Nach 500 Kilometern Radeln erste Stadt

Nach 500 Kilo­me­tern Radeln ers­te Stadt: Mehr als 500 Kilo­me­ter lie­gen jetzt hin­ter dem Rei­sen­den, seit­dem er Por­to ver­las­sen hat. Heu­te Nach­mit­tag ist er in Zamo­ra ein­ge­trof­fen — in Cas­ti­lia y León also. Sie ist eine sei­ner Lieb­lings­städ­te auf sei­ner Rund­rei­se auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel. Von nun an geht es auf der Via de la Pla­ta in Rich­tung Sevilla. 

Shop­ping — ein längst nicht mehr bekann­tes Erleb­nis. Coim­bra und Por­to waren auf nun 2200 Kilo­me­tern ab Faro die ein­zi­gen wirk­li­chen Städ­te. Zehn Wochen hat der Rei­sen­de fast nur auf dem Land, in Klein­städ­ten und Dör­fern ver­bracht. Por­to und Zamo­ra ver­bin­det der Rio Dou­ro. Die­ser ent­springt in der Gegend von Soria.

Mode, Par­füm, Mobil­funk — welch ein Kon­trast zu den Unmen­gen an Bar­bie­ren und Fri­seu­ren, Bars und Cafés in den Klein­städ­ten in Por­tu­gal. Heu­te hät­te der Rei­sen­de mal Zeit für einen Besuch beim Fri­seur gehabt. Aber er fand in der Alt­stadt nur ein Nagel­stu­dio. Das wäre viel­leicht auch mal ange­bracht, nach­dem der Rad­ler ges­tern fünf Löcher eines Schlau­ches ver­sie­gelt hat­te. Die Sta­cheln einer Pflan­ze hat­ten sich hin­ein­ge­bohrt. Öl ist noch immer auf der Haut zu sehen. Zwei Nägel bra­chen etwas ab, not­dürf­tig mit dem Taschen­mes­ser in Form gebracht. Aber es fand sich ein­fach kein Friseur.

Einkaufen ist nach 500 Kilometern Radeln mal wieder ein Erlebnis

Und was kauf­te der Rei­sen­de in der rie­si­gen Stadt? Größ­te Inves­ti­ti­on war bis­her in Por­to ein neu­er Hin­ter­rei­fen. Sta­cheln hält der aller­dings nicht stand. Heu­te folg­te eine … Han­dy­hül­le. Eine rote wähl­te die Ver­käu­fe­rin für ihn aus. Die­se hielt nur weni­ge Wochen, wie auch eine spä­te­re in einem indi­schen Laden an der Algar­ve. Fin­ger davon: Daher soll­te man sich bes­ser eine neue vor einer Rei­se im eige­nen Land kau­fen. Die meis­ten Läden mit Smart­pho­ne-Asses­soires ver­kau­fen nur Bil­lig­wa­re. Sie frag­te dann auch noch nach dem Smart­pho­ne-Modell. Völ­li­ge Über­for­de­rung beim Ver­kaufs­ge­spräch. Nach neun Wochen Unter­hal­tung auf Por­tu­gie­sisch folgt nun eine auf Spa­nisch. Dank ihrer freund­li­chen Anlei­tung fand der Rei­sen­de dann noch her­aus, wel­ches Modell er seit acht Jah­ren sein eigen nennt. Ver­bun­den mit einem Rabatt hät­te er noch Ohr­hö­rer dazu­kau­fen kön­nen. Er emp­fahl ihr aber statt­des­sen sei­ne eige­nen. Nach etwas Nach­den­ken fand sie es wit­zig, dass der Kun­de das Gespräch dre­hen wollte.

In der Menge treiben lassen

Dann ließ er sich wie­der drau­ßen mit der Men­ge trei­ben. Men­ge ist gut gesagt, ange­sichts der viel­leicht 100 Leu­te auf der Ein­kaufs­stra­ße. Aber ver­gli­chen mit den ein­zel­nen Pas­san­ten, die er in den Vor­wo­chen gese­hen hat­te, ist das viel. In Cafés und Bars saß er meis­tens nur mit drei oder vier Leu­ten zusam­men im Raum. In Covid-Zei­ten ist das aber auch nicht ganz verkehrt.

