Reise durch goldene Zeiten

Anda­lu­si­en — eine Rei­se durch gol­de­ne Zei­ten. Schon am Rand der Extre­ma­du­ra tür­men sich ers­te Ber­ge auf, um das Ende der Hoch­ebe­ne auf­zu­zei­gen und zu sagen: Hier beginnt ein neu­er Abschnitt. Eini­ge Wochen zog der Rei­sen­de über sie hin­weg. Hier ange­ödet von der Mono­to­nie, dort ange­zo­gen von der üppi­gen Natur mit vie­len Vögeln und leben­di­gen Flüs­sen. Und von schö­nen Städ­ten wie Cáce­res und Méri­da. Die eine war­tet mit Häu­sern aus Renais­sance und mus­li­mi­scher Zeit auf. Die ande­re bie­tet römi­sche Vil­len, Ther­men und ein lan­ges Aquä­dukt. Offen­sicht­lich ließ sich in der Extre­ma­du­ra in die­sen Epo­chen viel Geld ver­die­nen. Die Römer för­der­ten hier Gold, Sil­ber, Kup­fer und Eisen­erz. In ande­ren Gegen­den wie Troia in Por­tu­gal trie­ben sie regen Han­del mit Fisch. 

Im Mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit brach­ten nicht nur die Minen, son­dern auch Kera­mik, Oli­ven und Wein Devi­sen ein. Einen erheb­li­chen Anteil brach­te aller­dings auch die Aus­beu­tung der Kolo­nien ein. Des­halb heißt die grob zwi­schen der Ent­de­ckung Ame­ri­kas und dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges lie­gen­de Zeit­span­ne in Spa­ni­en auch “Sig­lo de Oro”. Daher auch “Rei­se durch gol­de­ne Zeiten”.

Durch die Sierra Norte de Sevilla

Dann der Ein­tritt nach Anda­lu­si­en: Der Rei­sen­de durch­fährt einen Ring von Bur­gen. Mit ihnen woll­te man das von den Ara­bern zurück­ge­hol­te Ter­ri­to­ri­um vor den Por­tu­gie­sen schüt­zen. Mit denen lie­fer­ten sie sich in der Zeit auf den Welt­mee­ren blu­ti­ge Schlach­ten um die Vorherrschaft.

Gepfleg­te Dör­fer und blü­hen­de Man­del- und Oli­ven­bäu­me erwar­ten den Rei­sen­den in der Sier­ra de Nor­te de Sevil­la. Die meis­ten sind blü­ten­weiß gestri­chen. In man­chen Orten darf aus­schließ­lich wei­ße Far­be ver­wen­det wer­den. Im Gebir­ge pro­fi­tie­ren die Ein­woh­ner sicht­lich vom ste­ten Besu­cher­strom aus Sevil­la. Die meis­ten kom­men, um dort zu spei­sen. Denn die Gegend ist bekannt für ihre Jagd­grün­de: haupt­säch­lich Wild­schwein und Kanin­chen. Aber auch Reb­huhn: Ein Spa­ni­er zeig­te ihm Kis­ten mit jun­gen Vögeln, die er aus sei­nem Sprin­ter raus­las­sen woll­te. Bis zum Herbst kön­nen sie sich wie auch die mun­ter unter den Man­del­bäu­men flit­zen­den Fasa­nen hier näh­ren, bis die Jäger kommen.

Die meis­ten Men­schen, vie­le selbst wohl­ge­nährt, rol­len mit dem PKW an. Die schlan­ke­ren dröh­nen mit Motor­rä­dern her­bei, man­che auch mit Renn- und Tou­ren­rä­dern. E‑Bikes aber sieht der Rei­sen­de eher sel­ten. Der Rei­sen­de fühlt sich dann an die Eifel um Ade­nau und Heim­bach erin­nert, wo an son­ni­gen Wochen­en­den ähn­lich die Moto­ren heulen. 

Reise durch goldene Zeiten in Sevilla

In Sevil­la ist noch viel Glanz des Sig­lo de Oro zu sehen. Die­ser drückt sich nicht nur in der größ­ten goti­schen Kathe­dra­le der Welt aus. Er spie­gelt sich auch in ade­li­gen Resi­den­zen und im heu­te noch genutz­ten könig­li­chen Palast wider. Dort mischen sich jetzt römi­sche, ara­bi­sche und christ­li­che Archi­tek­tur und Kunst. Auch aus der bedeu­ten­den römi­schen Stadt Itá­li­ca, in der die Kai­ser Tra­jan und Hadri­an groß wur­den, fin­den sich Mosaike.

Nach wie vor zieht dies Tou­ris­ten aus aller Welt an. Wenn die Ticket­ver­käu­fer nach der Her­kunft fra­gen, wird Aus­tra­li­en, USA, Bel­gi­en, Frank­reich geant­wor­tet. Im Archiv Casa de Indi­as lässt sich nach­voll­zie­hen, wie all dies finan­ziert wur­de: über Kolo­nien. Gold und Sil­ber, aber auch Kakao brach­ten die Kara­vel­len zum damals bedeu­tends­ten Hafen Euro­pas. Unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen und wie Skla­ven schuf­te­ten Indi­os in den Minen. Geist­li­che wie Fray Bar­to­lo­mé de las Casas (1474–1566) konn­ten Ver­bes­se­run­gen errei­chen. Er ist des­halb als Befrei­ungs­theo­lo­ge in die Geschich­te ein­ge­gan­gen. davon wird in der Aus­stel­lung nichts gesagt.

Wieder am Strand

Und jetzt sieht der Rei­sen­de zum ers­ten Mal seit Por­to wie­der Strän­de. Erst in Mata­l­as­ca­ñas, aktu­ell in Maza­gón. Es ist so warm, dass er seit zwei Näch­ten wie­der das Zelt nutzt. Aller­dings sind Cam­ping­plät­ze ent­lang des Rio Dou­ro und der Via de la Platz auch dünn gesät. 

