Schlagwort-Archive: Guarda

Picknick an den besten Badeplätzen

Im Korb liegen das Brot von Sabugeiro und der Käse der Serra da Estrela

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere es, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Und dort soll es auch guten Käse, Schinken und Liköre geben, den man nach dem Besuch des Badeplatzes an der Ribeira de Fervença aufsuchen kann. Die Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir bereits viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Wasserfall Loriga in der Serra da Estrela

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon mindestens 25.000 menschliches Leben ab. Ich habe dort die berühmten Felsritzungen besichtigt, die Steinzeitmenschen über Kilometer hinterlassen haben, vermutlich als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen. Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt sogar bei aller Wildheit des Flusses den Flusstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Flussstränden Portugals. Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Quinta da Taberna bei Guarda

Die Redaktion empfiehlt ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Erfrischende Flussstrände in der Hitze des Hochsommers

Saubere und kristallklare Badeplätze in den hohen Bergen Portugals

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt sehr viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Der längste Fluss der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.



Rio Zêzere bei Vide in der Serra da Estrela

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flussstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Der Fluss Unhais

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du morgen. Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Neues Leben in den hohen Bergen Portugals

Es kann schon ernüchternd sein, wenn man ins Land seiner Eltern zurückkehrt und dort gar nicht so willkommen ist, wie man es erwartet hat. Diese Erfahrung macht derzeit ein junger Weinbauer, der in Paris aufgewachsen, kürzlich aber in das kleine Dorf seiner Eltern in den hohen Bergen Portugals gezogen ist.

Oder sich die Landschaft so stark verändert hat, dass man sich an ein anderes Leben gewöhnen muss. In der im Frühjahr idyllischen Serra da Estrela treffe ich immer wieder auf Menschen, die Jahrzehnte in Frankreich gearbeitet haben. Sie waren ausgewandert, weil die Textilindustrie zusammengebrochen war. Wer durch die Gegend um die Distrikthauptstadt Guarda findet hier und dort aufgelasssene Textilfabriken. Dabei ist die Wolle dieser Gegend Spitzenklasse.

Als ich beim Radeln eine Pause auf der Terrasse eines Cafés im Dorf Trinta einlege, komme ich mit Rentnern ins Gespräch. Sie sind aus Paris zurückgekehrt. Der ältere Herr träumt davon, wieder wie früher auf die Jagd zu gehen. “Doch es gibt nur noch Kaninchen”, klagt er. Es lohnt sich also nicht mehr. Aber vielleicht findet er jetzt seine Lebensaufgabe darin, das Revier zu hegen und zu pflegen. Denn das ist Hauptaufgabe eines Jägers.

Außer Trinta habe ich auf meiner Radreise durch die Serra da Estrela viele andere spannende Orte besucht. Ich stelle diese in meinem bald erscheinenden Kulturreiseführer vor.

Der Deutschlandfunk hat den jungen Winzer besucht und einen interessanten Beitrag verfasst:

Rückkehr in die hohen Berge

Wein und Oliven so weit das Auge reicht

Noch nie habe ich auf meiner gesamten Reise von gut 3000 Kilometern durch Nordportugal und Galizien Wein und Oliven in solchem Ausmaß gesehen. Es ist auch angesichts der Höhe überwältigend am Rio Douro zwischen Castelo Rodrigo und Porto zu radeln. Informationen über Anbaumethoden lieferte mir gestern das schicke Weinmuseum in São João da Pesqueira im Distrikt Viseu. Viele besuchen die Gegend nur mit der Bahn von Porto aus und schaffen es gerade einmal, in Pinhão ein Weingut zu besuchen und zu speisen. Doch hier auf Radwanderung zu gehen, lohnt sich, weil die Strecke bis Zamora gut über die Nationalstraßen zu bewältigen ist.

Lustradeln am Rio Douro im Distrikt Guarda

Lustradeln am Rio Douro – ein Traum. Zuerst eine schroffe Abfahrt von Vilvestre in der Provinz Salamanca und einem Blick von oben auf die Schleifen, wie ihn manche von der Mosel kennen.

Die Brücke in Salto de Saucelle trennt Welten. Denn in Portugal führt ein Traumweg bis nach Barca d’Alva, vorbei an Weingütern mit Zypressen, schroffen Gebirgshängen und Mandarinenhainen.

Ein gewaltiger Temperatursprung ist deutlich zu spüren, während es auf der spanischen Hochebene schon kühl werden kann.

Barca d’Alva im Distrikt Guarda bin ich vor zwei Jahren Kajak gefahren, durfte den Roten Milan beobachten. Hier starten auch Kreuzfahrtschiffe nach Porto, was ich auch gerne mal testen würde.