Schlagwort-Archive: Dänemark

Dänische Romantik in Rododendronwald

Große Kulturinstitutionen vermitteln oft nationale Geschichten für die Masse. Nicht weniger spannend kann es aber sein, in lokalhistorische Besonderheiten einzutauchen und kleine Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die dänische Zeitung Aarhus Stiftstidende schlägt Ziele für diese Jahreszeit auf Lolland-Falster vor. Diese sind die ersten zwei dänischen Inseln nach der Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby.

Dort erwarte jeden großartige Natur, schreibt die Zeitung. Ein langer Deich erstrecke sich vom Hafen in Rødby bis zur Halbinsel Albuen entlang der Südküste Lollands. Da die Landschaft flach sei, ergebe sich eine gute Aussicht über Rüben- und Kornfelder auf der einen und den Fehmarnbelt auf der anderen Seite. Im 18. Jahrhundert errichteten Bauern diesen Deich, um das Gebiet gegen Überschwemmungen zu schützen. Dieser schützte sie aber nicht vor den Folgen einer großen Sturmflut im Jahre 1872, durch die 80 Menschen starben. Danach erweiterten sie den Deich, der offenbar keine weitere Katastrophe mehr zuließ. Heute müsse man sich dort nur noch vor der Sonne schützen, da es keinen Schatten gebe. „Hier gibt außer Fahrradfahrern und Spaziergängern keinen Verkehr“, sagt Expertin Anne Pilø Melillo. Auf der Deichkrone verlaufe ein Kiesweg, auf dem Reisende zum Beispiel den Ort Albuen umrunden könnten.

In dieser Jahreszeit blühe in Kappel auf Südwestlolland ein Rododendronwald in rosa, creme, rot, violett und gelborange. Angelegt habe ihn Peter Hansen, Gärtner und Gartenenthusiast. Er pflanzte bewusst einen wilden Garten, in dem Besucher ein romantischer Spaziergang zwischen 1100 Arten Rododendron, 70 verschiedenen Magnolienarten und 500 Typen Pfingstrosen erwarte. „Wenn der Rododendron Saison hat, findest du nicht, was hübscher ist. Sie blühen Ende Mai und Anfang Juni“, zitiert die Zeitung Anne Pilø Melillo. In der Kirche von Aastrup gebe es mit die feinsten gotischen Kalkmalereien Dänemarks. Die Malerei führte der weitgehend unbekannte Meister Elmelund Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sie bedeckt das komplette Kirchengewölbe. Die farbigen Malereien wurden später weiß übermalt, als farbige Bilder längst nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Aber in den 1940er Jahren wurden sie aufgedeckt. Man fand Szenen des Alten und Neuen Testaments. Darunter befinden sich zum Beispiel die Geschichten von Adam und Eva und über die Leiden Jesu. „Die Kirche liegt hübsch auf einem Hügel“, sagt Anne Pilø Melillo. Aastrup Kirche sei normalerweise offen während der Arbeitszeit des Totengräbers von Dienstag bis Sonntag. Man sollte aber die Gemeinde aber besser kontaktieren, um sich zu vergewissern.

Ein weiteres lohnendes Ziel scheint das Wohnhaus des Malers Richard Winther (1926-2007) zu sein. Er kaufte 1993 ein aufgegebenes Altersheim in Vindeby auf Nordwestlolland. Dort richtete er sein Atelier und Haus ein und bemalte Wände und die Decke. Auf diese Weise verwandelte er das Gebäude in ein Kunstwerk auf 72 Quadratmetern. Winther kam in Maribo auf die Welt und wurde auf der Königlich Dänischen Kunstakademie ausgebildet, wo er in den 1989er Jahren auch als Professor forschte und lehrte. Er arbeitete auf den Gebieten der Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und Text. Seine Kunst handelt von den großen Themen des Lebens: Erotik und Tod.

