Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die an den nächs­ten Tagen im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal ist die Aus­wahl sehr breit mit Zie­len in Frank­reich, Nor­we­gen, Öster­reich, Spa­ni­en und Schwe­den. Nur Däne­mark bleibt dies­mal außen vor. Das Gesche­hen ver­teilt sich auf die gan­ze Fern­seh­wo­che. So ist jeden Tag das Mit­rei­sen auf dem Sofa garantiert.

Ori­gi­nell ver­spricht der Bei­trag über Spa­ni­ens ein­zig­ar­ti­ge Wald­land­schaft zu wer­den. Lan­ge blieb mir dies ver­bor­gen, bis ich eine Ein­la­dung nach Soria in Kas­ti­li­en-León erhielt — zum Pilz­e­pflü­cken und Kochen mit Trüf­feln. Bis zu die­sem Ter­min hat­te ich die Ibe­ri­sche Halb­in­sel trotz mehr­fa­cher und mona­te­lan­ger Rei­sen eher als Küs­ten­land und im Inne­ren als Wüs­te­nei mit Stein- und Kork­ei­chen wahr­ge­nom­men. Doch wer nach Kas­ti­li­en reist, wird sehen, dass dort tie­fe Wäl­der exis­tie­ren. Kas­ti­li­en ist dün­ner besie­delt, als man­cher anneh­men darf. 

Erstaun­lich viel wird dem­nächst über Por­tu­gal gebracht. Wahr­schein­lich neh­men die Redak­tio­nen an, dass gera­de in Por­tu­gal vie­le buchen, sobald wir Coro­na bes­ser im Griff haben. Über­see­zie­le wer­den wohl erst­mal nicht in Fra­ge kom­men. Da sind Por­to und Algar­ve schö­ne Zie­le, die aber unter­schied­li­cher nicht sein kön­nen. Por­to zieht, da die Stadt noch nicht so bekannt ist. Die Stadt ver­fügt nicht nur über inter­es­san­te Archi­tek­tur wie eine gan­ze Rei­he von Paläs­ten und Parks, son­dern die Ein­woh­ner sind auch sehr hilfsbereit. 

Ich erin­ne­re mich ger­ne an den Betrei­ber eines Rad­ge­schäf­tes in Vila Nova de Gaia. Die­ser inspi­zier­te mit gro­ßer Lei­den­schaft und dazu noch kos­ten­los mein Rad und brach­te es hier und da wie­der in Schwung. Im Flug­zeug hat­te es doch gelit­ten. Alles war danach bereit für eine mehr­mo­na­ti­ge Rei­se durch Nord­por­tu­gal und Gali­zi­en. Das Trink­geld woll­te er nicht anneh­men. Schließ­lich sei es sein Job. Die Adres­se nen­ne ich, falls jemand eben­falls Start­hil­fe braucht. Die­ses freund­li­che Enga­ge­ment wün­sche ich mir auch in man­chen deut­schen (Rad)geschäften. Denn dann lie­fe das Busi­ness viel­leicht auch in deut­schen Innen­städ­ten besser.

Viel Spaß beim Anschauen.

Frank­reichNor­we­genÖster­reichPor­tu­galSchwe­denSpa­ni­en
MoWil­de Pyre­nä­en. Win­ter­zau­ber und Früh­jahr, BR, 16.15 Uhr
Die Loire — Men­schen am Fluss, Phoe­nix, 21.45 Uhr
SoMit dem Zug durch Schwe­dens Nor­den, SWR, 11.00 Uhr
MoPor­to. Da will ich hin. 3sat, 12.50 Uhr
DiMit dem Zug durch Algar­ve, arte, 17.50 Uhr
MiFrank­reichs Para­die­se. Der Natio­nal­park Pyre­nä­en, 3sat 13.15 Uhr
Kräu­ter­wel­ten der Pro­vence, 3sat, 14.45 Uhr
Nor­we­gen, Schwert­wa­len auf der Spur arte, 16.00 Uhr
DoMen­schen — Län­der — Aben­teu­er, Der wil­de Nor­den Por­tu­gals, NDR, 20.15 Uhr
FrWil­der Kai­ser und Kitz­bü­he­ler Alpen, 3sat, 17.00 Uhr Spa­ni­ens ein­zig­ar­ti­ge Wald­land­schaft, arte, 18.30 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur

