Sexy: die zehn ärmsten Städte Portugals

Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Por­tu­gals. Ein nach die­sen Kri­te­ri­en zusam­men­ge­stell­ter Urlaub in Por­tu­gal, wäre mal eine ori­gi­nel­le Rei­se: Du kennst sicher auch Ran­kings, in denen die Orte des Lan­des nach bestimm­ten Kri­te­ri­en ermit­telt wer­den. Vor Jah­ren stell­te der Rei­sen­de sein Zelt in einem Dorf in einem Dorf irgend­wo in Mit­tel­schwe­den auf. Dabei spa­zier­te an ihm ein Paar vor­bei. Beim Gespräch stell­te sich her­aus, dass ich in einem der lang­wei­ligs­ten Orte Schwe­dens ange­kom­men war. Eine Zeit­schrift hat­te eine Rang­lis­te mit den lang­wei­ligs­ten Orten des Lan­des auf­ge­stellt, der das Paar folg­te. Die Mücken aber fan­den uns gar nicht lang­wei­lig, son­dern stürz­ten sich gie­rig auf uns. Den Namen des Ortes hat der Rei­sen­de lei­der vergessen.

In Por­tu­gal haben jetzt Jour­na­lis­ten ermit­telt, wel­che Orte die gerings­te Kauf­kraft besit­zen. Her­aus­ge­kom­men ist dabei: arm, aber sexy. Denn arm zu sein, heißt nicht unbe­dingt gleich häss­lich. Ein Autor des sehr guten Maga­zins Vor­tex hat die Top Ten der Städ­te zusam­men­ge­stellt, die zugleich tou­ris­tisch attrak­tiv sind. 

Vor­tex ist für den Rei­sen­den das bes­te Por­tal, was Rei­sen mit Hin­ter­grund angeht. Geo Sai­son oder Norr kön­nen bei wei­tem nicht mit­hal­ten. Der Ver­fas­ser erläu­tert die Geschich­te der Städ­te und fin­det, dass die Orte tou­ris­tisch sehens­wert sind. Auf Platz 6 bis zehn lie­gen Pen­al­va do Cas­te­lo, Vin­hais, Resen­de, Ribei­ra de pena und Baião. Wer aber die Top 5 sind, erfährst Du hier.

Wür­de dies doch auch so bei uns mit den ärms­ten Städ­ten zutref­fen: Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Deutsch­lands oder der Schweiz. Was wäre das für eine Schlag­zei­le: Duis­burg, arm, aber sexy.

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Radwandern am Rio Douro

Por­tu­gals schö­ner Rio Dou­ro im Herbst. Tags­über ist es im Fluss­tal noch schön warm in der Son­ne. Abends wird es schon recht frisch beim Rad­wan­dern Rich­tung Por­to. Auf der Stre­cke ent­deck­te ich die­sen schö­nen mit Kacheln ver­zier­ten Brun­nen am Kon­vent von Alpendouro. 

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Rauf aufs Rad und los!

Deut­sche wer­den nicht so alt wie Ita­lie­ner und Spa­ni­er. Das lie­ge am fal­schen Ver­hal­ten, sagen For­scher. Komisch: Ich sehe hier auch vie­le dicke Spa­ni­er und Por­tu­gie­sen auf mei­ner Tour durch Gali­zi­en und die hohen Ber­ge Portugals.

Also: ‘Rauf aufs Rad, wei­ter am Rio Dou­ro nach Por­to, nicht soviel Port­wein trin­ken dabei. Auch wenn es bei der zau­ber­haf­ten Stadt Lame­go schwer­fällt, wei­ter­zu­ra­deln. 145 Kilo­me­ter sind es nur noch bis Por­to, wo ich gut eine Woche blei­ben möchte.

