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Im Reiche der Eidechsen und Schmetterlinge

Auf dem Moselsteig von Karden nach Moselkern

Mediterranes Lebensgefühl vor der Haustür: Wer das mag, sollte den Moselsteig von Karden nach Moselkern ausprobieren. Am vergangenen Sonntag wagten wir uns auf die Strecke. Zunächst geht es flach durch Karden, wo sich eine Besichtigung des “Doms” lohnt, vor dem der Heilige Castor steht.

Dann wird einem beim Aufstieg einiges abverlangt, denn es geht drei Kilometer fast nur bergauf. Dafür entschädigen das dschungelartige Grün dickblättriger Gewächse und viele Schmetterlinge. Meistens sind es Kohlweißlinge; einmal flatterte auch ein Tagpfauenauge an uns vorbei. Sogar eine Eidechse entdeckten wir, was so oft nicht auf unseren mittlerweile recht vielen Wanderungen an der Ahr, auf dem Rheinsteig und an der Mosel vorkommt.

Mit voller Konzentration führt der Weg dann ein Stück herab. Die Seile am Rand waren eine große Hilfe beim Klettern, um nicht allzu hart mit den Füßen aufzutreffen und die Knie zu entlasten.

Der Passionsweg auf den Müdener Berg ist dagegen ein Klacks. Es geht nur leicht bergauf. Am Wegesrand stehen Stelen mit Bildern der Passion Christi. Oben erwartet die Wanderer eine aus Naturstein gemauerte Kapelle.

Durch Felder und Busch führt der Weg schließlich zur Burg Eltz. Wir waren nicht die einzigen, die das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk bewundern wollten. Viele Besucher waren auf dieselbe Idee gekommen. Der Parkplatz war entsprechend voll. Aber da eine Anreise mit dem Auto langweilig ist, empfehle ich jedem diese Wanderung. Start und Ziel sind mit der Bahn zu erreichen.




Schrumpft man im Schrumpfbachtal?

Auf dem Traumpfad von Hatzenport an der Mosel

Wo spürt man unterschiedliche Geschwindigkeiten ziemlich deutlich? Ich würde sagen, oberhalb Hatzenports an der Mosel. Wanderer laufen dort gemächlich durch das satte Grün der Weinberge. Der Weg ist angenehm geschottert. Bäume spenden Schatten vor der Mitte Juni heißen Sonne.

Blick auf Hatzenport

Wäre da nicht unten im Tal auf der anderen Seite der Mosel eine Landstraße. Dort knattern laute Motorräder und Autos Richtung Trier und Koblenz, so dass Erholungssuchende leider nicht ganz der Hektik entrinnen können, um sich von der Arbeitswoche zu erholen. Doch zum Glück gibt es eine Spitzkehre auf dem als Rundweg angelegten Traumpfad.

Diesen Schafen ist ziemlich heiß.

Die Wanderer tauchen in Wiesen und Felder ein, bekommen vom Verkehr nicht mehr viel mit.

Dann geht es abwärts ins Schrumpfbachtal, dass man später sicher ohne Verlust der Größe wieder verlässt. Es sei denn, die Wirkung tritt erst nach einigen Tagen ein. Ich stellte mir vor, schon in Kürze wie Nils Holgersson auf auf einer Gans zum Kebnekaise zu fliegen.

Hat dort jemand diesbezüglich Erfahrungen gemacht? Ich könnte mir denken, dass der Name einst den Römern Angst machen sollte- Denn die waren gegenüber Flüssen und Bächen ziemlich misstrauisch eingestellt. Vielleicht fremder Götter wegen?

Zum Schluss erwartet einen kurz vor Hatzenport eine kleine Herausforderung. Über Stock und Stein muss man vorsichtig den Wanderweg herabklettern. Zum Glück gibt es Seile und eine Leiter als Hilfe beim Abstieg. Alle zehn Wanderer gelangten sicher nach unten. Ich könnte mir vorstellen, dass es im Herbst und im Winter nicht so einfach ist über glitschige und schlammige Hindernisse in die Tiefe zu gelangen.

Eine Leiter ist auf diesem Felsen eine große Hilfe.

12 atemberaubende Strecken – Premiumwandern in Schweden

Schöne Seen, teilweise eine atemberaubende Küste, Moore und Berge – Schweden ist bekannt für seine großartige Natur. Daher gibt es auch etliche Schwedenfreunde, die das Land mit dem Kanu oder zu Fuß durchstreifen und erleben wollen.

Am bekanntesten ist der Wanderweg “Kungsleden”, aber es gibt, wie ich jetzt der Zeitung “Aftenposten” entnehme, auch elf andere Wege, die gerade der Schwedische Tourismusverband Svenska Turistföreningen zusammengestellt hat.

