Portugiesen verreisen mehr

Portugal ist nicht nur Urlaubsland, sondern auch die Portugiesen selbst verreisen mehr. Es ist einfach mal interessant, den Blick auf die andere Seite zu werfen, ob die Gastgeber von Millionen von Touristen pro Jahr selbst auch die Perspektive der Reisenden kennen. Sie verreisten im vergangenen Jahr 22,1 Millionen Mal. Zum Vergleich: Deutsche traten 70,1 Millionen Mal eine Urlaubsreise (ab fünf Tagen) im Jahr 2018 an.

Um 4,2 Prozent soll die Zahl der touristisch Reisenden innerhalb wie auch außerhalb Portugals im Jahre 2018 gegenüber 2017 gestiegen sein. Viele Portugiesen – 44,4 Prozent – verreisen innerhalb des Landes, um hauptsächlich Freunde und Familienangehörige zu besuchen. Wenn es ins Ausland geht, auch die Zahl nimmt mit 13,3 Prozent zu, verreisen viele innerhalb der Europäischen Union. Auf Spanien entfallen mit 31,9 Prozent die meisten Reisen. Dem Nachbarland folgen mit weitem Abstand Frankreich mit 13,7 Prozent; noch weiter dahinter liegt das Vereinigte Königreich mit 7,3 Prozent. Deutschland liegt offenbar weit abgeschlagen dahinter. Denn eine Zahl wird nicht genannt. Weit über die Hälfte der portugiesischen Touristen (58,8 Prozent) will sich auf Reisen erholen, sich unterhalten lassen oder einfach nur Ferien verbringen.

Warum die Zahl der Reisen gestiegen ist, wird nicht vom Nationalen Statistikinstitut (INE) gesagt. Wahrscheinlich ist, dass sich die wirtschaftliche Lage so verbessert hat, dass sich mancher Portugiese wieder das Wegfahren leisten kann.

Den kompletten Artikel der Zeitung Observador findest Du unter www.observador.pt/2019/04/29/viagens-turisticas-dos-residentes-em-portugal-crescem-42-em-2018/

Schwedens Westküste ist Jahresradweg Europas

Eine meiner ersten Fernradtouren führte zur schwedischen Westküste. Ich hatte ganz Dänemark erschlossen und das lustige Leben auf den Campingplätzen, an den Stränden und in den Städten genossen. Doch mit Schweden betrat ich eine ganz neue Welt, die ich durch Ferien in Sommerhäusern zwar schon lange gewohnt war. Aber alleine durch Schweden zu radeln, ist eine andere Nummer, weil sich wenige Menschen über einen weiten Raum verteilen. Mittlerweile ist Südschweden mir schon zu dicht besiedelt, weshalb ich in der Regel einsame Regionen bevorzuge. In einsamen Gegenden wie in Nordnorwegen oder im Gebirge Portugals ist man als Radler auch zugleich ein Bote, der Nachrichten aus anderen Dörfern mitbringt. Wie geht es Leif? Welche Tiere hast Du auf dem Weg gesehen? Gibt es den Supermarkt dort schon? Die Menschen kennen einander oft. Sie ihrerseits geben Tipps und zeigen ihre Umgebung. Daher empfinde ich es mittlerweile als befriedigender, eine einsamere Region zu erschließen und sich auf die Menschen einzulassen. Denn sonst kann es vor allem innerlich sehr einsam werden.

Zurück nach Schweden: Meine erste Nacht verbrachte ich nach dem Verlassen Dänemarks auf dem Campingplatz von Halmstad. Ich hörte einen armen Mann die ganze Nacht in seinem Wohnwagen husten. Der Wind rüttelte am Zelt. Ich fühlte mich alleine, denn bis auf den Kranken und mich schien es niemanden hier zu geben. Daher fing ich schon auf dieser Tour an, auf Einheimische zuzugehen, die mich ihrerseits aber auch von ganz alleine fanden.

In den Jahresradweg Europas 2018 an Schwedens Westküste ist eine ganze Reihe an Begegnungsmöglichkeiten eingearbeitet wie Cafés. Heute bin ich über solche Gastronomie froh, da man dort Leute kennenlernt, ich mich dort auch hinsetzen kann, um Tagebuch zu führen, das ich später zu Artikeln ausarbeite. Es gibt viele Menschen, die neugierig werden und fragen, was ich gerade schreibe. So ergeben sich viele Gespräche.

