

Mäd­chen von Egt­ved, arte, 21.05 Uhr
Däne­marks Nord­see­küs­te, NDR, 20.15 Uhr




Frank­reichDrui­den, arte, 20.15 Uhr

Kampf um Orlé­ans, ZDF Info, 14.15 UhrMar­seil­les, 3sat, 13.10 Uhr

Côte d’Azur, 3sat, 21.45 Uhr
Natio­nal­park Port-Cros, BR, 10.35 Uhr

Öster­reich


Kärn­tens phan­tas­ti­sche Welt, 3sat, 14.05 Uhr

Kärn­ten: Mill­stät­ter See, 3sat, 15.30 Uhr



Por­tu­gal

Por­tu­gals Wild­nis, Ers­tes, 20.15 Uhr


Algar­ve, Lis­sa­bon, Nor­den, WDR, 18.15 Uhr
Spa­ni­en
Pablo Picas­so und Fran­çoi­se Gilot, arte, 16.15 Uhr
Wil­der Nor­den. Reich der Bären, BR, 14.45 Uhr

Charme Anda­lu­si­ens, 3sat, 19.00 Uhr



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Schönste Frauen Portugals leben in Minho

Schöns­te Frau­en Por­tu­gals leben in Min­ho: Von der Schön­heit der Frau­en im Nor­den Por­tu­gals hat der Rei­sen­de schon in Fried­rich Sieburgs Werk über den “Neu­en Staat” gele­sen. Der viel­ge­reis­te Jour­na­list emp­fand beson­ders die mul­he­res und rapari­gas in der Regi­on Min­ho als schön. Mul­her heißt Frau. Mäd­chen heißt rapari­ga. Es sind lus­ti­ge Wör­ter, die nach Rap­peln und Ras­seln klin­gen. Dass sich die Spra­che aus dem Latei­ni­schen ent­wi­ckelt hat, ist zwei­fel­los an die­sem Voka­bu­lar zu erken­nen. Trach­ten­bil­der aus dem Nor­den Por­tu­gals fin­dest Du hier. Und es “erklingt” nach dem Klick zum Bei­trag des aus­ge­zeich­ne­ten Online-Maga­zins Vor­tex auch eine Ode auf die Frauen.

Am Fluss Min­ho fuhr der Rei­sen­de in der Umge­bung der ein­ma­li­gen Fes­tungs­stadt Valen­ça ent­lang. Er radel­te dabei auf dem Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Rich­tung Gali­zi­en. Sein Ziel war es, eine Rund­rei­se in Nord­por­tu­gal zu absol­vie­ren. Er war mit Schlaf­sack und Zelt unter­wegs. Ein Feri­en­haus in Nord­por­tu­gal wie zum Bei­spiel in Via­na do Cas­te­lo oder Bar­ce­los zu mie­ten, lag ihm nicht im Sinn.

Schö­ne Frau­en aus die­ser Gegend nahm er in Min­ho nur an der Rezep­ti­on eines Hotels in Pon­te de Lima wahr: Ana. Die Stre­cke war für der­ar­ti­ge Nach­for­schun­gen zu kurz mit geschätz­ten 30 Kilo­me­tern. Die meis­ten Men­schen leben schließ­lich auch in Lis­sa­bon und Por­to. Er wuss­te bis dahin nur, dass man­che Por­tu­gie­sen die­se Regi­on als die schöns­te ihres Lan­des betrachten.

Kleider machen Leute

Der Satz “Klei­der machen Leu­te” trifft ange­sichts der schö­nen Fotos des Maga­zins Vor­tex auf jeden Fall zu. Die Frau­en des Nor­dens tra­gen lei­der fast nur noch an Fest­ta­gen bun­te Trach­ten. Auf Höhe ihrer Tail­len hal­ten sie ein run­des Tablett. Dar­auf befin­den sich Spe­zia­li­tä­ten der Regi­on. Viel­leicht ist es Fisch aus dem Fluss Min­ho oder — eben­so typisch — das süße Pud­ding­ge­bäck “pas­tel de nata”. Lei­der ist es auf den Fotos des Maga­zins nicht erkennen.

In Tracht lau­fen die Frau­en hier auch nicht jeden Tag her­um. So könn­te man es mal in natu­ra betrach­ten. Aus Sicht eines Man­nes müss­ten sie natür­lich täg­lich Tracht tra­gen. Denn es sieht ohne jeden Zwei­fel sehr hübsch aus. Denn dann wird es zwei­fel­los nicht mehr zu über­se­hen sein: Die schöns­ten Frau­en Por­tu­gals leben in Minho.

