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Die schönsten Frauen Portugals kommen aus dem Norden

Von der Schönheit der Frauen im Norden Portugals habe ich schon in Friedrich Sieburgs Werk über den “Neuen Staat” gelesen. Der vielgereiste Journalist empfand besonders die mulheres und raparigas, Junge heißt rapaz – lustige Wörter, die für mich nach Rappeln klingen – in der Region Minho als schön.

Am Fluss Minho fuhr ich in der Umgebung der einmaligen Festungsstadt Valença entlang, als ich auf dem Jakobsweg Richtung Galizien radelte. Aber von der Schönheit der Frauen nahm ich nichts wahr. Das Stück war wohl auch zu kurz mit geschätzten 30 Kilometern. Ich wusste nur, dass manche Portugiesen diese Region als die schönste ihres Landes betrachten.

Der Satz “Kleider machen Leute” trifft angesichts der schönen Fotos des Magazins Vortex auf jeden Fall zu. Die Frauen des Nordens tragen leider nur noch an Festtagen bunte Trachten, auf Höhe der Taille ein rundes Tablett mit Spezialitäten der Region. Vielleicht ist es Fisch aus dem Fluss oder – ebenfalls typisch – ein süßes Puddinggebäck. Leider kann ich es nicht erkennen.

Trachtenbilder aus dem Norden Portugals findet ihr hier und auch eine Ode auf die Frauen.

Ode auf die Schönheit der Frauen des Nordens

Unterwegs am Meer und im Hinterland Portugals

Einsame Leuchttürme, endlose Strände, auf Felswänden herumkletternde Muschelsammler, dekorative Meeresbuchten – die Westküste der Iberischen Halbinsel zählt zu den schönsten Portugals und Spaniens. Aveiro selbst, das die Zeitung “La Voz de Galicia” vorstellt, kenne ich noch nicht. Aber wenn man sich die Fotos anschaut, scheint es eine hübsche Stadt zu sein, in der die Boote sehr an Venedig erinnern.

Von Nordportugal kenne ich das Hinterland an der Küste, bin ich doch dort auf dem Jakobsweg geradelt. Vom Meer bekommt man dort bis auf gelegentlich stärkeren Wind wenig mit. Das Profil ist erst mal von Porto über Barcelos und Ponte de Lima bis zur alten Festungsstadt Valença an der Grenze zu Spanien flach bis hügelig.

Da dort Pilger unterwegs sind, finden Alleinreisende immer wieder nette Gesellschaft. Jeder kann sich frei entscheiden, ob er oder sie die Ruhe dort für sich alleine genießen oder sich einer Wandergruppe anschließen will. Da mit dem Rad unterwegs, ist man viel leichter in der Lage, sich die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anzusehen und trifft die netten Wanderer von heute mittag in der Dorfbar oder bei einem der vielen Feste in den Kleinstädten wieder, um sich dann gegenseitig von den Ereignissen des Tages zu berichten. Wie etwa von den hübsch bemalten Hühnern aus Holz in Barcelos, der Hahn ist Wahrzeichen Portugals, oder dem der Kunst gewidmeten und dadurch beeindruckenden Ort Cerveira. Über die sozialen Medien kann man sich ohnehin schnell miteinander anfreunden und ist so gut unterrichtet, wo sich eine nette Gefährtin gerade herumtreibt.

Also braucht sich hier kein Individualreisender vor Einsamkeit zu fürchten und muss sich erst recht nicht wie bei teuer bezahlten Gruppenreisen wie ein Esel an der Leine herumführen lassen.

Aktiv in Aveiro

Wilhelmstein im Steinhuder Meer

Sternförmig angelegt, sogar Napoleon biss sich an der Vauban-Festung die Zähne aus: Gerade erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch. Ich besuche eine Insel im schönen Steinhuder Meer, auf der Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe die Festung Wilhelmstein errichtet hatte. Er war ein militärisch wie philosophisch sehr gebildeter Mann, reformierte um 1760 die portugiesische Armee.

Von ihm aufs neue befestigte Festungen in Valença und Almeida am Rande der Serra da Estrela sowie Évora entlang der Grenze schützten die Portugiesen vor den Einfällen der Kastilier zur Zeit des Siebenjährigen Krieges. Später mussten Napoleons Truppen auf ihren mordsmörderischen Eroberungszügen reichlich Energie aufwenden, um die Portugiesen in die Knie zu zwingen.

Davon berichtete ich bereits, als ich von August und Dezember 2017 durch Nordportugal und Galizien radelte.