Net­te Nach­barn ste­hen aktu­ell an sei­ner Sei­te. Es ist ein deut­sches Ehe­paar, das seit 1998 in Kal­mar in Süd­schwe­den lebt. Bereits zwei Mal gab rs bei ihm Abend­essen: Fisch und Fleisch. Und end­lich mal wie­der Kar­tof­feln. In spa­ni­schen Restau­rants ist das Essen meis­tens frit­tiert. Nicht ein­mal Reis gibt es als Alter­na­ti­ve. Dabei bau­en ihn Bau­ern in Por­tu­gal an. So erfährt der Rei­sen­de auch, was sich so in Schwe­den so tut, sozu­sa­gen als Vor­be­rei­tung auf die nächs­te Rei­se in den Nor­den. Und eine schö­ne Zeit, um sich mor­gen nach zwei Ruhe­ta­gen mit neu­em Schwung in die Algar­ve zu bege­ben. Wie ist es dort mit einer Rei­se durch gol­de­ne Zei­ten bestellt?

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Jetzt im TV: Camping und Outdoor

Jetzt im TV: Cam­ping und Out­door. Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten mög­lichst regel­mä­ßig mit Fern­seh-Tipps über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Däne­mark, Frank­reich, Öster­reich, Por­tu­gal, Schwe­den und Spa­ni­en sind vertreten.

Viel­falt ist in der kom­men­den Woche im Pro­gramm zu erwar­ten, wenn es um Ber­ge, Bur­gen, Kanä­le und Seen geht. Recht vie­le Dokus schei­nen kei­ne Wie­der­ho­lun­gen zu sein wie zum Bei­spiel ein Bei­trag über Cam­ping und Outdoor.

Wichtige Reiseausstattung Outdoor

Hier eini­ge Tricks und Tipps des Rei­sen­den: Wich­tigs­tes Werk­zeug beim Radeln ist auf jeden Fall ein Schwei­zer Taschen­mes­ser. Es ist viel­sei­tig ein­setz­bar. Schrau­ben am Rad las­sen sich leicht ein­stel­len. Eine Sche­re ist gut zum Schnei­den der Fli­cken. Mit dem Mes­ser las­sen sich Brot und Käse schnei­den. Es fehlt nur ein Löf­fel. In Kiru­na schenk­te ein Schlit­ten­bau­er dem Rei­sen­den einen der im Nor­den oft zu sehen­den ova­len Becher. Aus die­sem kann man sowohl Kaf­fee trin­ken als auch Müs­li essen. 

Im Gepäck soll­ten sich auf jeden Fall Ersatz-Spei­chen, Spei­chen­span­ner, Inbus­schlüs­sel, Seil­zü­ge und Schläu­che befin­den. Schläu­che sind sehr wich­tig in Süd­eu­ro­pa, weil es dort vie­le Dor­nen gibt. In Gali­ci­en bohr­ten sich mal fünf Dor­nen in den Man­tel. Gali­cier fah­ren mit Milch in den Schläu­chen, berich­te­te ein Mecha­ni­ker in einem Rad-Geschäft bei Lalín. Das hat zwar den Vor­teil, dass Plat­ten ver­mie­den wer­den. Gera­de bei den zahl­reich vor­han­de­nen dor­ni­gen Stre­cken auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel ist das cool. Aber mit der Zeit trock­net die Flüs­sig­keit. Als der Rei­sen­de, in Bonn zurück, wei­ter damit fuhr, war die Luft nach eini­gen Wochen ent­wi­chen. Was hilft, erklärt der wei­te­re Text auf Jetzt im TV: Cam­ping und Outdoor.

Schlauch in Dose für Pferde-Balsam

Grund: Noch immer saßen Dor­nen im Man­tel und im Schlauch. Auf einen Reser­ve­schlauch soll­te trotz­dem nie­mand ver­zich­ten. Wer sei­ne Muckis nach dem Besuch im Fit­ness-Stu­dio mit Pfer­de-Bal­sam ein­reibt, kann die Dose für die Auf­be­wah­rung des Schlau­ches wei­ter­ver­wen­den. Ein Moun­tain­bike-Schlauch passt genau hin­ein. Dies schont nicht nur den Schlauch und spart Platz im Gepäck, son­dern es schont auch noch die Umwelt. Denn die Dose lan­det für die nächs­ten Jah­re erst­mal nicht im Gel­ben Sack, son­dern im Reisegepäck.

Im Not­fall reicht es, die Spei­che so zurecht zu bie­gen, dass sie an der Kas­set­te vor­bei ins Loch ein­ge­fä­delt wer­den kann. Sie ist zwar nicht ganz gera­de. Aber in der nächs­ten Werk­statt, zwi­schen Spa­ni­en und Por­tu­gal zahl­reich vor­han­den, kann man die­se leicht durch eine neue ersetzen. 

Selbst in Schwe­den und selbst in spa­ni­schen Klein­städ­ten wie Ciu­dad Rodri­go gibt es Rad­lä­den, wenn sie auch hier und dort wei­ter aus­ein­an­der lie­gen. Ein­mal muss­te der Rei­sen­de 500 Kilo­me­ter weit durch Lapp­land fah­ren, bis zur nächs­ten Werk­statt. Denn die Steue­rung am Len­ker lief nicht mehr gut. Daher muss­te sie aus­ge­tauscht wer­den. Ganz wich­tig sind auch Ersatz­schrau­ben. Es ist bereits mehr als ein­mal pas­siert, dass sich auf Schot­ter Schrau­ben gelöst und abge­setzt haben.

Essen und Trinken

Inner­halb Euro­pas braucht nie­mand gro­ße Men­gen an Vor­rä­ten zu trans­por­tie­ren. Auch am Wochen­en­de sind fast über­all Super­märk­te oder klei­ne­re Land­han­del geöff­net. Es emp­fiehlt sich, Äpfel und Stu­den­ten­fut­ter griff­be­reit zu haben, um plötz­lich auf­kom­men­dem Ener­gie­man­gel zu ent­geg­nen. Aber die Ein­woh­ner hel­fen auch.