Am vergangenen Wochenende stellten sichan der Westküste verschiedene Unternehmen in einem Fest der Öffentlichkeit vor, wie aus dem nun von Aftonbladet veröffentlichten Artikel „God mat och sköna cykelturer på västkusten“ hervorgeht. Auf Touristen warten zehn Routen von fünf bis dreißig Kilometern zwischen Helsingborg und Göteborg. Ich habe gerade alle Orte bei Google Maps eingeben. Es ergibt sich eine Strecke von gut 382 Kilometern. Binnen einer Woche kann sich jeder im Sommer in Ruhe die Küste anschauen und die ausgearbeiteten Angebote ausprobieren. Wie man sieht, wird dort zum Beispiel Bier gebraut, Fisch zubereitet, Lakritz hergestellt und Pralinen gerührt. Leider kommt im Artikel von Aftonbladet die Schilderung der Kultur- und Naturerlebnisse zu kurz. Es sind Strände aufgeführt wie Vejbystrand, Falkenbergs Strandbad und eine Mountainbiketour rund um Båstad.

Weg in Kürze zum Nachfahren:

  • Helsingborgsrundan.15 km. Smakstopp: Brödkultur, Lakritsfabriken, Ebbas fik, Ålgrändens Ost & Delikatesser, Helsingborgs Bryggeri.
  • Trädgårdsälskaren.30 km. Smakstopp: Sofiero, Café Bistro, Arilds Vingård.
  • Kullaturen.25 km. Smakstopp: Tunneberga Gästgifvaregård, Kullasparris, Flickorna Lundgren, Växthuset i Brunnby, Kullabergs Vingård, Kryddiga Perenn, Krapperups kaffestuga, Ellagårdens bär, Kullabygdens Vanilj & Choklad.
  • Smaka på Kullabygden.30 km. Smakstopp: Höganäs bryggeri, Krapperups Kaffestuga, Arilds Vingård, Flickorna Lundgren, Fabriken.
  • Vejbystrand. 10 km. Smakstopp: Vilt & Gott, Vejby Vingård, Sandgårdens Skafferi, Bjäre Fisk & Skaldjur, Vejbystrands Vandrarhem/B&B.
  • Båstad. Guidade mountainbiketurer där kaffe och fika ingår. Totalt ca 3 timmar.
  • Falkenbergsrundan.16 km. Smakstopp: Skrea Ost, Prostens Pizza, Båta Kåsan med Suseå Choklad och Slöinge Kafferosteri, Falkenbergs Strandbad.
  • Onsala, Utvalda pärlor längs Gottskärsvägen. 5 km. Smakstopp: Båt- och Sjöfartsmuseet, Zigges BBQ, Hönö Fisk, Gula Stugans, Fru Pilos Praliner, Gottskär Hotell, Gottskär Hotells Café, Tre Toppar.
  • Åsa, Det Stora Mattrampet. 28 km. Smakstopp: Kvia Grönsaker, Naturum, Bräutigams, Hallands Kombucha, Mariebergs Gårdsbutik, Kvarnbageriet, Hamra Gård, Gårdsbageriet i Idala och I’m Coffee
  • Halmstad Smakrunda. 30 km. Smakstopp: I am Coffee, Krantz Brödbod, Tylebäck Hotell & Konferens, Vilshärads Gårdsbutik, Heagårds Skafferi, Strandlida Bryggeri, Skånskan, A little Party – Champagnebaren.

Weitere Infos auf https://www.kattegattleden.se/de/ und http:// www.aftonbladet.se/resa/a/6jWdqO/god-mat-och-skona-cykelturer-pa-vastkusten

Flammenmeer über dem Limfjord

Wenn das nicht eine Liebeserklärung ist: Manche Dänen haben den Limfjord ziemlich ins Herz geschlossen. Er liegt in Nordjütland. In Aarhus traf ich mal eine Künstlerin, die in ihrem Keramikgeschäft viele Erinnerungen an die Landschaft verteilt hat: ans Licht, an den Sand, an die Stimmung. Sie stammte aus der Region. Heute finde ich in der dänischen Tageszeitung Berlingske wieder eine Art Gedicht. Das gebe ich hier fast unverändert wieder, weil es auch in mir viele Erinnerungen an Dänemark weckt.

