Schönste Frauen Portugals leben in Minho

Schöns­te Frau­en Por­tu­gals leben in Min­ho: Von der Schön­heit der Frau­en im Nor­den Por­tu­gals hat der Rei­sen­de schon in Fried­rich Sieburgs Werk über den “Neu­en Staat” gele­sen. Der viel­ge­reis­te Jour­na­list emp­fand beson­ders die mul­he­res und rapari­gas in der Regi­on Min­ho als schön. Mul­her heißt Frau. Mäd­chen heißt rapari­ga. Es sind lus­ti­ge Wör­ter, die nach Rap­peln und Ras­seln klin­gen. Dass sich die Spra­che aus dem Latei­ni­schen ent­wi­ckelt hat, ist zwei­fel­los an die­sem Voka­bu­lar zu erken­nen. Trach­ten­bil­der aus dem Nor­den Por­tu­gals fin­dest Du hier. Und es “erklingt” nach dem Klick zum Bei­trag des aus­ge­zeich­ne­ten Online-Maga­zins Vor­tex auch eine Ode auf die Frauen.

Am Fluss Min­ho fuhr der Rei­sen­de in der Umge­bung der ein­ma­li­gen Fes­tungs­stadt Valen­ça ent­lang. Er radel­te dabei auf dem Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la in Rich­tung Gali­zi­en. Sein Ziel war es, eine Rund­rei­se in Nord­por­tu­gal zu absol­vie­ren. Er war mit Schlaf­sack und Zelt unter­wegs. Ein Feri­en­haus in Nord­por­tu­gal wie zum Bei­spiel in Via­na do Cas­te­lo oder Bar­ce­los zu mie­ten, lag ihm nicht im Sinn.

Schö­ne Frau­en aus die­ser Gegend nahm er in Min­ho nur an der Rezep­ti­on eines Hotels in Pon­te de Lima wahr: Ana. Die Stre­cke war für der­ar­ti­ge Nach­for­schun­gen zu kurz mit geschätz­ten 30 Kilo­me­tern. Die meis­ten Men­schen leben schließ­lich auch in Lis­sa­bon und Por­to. Er wuss­te bis dahin nur, dass man­che Por­tu­gie­sen die­se Regi­on als die schöns­te ihres Lan­des betrachten.

Kleider machen Leute

Der Satz “Klei­der machen Leu­te” trifft ange­sichts der schö­nen Fotos des Maga­zins Vor­tex auf jeden Fall zu. Die Frau­en des Nor­dens tra­gen lei­der fast nur noch an Fest­ta­gen bun­te Trach­ten. Auf Höhe ihrer Tail­len hal­ten sie ein run­des Tablett. Dar­auf befin­den sich Spe­zia­li­tä­ten der Regi­on. Viel­leicht ist es Fisch aus dem Fluss Min­ho oder — eben­so typisch — das süße Pud­ding­ge­bäck “pas­tel de nata”. Lei­der ist es auf den Fotos des Maga­zins nicht erkennen.

In Tracht lau­fen die Frau­en hier auch nicht jeden Tag her­um. So könn­te man es mal in natu­ra betrach­ten. Aus Sicht eines Man­nes müss­ten sie natür­lich täg­lich Tracht tra­gen. Denn es sieht ohne jeden Zwei­fel sehr hübsch aus. Denn dann wird es zwei­fel­los nicht mehr zu über­se­hen sein: Die schöns­ten Frau­en Por­tu­gals leben in Minho.

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Unterwegs am Meer und im Hinterland Portugals

Ein­sa­me Leucht­tür­me, end­lo­se Strän­de, auf Fels­wän­den her­um­klet­tern­de Muschel­samm­ler, deko­ra­ti­ve Mee­res­buch­ten — die West­küs­te der Ibe­ri­schen Halb­in­sel zählt zu den schöns­ten Por­tu­gals und Spa­ni­ens. Avei­ro selbst, das die Zei­tung “La Voz de Gali­cia” vor­stellt, ken­ne ich noch nicht. Aber wenn man sich die Fotos anschaut, scheint es eine hüb­sche Stadt zu sein, in der die Boo­te sehr an Vene­dig erinnern.