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Auf 3sat: Algarve und Porto

Emp­feh­len möch­te ich zwei Rei­se-Dokus über Por­tu­gal. Ich sah sie mir heu­te auf 3sat an. Im ers­ten geht es um Algar­ve, im zwei­ten um Porto.

Por­to — Eine Stadt erfin­det sich neu heißt ein wirk­lich guter Film der Autorin Lour­des Pica­re­ta. Er ist für mich einer der bes­ten Rei­se­bei­trä­ge, den ich je gese­hen habe. Aus der Per­spek­ti­ve ver­schie­de­ner Ein­woh­ner der Stadt erhal­ten Zuschau­er einen beson­de­ren Blick auf die zweit­größ­te Stadt Por­tu­gals. Pica­re­ta geht es um inno­va­ti­ve Ansät­ze, die wohl zei­gen sol­len, dass die Por­tu­gie­sen nicht schla­fen. Aber auch kuli­na­ri­sche und his­to­ri­sche Aspek­te kom­men dar­in nicht zu kurz. Vor allem aber ver­zich­tet sie auf Wer­bung und Kitsch, wor­un­ter vie­le ande­re Fern­seh­do­kus übers Rei­sen leiden.

Der zwei­te Film von Lour­des Pica­re­ta heißt Algar­ve — Por­tu­gals Küs­te der Sehn­sucht. Dar­in gefal­len mir die Dar­stel­lun­gen der per­ce­bes-Samm­ler (Enten­mu­scheln) und einer Fami­lie in Pedral­va. Die Kame­ra zoomt nahe an die Samm­ler her­an. So kann ich mir gut vor­stel­len, war­um der Preis für ein Kilo Muscheln mit 15–20 Kilo­gramm so hoch ist. Und war­um mir ein Hotel­wirt in Gali­zi­en mit einer Ein­la­dung zum Essen die­ser Deli­ka­tes­se eine Ehre erwies. Und man ver­steht auch gut, war­um eine Fami­lie Lis­sa­bon den Rücken gekehrt hat und ein Hotel im Hin­ter­land der Algar­ve auf­macht. Auch hier ver­zich­tet die Ver­fas­se­rin auf Kitsch und Wer­bung. Wohltuend!

Bei­de Fil­me ste­hen zum Abruf in der Media­thek bereit.

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Im Rausch der Sinne

Le Mon­de, die ange­se­he­ne fran­zö­si­sche Tages­zei­tung, berauscht sich an der Rua das Flo­res in Por­to. Lei­der ist deren Arti­kel etwas PR-las­tig, was mich bei so einer ange­se­he­nen Zei­tung wun­dert. Die Hotels las­se ich her­aus, da ich für die­se als Jour­na­list nicht wer­ben möch­te. Geschäf­te der krea­ti­ven Sze­ne hin­ge­gen fin­de ich inter­es­sant und daher kri­tik­wür­dig. Ich wer­de die­se bei mei­nem nächs­ten Besuch sicher auch selbst auf­su­chen und schau­en, ob sie wirk­lich so wun­der­voll sind wie in Le Mon­de beschrieben.

Die Rua das Flo­res sei eine schö­ne Pro­be der Farb­pa­let­te, die den Charme von Por­to aus­ma­che: roter Stein, grü­ne Mosai­ken, blaue und wei­ße Kacheln. Dar­un­ter die Kir­che der Mise­ricór­dia, 1749 habe sie der Maler und Archi­tekt Nic­coló Naso­ni restau­riert. Sie hebe sich von den ande­ren Gebäu­den der Stra­ße durch ihren grau­en Stein ab. Far­big und dar­über hin­aus duf­tend erschien der Ver­fas­se­rin auch die Par­fü­me­rie Claus Por­to, in der es nicht nur por­tu­gie­si­sches Par­fum, son­dern auch Blu­men­sei­fe gebe. Män­ner könn­ten sams­tags bei einem Bar­bier eine neue Fri­sur ab 50 Euro erhal­ten. Den Grund­stein zur Par­fü­me­rie leg­ten übri­gens zwei Deut­sche, die Mit­te des 19. Jahr­hun­derts nach Por­tu­gal aus­ge­wan­dert waren.