„Kann eine Schönheit wirklich Lob dafür bekommen, dass sie seit Jahren an der Wasserkante liegt, ohne dass es jemand merkt? Ja! Dieser Schriftsteller kann das unterschreiben. Denn in Løgstør verbrachte ich meine ganze Kindheit und den Rest meiner Jugend, außer wenn ich den Blick vom Bier und dem Mofa Puch Maxien zuwandte, um die Umgebung zu entdecken. Aber jetzt mit dem Leben eines Erwachsenen und genug Abstand wende ich mich rückwärts, stehe dann auf dem Abhang des Dorfes mit freier Sicht über den Limfjord. Mein Herz schwillt ein bisschen an. An einem klaren Tag mit kobaltblauem Himmel oder bei einem Sonnenuntergang verwandelt sich der Himmel in ein Flammenmeer. Die Gegend wird dann phänomenal hübsch.”

Dann schwenkt er aber etwas um, macht sich fast lustig, wohl dänische Ironie. Der Poet wird Journalist: Der alte Fischerort Løgstør auf der Halbinsel setze jetzt auf Tourismus. Er vermarkte sich als Muscheldorf und könne mit einem gut funktionierenden Sportboothafen “prahlen”, mit guten Gaststätten, wo man haufenweise Muscheln serviere. Des Ortes „ästhetisches Prachtstück“ sei der Kanal Frederiks VII., der 1856 gegraben wurde, um dem Schiffsverkehr zu helfen. Mit 4,4 Kilometern ausgesprochen lang. Er reiche von Løgstør bis zur Sommerhaussiedlung Lendrup. Den Spaß machen sich Dänen gerne mit ihrem hohen Berg an den großen Seen, mit der 156 Kilometer langen Gudenå, dem längsten Fluss des Landes. Alles übrigens auch zum Durchstreifen und Erleben gut geeignet. Ich genieße es dort, Konzerte zu höen, zu paddeln, zu radeln, zu zelten und gut zu essen. Zum Limfjord geht es vielleicht schon im Sommer, falls uns wieder heißes Wetter erwartet.

Mehr Infos findest Du auf www.berlingske.dk/rejser/aok-anbefaler-seks-oversete-perler-i-danmark

Oslos Brooklyn durchstreifen und erleben

Kopenhagen hat sein Brooklyn mit dem Stadtviertel Refshaleøn. Oslo aber auch seines am Akers elv. Das dänische Brooklyn stellte ich Dir bereits auf diesem Blog am 5. April vor. Heute erfährst Du aus der französischen Zeitung Le Monde etwas übers das Brooklyn von Oslo: Grünerløkka. Leider schreiben die Franzosen den Namen falsch mit o statt mit ø. Zuvor habe das Viertel lange Zeit Ny York geheißen. Zur Zeit der Industriellen Revolution sei es gar ein Epizentrum gewesen, schreibt Le Monde. Dort gab es einst Sägemühlen, Textilfabriken und mechanische Werkstätten mit Energie.

Offenbar hat sich Le Monde auf kreative Stadtviertel in Hauptstädten spezialisiert, was ich ziemlich spannend finde. Denn so erfährt man einiges über die Strategie ausländischer Medien. Vielleicht hilft Dir dieser Artikel aus der Perspektive eines Pariser Autors dabei, einen Plan für Deinen Besuch in Oslo zu entwickeln, den kein anderer auf Lager hat bis auf die Leser meines Blogs. Und die der Le Monde.

Der Autor steht offenbar auf Cocktailbars. Denn sonst hätte er „Nedre Løkka“ nicht hervorgehoben. Dort könnten sich Gäste auf dicken Ledersofas niederlassen und Kletterpflanzen über der Theke betrachten. Angeblich sollen die Namen der Getränke die Geschichte des Viertels erzählen. Aber da Norweger in der Regel gesprächige Menschen sind, erzählen sie Dir sicher mehr darüber. Dies kann spannend sein, wie ich selbst bei einem Besuch des ehemaligen Industriehafens in Aarhus sehen konnte. Dieser beherbergt heute ein neues Stadtviertel mit stylisher Architektur, aber auch noch einige alte Packhäuser sind erhalten.

Ausgewählt hat der Autor auch die „Retrolykke kaffebar“ mit Dingen aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie gehört der 46-jährigen Tonje Fagerheim und liegt am schicken Markvei. Sowohl die alte Deckenbeleuchtung von Ikea als auch die 60-70 Jahre alte amerikanische Kleidung machten den Charme der Bar aus. „Jeg har alltid brukt mye tid på loppis og markeder. Jeg liker gamle ting, de er liksom ferdig sjela“, erzählte sie kürzlich einem Reporter des Magazins VårtOslo. Also alles selbst gesammelt. Gäste könnten Stühle, auf denen sie gerade noch gesessen hätten, nach ihrem Besuch in einer zur Bar gehörenden Boutique kaufen. Den Artikel und Fotos zur Bar findest Du auf www.vartoslo.no/tonje-fargeheim-46-skulle-bare-selge-unna-noen-gamle-gjenstander-i-stedet-apnet-hun-retrolykke-kaffebar/

