Architekt der Louvre-Pyramide mit 102 Jahren gestorben

Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.

Louvre-Pyramide

Als ich das Louvre besuchte, befand ich mich unter ihr. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung, die durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel erhöht wird. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.

Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du auf

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/architektur/architekt-der-louvrepyramide-mit-102-jahren-gestorben/story/23624074

Porto – anregende Kulisse für Rowlings Harry Potter

Es ist immer wieder inspirierend, sich Reiseseiten ausländischer Medien anzuschauen. Denn sie vermitteln oft eine andere Perspektive auf Urlaubsorte. Somit bietet sich eine gute Chance, den Urlaub etwas anders zu verbringen als die Mehrheit der Deutschen und sie vom Mainstream abzuheben.

Dieser Tage empfiehlt die dänische Zeitung Berlingske einen Aufenthalt in Porto, die Hauptstadt des Douro-Tals. Die Autorin Elsebeth Mouritzen verweist zunächst auf die üblichen Klischees wie zum Beispiel Portwein und die Kachelkunst in und an den Gebäuden der Stadt. Doch Porto könne es auch mit Lissabon aufnehmen, was Kunst, Architektur und Folklore angehe.

Da ich mich nicht zu den Harry Potter-Fans zähle, ist mir bisher entgangen, dass die Livraria Lello, ein über 100 Jahre altes Buchgeschäft, J.K. Rowling für die Beschreibung von Hogwarts inspiriert haben soll. Rowling lebte demnach in Porto Anfang der 1990er Jahre. Dort unterrichte sie an einer Abendschule Englisch und verfasste tagsüber Bücher.

Anregend fand die Autorin vor allem das Interieur des Geschäftes wie geschwungene Treppen, dunkle Säulen, geschnitzte Regale und farbige Glasmosaiken. Da dies auch zahlreiche Potter-Fans angezogen habe, habe man sich ab dem Jahre 2015 entschieden, für den Besuch der „schönsten Buchhandlung der Welt“ Eintritt zu nehmen. Denn viele kämen nur, um das Geschäft zu besichtigen. Der Eintritt werde allerdings mit dem Kauf eines Buches verrechnet.

So offenbar inspiriert besuchte die dänische Journalistin das Serralves-Museum, dessen Hauptattraktion eigentlich ein 18 Hektar großer Park sei. Gestaltet habe ihn der berühmte französische Architekt Jacques Gréber. Aber interessanter fand sie offenbar eine Art déco-Villa aus den 1930er Jahren. Diese ergänze das moderne Hauptgebäude und stehe als Kunstwerk für sich selbst. In der gebe es wechselnde Ausstellungen zu sehen. Die moderne Abteilung im Hauptgebäude habe der Architekt Álvaro Siza gestaltet und ihr einen monumentalen kubistischen Stil verliehen. Dort präsentiere man neueste Kunst, die soziale und künstlerische Veränderungen in Portugal und weltweit wider- spiegele. Erst 1999 eröffnet, habe das Museum heute schon den Rang erarbeitet, Portugals bedeutendstes Museum für neuzeitliche Kunst zu sein.

Portos Zentrum besticht ohnehin durch seine historische Altstadt. Wen wundert es dann, dass das Centro Português de Fotografia in einem Palais aus dem Jahre 1767 untergebracht ist, das mitunter sogar bis zur Nelkenrevolution 1974 als Gefängnis gedient hat. Danach sei es restauriert worden mit dem Ziel dort in Dauer- und Wechselausstellungen die Geschichte der Fotografie zu präsentieren. Selbstverständlich seien dort auch Porträts der Insassen zu sehen.

Mehr Infos und Fotos findest Du unter Berlingske Kulisse für Harry Potter

Provinzhauptstadt schlägt Weltstadt

Neulich habe ich eine spannende Verfilmung über Maximilian von Österreich und Maria von Burgund gesehen. Ich dachte nur, das gibt es doch nicht, denn ich besichtigte vor einiger Zeit eine Kapelle in Lille, in der Maria gebetet haben soll. Und zurzeit befasse ich mich durch die porführtentugiesische Geschichte viel Marias Zeit, also mit dem 16. Jahrhundert, da es von Portugals Zeit als Weltmacht viele schöne Dinge zu sehen gibt, wenn man durchs Land reist.

Diese schlichte Kapelle befindet sich heute im Rathaus von Lille, zu Marias Zeiten eine der reichsten Städte Europas. Hochgekommen waren die Bürger durch Tuchhandel. Noch heute ist Tuch aus Flandern in Adelssitzen zu finden in Form von prachtvollen Wandteppichen und eingewebten Bildern adeligen und religiösen Lebens.

Unter den damaligen Herrschern war Burgund sehr begehrt und Maria eine gute Partie. Frankreich und Österreich führten daher sogar Krieg gegeneinander. Die schöne und sehr gebildete Frau hatte sich nämlich für Maximilian entscheiden müssen, den sie für grob hielt. Sie schickte eine Hofdame nach Wien, um ihn erst zu prüfen. Roch er wirklich so schlecht wie gesagt wurde? Speiste er auch so unkultiviert, indem er die Gabel mit den Zinken nach unten in den Mund führte? Wäre beides erfüllt gewesen, hätte ihm die Zofe nicht das Bildnis mit ihrem Anlitz überreichen dürfen.