Vor 38 Jah­ren habe Juan Pau­lo mit Cha­mi­né da Mota eine leben­di­ges Anti­qua­ri­at gegrün­det. Dort rie­che man alte Bücher, aber auch Gra­fi­ken und Schreib­ma­schi­nen stün­den zum Ver­kauf. Das Por­trät des Inha­bers soll außen an einer Mau­er ange­bracht sein. Was die Autorin wohl nicht wuss­te: Der Grün­der heißt aber Pedro Cha­mi­né da Mota. Er starb laut Zei­tung „El Púb­li­co“ im Novem­ber 2018. Auch die por­tu­gie­si­schen Jour­na­lis­ten sehen sowohl die Rua das Flo­res als auch das Anti­qua­ri­at als eine der schöns­ten der Stadt an. Auf www.publico.pt/2018/11/30/culturaipsilon/noticia/morreu-alfarrabista-pedro-chamine-mota-1853144 zeigt ein Foto, wie es dort aus­sieht. Sie sei die letz­te Hoff­nung für Fans gewe­sen, die noch eine feh­len­de Aus­ga­be der Vam­pi­ro-Kol­lek­ti­on zu erha­schen hoff­ten, ein Heft der Zeit­schrift O Mos­qui­to, die sie­ben Bän­de der alten Aus­ga­be des Gra­fen von Bra­ge­lon­ne von Alex­an­der Dumas oder aber das Kin­der­buch eines ver­ges­se­nen Autors, schreibt El Púb­li­co in einem Nachruf.

Die Erkun­dung der Ein­kauf­stra­ße könn­ten Rei­sen­de mit einem Essen in der Can­ti­na 32 beschlie­ßen, schreibt Le Mon­de. Sie soll im Gebäu­de einer alten Par­füm­fa­brik lie­gen, in der jetzt aber unter ande­rem ein Fahr­rad und Leder­schür­zen als Deko an den Wän­den des Restau­rants hän­gen. Käse­ku­chen und Scho­ko­la­de schei­nen Spe­zia­li­tä­ten des Hau­ses zu sein. Etwas erstaun­lich, weil ich auf einer ande­ren Web­sei­te Tapas als Haupt­spei­se gefun­den habe. Egal! Haupt­sa­che, es schmeckt!

Den Ori­gi­nal­ar­ti­kel mit­samt Fotos fin­dest Du unter

www.lemonde.fr/m‑le-mag/article/2019/05/09/porto-l-ivresse-des-sens_5460091_4500055.html

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Porto regt J.K. Rowling an

Es ist inspi­rie­rend, sich Rei­se­sei­ten aus­län­di­scher Medi­en anzu­schau­en. Denn sie ver­mit­teln oft eine ande­re Per­spek­ti­ve auf Urlaubs­or­te. Somit bie­tet sich eine gute Chan­ce, den Urlaub etwas anders zu ver­brin­gen als die Mehr­heit der Deut­schen und sie vom Main­stream abzuheben.

Die­ser Tage emp­fiehlt die däni­sche Zei­tung Ber­lings­ke einen Auf­ent­halt in Por­to, die Haupt­stadt des Dou­ro-Tals. Die Autorin Elsebeth Mou­rit­zen ver­weist zunächst auf die übli­chen Kli­schees wie zum Bei­spiel Port­wein und die Kachel­kunst in und an den Gebäu­den der Stadt. Doch Por­to kön­ne es auch mit Lis­sa­bon auf­neh­men, was Kunst, Archi­tek­tur und Folk­lo­re angehe.