Zum Dank schenkte ihm Dom João, damaliger König, goldene Kanonen. Das Steinhuder Meer ist empfehlenswert, weil es von allen Seiten zu betreten ist. Oft befinden sich leider viele Gewässer an den schönsten Stellen in Privatbesitz. Hier aber gibt es eine Badeinsel, Stege führen ans Wasser und sogar Vögel lassen sich im Moor von Türmen aus beobachten.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Der Rio Minho bildet eine natürliche Grenze zwischen Portugal und Spanien. Eine von Gustave Eiffel geplante Eisenbahnbrücke verbindet beide Länder – bekannt als internationale Brücke. Portugal habe ich gestern etwas wehmütig verlassen, da ich fast immer freundlich behandelt wurde. Angefangen vom Fahrradhändler in Porto, dann aufmunterndes Lächeln an heftigen Steigungen bis hin zum besorgten Umdrehen von Spaziergängern, ob alles in Ordnung sei. Es war oft auch friedlich auf den Straßen. Die Leute hupen wenig.


Insofern kann ich nicht nachvollziehen, warum der dpa-Autor im SPIEGEL – dpa-Artikel Caminho portugues – all dies überhaupt nicht einbezieht, teilweise Dinge falsch benennt. In den sieben Jahren seit Erscheinen des Artikels kann sich nicht viel verändert haben. Denn trotz der Schönheit mancher Etappen gibt es auch Schattenseiten. Das Verkehrsaufkommen ist zum Teil hoch. Die Pilger laufen oft an der Straße entlang, daher viel auf Asphalt, was anstrengend ist. Von der Nähe der Autobahn und des riesigen Industriegebietes zwischen O Porriño und Tui spricht er gar nicht. Manche Steigungen sind auch enorm.


Der dpa-Autor lobt den Caminho portugues aber so überschwänglich, dass man befürchten muss, dass er ein Pressedossier gekürzt widergibt. Das nennt man „kalt schreiben“, was die Gefahr beinhaltet, falsche Erwartungen zu erwecken. Wir brauchen Reporter vor Ort! Er ist schön, denn ab dem Rio Miño laufen die Pilger auf eine an Norwegen erinnernde Fjordlandschaft zu.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Valença – auch hier bestätigt sich die Regel: Beim zweiten Besuch sieht vieles anders aus. Es lohnt sich immer, nach einem Tag Abstand wiederzukommen, vorherige Eindrücke über Gespräche mit Menschen oder über Fotos zu vertiefen.

So zieht die Festungssstadt am Rio Minho spanische Touristen magnetisch an, Angebote zwischen 5 und 30 Euro abzuklappern. Deutsche verirren sich selten her. Es sind vor allem Pilger vom Jakobsweg, die es von Porto heraufgeschafft haben. Die erste Hälfte auf dem Wanderwege liegt hinter ihnen. Ein Hit für Kinder sind kleine Maschinenpistolen; der Konsumkrieg zwischen den teils schön gekachelten Häusern möge beginnen.

Anderen ergeht es so wie mir am ersten Tag: die gewaltigen Festungsmauern erkunden, die dem Schutz vor den Kastiliern dienten, Speisekarten studieren, mit den manchmal skrupellosen Autofahrern in den engen Gassen kämpfen, Kirchen und Kapellen aufsuchen, um danach wieder zur Ruhe zu kommen.

Beim zweiten Besuch nimmt man versteckte Dinge wahr wie die Skulpturen Robert Schades, dem ich bereits in Cerveira begegnete – er ist der Picasso Portugals.

Dann höre ich auch schon einzelne Gespräche in den Gassen heraus wie das zwischen einer Modeladenbesitzerin und ihrer Arbeitskraft. Er fühlt sich offenbar ausgebeutet. Aggression liegt in der Luft. Aber ich weiß schon, dass sich das Geschehen auf den Straßen ab 19 Uhr erheblich beruhigt. Eine schöne Aussicht!

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Spanien entwickelt sich rasant zu einem Radsportland. Heute fuhr ich über die Grenze von Nordportugal nach Galizien – von Valença nach Tui. Beim Aufpumpen meiner Reifen und Reinigen meines Schaltwerks mit Wasser fand ich auf Augenhöhe einen sehr guten Text, der sowohl Rad- als auch Autofahrern Verkehrsregeln erklärte.

Respekt auf der Straße geht alle an

Achte auf 1,5 Meter Abstand beim Vorbeifahren und fahre defensiv.

Betrachte eine Gruppe von Radfahrern als eine einzige mobile Einheit.

Überhole kein anderes Fahrzeug, wenn Dir Radfahrer entgegenkommen.

Benutze ein reflektierendes Vorderlicht und trage nachts eine reflektierende Weste.

Respektiere die Verkehrsregeln genauso wie alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Wenn Du nebeneinander fahren willst, dann fahrt höchstens zu zweit.

Sollte man das nicht auch an deutschen Tankstellen und an öffentlichen Gebäuden und Parkplätzen aufhängen?

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

So ganz abgewichen wie gedacht, bin ich vorgestern doch nicht. Ich geriet auf die Küstenstrecke des Caminho de Santiago. Heute habe ich Cerveiro verlassen und bin einem wunderbaren Flussradweg nach Valença an der Grenze gefolgt. Er war flach, schattig, bot einen tollen Blick auf die Berge und auf den Rio Minho. Länge: etwa 18 Kilometer. Auch viele Möwen siedeln hier.