Per Olov Enquist hat uns verlassen

Bestürzt lese ich, dass uns Per Olov Enquist verlassen hat. Ich hätte ihn gerne kennengelernt. Seine scharfsinnigen literarischen Werke beeindrucken mich sehr. In meinem Reiseführer „Västerbotten Land der Abenteuer“ befasse ich mich in einem Artikel mit Literatur über Nordschweden. Denn allein aus Västerbotten stammen 50 der heute bekanntesten modernen Erzähler Schwedens, deren Werke die meisten in Deutschland viel bekannteren Krimis der vergangenen zwanzig Jahre von Mankell bis Marklund in den Schatten stellen. Ich verneige mich vor diesem großartigen Schriftsteller.

Mehr Infos:

www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/zum-tod-des-schriftstellers-per-olov-enquist-16742966.html

Schwedens Westküste ist Jahresradweg Europas

Eine meiner ersten Fernradtouren führte zur schwedischen Westküste. Ich hatte ganz Dänemark erschlossen und das lustige Leben auf den Campingplätzen, an den Stränden und in den Städten genossen. Doch mit Schweden betrat ich eine ganz neue Welt, die ich durch Ferien in Sommerhäusern zwar schon lange gewohnt war. Aber alleine durch Schweden zu radeln, ist eine andere Nummer, weil sich wenige Menschen über einen weiten Raum verteilen. Mittlerweile ist Südschweden mir schon zu dicht besiedelt, weshalb ich in der Regel einsame Regionen bevorzuge. In einsamen Gegenden wie in Nordnorwegen oder im Gebirge Portugals ist man als Radler auch zugleich ein Bote, der Nachrichten aus anderen Dörfern mitbringt. Wie geht es Leif? Welche Tiere hast Du auf dem Weg gesehen? Gibt es den Supermarkt dort schon? Die Menschen kennen einander oft. Sie ihrerseits geben Tipps und zeigen ihre Umgebung. Daher empfinde ich es mittlerweile als befriedigender, eine einsamere Region zu erschließen und sich auf die Menschen einzulassen. Denn sonst kann es vor allem innerlich sehr einsam werden.

Zurück nach Schweden: Meine erste Nacht verbrachte ich nach dem Verlassen Dänemarks auf dem Campingplatz von Halmstad. Ich hörte einen armen Mann die ganze Nacht in seinem Wohnwagen husten. Der Wind rüttelte am Zelt. Ich fühlte mich alleine, denn bis auf den Kranken und mich schien es niemanden hier zu geben. Daher fing ich schon auf dieser Tour an, auf Einheimische zuzugehen, die mich ihrerseits aber auch von ganz alleine fanden.

In den Jahresradweg Europas 2018 an Schwedens Westküste ist eine ganze Reihe an Begegnungsmöglichkeiten eingearbeitet wie Cafés. Heute bin ich über solche Gastronomie froh, da man dort Leute kennenlernt, ich mich dort auch hinsetzen kann, um Tagebuch zu führen, das ich später zu Artikeln ausarbeite. Es gibt viele Menschen, die neugierig werden und fragen, was ich gerade schreibe. So ergeben sich viele Gespräche.

Am vergangenen Wochenende stellten sichan der Westküste verschiedene Unternehmen in einem Fest der Öffentlichkeit vor, wie aus dem nun von Aftonbladet veröffentlichten Artikel „God mat och sköna cykelturer på västkusten“ hervorgeht. Auf Touristen warten zehn Routen von fünf bis dreißig Kilometern zwischen Helsingborg und Göteborg. Ich habe gerade alle Orte bei Google Maps eingeben. Es ergibt sich eine Strecke von gut 382 Kilometern. Binnen einer Woche kann sich jeder im Sommer in Ruhe die Küste anschauen und die ausgearbeiteten Angebote ausprobieren. Wie man sieht, wird dort zum Beispiel Bier gebraut, Fisch zubereitet, Lakritz hergestellt und Pralinen gerührt. Leider kommt im Artikel von Aftonbladet die Schilderung der Kultur- und Naturerlebnisse zu kurz. Es sind Strände aufgeführt wie Vejbystrand, Falkenbergs Strandbad und eine Mountainbiketour rund um Båstad.

