Kalender für 2021: Vendée

Die Vendée zählt zu einem der schönsten Küstenabschnitte Frankreichs. Dies liegt an ihrer Vielfalt. Felsige Abschnitte wechseln mit traumhaften einsamen Stränden am Atlantik ab. Wer sich gerne beim Baden zurückzieht, findet einen Platz in kleinen eingeschnittenen Buchten. Wer die Weite vorzieht, unternimmt an langen Stränden eine Wattwanderung. Ebbe und Flut laden dazu ein. Im Kalender für 2021: Vendée werden die Besonderheiten auf 13 Blättern eindrucksvoll auf den Punkt gebracht.

Hier und da locken von der Natur und von Menschen geschaffene Sehenswürdigkeiten. Es gibt interessante Felsformationen hier, einen hübschen Badeort dort oder aber wie auf dem Titelbild zu sehen, pittoreske Fischerhütten auf Stelzen.

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Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Eines einer Katzen schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galicien und in Portugal radelte. Eine junge Katze besuchte mich im Parque Arribes del Duero, einer sehr schönen Landschaft in Kastilien-León. Sie war neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt arbeite ich seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung durch Nord- und Zentralportugal sowie Galicien auf. Davon reiche ich heute einen kleinen Hund nach. Ein Teil der Radwanderung führte mich mal wieder durchs portugiesische Hochgebirge: in die Serra da Estrela. Wie es mir dort erging, kannst Du hier in lose aufeinanderfolgenden Beiträgen nachlesen. In dem gerade verlinkten Beitrag folgte ich in Belmonte, einer hübschen Kleinstadt am Fuße des Gebirges, den Spuren von Pedro Álvares Cabral. Der Adelige wuchs dort auf und entdeckte Brasilien.

Dort traf ich den Hund. Er war nicht bissig. Wie auch – mit der Kette am Hals. In Portugal und Spanien bin ich noch nie von einem Hund gebissen worden. Die meisten größeren Tiere wie Schäferhunde laufen wohl parallel mit mir mit. Sie bleiben aber auf ihrem Terrain. Denn sie sind gut erzogen, sollen nur Menschen mit ihrem Gebell vom Betreten der Grundstücke abhalten.

Eine Ausnahme bilden kleinere Hunde, die in den Dörfern frei herumlaufen. Sie stellen sich frontal vor mir auf, bellen wie verrückt, weichen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Radler braucht man sich also auf der Iberischen Halbinsel nicht davor zu sorgen, das Hunde einen beißen. Meine Reifen sind auch immer heil geblieben.

Dieses Tier lebt wie so viele andere auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich. Oder leidet er vielleicht etwas unter der schweren Kette? Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Der bekannteste Hund des Gebirges heißt nicht Deutscher Schäferhund, sondern Cão da Serra da Estrela. Auf Wikipedia erfährst Du mehr sein Hundeleben in der Serra da Estrela, weil ich mich nicht näher mit ihm beschäftigt habe. Es handelt sich um einen Hirtenhund. Kein Wunder bei den vielen Schafen und Ziegen, die die Bauern hier halten.

Bemerkenswert

Im Reiche der Eidechsen und Schmetterlinge

Auf dem Moselsteig von Karden nach Moselkern

Mediterranes Lebensgefühl vor der Haustür: Wer das mag, sollte den Moselsteig von Karden nach Moselkern ausprobieren. Am vergangenen Sonntag wagten wir uns auf die Strecke. Zunächst geht es flach durch Karden, wo sich eine Besichtigung des „Doms“ lohnt, vor dem der Heilige Castor steht.

Dann wird einem beim Aufstieg einiges abverlangt, denn es geht drei Kilometer fast nur bergauf. Dafür entschädigen das dschungelartige Grün dickblättriger Gewächse und viele Schmetterlinge. Meistens sind es Kohlweißlinge; einmal flatterte auch ein Tagpfauenauge an uns vorbei. Sogar eine Eidechse entdeckten wir, was so oft nicht auf unseren mittlerweile recht vielen Wanderungen an der Ahr, auf dem Rheinsteig und an der Mosel vorkommt.