Der Rei­sen­de zählt sich nicht zu den Lesern der Har­ry Pot­ter-Bücher. Daher ist ihm ent­gan­gen, dass die Liv­ra­ria Lel­lo, ein über 100 Jah­re altes Buch­ge­schäft, J.K. Row­ling inspi­riert haben soll, als sie Hog­warts beschrieb. Row­ling leb­te dem­nach in Por­to Anfang der 1990er Jah­re. Dort unter­rich­te sie an einer Abend­schu­le Eng­lisch. Tags­über ver­fass­te sie Bücher. Anre­gend fand die Autorin das Inte­ri­eur des Geschäf­tes wie geschwun­ge­ne Trep­pen, dunk­le Säu­len, geschnitz­te Rega­le und far­bi­ge Glasmosaiken. 

Da dies auch zahl­rei­che Pot­ter-Fans ange­zo­gen habe, habe man sich ab dem Jah­re 2015 ent­schie­den, für den Besuch der „schöns­ten Buch­hand­lung der Welt“ Ein­tritt zu neh­men. Denn vie­le kämen nur, um das Geschäft zu besich­ti­gen. Der Ein­tritt wer­de aller­dings mit dem Kauf eines Buches verrechnet.

So offen­bar inspi­riert, besuch­te die däni­sche Jour­na­lis­tin das Ser­ral­ves-Muse­um. Des­sen Haupt­at­trak­ti­on sei eigent­lich ein 18 Hekt­ar gro­ßer Park. Gestal­tet habe ihn der berühm­te fran­zö­si­sche Archi­tekt Jac­ques Gréber. 

Aber inter­es­san­ter fand sie offen­bar eine Art déco-Vil­la aus den 1930er Jah­ren. Die­se ergän­ze das moder­ne Haupt­ge­bäu­de und ste­he als Kunst­werk für sich selbst. In der gebe es wech­seln­de Aus­stel­lun­gen zu sehen. Die moder­ne Abtei­lung im Haupt­ge­bäu­de habe der Archi­tekt Álva­ro Siza gestal­tet und ihr einen monu­men­ta­len kubis­ti­schen Stil ver­lie­hen. Dort prä­sen­tie­re man neu­es­te Kunst, die sozia­le und künst­le­ri­sche Ver­än­de­run­gen in Por­tu­gal und welt­weit wider­spie­ge­le. Erst 1999 eröff­net, habe das Muse­um den Rang erar­bei­tet, Por­tu­gals bedeu­tends­tes Muse­um für neu­zeit­li­che Kunst zu sein.

Por­tos Zen­trum besticht ohne­hin durch sei­ne his­to­ri­sche Alt­stadt. Wen wun­dert es, dass das Cen­tro Por­tu­guês de Foto­gra­fia in einem Palais aus dem Jah­re 1767 unter­ge­bracht ist. Die­ses dien­te mit­un­ter sogar bis zur Nel­ken­re­vo­lu­ti­on 1974 als Gefäng­nis. Danach sei es restau­riert wor­den mit dem Ziel, dort in Dau­er- und Wech­sel­aus­stel­lun­gen die Geschich­te der Foto­gra­fie zu prä­sen­tie­ren. Natür­lich sei­en dort auch Por­träts der Insas­sen zu sehen. 

So schreibt also auch die Haupt­stadt des Dou­ro-Tales ein Stück Har­ry Pot­ter-Geschich­te. Sie ist nicht nur der Kacheln wegen sehens­wert oder weil durch sie der Jakobs­weg von Lis­sa­bon nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la führt. Selt­sa­mer­wei­se steht auf der Por­to-Web­site nichts davon.