Weg in Kürze zum Nachfahren:

  • Helsingborgsrundan.15 km. Smakstopp: Brödkultur, Lakritsfabriken, Ebbas fik, Ålgrändens Ost & Delikatesser, Helsingborgs Bryggeri.
  • Trädgårdsälskaren.30 km. Smakstopp: Sofiero, Café Bistro, Arilds Vingård.
  • Kullaturen.25 km. Smakstopp: Tunneberga Gästgifvaregård, Kullasparris, Flickorna Lundgren, Växthuset i Brunnby, Kullabergs Vingård, Kryddiga Perenn, Krapperups kaffestuga, Ellagårdens bär, Kullabygdens Vanilj & Choklad.
  • Smaka på Kullabygden.30 km. Smakstopp: Höganäs bryggeri, Krapperups Kaffestuga, Arilds Vingård, Flickorna Lundgren, Fabriken.
  • Vejbystrand. 10 km. Smakstopp: Vilt & Gott, Vejby Vingård, Sandgårdens Skafferi, Bjäre Fisk & Skaldjur, Vejbystrands Vandrarhem/B&B.
  • Båstad. Guidade mountainbiketurer där kaffe och fika ingår. Totalt ca 3 timmar.
  • Falkenbergsrundan.16 km. Smakstopp: Skrea Ost, Prostens Pizza, Båta Kåsan med Suseå Choklad och Slöinge Kafferosteri, Falkenbergs Strandbad.
  • Onsala, Utvalda pärlor längs Gottskärsvägen. 5 km. Smakstopp: Båt- och Sjöfartsmuseet, Zigges BBQ, Hönö Fisk, Gula Stugans, Fru Pilos Praliner, Gottskär Hotell, Gottskär Hotells Café, Tre Toppar.
  • Åsa, Det Stora Mattrampet. 28 km. Smakstopp: Kvia Grönsaker, Naturum, Bräutigams, Hallands Kombucha, Mariebergs Gårdsbutik, Kvarnbageriet, Hamra Gård, Gårdsbageriet i Idala och I’m Coffee
  • Halmstad Smakrunda. 30 km. Smakstopp: I am Coffee, Krantz Brödbod, Tylebäck Hotell & Konferens, Vilshärads Gårdsbutik, Heagårds Skafferi, Strandlida Bryggeri, Skånskan, A little Party – Champagnebaren.

Weitere Infos auf https://www.kattegattleden.se/de/ und http:// www.aftonbladet.se/resa/a/6jWdqO/god-mat-och-skona-cykelturer-pa-vastkusten

Surfen und Zelten am See Visten in Värmland

Abenteuer für Jugendliche fielen mir sofort ein, als ich vorhin den Artikel auf Geo über Värmland in Schweden fand. Wir mieteten oft ein Sommerhaus am See Visten in der Nähe von Kil. Die größte Stadt in der Umgebung ist Karlstad. Das Haus grenzte direkt an den See. Es lag an der Ecke einer Bucht, so dass man einen guten Überblick über die Geschehnisse auf dem Wasser hatte. Ein flacher Granitfelsen schob sich in den See. Oft haben wir uns auf ihm gesonnt, denn er wurde angenehm warm, sobald die Sonne schien. Auf dem Grundstück wuchsen hohe Kiefern. In der Höhe lebte ein Eichhörnchen. Als mein Vater dort mal Holz hackte, war die Stunde des Eichhörnchens gekommen. Es pinkelte auf ihn herab, traf ihn allerdings nicht, lachte aber vergnügt über den gelungenen Spaß. Wer sagt, dass Tiere keinen Humor haben. Wir verziehen ihm, denn wer konnte schon solch einen lustigen Kobold aufweisen.

Zwar nicht der Visten, aber auch am See im kleinen Ort Svarte kann man es gut aushalten.