Was­ser ist wich­tig, lässt sich gut unter­wegs auf Fried­hö­fen und in Bars besor­gen. Der Rei­sen­de selbst trägt eine Trink­bla­se im Ruck­sack. In die­sem bewahrt er auch Wert­sa­chen auf. Aber bit­te auf Beschrif­tun­gen ach­ten, ob es wirk­lich Trink­was­ser ist. Ein Kum­pel, Chris­ti­an Kleiß­le, woll­te auf einer Rad­wan­de­rung durch Nord­rhein-West­fa­len Was­ser an einer Tank­stel­le in Heins­berg gie­rig her­un­ter­schlu­cken. Dies konn­te ein ent­setzt her­bei­ei­len­der Mann gera­de noch so ver­hin­dern. Es war Was­ser zum Reinigen.

Hat jemand von euch wei­te­re Tipps auf Lager, was Repa­ra­tur und Ernäh­rung angeht? Nur her damit.

Und nun zu Jetzt im TV: Cam­ping und Outdoor.


SoMoDiMiDo
Deutsch­land

Die Tricks mit Cam­ping und Out­door, NDR, 21.00 UhrDas Geheim­nis der Bag­ger­seen, 3sat, 16.15 UhrTeu­to­bur­ger Wald, NDR, 20.15 Uhr
Däne­mark


Wil­des Däne­mark, arte, 7.50 Uhr
Frank­reich
Der Park von La Garen­ne Lemot, arte, 15.30 UhrDie Bela­ge­rung von La Rochél­le, ZDF Info, 20.15 Uhr

Nor­we­gen




Öster­reichBur­gen und Schlös­ser in der Stei­er­mark, 3sat, 13.05 Uhr



Por­tu­gal
Lis­sa­bon. 3sat, 12.45 Uhr


Schwe­denTraum­rei­se Götaka­nal, SWR, 20.15 Uhr



Spa­ni­enGeheim­nis­vol­les Mit­tel­meer, SWR, 17.15 Uhr
La Gome­ra mit Pfiff, Das Ers­te, 16.10 Uhr

TV-Tipps Rei­se und Kultur

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Jetzt im TV: vom Emsland nach Mallorca

Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben Abon­nen­ten mög­lichst regel­mä­ßig mit Fern­seh-Tipps zu Rei­se und Kul­tur. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Däne­mark, Frank­reich, Nor­we­gen, Por­tu­gal und Spa­ni­en sind dies­mal an der Rei­he in “Jetzt im TV: vom Ems­land nach Mallorca”.

Spanien im Fokus

Die Aus­wahl lässt sich mit Stadt, Land, Fluss und Inseln umschrei­ben. Spa­ni­en gerät in den Fokus. Mal­lor­ca ist eine schö­ne, beson­ders bei Renn­rad­fah­rern belieb­te, Fahr­rad-Insel. Der Rei­sen­de scheu­te lan­ge den Besuch, weil ihr das Bal­ler­mann-Image anhaf­tet. Nach­dem er fast alles in Spa­ni­en besich­tigt hat­te, setz­te er sich irgend­wann in den Flie­ger, um die Insel mit dem Rad zu umrun­den. Am ers­ten Tag sah er in El Are­nal mit­tags ers­te Betrun­ke­ne. Zum Glück dau­er­te der Anblick nur Minu­ten. Bis kurz vor Alcú­dia floss der Ver­kehr rege auf brei­ten Straßen.

Aber dahin­ter begann sich die Insel zu ent­fal­ten. Ers­te Mee­res­buch­ten glit­zer­ten in der Son­ne. Von hüb­schen Stein­mau­ern umran­de­te Oli­ven­hai­ne und klei­ne Städ­te wie Artà begeis­ter­ten. Mit Port de Sól­ler fand er den Ein­stieg in die Ber­ge, in denen er Grup­pen von Renn­rad­fah­rern begeg­ne­te. Schein­bar ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te heiz­ten sie die Ser­pen­ti­nen her­un­ter. Die Ein­hei­mi­schen zeig­ten sich rück­sichts­voll. Sie roll­ten, ohne zu mur­ren, in ihren Autos hinterher. 

Mal­lor­ca zum Rad­fah­ren ist kein Geheim­tipp mehr. Aber es gibt sicher immer noch wel­che, die es ver­säumt haben, dies aus­zu­pro­bie­ren. Es eig­net sich als Ein­stieg in die Welt des Fern­ra­delns, um her­aus­zu­fin­den, ob es über­haupt Spaß macht. Für die Umrun­dung soll­ten Urlau­ber aber min­des­tens zwei Wochen ein­pla­nen. Und nun zum Bike­pack­ing von Mal­lor­ca ins Emsland.

Im Emsland echte Kumpels

Was erwar­tet Urlau­ber dage­gen in „Ems­land. Da will ich hin“? Das Frem­den­ver­kehrs­amt wirbt offen­siv dar­um. Des­halb schwang sich der Rei­sen­de im Sep­tem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res aufs Rad. Er wur­de nicht ent­täuscht. Trotz Coro­na traf er über­all auf freund­li­che Men­schen zwi­schen Gre­ven, Meppen und Emden.

Anfangs fürch­te­te er, sei­ne Auf­ga­ben als Jour­na­list nicht erfül­len zu kön­nen, könn­ten doch vie­le Gesprä­che nicht statt­fin­den der Pan­de­mie wegen. Doch das traf nicht zu – mit gutem Sicher­heits­ab­stand funk­tio­nier­te das. Anfangs gefie­len ihm vor allem die Men­schen aus dem Ruhr­ge­biet. Von denen sind recht vie­le im Ems­land Dau­er­cam­per. Sie waren noch ech­te Kumpels.

Dörpen und die Mehringer Steine

Einer nahm die lust­lo­se Ver­wal­te­rin Mari­an­ne auf dem Cam­ping­platz in Dör­pen ins Gebet. Denn sie hat­te dem Rad­ler einen mie­sen Abstell­platz zuge­wie­sen. Der Mann hat sein Leben lang im Berg­bau gear­bei­tet. Einen ande­ren traf der Rei­sen­de beim Besich­ti­gen einer Kir­che. Der erklär­te ihm die Beschaf­fen­heit des ver­wen­de­ten Steins. Man lernt nie aus.