Ein weiteres interessantes Ziel ist die Polenkaserne in Tågerup. Sie ist eine von mehreren Kasernen, in denen einst polnische Saisonarbeiter von April bis Oktober lebten. Die Kaserne liegt nicht weit vom Landgut Lungholm entfernt. Sie wurde 1911 erbaut und bot Platz für junge weibliche Landarbeiter. Das heute von Freiwilligen betriebene Museum vermittele den Alltag der jungen Frauen vom Ende des 18. Jahrhundert bis 1929. Danach war der Einsatz ausländischer Saisonarbeiter verboten. Die Kaserne in Tågerup war ein Heim für 36 junge Frauen, die in einem gemeinsam Schlafraum schliefen. Der Vorsteher und seine Frau lebten hingegen in einer kleinen Wohnung. Die polnische Bevölkerungsgruppe gab der Insel ein besonderes Gepräge. „Diese ist eine der Ursachen dafür, dass es hier katholische Kirchen und ein Nonnenkloster gibt“, sagt Anne Pilø Melillo.

Den kompletten Artikel der Stiftstidende findest Du auf www.stiften.dk/rejser/Fem-skjulte-perler-til-ferien-paa-Lolland-Falster/artikel/579572

Schwedens Westküste ist Jahresradweg Europas

Eine meiner ersten Fernradtouren führte zur schwedischen Westküste. Ich hatte ganz Dänemark erschlossen und das lustige Leben auf den Campingplätzen, an den Stränden und in den Städten genossen. Doch mit Schweden betrat ich eine ganz neue Welt, die ich durch Ferien in Sommerhäusern zwar schon lange gewohnt war. Aber alleine durch Schweden zu radeln, ist eine andere Nummer, weil sich wenige Menschen über einen weiten Raum verteilen. Mittlerweile ist Südschweden mir schon zu dicht besiedelt, weshalb ich in der Regel einsame Regionen bevorzuge. In einsamen Gegenden wie in Nordnorwegen oder im Gebirge Portugals ist man als Radler auch zugleich ein Bote, der Nachrichten aus anderen Dörfern mitbringt. Wie geht es Leif? Welche Tiere hast Du auf dem Weg gesehen? Gibt es den Supermarkt dort schon? Die Menschen kennen einander oft. Sie ihrerseits geben Tipps und zeigen ihre Umgebung. Daher empfinde ich es mittlerweile als befriedigender, eine einsamere Region zu erschließen und sich auf die Menschen einzulassen. Denn sonst kann es vor allem innerlich sehr einsam werden.

Zurück nach Schweden: Meine erste Nacht verbrachte ich nach dem Verlassen Dänemarks auf dem Campingplatz von Halmstad. Ich hörte einen armen Mann die ganze Nacht in seinem Wohnwagen husten. Der Wind rüttelte am Zelt. Ich fühlte mich alleine, denn bis auf den Kranken und mich schien es niemanden hier zu geben. Daher fing ich schon auf dieser Tour an, auf Einheimische zuzugehen, die mich ihrerseits aber auch von ganz alleine fanden.

In den Jahresradweg Europas 2018 an Schwedens Westküste ist eine ganze Reihe an Begegnungsmöglichkeiten eingearbeitet wie Cafés. Heute bin ich über solche Gastronomie froh, da man dort Leute kennenlernt, ich mich dort auch hinsetzen kann, um Tagebuch zu führen, das ich später zu Artikeln ausarbeite. Es gibt viele Menschen, die neugierig werden und fragen, was ich gerade schreibe. So ergeben sich viele Gespräche.

Am vergangenen Wochenende stellten sichan der Westküste verschiedene Unternehmen in einem Fest der Öffentlichkeit vor, wie aus dem nun von Aftonbladet veröffentlichten Artikel „God mat och sköna cykelturer på västkusten“ hervorgeht. Auf Touristen warten zehn Routen von fünf bis dreißig Kilometern zwischen Helsingborg und Göteborg. Ich habe gerade alle Orte bei Google Maps eingeben. Es ergibt sich eine Strecke von gut 382 Kilometern. Binnen einer Woche kann sich jeder im Sommer in Ruhe die Küste anschauen und die ausgearbeiteten Angebote ausprobieren. Wie man sieht, wird dort zum Beispiel Bier gebraut, Fisch zubereitet, Lakritz hergestellt und Pralinen gerührt. Leider kommt im Artikel von Aftonbladet die Schilderung der Kultur- und Naturerlebnisse zu kurz. Es sind Strände aufgeführt wie Vejbystrand, Falkenbergs Strandbad und eine Mountainbiketour rund um Båstad.