Ob es wohl noch den Tennisplatz dort gibt? Er war asphaltiert, aber wir lernten dort alle Tennis zu spielen. Der Weg vom Haus war nicht weit, ging gut 200 Meter weit vorbei an einer Himbeerhecke, die uns ausreichend mit Vitaminen versorgte. Dort lernte ich eines Tages Beate aus Bergheim kennen. Wir waren fast im selben Alter. Ihre Eltern hatten sogar ein altes Bauernhaus oberhalb der Bucht gekauft. Ihr Vater hatte jeden Sommer dort gut zu tun. Obwohl das Haus sicher 1,5 Kilometer von uns entfernt war, hörte ich die Hammerschläge, wenn er mal das Dach reparierte. Beate konnte nicht nur Tennis spielen, sondern besaß auch noch ein Surfbrett. Sie brachte mir bei, wie man halst und wendet und so erkundeten wir den See nicht nur im Ruderboot, sondern auch auf dem Brett. Ein ideales Revier zum Lernen, denn es war ausreichend Fläche vorhanden und auch nicht gefährlich, obwohl Schweden sich mal entsetzt zeigten, dass wir darin schwammen. Eine Stelle sei sogar hundert Meter tief, warnten sie uns. Aber was machte uns das schon? Ob 30 Meter? Oder 100? Wie oft lagen wir dann auf Beates Steg in der Sonne, gingen Blaubeeren oder Pilze suchen. Klar hatte ich ein Jahr darauf ein Surfbrett, das leider zurzeit ein Dasein in der Garage fristet. Meinen Neoprenanzug ziehe ich nur noch zum Kajakfahren an. Den alten besitze ich leider nicht mehr, weil er sich eines Tages aufgelöst hatte.

Besonders aufregend war dann die Gelegenheit, mit Beate zu zelten. Es lagen genug versteckte Plätze am See, die man vom Wasser aus nicht sehen konnten. Weder ihre noch meine Eltern hatten eine Ahnung, wo die sich befanden. Am Ende der ersten Ferien stellte mir Beate ein Diplom aus, das sie liebevoll auf einem Stück Leder gestaltet hatte. Ich besitze es heute noch. Später profitierte ich noch sehr von meinem Wissen aus den zahlreichen Sommern am Visten, denn ich lernte auch fast ohne Wind zu surfen. Leider ist dort oft Flaute. Aber als ich meinen Segelschein machte und wir bei einer Regatta mal Flaute auf dem See hatten, gewann ich diese mit meiner Partnerin Britta. Denn ich wusste, wie man auch ohne Wind ins Ziel kommt. Danke, Beate.

Wer noch mehr über Värmland erfahren will, kann jetzt den Artikel der Geo lesen: http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21281-rtkl-schweden-vaermland-der-perfekte-ort-fuer-aussteiger-auf-zeit

Jahreszeiten in Schweden erleben

Gerade habe ich beim Lesen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) etwas Neues gelernt, weil ich noch nie im Frühjahr in Schweden war. Bisher habe ich Schweden stets im Sommer und im Herbst besucht.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Elchjagd im Dorf Nusnäs am Siljansee. Ich begnüge mich allerdings stets mit meiner Kameraausrüstung, um etwas zu schießen, obwohl ich als Angler natürlich immer einen Jagdtrieb in mir verspüre. Überschreite ich wandernd oder radelnd einen Fluss, schaue ich bei klarem Wasser von der Brücke in die Tiefe, ob ich eine Forelle oder einen Wels entdecke.

In Dalarna trafen wir uns einige Tage lang stets in der Frühe auf einem Parkplatz, wo Jagdleiter Lennart die Plätze ausloste, von denen aus die Jäger Ausschau nach Elchen hielten. Dies ist im Vergleich zu einer Treibjagd ein relativ sicheres Verfahren, damit niemand aufeinander schießt. Ich war ziemlich erleichtert, das zu erfahren, denn mein Vater, der früher selbst auf Jagd ging, hatte mich vor den Gefahren einer Kugel gewarnt, die sehr weit fliegen kann. Einzige Treiber waren mit gelben Mützen versehene Hundeführer, die Tiere aufstöbern sollten und auch die Jäger an ihren Plätzen per Funk informierten, wo sie sich gerade befanden. so wussten wir, dass in den nächsten Minuten jemand am Waldrand erscheinen konnte. Und es war mir auch lieber, Elche zu jagen als Bären, was ziemlich gefährlich ist, denn ein verletzter Bär verteidigt sich.