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Porto 6 Tage, 7 Nächte

Eine Woche blei­be ich in Por­to. Ich freue mich rie­sig dar­auf. Heu­te oder mor­gen kom­me ich an. Unter­kunft und Rück­flug sind schon gebucht. Sie­ben Näch­te in zen­tra­ler Lage an der Ave­ni­da dos Alia­dos. Dann wer­de ich recher­chie­ren, was die See­le der Stadt aus­macht, mög­lichst abseits vom Rei­se-Main­stream. Mal schau­en, wie oft ich mein Rad noch brau­che. Ich benö­ti­ge drin­gend neue Brems­kör­per, bin froh, dass ich die Schluss­etap­pe gut über­stan­den habe. Ein freund­li­cher Mecha­ni­ker ver­kauf­te mir ges­tern wel­che und schrieb mir Tipps auf, was ich auf jeden Fall besu­chen soll­te. Er spru­del­te fast schon über.

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Rauf aufs Rad und los!

Deut­sche wer­den nicht so alt wie Ita­lie­ner und Spa­ni­er. Das lie­ge am fal­schen Ver­hal­ten, sagen For­scher. Komisch: Ich sehe hier auch vie­le dicke Spa­ni­er und Por­tu­gie­sen auf mei­ner Tour durch Gali­zi­en und die hohen Ber­ge Portugals.

Also: ‘Rauf aufs Rad, wei­ter am Rio Dou­ro nach Por­to, nicht soviel Port­wein trin­ken dabei. Auch wenn es bei der zau­ber­haf­ten Stadt Lame­go schwer­fällt, wei­ter­zu­ra­deln. 145 Kilo­me­ter sind es nur noch bis Por­to, wo ich gut eine Woche blei­ben möchte.

Rau­chen, Über­ge­wicht, Alkohol

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Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie hat der Rei­sen­de auf sei­ner gesam­ten Rei­se Wein und Oli­ven in sol­chem Aus­maß gese­hen. Wahn­sinn! Hin­ter ihm lie­gen immer­hin schon gut 3000 Kilo­me­ter Rad­rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Es ist auch ange­sichts der Höhe über­wäl­ti­gend, am Rio Dou­ro zwi­schen Sal­to de Sau­cel­le und Por­to zu radeln. Es gibt Wein und Oli­ven, so weit das Auge reicht

Infor­ma­tio­nen über Anbau­me­tho­den lie­fer­te dem Rei­sen­den ges­tern ein schi­ckes Wein­mu­se­um in São João da Pes­quei­ra im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rund­gang über drei Eta­gen ein fabel­haf­ten Rot­wein zur Abrun­dung gibt. Es gibt viel und gutes Mate­ri­al, war­um sich die “vinhas” hier gut für den Anbau der Reben eignen.

Mildes Klima im Douro-Tal

Dafür gibt am Fluss ent­lang mehr als genug Wein­gü­ter für die eine oder ande­re Kost­pro­be. Schließ­lich kommt der meis­te por­tu­gie­si­sche Rot­wein vom Dou­ro. Das meis­te geht in den Export nach Über­see und Eng­land. Der schwe­re Port­wein ist beson­ders beliebt. War­um sich die Gegend dafür beson­ders eig­net, ist gleich beim Über­gang von Spa­ni­en nach Por­tu­gal zu bemer­ken. Wer von Sau­cel­le kom­mend im Novem­ber die Gren­ze über­schrei­tet, spürt deut­lich die höhe­re Tem­pe­ra­tur. Der Wind lässt nach. Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en scheint das Kli­ma auch zu lie­gen. Es gibt hier offen­bar vie­le Schlan­gen, die aber lei­der Auto­fah­rer tot­fah­ren. Von Sal­to de Sau­cel­le ergibt sich übri­gens ein tol­ler Blick über ein gro­ßes Stau­werk und ins Tal.

Auch zum Paddeln geeignet

Vor andert­halb Jah­ren war der Rei­sen­de schon ein­mal hier. Er genoss eine gran­dio­se Fahrt von Cas­te­lo Rodri­go nach Bar­ca d’Alva, weil es über vie­le Kilo­me­ter nur berg­ab ging. In Bar­ca d’Alva, ein Hafen für Kreuz­fahrt­schif­fe, bestieg er ein Kajak. Er pad­del­te mit einem Ein­hei­mi­schen, der hier als Leh­rer arbei­tet, auf dem gro­ßen Fluss. Über ihm kreis­ten Greif­vö­gel wie der Rote Milan. Ein­zi­ger Kon­takt am Fluss war die besorg­te Anfra­ge eines Cam­pers aus den Nie­der­lan­den. Die­ser hielt neben ihm und frag­te, ob der Rei­sen­de genug zu essen und zu trin­ken dabei hät­te. So wenig Ver­kehr befin­det sich auf der Stre­cke. Der nächs­te Kon­takt wird wohl erst mit Ana und Antó­nio in der Edel-Pen­si­on Casa da Cis­ter­na in Cas­te­lo Rodri­go sein. Ana und ihre Köchin kochen her­vor­ra­gend. Das wohl bes­te Essen Por­tu­gals gibt es dort.

