Bezeichnendes Licht auf portugiesischen Hof geworfen

“Schwank der Dienstboten” des berühmten Dramatikers Gil Vicente auf dem Buchmarkt

Gil Vicente
Schwank der Dienstboten

In einer Zeit, in der Portugals Handel aufblüht, lebt ein Adeliger am königlichen Hof auf großem Fuße. Er beschäftigt Angestellte, gibt kostspielige Arbeiten in Auftrag, kann diese aber nicht bezahlen und leistet daher hohle Versprechungen. Allerdings sind seine „Dienstboten“ naiv, denn diese machen trotzdem ihre eigenen Rechnungen auf.

Der „Schwank der Dienstboten“ ist eines der reifsten Stücke des großen Dramatikers Gil Vicente. Er wirft ein bezeichnendes Licht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse am portugiesischen Hof um 1526.

Steht Portugal vor einer Revolution?

Ich habe das Theaterstück jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. An diesem Theaterstück schätze ich, dass die Sprache frisch ist. Man merkt deutlich, dass es ein ganz eigenes Werk des berühmten Renaissance-Dichters ist, er offenbar nicht vorher vom Adel oder Klerus instruiert wurde, welche Botschaft dem Zuschauer im Theater übermittelt werden sollte.

“Ermahnung zum Kriege” ab heute im Buchhandel

Renaissancedichter Gil Vicente schrieb Tragikomödie über Portugals Eroberungen

Anno domini 1513: Portugal hat Brasilien entdeckt und steht jetzt vor der Eroberung Nordafrikas. Ein Nekromant, also einer, der die Toten erwecken kann, zwingt zwei Teufel dazu, ihm die Helden des klassischen Altertums zu bringen. Portugal braucht starke Anführer im Krieg. Doch wie wird dieser Krieg enden?

Gil Vicente hat ein auch heute noch aktuelles Drama geschrieben, in dem er Adel und Bürgertum zur Eroberung aufruft. Aber gleichzeitig warnt der Dichter vor Übermut und mahnt zu Zurückhaltung. Manch heutige Großmacht darf sich davon angesprochen fühlen. Das Stück wurde 1513 in Lissabon vor König Manuel I. uraufgeführt. Gil Vicente gilt als Begründer des portugiesischen Theaters.

Picknick an den besten Badeplätzen

Im Korb liegen das Brot von Sabugeiro und der Käse der Serra da Estrela

Weißt Du, wo das höchste Dorf Portugals auf dem Festland liegt? Ich habe es gerade erfahren: Mir war Sabugeiro seines berühmten Brotes wegen bekannt. Wenn Du Glück hast, erhältst Du auf Deiner Durchreise eines, das auf dem Dorfplatz in einem Backofen zubereitet wurde. Ich bedauere es, es auf meinen Touren durch die Serra da Estrela noch nicht probiert zu haben. Und dort soll es auch guten Käse, Schinken und Liköre geben, den man nach dem Besuch des Badeplatzes an der Ribeira de Fervença aufsuchen kann. Die Badestelle gehört zum lebendigen Rio Alva. Besucher sollen sich an der schönen von Granit bestimmten Gegend und dem klaren Spiegelbild im Wasser erfreuen können. Die Redaktion des Magazins Vortex empfiehlt einen Besuch. Gestern stellte ich Dir bereits viele andere Plätze in der Gebirgsregion in Zentralportugal vor. Distrikthauptstadt ist Guarda, höchste Stadt Portugals auf dem Festland.

Wasserfall Loriga in der Serra da Estrela

Für mich ist der Rio Côa eines der interessantesten Gewässer. Denn dort spielt sich schon mindestens 25.000 menschliches Leben ab. Ich habe dort die berühmten Felsritzungen besichtigt, die Steinzeitmenschen über Kilometer hinterlassen haben, vermutlich als Info-System für durchziehende Jäger über den Wildbestand oder aber als Kultort der Schamanen. Pferde, Rinder, Menschen und auch Lachs ist dort abgebildet. Im Mondschein sind die Abbildungen am besten zu sehen. Ebenfalls gibt in der an Spanien angrenzenden Region auch viele wilde Tiere. Am imposantesten ist ein Canyon in der Faia Brava, den der Fluss sich in der Erdgeschichte ergraben hat. Und es gibt sogar bei aller Wildheit des Flusses den Flusstrand von Rapoula do Côa im Raum Sabugal, wo man sich im Schatten von Bäumen niederlassen kann. Sogar Strand wird versprochen. Dort gibt es unterschiedlich tiefe Zonen, in denen sich sowohl erfahrene Schwimmer als auch Kinder wohlfühlen. Wer gerne angelt, fängt in einer anderen Zone vielleicht sogar eine Forelle. Leider gibt es dort mehr Regenbogenforellen, die die Bachforelle durch künstliches Einsetzen in Bedrängnis bringt. Vortex meint, dieser Platz zähle zu den schönsten Flussstränden Portugals. Ebenfalls an diesem Fluss liegt der Badeplatz von Quadrazais. Er befindet sich auf der Hochebene von Sabugal, wo auch die Serra da Malcata und Serra das Mesas liegen. Diese bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Portugal und Spanien (Extremadura, Kastilien und León). Dort gebe es einen weiten Raum der Entspannung mit zwei Imbissen unter Schatten spendenden großen Kastanien und Steineichen.