Ich hatte das Glück, mit Lennart losziehen zu können, der alle Wege im Wald kannte und sich trotz seines fortgeschrittenen Alters ungemein behende durchs Gestrüpp am Boden fortgewegte, so dass ich zeitweilig Mühe hatte mitzuhalten. An unseren Plätzen im Wald zündete er immer ein schönes Feuer an, an dem wir mitgebrachtes Fleisch rösteten und es uns gut gingen ließen. So konnte ich auch sehen, wie es ihm selbst im Regen gelang, ein Feuer anzuzünden. Zur Jagd sei es sogar gut, ein Feuer zu haben, meinte er. Denn dann könnten einen Elche durch den Rauch nicht gut riechen.

 

Ich trug einen Jagdanzug, den mir Nils geliehen hatte, der für eine Tischlerei arbeitete, in der die berühmten Dalapferdchen geschnitzt werden. In diesem Jahr nahm er nicht an der Jagd teil. Daher war ich während der Stunden im kalten Wald gut geschützt, denn nachts fror es schon im Oktober. Ich sah Blätter von Birken langsam zu Boden fallen, beobachtete kleine Vögel, sah leider keinen Wolf oder Bären in der Zeit, worauf ich natürlich gehofft hatte. Ein anderer Jäger sah aber einen Wolf in der Zeit, was sehr schwierig ist, denn sie sind sehr scheu.

Beinahe gab ich die Hoffnung schon auf, aber am letzten Tag tauchte dann doch eine Elchkuh mit einem Kalb auf. Aber Lennart sah sie nicht, obwohl ich ihm Zeichen machte. Sie verschwand im Wald. Ich freute mich für Mutter und Kind.

Sollte ich aber mal im Frühjahr nach Schweden kommen, werde ich mir auf jeden Fall auch den ersten Auftritt der Kühe auf der Weide anschauen, der ein Ereignis sein soll. Allerdings gibt es auch Proteste dagegen. Wer mehr darüber wissen will, sollte jetzt den Artikel in der NZZ lesen.

https://www.nzz.ch/panorama/tierschutz-in-schweden-debatten-ueber-weidegang-von-kuehen-ld.1476264

Schönes aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen

Schöne Lampe, ein interessantes Buch, ein stylischer Nachttischschrank. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich in einem Hotel übernachtete und mir ein Gegenstand so gut gefiel, dass ich ihn am liebsten mitgenommen hätte. Doch er gehörte natürlich zum Inventar, so dass ich auch nie auf die Idee kam, den Inhaber zu fragen, ob ich ihn kaufen könnte.

Aber Moritz Herrmann, Autor der Süddeutschen Zeitung, entdeckte in Stockholm ein Hotel, in dem man alles aus einem Hotelzimmer kaufen kann – sogar das Bett. In einem kurzen Text stellt er dieses Hotel vor.

Mehr Infos findest Du unter

Hotel Stockholm

Männerspaß auf schwedischem Eis

Das Leben der Nordeuropäer im Winter kennenzulernen, hat einen besonderen Reiz. Es ändert sich rapide für Reisende, die es eher gewohnt sind, im Sommer in den Norden zu fahren. Man sieht viel vom normalen Alltagsleben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schulkinder auf Schlitten heimkommen sieht. Aber auch Erwachsene sind in den Städten mit Schlitten unterwegs. Eine einschneidende Erfahrung war es für mich, mit einem Leihwagen auf Spikes durch die Winterlandschaft zu fahren. Mit einem Freund erkundete ich Lofoten und Vesterålen. Das Eis auf den Straßen war noch im März auf manchen Straßen zentimeterdick, die Mittelspur gerade nachts schwer zu erkennen, erst recht, wenn einem Schneepflüge und mit Fisch beladene Lkw entgegen donnerten. Seitlich war alles zugeschneit, der Rand nur durch rote Pflöcke zu erkennen. Nachdem ich einmal den Wagen in eine Schneewehe gefahren hatte, übergab ich Tobias das Steuer, der den Bogen eher heraushatte, viel sicherer fuhr.