Zamo­ra ähnelt einem Stadt­teil Madrids. Vorm Hotel liegt die Sevil­la-Bar. Vor die­ser spie­len ein Gitar­rist und ein Sän­ger spa­ni­sche Klas­si­ker. Eine per­fek­te Ein­stim­mung auf die bevor­ste­hen­de Rad­rei­se Rich­tung Sevil­la auf dem Jakobs­weg. Vorm Hotel liegt auch eine Tapas­bar. Zum Zen­trum gehö­ren Muse­en und ein Thea­ter. Und es gibt eine schö­ne Burg, hoch über der beein­dru­cken­den Land­schaft. Von ihr wirft der Rei­sen­de einen weh­mü­ti­gen Blick zurück auf die zurück­lie­gen­den Wochen am Rio Dou­ro. Das ist pures Bike-Packing. Und nach 500 Kilo­me­tern Radeln war sogar das unge­lieb­te Ein­kau­fen in der ers­ten Stadt ein Erlebnis.

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Sexy: ärmste Städte Portugals

Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Por­tu­gals. Ein nach die­sen Kri­te­ri­en zusam­men­ge­stell­ter Urlaub in Por­tu­gal, wäre mal eine ori­gi­nel­le Rei­se: Du kennst sicher auch Ran­kings, in denen die Orte des Lan­des nach bestimm­ten Kri­te­ri­en ermit­telt wer­den. Vor Jah­ren stell­te der Rei­sen­de sein Zelt in einem Dorf in einem Dorf irgend­wo in Mit­tel­schwe­den auf. Dabei spa­zier­te an ihm ein Paar vor­bei. Beim Gespräch stell­te sich her­aus, dass ich in einem der lang­wei­ligs­ten Orte Schwe­dens ange­kom­men war. Eine Zeit­schrift hat­te eine Rang­lis­te mit den lang­wei­ligs­ten Orten des Lan­des auf­ge­stellt, der das Paar folg­te. Die Mücken aber fan­den uns gar nicht lang­wei­lig, son­dern stürz­ten sich gie­rig auf uns. Den Namen des Ortes hat der Rei­sen­de lei­der vergessen.

In Por­tu­gal haben jetzt Jour­na­lis­ten ermit­telt, wel­che Orte die gerings­te Kauf­kraft besit­zen. Her­aus­ge­kom­men ist dabei: arm, aber sexy. Denn arm zu sein, heißt nicht unbe­dingt gleich häss­lich. Ein Autor des sehr guten Maga­zins Vor­tex hat die Top Ten der Städ­te zusam­men­ge­stellt, die zugleich tou­ris­tisch attrak­tiv sind. 

Vor­tex ist für den Rei­sen­den das bes­te Por­tal, was Rei­sen mit Hin­ter­grund angeht. Geo Sai­son oder Norr kön­nen bei wei­tem nicht mit­hal­ten. Der Ver­fas­ser erläu­tert die Geschich­te der Städ­te und fin­det, dass die Orte tou­ris­tisch sehens­wert sind. Auf Platz 6 bis zehn lie­gen Pen­al­va do Cas­te­lo, Vin­hais, Resen­de, Ribei­ra de pena und Baião. Wer aber die Top 5 sind, erfährst Du hier.

Wür­de dies doch auch so bei uns mit den ärms­ten Städ­ten zutref­fen: Sexy: die zehn ärms­ten Städ­te Deutsch­lands oder der Schweiz. Was wäre das für eine Schlag­zei­le: Duis­burg, arm, aber sexy.

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Radwandern am Rio Douro

Por­tu­gals schö­ner Rio Dou­ro im Herbst. Tags­über ist es im Fluss­tal noch schön warm in der Son­ne. Abends wird es schon recht frisch beim Rad­wan­dern Rich­tung Por­to. Auf der Stre­cke ent­deck­te ich die­sen schö­nen mit Kacheln ver­zier­ten Brun­nen am Kon­vent von Alpen­du­ra­da e Matos. 

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Rauf aufs Rad und los!

Deut­sche wer­den nicht so alt wie Ita­lie­ner und Spa­ni­er. Das lie­ge am fal­schen Ver­hal­ten, sagen For­scher. Komisch: Ich sehe hier auch vie­le dicke Spa­ni­er und Por­tu­gie­sen auf mei­ner Tour durch Gali­zi­en und die hohen Ber­ge Portugals.