Weg in Kürze zum Nachfahren:

  • Helsingborgsrundan.15 km. Smakstopp: Brödkultur, Lakritsfabriken, Ebbas fik, Ålgrändens Ost & Delikatesser, Helsingborgs Bryggeri.
  • Trädgårdsälskaren.30 km. Smakstopp: Sofiero, Café Bistro, Arilds Vingård.
  • Kullaturen.25 km. Smakstopp: Tunneberga Gästgifvaregård, Kullasparris, Flickorna Lundgren, Växthuset i Brunnby, Kullabergs Vingård, Kryddiga Perenn, Krapperups kaffestuga, Ellagårdens bär, Kullabygdens Vanilj & Choklad.
  • Smaka på Kullabygden.30 km. Smakstopp: Höganäs bryggeri, Krapperups Kaffestuga, Arilds Vingård, Flickorna Lundgren, Fabriken.
  • Vejbystrand. 10 km. Smakstopp: Vilt & Gott, Vejby Vingård, Sandgårdens Skafferi, Bjäre Fisk & Skaldjur, Vejbystrands Vandrarhem/B&B.
  • Båstad. Guidade mountainbiketurer där kaffe och fika ingår. Totalt ca 3 timmar.
  • Falkenbergsrundan.16 km. Smakstopp: Skrea Ost, Prostens Pizza, Båta Kåsan med Suseå Choklad och Slöinge Kafferosteri, Falkenbergs Strandbad.
  • Onsala, Utvalda pärlor längs Gottskärsvägen. 5 km. Smakstopp: Båt- och Sjöfartsmuseet, Zigges BBQ, Hönö Fisk, Gula Stugans, Fru Pilos Praliner, Gottskär Hotell, Gottskär Hotells Café, Tre Toppar.
  • Åsa, Det Stora Mattrampet. 28 km. Smakstopp: Kvia Grönsaker, Naturum, Bräutigams, Hallands Kombucha, Mariebergs Gårdsbutik, Kvarnbageriet, Hamra Gård, Gårdsbageriet i Idala och I’m Coffee
  • Halmstad Smakrunda. 30 km. Smakstopp: I am Coffee, Krantz Brödbod, Tylebäck Hotell & Konferens, Vilshärads Gårdsbutik, Heagårds Skafferi, Strandlida Bryggeri, Skånskan, A little Party – Champagnebaren.

Weitere Infos auf https://www.kattegattleden.se/de/ und http:// www.aftonbladet.se/resa/a/6jWdqO/god-mat-och-skona-cykelturer-pa-vastkusten

Flammenmeer über dem Limfjord

Wenn das nicht eine Liebeserklärung ist: Manche Dänen haben den Limfjord ziemlich ins Herz geschlossen. Er liegt in Nordjütland. In Aarhus traf ich mal eine Künstlerin, die in ihrem Keramikgeschäft viele Erinnerungen an die Landschaft verteilt hat: ans Licht, an den Sand, an die Stimmung. Sie stammte aus der Region. Heute finde ich in der dänischen Tageszeitung Berlingske wieder eine Art Gedicht. Das gebe ich hier fast unverändert wieder, weil es auch in mir viele Erinnerungen an Dänemark weckt.