Wer alte Kinoatmosphäre mag, ist vielleicht im alten, 1907 erbauten, Gebäude des Parktheaters auf dem Olaf Ryes-Plass gut aufgehoben. Dieser sei der Hauptplatz des Viertels. Edvard Munch wohnte dort ein Jahr. Mittwochs würden dort nach wie vor Filme gezeigt. Aber überwiegend diene der alte Konzertsaal der Musik. Bis zu 500 Gäste können dort Platz nehmen und sich Pop-Rock, aber auch Rockability, Jazz und Blues anhören. Ein Hauch von Paris, meint der Verfasser.

Sofort an Aarhus gedacht habe ich wieder, als ich von Tim Wendelboe erfuhr, der in Oslo eine Kaffeerösterei betreibt. Denn auch in Aarhus gibt es ein stilvolles Café von Markus Stiller Sørensen, das ich jedem Besucher uneingeschränkt empfehlen kann. Es ähnelt angesichts der Gefäße einem kleinem Labor, da der Besitzer keinen Filterkaffee anbieten will, sondern gerne selbst etwas experimentiert, um seinen Gästen echten Kaffee anzubieten. Er ist mehrfacher Barista-Weltmeister und teilt sich offenbar diesen Titel öfter mit Wendelboe. Auch bei Wendelboe sollte man besser nicht um Bier bitten, sondern lieber nach orientalischen oder südamerikanischen Bohnen wie Arabica oder Robusta. Während des Besuches könne Jazz-Musik erklingen.

Den Besuch des Viertels abrunden kann eine Besichtigung des Hønse-Lovisas Hus an einem Wasserfall des Akers elv. Es sei landestypisch erbaut mit roten Wänden und weißen Fenstern. Im ehemaligen Haus eines Sägemeisters erwarte Besucher ein kleines Arbeitermuseum mit Infos über die Industrielle Revolution, eine Boutique und noch einmal guter Kaffee. Der Dichter Oskar Alexander Braaten (1881-1939) ist heute noch in Oslo bekannt für seine Arbeiterliteratur, in der er das Leben der Arbeiter im östlichen Teil Oslos beschreibt. Auch über dessen Leben kannst Du dort etwas erfahren.

Den Originalartikel findest Du auf http://www.lemonde.fr/m-styles/article/2019/05/03/l-oslo-alternatif_5458056_4497319.html

Menschen im Kampf

Reisender, kommst Du nach Oslo, verpasse auf keinen Fall einen Besuch des Gustav-Vigeland-Parks. Als ich zum zweiten Mal in meinem Leben Oslo besuchte, wusste ich noch nichts von der Existenz dieses Künstlers. Daher war ich über Ausdruck und Spannung in den dargestellten Körpern überrascht. Die bekanntesten Norweger in der Kultur waren für mich bis dahin Henrik Ibsen und Knut Hamsun.

Gerade habe ich in der norwegischen Tageszeitung Morgenbladet gelesen, dass Vigeland vor 150 Jahren auf die Welt kam. Daher gibt es jetzt ihm zu Ehren eine Jubiläumsausstellung im Vigelandmuseum. Wie Morgenbladet schreibt, bezeichne man ihn oft als autodidaktischen Künstler, was nicht ganz korrekt sei. Als junger Mann habe er Unterricht an der Zeichnerschule in Kristiania genommen und in Ateliers älterer Künstler gearbeitet, die ihn korrigiert hätten. Er sei nach Kopenhagen, Paris und Florenz gegangen, habe oft Museen besucht, lernte damals sehr bekannte Männer wie den Dänen Vilhelm Bissen und Auguste Rodin kennen. Ihm in der Ausstellung gegenübergestellt werden die drei zeitgenössischen Künstler Constantin Meunier, Antoine Bourdelle umd Aristide Maillol.

Aber könne sich Vigeland überhaupt mit diesen großen Namen messen, fragt Morgenbladet. Der Autor meint durchaus. Denn sein Ausdruck sei stärker und weise eine expressive Dynamik auf, die tief in die menschliche Psyche und Leidenschaft eindringe.