Also: ‘Rauf aufs Rad, wei­ter am Rio Dou­ro nach Por­to, nicht soviel Port­wein trin­ken dabei. Auch wenn es bei der zau­ber­haf­ten Stadt Lame­go schwer­fällt, wei­ter­zu­ra­deln. 145 Kilo­me­ter sind es nur noch bis Por­to, wo ich gut eine Woche blei­ben möchte.

Rau­chen, Über­ge­wicht, Alkohol

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Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie hat der Rei­sen­de auf sei­ner gesam­ten Rei­se Wein und Oli­ven in sol­chem Aus­maß gese­hen. Wahn­sinn! Hin­ter ihm lie­gen immer­hin schon gut 3000 Kilo­me­ter Rad­rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Es ist auch ange­sichts der Höhe über­wäl­ti­gend, am Rio Dou­ro zwi­schen Sal­to de Sau­cel­le und Por­to zu radeln. Es gibt Wein und Oli­ven, so weit das Auge reicht

Infor­ma­tio­nen über Anbau­me­tho­den lie­fer­te dem Rei­sen­den ges­tern ein schi­ckes Wein­mu­se­um in São João da Pes­quei­ra im Distrikt Viseu. Es lohnt sich nicht nur ein Besuch, weil es nach dem Rund­gang über drei Eta­gen ein fabel­haf­ten Rot­wein zur Abrun­dung gibt. Es gibt viel und gutes Mate­ri­al, war­um sich die “vinhas” hier gut für den Anbau der Reben eignen.

Mildes Klima im Douro-Tal

Dafür gibt am Fluss ent­lang mehr als genug Wein­gü­ter für die eine oder ande­re Kost­pro­be. Schließ­lich kommt der meis­te por­tu­gie­si­sche Rot­wein vom Dou­ro. Das meis­te geht in den Export nach Über­see und Eng­land. Der schwe­re Port­wein ist beson­ders beliebt. War­um sich die Gegend dafür beson­ders eig­net, ist gleich beim Über­gang von Spa­ni­en nach Por­tu­gal zu bemer­ken. Wer von Sau­cel­le kom­mend im Novem­ber die Gren­ze über­schrei­tet, spürt deut­lich die höhe­re Tem­pe­ra­tur. Der Wind lässt nach. Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en scheint das Kli­ma auch zu lie­gen. Es gibt hier offen­bar vie­le Schlan­gen, die aber lei­der Auto­fah­rer tot­fah­ren. Von Sal­to de Sau­cel­le ergibt sich übri­gens ein tol­ler Blick über ein gro­ßes Stau­werk und ins Tal.

Auch zum Paddeln geeignet

Vor andert­halb Jah­ren war der Rei­sen­de schon ein­mal hier. Er genoss eine gran­dio­se Fahrt von Cas­te­lo Rodri­go nach Bar­ca d’Alva, weil es über vie­le Kilo­me­ter nur berg­ab ging. In Bar­ca d’Alva, ein Hafen für Kreuz­fahrt­schif­fe, bestieg er ein Kajak. Er pad­del­te mit einem Ein­hei­mi­schen, der hier als Leh­rer arbei­tet, auf dem gro­ßen Fluss. Über ihm kreis­ten Greif­vö­gel wie der Rote Milan. Ein­zi­ger Kon­takt am Fluss war die besorg­te Anfra­ge eines Cam­pers aus den Nie­der­lan­den. Die­ser hielt neben ihm und frag­te, ob der Rei­sen­de genug zu essen und zu trin­ken dabei hät­te. So wenig Ver­kehr befin­det sich auf der Stre­cke. Der nächs­te Kon­takt wird wohl erst mit Ana und Antó­nio in der Edel-Pen­si­on Casa da Cis­ter­na in Cas­te­lo Rodri­go sein. Ana und ihre Köchin kochen her­vor­ra­gend. Das wohl bes­te Essen Por­tu­gals gibt es dort.

