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Hundeleben in der Serra da Estrela

Bisher habe ich noch nie ein Hundebild gebracht. Ein Katzenbild schon. Das ist gut 1,5 Jahre her, als ich auf dem Jakobsweg in Galizien radelte. Eine junge Katze besuchte mich, neugierig auf den Gast in der Pension.

Jetzt reiche ich einen kleinen Hund nach, den ich beim Radeln durchs portugiesische Hochgebirge traf.

Ich arbeite seit einigen Tagen die Bilder der Radwanderung auf. Das Tier lebt auf einem Hof in einem Tal der Serra da Estrela: in der Nähe des Dorfes Cabeça. Sein treuherziger Blick fesselte mich sofort. Weiß jemand, um welche Rasse es sich handelt?

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

Portugal zum vierten Mal in Folge zu Gast auf der Leipziger Buchmesse

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich portugiesische Literatur, besetzt mich geradezu. Mich interessiert, wie Portugals Autoren ihre Berge darstellen. Es gibt tatsächlich Berge innerhalb des schmalen Streifens Land, der gut ein Drittel der Iberischen Halbinsel einnimmt. Sie liegen hauptsächlich im Nordosten des Landes; der höchste Berg heißt Penhas Douradas und ist fast 2000 Meter hoch. Er liegt innerhalb der Serra da Estrela.

Wie besessen habe ich mich durch Werke von José Saramago, Aquilino Ribeiro, Ferreira de Castro, Gil Vicente und auch des in Salamanca aufgewachsenen kanadischen Autors Yann Martel gelesen – kein einziges hat mich enttäuscht.

Denn die Lektüre ergab spannende Ergebnisse rund um den Mythos der portugiesischen Berge. Die Dichter konzentrieren sich dabei nicht nur auf die Serra da Estrela, sondern auch auf andere Gebirgszüge im Zentrum ihres Landes. Ihnen liegt sehr daran, die Gebirgsbewohner nicht als Hinterwäldler erscheinen zu lassen; dieses Bild wird hier und dort durchaus verwendet, da man in solchen Regionen noch heute viel Armut antrifft. Doch beim Lesen wird einem deutlich, dass das Leben dieser Menschen vom kargen Land bestimmt wird, sie dennoch in der Lage sind, ihr Leben so zu organisieren, dass sie für ihr eigenes Brot sorgen können.

Portugal ist ein Leseland und kulturell sehr interessiert. Wenn ich mir nicht nur deren hochwertige Literatur anschaue, sondern auch die Vielzahl liebevoll gemachter Webseiten der Medien rund um Kultur anschaue, kann ich etwas ernüchtert nur feststellen, wie geistig verarmt unsere Medien mittlerweile sind. Die Seiten in Deutschland sind oft lieblos heruntergehauen; eingekauft werden von vielen Medien Artikel von der Stange, in denen der Mut zur eigenen Meinung fehlt, keine eigene Perspektive aufgebaut wird.

Kultur lasse sich nicht verkaufen, wird dann dagegen argumentiert, bringe keine Quote.

Portugal nimmt jetzt zum vierten Mal in Folge an der Leipziger Buchmesse teil. Der besondere Reiz dieser Messe ist, dass man den guten Autoren der Gastländer während der Lesungen nahe kommen kann, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Diesmal sind Afonso Cruz, Ana Margarida de Carvalho, Joana Bértholo e Valério Romão und auch der Ex-Kulturminister Luís Filipe Castro Mendes zu Gast. Vorgestellt wird auch Literatur der ehemaligen Kolonie Angola.

Wir können froh sein, dass wir die Messen in Leipzig und Frankfurt noch haben, es dort Lesungen gibt, in denen Leser ihren Lieblingsautoren noch begegnen können oder jemandem, der noch der Liebling werden kann.

Die Messe beginnt am 20. März.

Portugal zu Gast in Leipzig

Schafwolle in den Genen

Burel bedeutet Schafwolle und die von der Serra da Estrela ist besonders qualitätvoll; der Begriff ist bereits seit dem 19. Jahrhundert ein Markenname für portugiesische Wollprodukte.