Eher würde es mich locken, es wie Gavin Haines zu machen, der sich kürzlich zum Training mit dem Auto auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziemlich schnell verlor auch der Autor der englischen Zeitung „The Telegraph“ die Kontrolle übers Fahrzeug, als er seine erste Rally fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schneewehe geriet. Die Türen des Allradfahrzeugs ließen sich nicht mehr öffnen. Er und sein Ausbilder, der professionelle Rallyfahrer Per-Erik Niemi, mussten durch die Fens- ter steigen.

Der Autor gibt sich selbst die Schuld daran, denn er habe nicht auf die Warnungen seines Ausbilders gehört, doch bitteschön langsamer zu fahren. Aber er habe sich eben wie ein Mann verhalten, seine eigenen Fähigkeiten total überschätzend, sich sogar für unbesiegbar haltend. Für Niemi war es also nur eine Frage der Zeit, bis es zu dem Malheur kam: „I was waiting for that to happen.” Bis der Abschleppwagen gekommen sei, um das Fahrzeug herauszuziehen, habe es genug Zeit gegeben, sich den Schaden anzuschauen.

Wie es Haines erging und wo Du Dich für den nächsten Winter selbst zur Rally anmelden kannst, erfährst Du hier.

Männerspaß auf schwedischem Eis

12 atemberaubende Strecken – Premiumwandern in Schweden

Schöne Seen, teilweise eine atemberaubende Küste, Moore und Berge – Schweden ist bekannt für seine großartige Natur. Daher gibt es auch etliche Schwedenfreunde, die das Land mit dem Kanu oder zu Fuß durchstreifen und erleben wollen.

Am bekanntesten ist der Wanderweg „Kungsleden“, aber es gibt, wie ich jetzt der Zeitung „Aftenposten“ entnehme, auch elf andere Wege, die gerade der Schwedische Tourismusverband Svenska Turistföreningen zusammengestellt hat.

Herausgekommen sind dabei zwölf Strecken, die hoffentlich alle wirklich die folgenden selbstgesteckten Kriterien erfüllen wie zum Beispiel:

– sie sollen schön sein und spektakuläre Naturerlebnisse bieten

– jeder einzelne soll typisch für seinen Landesteil sein

– sie sollen leicht zu erreichen und mit dem ÖPNV ansteuerbar sein

– nicht nur erfahrene, sondern auch weniger erfahrene Wanderer sollen sie bewältigen können

– auch als Rundkurs mit Rückkehr zum Startpunkt machbar sein

– Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Zwölf Wanderwege sollen diese Kriterien jetzt erfüllen:

– Kungsleden Abisko in Norrbotten bei Kiruna, wo auch der aus Selma Lagerlöfs Werk „Nils Holgersson“ berühmte Berg Kebnekaise liegt

– Kungsleden Hemavan in Västerbotten, der auch durch das Gebiet des noch natürlich fließenden Flusses Vindeln führt

– Höga kusten am Bottnischen Meerbusen südlich von Umeå

– Norra Sörmland westlich von Stockholm im Gebiet von Mälaren

– Siljansleden in Dalarna im Herzen Schwedens

– Finnskogsleden in Värmland im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet

– Jämtlandstriangeln, wo Du vielleicht sogar den scheuen skandinavischen Braunbären beobachten kannst

– natürlich den Nationalpark Tiveden in der Nähe von Göteborg

– Södra Bohuslän, die berühmte schwedische Westküste

– Öland, das Mallorca der Schweden

– Omberg am großen Vätternsee

sowie

– Österlen bei Henning Mankells Ystad.

Weitere Infos findest Du unter

Zwölf neue Wanderwege in Schweden

Umweltschutz soll am Polarkreis besser werden

Länger habe ich nichts mehr aus Umeå gehört, einer weit nördlich liegenden Stadt in Västerbotten. Das ist in Schweden, fast am Ende des nördlichen Teils der Ostsee, die allerdings dort Baltisches Meer genannt wird.