Quinta da Taberna bei Guarda

Die Redaktion empfiehlt ebenfalls, den Flussstrand von Devesa bei Sabugal als Erfrischung. Dort gebe es ein Restaurant, einen Spielplatz, sogar ein Solarium, ein Naturschwimmbad für Kinder, Imbisse und eine Bar mit Terrasse und auch mal sowohl einen Kanu- als auch einen Radverleih. Hier könne man sich auch eine Übersicht über ein Radwegenetz von erstaunlichen 225 Kilometern anschauen. Ebenfalls nahe Sabugal liege der Flussstrand des Vale das Éguas. Bei den Besuchern sei er beliebt zum Tauchen. Es sei eine entzückende Landschaft, in dem sich die Umgebung im Wasser spiegele.

Anziehend hört sich auch die Beschreibung des Strandes von Paul nahe Covilhã an. Covilhã ist eine alte Textilmetrople, deren Manufakturen hier in der Neuzeit des guten Wassers wegen aufgebaut wurden. Denn Wolle braucht hochwertiges Wasser. Die Ribeira do Paul entspringt in den Taliscas durch ihre Fusion von zwei Hauptwasserströmen der Kreises Covilhã: Ribeira das Cortes e Unhais da Serra. Sie kommen von der Serra da Estrela herunter und fließen in den Rio Zêzere. Der Badeplatz befindet sich an einer alten Brücke aus dem 5. Jahrhundert, wo es sogar noch alte Wassermühlen geben soll. Besucher können mit Booten die Umgebung erkunden.

Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Erfrischende Flussstrände in der Hitze des Hochsommers

Saubere und kristallklare Badeplätze in den hohen Bergen Portugals

Suchst Du saubere und klare Gewässer mit viel Natur für Deinen kommenden Urlaub? Im Sommer kann sich der Reisende durch die Serra da Estrela durchaus wie in einem Backofen fühlen. Temperaturen um die 40 Grad sind im Hochgebirge nicht selten. Die Redaktion des portugiesischen Magazins Vortex empfiehlt sehr viele Badestellen an Flüssen – praia fluvial auf Portugiesisch – in der Umgebung der Distrikthauptstadt Guarda sowie der größeren Städte Sabugal, Seia und Covilhã. Einige Badestellen sind weitgehend naturbelassen, andere bieten Komfort für Besucher.

Der längste Fluss der Serra da Estrela ist der Rio Mondego. Er entspringt in der Nähe von Guarda in der Serra da Malcata. Von dort fließt er bis zum Atlantik. Bei Aldeia Viçosa gibt es einen netten Badeplatz am Fluss auf zwei Hektar Fläche. Eingerichtet sind Gastronomie, Schatten spendende Rasenflächen, ein Spielplatz für Kinder. Ich selbst kenne diesen Platz nicht.

Dafür hat mich bei meinen Radausflügen der Flussstrand von Loriga bei Seia begeistert. Der Autor beschreibt ihn als „Heiligtum der Naturliebhaber“. Er weise eine Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit auf. Und jetzt aufgepasst: Der Platz liegt im Gletschertal von Loriga. Während der letzten Eiszeit waren auch hohe Berge in Portugal vom Eis bedeckt. In die Täler reichte die kalte Pracht allerdings nicht. Hier bietet es sich also nicht nur an, zu baden, sondern auch zu wandern und dabei vielleicht das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Mit etwas Glück siehst Du Adler oder Geier oder triffst noch seltener die Stülpnasenotter, eine scheue Viper.

Gut neun Kilometer von Seia entfernt liegt die Praia Fluvial de Vila Cova á Coelheira am Rio Alva. Die Landschaft soll gehobene Qualität aufweisen, nicht zuletzt wohl auch durch die schöne alte Römerbrücke.