Rau­chen, Über­ge­wicht, Alkohol

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Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie hat der Rei­sen­de auf sei­ner gesam­ten Rei­se Wein und Oli­ven in sol­chem Aus­maß gese­hen. Wahn­sinn! Hin­ter ihm lie­gen immer­hin schon gut 3000 Kilo­me­ter Rad­rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Es ist auch ange­sichts der Höhe über­wäl­ti­gend, am Rio Dou­ro zwi­schen Sal­to de Sau­cel­le und Por­to zu radeln. Es gibt Wein und Oli­ven, so weit das Auge reicht

Infor­ma­tio­nen über Anbau­me­tho­den lie­fer­te dem Rei­sen­den ges­tern ein schi­ckes Wein­mu­se­um in São João da Pes­quei­ra im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rund­gang über drei Eta­gen ein fabel­haf­ten Rot­wein zur Abrun­dung gibt. Es gibt viel und gutes Mate­ri­al, war­um sich die “vinhas” hier gut für den Anbau der Reben eignen.

Mildes Klima im Douro-Tal

Dafür gibt am Fluss ent­lang mehr als genug Wein­gü­ter für die eine oder ande­re Kost­pro­be. Schließ­lich kommt der meis­te por­tu­gie­si­sche Rot­wein vom Dou­ro. Das meis­te geht in den Export nach Über­see und Eng­land. Der schwe­re Port­wein ist beson­ders beliebt. War­um sich die Gegend dafür beson­ders eig­net, ist gleich beim Über­gang von Spa­ni­en nach Por­tu­gal zu bemer­ken. Wer von Sau­cel­le kom­mend im Novem­ber die Gren­ze über­schrei­tet, spürt deut­lich die höhe­re Tem­pe­ra­tur. Der Wind lässt nach. Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en scheint das Kli­ma auch zu lie­gen. Es gibt hier offen­bar vie­le Schlan­gen, die aber lei­der Auto­fah­rer tot­fah­ren. Von Sal­to de Sau­cel­le ergibt sich übri­gens ein tol­ler Blick über ein gro­ßes Stau­werk und ins Tal.

Auch zum Paddeln geeignet

Vor andert­halb Jah­ren war der Rei­sen­de schon ein­mal hier. Er genoss eine gran­dio­se Fahrt von Cas­te­lo Rodri­go nach Bar­ca d’Alva, weil es über vie­le Kilo­me­ter nur berg­ab ging. In Bar­ca d’Alva, ein Hafen für Kreuz­fahrt­schif­fe, bestieg er ein Kajak. Er pad­del­te mit einem Ein­hei­mi­schen, der hier als Leh­rer arbei­tet, auf dem gro­ßen Fluss. Über ihm kreis­ten Greif­vö­gel wie der Rote Milan. Ein­zi­ger Kon­takt am Fluss war die besorg­te Anfra­ge eines Cam­pers aus den Nie­der­lan­den. Die­ser hielt neben ihm und frag­te, ob der Rei­sen­de genug zu essen und zu trin­ken dabei hät­te. So wenig Ver­kehr befin­det sich auf der Stre­cke. Der nächs­te Kon­takt wird wohl erst mit Ana und Antó­nio in der Edel-Pen­si­on Casa da Cis­ter­na in Cas­te­lo Rodri­go sein. Ana und ihre Köchin kochen her­vor­ra­gend. Das wohl bes­te Essen Por­tu­gals gibt es dort.

Vie­le besu­chen die Gegend nur mit der Bahn von Por­to aus. Sie schaf­fen es gera­de ein­mal, in der Klein­stadt Pin­hão ein Wein­gut zu besu­chen und zu spei­sen. Den Ort kann man sich spa­ren. Doch hier auf Rad­wan­de­rung zu gehen, lohnt sich, weil die Stre­cke ab Zamo­ra gut über die Natio­nal­stra­ßen zu bewäl­ti­gen ist. Es gibt nie eine wirk­lich stei­le Stre­cke. Es sei denn, man fährt an man­chen Punk­ten direkt in ein klei­nes Dorf am Fluss her­ab. Aber die meis­ten Dör­fer lie­gen recht ange­nehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen grob geschätzt fünf schwie­rig erreich­ba­rer Orte einen beschwer­li­chen Weg auf sich zu neh­men. So sehr unter­schei­den sie sich am Ende auch wie­der nicht. Es gibt zwar kei­nen offi­zi­el­len Dou­ro-Rad­weg, aber der Ver­kehr ist auch nur mäßig. Statt vie­ler Autos gibt es Wein und Oli­ven so weit das Auge reicht. 