„Kann eine Schönheit wirklich Lob dafür bekommen, dass sie seit Jahren an der Wasserkante liegt, ohne dass es jemand merkt? Ja! Dieser Schriftsteller kann das unterschreiben. Denn in Løgstør verbrachte ich meine ganze Kindheit und den Rest meiner Jugend, außer wenn ich den Blick vom Bier und dem Mofa Puch Maxien zuwandte, um die Umgebung zu entdecken. Aber jetzt mit dem Leben eines Erwachsenen und genug Abstand wende ich mich rückwärts, stehe dann auf dem Abhang des Dorfes mit freier Sicht über den Limfjord. Mein Herz schwillt ein bisschen an. An einem klaren Tag mit kobaltblauem Himmel oder bei einem Sonnenuntergang verwandelt sich der Himmel in ein Flammenmeer. Die Gegend wird dann phänomenal hübsch.”

Dann schwenkt er aber etwas um, macht sich fast lustig, wohl dänische Ironie. Der Poet wird Journalist: Der alte Fischerort Løgstør auf der Halbinsel setze jetzt auf Tourismus. Er vermarkte sich als Muscheldorf und könne mit einem gut funktionierenden Sportboothafen “prahlen”, mit guten Gaststätten, wo man haufenweise Muscheln serviere. Des Ortes „ästhetisches Prachtstück“ sei der Kanal Frederiks VII., der 1856 gegraben wurde, um dem Schiffsverkehr zu helfen. Mit 4,4 Kilometern ausgesprochen lang. Er reiche von Løgstør bis zur Sommerhaussiedlung Lendrup. Den Spaß machen sich Dänen gerne mit ihrem hohen Berg an den großen Seen, mit der 156 Kilometer langen Gudenå, dem längsten Fluss des Landes. Alles übrigens auch zum Durchstreifen und Erleben gut geeignet. Ich genieße es dort, Konzerte zu höen, zu paddeln, zu radeln, zu zelten und gut zu essen. Zum Limfjord geht es vielleicht schon im Sommer, falls uns wieder heißes Wetter erwartet.

Mehr Infos findest Du auf www.berlingske.dk/rejser/aok-anbefaler-seks-oversete-perler-i-danmark

Urlaub wie im Zucker

Als ich gerade auf „Geo“ erfuhr, dass es jetzt einen 45 Meter hohen Aussichtsturm namens Treetop Tower in Haslev mit einer weiten Rundumaussicht gibt, erinnerte ich mich an eine schöne Zeit in meiner Kindheit. Auf der Insel Seeland war ich oft in den Sommerferien mit meiner Familie. Auf Bäume geklettert sind wir dort zwar nicht. Aber empfehlen kann ich die Gegend auf jeden Fall. Gerade Familien mit kleinen Kindern bieten sich dort schöne Möglichkeiten. Die Fahrt von Deutschland aus ist nicht so weit. Und wo findet man so nah wie in Dänemark ein Ferienhaus mit großem Garten?

Am meisten gefielen uns die Orte Gilleleje und Tisvildeleje. Es ist ruhig dort und die Strände sind dort schnell zu erreichen. Mitten in den Dünen ließen wir uns nieder, so dass wir doch recht windgeschützt waren. Mit meinen Geschwistern bauten wir am Wasser Burgen und Kaufmannsläden, verbuddelten uns gegenseitig. Wir handelten mit Einheimischen um Muscheln, schöne Steine und angeschwemmtes Treibgut wie Taue. Der weiße Sand fließt wie Zucker durch die Finger und sonnenheiß auf die nackte Haut. Spielen lernen Kinder also auf jeden Fall. Geangelt haben wir natürlich auch dort. Seehecht und Dorsch mit Wattwürmern, die man in den Dörfern kaufen konnte.

Gelegentlich suchten wir auch von dort aus bei kühlem Wetter das Glaswerk Holmegaard auf, das ganz nah am neuen Baumwipfelpfad liegt – in Naestved. Dort gab es schöne mundgeblasene Gläser im skandinavischen Stil, also kein Mainstream für die Spülmaschine, wie sie leider die meisten kaufen. Daher leiden auch viele gute Glas- und Porzellanmanufakturen wie Fürstenberg im Weserbergland. Man muss sich nur anschauen, wie wenig die Antiquare in „Bares für Rares“ bereit sind, in prächtiges Meißener Porzellan zu investieren. Wer ein schönes Wein- oder Bierglas haben wollte, musste schon im mittel- bis hochpreisigen Bereich einsteigen. Der ist bis heute erhalten geblieben, doch die Form hat sich bei den meisten schon verändert.