Ebenfalls im Einklang mit der Natur befindet sich derjenige, der den Flussstrand von Lapa dos Dinheiros aufsucht. Er liegt an der Ribeira da Caniça, einem Nebenfluss des Flusses Alva. Ich besuchte ihn auf einer meiner Radtouren durch die Serra. Dabei freute mich, dass mir mit Lusitana eine Einheimische dieses Kleinod zeigte. Ohne sie hätte ich den Ort nie gefunden. Denn er liegt abgelegen auf einer Anhöhe. Noch viel versteckter als der Badeplatz liegt ein idyllischer Wasserfall inmitten eines Dickichts aus Kastanienbäumen. Ein schmaler Pfad führt dorthin. Leider nicht gesehen habe ich dort das Loch von Moura, das ein natürliches Höhlensystem aus dem Granit der Gegend bildet. Darin soll es Säle und Galerien zum Besichtigen geben. Aber man fährt ja nicht nur einmal in die Serra da Estrela.

Mir auch noch unbekannt hingegen ist die Badezone von Sandomil am Fluss Alva. Dort wachsen sogar Erlen und Platanen. Die Serra da Estrela ist also nicht unwirtlich, sondern verfügt, wie man bisher sehen konnte, über recht viel Wasser in ihrem vom Kontinentalklima bestimmten Gebiet. Dort gibt es auch Imbisse, wo man als Tourist sicher mal regionale Küche probieren kann.



Rio Zêzere bei Vide in der Serra da Estrela

Auch noch nicht kennen gelernt habe ich den Flussstrand von Valhelhas. Er soll eine hohe Wasserqualität aufweisen, so dass er mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. Gespeist wird er von einem meiner Lieblingsflüsse, dem Rio Zêzere. Dieser entspringt oberhalb des alten Wollweberortes Manteigas. Ich mag ihn daher, weil er munter wie ein Alpenfluss über die Steine springt. Es gibt sogar Stromschnellen an manchen Stellen. Der Badeplatz soll etwas versteckt liegen. Aber es gibt dort sogar einen Campingplatz, auf dem Radfahrer ihr Zelt aufstellen können.

Wer nicht nur ein Faible fürs Baden, sondern auch für Tiere hat, sollte den Wasserfall von Poço da Broca aufsuchen. Er befindet sich in der Ribeira de Alvôco in der kleinen Aldeia de Barriosa bei Vide. Dort leben unter anderem Wasseramseln, Reiher und Fischotter. Er liegt im extremen Südwesten der Serra da Estrela.

Nicht auslassen sollten Besucher den Ort Unhais da Serra. Dort gibt es eine Thermalquelle, derer sich viele einheimische Touristen seit Jahren erfreuen. Sie lassen sich in der medizinischen Abteilung eines großen Sporthotels gegen Erkrankungen behandeln. Aber dort liegt auch ein im Jahre 2010 eingerichteter Flussstrand. Eingebettet in Hotels und Luxusrestaurants, geschmückt durch verschiedenste Vegetation und Landschaft, soll dieser Strand alles zur Verfügung stellen, was man bei einem Ausflug so braucht. Der Verfasser schreibt von einer Infrastruktur mit hoher Qualität. Dort gebe es eine moderne Bar und Rasen, auf dem man sein Handtuch ausbreiten könne, um das gute Wetter zu genießen.

Der Fluss Unhais

Vortex empfiehlt auch einen Ausflug zum See im Vale do Rossim. Diesen kenne ich auch noch nicht. Dort gebe es zwar keinen Sand, Liegestühle und Sonnenschirme, denn er liege zwischen Felsen und Viehweiden. Das Fehlen solcher Annehmlichkeiten werde durchs wilde Ambiente ausgeglichen. Dies sei ideal für denjenigen, der ein wildes Refugium im Gebirge suche. Und mit 22 Grad springt man nicht in einen eiskalten Gebirgssee. Na, wenn das nichts ist. Der Flussstrand des Vale do Rossim zählt zu einem der „sieben Wunder von Portugal“. Und das inmitten eines Hochgebirges.

Welche Strände die Vortex-Redaktion Dir noch empfiehlt, erfährst Du morgen. Den vollständigen Text und schöne Fotos findest Du unter www.vortexmag.net/as-15-melhores-praias-fluviais-da-regiao-da-guarda.

Schrumpft man im Schrumpfbachtal?

Auf dem Traumpfad von Hatzenport an der Mosel

Wo spürt man unterschiedliche Geschwindigkeiten ziemlich deutlich? Ich würde sagen, oberhalb Hatzenports an der Mosel. Wanderer laufen dort gemächlich durch das satte Grün der Weinberge. Der Weg ist angenehm geschottert. Bäume spenden Schatten vor der Mitte Juni heißen Sonne.