Von Nord­por­tu­gal ken­ne ich das Hin­ter­land an der Küs­te, bin ich doch dort auf dem Jakobs­weg gera­delt. Vom Meer bekommt man dort bis auf gele­gent­lich stär­ke­ren Wind wenig mit. Das Pro­fil ist erst mal von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te de Lima bis zur alten Fes­tungs­stadt Valen­ça an der Gren­ze zu Spa­ni­en flach bis hügelig.

Da dort Pil­ger unter­wegs sind, fin­den Allein­rei­sen­de immer wie­der net­te Gesell­schaft. Jeder kann sich frei ent­schei­den, ob er oder sie die Ruhe dort für sich allei­ne genie­ßen oder sich einer Wan­der­grup­pe anschlie­ßen will. Da mit dem Rad unter­wegs, ist man viel leich­ter in der Lage, sich die Sehens­wür­dig­kei­ten in der Umge­bung anzu­se­hen und trifft die net­ten Wan­de­rer von heu­te mit­tag in der Dorf­bar oder bei einem der vie­len Fes­te in den Klein­städ­ten wie­der, um sich dann gegen­sei­tig von den Ereig­nis­sen des Tages zu berich­ten. Wie etwa von den hübsch bemal­ten Hüh­nern aus Holz in Bar­ce­los, der Hahn ist Wahr­zei­chen Por­tu­gals, oder dem der Kunst gewid­me­ten und dadurch beein­dru­cken­den Ort Cer­vei­ra. Über die sozia­len Medi­en kann man sich ohne­hin schnell mit­ein­an­der anfreun­den und ist so gut unter­rich­tet, wo sich eine net­te Gefähr­tin gera­de herumtreibt.

Also braucht sich hier kein Indi­vi­du­al­rei­sen­der vor Ein­sam­keit zu fürch­ten und muss sich erst recht nicht wie bei teu­er bezahl­ten Grup­pen­rei­sen wie ein Esel an der Lei­ne her­um­füh­ren lassen.

Aktiv in Aveiro

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Graf von Schaumburg-Lippe rettet Portugal

In der Fes­tungs­stadt Almei­da hängt ein zunächst unschein­ba­res Bild. Es zeigt stol­ze Sol­da­ten auf dem Hof der im Cen­tro de Por­tu­gal lie­gen­den Fes­tung in für Por­tu­gal unty­pi­schen Uni­for­men. Auch ein Tromm­ler ist dabei. Sobald der Rei­sen­de dies sieht, fragt er sich: Wie kommt Por­tu­gal an die far­ben­präch­ti­gen Uni­for­men? Als er den Bild­ti­tel stu­diert, fällt ihm der unge­wöhn­li­che Name eines Gra­fen auf: Con­de de Lip­pe. Wie kann jemand hier so hei­ßen? Lip­pe heißt wohl nur weni­ge im Süd­wes­ten Euro­pas. An die Schlag­zei­le “Graf von Schaum­burg-Lip­pe ret­tet Por­tu­gal” dach­te er dabei nicht im Traume.

Die Recher­che beginnt: Er fin­det her­aus, dass mit Con­de de Lip­pe ein deut­scher Graf gemeint ist: Fried­rich Wil­helm von Schaum­burg-Lip­pe (1724–1777). Des­sen Schloss liegt in Bücke­burg nahe der Weser. Wer will, kann sich dort heu­te die Hof­rei­te­rei anschau­en, für die der Graf gefürch­tet war. Das in einem so klei­nen Fürs­ten­tum wie Bücke­burg. Der Mann war mili­tä­risch wie phi­lo­so­phisch sehr gut geschult: ein Schü­ler Scharn­horsts. Auf­ge­wach­sen ist er in Eng­land, da sei­ne Mut­ter vor ihrem Ehe­mann nach Lon­don geflo­hen war. Dort genoss er eine mili­tä­ri­sche Ausbildung.