Mein Bierglas (www.holmegaard.com/shop/products/drinking-glasses/beer-glass/p-506/charlotte-amalie-beer-glass-clear-30-cl) finde ich aber nach wie vor am Schönsten. Ebenso dieses Weinglas: www.holmegaard.com/shop/products/wine-glasses/red-wine-glass/p-502/charlotte-amalie-red-wine-glass-clear-23-cl. Auch ältere Formen, wohl die Bestseller, wurden beibehalten wie ein Bierglas aus den 1970er Jahren. Nach wie vor kosten die Gläser mit gut 30 Euro recht viel.

Beide Gläser kosten zwar um die 30 Euro. Es lohnt sich aber auch, da der Geschmack doch ein anderer ist. Die anderen Produkte sind an den allgemeinen Geschmack angepasst, was wohl daran liegt, dass Holmegaard von Rosendahl Design Group übernommen wurde. Eine Reise nach Seeland lohnt sich also.

Infos der Zeitschrift Geo über den Baumwipfelpfad findest Du hier: http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21261-bstr-dieser-neue-baumwipfelpfad-ist-ein-echtes-schmuckstueck/267568-img-.

Lange Strände mit türkisfarbenem Wasser

Gerade hat die französische Zeitschrift Vogue einen Artikel über 17 schöne Strände in Frankreich publiziert. Vielleicht ist ja einer für Dich dabei, an dem Du gerne Deinen nächsten Urlaub verbringen würdest.

Geradezu verlockend wirken die Fotos vom Strand Pointe de Saint-Hernot in der Bretagne und vom Strand D‘Etretat in der Normandie. Die Namen aller Strände sind im Text gefettet und so leicht ohne Französischkenntnisse zu erkennen, so dass sich eine Übersetzung ins Deutsche erübrigt.

Doch rate ich dazu, im Netz weitere Fotos vom Urlaubsziel anzuschauen. Denn oft werden solche Bilder von Agenturen kostenlos zur Verfügung gestellt und stammen leider oft nicht von verantwortungsvoll arbeitenden Reisejournalisten. So sind dann zum Beispiel hässliche Häuser und Hotels oder Straßen in der näheren Umgebung nicht auf Agenturbildern zu sehen. Ich kenne innerhalb Europas nur wenige wirklich unverbaute Strände.

Auch auf die Wassertemperatur würde ich vorab im Netz schauen. In Galizien oder selbst in Algarve gibt es Abschnitte mit kalten Strömungen, die selbst im Hochsommer nicht gerade zum Baden einladen. Da ist manchmal das Kattegat in Dänemark an sonnigen Tagen wärmer als in Südeuropa.

Weitere Infos findest Du unter

17 schöne Strände in Frankreich

In Kopenhagen hat Nyhavn Konkurrenz bekommen

Auch mal ganz interessant – Kopenhagen aus französischer Perspektive. Die für “Le Monde” schreibende Autorin Anne-Françoise Hivert hat das Stadtviertel Refshaleøn
besucht, das einst ein Industriegebiet beherbergte und jüngst umgeformt wurde.

Mich erinnert das an Aarhus Ø; dieses ebenfalls auf einer Halbinsel liegende Gebiet wurde in jüngster Zeit ebenfalls von einem Industrieort in ein Viertel zum Wohnen, Arbeiten, Studieren und Freizeit verbringen transformiert.