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Unterwegs am Meer und im Hinterland Portugals

Ein­sa­me Leucht­tür­me, end­lo­se Strän­de, auf Fels­wän­den her­um­klet­tern­de Muschel­samm­ler, deko­ra­ti­ve Mee­res­buch­ten — die West­küs­te der Ibe­ri­schen Halb­in­sel zählt zu den schöns­ten Por­tu­gals und Spa­ni­ens. Avei­ro selbst, das die Zei­tung “La Voz de Gali­cia” vor­stellt, ken­ne ich noch nicht. Aber wenn man sich die Fotos anschaut, scheint es eine hüb­sche Stadt zu sein, in der die Boo­te sehr an Vene­dig erinnern.

Von Nord­por­tu­gal ken­ne ich das Hin­ter­land an der Küs­te, bin ich doch dort auf dem Jakobs­weg gera­delt. Vom Meer bekommt man dort bis auf gele­gent­lich stär­ke­ren Wind wenig mit. Das Pro­fil ist erst mal von Por­to über Bar­ce­los und Pon­te de Lima bis zur alten Fes­tungs­stadt Valen­ça an der Gren­ze zu Spa­ni­en flach bis hügelig.

Da dort Pil­ger unter­wegs sind, fin­den Allein­rei­sen­de immer wie­der net­te Gesell­schaft. Jeder kann sich frei ent­schei­den, ob er oder sie die Ruhe dort für sich allei­ne genie­ßen oder sich einer Wan­der­grup­pe anschlie­ßen will. Da mit dem Rad unter­wegs, ist man viel leich­ter in der Lage, sich die Sehens­wür­dig­kei­ten in der Umge­bung anzu­se­hen und trifft die net­ten Wan­de­rer von heu­te mit­tag in der Dorf­bar oder bei einem der vie­len Fes­te in den Klein­städ­ten wie­der, um sich dann gegen­sei­tig von den Ereig­nis­sen des Tages zu berich­ten. Wie etwa von den hübsch bemal­ten Hüh­nern aus Holz in Bar­ce­los, der Hahn ist Wahr­zei­chen Por­tu­gals, oder dem der Kunst gewid­me­ten und dadurch beein­dru­cken­den Ort Cer­vei­ra. Über die sozia­len Medi­en kann man sich ohne­hin schnell mit­ein­an­der anfreun­den und ist so gut unter­rich­tet, wo sich eine net­te Gefähr­tin gera­de herumtreibt.

Also braucht sich hier kein Indi­vi­du­al­rei­sen­der vor Ein­sam­keit zu fürch­ten und muss sich erst recht nicht wie bei teu­er bezahl­ten Grup­pen­rei­sen wie ein Esel an der Lei­ne her­um­füh­ren lassen.

Aktiv in Aveiro

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Mit dem Rad von Porto nach Figueira da Foz

Este per­cur­so é ide­al para quem se qui­ser est­re­ar nes­tas andan­ças: acom­p­an­ha o ocea­no, num tra­ça­do pla­no, maio­ri­ta­ria­men­te em eco­vi­as e é um delei­te para os senti­dos.

Irgend­wann rade­le ich auch mal von Por­to aus an der Atlan­tik­küs­te Rich­tung Lis­sa­bon. Ein Repor­ter der por­tu­gie­si­schen Zei­tung “Express” ist kürz­lich eine Stre­cke von gut 140 Kilo­me­tern bis Figuei­ra da Foz gefah­ren und das sogar recht schnell. Für jede Etap­pe der drei­tä­gi­gen Tour brauch­te er jeweils gut 3,5 Stunden.

Er beschreibt sie als ide­al für die­je­ni­gen, die ger­ne dem Atlan­tik fol­gen wol­len, eine über­wie­gend fla­che Stre­cke bevor­zu­gen und wenig vom Auto­ver­kehr beein­träch­tigt wer­den möchten.

Auf der Web­sei­te der Zei­tung fin­det ihr neben der Repor­ta­ge auch drei Kar­ten, auf denen die Etap­pen mit Zwi­schen­zie­len dar­ge­stellt sind. Ich wün­sche euch schon mal viel Spaß bei der Vor­be­rei­tung eurer Tour.