Als Por­tu­gal von Kas­ti­li­ern und Fran­zo­sen bedroht war, rief es 1762 Eng­land zur Hil­fe. Der Graf schiff­te sich ein. Mit Rei­te­rei, wali­si­schen Bogen­schüt­zen und unter­stützt von ein­hei­mi­scher Bevöl­ke­rung gelang es ihm, Kas­ti­lier und Fran­zo­sen zurück­zu­trei­ben. Als Erfolg darf er auch ver­bu­chen, dass die Ver­lus­te auf bei­den Sei­ten nicht hoch ausfielen.

Modernisierung der Armee

Da Armee wie Bur­gen deso­lat waren, sorg­te er nach dem Krieg dafür, Waf­fen und neue Uni­for­men zu besor­gen. Er blieb noch eini­ge Mona­te im Lan­de, inspi­zier­te Bur­gen, befand sie als untaug­lich. Dar­un­ter befan­den sich unter ande­ren Almei­da an der heu­ti­gen Gren­ze zu Kas­ti­li­en-León und Valen­ça an der Gren­ze zu Gali­zi­en. Er ließ sie neu befes­ti­gen. Zudem ließ er das Fort Nos­sa Sen­ho­ra da Gra­ça im Sti­le der Bau­meis­ters Vauban bei Elvas anle­gen. Ihm zu Ehren nann­te es der por­tu­gie­si­sche König „Fort Lip­pe“. Vor­bild dafür war sei­ne im Bau­stil Vaub­ans ange­leg­te Fes­tung Wil­helm­stein im Stein­hu­der Meer.

Jedes por­tu­gie­si­sche Kind kennt heu­te Con­de de Lip­pe. Es lernt: Graf von Schaum­burg-Lip­pe ret­tet Por­tu­gal. Somit ret­te­te ein Deut­scher die por­tu­gie­si­sche Unab­hän­gig­keit vor den macht­gie­ri­gen Fran­zo­sen. In die­sem You­Tube ‑Video über die Ret­tung Por­tu­gals kannst Du Dir die dama­li­gen Ereig­nis­se vor Augen führen.

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Von Almeida bis zum Steinhuder Meer

Stern­för­mig ange­legt, sogar Napo­le­on biss sich an der Vauban-Fes­tung die Zäh­ne aus: Gera­de erfüllt der Rei­sen­de sich einen lang geheg­ten Wunsch. Er besucht auf einem Boot eine Insel im schö­nen Stein­hu­der Meer. Auf ihr errich­te­te Graf Wil­helm von Schaum­burg-Lip­pe die Fes­tung Wil­helm­stein. Er war ein mili­tä­risch wie phi­lo­so­phisch gebil­de­ter Mann, refor­mier­te um 1760 die por­tu­gie­si­sche Armee. Sei­ne Spur führt so von Almei­da bis zum Stein­hu­der Meer.

Von ihm aufs neue befes­tig­te Fes­tun­gen in Valen­ça im Nor­den von Por­to, Almei­da am Ran­de der Ser­ra da Est­re­la sowie Évora ent­lang der Gren­ze schütz­ten die Por­tu­gie­sen vor Ein­fäl­len der Kas­ti­lier zur Zeit des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges. Spä­ter muss­ten Napo­le­ons Trup­pen auf ihren mords­mör­de­ri­schen Erobe­rungs­zü­gen reich­lich Ener­gie auf­wen­den, um die Por­tu­gie­sen in die Knie zu zwin­gen. Dafür sorg­te aus­ge­rech­net ihr berühm­ter Fes­tungs­bau­meis­ter Sebas­tien de Vauban. Denn stern­för­mi­ge Fes­tun­gen lie­ßen sich gut verteidigen.