Übernommen hat die Autorin auch irgendwoher das Bild des dänischen Brooklyn, das die Dänen natürlich kennen. In Aarhus wollen sie allerdings die Entwicklung dahin vermeiden, weil die anfänglich in Brooklyn vorhandene Szene der jungen Kreativen durch einen rasanten Anstieg der Mieten verdrängt worden sei. So sagte es mir der Stadtarchitekt Stephen D.Willacy in einem Interview über die Weiterentwicklung der Stadt.

In Kopenhagen hat Hivert Relikte der Vergangenheit entdeckt, die noch aus der Zeit stammen, in der vor allem die große Werft Burmeister & Wain dort aktiv war.

Doch heute sei es stark verändert: “C’était compter sans les artistes, architectes, restaurateurs et créatifs de la ville qui, attirés par les 500 000 mètres carrés disponibles et le prix modique des loyers, sont en train d’en faire le quartier le plus bouillonnant de Copenhague.

Sie empfiehlt einige aus ihrer Sicht interessante Ziele für einen Tripp nach Kopenhagen, um das Lebensgefühl der dänischen Gemütlichkeit zu erfahren.

Die Locations sowie weitere Infos findest Du unter Refshaleøn – das neue kreative Kopenhagen

Urlaub an den Orten der Sehnsucht

Es gibt viele Orte auf der Welt, die einen klangvollen Namen tragen, die man daher unbedingt wenigstens einmal im Leben gesehen haben muss. Für mich waren es als Jugendlicher Norderney und Monschau, später gesellten sich Sehnsuchtsorte wie Biarritz, Santiago de Compostela, die Avenue des Champs-Élysées oder Pont Neuf dazu.

Nach Norderney wollte ich immer mit dem Rad radeln, weil sich für mich der Name so richtig schön nach hohem Norden anhörte. Noch dazu eine Insel in der wilden Nordsee mit viel Sand und hohen Wellen. Es erschien mir als Heranwachsendem schon als eine ganz schön weite Strecke, von Münster aus dorthin zu strampeln.

Monschau hingegen erschien mir immer als verwunschen, wahrscheinlich auch wegen des -sch- darin. Fotos zeigten immer viel Wald, Berge, Flüsse, eben das, was die Eifel so zu bieten hat. Meine Mitschüler waren dort auf Klassenfahrt, aber ich war damals krank, weshalb mir Hellenthal und Monschau vorenthalten blieben. Ich war sehr traurig, nicht mit ins Schullandheim mitzudürfen.

Da ich mir immer sehr gerne Landkarten ansah und abzeichnete, gedanklich auch oft mit deutschen Fußballvereinen durch Europa reiste, Literatur las, romantische Filme ansah, erweiterte sich mein Entdeckerdrang zusehends. Die Welt umradeln wollte ich oder wenigstens durch Europa fahren, um mir Seebäder, Pilgerorte, den Glanz der großen weiten Welt anschauen.

Biarritz war dann tatsächlich der erste Ort, an dem ich die Sehnsucht stillen konnte, kam dann tatsächlich auf einer meiner ersten Radreisen auf dem berühmten Jakobsweg dort an. Ich hatte mir immer tolle Sandstrände vorgestellt, einen Ort mit gemütlichen französischen Cafés, schöner Musik, war dann aber ziemlich enttäuscht über dieses langweilige Seebad. Und besonders toll fand ich den Strand jetzt auch nicht.

Die Seen und Strände Dänemarks und Schwedens fand ich wesentlich schöner, den heißen Zuckersand durch die Finger gleiten zu lassen, die geheimnisvollen Fische in Banyules-sur-mer oder Palamos auf der Fahrt mit dem Leistungskurs beim Tauchen zu beobachten. Norderney habe ich übrigens bis heute noch nicht gesehen.

Wie ergeht es Dir an deinen Sehnsuchtsorten?

Was hingegen eine Autorin der österreichischen Zeitung “Die Presse” am Sehnsuchtsort Cannes erlebte, kannst du hier nachlesen.

Sehnsuchtsort Cannes

Dänemarks schönste Schlösser auf der Margeritenroute

Dänemark beherbergt sehenswerte Schlösser, von denen viele auch betreten werden können. Denn so manche gehören dem Staat, da der Unterhalt sehr teuer ist.