Vie­le besu­chen die Gegend nur mit der Bahn von Por­to aus. Sie schaf­fen es gera­de ein­mal, in der Klein­stadt Pin­hão ein Wein­gut zu besu­chen und zu spei­sen. Den Ort kann man sich spa­ren. Doch hier auf Rad­wan­de­rung zu gehen, lohnt sich, weil die Stre­cke ab Zamo­ra gut über die Natio­nal­stra­ßen zu bewäl­ti­gen ist. Es gibt nie eine wirk­lich stei­le Stre­cke. Es sei denn, man fährt an man­chen Punk­ten direkt in ein klei­nes Dorf am Fluss her­ab. Aber die meis­ten Dör­fer lie­gen recht ange­nehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen grob geschätzt fünf schwie­rig erreich­ba­rer Orte einen beschwer­li­chen Weg auf sich zu neh­men. So sehr unter­schei­den sie sich am Ende auch wie­der nicht. Es gibt zwar kei­nen offi­zi­el­len Dou­ro-Rad­weg, aber der Ver­kehr ist auch nur mäßig. Statt vie­ler Autos gibt es Wein und Oli­ven so weit das Auge reicht. 

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Höchste Klippen Europas liegen in Galicien

Höchs­te Klip­pen Euro­pas lie­gen in Gali­ci­en: So lang­sam biegt der Rei­sen­de auf die Ziel­ge­ra­de sei­ner Rund­rei­se durch Gali­ci­en und Nord­por­tu­gal ein: Die Rück­kehr auf den offi­zi­el­len Cami­no de Sant­ia­go erfolgt in Kür­ze. Riba­deo, das an der Gren­ze von Gali­ci­en und Astu­ri­en liegt, liegt schon recht nahe.

Noch ein paar Strän­de gefäl­lig, bevor der Weg durchs Bin­nen­land Rich­tung Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt? Hier ist das Was­ser für Anfang Okto­ber noch leicht warm. Der Rei­sen­de besuch­te heu­te unter ande­rem die “Pra­ia das Cate­drais”. Er wate­te mit den Füßen durch erfri­schen­des Nass, um einen Tun­nel zu erkun­den und die “Kathe­dra­len” zu sehen. Ein span­nen­des Unter­neh­men. Denn die Flut stand kurz bevor. Am Park­platz infor­mier­te eine Tafel über die Gezei­ten, damit jeder Lese­kun­di­ge selbst für die eige­ne Sicher­heit sor­gen kann. 

Eine Trep­pe führ­te zum Strand her­un­ter. Unten wan­deln vie­le Men­schen im feuch­ten Sand der Trep­pe ent­ge­gen. Aber als Mas­sen­be­trieb ist das Auf­kom­men nicht zu bezeich­nen. Über die gesam­te Zeit hin­weg gese­hen, gab es sel­ten gro­ße Mas­sen. Sie sam­mel­ten sich nicht ein­mal in den Pil­ger­her­ber­gen, die der Rad­ler gele­gent­lich auf­sucht. So hiel­ten sich auch die Schnar­cher in Gren­zen. Vor denen schüt­zen aber nicht ein­mal Ohren­stöp­sel. Übri­gens erga­ben sich bis­her kei­ne Pro­ble­me mit Bett­wan­zen, auch wenn Gerüch­te dar­über sei­tens der Pil­ger stets kur­sie­ren. Alles hin­ter­lie­ßen die Wan­de­rer sau­ber und ordentlich.

Beklemmendes Gefühl im Tunnel an der Praia das Catedrais

Der Weg bis zum Tun­nel ist nur weni­ge hun­dert Meter weit. Beklem­mend ist es schon dar­in. Erst ein­mal ist nicht bekannt, wie lang er ist. Außer­dem ist der Strand­pil­ger allei­ne. Denn die Flut naht. Die Melo­die des Mee­res erscheint hier ver­stärkt. So schlägt das Herz rhyth­misch im Takt der Wel­len. Jeden­falls kommt es einem so vor. Das Licht ist nur däm­me­rig, Doch nach weni­gen Minu­ten ist der Aus­gang erreicht. End­lich wie­der nor­ma­les Tages­licht. Und jetzt zurück zur Trep­pe. Die Kathe­dra­len lie­gen wei­ter hin­ten. Doch ange­sichts des stei­gen­den Was­sers wird der Rei­sen­de sich die von oben anse­hen müssen. 

