Menschliche Eingriffe in die Natur meisterhaft fotografiert

Wer Lust hat, sich meis­ter­haf­te Fotos aus Schwe­den und Island anzu­schau­en, soll­te hier her­ein­schau­en. Der schwe­di­sche Foto­graf Håkan Strand hat mensch­li­che Ein­grif­fe in die Natur foto­gra­fiert, die jetzt im Schnee, im Nebel oder im Was­ser lie­gen. Da es sich um Schwarz­weiß­bil­der han­delt, wir­ken die Land­schaf­ten melancholisch.

Hakan Strand foto­gra­fiert Skandinavien

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Funken der Costa da Morte

Fun­ken der Cos­ta da Mor­te foto­gra­fie­ren: eine ori­gi­nel­le Idee, inter­es­san­te Urlaubs­fo­tos nach Hau­se zu neh­men. Wenn das Meer ruhig und kaum Licht vor­han­den ist, kann man bei Vor­kom­men von Phy­to­plank­ton das Meer leuch­ten sehen. Wor­an das liegt und wie man es am bes­ten foto­gra­fiert, beschreibt jetzt die spa­ni­sche Zei­tung “La Voz de Gali­cia”. Das leuch­ten­de und phos­pho­res­zie­ren­de Meer gehe auf alte Erzäh­lun­gen der See­leu­te zurück. Der fran­zö­si­sche Erzäh­ler Jules Ver­ne habe die Erschei­nung in sei­nem Roman “20000 Mei­len unter dem Meer” auf­ge­grif­fen. Und im Jah­re 2005 sei es der NASA erst­mals gelun­gen, die­ses von einer hohen Kon­zen­tra­ti­on an Algen erzeug­te Phä­no­men von einem Satel­li­ten aus zu fotografieren.

Die Eng­län­der nenn­ten es “Baden im mil­chi­gen Meer”, wenn Gezei­ten und Wel­len Phy­to­plank­ton auf­wir­beln. Nur das Vor­kom­men von Phy­to­plank­ton ermög­li­che die Sicht­bar­keit der Fun­ken. Am bes­ten zu sehen, sei das Leuch­ten nachts. Urlau­ber kön­nen das Phä­no­men an der Cos­ta da Mor­te im Nord­wes­ten Spa­ni­ens zum Bei­spiel an Bord des Taxi­mar Robin­són da Lobei­ra beob­ach­ten. Kapi­tän David Tril­lo bie­tet bei Neu­mond Fahr­ten in ruhi­ge Zonen an, wo es wenig Wind gibt. Denn die See muss glatt sein.

Funken der Costa da Morte richtig fotografieren

Und es gehört auch etwas Glück dazu, über­haupt etwas von den “Fun­ken des Mee­res” zu sehen. Die­se Erfah­rung mach­te der Rei­sen­de selbst bei der Suche nach dem Polar­licht in Nord­nor­we­gen. “La Voz de Gali­cia” befrag­te den Foto­gra­fen Rubén Prie­to nach geeig­ne­ten Plät­zen. Die­ses emp­fiehlt Strän­de mit wenig “Luft­ver­schmut­zung. Dazu gehör­ten in Gali­ci­en die Strän­de von Nemi­ña, Ros­tro und Fis­ter­ra. Aber dort am offe­nen Meer soll­te man sich sehr vor­sich­tig ver­hal­ten. Er gehe selbst nie tie­fer als bis zur Hüf­te ins Was­ser. Für Auf­nah­men legt er Besu­chern eine Lang­zeit­be­lich­tung von zwei bis drei Sekun­den nahe. Er selbst nut­ze ein Objek­tiv mit Fest­brenn­wei­te: 24 mm, Blen­de F1.4. Viel Glück beim Ein­fan­gen der Fun­ken des Mee­res! Schön ist die Atmo­sphä­re auch an der Pra­ia das Fur­nas, kurz vor Beginn der Cos­ta da Morte.

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Portugal der 1930er Jahre

Por­tu­gal der 1930er Jah­re: Ges­tern konn­te der Rei­sen­de sein Glück nicht fas­sen: Auf dem Floh­markt in Müns­ter fand er in einer Bücher­kis­te das Buch “Das neue Por­tu­gal” von Fried­rich Sieburg. Sieburg (1893–1964) war Jour­na­list. Er arbei­te­te ab 1926 zunächst als Aus­lands­kor­re­spon­dent in Frank­reich. 1939 ging er in den Diplo­ma­ti­schen Dienst, leb­te im Paris des besetz­ten Frank­reichs. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg schrieb er als Lite­ra­tur­chef für die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung. Schon für die Frank­fur­ter Zei­tung hat­te er zuvor als Feuil­le­to­nist gearbeitet.

Erst­mals auf­ge­fal­len war er dem Rei­sen­den durch das Buch “Ven­dée”, 1931 auf Deutsch ver­öf­fent­licht. Er fand es eben­falls auf dem Floh­markt in Müns­ter, der immer einen Besuch wert ist. Dar­in arbei­tet der Repor­ter Geschich­te und Geo­gra­phie der fran­zö­si­schen Regi­on auf. His­to­risch bedeut­sam wur­de sie durch die gro­ße Hun­gers­not und die berühm­ten Brie­fe der Land­be­völ­ke­rung im Vor­feld der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on an die Mon­ar­chen. Letzt­lich war die Hun­gers­not eine der Ursa­chen für den Aus­bruch der Revolution.

Einblick in Politik und Landleben im Portugal der 1930er Jahre

Im “Neu­en Staat” ent­deck­te der Rei­sen­de die in der obi­gen Dia­show prä­sen­tier­ten Fotos aus dem Por­tu­gal der 1930er Jah­re. Sie geben wert­vol­le Ein­bli­cke in das Leben auf dem Land. Zu sehen sind Wein­fäs­ser trans­por­tie­ren­de Seg­ler, ein Bau­er mit Stroh­um­hang und Stab, ein mit einem Auge bemal­tes Fischer­boot in Avei­ro sowie zwei Stier­hü­ter zu Pfer­de mit Stan­gen. Schö­ne Anre­gun­gen für die eige­ne Reisefotografie.

Ein Kapi­tel räumt Sieburg auch dem Dik­ta­tor Antó­nio de Oli­vei­ra Sala­zar ein, den er per­sön­lich besuch­te. Daher trägt das Buch den ent­spre­chen­den Titel “Neu­er Staat”, auf Por­tu­gie­sisch “Estado Novo”. Sala­zar inter­es­siert ihn, da Adolf Hit­ler gera­de erst 1933 an die Macht gekom­men war. Zum Ver­gleich kommt es aller­dings nicht. Aller­dings ist Sieburg umstrit­ten, da er offen­bar Sym­pa­thie für die Natio­nal­so­zia­lis­ten heg­te. Gro­ße Lite­ra­ten wie Tho­mas Mann sahen ihn als Ver­rä­ter an.

So zeigt sich, dass es immer loh­nend ist, Bücher­kis­ten zu durch­wüh­len, wie auf dem Floh­markt in Müns­ter. Ande­re schö­ne Floh­märk­te gibt es übri­gens mit dem Ras­tro in Madrid oder einem in Lil­le in Flan­dern. So erge­ben sich wert­vol­le Ein­bli­cke in frem­de Län­der leicht, wie in das Por­tu­gal der 1930er Jah­re. Der eige­ne Urlaub lässt sich so gut aufarbeiten.

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