Trotz viel Wut im Bauch wur­de den Fran­zo­sen beim Wie­ner Kon­gress kein unge­rech­ter Frie­dens­ver­trag auf­er­legt, son­dern die Fürs­ten sorg­ten für eine Poli­tik des Gleich­ge­wichts der Mächte.

Davon berich­te­te der Rei­sen­de bereits, als er von August bis Dezem­ber 2017 durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en radel­te. Zum Dank schenk­te Dom João, dama­li­ger König, Graf Wil­helm gol­de­ne Kano­nen. Bei den Por­tu­gie­sen ist der “Con­de de Lip­pe” bekann­ter als in Deutsch­land, ist er doch dort Stoff im Geschichtsunterrichts.

Der Eis­zeit­see ist emp­feh­lens­wert, weil es von allen Sei­ten zu betre­ten ist. Vie­le Men­schen aus dem Raum Han­no­ver ver­brin­gen ihren Urlaub am Stein­hu­der Meer. Es gibt dort einen gro­ßen Cam­ping­platz, wo auch das Zelt des Rei­sen­den steht. Oft befin­den sich, wenn jemand den Urlaub an deut­schen Seen ver­brin­gen will, vie­le Gewäs­ser in Deutsch­land an den schöns­ten Stel­len in Pri­vat­be­sitz. Hier aber gibt es eine Bade­in­sel. Ste­ge füh­ren ans Was­ser. Und einen schö­nen Beach­vol­ley­ball­platz ent­deck­te der Rei­sen­de auch. In den umlie­gen­den Orten fand er Feri­en­woh­nun­gen und Hotels. Und sogar Vögel las­sen sich im Moor von Tür­men aus beob­ach­ten. Der Kreis von Almei­da zum Stein­hu­der Meer hat sich jetzt für den Rei­sen­den end­lich geschlossen.

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Am Rio Minho ist es fast so wie in Skandinavien

Am Rio Min­ho ist es fast so wie in Skan­di­na­vi­en: Der Rio Min­ho bil­det eine natür­li­che Gren­ze zwi­schen Por­tu­gal und Spa­ni­en. Eine inter­na­tio­na­le Brü­cke ver­bin­det bei­de Län­der. Por­tu­gal hat der Rei­sen­de ges­tern etwas weh­mü­tig auf dem Cami­no de Sant­ia­go von Por­to nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la ver­las­sen. Denn die Ein­hei­mi­schen behan­del­ten ihn fast immer freund­lich. Erst betraf dies den Fahr­rad­händ­ler in Por­to, dann auf­mun­ternd lächeln­de Spa­zier­gän­ger an hef­ti­gen Stei­gun­gen bis hin zum besorg­ten Umdre­hen. Es war oft auch fried­lich auf den Stra­ßen. Die Leu­te hupen wenig.

Inso­fern kann er nicht nach­voll­zie­hen, war­um der dpa-Autor im SPIEGEL über den Camin­ho por­tu­gues all dies über­haupt nicht ein­be­zieht. Teil­wei­se benennt er sogar Din­ge falsch. In den sie­ben Jah­ren seit Erschei­nen des Arti­kels kann sich nicht viel ver­än­dert haben. Denn trotz der Schön­heit man­cher Etap­pen gibt es auch Schat­ten­sei­ten. Das Ver­kehrs­auf­kom­men ist zum Teil hoch. Die Pil­ger lau­fen oft an der Stra­ße ent­lang — auf Asphalt. Dies ist anstren­gend für die Gelen­ke. Von der Nähe der Auto­bahn und dem Marsch durch ein rie­si­ges Indus­trie­ge­biet zwi­schen O Por­ri­ño und Tui spricht er gar nicht. Und man­che Stei­gun­gen sind enorm.