Mit voller Konzentration führt der Weg dann ein Stück herab. Die Seile am Rand waren eine große Hilfe beim Klettern, um nicht allzu hart mit den Füßen aufzutreffen und die Knie zu entlasten.

Der Passionsweg aufden Müdener Berg ist dagegen ein Klacks. Es geht nur leicht bergauf.Am Wegesrand stehen Stelen mit Bildern der Passion Christi. Obenerwartet die Wanderer eine aus Naturstein gemauerte Kapelle.

Durch Felder und Busch führt der Weg schließlich zur Burg Eltz. Wir waren nicht die einzigen, die das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk bewundern wollten. Viele Besucher waren auf dieselbe Idee gekommen. Der Parkplatz war entsprechend voll. Aber da eine Anreise mit dem Auto langweilig ist, empfehle ich jedem diese Wanderung. Start und Ziel sind mit der Bahn zu erreichen.




Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten

Dramatiker Gil Vicente wirft bezeichnendes Licht auf den Lissaboner Königshof

Gil Vicente
Schwank der Dienstboten

Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten. In einer Zeit, in der Portugals Handel aufblüht, lebt ein Adeliger am königlichen Hof auf großem Fuße. Er beschäftigt Angestellte, gibt kostspielige Arbeiten in Auftrag, kann diese aber nicht bezahlen und leistet daher hohle Versprechungen. Allerdings sind seine „Dienstboten“ naiv, denn diese machen trotzdem ihre eigenen Rechnungen auf.

Steht Portugal vor einer Revolution?

Ich habe das Theaterstück jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. An diesem 1527 verfassten Theaterstück schätze ich, dass die Sprache frisch ist. Man merkt deutlich, dass es ein ganz eigenes Werk des berühmten Renaissance-Dichters Gil Vicente ist, er offenbar nicht vorher vom Adel oder Klerus instruiert wurde, welche Botschaft dem Zuschauer im Theater übermittelt werden sollte. Neu im Buchhandel: Schwank der Dienstboten.

Baden in der Serra da Estrela II

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Dort soll es guten Käse, Schinken und Liköre geben. Das alles kann man wie die Schafhirten als Proviant mitnehmen zum Baden in der Serra da Estrela.

Ribeira de Fervença

Diese Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Rio Côa

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon seit mindestens 25.000 Jahren menschliches Leben ab. Ich habe dort berühmte Felsritzungen besichtigt. Diese hinterließen Menschen der Steinzeit über eine Strecke von vielen Kilometer. Vermutlich diente das als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen.

Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt bei aller Wildheit des Flusses den Flussstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Fluss-Stränden Portugals.

Badeplatz von Quadrazais

Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Flussstrand von Devesa

Die Redaktion empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Strand von Paul

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Fortsetzung folgt.

Baden in der Serra da Estrela I

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt zum Baden in der Serra da Estrela viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Rio Mondego

Der längste Fluss zum Baden in der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Lapa dos Dinheiros

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Auch Wasserfälle und Seen gibt es

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flußstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du hier im zweiten Teil.

Fortsetzung folgt.

Schrumpft man im Schrumpfbachtal?

Auf dem Traumpfad von Hatzenport an der Mosel

Wo spürt man unterschiedliche Geschwindigkeiten ziemlich deutlich? Ich würde sagen, oberhalb Hatzenports an der Mosel. Wanderer laufen dort gemächlich durch das satte Grün der Weinberge. Der Weg ist angenehm geschottert. Bäume spenden Schatten vor der Mitte Juni heißen Sonne und die Frage Schrumpft man im Schrumpfbachtal? ist fürs erste vergessen.

Wäre da nicht unten im Tal auf der anderen Seite der Mosel eine Landstraße. Dort knattern laute Motorräder und Autos Richtung Trier und Koblenz, so dass Erholungssuchende leider nicht ganz der Hektik entrinnen können, um sich von der Arbeitswoche zu erholen. Doch zum Glück gibt es eine Spitzkehre auf dem als Rundweg angelegten Traumpfad.