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Lustradeln am Rio Douro im Distrikt Guarda

Lustra­deln am Rio Dou­ro — ein Traum. Zuerst eine schrof­fe Abfahrt von Vil­vest­re in der Pro­vinz Sala­man­ca und einem Blick von oben auf die Schlei­fen, wie ihn man­che von der Mosel kennen.

Die Brü­cke in Sal­to de Sau­cel­le trennt Wel­ten. Denn in Por­tu­gal führt ein Traum­weg bis nach Bar­ca d’Al­va, vor­bei an Wein­gü­tern mit Zypres­sen, schrof­fen Gebirgs­hän­gen und Mandarinenhainen.

Ein gewal­ti­ger Tem­pe­ra­tur­sprung ist deut­lich zu spü­ren, wäh­rend es auf der spa­ni­schen Hoch­ebe­ne schon kühl wer­den kann.

Bar­ca d’Al­va im Distrikt Guar­da bin ich vor zwei Jah­ren Kajak gefah­ren, durf­te den Roten Milan beob­ach­ten. Hier star­ten auch Kreuz­fahrt­schif­fe nach Por­to, was ich auch ger­ne mal tes­ten würde.

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Wilde Katze im Naturpark

Die­se jun­ge Dame besuch­te mich gleich nach mei­ner Ankunft in Vil­la­ri­no de los Aires, einer Klein­stadt in der Nähe des Rio Dou­ro. Der Park bie­tet sich sehr schön zum Radeln an, sobald man die male­ri­sche Stadt Zamo­ra in Kas­ti­li­en ver­las­sen hat. Es ist ein­fach, da man nur dem Duero fol­gen zu braucht, der zeit­wei­se Spa­ni­en von Por­tu­gal trennt. Im Zim­mer war sie etwas ner­vig, aber eben so jung, dass sie mein Herz erweich­te. Da ahn­te ich noch nicht, dass sie eine wil­de Kat­ze im Natio­nal­park Par­que Arri­bes del Duero wer­den würde.

Auch am nächs­ten Mor­gen waren wir noch unzer­trenn­lich. Ich pack­te gera­de mei­ne Fahr­rad­ta­schen aus in mei­nem Zim­mer, da kam sie schon ange­schli­chen und auf mein Bett gehüpft. Alles, aber auch alles woll­te sie unter­su­chen und steck­te ihr Näs­chen in alle mei­ne Taschen. Wahr­schein­lich roch sie mei­nen Pro­vi­ant wie zum Bei­spiel die lecke­re Cho­ri­zo, eine spa­ni­sche Wurstspezialität.

Die Kat­ze war erst drei Mona­te alt, aber manch­mal ganz schön frech. Sie ver­barg sich unter einer Tisch­de­cke. Von dort aus schlug sie mich, wäh­rend ich auf der Dach­ter­ras­se in der Mor­gen­son­ne mei­ne Aben­teu­er am Duero auf­zu­schrei­ben ver­such­te. Erst nach­dem ich sie in ihrem Körb­chen ein­ge­sperrt hat­te, war sie ruhig, aber auch etwas erschro­cken über mei­ne Maß­nah­me. Nach­dem ich ihr bra­ves Ver­hal­ten abver­langt hat­te, ließ ich sie wie­der frei. Und sie hielt sich an die Abma­chung. Daher hat sie böse Kat­ze im Par­que Arri­bes del Duero nun auch einen Platz in mei­nem Blog ver­dient. Mein bis­her ein­zi­ges Kat­zen­bild, dem sich spä­ter ein Hund in der Ser­ra da Est­re­la im Cen­tro de Por­tu­gal zugesellt.