Falsche Erwartungen durch SPIEGEL und dpa

Der dpa-Autor lobt den Camin­ho por­tu­gues aber über­schwäng­lich. So ist zu befürch­ten, dass er ein Pres­se­dos­sier gekürzt wider­gibt. Das nennt man „kalt schrei­ben“. Dies aber bringt die Gefahr mit sich, fal­sche Erwar­tun­gen zu erwe­cken. Wir brau­chen Repor­ter vor Ort! Der Weg hin­ter Tui wird wie­der schön, vor allem ab dem Rio Miño in Spa­ni­en. Denn hier lau­fen die Pil­ger auf eine an Nor­we­gen erin­nern­de Fjor­d­land­schaft zu. Dies liegt am vie­len Was­ser und an Mee­res­buch­ten, die hier “rias” hei­ßen. Eis­kal­tes Was­ser fließt ins Meer, was die Muschel­zucht fördert.

In den Buch­ten sind von höhe­ren Stand­punk­ten aus Frach­ter zu sehen, die ankern oder in den Nor­den und Süden zie­hen. Dies erin­nert an den Blick von Diger­mu­len auf dem Lofot. In der Tie­fe des Fjor­des sieht ein gewal­ti­ges Kreuz­fahrt­schiff wie ein Spiel­zeug aus. Mor­gen geht es auf der Rei­se durch Gali­ci­en wei­ter nach Pon­te­ve­dra. Am Rio Min­ho ist es fast so wie in Skan­di­na­vi­en — mal schau­en, ob es dort auch zutrifft. Oder sind dort ande­re span­nen­de Ein­drü­cke auf der Rad­rei­se zu erwarten?

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Valença — Festungsstadt am Jakobsweg

Valen­ça – Fes­tungs­stadt am Jakobs­weg: Auch hier bestä­tigt sich die Regel: Beim zwei­ten Besuch sieht vie­les anders aus. Es lohnt sich, nach einem Tag Abstand wie­der­zu­kom­men, um vor­he­ri­ge Ein­drü­cke über Gesprä­che mit Men­schen zu ver­tie­fen. Foto­gra­fie­ren ist dann auch inter­es­san­ter, weil man Ein­zel­hei­ten bes­ser wahrnimmt.

So zieht die Fes­tungs­stadt am Rio Min­ho in Por­tu­gal spa­ni­sche Tou­ris­ten magne­tisch an. Sie klap­pern Ange­bo­te zwi­schen 5 und 30 Euro ab. Deut­sche, wie die hüb­sche Blon­di­ne vom Flug­ha­fen in Por­to, ver­ir­ren sich sel­ten her. Es sind vor allem Spa­ni­er. Denn die Gren­ze nach Gali­ci­en liegt nahe. Auch Pil­ger vom Camin­ho Por­tu­guês kom­men hier an. Sie haben es von Por­to oder Lis­sa­bon her­auf­ge­schafft. Die ers­te Hälf­te des Wan­der­wegs nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la liegt jetzt hin­ter ihnen. Ein Hit für Kin­der sind Maschi­nen­pis­to­len; der Kon­sum­krieg zwi­schen teils schön geka­chel­ten Häu­sern möge beginnen.

Versteckte Dinge sind besser zu finden

Den meis­ten ergeht es so wie dem Rei­sen­den am ers­ten Tag: Sie erkun­den die gewal­ti­gen Fes­tungs­mau­ern, die einst dem Schutz des por­tu­gie­si­schen König­rei­ches vor Kas­ti­li­ern dien­ten. Sie sind im Sti­le des berühm­ten fran­zö­si­schen Bau­meis­ters Vauban errich­tet. Spei­se­kar­ten stu­die­ren die Ankömm­lin­ge. Sie, kämp­fen mit manch­mal skru­pel­lo­sen Auto­fah­rern in den engen Gas­sen. Danach suchen sie Kir­chen und Kapel­len auf, um sich dort wie­der zu beru­hi­gen. Beim zwei­ten Besuch nimmt man auch bes­ser ver­steck­te Din­ge wahr. Wie in Cer­vei­ra hat Boden­see-Künst­ler Robert Scha­de auch hier sei­ne Skulp­tu­ren auf­ge­stellt. Er ist der Picas­so Portugals.