Blick auf Hatzenport

Wäre da nicht unten im Tal auf der anderen Seite der Mosel eine Landstraße. Dort knattern laute Motorräder und Autos Richtung Trier und Koblenz, so dass Erholungssuchende leider nicht ganz der Hektik entrinnen können, um sich von der Arbeitswoche zu erholen. Doch zum Glück gibt es eine Spitzkehre auf dem als Rundweg angelegten Traumpfad.

Diesen Schafen ist ziemlich heiß.

Die Wanderer tauchen in Wiesen und Felder ein, bekommen vom Verkehr nicht mehr viel mit.

Dann geht es abwärts ins Schrumpfbachtal, dass man später sicher ohne Verlust der Größe wieder verlässt. Es sei denn, die Wirkung tritt erst nach einigen Tagen ein. Ich stellte mir vor, schon in Kürze wie Nils Holgersson auf auf einer Gans zum Kebnekaise zu fliegen.

Hat dort jemand diesbezüglich Erfahrungen gemacht? Ich könnte mir denken, dass der Name einst den Römern Angst machen sollte- Denn die waren gegenüber Flüssen und Bächen ziemlich misstrauisch eingestellt. Vielleicht fremder Götter wegen?

Zum Schluss erwartet einen kurz vor Hatzenport eine kleine Herausforderung. Über Stock und Stein muss man vorsichtig den Wanderweg herabklettern. Zum Glück gibt es Seile und eine Leiter als Hilfe beim Abstieg. Alle zehn Wanderer gelangten sicher nach unten. Ich könnte mir vorstellen, dass es im Herbst und im Winter nicht so einfach ist über glitschige und schlammige Hindernisse in die Tiefe zu gelangen.

Eine Leiter ist auf diesem Felsen eine große Hilfe.

Revolutionäres Drama erstmals fürs deutsche Theater übersetzt

Gil Vicentes Drama “Schäferliche Tragikomödie über die Serra da Estrela” von 1527 ab jetzt im Buchhandel

Ab sofort im Buchhandel! Von mir aus dem Portugiesischen übersetzt. Eines der schönsten Stücke des Gründers der portugiesischen Theaters: Gil Vicente. Absolut lesenswert und für jede Theaterbühne zu empfehlen!

Ist es Gil Vicente, der in der „Schäferlichen Tragikomödie über die Serra da Estrella“ eine Aura heiliger Berge aufbaut? Sein Drama dürfte das älteste aller jemals über das Gebirge erschienenen Werke sein. Es erscheint im Jahre 1527, gut 35 Jahre nach der Entdeckung Amerikas, die mit dem Anbruch der Moderne gleichgesetzt wird. Portugal selbst hat mit Spanien gerade die Welt in zwei Machtsphären geteilt, besitzt Brasilien als Kolonie und Stützpunkte für den Handel mit Arabern im Orient.

Das Drama ist einem neuen Königspaar und einer neugeborenen Prinzessin gewidmet, mit der viele Hoffnungen verbunden sind. Diese drückt das als Mensch in der Tracht einer Schäferin auftretende Gebirge gemeinsam mit den Hirten aus. Sie wird als neuer Stern von Coimbra betrachtet, dem die Hirten gemeinsam mit der Serra folgen sollen. Sie huldigen den Regenten mit dem besten, was das Gebirge zu bieten hat: mit feinem Käse, guter Milch, weichen Adlerfedern, kostbaren Hermelinfelle, Merinoschafen, Lämmern, Kühen und sogar mit Gold.

Gil Vicente, Begründer des portugiesischen Theaters, verfasste ein Ständedrama. Die Menschen vertreten schon 1527 Gedanken der Aufklärung, sprechen schon wie in der Epoche der Empfindsamkeit. Der Mensch tritt in der Epoche der Renaisance in den Mittelpunkt des Interesses.

Revolutionär auf jeder Bühne! Bist Du Regisseur oder Filmemacher? Dann greife sofort zu.

Vom Lee ins Luv

Entspannen und Schlemmen in Algarve

Einen schönen Artikel über Tavira an Algarve habe ich heute morgen im Magazin Evasões gefunden, das in Lissabon publiziert wird. Tavira liegt an Sandalgarve. Dabei lernte ich von Autor Nuno Cardoso zwei neue Dinge kennen. Zum einen ein Sprichwort: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, stelle Limonade her“. Dies bedeutet in etwa, dass man sich nicht beschweren sollte, sondern das nutzen, was das Leben einem gebe. Cardoso bezieht sich auf einige Portugiesen, die er erzählen lässt, warum sie ihr Unternehmen gründeten oder dort einstiegen.