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Gottesanbeterin am Rio Duero begegnet

Unten im Tal liegt ein klei­ner Stau­see: Es ist nach­mit­tags gegen 16 Uhr. Zeit für eine kur­ze Rast. Ein gro­ßer Stein bie­tet dem Rad­rei­sen­den einen beque­men Sitz. Wäh­rend er einen Apfel ver­zehrt, kriecht neben ihm auf dem Stein eine Got­tes­an­be­te­rin her­auf. Lang­sam, Stück für Stück. Welch ein Glück für den Rei­sen­den: Er ist einer Got­tes­an­be­te­rin am Rio Duero begegnet.

Die ers­te Etap­pe der kom­plett neu­en Rei­se liegt hin­ter dem Rei­sen­den. Den Jakobs­weg wird er erst in Por­to wie­der­se­hen, freut sich ein wenig, mal nicht auf Sand und Stei­nen zu ackern. Er ist gut 60 Kilo­me­ter am Rio Duero ent­lang gera­delt, soweit es irgend­wie mög­lich ist. Von Zamo­ra aus fuhr er nach Miran­da do Dou­ro in Por­tu­gal. Das Stück war ein­sam. Ab und zu begeg­ne­te er Autos. Er sah aber auch, dass der Duero längst kein Natur­fluss ist, son­dern mehr­fach Ener­gie aus ihm gewon­nen wird.

Die Got­tes­an­be­te­rin kriecht aus dem Schat­ten. Ihr ist wohl noch zu kalt, um zu flie­gen. Auf Ver­grö­ße­run­gen sieht sie nicht gera­de ange­nehm aus, so dass der Rei­sen­de als Kind nicht lan­ge hin­schau­en moch­te. Sie frisst ihren Gat­ten oft nach der Befruch­tung auf. Aber mit dem blo­ßen Auge weist sie nichts Gru­se­li­ges auf.

Es bleibt genug Zeit, die Kame­ra aus dem Ruck­sack zu zie­hen, das Insekt zu fil­men und zu foto­gra­fie­ren. Denn die Son­ne wärmt im Novem­ber nicht so heiß wie ab März. Doch die ursprüng­lich aus Afri­ka stam­men­de Heu­schre­cke regis­triert die nahe Lin­se und die Akti­vi­tät des Foto­gra­fen. Sie krab­belt lang­sam weg, um sich in Sicher­heit zu brin­gen. An einer Pflan­ze hängt sich das auch als Man­ti­de bezeich­ne­te Insekt so auf, als wäre es ein Zweig. Es tarnt sich so vor Vögeln und ande­ren Fress­fein­den. Die Got­tes­an­be­te­rin ist einem Men­schen am Rio Duero begeg­net. Und am Fluss gedeiht mehr als die Wein­sor­te Ribe­ra del Duero.

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Perfekt getarnt Radpilgern auf dem Jakobsweg

Wer will noch kom­men? Dann wirst Du in den nächs­ten Tagen den zau­ber­haf­ten Rio Dou­ro ken­nen­ler­nen. Gut 50 Kilo­me­ter rade­le ich jetzt durch Kas­ti­li­en-León, dann bie­ge ich Rich­tung Por­to ab.

Der Cami­no wird trotz Schot­ters ein­fa­cher, denn meis­tens ist das Gelän­de flach. Jeder hät­te gute Chan­cen, hier zu über­le­ben. 😊 Denn das Wet­ter ist kühl, für uns Deut­sche Spät­som­mer. Viel trin­ken muss ich also nicht.

Mein Rad ist ocker­far­ben. Das liegt am Staub. So pas­se ich mich der Umge­bung an, per­fek­te Adap­t­ati­on. Selbst man­che Häu­ser sehen hier so aus. Sie wur­den vor gut 100 Jah­ren aus Lehm erbaut, ent­hal­ten Stein­chen. Der unte­re Rand ist noch gemau­ert. Holz­bal­ken tra­gen die Last. Ver­nünf­tig restau­riert könn­ten sie sogar eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on sein ent­lang der Via de la Pla­ta, der von Sevil­la nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt. Aber die Spa­ni­er las­sen sie offen­bar nach und nach ver­fal­len, obwohl sie gut zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Regi­on beitragen

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