Jetzt hört der Rei­sen­de gar ein­zel­ne Gesprä­che in den Gas­sen her­aus. Kein Stim­men­ge­wirr mehr! In einem beklagt sich eine Arbeits­kraft bei Mode­la­den­be­sit­ze­rin. Der Mann fühlt sich offen­bar aus­ge­beu­tet, spricht mit ihr über den zu gerin­gen Lohn. Aggres­si­on liegt in der Luft. Aber der Rei­sen­de weiß, dass sich das Gesche­hen auf den Stra­ßen ab 19 Uhr erheb­lich beru­higt. Eine schö­ne Aus­sicht in Valen­ça – Fes­tungs­stadt am Jakobs­weg! Mor­gen geht es über die Gren­ze nach Gali­ci­en.

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Jakobsweg: Respekt auf der Straße geht alle an

Spa­ni­en ent­wi­ckelt sich rasant zu einem Rad­sport­land. Heu­te fährt der Rei­sen­de über die Gren­ze von Min­ho nach Gali­zi­en — von Valen­ça nach Tui. Er befin­det sich nach wie vor auf dem Jakobs­weg von Por­to nach Sant­ia­go. Beim Auf­pum­pen der Rei­fen und Rei­ni­gen des Schalt­werks fin­det er auf Augen­hö­he einen guten Text. An einer Tank­stel­le erklärt er sowohl Rad- als auch Auto­fah­rern Ver­kehrs­re­geln: El res­pe­to en la car­re­te­ra es cosa de todos. Respekt auf der Stra­ße geht alle an. Dies gilt nicht nur auf dem Jakobsweg.

Respekt auf der Straße geht alle an

Ach­te auf 1,5 Meter Abstand beim Vor­bei­fah­ren und fah­re defensiv.

Betrach­te eine Grup­pe von Rad­fah­rern als eine ein­zi­ge mobi­le Einheit.

Über­ho­le kein ande­res Fahr­zeug, wenn Dir Rad­fah­rer entgegenkommen.

Benut­ze ein reflek­tie­ren­des Vor­der­licht und tra­ge nachts eine reflek­tie­ren­de Weste.

Respek­tie­re die Ver­kehrs­re­geln genau­so wie alle ande­ren Verkehrsteilnehmer.

Wenn Du neben­ein­an­der fah­ren willst, dann fahrt höchs­tens zu zweit.

Soll­te man das nicht auch an Park­plät­zen, Tank­stel­len und öffent­li­chen Gebäu­den in Deutsch­land auf­hän­gen? Das sind an sich Ver­kehrs­re­geln, die jeder schon im Kin­der­gar­ten lernt. Doch ange­sichts vie­ler schwe­rer Ver­kehrs­un­fäl­le durch fal­sches Über­ho­len, Han­dy am Ohr, Alko­hol und Dro­gen und zu enges Vor­bei­fah­ren ist es wohl nötig. 

Neue Buß­gel­der der STVO 2021 schei­nen auch nichts abzu­mil­dern. Seit Beginn der Woche las der Rei­sen­de von meh­re­ren schwe­ren Unfäl­len: Über­se­hen eines Fahr­zeugs beim Abbie­gen auf eine schma­le Stra­ße. Smart­pho­ne am Ohr und Alko­hol im Blut. Alle Betei­lig­ten lie­gen jetzt mit schwe­ren Ver­let­zun­gen im Krankenhaus. 