Vie­le besu­chen die Gegend nur mit der Bahn von Por­to aus. Sie schaf­fen es gera­de ein­mal, in der Klein­stadt Pin­hão ein Wein­gut zu besu­chen und zu spei­sen. Den Ort kann man sich spa­ren. Doch hier auf Rad­wan­de­rung zu gehen, lohnt sich, weil die Stre­cke ab Zamo­ra gut über die Natio­nal­stra­ßen zu bewäl­ti­gen ist. Es gibt nie eine wirk­lich stei­le Stre­cke. Es sei denn, man fährt an man­chen Punk­ten direkt in ein klei­nes Dorf am Fluss her­ab. Aber die meis­ten Dör­fer lie­gen recht ange­nehm am Fluss. So lohnt es sich kaum, wegen grob geschätzt fünf schwie­rig erreich­ba­rer Orte einen beschwer­li­chen Weg auf sich zu neh­men. So sehr unter­schei­den sie sich am Ende auch wie­der nicht. Es gibt zwar kei­nen offi­zi­el­len Dou­ro-Rad­weg, aber der Ver­kehr ist auch nur mäßig. Statt vie­ler Autos gibt es Wein und Oli­ven so weit das Auge reicht. 

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Lustradeln am Rio Douro

Lustra­deln am Rio Dou­ro — ein Traum. Den Fotos von die­ser Gegend zuvor geht eine schrof­fe Abfahrt von Vil­vest­re in der Pro­vinz Sala­man­ca über die Lan­des­gren­ze. Vor dem Abschied aus einer tol­len Zeit ergibt sich ein Blick von oben auf die Schlei­fen. So ken­nen es man­che auch von der Mosel bei Trier.

Die Brü­cke nahe Sal­to de Sau­cel­le trennt Wel­ten. Denn von Por­tu­gal an führt ein traum­haf­ter Weg bis nach Bar­ca d’Al­va. Trau­rig sind vie­le tot­ge­fah­re­ne Schlan­gen auf dem Asphalt. Rad­ler sehen fort­an Wein­gü­ter mit Zypres­sen, schrof­fe Gebirgs­hän­ge und Hai­ne mit Bäu­men, die voll mit Man­da­ri­nen sind. Nicht nur eine land­wirt­schaft­li­che Voll­ver­än­de­rung, son­dern auch in gewal­ti­ger Tem­pe­ra­tur­an­stieg ist deut­lich zu spü­ren. Hin­ge­gen kann es auf der spa­ni­schen Hoch­ebe­ne vor dem Abstieg zum Fluss schon kühl werden. 

Kajak- und Kreuzfahrt auf dem Rio Douro möglich

Es geht in leich­ten Kur­ven mit wenig Ver­kehr nach Bar­ca d’Al­va. Dort im Distrikt Guar­da ist der Bike­pa­cker vor zwei Jah­ren mal Kajak gefah­ren. Von Cas­te­lo Rodri­go führt eine tol­le Stre­cke fast nur abwärts an Fel­dern und Dör­fern vor­bei bis zur Anle­ge­stel­le. Er durf­te dabei den über ihm krei­sen­den Roten Milan beob­ach­ten und fiel aus­nahms­wei­se mal nicht ins Was­ser. Es stell­ten sich ihm aber auch kei­ne Strom­schnel­len in den Weg. Zu ihrer Über­win­dung braucht es etwas Erfahrung.

In Bar­ca d’Al­va lie­gen Kreuz­fahrt­schif­fe nach Por­to. Den Weg wür­de der Rei­sen­de auch ger­ne mal tes­ten. Doch hier trinkt der Rad­wan­de­rer erst mal Kaf­fee, und es bleibt beim Lustra­deln am Rio Dou­ro, bevor es wei­ter nach Cas­te­lo Rodri­go geht. Ana und Antó­nio, die er schon von der Tour durch die Ser­ra da Est­re­la kennt, war­ten auf ihn mit einem Zim­mer in einer schö­nen Pen­si­on. Kos­ten­frei in einem der his­to­ri­schen Dör­fer der Gegend. Das ist por­tu­gie­si­sche Gast­freund­schaft. Danach geht es vom Fluss weg zur Distrikt­haupt­stadt Guar­da, um eine Freun­din in der Bei­ra Alta zu besu­chen. Ent­lang der Stre­cke gibt es auch Sehens­wer­tes zu besichtigen.

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Wilde Katze im Naturpark

Wil­de Kat­ze im Natur­park: Die­se jun­ge Dame besuch­te den Rei­sen­den gleich nach sei­ner Ankunft in Vil­la­ri­no de los Aires, einer Klein­stadt in der Nähe des Rio Duero. Der Park Arri­bes del Duero bie­tet sich sehr schön zum Radeln an, sobald man die male­ri­sche Stadt Zamo­ra in Kas­ti­li­en ver­las­sen hat. Es ist ein­fach, da man nur dem Duero fol­gen zu braucht, der zeit­wei­se Spa­ni­en von Por­tu­gal trennt. 