Der Designer Miguel Gigante gehört zu einer Gruppe innovativer Kreativer, die Wollprodukte im „New Hand Lab“ in der ehemaligen „Fábrica António Estrela“ in Covilhã kreieren. Gigante legt dort zurückhaltend vornehm seine selbst gestalteten Mäntel, Wolldecken und Schals auf dem sauberen Boden aus. Er hat die Prototypen geplant. Er leitet die maschinelle Produktion.

Die Stadt Covilhã ist Zentrum der portugiesischen Wollproduktion. Sie gilt schon lange als das portugiesische Manchester. So nimmt sie einen herausragenden Platz in der Wirtschaft des Landes ein.

Film: Schafwolle in den Genen

Afrikanische Nacht mit dem Froschflüsterer am Canyon

So ähnlich wie Tomás, Held in Yann Martels hervorragendem Roman „Die hohen Berge Portugals“, fühlte ich mich auch, bevor ich mich mit dem Mountainbike auf eine dreiwöchige Reise durchs portugiesische Hochgebirge begeben sollte. „Du fährst nicht durch Afrika.“ Oder „Du wirst in Gegenden kommen, die noch nie ein Auto gesehen haben“. Und: „Die hohen Berge Portugals waren die letzte Bastion des iberischen Nashorns, bevor es von der Moderne überrollt worden ist.“

Ich durchquerte zwar schon die Pyrenäen mit dem Rad auf dem Jakobsweg, kenne fast jeden Grashalm zwischen Flensburg und Narvik. Aber ich war noch nie drei Wochen mit dem Rad nur in einem Gebirge unterwegs gewesen, noch dazu mit vollem Gepäck. Ich fürchtete mich vor steilen Anstiegen, vor Einsamkeit, vor dem Verdursten. „Dort gibt es nichts. Dort ist Pampa.“ Doch einsame Gegenden reizen mich immer; außerdem ist es ein Vorurteil, dass es dort „nichts gibt“. In Lappland ist immer „etwas los“.

Faia Brava Blick in den Canyon des Rio Coa 2

Wo einst Bauern Schafe und Ziegen weiden ließen, vermehren sich jetzt in einer Macchia mit einem 200 Meter tiefen Canyon Adler, Geier und Schlangen, Wildpferde und Auerochsen in der Nähe des Rio Douro im portugiesischen Gebirge. Ein Naturschutzverein hat dort das erste private Naturreservat Portugals gegründet. Biologen pflanzen Bäume gegen die Bodenerosion und legen Tümpel an, in denen Frösche munter quaken.

Durchstreifen und erleben Sie einige Minuten mit mir den Canyon!

Mit dem Froschflüsterer am Canyon

Geheime Kulte im Verborgenen

Geheimnisvolles zu erforschen, ist spannend“, sagt Graça. Nachdem sie ihr Leben als Betriebswirtin in Lissabon gegen das einer Pensionswirtin im Dorf Caria eingetauscht hat, beginnt sie, geheime religiöse Kulte der Juden während der Inquisition zu erforschen. Eng mit ihr zusammen arbeitet der Architekt Miguel aus Figueira de Castelo Rodrigo. Beide fotografieren und dokumentieren die Häuser und Embleme im Judenviertel. Der Initiative der beiden am Rande der Serra da Estrela verdankt das Nest, dass Touristen aus aller Welt, sogar aus Brasilien und Israel, trotz der 400 Jahre langen Herrschaft der Inquisition ein einzigartiges jüdisches Erbe vorfinden.

Geheime Kulte im Verborgenen

Im Luxuszelt in den hohen Bergen Portugals

Suchen Sie noch ein ausgefallenes Urlaubsziel fürs nächste Jahr? Dann besuchen Sie die Serra da Gardunha. Die größte Stadt dort ist Fundão im Distrikt Castelo Branco. Ich habe mir dort den Luxuscampingplatz “Natura Glamping” angeschaut. In einem kurzen Video über den Campingplatz können Sie sich jetzt selbst einen Eindruck von ihm verschaffen.

Zu Gast im Luxuszelt in den hohen Bergen Portugals

Weitergehende Infos in Form meiner Reportage “Zu Gast im Luxuszelt” finden Sie auf meiner Webseite und in der neuen Ausgabe des Special-Interest-Magazins “Glamping – Lifestyle in Natur”. Das Magazin ist in jeder gut sortierten Buchhandlung zu finden. Die neue Ausgabe erscheint am 9. Dezember 2016.

Glamping Magazin

Die hohen Berge Portugals