Rad­tour am Atlantik

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Wanderurlaub in der Stadt

Net­ter Vor­schlag der Kol­le­gen des in Eng­land erschei­nen­den “Tele­graph”: Inner­halb man­cher Städ­ten gibt es beacht­lich gro­ße Parks und öffent­li­che Plät­ze. Die­se bie­ten sich auch als Zie­le im Urlaub an, zum Wan­der­ur­laub in der Stadt.

In Por­to ist es ein hoch über dem Rio Dou­ro lie­gen­der gro­ßer Park, den man schön von der Alt­stadt aus errei­chen kann. Auf der Stre­cke liegt eine alte Zita­del­le mit einer eben­falls von Ein­woh­nern in der Frei­zeit besuch­ten Parkanlage.

Der Rei­sen­de hat auch in sei­nem Rei­se­füh­rer “Müns­ter Stadt der Skulp­tu­ren” Wan­der­rou­ten ent­wi­ckelt. Inte­griert ist auch die meh­re­re Kilo­me­ter lan­ge Pro­me­na­de. Es gibt viel zu ent­de­cken, an dem auch Rei­se­pro­fis oft acht­los vor­bei­lau­fen wie an der Fas­sa­de des Rat­hau­ses zu Müns­ter. Dort befin­det sich jedoch vie­les, was auf den Cha­rak­ter der West­fa­len­me­tro­po­le schlie­ßen lässt. Die Fas­sa­de ist gotisch. Sie ent­stand mit ihren Bil­dern und Sym­bo­len für die meist des Lesens nicht mäch­ti­gen Bür­ger zwi­schen 1350 und 1400. Aller­dings wur­de das Rat­haus im Zwei­ten Welt­krieg im Okto­ber 1944 zer­stört, aber eben auch spä­ter wie­der aufgebaut. 

Säulenprogramm

So sind an der Mit­tel­säu­le die vier Ele­men­te an den Tie­ren Sala­man­der, Fisch, Vogel und Schlan­ge zu erken­nen. Rechts davon sind die vier Jah­res­zei­ten, links die Köp­fe der Täu­fer zu sehen. Bei ihnen befin­det sich auch das Wap­pen der Wie­der­täu­fer. Im aus einem Bogen­gang mit vier stei­len Spitz­bö­gen auf fünf Säu­len gestal­te­ten Erd­ge­schoss wer­den Anfech­tun­gen und Gefah­ren des Erden­le­bens dar­ge­stellt. Die­se kön­nen die Men­schen über­win­den, wenn sie an Chris­tus glau­ben. Daher befin­det sich im Gie­bel das neue Jeru­sa­lem als Abbild des Himmels.

Die mitt­le­re Säu­le im Erd­ge­schoss stand einst für Chris­tus. Löwe, Pan­ther, Adler und Phö­nix sym­bo­li­sie­ren ihn. Dane­ben befand sich die Todes­säu­le. Dies ist an einem hus­ten­den Wald­geist zu erken­nen. Als das Rat­haus erbaut wur­de, herrsch­te in Euro­pa die Pest. Um 1382 such­te sie auch Müns­ter beson­ders hart heim. Über 8000 Men­schen sol­len gestor­ben sein. Das Kapi­tell der Todes­säu­le zeig­te vier ver­schie­de­ne Mas­ken, die den Tod in Form von Pest­kran­ken darstellte.

Links davon gab es eine Teu­fels­säu­le. Zu iden­ti­fi­zie­ren ist sie an den Höl­len­we­sen Basi­lisk, Sire­ne, Dra­che und Ken­taur. Doch links von ihr steht eine mit Eichen­laub ver­se­he­ne Säu­le. Das Laub steht für Fes­tig­keit im Glau­ben. Die rech­te Säu­le hin­ge­gen ist mit Wein­laub bewach­sen, das fürs leben­di­ge Wort Got­tes steht. Um in den Him­mel zu kom­men, muss­te der Mensch jedoch sei­ne Las­ter über­win­den, die auf einem Fries zwi­schen zwi­schen Erd­ge­schoss und Haupt­teil der Fas­sa­de in Form von Alle­go­rien abge­bil­det sind. Sehr schön stellt die Über­win­dung der Las­ter der por­tu­gie­si­sche Renais­sance-Dich­ter Gil Vicen­te in sei­nen frisch ins Deut­sche über­setz­ten Dra­men “Die Rei­se der See­le” und “Das Höl­len­schiff” dar.