Den Artikel und Fotos findest Du auf http://www.morgenbladet.no/kultur/2019/04/mennesker-i-kamp

Im Rausch der Sinne

Le Monde, die angesehene französische Tageszeitung, berauscht sich an der Rua das Flores in Porto. Leider ist deren Artikel etwas PR-lastig, was mich bei so einer angesehenen Zeitung wundert. Die Hotels lasse ich heraus, da ich für diese als Journalist nicht werben möchte. Geschäfte der kreativen Szene hingegen finde ich interessant und daher kritikwürdig. Ich werde diese bei meinem nächsten Besuch sicher auch selbst aufsuchen und schauen, ob sie wirklich so wundervoll sind wie in Le Monde beschrieben.

Die Rua das Flores sei eine schöne Probe der Farbpalette, die den Charme von Porto ausmache: roter Stein, grüne Mosaiken, blaue und weiße Kacheln. Darunter die Kirche der Misericórdia, 1749 habe sie der Maler und Architekt Niccoló Nasoni restauriert. Sie hebe sich von den anderen Gebäuden der Straße durch ihren grauen Stein ab. Farbig und darüber hinaus duftend erschien der Verfasserin auch die Parfümerie Claus Porto, in der es nicht nur portugiesisches Parfum, sondern auch Blumenseife gebe. Männer könnten samstags bei einem Barbier eine neue Frisur ab 50 Euro erhalten. Den Grundstein zur Parfümerie legten übrigens zwei Deutsche, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Portugal ausgewandert waren.

Vor 38 Jahren habe Juan Paulo mit Chaminé da Mota eine lebendiges Antiquariat gegründet. Dort rieche man alte Bücher, aber auch Grafiken und Schreibmaschinen stünden zum Verkauf. Das Porträt des Inhabers soll außen an einer Mauer angebracht sein. Was die Autorin wohl nicht wusste: Der Gründer heißt aber Pedro Chaminé da Mota. Er starb laut Zeitung „El Público“ im November 2018. Auch die portugiesischen Journalisten sehen sowohl die Rua das Flores als auch das Antiquariat als eine der schönsten der Stadt an. Auf www.publico.pt/2018/11/30/culturaipsilon/noticia/morreu-alfarrabista-pedro-chamine-mota-1853144 zeigt ein Foto, wie es dort aussieht. Sie sei die letzte Hoffnung für Fans gewesen, die noch eine fehlende Ausgabe der Vampiro-Kollektion zu erhaschen hofften, ein Heft der Zeitschrift O Mosquito, die sieben Bände der alten Ausgabe des Grafen von Bragelonne von Alexander Dumas oder aber das Kinderbuch eines vergessenen Autors, schreibt El Público in einem Nachruf.

Die Erkundung der Einkaufstraße könnten Reisende mit einem Essen in der Cantina 32 beschließen, schreibt Le Monde. Sie soll im Gebäude einer alten Parfümfabrik liegen, in der jetzt aber unter anderem ein Fahrrad und Lederschürzen als Deko an den Wänden des Restaurants hängen. Käsekuchen und Schokolade scheinen Spezialitäten des Hauses zu sein. Etwas erstaunlich, weil ich auf einer anderen Webseite Tapas als Hauptspeise gefunden habe. Egal! Hauptsache, es schmeckt!

Den Originalartikel mitsamt Fotos findest Du unter

www.lemonde.fr/m-le-mag/article/2019/05/09/porto-l-ivresse-des-sens_5460091_4500055.html

Portugiesen entwickeln Hybrid-E-Bike für Berge und Straßen

Bis heute wusste ich nicht, dass auch in Portugal Räder hergestellt werden. Bisher war mir das nur von Spanien bekannt. Vor einiger Zeit legte ich mir auf dem Jakobsweg in Tui ein Hinterrad einer spanischen Firma zu. Doch auch in Portugal gibt es mit Órbita ein Unternehmen, das Räder produziert. In der Zeitung Diário de Noticias (DN) habe ich heute gelesen, dass in Zusammenarbeit mit der Universität in Aveiro ein E-Bike auf den Markt gekommen ist, mit dem man als Tourist die schönen Schieferdörfer in den hohen Berge Portugals besuchen kann.

Es soll ein Hybrid aus Mountainbike und Straßenrad sein, mit dem man gut auf Asphalt, Schotter und durch die Berge unterwegs sein soll. Laut DN ist mittlerweile ein Netz von gut 2.000 Kilometer entstanden. Ich war selbst zwei Wochen in der Serra da Estrela unterwegs und überrascht, wie gut man dort fahren kann, allerdings mit meinem eigenen Mountainbike. Das Hochgebirge ist nicht unbezwingbar auf den Landstraßen und für jeden, der Spaß am Radfahren hat, zu machen. Die Straßen sind gut geteert, haben nur wenige Schlaglöcher. Stärkere Steigungen sind gut durch Serpentinen angefedert. Denn auch der tägliche Lieferverkehr muss die Dörfer in den abgelegeneren Gebieten erreichen können.