Im Zim­mer war die Kat­ze etwas ner­vig. Aber sie war eben auch noch so jung, dass sie sein Herz erweich­te. Da ahn­te der Rei­sen­de noch nicht, dass sie sich zu einer wil­den Kat­ze im Natio­nal­park Par­que Arri­bes del Duero ent­wi­ckeln würde.

Der Rad­ler pack­te gera­de sei­ne Fahr­rad­ta­schen in sei­nem Zim­mer aus. Da kam sie schon ange­schli­chen und hüpf­te auf sein Bett. Alles, aber auch alles, woll­te sie unter­su­chen. So steck­te sie ihr Näs­chen in alle sei­ne Taschen. Wahr­schein­lich roch sie den Pro­vi­ant wie zum Bei­spiel die lecke­re Cho­ri­zo, eine spa­ni­sche Wurstspezialität.

Wilde Katze im Naturpark verdient sich Platz in diesem Blog

Die Kat­ze war erst drei Mona­te alt. Aber dafür war sie manch­mal ganz schön frech. Sie ver­barg sich unter einer Tisch­de­cke. Von dort aus schlug sie den Rad­ler, wäh­rend er auf der Dach­ter­ras­se in der Mor­gen­son­ne sei­ne Aben­teu­er am Rio Duero auf­zu­schrei­ben ver­such­te. Erst nach­dem er sie in ihrem Körb­chen ein­ge­sperrt hat­te, beru­hig­te sie sich. Aber sie war auch etwas erschro­cken über solch eine Maß­nah­me. Nach­dem der Rei­sen­de ihr bra­ves Ver­hal­ten abver­langt hat­te, ließ er sie wie­der frei. Und sie hielt sich an die Abma­chung. Daher hat die einst böse Kat­ze im Par­que Arri­bes del Duero nun auch einen Platz in die­sem Blog ver­dient. Sie ver­ewigt sich hier als bis­her in Form eines bis­her noch nie im Blog gebrach­ten Katzenbildes. 

Dem gesellt sich bald noch das Por­trät eines Hun­des im Natur­park Ser­ra da Est­re­la im Cen­tro de Por­tu­gal dazu. Denn es zieht den Rei­sen­den in den Distrikt Guar­da. Dort liegt die Haupt­stadt der Bei­ra Alta in der Nähe des Rio Dou­ro am Ran­de des gro­ßen Natur­parks. Und der höchs­te Berg Kontinental-Portugals.

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Gottesanbeterin am Rio Duero begegnet

Got­tes­an­be­te­rin am Rio Duero begeg­net: Unten im Tal liegt ein klei­ner Stau­see: Es ist nach­mit­tags gegen 16 Uhr. Zeit für eine kur­ze Rast. Ein gro­ßer Stein bie­tet dem Rad­rei­sen­den einen beque­men Sitz. Wäh­rend er einen Apfel ver­zehrt, kriecht neben ihm auf dem Stein ein gro­ßes Insekt her­auf. Lang­sam, Stück für Stück. Welch ein Glück für den Rei­sen­den: Er ist einer Got­tes­an­be­te­rin am Rio Duero begegnet.

Die ers­te Etap­pe der kom­plett neu­en Rei­se liegt hin­ter dem Rei­sen­den. Den vor­erst abge­schlos­se­nen Jakobs­weg nach Sant­ia­go wird er erst in Por­to wie­der­se­hen. Er freut sich jetzt ein wenig, mal nicht auf Sand und Stei­nen zu ackern. Er fuhr gut 60 Kilo­me­ter am Rio Duero ent­lang, soweit es irgend­wie mög­lich war. Von Zamo­ra aus fuhr er nach Miran­da do Dou­ro in Por­tu­gal. In Por­tu­gal heißt der Rio Duero Rio Dou­ro. Das Stück war ein­sam. Ab und zu begeg­ne­te er Autos. Er sah aber auch, dass der Duero längst kein Natur­fluss mehr ist. An Was­ser-Kraft­wer­ken ist zu sehen, dass mehr­fach Ener­gie aus ihm gewon­nen wird.