Skulpturen

Einst gab es drei Skulp­tu­ren im Haupt­ge­schoss der Fas­sa­de: Zen­tral war Maria mit Jesus­kind. Neben ihr der Erz­engel Micha­el, da er den Teu­fel über­wand. An des­sen Sei­te stand Sankt Georg als Hel­fer in der Not gegen Krank­hei­ten. In ihnen fan­den die Men­schen des Mit­tel­al­ters Ansprech­part­ner. Eine inter­es­san­te Dop­pel­fi­gur wur­de in der mitt­le­ren Ach­se des Gie­bels mit König Salo­mon und Karl dem Gro­ßen geschaf­fen. Salo­mon steht für Weis­heit und Gerech­tig­keit, Karl war Grün­der der Stadt und des Rei­ches. Bischof Liud­ger mis­sio­nier­te um 790 in Karls Auf­trag und grün­de­te eine Holz­kir­che an der Aa. Über die­ser Figur ist ein Bild­schrein zu erken­nen. Sie steht im Reich Got­tes. In ihm ste­hen Maria, ein Engel/Mensch, ein Stier, ein Löwe und ein Adler. Sie ste­hen für die vier Evan­ge­lis­ten, die das Wort Got­tes in die Welt hinaustragen.

Der Engel steht für Mat­thä­us, der von der Geburt Chris­ti berich­tet, also von der Mensch­wer­dung Got­tes. Der Stier für Lukas, der die Kreu­zi­gung Jesu beschreibt, also die Erlö­sung des Men­schen durch den Opfer­tod. Mar­cus ist der Löwe, steht für Auf­er­ste­hung. Der Adler steht für Johan­nes, also die Him­mel­fahrt, und das Jüngs­te Gericht. Unter dem Bal­da­chin leben Wolf, Lamm, Löwe, Rind und Schlan­ge fried­lich zusam­men. Dane­ben befin­det sich der Pro­phet Jesa­ja. Das Ensem­ble steht für den Tem­pel­berg des himm­li­schen Jeru­sa­lem, also das neue Gottesreich.

Acht schlan­ke Säu­len krö­nen das Rat­haus. Auf ihnen befin­den sich als Wäch­ter ein Horn­blä­ser und ein Aus­schau hal­ten­der Mann. Dane­ben wie­der der Pro­phet Jesa­ja und Moses mit den Geset­zes­ta­feln. Vier Thro­nen­gel gesel­len sich dazu. Die Wäch­ter bewach­ten Jeru­sa­lems. Die Engel begrü­ßen die in den Him­mel kom­men­den Men­schen. Und heu­te die Tou­ris­ten zum Wan­der­ur­laub in der Stadt.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Am 30. Okto­ber 1958 erst fei­er­te man nach der Zer­stö­rung durch Bom­ber der Alli­ier­ten des­sen Wie­der­auf­bau. Dies war nicht selbst­ver­ständ­lich. Es fehl­te das nöti­ge Geld dafür. Ein­zel­ne Häu­ser am eben­falls zer­stör­ten Prin­zi­palmarkt stan­den zwar wie­der seit Ende der 1940-er Jah­re. Zum Glück hat­ten die Bür­ger das wert­vol­le Inven­tar des Frie­dens­saa­les zuvor gesi­chert. Dem Ver­ein der Kauf­mann­schaft ist der Wie­der­auf­bau zu ver­dan­ken. So fris­tet Müns­ter heu­te nicht die Tris­tesse Hamms oder Kiels mit brei­ten Durch­gangs­stra­ßen zuguns­ten des Kraftfahrzeugverkehrs. 