Pedro Estrala, Gründer eines nur zehn Minuten vom Strand entfernten Landgasthofes Quinta dos Perfumes, fühlte sich mal so gestresst im Stau, dass er jemanden in einem anderen Auto angeschrien habe. Dies löste den Wunsch nach einer Veränderung seines Lebens in ihm aus. Er übernahm eine alte Parfümfabrik seines Großvaters und formte eine Quinta aus ihr. Diese ist von einem 36 Hektar großen Orangenhain umgeben, auf dem mehr als 20 000 Bäumen stehen. Die Früchte werden mit der Hand geerntet per Hand. Er kann an Lieferanten etwa 1000 Tonnen jährlich verkaufen. „Wir produzieren vier Orangenarten, was bedeutet, dass wir sie das ganze Jahr durch haben“, erzählt Estrela. In einen biologischen Gemüsegarten kultiviert er auch Kirschbäume, Wassermelone, Minze, Gurke, Rote Beete oder Paprika für seine Gäste. Zum anderen wusste ich nicht, dass Portugiesen die Region auch als algarvisches Lee bezeichnen. Ein Lee ist die vom Wind abgewandte Seite eines Bootes. Die Umgebung von Tavira wird offenbar auch so bezeichnet, wohl ein Ausdruck für die Abgeschiedenheit und Ruhe.

In Tavira fand er auch Marcelino Nascimento. Er sei zwölf Jahre alt gewesen, als er begann im Lebensmittelgeschäft zu arbeiten, das heute Garrafeira Soares heiße und bereits 100 Jahre alt sei. Früchte, Gewürze, Schmalz und Kaffee seien hauptsächlich verkauft worden. Marcelino ist jetzt 65 Jahre alt und erinnert sich noch an den ersten Arbeitstag. „Ich war sehr ängstlich, fast verloren“. Er begann als Lehrling an der Theke und ist heute Koordinator des Geschäfts. Mehr als 4000 Alkoholika aus allen Teilen der Welt seien in den Regalen zu finden wie Weine, Liköre und Schnäpse. Die eine Flasche kostet nur zwei Euro, die andere zweitausend. Ob man den Unterschied wirklich schmeckt?

Alle Träume der Welt

Als ich den nächsten Absatz las, habe ich wirklich Hunger bekommen. Von starken alkoholischen Getränken halte ich nicht viel, dafür mehr von mediterraner Kost, die Cardoso offenbar im Restaurant Àlvaro de Campos geschmeckt hat. Er fühlte sich wohl dabei auch von der Deko inspiriert wie dem Spruch: „Ich bin nichts. Niemals werde ich jemand sein. Ich kann es nicht wollen, nichts zu sein. Von diesem Teil habe ich in mir alle Träume der Welt“. Fernando Pessoa, geboren in Tavira, gründete dieses Lokal vor fünf Jahren. Koch ist Luis Brito, das nur wenige Meter von Ponte Velha und dem Ufer des Rio Gilão entfernt liegt. Er war elf Jahre alt, als er nach Tavira ging. Heute ist er 52 und hat schon in Brasilien, Spanien und Angola gekocht. Er ist 52 Jahre alt, 32 davon verbunden der Restaurierung. Er habe eher zufällig mit Kochen angefangen, aber Gefallen daran gefunden. „Den ersten Bohneneintopf, den ich zu Haus für fünf Freunde zubereitete, hat niemand gegessen.“

Cardoso begann seine Mahlzeit mit Dorschkuchen und Entenkrokette. Dem folgten Bohnenreis, Salat aus Reismelde und Aioli. Danach wurde ihm gesalzene Krake mit Venusmuscheln und Süßkartoffel aufgetischt. Probiert hat er danach Dorsch mit Kohl, Kartoffel und Korianderöl. Ich bezweifele, dass er danach gut geschlafen hat. Sein Magen befand sich bestimmt im algarvischen Luv.

Den vollständigen Artikel von Evasões findest Du unter

www.evasoes.pt/roteiros/tavira-passeio-e-descanso-nos-encantos-do-sotavento-algarvio/

Darf man Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappen?