Gottesanbeterin am Rio Duero nicht gruselig

Die Got­tes­an­be­te­rin kriecht aus dem Schat­ten. Ihr ist wohl noch zu kalt, um zu flie­gen. Auf Ver­grö­ße­run­gen sieht sie nicht gera­de ange­nehm aus. Als Kind konn­te der Rei­sen­de das Tier nicht lan­ge anschau­en. Das Weib­chen frisst den Gat­ten oft nach der Befruch­tung auf. Aber mit dem blo­ßen Auge weist es nichts Gru­se­li­ges auf.

Es bleibt genug Zeit, die Kame­ra aus dem Ruck­sack zu zie­hen, das Insekt zu fil­men und zu foto­gra­fie­ren. Denn die Son­ne wärmt im Novem­ber nicht so heiß wie ab März. Doch die ursprüng­lich aus Afri­ka stam­men­de Heu­schre­cke regis­triert die nahe Lin­se. Und wie sich der Foto­graf hin- und her­be­wegt. Sie krab­belt lang­sam weg, um sich in Sicher­heit zu brin­gen. An einer Pflan­ze hängt sich das auch als Man­ti­de bezeich­ne­te Insekt so auf, als wäre es ein Zweig. Es tarnt sich so vor Vögeln und ande­ren Fein­den. Die Got­tes­an­be­te­rin ist einem Men­schen am Rio Duero begeg­net. Am Fluss gedeiht also mehr als die Wein­sor­te Ribe­ra del Duero. Nun ist der Bike­pa­cker neu­gie­rig, was es so alles im Par­que Arri­bes del Duero zu sehen gibt.

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Bikepacker tarnt sich perfekt

Ocker­far­be­nes Haus, das lei­der ver­fal­len ist

Bike­pa­cker tarnt sich per­fekt: Wer will den Rei­sen­den wei­ter beglei­ten auf sei­ner Tour? Es geht nach wie vor durchs Zen­trum Spa­ni­ens und Por­tu­gals. Auf der Couch Mit­rei­sen­de wer­den in den nächs­ten Tagen den zau­ber­haf­ten Rio Duero ken­nen­ler­nen. Vor allem ist die­ser durch Wein­an­bau in bei­den Lan­dern bekannt. Dort lebt auch so manch selt­sa­mes Getier, das ganz frü­her nicht zur Ibe­ri­schen Halb­in­sel gehör­te. Gut 50 Kilo­me­ter radelt der Rei­sen­de jetzt noch durch Kas­ti­li­en-León. Dann biegt er über Zamo­ra am Fluss ent­lang Rich­tung Por­to ab.

Der Cami­no de Sant­ia­go wird trotz Schot­ters ein­fa­cher. Meis­tens ist das Gelän­de flach. Schie­ben bleibt einem daher weit­ge­hend erspart. Hier und da mal eine stei­le kur­ze Stre­cke, die mit 23 Kilo Gepäck bei losem Unter­grund nicht leicht zu bewäl­ti­gen ist. 

Jeder hät­te also gute Chan­cen, hier zu über­le­ben und vor­an­zu­kom­men. 😊 Auch das Wet­ter ist Ende Oktober/Anfang Novem­ber ange­nehm kühl für Mit­tel­eu­ro­pä­er. Es lebt sich hier wie im Spät­som­mer. Über­mä­ßig viel trin­ken muss hier daher nie­mand. Kur­ze Klei­dung reicht völ­lig aus, wenn­gleich es hier und da erstaun­te Bli­cke der Ein­woh­ner gibt. Man­che tra­gen schon Win­ter­klei­dung. Oder liegt das Erstau­nen am Farbton?

Ocker tarnt Bikepacker

Denn Rei­se­rad und Gesicht des Bike­pa­ckers ver­fär­ben sich nach und nach ocker­far­ben. Das liegt am Staub auf der Pis­te: Adap­t­ati­on. Daher sehen selbst man­che Häu­ser ent­lang der Stre­cke so aus. Sie wur­den vor gut 100 Jah­ren aus Lehm erbaut. In der Mischung ent­hal­ten sind Stein­chen. Der unte­re Rand ist noch gemau­ert. Holz­bal­ken tra­gen heu­te noch die Last. Ver­nünf­tig restau­riert könn­ten sie sogar eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on sein ent­lang der “Via de la Pla­ta”, ein von Sevil­la nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la füh­ren­der Jakobs­weg. Ras­ten oder Über­nach­ten in his­to­ri­schen Häu­sern! Aber die Spa­ni­er las­sen sie offen­bar nach und nach ver­fal­len. Dabei tra­gen sie gut zur Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Regi­on bei.

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