Jetzt bringt der Deutschlandfunk einen Beitrag über das Umweltbewusstsein der Einwohner in der Kulturhauptstadt des Jahres 2014, was natürlich in einem Zusammenhang mit Greta Thunberg zu sehen ist.

So einiges darin ist mir im Zuge meiner Radwanderung am Polarkreis gar nicht aufgefallen wie zum Beispiel die schlechte Luftqualität, obwohl ich vor meiner Ankunft schon einige Wochen in freier Natur unterwegs gewesen war. Deshalb hätte es mir auffallen müssen. „Wir haben eine sehr schlechte Luftqualität, besonders im Winter, damit fing es an. Es gibt zu viele Autos und wenig Wind. Darum müssen wir Alternativen entwickeln. Anreize geben, auch im Winter mit dem Fahrrad zu fahren oder mit dem Bus.“

Der rege Autoverkehr ist mir schon aufgefallen, was darin liegt, dass Umeå die größte Stadt Nordschwedens ist und so mit ihren Angeboten viele Menschen anzieht. Wer einkaufen will oder ins Krankenhaus muss, muss nach Umeå fahren. Die Einfallstraßen sind natürlich entsprechend groß und es empfiehlt sich eher, die Stadt über kleine Straßen mit dem Rad anzufahren.

Auch die Universität zieht natürlich viele junge Menschen an, die jetzt schon eine andere Lebenseinstellung mitbringen als Ältere. „Letztes Jahr haben wir den ökologischen Fußabdruck von Umeå ausgerechnet. Basierend auf Umfragen, wie die Menschen reisen, was sie kaufen, was sie essen und so weiter. Dabei haben wir gesehen, dass vor allem die jungen Leute immer mehr Secondhand kaufen, ein Drittel der jungen Frauen zwischen 20 und 30 lebt vegetarisch. Und was wir dabei herausgefunden haben: Wenn alle Einwohner solche Reisegewohnheiten hätten wie die Frauen, würden wir unsere Klimaziele erreichen.“

Außerhalb der Stadt sieht es sicher nicht so kritisch aus, denn an der Küste öffnet sich eine beeindruckende Inselwelt, im Binnenland hingegen lockt der Naturfluss Vindeln mit interessanten Freizeitangeboten wie Kajakfahren oder Forellenfischen. Und an der Grenze zu Norwegen erhebt sich ein Gebirge, in dem ich mich ein wenig wie ein Goldsucher in einer Geschichte Jack Londons fühlen darf.

Allerdings bekommt Schweden die Folgen des Klimawandels offenbar besonders deutlich zu spüren: Das Meteorologische Institut des Landes erklärte vergangene Woche, dass die Temperatur in Schweden doppelt so schnell ansteige wie im globalen Schnitt.

Umweltbewusstsein in Umeå

Heraus in die Natur an die frische Luft

Wohin fährst Du am liebsten, wenn Du Dich auf das Rad schwingst? Wenn Du nach dem Tag im Hörsaal oder im Büro frische Luft und Bewegung brauchst? Oder wenn Du mal mehrere Tage am Stück an der frischen Luft und in der freien Natur unterwegs sein möchtest?

Als Naherholungsgebiete locken mich die Eifel rund um Bonn oder die Baumberge in der Nähe von Münster. Dort genieße ich die Möglichkeit, auf „Berge“ zu kraxeln und von ihnen herunterzusausen, schöne Ausblicke zu genießen wie auf den Kölner oder den Billerbecker Dom.

Geht es in die Ferne, gefallen mir besonders die Küstenwanderwege in Nordnorwegen und im spanischen Galizien. Denn selten kommt man innerhalb Europas so nahe ans (unverbaute) Wasser wie auf dem Lofot oder auf die Insel Senja oder die Strecke entlang der Costa da Morte. Sogar manche Herberge liegt dort so schön und auch noch einsam, dass ich das Meer im Zelt oder vom Zimmer aus hören kann. Dass ich dort nachts in einen tiefen erholsamen Schlaf falle, ist selbstverständlich.