Auf ein E-Bike werde ich aber erst steigen, wenn ich keinen Berg mehr schaffe, also erst mit 90 Jahren. Oder wenn mein täglicher Arbeitsweg 50 Kilometer überschreiten sollte, so dass der zeitliche Aufwand einfach zu hoch wäre. Aber auch die anderen Strecken im Territorium von gut 5.000 Quadratkilometern und 27 Schieferdörfern in Zentralportugal sollten für einigermaßen fitte Radler machbar sein. Ich habe nach der Serra de Estrela auch das Gebiet des Douro und des Minho getestet und für gut befunden.

Den kompletten Artikel des Diário de Noticias findest Du unter https://ocio.dn.pt/estilo/aldeias-do-xisto-vao-ter-bicicleta-eletrica-feita-a-medida-pela-orbita/

Architekt der Louvre-Pyramide mit 102 Jahren gestorben

Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.

Louvre-Pyramide

Als ich das Louvre besuchte, befand ich mich unter ihr. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung, die durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel erhöht wird. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.

Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du auf

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/architektur/architekt-der-louvrepyramide-mit-102-jahren-gestorben/story/23624074

179 Kilometer Abenteuer am Fjord

Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.

Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T-Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.

Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.

Den kompletten Artikel der Zeitung El Mundo findest Du unter http://www.elmundo.es/viajes/europa/2019/04/16/5ca2215921efa0bc178b45bf.html

Reisen auf den Spuren des Don Quijote

In meinem Leben habe ich wahrscheinlich schon einige Burgen gesehen, die in Miguel de Cervantes Roman „Don Quijote“ vorkommen. Ich sah eine von ihnen sogar zufällig schon zweimal, war überrascht, als ich sie vor einigen Monaten beim Radeln auf einem Hügel inmitten einer flachen Ebene wiedererkannte. Unterhalb des Hügels fließt ein Fluss, mit dem man wahrscheinlich die alte Stadt schützte. Auf einer langen Schleife muss man zur Burg herauffahren, was mich einige Milliliter Schweiß kostete. Ich erinnerte mich angesichts eines Geländers und einiger Bänke an der Flanke des Hügels daran, mich hier schon einmal heraufgeschraubt zu haben.

Hier war ich bereits vor einigen Jahren mit meinem damaligen Kumpel Domingo aus Málaga auf der Via de la plata unterwegs. Der von Süden von heraufkommende Teil des Jakobsweges führt von Sevilla nach Santiago de Compostela. Die Burg selbst befindet sich in Puebla da Sanabria in der Nähe von Zamora – eine richtige Ritterburg mit Zinnen auf festen Türmen. Sie schaut nach Asturianos und Zamora. Daneben sieht man links und rechts Teile der Stadtmauer, direkt daneben eine Kirche. Vor der Burg gibt es einen Platz mit zwei offenbar unbewohnten Häusern. Von hier oben kann man weit in die Landschaft schauen. Damals konnte man also sehr leicht Bewegungen feindlicher Truppen wahrnehmen. Links erheben die Berge von der Landschaft bei Ourense. Diese lagen aber schon hinter mir, immer zwischen 900 und 1300 Metern Höhe pendelnd.

Burg in Puebla de Sanabria

Mir kam ein Wanderer aus Franken entgegen, den ich zuvor schon auf dem Jakobsweg getroffen hatte. Ich fragte ihn, ob es sich lohne, die drei Euro in einen Besuch zu investieren, aber er meinte, außer Steinen gäbe es nichts zu sehen. Dann fand ich eine Information, die mir sagte, dass Cervantes diese Burg möglicherweise gekannt habe. Denn in seinem Roman ziehen Don Quijote und Sancho Pansa durch Sanabria. Heute zieht es eher Wanderer in die nahen Berge, die durch ihre Höhe und Einsamkeit bestechen.

Ob ich in meinem Leben noch mehr Stätten aus dem Quijote-Roman gesehen habe, weiß ich nicht. Wohl eher zufällig. Wenn Du einige sehen willst: Weit entfernt in Kastilien-La Mancha haben sich jetzt Gemeinden nahe Toledo zusammengeschlossen. Sie kreierten eine touristische Route auf den Spuren des Quijote, schreibt die spanische Zeitung „El Mundo“. Du kannst dort den Taufschein Cervantes in der Kirche Santa Maria la Mayor in Alcázar de San Juan anschauen. Ob er es aber wirklich ist, ist nicht gesichert. Im Ort kannst Du auch das Museum Formma besuchen, wo sich die Töpfereikunst der Region präsentiert.