Die Zeitung “Jyllands Posten” hat jetzt einen Artikel mitsamt Karte veröffentlicht. Dieser hilft Dir dabei, die Schlösser zu besuchen, die sich auf Jütland, Fünen und den sich anschließenden Nachbarinseln befinden.

Die Schlösser sind oft nicht nur äußerlich Schmuckstücke, sondern beherbergen in sich auch wertvolle Kunstwerke, wie zum Beispiel Goya und Rubens im Renaissanceschloss Voergaard in der Nähe von Frederikshavn im Norden Jütlands.

In der Nähe von Aarhus liegt das Renaissanceschloss Rosenholm. Es beherbergt sowohl Dänemarks größte Sammlung an Gobelins als auch bedeutende Familienporträts von Malern wie Carl Gustaf Pilo oder Jens Juel.

Ich selbst besuchte eine Reihe solcher Schlösser, aber auch Herrenhöfe in Mitteljütland, als ich vor einiger Zeit dort mit dem Fahrrad die Gegend bereiste. Es ergaben sich einige nette Begegnungen mit den Bewohnern, von denen ich Dir demnächst in meinem Kulturreiseführer über Mitteljütland berichten werde.

Erst einmal findest Du hier weitere Infos über die Schlösser, die Du einfach mit dem Rad über die Margeritenroute bereisen kannst. In Dänemark gibt es ein so hervorragendes Radwegenetz, so dass sich die Fahrt mit dem Auto nur als langweilig erweisen kann.

Folge der Margerite – Schlossroute

Pfiffige Ideen für die Bürger einer Stadt

Typisch pfiffige Dänen sage ich da. Auf solch eine innovative Idee kämen sonst vielleicht noch die Niederländer – eine Müllverbrennungsanlage dient zugleich in Kopenhagen als Skipiste. In Dänemark gibt es keine Berge. Aber Kurzurlaub auf einem Skihang ist trotzdem möglich.

Mir fällt oft im Norden auf, dass Innenstädte sehr viel bürgernäher gestaltet werden als bei uns. In manchen Innenstädten fehlt es gar an Sitzbänken zum Ausruhen. Sie sind dem Kommerz überlassen.

In Aarhus zum Beispiel gibt es auf dem Domplatz eine kleine elegante Parkanlage. Bäume wurden gepflanzt, eine Holzfläche errichtet, auf der Familien herumtollen können. Am Fluss wurden Stege errichtet, auf denen die Bürger sich zum Gespräch treffen. Einen Eindruck davon machtt ihr euch am Besten über Fotos dieses Kalenders.

Aarhus Stadt des Lächelns

Eine ähnliche Idee hatte man schon davor in der nordschwedischen Stadt Luleå, übrigens Weltkulturerbe, indem man eine Uferpromenade aus Holz auf Höhe der Stadtbibliothek am Hafen baute. Im Sommer können Einheimische von einer Empore aus bei einem Glas Wein oder Bier aus den Sonnenuntergang beobachten. Vorher gab dort nur raue Stufen aus Beton.

Derartiges sieht man nicht oft hoch in Nordeuropa, eher imposante Eisbrecher, denn Luleå liegt schon am Polarkreis. Hast Du auf Reisen andere pfiffige Ideen für die Bürger entdeckt? Ich bin schon neugierig. Und hier der Link zur Skipiste in Kopenhagen.

Skipiste in Kopenhagen

Paradiesisches Radeln in Kopenhagen

Neulich noch erzählte ich hier vom Fahrradfahren in Kopenhagen und meinem Unfall mit einer Radlerin, die dort von hinten in mich reinfuhr. Gerade lese ich in einem Artikel des Deutschlandfunks, dass es in der Hauptstadt komfortabler geworden ist, zu radeln. Man stellt sich also auf die Radler ein. Immerhin 40 Prozent ließen ihr Auto mittlerweile stehen und fahren lieber Rad. Davon profitiere die Stadt auch, denn Parkplätze zu unterhalten sei sehr teuer.