Herausgekommen sind dabei zwölf Strecken, die hoffentlich alle wirklich die folgenden selbstgesteckten Kriterien erfüllen wie zum Beispiel:

– sie sollen schön sein und spektakuläre Naturerlebnisse bieten

– jeder einzelne soll typisch für seinen Landesteil sein

– sie sollen leicht zu erreichen und mit dem ÖPNV ansteuerbar sein

– nicht nur erfahrene, sondern auch weniger erfahrene Wanderer sollen sie bewältigen können

– auch als Rundkurs mit Rückkehr zum Startpunkt machbar sein

– Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Zwölf Wanderwege sollen diese Kriterien jetzt erfüllen:

– Kungsleden Abisko in Norrbotten bei Kiruna, wo auch der aus Selma Lagerlöfs Werk “Nils Holgersson” berühmte Berg Kebnekaise liegt

– Kungsleden Hemavan in Västerbotten, der auch durch das Gebiet des noch natürlich fließenden Flusses Vindeln führt

– Höga kusten am Bottnischen Meerbusen südlich von Umeå

– Norra Sörmland westlich von Stockholm im Gebiet von Mälaren

– Siljansleden in Dalarna im Herzen Schwedens

– Finnskogsleden in Värmland im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet

– Jämtlandstriangeln, wo Du vielleicht sogar den scheuen skandinavischen Braunbären beobachten kannst

– natürlich den Nationalpark Tiveden in der Nähe von Göteborg

– Södra Bohuslän, die berühmte schwedische Westküste

– Öland, das Mallorca der Schweden

– Omberg am großen Vätternsee

sowie

– Österlen bei Henning Mankells Ystad.

Weitere Infos findest Du unter

Zwölf neue Wanderwege in Schweden

Alte Festungen, das letzte Herbstlaub

Das schöne Wetter nutzend, sind wir am Sonntag auf dem Rheinsteig herumgeklettert.

Wir sind 12,8 Kilometer von Leutesdorf bis Rheinbrohl gelaufen, haben dabei eine Burgruine und Skulpturen mitgenommen, den Blick auf das letzte Herbstlaub genossen und den Blick auf den Rhein.

Da es fast 700 Höhenmeter sind, muss man schon Zeit einplanen – gut 5,5 Stunden.

Es geht mehrmals fast komplett ins Tal herunter.

Die Strecke liegt ungefähr auf der Mitte zwischen Bonn und Koblenz. Am Anfang und am Ende der Strecke gibt es Bahnhöfe, was An- und Abreise erleichtert. Gelegenheit zur Einkehr gibt es nur in Leutesdorf und Rheinbrohl um diese Jahreszeit. Die Hütten sind derzeit geschlossen.

Blätterzauber an der Ehlinger Ley

Bunte Blätter der Bäume, voll belaubte Weinreben: Der Herbst verzaubert die Ehlinger Ley bei Bad Bodendorf. Noch ist es warm, so dass sich Menschen und Tiere gerne in den Höhen und auf den Streuobstwiesen aufhalten. Die Gegend im Ahrgebirge ist zum Wandern zu empfehlen. Denn die Füße werden geschont, da es nur wenige Asphaltwege gibt. Überwiegend sind es Waldwege, die mal fein, mal grob geschottert sind. Am Anfang und am Ende der Strecke gibt es Bahnhöfe, was An- und Abreise erleichtert. Eine Gelegenheit zur Einkehr mit leckerem Kuchen gibt es um diese Jahreszeit unterwegs in Ehlingen, davor in Löhndorf im Tal. Die Winzerhütte nahe der Ehlinger Ley ist derzeit geschlossen.

Auf dem Jakobsweg Radeln für Pilger

Es ist aufregend, wen ich auf der Strecke kennenlerne. Einsam ist es nie. Dazu wandern zu viele auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela. Die Strecke ist 235 Kilometer lang. Jedem steht es frei, sich zu entscheiden, ob man alleine wandern will oder zu mehreren. Manchmal ist es schön, die Landschaft still für sich zu genießen, denn wer viel beim Wandern redet, kann auch viel übersehen.

Die Mehrheit stellen in diesen Tagen Deutsche und Spanier. Am Wochenende gesellten sich Portugiesen dazu. Aber auch Asiaten wie eine Usbekin, die ich in Gemeinschaft am Mittagstisch mit zwei Dänen und einer Deutschen traf. Sie sprach fließend Deutsch, so dass ich aufgrund des Akzents dachte, dass sie in Süddeutschland aufgewachsen wäre.

Als ich am Vorabend einen Schlafplatz suchte, stieß ich auf zwei Französinnen, die vor dem Gemeinschaftshaus eines Hostals aßen. Eine gute Gelegenheit, mal wieder Französisch zu sprechen, was nach Tagen auf Spanisch, Englisch und etwas Portugiesisch anstrengend war. Aber immer noch natürlicher als jeder Konversationskurs an der Volkshochschule. Die beiden Damen arrangierten einen Zeltplatz auf dem Gelände für mich. Wahrscheinlich war ich der erste Camper hier, da eigentlich nur Zimmer vermietet wurden. Eine Dusche allerdings boten sie mir nicht in ihrer Hütte an; da sind Norweger, Schweden, Dänen und Portugiesen gastfreundlicher. Ich nahm den Gartenschlauch stattdessen. Anschließend luden mich Irineo und seine Frau – aus Sintra – zum frisch gegrillten Steak mit Chips, Salat und Bier ein. Sie gingen davon aus, dass ich hungrig sein musste. Dabei war ich nur 21 Kilometer auf einem zum Teil allerdings holprigen Weg gefahren. Dankbar schlief ich im Zelt unter klarem Sternenhimmel mit Grillenzirpen ein.

Postkartenidylle auf dem Rotweinwanderweg in der Eifel

Gestern wanderten wir gut 16 Kilometer auf dem Ahrsteig. Der Weg führte uns zunächst an der Ahr entlang von Mayschoss nach Altenahr und dann auf dem Rotweinwanderweg zurück nach Mayschoss. Die Kamera sollte niemand vergessen. Denn auf der Strecke finden sich immer wieder schöne Motive.