Dann gefie­len ihm die Bau­ern. Denen war anzu­mer­ken, dass sie jede Schol­le kann­ten. Anders als Leu­te aus der Stadt oder aus umlie­gen­den Dör­fern konn­ten sie immer gut erklä­ren, wo die eine oder ande­re Sehens­wür­dig­keit lag. Sonst hät­te er etwa die Meh­rin­ger Stei­ne, ein schö­nes Grab aus der Jung­stein­zeit, nie gefun­den. Und er fand tol­le Her­ren­häu­ser im Ems­land. Bei denen mach­te sich der Ein­fluss von Archi­tek­ten aus dem Müns­ter­land bemerkbar.

Viel Spaß beim Mit­rei­sen im Ohren­ses­sel. Und nun zu “Jetzt im TV: vom Ems­land nach Mallorca”.


SaMoMiDoFr
Deutsch­land
Schwe­rin. Traum vom Welt­erbe, NDR, 14.00 Uhr

Fahr­rad. Vom Boom zur Ver­kehrs­wen­de? Das Ers­te, 16.00 Uhr

Ems­land. Da will ich hin. SWR, 17.00 Uhr



Bre­mens Bött­cher­stra­ße ent­de­cken, NDR, 20.15 Uhr
Däne­mark


Wil­des Däne­mark, Arte, 10.45 Uhr, Der Wald

Wil­des Däne­mark, Arte, 11.30 Uhr, Auf dem Land

Frank­reich
Paris und Cham­pa­gne, 3sat, 12.50 Uhr
Kor­si­ka, NDR, 20.15 Uhr
Nor­we­gen



Zau­ber­haf­tes Nor­we­gen, HR, 21.00 Uhr
Öster­reich




Por­tu­gal

Azo­ren, 3sat, 13.20 Uhr

Schwe­den




Spa­ni­enEin Tag in… Spa­ni­en, Arte, 20.15 Uhr
Unter­wegs auf Mal­lor­ca, Arte, 18.35 Uhr

Kampf um sau­be­re Lagu­ne. Spa­ni­sche Küs­ten­be­woh­ner gegen die Agrar­in­dus­trie, arte, 19.40 Uhr
Menor­ca, NDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Hundeleben in der Estrela

Hun­de­le­ben in der Est­re­la: Bis­her hat der Rei­sen­de noch nie ein Hun­de­bild gebracht. Eines einer Kat­ze schon. Das ist gut 1,5 Jah­re her, als er auf dem Jakobs­weg in Gali­ci­en und in Por­tu­gal radel­te. Eine jun­ge Kat­ze besuch­te ihn im Par­que Arri­bes del Due­ro, einer sehr schö­nen Land­schaft in Kas­ti­li­en-León. Sie war neu­gie­rig auf den Gast in der Pension. 

Jetzt arbei­tet er seit eini­gen Tagen die Bil­der der Rad­wan­de­rung durch Nord- und Zen­tral­por­tu­gal sowie Gali­ci­en auf. Davon reicht er heu­te einen klei­nen Hund nach. Ein Teil der Rad­wan­de­rung führ­te ihn mal wie­der durchs por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge: in die Ser­ra da Est­re­la. Wie es ihm dort erging, kannst Du hier in lose auf­ein­an­der­fol­gen­den Bei­trä­gen nach­le­sen. In dem gera­de ver­link­ten Bei­trag folg­te er in Bel­mon­te, einer hüb­schen Klein­stadt am Fuße des Gebir­ges, den Spu­ren von Pedro Álva­res Cabral. Der Ade­li­ge wuchs dort auf und ent­deck­te Brasilien.

Die meisten Hunde in Spanien und Portugal sind gut abgerichtet

Dort traf der Rei­sen­de den Hund. Er war nicht bis­sig. Wie auch: Mit der Ket­te am Hals. In Por­tu­gal und Spa­ni­en ist er noch nie von einem Hund gebis­sen wor­den. Die meis­ten grö­ße­ren Tie­re wie Schä­fer­hun­de lau­fen par­al­lel mit. Sie blei­ben aber auf ihrem Ter­rain. Denn sie sind gut abge­rich­tet. Sie sol­len nur Men­schen mit Gebell vom Betre­ten der Grund­stü­cke abhalten.

Eine Aus­nah­me bil­den klei­ne­re Hun­de, die in den Dör­fern frei her­um­lau­fen. Sie stel­len sich fron­tal auf, bel­len wie ver­rückt, wei­chen aber zurück, wenn man auf sie zugeht. Als Rad­ler braucht man sich also auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel nicht davor zu sor­gen, das Hun­de einen bei­ßen. Sei­ne Rei­fen sind auch immer heil geblieben.

Die­ses Tier lebt wie so vie­le ande­re auf einem Hof in einem Tal der Ser­ra da Est­re­la: in der Nähe des Dor­fes Cabe­ça. Sein treu­her­zi­ger Blick fes­selt. Oder lei­det er viel­leicht etwas unter der schwe­ren Ket­te? Weiß jemand, um wel­che Ras­se es sich han­delt? Eine her­aus­for­dern­de Rad­rou­te durch ziem­lich typi­sches Gebiet in der Umge­bung von Guar­da fin­dest Du übri­gens hier. Es geht zu Per­len unter den Dör­fern des Gebir­ges: Trin­ta und Vide­mon­te. Genug Was­ser und ener­gie­rei­che Nah­rung soll­te aber jeder dabei haben, auch wenn es um nicht ein­mal 40 Kilo­me­ter Rund­weg handelt.

Der bekann­tes­te Hund des Gebir­ges heißt nicht Deut­scher Schä­fer­hund, son­dern Cão da Ser­ra da Est­re­la. Auf Wiki­pe­dia erfährst Du mehr sein Hun­de­le­ben in der Ser­ra da Est­re­la, da sich der Rei­sen­de nicht näher mit ihm beschäf­tigt habe. Er hat noch nie einen Hund gehal­ten, nur Mon­go­li­sche Wüs­ten­renn­mäu­se und wei­ße Mäu­se. Es han­delt sich um einen Hir­ten­hund. Kein Wun­der bei den vie­len Scha­fen und Zie­gen, die die Bau­ern hier halten. 