An der Costa Brava streitet sich eine Gemeinde mit der Chemieindustrie

Verklappung industrieller Abwässer ins Mittelmeer? Ich hätte nicht gedacht, dass dies heute innerhalb der Europäischen Union überhaupt noch erlaubt ist. Bis ich gerade einen Artikel in der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ gelesen habe: Darin steht, dass es Unternehmen gebe – S.A. Robama, Menadiona S.L. und Infar S.A – die ihre Salzbrühe im Raum von Barcelona ins Meer leiten. Dazu nutzen sie die Kläranlage von Pineda de Mar. Doch diese scheint aufgrund der hohen Salzkonzentration nicht mehr richtig zu funktionieren oder entspricht vielleicht nicht mehr den Vorschriften. Eine Vorbehandlung der Salzbrühe wäre mit höheren Kosten verbunden, was aus Sicht der Unternehmen unwirtschaftlich wäre, schreibt La Vanguardia. Daher wollten diese Unternehmen jetzt mitten im Urlaubsgebiet von Blanes bei Girona über eine neue Rohrleitung ihre Abwässer ins Meer leiten. Dafür haben sie sich an die Agencia Catalana del Agua (ACA) gewandt. Dagegen erhebt sich jetzt in Blanes Widerstand.

Pepa Celaya, bis vor kurzem Stadträtin in Blanes, befürchte ein hohes Risiko für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und den Tourismus in Blanes, denn sie halte diese Verklappung für extrem gefährlich. Darüber hinaus leiste die Entzalzungsanlage von Blanes bereits ihren Dienst für mehr als zehn Gemeinden, darunter auch die Stadt Barcelona. Immer wieder versuche das Rathaus in Blanes Versuche chemischer Unternehmen zu stoppen, ihre Abwässer am Strand von S’Abanell zu verklappen. Man fürchte auch, dass auch andere Industrien aus dem Umland die Kläranlage nutzen wollten, so dass sich der Strand von S’Abanell in eine Kloake verwandeln könnte. Zumal man davon ausgehe, dass die Abwässer nicht vorbehandelt würden.

Gerichtliche Auseinandersetzung folgt

Sollte eine Rohrleitung gebaut werden, führe sie durch Natur und Landwirtschaft. Um die Auswirkungen einschätzen zu können, bedürfe es auch erst einiger komplexer Analysen, die komplex seien, sagt die Gemeinde. Vertrauen bringt man den Unternehmen jedenfalls nicht entgegen, denn auch zugesagte dreimonatliche analytische Selbstkontrollen seiend ungenügend, um die Qualität der Verklappungen zu garantieren. Robama zum Beispiel habe versichert, über eine Kläranlage zu verfügen, die die Abwässer des Unternehmens behandele und die Schadstoffe minimiere, die über die Kanalisation abgeleitet würden. Der Vorbehalt der Gemeinde scheint nicht ganz unbegründet, denn La Vanguardia verweist auf das Chemieunternehmen Cray Valley Ibérica S.A., angesiedelt in Sant Celoni (Barcelona). Erst 2005 wurde es zu Entschädigungszahlungen an Blanes verurteilt. Denn es hatte 1996 das Grundwasser des Rio Tordera mit Dioxinen und Dioxolanen verunreinigt.

Die Entscheidung liegt nun beim Verwaltungsgericht von Girona. Sollte Blanes verlieren, will man vors Oberlandesgericht von Katalonien ziehen, das in letzter Instanz zu entscheiden hätte. Für Reisende gilt, vor einer Buchung immer nachzufragen, ob an der Costa Brava oder anderswo einfach ungeklärte Abwässer eingeleitet werden statt es vorab mit hochwertiger Technologie aufzubereiten. Denn der Urlaub soll ja schön werden.

Den Artikel der La Vanguardia findest Du unter www.lavanguardia.com/vida/20190603/462578992385/preocupacion-vertido-aguas-residuales-quimicas-costa-brava.html

Dänische Romantik in Rododendronwald

Große Kulturinstitutionen vermitteln oft nationale Geschichten für die Masse. Nicht weniger spannend kann es aber sein, in lokalhistorische Besonderheiten einzutauchen und kleine Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die dänische Zeitung Aarhus Stiftstidende schlägt Ziele für diese Jahreszeit auf Lolland-Falster vor. Diese sind die ersten zwei dänischen Inseln nach der Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby.

Dort erwarte jeden großartige Natur, schreibt die Zeitung. Ein langer Deich erstrecke sich vom Hafen in Rødby bis zur Halbinsel Albuen entlang der Südküste Lollands. Da die Landschaft flach sei, ergebe sich eine gute Aussicht über Rüben- und Kornfelder auf der einen und den Fehmarnbelt auf der anderen Seite. Im 18. Jahrhundert errichteten Bauern diesen Deich, um das Gebiet gegen Überschwemmungen zu schützen. Dieser schützte sie aber nicht vor den Folgen einer großen Sturmflut im Jahre 1872, durch die 80 Menschen starben. Danach erweiterten sie den Deich, der offenbar keine weitere Katastrophe mehr zuließ. Heute müsse man sich dort nur noch vor der Sonne schützen, da es keinen Schatten gebe. „Hier gibt außer Fahrradfahrern und Spaziergängern keinen Verkehr“, sagt Expertin Anne Pilø Melillo. Auf der Deichkrone verlaufe ein Kiesweg, auf dem Reisende zum Beispiel den Ort Albuen umrunden könnten.