Einbezogen ist auch die Höhle von Medrano, in der de Cervantes gefangen gehalten wurde. Dort soll er die ersten Kapitel des Romans geschrieben haben. Darüber hinaus kannst Du das Hinterzimmer der Akademiker von Argamasilla, das Schloss von Peñarroya und die Kirche von San Juan Bautista sehen. Ein attraktives Ziel soll auch der Naturpark der Lagunas de Ruidera sein, eines der großen spanischen Feuchtgebiete.

In Campo de Criptana stehen Windmühlen, die Miguel de Cervantes inspirierten. Dort kämpfte Don Quijote gegen Riesen. Das dort liegende Gebirge und das Viertel von Albaicín seien der Zenit des cervantinischen Weltliteratur, schreibt El Mundo. Es existiere kein besserer Ort, um die Pracht der Mancha erfassen. Am jedem ersten Sonntag eines Monats kann man sich am Mahlen dieser Mühlen erfreuen, die noch gut erhalten sein sollen und sogar damals verwendete Maschinen in sich bergen.

Abschließend kannst Du Dich nach El Toboso begeben, wo es vor allem um Dulcinea geht. Es gebe dort, so schreibt El Mundo, das Museum „Casa de Dulcinea“ sowie typische Häuser der Adeligen und der reichen Landwirte der Mancha aus dem 16. Jahrhundert. Viel Spaß auf einer Deiner nächsten Reisen.

Den kompletten spanischen Artikel findest Du auf http://www.elmundo.es/viajes/espana/2019/04/18/5cb445d521efa0151b8b46b6.html

Versuche einer Symbiose zwischen Tourismus und Umwelt

Wenn Du in Spanien Urlaub auf dem Land machst, sind diese Gegenden ziemlich einsam: Ich selbst finde das genial, weil ich die Ruhe genieße und dort viel öfter als in Städten nette Leute treffe, die mich auf einen Kaffee nach Hause mitnehmen, mir ihren Hofgarten zum Campen anbieten. Interessante Geschichten kommen auch oft dabei heraus, die ich dann weiter für Dich recherchieren kann. Allerdings verwirrt es auch, wenn ich nach Tagen auf einsamen Wegen in eine Stadt wie Santiago de Compostela komme. Dort muss ich mich erst wieder an den Verkehr und die Menschenmassen gewöhnen.

Besonders einsam ist es im Norden des Landes gelegenen Asturien, das sich der Francis Panchá, Autor der spanischen Zeitung El Pais, vorgenommen hat: Dort gebe es sogar mehr Hunde als unter 20-Jährige. Aber jährlich strömten Tausende von Touristen in die kleinen Orte der Provinz, die einerseits Naturparadies, andererseits ein leeres Paradies sei. Sie wollten sich in Europas erstem Nationalpark Picos de Europa erholen, der vor gut hundert Jahren eingeweiht worden sei. Ein Sonderfall in Spanien: Denn in dem Gebiet lebten und arbeiteten auch Menschen, schreibt Panchá. Dies versuche man jetzt besser mit touristischen Konzepten zu vereinen, um zum einen die Umwelt zu schonen, zum anderen Abwanderung zu vermeiden. Touristen sollen lokal erzeugte Produkte verbrauchen, die die Existenzgrundlage der Einheimischen sichern.

So setze sich die Stiftung Bartgeier (Fundación Quebrantahuesos) für die Wiederansiedlung dieser Vogelart ein. Man rechne mit mehr Besuchern, die sich auf ein reichhaltiges kulinarisches Erlebnis freuen könnten. Denn in Asturien gebe es viele Landwirte, die sich auf die Zucht von Lämmern und Ziegen spezialisiert haben. Man hat sogar zusammen eine Briefmarke unter dem Motto „Nahrung durch Vielfalt“ entwickelt.

An der Costa de Sol fand Panchá in Nerja bei Málaga ebenfalls Bemühungen, den Tourismus mit der Umwelt zu vereinen. Dort gebe es das Problem, dass die Zahl der Besucher im Winter nachlasse. Wer dort anreise, interessiere sich für die Naturparks Acantilados Maro – Cerro Gordo und Sierra Almijara. Besonderheiten dort: die dort lebende spanische Ziege, rote Korallen und ein weiter Blick nach Nordafrika.Man habe es geschafft, Wandertouristen anzuziehen, die auf wiederhergestellten alten Römerstraßen und Maultierpfaden unterwegs seien.

