Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Wie schon in der Vor­wo­che sind mit Deutsch­land, Frank­reich, Schwe­den, Spa­ni­en und Öster­reich nur weni­ge Län­der ver­tre­ten. Ber­ge, ein Moor, Schif­fe und ein groß­ar­ti­ges Muse­um rücken ins Zen­trum des Inter­es­ses. Einen Down­load-Link des Pro­gramms fin­det ihr wie immer im pdf-Format.

Am Inter­es­san­tes­ten fin­de ich den Film über die Rena­tu­rie­rung der Emscher. Vor der eige­nen Haus­tür erle­be ich, wie sich die Arbei­ten ent­lang der klei­nen Aa in Müns­ter aus­wir­ken. Als der Schnee schmolz, erga­ben sich wei­te Was­ser­flä­chen. So sah ich mehr vom natür­li­chen Ver­hal­ten der Stör­che. Sys­te­ma­tisch lief ein Paar den Rand des Gewäs­sers ab, um Nah­rung zu suchen. Bis dahin kann­te ich sie nur als brü­ten­de oder sto­isch auf einer Wie­se ste­hen­de Vögel. Ein schö­nes Erleb­nis, von dem wir viel­leicht auch eini­ges im Film zu sehen bekommen.

Oder in Aar­hus in Mit­tel­jüt­land: Dort befrei­ten die Men­schen den Fluss von Abde­ckun­gen, das einst des elen­den Geruchs des Flus­ses nötig war. Als ich die Stadt besuch­te, fand ich einen Fluss mit Auf­ent­halts­qua­li­tät. An den Ufern lie­gen jetzt Restau­rants, Wege zum Spa­zie­ren­ge­hen. Und es ist jetzt auch mög­lich, in der Stadt zu pad­deln. In Sie­gen war­ten die Bewoh­ner noch auf sol­che Optio­nen, sahen mein Kum­pel Ulf und ich, als wir per Peda­le für eini­ge Wochen Sie­ger­land, Sauer­land sowie Die­mel- und Weser­re­gi­on durch­streif­ten und erlebten.

Sicher auch schö­ne Bil­der lie­fert der Film übers Schip­pern auf der Ost­see in Skan­di­na­vi­en. Mei­ne beein­dru­ckends­te Fahrt erleb­te ich in Väs­ter­bot­ten. Vor den Toren Umeås liegt ein klei­nes Archi­pel. Als ich mit dem Rad die Inseln abklap­per­te, fand ich auf Hol­mön das wun­der­schö­ne Segel­boot Hol­mös­lup­pen aus Holz, auf dem Tou­ris­ten mit­fah­ren konn­ten. Ich buch­te den Trip und fuhr mit dem Skip­per und zwei Pär­chen eini­ge Stun­den an den Inseln ent­lang. Am Insel­chen Sto­ra Fjäd­derägg leg­ten wir an und beglei­te­ten ein Paar zu einem Feri­en­haus, wo es ein­sam sei­ne Sil­ber­hoch­zeit fei­ern woll­te. Noch heu­te liegt mir der äthe­ri­sche Duft der Bee­ren in der Nase.

Viel Spaß beim Zuschauen.


SaSoDoFr
Deutsch­land

Im Mur­nau­er Moos. BR, 19.15 Uhr

Die Emscher, Das blaue Wun­der. WDR, 20.15 Uhr
Frank­reich
Die Geschich­te des Musée d’Orsay. ZDF Info, 18.45 Uhr

Frank­reichs Win­zer. Tra­di­ti­on trifft Pas­si­on, arte, 19.30 Uhr


Öster­reichBegna­det für das Schö­ne. Öster­reichs UNESCO-Welt­kul­tur­er­be. 3Sat, 15.00 UhrWun­der­schön. Gip­fel­glück im Zil­ler­tal. WDR 20.15 Uhr

Schwe­den
Mit dem Schiff rund um die Ost­see. Von Skan­di­na­vi­en ins Bal­ti­kum. NDR, 20.15 Uhr

Spa­ni­en

Die wil­de Schön­heit der Pyre­nä­en. NDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Flammenmeer über dem Limfjord

Wenn das nicht eine Lie­bes­er­klä­rung ist: Man­che Dänen haben den Limfjord ziem­lich ins Herz geschlos­sen. Er liegt in Nord­jüt­land. In Aar­hus traf ich mal eine Künst­le­rin, die in ihrem Kera­mik­ge­schäft vie­le Erin­ne­run­gen an die Land­schaft ver­teilt hat: ans Licht, an den Sand, an die Stim­mung. Sie stamm­te aus der Regi­on. Heu­te fin­de ich in der däni­schen Tages­zei­tung Ber­lings­ke wie­der eine Art Gedicht. Das gebe ich hier fast unver­än­dert wie­der, weil es auch in mir vie­le Erin­ne­run­gen an Däne­mark weckt. 