Die Wanderer tauchen in Wiesen und Felder ein, bekommen vom Verkehr nicht mehr viel mit.

Dann geht es abwärts ins Schrumpfbachtal, dass man später sicher ohne Verlust der Größe wieder verlässt. Es sei denn, die Wirkung tritt erst nach einigen Tagen ein. Ich stellte mir vor, schon in Kürze wie Nils Holgersson auf auf einer Gans zum Kebnekaise zu fliegen.

Hat dort jemand diesbezüglich Erfahrungen gemacht? Ich könnte mir denken, dass der Name einst den Römern Angst machen sollte. Denn die waren gegenüber Flüssen und Bächen ziemlich misstrauisch eingestellt. Vielleicht fremder Götter wegen?

Zum Schluss erwartet einen kurz vor Hatzenport eine kleine Herausforderung. Über Stock und Stein muss man vorsichtig den Wanderweg herabklettern. Zum Glück gibt es Seile und eine Leiter als Hilfe beim Abstieg. Alle zehn Wanderer gelangten sicher nach unten. Ich könnte mir vorstellen, dass es im Herbst und im Winter nicht so einfach ist über glitschige und schlammige Hindernisse in die Tiefe zu gelangen.

Vom Lee ins Luv

Entspannen und Schlemmen in Algarve

Einenschönen Artikel über Tavira an Algarve habe ich heute morgen imMagazin Evasões gefunden, das in Lissabon publiziert wird. Taviraliegt an Sandalgarve. Dabei lernte ich von Autor Nuno Cardoso zweineue Dinge kennen. Zum einen ein Sprichwort: „Wenn das Leben dirZitronen gibt, stelle Limonade her“. Dies bedeutet in etwa, dassman sich nicht beschweren sollte, sondern das nutzen, was das Lebeneinem gebe. Cardoso bezieht sich auf einige Portugiesen, die ererzählen lässt, warum sie ihr Unternehmen gründeten oder dorteinstiegen.

PedroEstrala, Gründer eines nur zehn Minuten vom Strand entferntenLandgasthofes Quinta dos Perfumes, fühlte sich mal so gestresst imStau, dass er jemanden in einem anderen Auto angeschrien habe. Dieslöste den Wunsch nach einer Veränderung seines Lebens in ihm aus.Er übernahm eine alte Parfümfabrik seines Großvaters und formteeine Quinta aus ihr. Diese ist von einem 36 Hektar großenOrangenhain umgeben, auf dem mehr als 20 000 Bäumen stehen. DieFrüchte werden mit der Hand geerntet per Hand. Er kann anLieferanten etwa 1000 Tonnen jährlich verkaufen. „Wir produzierenvier Orangenarten, was bedeutet, dass wir sie das ganze Jahr durchhaben“, erzählt Estrela. In einen biologischen Gemüsegartenkultiviert er auch Kirschbäume, Wassermelone, Minze, Gurke, RoteBeete oder Paprika für seine Gäste. Zum anderen wusste ich nicht,dass Portugiesen die Region auch als algarvisches Lee bezeichnen. EinLee ist die vom Wind abgewandte Seite eines Bootes. Die Umgebung vonTavira wird offenbar auch so bezeichnet, wohl ein Ausdruck für dieAbgeschiedenheit und Ruhe.

In Tavira fand er auch Marcelino Nascimento. Er sei zwölf Jahre alt gewesen, als er begann im Lebensmittelgeschäft zu arbeiten, das heute Garrafeira Soares heiße und bereits 100 Jahre alt sei. Früchte, Gewürze, Schmalz und Kaffee seien hauptsächlich verkauft worden. Marcelino ist jetzt 65 Jahre alt und erinnert sich noch an den ersten Arbeitstag. „Ich war sehr ängstlich, fast verloren“. Er begann als Lehrling an der Theke und ist heute Koordinator des Geschäfts. Mehr als 4000 Alkoholika aus allen Teilen der Welt seien in den Regalen zu finden wie Weine, Liköre und Schnäpse. Die eine Flasche kostet nur zwei Euro, die andere zweitausend. Ob man den Unterschied wirklich schmeckt?