Will ich Berge sehen, erfreue ich mich besonders an den Pässen zwischen Mo i Rana und Vilhelmina im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen, weil ich mich dort wie ein Goldsucher fühlen darf in rauer Landschaft. Klare Flüsse rauschen an mir vorbei, während ich vor dem Zelt am Lagerfeuer sitze und mir etwas brutzele. Das Feuer verscheucht auch die meisten Mücken.

Oder aber ich suche wieder Galizien auf und besuche die Provinz A Coruña. Nicht weit entfernt davon liegt auch die Serra da Estrela. Aber trotzdem gibt es dort massive Unterschiede. In Galizien gibt es viel mehr Schluchten und Wege zum Kraxeln, während die Estrela in weiten Teilen eher eine Hochebene ist, durch die man das portugiesische Hochgebirge relativ leicht mit dem Rad durchstreifen und erleben kann.

Wer so inspiriert auf Tour gehen will, sollte sich auch die Tipps einiger anderer Cracks ansehen, die die Zeitschrift „Geo“ mitsamt gpx-Daten zum Nachfahren zusammengestellt hat.

Touren anderer Cracks

Urlaub an den Orten der Sehnsucht

Es gibt viele Orte auf der Welt, die einen klangvollen Namen tragen, die man daher unbedingt wenigstens einmal im Leben gesehen haben muss. Für mich waren es als Jugendlicher Norderney und Monschau, später gesellten sich Sehnsuchtsorte wie Biarritz, Santiago de Compostela, die Avenue des Champs-Élysées oder Pont Neuf dazu.

Nach Norderney wollte ich immer mit dem Rad radeln, weil sich für mich der Name so richtig schön nach hohem Norden anhörte. Noch dazu eine Insel in der wilden Nordsee mit viel Sand und hohen Wellen. Es erschien mir als Heranwachsendem schon als eine ganz schön weite Strecke, von Münster aus dorthin zu strampeln.

Monschau hingegen erschien mir immer als verwunschen, wahrscheinlich auch wegen des -sch- darin. Fotos zeigten immer viel Wald, Berge, Flüsse, eben das, was die Eifel so zu bieten hat. Meine Mitschüler waren dort auf Klassenfahrt, aber ich war damals krank, weshalb mir Hellenthal und Monschau vorenthalten blieben. Ich war sehr traurig, nicht mit ins Schullandheim mitzudürfen.

Da ich mir immer sehr gerne Landkarten ansah und abzeichnete, gedanklich auch oft mit deutschen Fußballvereinen durch Europa reiste, Literatur las, romantische Filme ansah, erweiterte sich mein Entdeckerdrang zusehends. Die Welt umradeln wollte ich oder wenigstens durch Europa fahren, um mir Seebäder, Pilgerorte, den Glanz der großen weiten Welt anschauen.

Biarritz war dann tatsächlich der erste Ort, an dem ich die Sehnsucht stillen konnte, kam dann tatsächlich auf einer meiner ersten Radreisen auf dem berühmten Jakobsweg dort an. Ich hatte mir immer tolle Sandstrände vorgestellt, einen Ort mit gemütlichen französischen Cafés, schöner Musik, war dann aber ziemlich enttäuscht über dieses langweilige Seebad. Und besonders toll fand ich den Strand jetzt auch nicht.

Die Seen und Strände Dänemarks und Schwedens fand ich wesentlich schöner, den heißen Zuckersand durch die Finger gleiten zu lassen, die geheimnisvollen Fische in Banyules-sur-mer oder Palamos auf der Fahrt mit dem Leistungskurs beim Tauchen zu beobachten. Norderney habe ich übrigens bis heute noch nicht gesehen.

Wie ergeht es Dir an deinen Sehnsuchtsorten?

Was hingegen eine Autorin der österreichischen Zeitung „Die Presse“ am Sehnsuchtsort Cannes erlebte, kannst du hier nachlesen.

Sehnsuchtsort Cannes