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Im Reiche der Eidechsen

Medi­ter­ra­nes Lebens­ge­fühl vor der Haus­tür: Wer das mag, soll­te den Mosel­steig von Kar­den nach Mosel­kern aus­pro­bie­ren. Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag wag­te sich der Rei­sen­de mit Freun­den auf die Stre­cke. Zunächst geht es flach durch Kar­den. Dort lohnt sich eine Besich­ti­gung des “Doms”, vor dem der Hei­li­ge Cas­tor steht.

Dann wird einem beim Auf­stieg eini­ges abver­langt. Denn es geht drei Kilo­me­ter fast nur berg­auf. Dafür ent­schä­di­gen das dschun­gel­ar­ti­ge Grün dick­blätt­ri­ger Gewäch­se und vie­le Schmet­ter­lin­ge. Meis­tens sind es Kohl­weiß­lin­ge; ein­mal flat­ter­te auch ein Tag­pfau­en­au­ge vor­bei. Sogar eine Eidech­se ent­deck­te der Rei­sen­de. Dies kommt nicht oft auf sei­nen mitt­ler­wei­le recht vie­len Wan­de­run­gen an der Ahr, auf dem Rhein­steig und an der Mosel vor. 

Mit vol­ler Kon­zen­tra­ti­on führt der Weg dann ein Stück her­ab. Die Sei­le am Rand sind eine gro­ße Hil­fe beim Klet­tern, um nicht all­zu hart mit den Füßen auf­zu­tref­fen und die Knie zu entlasten. 

Der Pas­si­ons­weg auf den Müde­ner Berg ist dage­gen ein Klacks. Es geht nur leicht berg­auf. Am Weges­rand ste­hen Ste­len mit Bil­dern der Pas­si­on Chris­ti. Oben erwar­tet die Wan­de­rer eine aus Natur­stein gemau­er­te Kapelle. 

Durch Fel­der und Busch führt der Weg schließ­lich zur Burg Eltz. Der Rei­sen­de und sei­ne Freun­de sind nicht die ein­zi­gen, die das aus dem 12. Jahr­hun­dert stam­men­de Bau­werk bewun­dern wol­len. Vie­le Besu­cher sind auf die­sel­be Idee gekom­men. Der Park­platz ist ent­spre­chend voll. Aber da eine direk­te Anfahrt zur Burg mit dem Auto lang­wei­lig ist, ist jedem die Wan­de­rung von Kar­den nach Mosel­kern zu emp­feh­len. Start und Ziel sind mit der Bahn zu erreichen.




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Neu: Schwank der Dienstboten

Dramatiker Gil Vicente wirft bezeichnendes Licht auf den Lissaboner Königshof

Gil Vicen­te
Schwank der Dienstboten

Neu im Buch­han­del: Schwank der Dienst­bo­ten. In einer Zeit, in der Por­tu­gals Han­del auf­blüht, lebt ein Ade­li­ger am könig­li­chen Hof auf gro­ßem Fuße. Er beschäf­tigt Ange­stell­te, gibt kost­spie­li­ge Arbei­ten in Auf­trag, kann die­se aber nicht bezah­len. Er leis­tet daher hoh­le Ver­spre­chun­gen. Aller­dings sind sei­ne „Dienst­bo­ten“ naiv. Denn die­se machen trotz­dem ihre eige­nen Rech­nun­gen auf. 

Steht Por­tu­gal vor einer Revo­lu­ti­on? Der Rei­sen­de hat das Thea­ter­stück jetzt erst­mals ins Deut­sche über­setzt. An die­sem 1527 ver­fass­ten Thea­ter­stück schätzt er, dass die Spra­che frisch ist. Ein Leser merkt deut­lich, dass es ein ganz eige­nes Werk des berühm­ten Renais­sance-Dich­ters Gil Vicen­te ist. Zuvor hat­te ihn offen­bar kein Adel oder Kle­rus instru­iert, wel­che Bot­schaft dem Zuschau­er im Thea­ter über­mit­telt wer­den sollte.

Im sel­ben Jahr wie die “Schä­fer­li­che Tra­gi­ko­mö­die der Ser­ra da Est­re­la” ver­fass­te Gil Vicen­te auch die­ses Stück. Vicen­te (1465 — ca. 1536) gilt als Begrün­der des por­tu­gie­si­schen Natio­nal­thea­ters. Nach ihm ist sogar ein Fuß­ball­ver­ein benannt, der erfolg­reich spielt. Bis zu sei­nem Lebens­en­de um 1536 soll­ten neun wei­te­re Dra­men folgen. 

Es fällt auf, dass er bilin­gu­al schrei­ben konn­te. Zum Teil sind die Wer­ke auf Spa­nisch, auf Por­tu­gie­sisch und in einer Mischung aus bei­den Spra­chen ver­fasst. An den Uni­ver­si­tä­ten wird gelehrt, dass sich Vicen­te so einen grö­ße­ren Markt­an­teil ver­sprach. 46 Thea­ter­stü­cke sind ins­ge­samt bekannt. Davon ver­fass­te er 16 in por­tu­gie­si­scher, 11 in kas­ti­li­scher sowie 19 in bei­den Sprachen.

Stücke wohl auch in Spanien aufgeführt

So konn­te der Renais­sance-Dich­ter sei­ne Wer­ke nicht nur in Por­tu­gal, son­dern auch in Spa­ni­en auf­füh­ren las­sen. Damals gab es vie­le wan­dern­de Schau­spie­ler, die nicht nur im Thea­ter, son­dern auch auf offe­ner Stra­ße Thea­ter spielten.

Neu im Buch­han­del: Schwank der Dienst­bo­ten. Ein schö­nes Geschenk für Lieb­ha­ber roma­ni­scher Lite­ra­tur. Eine wert­vol­le Lek­tü­re im Schul­un­ter­richt oder im Semi­nar am Roma­nis­ti­schen Insti­tut. Tol­le Unter­hal­tung am Strand in Algar­ve oder an der Cos­ta Vicen­ti­na. Por­tu­gie­si­sche Lite­ra­tur ent­täuscht sel­ten. Gön­ne Dir etwas Gutes.