Alle Träume der Welt

Als ich den nächsten Absatz las, habe ich wirklich Hunger bekommen. Von starken alkoholischen Getränken halte ich nicht viel, dafür mehr von mediterraner Kost, die Cardoso offenbar im Restaurant Àlvaro de Campos geschmeckt hat. Er fühlte sich wohl dabei auch von der Deko inspiriert wie dem Spruch: „Ich bin nichts. Niemals werde ich jemand sein. Ich kann es nicht wollen, nichts zu sein. Von diesem Teil habe ich in mir alle Träume der Welt“. Fernando Pessoa, geboren in Tavira, gründete dieses Lokal vor fünf Jahren. Koch ist Luis Brito, das nur wenige Meter von Ponte Velha und dem Ufer des Rio Gilão entfernt liegt. Er war elf Jahre alt, als er nach Tavira ging. Heute ist er 52 und hat schon in Brasilien, Spanien und Angola gekocht. Er ist 52 Jahre alt, 32 davon verbunden der Restaurierung. Er habe eher zufällig mit Kochen angefangen, aber Gefallen daran gefunden. „Den ersten Bohneneintopf, den ich zu Haus für fünf Freunde zubereitete, hat niemand gegessen.“

Cardosobegann seineMahlzeit mitDorschkuchen und Entenkrokette. DemfolgtenBohnenreis,Salat aus Reismelde und Aioli. Danachwurde ihm gesalzeneKrake mit Venusmuscheln und Süßkartoffel aufgetischt.Probierthat er danach Dorschmit Kohl, Kartoffel und Korianderöl. Ichbezweifele, dass er danach gut geschlafen hat. Sein Magen befandsich bestimmtim algarvischen Luv.

Denvollständigen Artikel von Evasões findest Du unter

www.evasoes.pt/roteiros/tavira-passeio-e-descanso-nos-encantos-do-sotavento-algarvio/

Dänische Romantik in Rododendronwald

Große Kulturinstitutionen vermitteln oft nationale Geschichten für die Masse. Nicht weniger spannend kann es aber sein, in lokalhistorische Besonderheiten einzutauchen und kleine Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die dänische Zeitung Aarhus Stiftstidende schlägt Ziele für diese Jahreszeit auf Lolland-Falster vor. Diese sind die ersten zwei dänischen Inseln nach der Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby.

Dorterwarte jeden großartige Natur, schreibt die Zeitung. Ein langerDeich erstrecke sich vom Hafen in Rødby bis zur Halbinsel Albuenentlang der Südküste Lollands. Da die Landschaft flach sei, ergebesich eine gute Aussicht über Rüben- und Kornfelder auf der einenund den Fehmarnbelt auf der anderen Seite. Im 18. Jahrhunderterrichteten Bauern diesen Deich, um das Gebiet gegen Überschwemmungenzu schützen. Dieser schützte sie aber nicht vor den Folgen einergroßen Sturmflut im Jahre 1872, durch die 80 Menschen starben.Danach erweiterten sie den Deich, der offenbar keine weitereKatastrophe mehr zuließ. Heute müsse man sich dort nur noch vor derSonne schützen, da es keinen Schatten gebe. „Hier gibt außerFahrradfahrern und Spaziergängern keinen Verkehr“, sagt ExpertinAnne Pilø Melillo. Auf der Deichkrone verlaufe ein Kiesweg, auf demReisende zum Beispiel den Ort Albuen umrunden könnten.