In dieser Jahreszeit blühe in Kappel auf Südwestlolland ein Rododendronwald in rosa, creme, rot, violett und gelborange. Angelegt habe ihn Peter Hansen, Gärtner und Gartenenthusiast. Er pflanzte bewusst einen wilden Garten, in dem Besucher ein romantischer Spaziergang zwischen 1100 Arten Rododendron, 70 verschiedenen Magnolienarten und 500 Typen Pfingstrosen erwarte. „Wenn der Rododendron Saison hat, findest du nicht, was hübscher ist. Sie blühen Ende Mai und Anfang Juni“, zitiert die Zeitung Anne Pilø Melillo. In der Kirche von Aastrup gebe es mit die feinsten gotischen Kalkmalereien Dänemarks. Die Malerei führte der weitgehend unbekannte Meister Elmelund Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sie bedeckt das komplette Kirchengewölbe. Die farbigen Malereien wurden später weiß übermalt, als farbige Bilder längst nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Aber in den 1940er Jahren wurden sie aufgedeckt. Man fand Szenen des Alten und Neuen Testaments. Darunter befinden sich zum Beispiel die Geschichten von Adam und Eva und über die Leiden Jesu. „Die Kirche liegt hübsch auf einem Hügel“, sagt Anne Pilø Melillo. Aastrup Kirche sei normalerweise offen während der Arbeitszeit des Totengräbers von Dienstag bis Sonntag. Man sollte aber die Gemeinde aber besser kontaktieren, um sich zu vergewissern.

Ein weiteres lohnendes Ziel scheint das Wohnhaus des Malers Richard Winther (1926-2007) zu sein. Er kaufte 1993 ein aufgegebenes Altersheim in Vindeby auf Nordwestlolland. Dort richtete er sein Atelier und Haus ein und bemalte Wände und die Decke. Auf diese Weise verwandelte er das Gebäude in ein Kunstwerk auf 72 Quadratmetern. Winther kam in Maribo auf die Welt und wurde auf der Königlich Dänischen Kunstakademie ausgebildet, wo er in den 1989er Jahren auch als Professor forschte und lehrte. Er arbeitete auf den Gebieten der Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und Text. Seine Kunst handelt von den großen Themen des Lebens: Erotik und Tod.

Ein weiteres interessantes Ziel ist die Polenkaserne in Tågerup. Sie ist eine von mehreren Kasernen, in denen einst polnische Saisonarbeiter von April bis Oktober lebten. Die Kaserne liegt nicht weit vom Landgut Lungholm entfernt. Sie wurde 1911 erbaut und bot Platz für junge weibliche Landarbeiter. Das heute von Freiwilligen betriebene Museum vermittele den Alltag der jungen Frauen vom Ende des 18. Jahrhundert bis 1929. Danach war der Einsatz ausländischer Saisonarbeiter verboten. Die Kaserne in Tågerup war ein Heim für 36 junge Frauen, die in einem gemeinsam Schlafraum schliefen. Der Vorsteher und seine Frau lebten hingegen in einer kleinen Wohnung. Die polnische Bevölkerungsgruppe gab der Insel ein besonderes Gepräge. „Diese ist eine der Ursachen dafür, dass es hier katholische Kirchen und ein Nonnenkloster gibt“, sagt Anne Pilø Melillo.

Den kompletten Artikel der Stiftstidende findest Du auf www.stiften.dk/rejser/Fem-skjulte-perler-til-ferien-paa-Lolland-Falster/artikel/579572

Königlicher Urlaub an der Playa de los Bikinis

Santander, die Hauptstadt Kantabriens, scheint Urlaubern eine gute Mischung aus Strandurlaub, Kunstgenuss und guter Gastronomie zu bieten. Das portugiesische Magazin „Sabado“ hat jetzt die Stadt im Norden Spaniens entdeckt. Als ich mal die Stadt auf dem Küstenweg erreichte, fielen mir nur ein langer Strand auf und die Kunst der Kellnerin, Apfelwein aus einer weit über dem Glas gehaltenen Flasche einzuschenken. Die Architektur erschien mir nicht so ansprechend, dass ich gerne länger in der Stadt geblieben wäre. Ich war allerdings auch mehr auf schöne Landschaften und Erlebnisse auf dem Jakobsweg erpicht, bevor ich meinen Reisestil änderte, mich mehr für Leute als Land interessierte.