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Schwimmen in der Serra da Estrela

Schwim­men in der Ser­ra da Est­re­la: Weißt Du, wo das höchs­te Dorf Por­tu­gals auf dem Fest­land liegt? Durch­strei­fen & Erle­ben hat es gera­de erfah­ren: Dem Rei­sen­den war Sabu­ge­i­ro sei­nes berühm­ten Bro­tes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Dei­ner Durch­rei­se eines, das auf dem Dorf­platz in einem Back­ofen zube­rei­tet wur­de. Der Rei­sen­de bedau­ert, es auf sei­nen Tou­ren durch die Ser­ra da Est­re­la noch nicht pro­biert zu haben. Dort soll es guten Käse, Schin­ken und Likö­re geben. Das alles kann man wie die Schaf­hir­ten als Pro­vi­ant mit­neh­men zum Baden in der Ser­ra da Estrela.

Lebendige Ribeira de Fervença

Die­se Bade­stel­le gehört zum leben­di­gen Rio Alva. Besu­cher sol­len sich an der schö­nen von Gra­nit bestimm­ten Gegend und dem kla­ren Spie­gel­bild im Was­ser erfreu­en kön­nen. Die Redak­ti­on des Maga­zins Vor­tex emp­fiehlt einen Besuch. Ges­tern stell­te Durch­strei­fen & erle­ben Dir vie­le ande­re Plät­ze in der Gebirgs­re­gi­on in Zen­tral­por­tu­gal vor. Distrikt­haupt­stadt ist Guar­da, höchs­te Stadt Por­tu­gals auf dem Festland.

Klamm am Rio Côa

Für den Rei­sen­den ist der Rio Côa eines der inter­es­san­tes­ten Gewäs­ser. Denn dort spielt sich schon seit min­des­tens 25.000 Jah­ren mensch­li­ches Leben ab. Der Rei­sen­de hat dort berühm­te Fels­rit­zun­gen besich­tigt. Die­se hin­ter­lie­ßen Men­schen der Stein­zeit über eine Stre­cke von vie­len Kilo­me­ter. Ver­mut­lich dien­te das als Info-Sys­tem für durch­zie­hen­de Jäger über den Wild­be­stand oder aber als Kult­ort der Scha­ma­nen. Pfer­de, Rin­der, Men­schen und auch Lachs ist dort abge­bil­det. Im Mond­schein sind die Abbil­dun­gen am bes­ten zu sehen. 

Eben­falls gibt in der an Spa­ni­en angren­zen­den Regi­on auch vie­le wil­de Tie­re. Impo­sant ist eine Klamm in der Faia Bra­va, den der Fluss sich in der Erd­ge­schich­te gegra­ben hat. Und es gibt bei aller Wild­heit des Flus­ses den Fluss­strand von Rapou­la do Côa im Raum Sabu­g­al, wo man sich im Schat­ten von Bäu­men nie­der­las­sen kann. Sogar Strand wird ver­spro­chen. Dort gibt es unter­schied­lich tie­fe Zonen, in denen sich sowohl erfah­re­ne Schwim­mer als auch Kin­der wohl­füh­len. Wer ger­ne angelt, fängt in einer ande­ren Zone viel­leicht sogar eine Forel­le. Lei­der gibt es dort mehr Regen­bo­gen­fo­rel­len, die die Bach­fo­rel­len durch künst­li­ches Ein­set­zen in Bedräng­nis brin­gen. Vor­tex meint, die­ser Platz zäh­le zu den schöns­ten Fluss-Strän­den Portugals. 

Badeplatz von Quadrazais

Eben­falls an die­sem Fluss liegt der Bade­platz von Qua­drazais. Er befin­det sich auf der Hoch­ebe­ne von Sabu­g­al, wo auch die Ser­ra da Mal­ca­ta und Ser­ra das Mesas lie­gen. Die­se bil­de­ten die natür­li­chen Gren­zen zwi­schen Por­tu­gal und Spa­ni­en (Extre­ma­du­ra, Kas­ti­li­en und León). Dort gebe es einen wei­ten Raum der Ent­span­nung mit zwei Imbis­sen unter Schat­ten spen­den­den gro­ßen Kas­ta­ni­en und Steineichen.

Auch in Devesa ist Schwimmen möglich

Die Redak­ti­on emp­fiehlt zum Schwim­men in der Ser­ra da Est­re­la eben­falls, den Fluss­strand von Deve­sa bei Sabu­g­al als Erfri­schung. Dort gebe es ein Restau­rant, einen Spiel­platz, sogar ein Sola­ri­um, ein Natur­schwimm­bad für Kin­der, Imbis­se und eine Bar mit Ter­ras­se und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Rad­ver­leih. Hier kön­ne man sich auch eine Über­sicht über ein Rad­we­ge­netz von erstaun­li­chen 225 Kilo­me­tern anschau­en. Eben­falls nahe Sabu­g­al lie­ge der Fluss­strand des Vale das Égu­as. Bei den Besu­chern sei er beliebt zum Tau­chen. Es sei eine ent­zü­cken­de Land­schaft, in der sich die Umge­bung im Was­ser spiegele.

Strand von Paul in der Serra da Estrela

Anzie­hend hört sich auch die Beschrei­bung des Stran­des von Paul nahe Covil­hã an. Covil­hã ist eine alte Tex­til­me­tro­p­le, deren Manu­fak­tu­ren hier in der Neu­zeit des guten Was­sers wegen auf­ge­baut wur­den. Denn Wol­le braucht hoch­wer­ti­ges Was­ser. Die Ribei­ra do Paul ent­springt in den Talis­cas durch ihre Fusi­on von zwei Haupt­was­ser­strö­men der Krei­ses Covil­hã: Ribei­ra das Cor­tes e Unhais da Ser­ra. Sie kom­men von der Ser­ra da Est­re­la her­un­ter und flie­ßen in den Rio Zêze­re. Der Bade­platz befin­det sich an einer alten Brü­cke aus dem 5. Jahr­hun­dert. Dort soll es sogar noch alte Was­ser­müh­len geben. Besu­cher kön­nen mit Boo­ten die Umge­bung erkunden.