In dieser Jahreszeit blühe in Kappel auf Südwestlolland ein Rododendronwald in rosa, creme, rot, violett und gelborange. Angelegt habe ihn Peter Hansen, Gärtner und Gartenenthusiast. Er pflanzte bewusst einen wilden Garten, in dem Besucher ein romantischer Spaziergang zwischen 1100 Arten Rododendron, 70 verschiedenen Magnolienarten und 500 Typen Pfingstrosen erwarte. „Wenn der Rododendron Saison hat, findest du nicht, was hübscher ist. Sie blühen Ende Mai und Anfang Juni“, zitiert die Zeitung Anne Pilø Melillo. In der Kirche von Aastrup gebe es mit die feinsten gotischen Kalkmalereien Dänemarks. Die Malerei führte der weitgehend unbekannte Meister Elmelund Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sie bedeckt das komplette Kirchengewölbe. Die farbigen Malereien wurden später weiß übermalt, als farbige Bilder längst nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Aber in den 1940er Jahren wurden sie aufgedeckt. Man fand Szenen des Alten und Neuen Testaments. Darunter befinden sich zum Beispiel die Geschichten von Adam und Eva und über die Leiden Jesu. „Die Kirche liegt hübsch auf einem Hügel“, sagt Anne Pilø Melillo. Aastrup Kirche sei normalerweise offen während der Arbeitszeit des Totengräbers von Dienstag bis Sonntag. Man sollte aber die Gemeinde aber besser kontaktieren, um sich zu vergewissern.

Einweiteres lohnendes Ziel scheint das Wohnhaus des Malers RichardWinther (1926-2007) zu sein. Er kaufte 1993 ein aufgegebenesAltersheim in Vindeby auf Nordwestlolland. Dort richtete er seinAtelier und Haus ein und bemalte Wände und die Decke. Auf dieseWeise verwandelte er das Gebäude in ein Kunstwerk auf 72Quadratmetern. Winther kam in Maribo auf die Welt und wurde auf derKöniglich Dänischen Kunstakademie ausgebildet, wo er in den 1989erJahren auch als Professor forschte und lehrte. Er arbeitete auf denGebieten der Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und Text. SeineKunst handelt von den großen Themen des Lebens: Erotik und Tod.

Einweiteres interessantes Ziel ist die Polenkaserne in Tågerup. Sie isteine von mehreren Kasernen, in denen einst polnische Saisonarbeitervon April bis Oktober lebten. Die Kaserne liegt nicht weit vomLandgut Lungholm entfernt. Sie wurde 1911 erbaut und bot Platz fürjunge weibliche Landarbeiter. Das heute von Freiwilligen betriebeneMuseum vermittele den Alltag der jungen Frauen vom Ende des 18.Jahrhundert bis 1929. Danach war der Einsatz ausländischerSaisonarbeiter verboten. Die Kaserne in Tågerup war ein Heim für 36junge Frauen, die in einem gemeinsam Schlafraum schliefen. DerVorsteher und seine Frau lebten hingegen in einer kleinen Wohnung.Die polnische Bevölkerungsgruppe gab der Insel ein besonderesGepräge. „Diese ist eine der Ursachen dafür, dass es hierkatholische Kirchen und ein Nonnenkloster gibt“, sagt Anne PiløMelillo.

Den kompletten Artikel der Stiftstidende findest Du auf www.stiften.dk/rejser/Fem-skjulte-perler-til-ferien-paa-Lolland-Falster/artikel/579572

Königlicher Urlaub an der Playa de los Bikinis

Santander, die Hauptstadt Kantabriens, scheint Urlaubern eine gute Mischung aus Strandurlaub, Kunstgenuss und guter Gastronomie zu bieten. Das portugiesische Magazin „Sabado“ hat jetzt die Stadt im Norden Spaniens entdeckt. Als ich mal die Stadt auf dem Küstenweg erreichte, fielen mir nur ein langer Strand auf und die Kunst der Kellnerin, Apfelwein aus einer weit über dem Glas gehaltenen Flasche einzuschenken. Die Architektur erschien mir nicht so ansprechend, dass ich gerne länger in der Stadt geblieben wäre. Ich war allerdings auch mehr auf schöne Landschaften und Erlebnisse auf dem Jakobsweg erpicht, bevor ich meinen Reisestil änderte, mich mehr für Leute als Land interessierte.