Aber die Ehe mit dem letzten Ritter lief auch viel harmonischer als erwartet. Leider fiel sie auf einer Jagd vom Pferd. Es war leichtsinnig, während einer Schwangerschaft so wild zu reiten. Sie starb einige Tage später an den Folgen. Aus der Zeit übrig geblieben sind prächtige Bürgerhäuser im Zentrum Lilles und erstaunlich gute Kunst im Stadtkern und im Umland. Ein Reporter des Kuriers in Wien war jetzt in Lille, vergleicht sie mit Brügge. Und auch ich schrieb darüber für „Die Presse“ in Wien. Viel Spaß beim Schmökern.

Provinzhauptstadt schlägt Weltstadt

Zu Besuch in Lille und Brügge

Spaniens tolle Museen und Tapasbars

Etwas übertrieben finde ich es ja, wenn „Die Presse“ in Wien mit der Überschrift eines Artikels suggeriert, Madrid sei die Hauptstadt der Tapas. Da gibt es bessere spanische Städte.

Ich teile allerdings die Ansicht, dass die Museen in Madrid sehr gut sind. Und ich bin froh, dass auch mal ein anderes genannt wird als der Prado. Dieses Museum kommt natürlich auch im Artikel vor mitsamt Picassos Guernicabild, was ich schade finde, denn dort geht ohnehin „jeder“ Madridbesucher mal hin. Besuchenswert ist etwa das privat geführte Seefahrtsmuseum, denn Spanien war mal eine Macht auf See, und dort erfährt man dann auch warum und wie dies das Land prägte.

Im Museum „Reina Sofia“ bin ich selbst gewesen, wäre aufgrund einer von der Autorin empfundenen „düsteren Atmosphäre“ nie darauf gekommen, dass es mal eine Klinik beherbergte, sondern empfand die Architektur als recht elegant. Denn Besucher betreten ein vornehmes Gebäude mit weiten Treppen. Es gibt großzügige Fenster mit tollen Aussichten auf Madrid und auf den Innenhof, in dem so wirkungsvoll Skulpturen aufgestellt sind, dass man Lust bekommt, sich auch im weiteren Leben mit Skulpturen zu beschäftigen.

Die von mir und meiner Freundin eher zufällig ausgewählte Ausstellung zeigte Karikaturen sehr bekannter Künstler wie Goya, weshalb wir auch mal eine unbekannte Seite dieses Künstlers zu Gesicht bekamen.

Als Orte mit sehr guten Tapas empfehle ich Ubrique und Grazalema in Andalusien. Es sind zwar nur Dörfer in der Serra, aber dort gibt es Rezepte vom Land, wie zum Beispiel sehr schmackhafte Wachteleier.

Als Hauptstadt der Tapas empfinde ich eher San Sebastián. Nirgendwo anders in Spanien fand ich eine so große Zahl an Tapasbars und eine solch große Vielzahl an Gerichten vor. Ich habe dort sogar mal Gehirn gegessen, was meine Freundin so eklig fand, dass sie mich nie wieder küssen wollte. Sie hat es dennoch getan. Ein Fehler war es also nicht!

Streifzug durch Madrid

Wie auf einem ganz anderen Kontinent

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Vor einiger Zeit besichtigte ich mit einer Freundin Düsseldorf. Am Interessantesten fanden wir das Japanhaus. In der Stadt leben durch die Ansiedlung japanischer Unternehmen viele Asiaten. Im Japanhaus finden deren Mitarbeiter ein Stück Heimat. Es gibt dort einen Garten, der die Landschaften Japans nachbildet, so dass Besucher dort meditierend herumwandeln können. Exotisch muten uns auch die Räume an, vor allem der Tempel.

Etwas außerhalb liegt bei Mettmann das Neandertal-Museum. Nicht nur die Ausstellung besticht durch ihre Lebendigkeit, sondern auch die schöne Landschaft, in der ein Skelett aus der Steinzeit gefunden wurde. Gut eingebettet ist ein Gehege mit Tieren, die damals gejagt wurden.

Wer mehr über Düsseldorf erfahren will, sollte diesen jetzt in der „Presse“ in Wien veröffentlichten Artikel lesen. Beim Lesen fühle ich mich tatsächlich so wie an einem ganz besonderen Ort und hätte die beschriebenen Stätten auch gerne besucht. Das wird auf jeden Fall nachgeholt.

Ausflug nach Düsseldorf

Porto 6 Tage, 7 Nächte

Eine Woche bleibe ich in Porto. Ich freue mich riesig darauf. Heute oder morgen komme ich an. Unterkunft und Rückflug sind schon gebucht. Sieben Nächte in zentraler Lage an der Avenida dos Aliados. Dann werde ich recherchieren, was die Seele der Stadt ausmacht, möglichst abseits vom Reise-Mainstream. Mal schauen, wie oft ich mein Rad noch brauche. Ich benötige dringend neue Bremskörper, bin froh, dass ich die Schlussetappe gut überstanden habe. Ein freundlicher Mechaniker verkaufte mir gestern welche und schrieb mir Tipps auf, was ich auf jeden Fall besuchen sollte. Er sprudelte fast schon über.