Der Autor des Sabado stellt Santander „als lang gezogenen neun Kilometer langen Arm vor“, der zum Meer weise. Vom Flughafen kommend, fällt ihm auf, dass es hier eine industrielle Zone mit einem Hafen gibt. Gegenüber der Marine reihen sich Straßencafés auf dem Paseo de Pereda und der Calle Castelar aneinander. Er selbst muss die komplette Stadt mit dem Taxi durchqueren, da er sich im Urlaubsviertel El Sardinero mit Landhäusern und Villen niederlassen will. Dort gibt es immerhin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadtrand befindet. El Sardinero erscheint ihm als enormes Urlaubsressort. Dort gebe es Hotels im Stil der Belle Époque und ein großes Casino. Dies hänge damit zusammen, dass König Alfons XIII. von Spanien hier seine Sommerresidenz errichtet habe. Diese soll er zwischen 1913 und 1930 mehrfach aufgesucht haben. Auf der Halbinsel La Magdalena sei ein homonymer Palast zwischen 1908 und 1912 errichtet worden. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gärten und Felsen. Daraus rage mit dem Faro de La Cerda ein bedeutender Leuchtturm hervor. Dort gibt es auch die von der Bucht der Halbinsel abgewandte Playa de los Bikinis. Man munkele, dort sei zum ersten Mal in Kantabrien eine Frau im Bikini gesehen worden. Diese sei eine der hübschen und nicht überlaufenen Stränden, die allerdings schon zu Spaziergängen zwingen würden. Die meisten besuchten die nur 100 Meter von Santander entfernte Primera Playa. Es gebe auch andere hübschere Strände, die nicht überlaufen seien, aber diese zwängen zu kleinen Spaziergängen.

Neben Naherholung biete die Stadt Kultur in einem mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Museum. Im Centro Botín würden mehr als tausend Werke präsentiert von hervorragenden Künstlern wie Rubens, El Greco, Picasso und Miró. Unter den Kronen der Bäume der Jardines de Pereda versteckt liege das vom italienischen Architekten Renzo Piano gestaltete Haus. Dieser habe auch nicht weniger bedeutende Gebäude wie das Centre Pompidou in Paris oder das Whitney Museum amerikanischer Kunst in New York gestaltet. Die Errichtung habe fünf Jahre gedauert, sei 2014 unterbrochen worden, was dem Tod Emilio Botins geschuldet gewesen sei, Präsident der Santander Bank seit 1986. Die Stiftung der Santander habe das Museum finanziert.

In den Straßen des Zentrums fühlt sich der Verfasser tatsächlich wie in der Baixa lisboeta. Dort stößt er auf die Kathedrale, erbaut im 12. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil. Ein großer Brand von 1941 habe fast das ganze Zentrum der Stadt zerstört, wovon auch die Kathedrale betroffen gewesen sei. Das war also einer der Gründe dafür, dass ich die Stadt nicht als so einladend empfand, da ihr historisch gewachsene Strukturen fehlen. Neben dem Besuch der Kirche empfiehlt er, auch der bezaubernden Plaza Pombo mit dem historischen unter Arkaden versteckten Café do Pombo einen Besuch abzustatten. Nur zwei Minuten davon entfernt liege der Markt von Santander mit regionalen Käsesorten, Fisch, Meeresfrüchten und Oliven. Dies rechtfertige eine Runde innerhalb des Hauses, in dem auch Cafés und Bodegas zu finden seien.

Die besten Bars fand er zwischen der Calle Sta. Lucia und dem Paseo de Pereda. Einen Tisch drinnen oder auf dem Fußweg zu erhalten, könne kompliziert sein. Aber dies glichen draußen reichlich vorhandene hohe Tische aus, wo man das Trinkglas abstellen und Tapas futtern könne. Heraufgehend zur Calle Casimiro Sainz bis zum Kreisverkehr Glorieta de Sol komme man zu einem anderen Kreisverkehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Kneipen und Meeresfrüchterestaurants. Allerdings höre man dort keine Musik. Die Lichter seien stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Verschwitzte und zänkische Angestellte servierten den köstlichen Meeresfisch von Kantabrien. Das Restaurant Marucho sei eine Referenz in der Calle de Tetuán. Aber offenbar hat es dem Verfasser hier nicht so gefallen wie zuvor.

Den kompletten Artikel findest Du auf www.sabado.pt/gps/style/viagens/detalhe/santander-a-descoberta-de-praias-arquitectura-historia-e-marisco?ref=GPS_Grupo3_viagens