Der Autor des Sabado stellt Santander „als lang gezogenen neun Kilometer langen Arm vor“, der zum Meer weise. Vom Flughafen kommend, fällt ihm auf, dass es hier eine industrielle Zone mit einem Hafen gibt. Gegenüber der Marine reihen sich Straßencafés auf dem Paseo de Pereda und der Calle Castelar aneinander. Er selbst muss die komplette Stadt mit dem Taxi durchqueren, da er sich im Urlaubsviertel El Sardinero mit Landhäusern und Villen niederlassen will. Dort gibt es immerhin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadtrand befindet. El Sardinero erscheint ihm als enormes Urlaubsressort. Dort gebe es Hotels im Stil der Belle Époque und ein großes Casino. Dies hänge damit zusammen, dass König Alfons XIII. von Spanien hier seine Sommerresidenz errichtet habe. Diese soll er zwischen 1913 und 1930 mehrfach aufgesucht haben. Auf der Halbinsel La Magdalena sei ein homonymer Palast zwischen 1908 und 1912 errichtet worden. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gärten und Felsen. Daraus rage mit dem Faro de La Cerda ein bedeutender Leuchtturm hervor. Dort gibt es auch die von der Bucht der Halbinsel abgewandte Playa de los Bikinis. Man munkele, dort sei zum ersten Mal in Kantabrien eine Frau im Bikini gesehen worden. Diese sei eine der hübschen und nicht überlaufenen Stränden, die allerdings schon zu Spaziergängen zwingen würden. Die meisten besuchten die nur 100 Meter von Santander entfernte Primera Playa. Es gebe auch andere hübschere Strände, die nicht überlaufen seien, aber diese zwängen zu kleinen Spaziergängen.

Neben Naherholung biete die Stadt Kultur in einem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Museum. Im Centro Botín würden mehr als tausend Werke präsentiert von hervorragenden Künstlern wie Rubens, El Greco, Picasso und Miró. Unter den Kronen der Bäume der Jardines de Pereda versteckt liege das vom italienischen Architekten Renzo Piano gestaltete Haus. Dieser habe auch nicht weniger bedeutende Gebäude wie das Centre Pompidou in Paris oder das Whitney Museum amerikanischer Kunst in New York gestaltet. Die Errichtung habe fünf Jahre gedauert, sei 2014 unterbrochen worden, was dem Tod Emilio Botins geschuldet gewesen sei, Präsident der Santander Bank seit 1986. Die Stiftung der Santander habe das Museum finanziert.

Inden Straßen des Zentrums fühltsich der Verfasser tatsächlich wie in der Baixalisboeta. Dortstößter aufdieKathedrale, erbautim12. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil. EingroßerBrand von 1941 habefastdas ganze Zentrum der Stadt zerstört, wovonauch die Kathedrale betroffen gewesen sei. Daswar also einer der Gründe dafür, dass ich die Stadt nicht als soeinladend empfand, da ihr historisch gewachsene Strukturen fehlen.Nebendem Besuch der Kirche empfiehlt er, auch derbezauberndenPlaza Pombo mit demhistorischen unterArkaden verstecktenCafé do Pombo einenBesuch abzustatten. Nur zweiMinuten davonentferntliegederMarkt von Santander mit regionalenKäsesorten, Fisch, MeeresfrüchtenundOliven. Diesrechtfertigeeine Runde innerhalb des Hauses, indem auchCafés und Bodegas zufinden seien.

Die besten Bars fand er zwischen der Calle Sta. Lucia und dem Paseo de Pereda. Einen Tisch drinnen oder auf dem Fußweg zu erhalten, könne kompliziert sein. Aber dies glichen draußen reichlich vorhandene hohe Tische aus, wo man das Trinkglas abstellen und Tapas futtern könne. Heraufgehend zur Calle Casimiro Sainz bis zum Kreisverkehr Glorieta de Sol komme man zu einem anderen Kreisverkehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Kneipen und Meeresfrüchterestaurants. Allerdings höre man dort keine Musik. Die Lichter seien stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Verschwitzte und zänkische Angestellte servierten den köstlichen Meeresfisch von Kantabrien. Das Restaurant Marucho sei eine Referenz in der Calle de Tetuán. Aber offenbar hat es dem Verfasser hier nicht so gefallen wie zuvor.

Den kompletten Artikel findest Du auf http://www.sabado.pt/gps/style/viagens/detalhe/santander-a-descoberta-de-praias-arquitectura-historia-e-marisco?ref=GPS_Grupo3_viagens