Auch in Gredos bei Àvila nordwestlich von Madrid fand Panchá einen weiteren dünn besiedelten Ort mit ähnlichen Bestrebungen: Dort zähle man Ginster und den Himmel zu den Besonderheiten der Region. Daher gebe es seit einiger Zeit ein Festival rund um den Ginster. Man wolle so Botanik und aus der Pflanze erstellte handwerkliche Produkte wie Dachbedeckungen, Besen und Strohsäcke miteinander vereinen, verspreche sich aber auch davon, den Zusammenhalt der lokalen Bevölkerung zu fördern. Denn alle Dörfer der Region schmückten sich damit von Mitte Mai bis Mitte Juni und würden mit Preisen dafür belohnt. Schon im April wolle man Besucher mit der Beobachtung des Universums anlocken. Man sei stolz auf das kürzlich verliehene Starlight-Zertifikat. Denn der Himmel weise hier eine außergewöhnliche atmosphärische Klarheit auf. Ginster und Himmel – lokale Ressourcen, die immer existiert haben, werden jetzt touristisch genutzt.

Den vollständigen spanischen Text findest Du unter

https://elviajero.elpais.com/elviajero/2019/04/05/actualidad/1554453543_788004.html

1.200 Kilometer mit dem Rad zur Bar Hemingways

Mit Värmland und Seeland fand ich zuletzt Ziele auf Geo, mit denen ich viele Kindheits- und Jugenderinnerungen verbinde. Mit Biarritz ist heute ein drittes Ziel hinzugekommen, das ich auf einer meiner ersten Radtouren in den Süden kennenlernte. Mit meinem Kumpel Christoph radelte ich auf einem etwas improvisierten französischen Jakobsweg von Belfort aus über Besançon, Dijon, Vézelay und Limoges nach La Rochelle. Vom Küstenort aus ging es weiter über Mimizan und Arcachon nach Biarritz. Ich hatte mir zuvor angeguckt, wie die Pilger im Mittelalter gelaufen sein könnten. Insgesamt waren es durch Frankreich gut 1234 Kilometer.

Entlang der Küste ist der Weg ausgesprochen schön, zumal man dem Verkehr rund um die größeren Städte endlich entkommt. Südlich von La Rochelle gibt es entweder entlang des Wassers Sandstrände und Nadelwäldchen. Fuhren wir hingegen etwas weiter im Binnenland herum, fanden wir eine gut zu bewältigende Hügellandschaft vor, die auch nicht das Auf und Ab des Jura beinhaltete. Überall gibt es Campingplätze. Durch diese kann man einerseits viel Geld sparen, andererseits den Luxus des Übernachtens unter freiem Himmel und die Schar gleichgesinnter Frischluftfanatiker genießen. Hervorheben möchte ich Arcachon, Frankophilen durch die enorm hohe Düne bekannt. Wir fühlten uns hier willkommen. Viele winkten uns zu, fragten, woher wir kämen, wohin wir wollten. Es folgte stets ein freundliches Lächeln. Dies liegt wohl auch an der Begeisterung fürs Radfahren.

Biarritz ist für mich das Drehkreuz schlechthin, um unterschiedliche Ziele kennenzulernen: den Atlantik und den Ausläufer der Pyrenäen. Bis nach Pamplona oder San Sebastián ist es ein Katzensprung. Von Biarritz aus kann man gut nach Saint-Jean-Pied-de-Port gelangen, von dort auf den spanischen Jakobsweg. Die Nationalstraße herauf nach Roncevalles bewältigte ich von Biarritz aus an einem Nachmittag, rollte am nächsten Morgen den Weg nach Pamplona herab. Dort interessierte mich die Bar Hemingways, wo er „Fiesta“ geschrieben haben soll. Hingegen geht der Weg nach San Sebastián recht flach weiter. Der Küstenweg nach Santiago de Compostela ist erreicht.

Heute würde ich eine solch lange Strecke nicht mehr fahren. Mittlerweile finde ich es interessanter, eine Region und ihre Besonderheiten aufzuarbeiten, Radlern gute Wege zu zeigen, auf denen man Sport, Gastronomie und Kultur miteinander verbinden kann. Auch dabei kommen immer viele Kilometer zusammengekommen, wenn ich auch kleine Inseln oder Gebirgsstraßen abgrase.

Mehr Infos über Biarritz findest Du unter http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21220-rtkl-biarritz-strandperle-mit-franzoesischem-flair