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Baden in der Serra da Estrela

Suchst Du sau­be­re und kla­re Gewäs­ser mit viel Natur für Dei­nen kom­men­den Urlaub? Im Som­mer kann sich der Rei­sen­de durch die Ser­ra da Est­re­la durch­aus wie in einem Back­ofen füh­len. Tem­pe­ra­tu­ren um die 40 Grad sind im Hoch­ge­bir­ge nicht sel­ten. Die Redak­ti­on des por­tu­gie­si­schen Maga­zins Vor­tex emp­fiehlt zum Baden in der Ser­ra da Est­re­la vie­le Bade­stel­len an Flüs­sen – pra­ia flu­vi­al auf Por­tu­gie­sisch – in der Umge­bung der Distrikt­haupt­stadt Guar­da sowie der grö­ße­ren Städ­te Sabu­g­al, Seia und Covil­hã. Eini­ge Bade­stel­len sind weit­ge­hend natur­be­las­sen. Ande­re bie­ten Kom­fort für Besucher.

Netter Badeplatz am Rio Mondego

Der längs­te Fluss zum Baden in der Ser­ra da Est­re­la ist der Rio Mon­de­go. Er ent­springt in der Nähe von Guar­da in der Ser­ra da Mal­ca­ta. Von dort fließt er bis zum Atlan­tik. Bei Ald­eia Viço­sa gibt es einen net­ten Bade­platz am Fluss auf zwei Hekt­ar Flä­che. Ein­ge­rich­tet sind Gas­tro­no­mie, Schat­ten spen­den­de Rasen­flä­chen, ein Spiel­platz für Kin­der. Der Rei­sen­de selbst kennt die­sen Platz nicht. 

Dafür hat ihn bei sei­nen Aus­flü­gen der Fluss­strand von Lori­ga bei Seia begeis­tert. Der Vor­tex-Autor beschreibt ihn als „Hei­lig­tum der Natur­lieb­ha­ber“. Er wei­se eine Atmo­sphä­re der Ruhe und Gelas­sen­heit auf. Und jetzt auf­ge­passt: Der Platz liegt im Glet­scher­tal von Lori­ga. Wäh­rend der letz­ten Eis­zeit waren auch hohe Ber­ge in Por­tu­gal vom Eis bedeckt. In die Täler reich­te die kal­te Pracht aller­dings nicht. Hier bie­tet es sich also nicht nur an, zu baden. Son­dern es ist auch mög­lich, zu wan­dern und dabei viel­leicht das eine oder ande­re Aben­teu­er zu erle­ben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Gei­er oder triffst noch sel­te­ner die Stül­p­na­sen­ot­ter, eine scheue Viper. 

Gut neun Kilo­me­ter von Seia ent­fernt liegt die Pra­ia Flu­vi­al de Vila Cova á Coel­hei­ra am Rio Alva. Die Land­schaft soll geho­be­ne Qua­li­tät auf­wei­sen, nicht zuletzt wohl auch durch die schö­ne alte Römerbrücke.

Am Flussstrand baden in der Serra da Estrela

Eben­falls im Ein­klang mit der Natur befin­det sich der­je­ni­ge, der den Fluss­strand von Lapa dos Din­hei­ros auf­sucht. Er liegt an der Ribei­ra da Cani­ça, einem Neben­fluss des Flus­ses Alva. Durch­strei­fen & Erle­ben besuch­te ihn auf einer sei­ner Rad­tou­ren durch die Ser­ra. Dabei freu­te es den Rei­sen­den, dass ihm mit Lusi­ta­na eine Ein­hei­mi­sche die­ses Klein­od zeig­te. Ohne sie hät­te er den Ort nie gefun­den. Denn er liegt abge­le­gen auf einer Anhöhe. 

Noch viel ver­steck­ter als der Bade­platz liegt ein idyl­li­scher Was­ser­fall inmit­ten eines Dickichts aus Kas­ta­ni­en­bäu­men. Ein schma­ler Pfad führt dort­hin. Lei­der nicht gese­hen hat der Rei­sen­de dort das Loch von Mou­ra, das ein natür­li­ches Höh­len­sys­tem aus dem Gra­nit der Gegend bil­det. Dar­in soll es Säle und Gale­rien zum Besich­ti­gen geben. Aber man fährt ja nicht nur ein­mal in die Ser­ra da Estrela.

Ihm auch noch unbe­kannt hin­ge­gen ist die Bade­zo­ne von San­do­mil am Fluss Alva. Dort wach­sen sogar Erlen und Pla­ta­nen. Die Ser­ra da Est­re­la ist also nicht unwirt­lich. Son­dern sie ver­fügt, wie man bis­her sehen konn­te, über recht viel Was­ser in ihrem vom Kon­ti­nen­tal­kli­ma bestimm­ten Gebiet. Dort gibt es auch Imbis­se, wo man als Tou­rist sicher mal regio­na­le Küche pro­bie­ren kann.

Auch noch nicht ken­nen gelernt, hat er den Fluss­strand von Val­hel­has. Er soll eine hohe Was­ser­qua­li­tät auf­wei­sen, so dass er mit der Blau­en Flag­ge aus­ge­zeich­net wur­de. Gespeist wird er von einem sei­ner Lieb­lings­flüs­se, dem Rio Zêze­re. Die­ser ent­springt ober­halb des alten Woll­we­ber-Ortes Man­tei­gas. Der Rei­sen­de mag ihn daher, weil er mun­ter wie ein Alpen­fluss über die Stei­ne springt. Es gibt sogar Strom­schnel­len an man­chen Stel­len. Der Bade­platz soll etwas ver­steckt lie­gen. Aber es gibt dort sogar einen Cam­ping­platz. Dort kön­nen Rad­fah­rer ihr Zelt aufstellen. 

Auch Wasserfälle und Seen gibt es

Wer nicht nur ein Fai­ble fürs Baden, son­dern auch für Tie­re hat, soll­te den Was­ser­fall von Poço da Bro­ca auf­su­chen. Er befin­det sich in der Ribei­ra de Alvô­co in der klei­nen Ald­eia de Bar­rio­sa bei Vide. Dort leben unter ande­rem Was­ser­am­seln, Rei­her und Fisch­ot­ter. Er liegt im extre­men Süd­wes­ten der Ser­ra da Estrela. 