Die Kauf­leu­te sam­mel­ten Geld über Lot­te­rien. Jedes Los kos­te­te 50 Pfen­nig. 850 000 Mark kamen zusam­men. Den Grund­stein leg­te die Stadt 1950. Der Gie­bel stand 1954. Der Prin­zi­palmarkt wur­de mit Fah­nen geschmückt. Fest­got­tes­diens­te gab es in St. Lam­ber­ti und in der Apos­tel­kir­che. Musi­ka­lisch gekrönt wur­de das Fest mit Beet­ho­vens “Freu­de schö­ner Götterfunken”. 

Auch in vie­len ande­ren Städ­ten befin­det sich an Rat­häu­sern und in Kir­chen ähn­li­che Dar­stel­lun­gen, die man beim Wan­der­ur­laub in der Stadt ent­de­cken kann. So auch im Dom zu Müns­ter, den Rei­sen­de jetzt mit die­sem Wis­sen gut vor­be­rei­tet betre­ten können.

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Ausgezeichnet: Portugals schönste Bibliotheken

In Por­tu­gal hat Lite­ra­tur noch einen rich­ti­gen Sta­tus. Es gibt dort aus­ge­spro­chen lie­be­voll ein­ge­rich­te­te Buch­ge­schäf­te wie in Fun­chal auf Madei­ra oder in Por­to. Dort sind sie rich­ti­ge Schmuck­stü­cke, loh­nen einen Besuch.

In Mafra, Coim­bra und sogar in Rio de Janei­ro befin­den sich auch die drei schöns­ten por­tu­gie­si­schen Biblio­the­ken. Die Biblio­thek im Palá­cio Nacio­nal de Mafra lie­fer­te einst einem Kon­vent wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen, die Bibio­te­ca Joa­ni­na gehört der berühm­ten Uni­ver­si­tät und die drit­te in Bra­si­li­en ist das Real Gabi­ne­te Por­tu­guês de Leit­u­ra.

Die por­tu­gie­si­sche Zei­tung Publi­co zeigt euch in einer Gale­rie schö­ne Fotos berühm­ter Biblio­the­ken, in der natür­lich nicht die Biblio­thek des Vati­kan und die des Klos­ters Met­ten in Bay­ern feh­len dür­fen. Ich selbst fand bei einem Besuch auch die Biblio­thek im Klos­ter Cor­vey bei Höx­ter sehr imponierend.

The World’s Most Beau­ti­ful Libra­ries, ein schwe­res Werk mit Foto­gra­fien des Ita­lie­ners Mas­si­mo Lis­tri, führt auf 550 Sei­ten die­se Biblio­the­ken auf.

Die schöns­ten Biblio­the­ken der Welt

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Porto 6 Tage, 7 Nächte

Eine Woche blei­be ich in Por­to. Ich freue mich rie­sig dar­auf. Heu­te oder mor­gen kom­me ich an. Unter­kunft und Rück­flug sind schon gebucht. Sie­ben Näch­te in zen­tra­ler Lage an der Ave­ni­da dos Alia­dos. Dann wer­de ich recher­chie­ren, was die See­le der Stadt aus­macht, mög­lichst abseits vom Rei­se-Main­stream. Mal schau­en, wie oft ich mein Rad noch brau­che. Ich benö­ti­ge drin­gend neue Brems­kör­per, bin froh, dass ich die Schluss­etap­pe gut über­stan­den habe. Ein freund­li­cher Mecha­ni­ker ver­kauf­te mir ges­tern wel­che und schrieb mir Tipps auf, was ich auf jeden Fall besu­chen soll­te. Er spru­del­te fast schon über.

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Radwandern am Rio Douro

Por­tu­gals schö­ner Rio Dou­ro im Herbst. Tags­über ist es im Fluss­tal noch schön warm in der Son­ne. Abends wird es schon recht frisch beim Rad­wan­dern Rich­tung Por­to. Auf der Stre­cke ent­deck­te ich die­sen schö­nen mit Kacheln ver­zier­ten Brun­nen am Kon­vent von Alpendouro. 

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