„Kann eine Schön­heit wirk­lich Lob dafür bekom­men, dass sie seit Jah­ren an der Was­ser­kan­te liegt, ohne dass es jemand merkt? Ja! Die­ser Schrift­stel­ler kann das unter­schrei­ben. Denn in Løgs­tør ver­brach­te ich mei­ne gan­ze Kind­heit und den Rest mei­ner Jugend, außer wenn ich den Blick vom Bier und dem Mofa Puch Maxien zuwand­te, um die Umge­bung zu ent­de­cken. Aber jetzt mit dem Leben eines Erwach­se­nen und genug Abstand wen­de ich mich rück­wärts, ste­he dann auf dem Abhang des Dor­fes mit frei­er Sicht über den Limfjord. Mein Herz schwillt ein biss­chen an. An einem kla­ren Tag mit kobalt­blau­em Him­mel oder bei einem Son­nen­un­ter­gang ver­wan­delt sich der Him­mel in ein Flam­men­meer. Die Gegend wird dann phä­no­me­nal hübsch.”

Dann schwenkt er aber etwas um, macht sich fast lus­tig, wohl däni­sche Iro­nie. Der Poet wird Jour­na­list: Der alte Fischer­ort Løgs­tør auf der Halb­in­sel set­ze jetzt auf Tou­ris­mus. Er ver­mark­te sich als Muschel­dorf und kön­ne mit einem gut funk­tio­nie­ren­den Sport­boot­ha­fen “prah­len”, mit guten Gast­stät­ten, wo man hau­fen­wei­se Muscheln ser­vie­re. Des Ortes „ästhe­ti­sches Pracht­stück“ sei der Kanal Fre­de­riks VII., der 1856 gegra­ben wur­de, um dem Schiffs­ver­kehr zu hel­fen. Mit 4,4 Kilo­me­tern aus­ge­spro­chen lang. Er rei­che von Løgs­tør bis zur Som­mer­haus­sied­lung Len­drup. Den Spaß machen sich Dänen ger­ne mit ihrem hohen Berg an den gro­ßen Seen, mit der 156 Kilo­me­ter lan­gen Gudenå, dem längs­ten Fluss des Lan­des. Alles übri­gens auch zum Durch­strei­fen und Erle­ben gut geeig­net. Ich genie­ße es dort, Kon­zer­te zu höen, zu pad­deln, zu radeln, zu zel­ten und gut zu essen. Zum Limfjord geht es viel­leicht schon im Som­mer, falls uns wie­der hei­ßes Wet­ter erwartet.

Mehr Infos fin­dest Du auf www.berlingske.dk/rejser/aok-anbefaler-seks-oversete-perler-i-danmark

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In Kopenhagen hat Nyhavn Konkurrenz bekommen

Auch mal ganz inter­es­sant — Kopen­ha­gen aus fran­zö­si­scher Per­spek­ti­ve. Die für “Le Mon­de” schrei­ben­de Autorin Anne-Fran­çoi­se Hivert hat das Stadt­vier­tel Refshaleøn
besucht, das einst ein Indus­trie­ge­biet beher­berg­te und jüngst umge­formt wurde.

Mich erin­nert das an Aar­hus Ø; die­ses eben­falls auf einer Halb­in­sel lie­gen­de Gebiet wur­de in jüngs­ter Zeit eben­falls von einem Indus­trie­ort in ein Vier­tel zum Woh­nen, Arbei­ten, Stu­die­ren und Frei­zeit ver­brin­gen transformiert.

Über­nom­men hat die Autorin auch irgend­wo­her das Bild des däni­schen Brook­lyn, das die Dänen natür­lich ken­nen. In Aar­hus wol­len sie aller­dings die Ent­wick­lung dahin ver­mei­den, weil die anfäng­lich in Brook­lyn vor­han­de­ne Sze­ne der jun­gen Krea­ti­ven durch einen rasan­ten Anstieg der Mie­ten ver­drängt wor­den sei. So sag­te es mir der Stadt­ar­chi­tekt Ste­phen D.Willacy in einem Inter­view über die Wei­ter­ent­wick­lung der Stadt.

In Kopen­ha­gen hat Hivert Relik­te der Ver­gan­gen­heit ent­deckt, die noch aus der Zeit stam­men, in der vor allem die gro­ße Werft Bur­meis­ter & Wain dort aktiv war.