Die Radwege seien enorm breit. Wer vor einer Ampel stehe, müsse nicht unbequem balancieren, sondern könne den Fuß auf extra angebrachten Stangen abstellen. Und während der Fahrt könnten die Pedalritter ihren Abfall in schräg an der Fahrbahn angebrachte Mülleimer werfen.

All dies wäre ja mal ein Anfang für viele andere Städte wie Aarhus, wo ich Derartiges nicht gesehen habe,. Radfahren in Dänemarks zweitgrößter Stadt ist noch nicht ganz ausgereift.

Auch in Deutschlands Städten nicht, wenn ich alleine daran denke, wie schwer einem zum Beispiel das Radfahren in Köln gemacht wird. Aber vorgestern habe ich mich noch in Münster darüber gefreut, dass blitzschnell nach dem für rutschige Verhältnisse sorgenden Schneefall die Radwege geräumt waren.

Paradiesisches Radeln in Kopenhagen

Margrethe Vestager ist Dänemarks beliebteste Politikerin

Ich finde es immer ganz gut, mal über den Tellerrand zu schauen, also nicht nur touristische Aspekte zu beleuchten. Denn dann gerät man leicht in Gefahr, die Entwicklung eines Landes nicht in einem Zusammenhang mit anderen Faktoren zu sehen.

Hautnah hab ich das zum Beispiel bei meinem Aufenthalt auf der hübschen Insel Samsø erlebt. Sie ist touristisch sehr reizvoll, aber manch ein Einwohner fühlt sich durch die Europäische Union auch allzu sehr gegängelt. Dazu mehr, sobald ich meinen Kulturreiseführer über Mitteljütland verfasse.

Auch Dänemark entsendet Abgeordnete ins Europaparlament. Eine von ihnen ist Margrethe Vestager, die der Deutschlandfunk hier vorstellt. Sie ist Dänemarks beliebteste Politikerin.

Porträt Margrethe Vestager

Aufflammendes dänisches Interesse an Skulpturen

Wer hätte das gedacht? Im ehemaligen Fischerdorf Humlebæk vor den Toren Kopenhagens stehen Skulpturen der bekannten Künstler Richard Serra, Alexander Calder, Max Ernst, Joan Miro, Jean Debuffet und Nobuo Sekine. Ausgestellt hat sie das phantastische Museum Louisiana.

Also auch Dänen interessieren sich “auf einmal” für Skulpturen. Ich selbst brauchte recht lange, bis ich einen Zugang zu ihnen fand. Zunächst brachten meine Eltern mir und meinen Geschwistern, meine Mutter studierte Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Mittelalter, viel über Kunst der Frühzeit bis zum Mittelalter bei. Wir besuchten das mich heute immer noch berührende Nationalmuseum in Kopenhagen, wo mich Moorleichen, Luren und Schmuck faszinierten.

Wenn es regnete und ein Strandtag ausfiel, fuhren wir auch nach Roskilde. Nein, nicht zum Musikfestival, sondern zum Bestaunen der berühmten Wikingerausstellung. Dort stehen wunderbar konstruierte Langboote. In Oslo sorgen sie sich übrigens um ihren Bestand, sah ich gestern in den Europanachrichten. Erschütterungen setzten ihnen sehr zu, hieß es. Doch Skulpturen?

Die entdeckte ich, als ich zur Vorbereitung meines Buches “Umeå in meinem Herzen” nach Västerbotten radelte. Dort gibt es einen für eine so weit nördlich liegende Stadt geradezu exorbitant großen Skulpturenpark. Ein Industrieller hat ihn aufgebaut. Und da es mir ums Aufspüren von Kunst und Kultur ging, blieb mir nichts anderes übrig, als mich nun auch damit auseinanderzusetzen.

Wie sich der Autor der “Washington Post” damit auseinandersetzt, könnt ihr hier lesen.

Skulpturen Louisiana