Respekt auf der Stra­ße geht eben alle etwas an. Nicht nur auf dem Jakobs­weg. Hin­ter­grund des­sen ist, dass sich im Früh­jahr schwe­re Unfäl­le zwi­schen Auto­fah­rern und Rad­lern in Anda­lu­si­en ereig­ne­ten. Dies erklär­ten hier Ein­hei­mi­sche vor Ort. Es ist auch deut­lich zu spü­ren, dass die Leu­te sehr vor­sich­tig fah­ren. Eini­ge hun­dert Kilo­me­ter wei­ter vor A Coru­ña fin­det sich sogar ein wesent­lich grö­ße­res Ver­kehrs­schild mit den Wor­ten: Ach­tung! Elf Kilo­me­ter mit Rad­fah­rern. Von wegen heiß­blü­ti­ge Südländer!

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Ponte Internacional Valença-Tui am Minho

So ganz abge­wi­chen wie gedacht, ist der Rei­sen­de vor­ges­tern doch nicht. Er geriet auf die Küs­ten­stre­cke des Camin­ho de Sant­ia­go. Heu­te hat er Cer­vei­ro ver­las­sen und folgt einem wun­der­ba­ren Fluss­rad­weg nach Valen­ça. Dort liegt die Gren­ze. Der Rio Min­ho und die Brü­cke Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui ver­bin­den bei­de Grenzen.

Als die Brü­cke dort — Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui — errich­tet wer­den soll­te, bewarb sich auch der berühm­te Archi­tekt Gust­ave Eif­fel 1881 mit einem Plan um die Aus­füh­rung. Die por­tu­gie­sisch-spa­ni­sche Kom­mis­si­on ent­schied sich für den Ent­wurf des Archi­tek­ten Pelayo Mance­bo y Ágre­da. Auf der ande­ren Sei­te liegt Tui. Der Rad­weg bis dort­hin ist flach und schat­tig. Er bie­tet einen tol­len Blick auf die Ber­ge. Die Län­ge beträgt etwa 18 Kilo­me­ter. Auch vie­le Möwen sor­gen hier mit ihren Rufen für Leben.

Besichtigung Valenças

Eine Besich­ti­gung Valen­ças lohnt sich, das der Rei­sen­de bis dahin noch nicht kann­te. Nur dem Namen nach: Als er den Flug­ha­fen in Por­to ver­ließ, unter­hielt er sich mit einer hüb­schen blon­den deut­schen Tou­ris­tin, um zu erfah­ren, wo es die­se wohl hin­zog. Zu sei­nem Erstau­nen woll­te sie nicht Por­to besich­ti­gen, son­dern mit dem Bus direkt nach Valen­ça fahren.

Und jetzt nach eini­gen Tagen auf dem Jakobs­weg mit dem Rad ist er selbst hier. Doch die Tou­ris­tin ist längst über alle Ber­ge. Er nimmt sich ein Zim­mer in einem Hotel in der Neu­stadt, direkt vor der impo­san­ten von einer Mau­er kom­plett umge­be­nen Fes­tungs­stadt. An der Rezep­ti­on wer­den sie ihn heu­te und mor­gen immer per­sön­lich mit “Bom dia, sen­hor Ben­ning” oder “Boa tar­de, sen­hor Ben­ning” grü­ßen. Die haben es drauf.

Valen­ça ist wesent­lich grö­ßer als Almei­da im Cen­tro de Por­tu­gal, obwohl sie nicht ein­mal 3500 Ein­woh­ner auf­weist. In Almei­da leben nicht ein­mal 1500. So dünn besie­delt ist es außer­halb der gro­ßen Städ­te. Wahr­schein­lich hängt der Ein­druck an der gro­ßen Zahl der Tou­ris­ten, von denen vie­le aus Spa­ni­en kom­men. Auf sie war­ten vie­le Restau­rants und Sou­ve­nir­lä­den in den Gas­sen. In denen bebt das Leben. Wer die Pon­te Inter­na­cio­nal Valen­ça-Tui am Min­ho über­schrei­tet, gelangt ins wesent­lich ruhi­ge­re Tui.

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