Wie­der auf den Klip­pen ange­kom­men, strebt er den Kathe­dra­len ent­ge­gen. An ihrem Rand schaut er sich das Schau­spiel des erst stei­gen­den und dann schäu­men­den Was­sers fast eine Stun­de an. Das ent­spannt, lädt zum Medi­tie­ren ein.

Schon zwei Tage zuvor genoss er ein ähn­li­ches Natur­schau­spiel auf einer Land­zun­ge bei Cari­ño. Dort — in der Umge­bung der höchs­ten Steil­klip­pen Euro­pas — steht auf einer Platt­form ein schö­ner Leucht­turm. Gera­de bei schei­nen­der Son­ne ange­kom­men, zog mit einem Male dich­ter Nebel auf. Und es fing an zu reg­nen. Leucht­turm und Küs­te waren nicht mehr gut zu erken­nen. So wech­sel­haft ist das Wet­ter in Galicien. 

An so eini­gen Stel­len ent­lang der Nord­küs­te Spa­ni­ens schaut der Rei­sen­de so tief ins Meer, dass schma­le spit­ze Fel­sen einem wie Hai­fisch­flos­sen vor­kom­men. An sol­chen Stel­len sind Bän­ke auf­ge­stellt, so dass sich Besu­cher in Ruhe die wil­de Natur in sich auf­neh­men kön­nen. Hier wird einem wirk­lich klar: Höchs­te Klip­pen Euro­pas lie­gen in Gali­ci­en. Und auf der bis­he­ri­gen Stre­cke gibt es auch einen Schatz spa­ni­scher Archi­tek­tur zu bewundern.

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Valença — Festungsstadt am Jakobsweg

Valen­ça – Fes­tungs­stadt am Jakobs­weg: Auch hier bestä­tigt sich die Regel: Beim zwei­ten Besuch sieht vie­les anders aus. Es lohnt sich, nach einem Tag Abstand wie­der­zu­kom­men, um vor­he­ri­ge Ein­drü­cke über Gesprä­che mit Men­schen zu ver­tie­fen. Foto­gra­fie­ren ist dann auch inter­es­san­ter, weil man Ein­zel­hei­ten bes­ser wahrnimmt.

So zieht die Fes­tungs­stadt am Rio Min­ho in Por­tu­gal spa­ni­sche Tou­ris­ten magne­tisch an. Sie klap­pern Ange­bo­te zwi­schen 5 und 30 Euro ab. Deut­sche, wie die hüb­sche Blon­di­ne vom Flug­ha­fen in Por­to, ver­ir­ren sich sel­ten her. Es sind vor allem Spa­ni­er. Denn die Gren­ze nach Gali­ci­en liegt nahe. Auch Pil­ger vom Camin­ho Por­tu­guês kom­men hier an. Sie haben es von Por­to oder Lis­sa­bon her­auf­ge­schafft. Die ers­te Hälf­te des Wan­der­wegs nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la liegt jetzt hin­ter ihnen. Ein Hit für Kin­der sind Maschi­nen­pis­to­len; der Kon­sum­krieg zwi­schen teils schön geka­chel­ten Häu­sern möge beginnen.

Versteckte Dinge sind besser zu finden

Den meis­ten ergeht es so wie dem Rei­sen­den am ers­ten Tag: Sie erkun­den die gewal­ti­gen Fes­tungs­mau­ern, die einst dem Schutz des por­tu­gie­si­schen König­rei­ches vor Kas­ti­li­ern dien­ten. Sie sind im Sti­le des berühm­ten fran­zö­si­schen Bau­meis­ters Vauban errich­tet. Spei­se­kar­ten stu­die­ren die Ankömm­lin­ge. Sie, kämp­fen mit manch­mal skru­pel­lo­sen Auto­fah­rern in den engen Gas­sen. Danach suchen sie Kir­chen und Kapel­len auf, um sich dort wie­der zu beru­hi­gen. Beim zwei­ten Besuch nimmt man auch bes­ser ver­steck­te Din­ge wahr. Wie in Cer­vei­ra hat Boden­see-Künst­ler Robert Scha­de auch hier sei­ne Skulp­tu­ren auf­ge­stellt. Er ist der Picas­so Portugals.