Nicht aus­las­sen soll­ten Besu­cher den Ort Unhais da Ser­ra. Dort gibt es eine Ther­mal­quel­le, derer sich vie­le ein­hei­mi­sche Tou­ris­ten seit Jah­ren erfreu­en. Sie las­sen sich in der medi­zi­ni­schen Abtei­lung eines gro­ßen Sport­ho­tels gegen Erkran­kun­gen behan­deln. Aber dort liegt auch ein im Jah­re 2010 ein­ge­rich­te­ter Fluss­strand. Ein­ge­bet­tet in Hotels und Luxus­re­stau­rants, geschmückt durch ver­schie­dens­te Vege­ta­ti­on und Land­schaft, soll die­ser Strand alles zur Ver­fü­gung stel­len, was man bei einem Aus­flug so braucht. Der Vor­tex-Ver­fas­ser schreibt von einer Infra­struk­tur mit hoher Qua­li­tät. Dort gebe es eine moder­ne Bar und Rasen, auf dem man sein Hand­tuch aus­brei­ten kön­ne, um das gute Wet­ter zu genießen.

Vor­tex emp­fiehlt auch einen Aus­flug zum See im Vale do Rossim. Die­sen kennt der Rei­sen­de auch noch nicht. Dort gebe es zwar kei­nen Sand, Lie­ge­stüh­le und Son­nen­schir­me. Denn er lie­ge zwi­schen Fel­sen und Vieh­wei­den. Das Feh­len sol­cher Annehm­lich­kei­ten wer­de durchs wil­de Ambi­en­te aus­ge­gli­chen. Dies sei ide­al für den­je­ni­gen, der ein wil­des Refu­gi­um im Gebir­ge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eis­kal­ten Gebirgs­see. Na, wenn das nichts ist. Der Fluss­strand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sie­ben Wun­der von Por­tu­gal“. Und das inmit­ten eines Hochgebirges. 

Weißt Du, wo das höchs­te Dorf Por­tu­gals auf dem Fest­land liegt? (…)

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Schrumpfen im Schrumpfbachtal?

Wo spürt man unter­schied­li­che Geschwin­dig­kei­ten ziem­lich deut­lich? Der Rei­sen­de meint, ober­halb Hat­zen­ports an der Mosel. Er und sei­ne Freun­de lau­fen dort gemäch­lich durchs sat­te Grün der Wein­ber­ge. Wie­der ein­mal sind sie nach dem Pfad von Kar­den nach Mosel­kern unter­wegs an der Mosel. Der Ahr­steig ist kom­plett bewäl­tigt. Seit eini­ger Zeit steht der Mosel­steig an. Der Weg ist ange­nehm geschot­tert. Bäu­me spen­den Schat­ten vor der Mit­te Juni hei­ßen Son­ne und die Fra­ge, ob man im Schrumpf­bach­tal klei­ner wird, ist fürs ers­te vergessen.

Wäre da nicht unten im Tal auf der ande­ren Sei­te der Mosel eine Land­stra­ße. Dort knat­tern lau­te Motor­rä­der und Autos Rich­tung Trier und Koblenz. So kön­nen Erho­lungs­su­chen­de nicht ganz der Hek­tik ent­rin­nen, um sich von der Arbeits­wo­che zu erho­len. Doch zum Glück gibt es eine Spitz­keh­re auf dem als Rund­weg ange­leg­ten Traum­pfad.

Die Wan­de­rer tau­chen in Wie­sen und Fel­der ein, bekom­men vom Ver­kehr nicht mehr viel mit. Dann geht es abwärts ins Schrumpf­bach­tal. Beginnt nun das Schrump­fen im Schrumpf­bach­tal? Die­ses ver­lässt man spä­ter sicher ohne Ver­lust der Grö­ße wie­der. Es sei denn, die Wir­kung tritt erst nach eini­gen Tagen ein. Der Rei­sen­de stellt sich vor, schon in Kür­ze wie Nils Hol­gers­son auf auf einer Gans zum Keb­ne­kai­se zu flie­gen — nach Schwe­den.

Hat dort jemand dies­be­züg­lich ande­re Erfah­run­gen gemacht? Es ist denk­bar, dass der Name einst den Römern Angst machen soll­te. Denn die waren gegen­über Flüs­sen und Bächen ziem­lich miss­trau­isch ein­ge­stellt. Viel­leicht frem­der Göt­ter wegen?

Zum Schluss erwar­tet einen kurz vor Hat­zen­port eine klei­ne Her­aus­for­de­rung. Über Stock und Stein gilt es, vor­sich­tig her­ab­zu­klet­tern. Zum Glück gibt es Sei­le und eine Lei­ter als Hil­fe beim Abstieg. Alle zehn Wan­de­rer gelang­ten sicher nach unten. Im Herbst und im Win­ter ist es bestimmt nicht so ein­fach, über glit­schi­ge und schlam­mi­ge Hin­der­nis­se in die Tie­fe zu gelangen.

Wer will, kann anschlie­ßend Trier einen Besuch abstat­ten: Aus­hän­ge­schild der hüb­schen Innen­stadt ist natür­lich die Por­ta Nigra. Sie gilt als am bes­ten erhal­te­nes römi­sches Stadt­tor nörd­lich der Alpen. Einst gab es vier Stadt­to­re mit Stadt­mau­er in Trier. War­um ist die­ses 1850 Jah­re alte aus 7200 Stein­qua­dern erbau­te Stadt­tor so schwarz, fra­gen sich nicht weni­ge. Zum einen ver­dun­keln die Stei­ne sich auf natür­li­che Wei­se, ent­hal­ten sie doch unter ande­rem Eisen­oxid. Regen und Wit­te­rung haben Anteil dar­an. Eben­so gera­ten durch Indus­trie und Ver­kehr Stof­fe dar­auf. Gips auf der Ober­flä­che bin­det diese. 

Zuletzt wur­de das Stadt­tor 1969/70 restau­riert, indem man Stei­ne aus­tausch­te und auf­ar­bei­te­te. Eini­ge Stei­ne an der Nord­sei­te wur­den sogar schwarz gestri­chen, um sie anzu­pas­sen. Um das gesam­te Gebäu­de instand zu hal­ten, über­dach­ten Hand­wer­ker es und ver­blech­ten Hauptgesimse. 

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