Jetzt hört der Rei­sen­de gar ein­zel­ne Gesprä­che in den Gas­sen her­aus. Kein Stim­men­ge­wirr mehr! In einem beklagt sich eine Arbeits­kraft bei Mode­la­den­be­sit­ze­rin. Der Mann fühlt sich offen­bar aus­ge­beu­tet, spricht mit ihr über den zu gerin­gen Lohn. Aggres­si­on liegt in der Luft. Aber der Rei­sen­de weiß, dass sich das Gesche­hen auf den Stra­ßen ab 19 Uhr erheb­lich beru­higt. Eine schö­ne Aus­sicht in Valen­ça – Fes­tungs­stadt am Jakobs­weg! Mor­gen geht es über die Gren­ze nach Gali­ci­en.

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Internationales Flair auf dem Jakobsweg

Inter­na­tio­na­les Flair auf dem Jakobs­weg: Es ist auf­re­gend, wen der Rei­sen­de auf der Stre­cke des Camin­ho Por­tu­guês ken­nen­lernt. Ein­sam ist es nie. Dazu wan­dern zu vie­le Men­schen auf dem por­tu­gie­si­schen Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la. Die Stre­cke ist 235 Kilo­me­ter lang. Nach einer offi­zi­el­len Sta­tis­tik des Pil­ger­bü­ros waren auf den bei­den por­tu­gie­si­schen Jakobs­we­gen an der Küs­te und im Bin­nen­land zusam­men in den Jah­ren 2018 und 2019 fast 95000 Men­schen unterwegs.

Quel­le: https://jakobsweg-lebensweg.de/pilgerstatistik/

Jedem steht es frei, sich zu ent­schei­den, ob man allei­ne wan­dern will oder zu meh­re­ren. Manch­mal ist es aller­dings schö­ner, die Land­schaft still für sich zu genie­ßen. Denn wer viel beim Wan­dern redet, kann auch viel übersehen.

Die Mehr­heit stel­len in die­sen Tagen Deut­sche und Spa­ni­er. Am Wochen­en­de gesel­len sich dann Por­tu­gie­sen dazu. Aber auch Asia­ten wie eine Usbe­kin, die der Rei­sen­de in Gemein­schaft am Mit­tags­tisch mit zwei Dänen und einer Deut­schen traf. Sie sprach flie­ßend Deutsch. So dach­te der Rei­sen­de auf­grund des Akzents, dass sie in Süd­deutsch­land auf­ge­wach­sen wäre.

Einladung zum Steakessen

Als er am Vor­abend einen Schlaf­platz such­te, stieß er an einem Feld­weg auf zwei Fran­zö­sin­nen. Die­se aßen vor dem Gemein­schafts­haus eines Hos­tals. Eine gute Gele­gen­heit, mal wie­der Fran­zö­sisch zu spre­chen. Dies war nach Tagen auf Spa­nisch, Eng­lisch und etwas Por­tu­gie­sisch anstren­gend. Aber immer noch natür­li­cher als jeder Kon­ver­sa­ti­ons­kurs an der Volks­hoch­schu­le. Einen Besit­zer gab es nicht.

Bei­de Damen arran­gier­ten nach Abspra­che mit ande­ren Bewoh­nern einen Zelt­platz auf dem Gelän­de. Wahr­schein­lich war der Rad­ler der ers­te Cam­per hier, da eigent­lich nur Zim­mer ver­mie­tet wur­den. Eine Dusche aller­dings boten sie ihm nicht in ihrer Hüt­te an. Da prä­sen­tie­ren sich Nor­we­ger, Schwe­den, Dänen und Por­tu­gie­sen gast­freund­li­cher. Er bespritz­te sich statt­des­sen mit einem auf dem Gelän­de lie­gen­den Gar­ten­schlauch — eiskalt.

Anschlie­ßend luden ihn Iri­neo und sei­ne Frau — aus Sin­tra — zum Abend­essen ein. Es gab frisch gegrill­tes Steak mit Chips, Salat und Bier. Die bei­den Por­tu­gie­sen gin­gen davon aus, dass ihr Gast hung­rig sein muss­te. Dabei war er nur 21 Kilo­me­ter auf einem zum Teil aller­dings holp­ri­gen Weg in der Umge­bung von Pon­te de Lima nach Rubiães gefah­ren. Dank­bar schlief er ange­sichts des guten Essens im Zelt ein. Über ihm wölb­te sich der kla­re Ster­nen­him­mel. Zir­pen­de Gril­len beglei­te­ten ihn in den tie­fen Schlaf. Mor­gen geht es wei­ter nach Cer­vei­ra am schö­nen Río Min­ho. Hof­fent­lich gibt es auch wei­ter viel inter­na­tio­na­les Flair auf dem Jakobsweg.

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