Doch heu­te sei es stark ver­än­dert: “C’était comp­ter sans les artis­tes, archi­tec­tes, restau­ra­teurs et créa­tifs de la vil­le qui, atti­rés par les 500 000 mètres car­rés dis­po­nibles et le prix modi­que des loy­ers, sont en train d’en fai­re le quar­tier le plus bouil­lon­nant de Copen­ha­gue.

Sie emp­fiehlt eini­ge aus ihrer Sicht inter­es­san­te Zie­le für einen Tripp nach Kopen­ha­gen, um das Lebens­ge­fühl der däni­schen Gemüt­lich­keit zu erfahren.

Die Loca­ti­ons sowie wei­te­re Infos fin­dest Du unter Refsha­leøn — das neue krea­ti­ve Kopenhagen

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Dänemarks schönste Schlösser auf der Margeritenroute

Däne­mark beher­bergt sehens­wer­te Schlös­ser, von denen vie­le auch betre­ten wer­den kön­nen. Denn so man­che gehö­ren dem Staat, da der Unter­halt sehr teu­er ist.

Die Zei­tung “Jyl­lands Pos­ten” hat jetzt einen Arti­kel mit­samt Kar­te ver­öf­fent­licht. Die­ser hilft Dir dabei, die Schlös­ser zu besu­chen, die sich auf Jüt­land, Fünen und den sich anschlie­ßen­den Nach­bar­in­seln befinden.

Die Schlös­ser sind oft nicht nur äußer­lich Schmuck­stü­cke, son­dern beher­ber­gen in sich auch wert­vol­le Kunst­wer­ke, wie zum Bei­spiel Goya und Rubens im Renais­sance­schloss Voer­gaard in der Nähe von Fre­de­riks­havn im Nor­den Jütlands.

In der Nähe von Aar­hus liegt das Renais­sance­schloss Rosen­holm. Es beher­bergt sowohl Däne­marks größ­te Samm­lung an Gobe­lins als auch bedeu­ten­de Fami­li­en­por­träts von Malern wie Carl Gus­taf Pilo oder Jens Juel.

Ich selbst besuch­te eine Rei­he sol­cher Schlös­ser, aber auch Her­ren­hö­fe in Mit­tel­jüt­land, als ich vor eini­ger Zeit dort mit dem Fahr­rad die Gegend bereis­te. Es erga­ben sich eini­ge net­te Begeg­nun­gen mit den Bewoh­nern, von denen ich Dir dem­nächst in mei­nem Kul­tur­rei­se­füh­rer über Mit­tel­jüt­land berich­ten werde.

Erst ein­mal fin­dest Du hier wei­te­re Infos über die Schlös­ser, die Du ein­fach mit dem Rad über die Mar­ge­ri­ten­rou­te berei­sen kannst. In Däne­mark gibt es ein so her­vor­ra­gen­des Rad­we­ge­netz, so dass sich die Fahrt mit dem Auto nur als lang­wei­lig erwei­sen kann.

Fol­ge der Mar­ge­ri­te — Schlossroute

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Pfiffige Ideen für die Bürger einer Stadt

Typisch pfif­fi­ge Dänen sage ich da. Auf solch eine inno­va­ti­ve Idee kämen sonst viel­leicht noch die Nie­der­län­der — eine Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge dient zugleich in Kopen­ha­gen als Ski­pis­te. In Däne­mark gibt es kei­ne Ber­ge. Aber Kurz­ur­laub auf einem Ski­hang ist trotz­dem möglich.

Mir fällt oft im Nor­den auf, dass Innen­städ­te sehr viel bür­ger­nä­her gestal­tet wer­den als bei uns. In man­chen Innen­städ­ten fehlt es gar an Sitz­bän­ken zum Aus­ru­hen. Sie sind dem Kom­merz überlassen.

In Aar­hus zum Bei­spiel gibt es auf dem Dom­platz eine klei­ne ele­gan­te Park­an­la­ge. Bäu­me wur­den gepflanzt, eine Holz­flä­che errich­tet, auf der Fami­li­en her­um­tol­len kön­nen. Am Fluss wur­den Ste­ge errich­tet, auf denen die Bür­ger sich zum Gespräch tref­fen. Einen Ein­druck davon machtt ihr euch am Bes­ten über Fotos die­ses Kalenders.

Aar­hus Stadt des Lächelns

Eine ähn­li­che Idee hat­te man schon davor in der nord­schwe­di­schen Stadt Luleå, übri­gens Welt­kul­tur­er­be, indem man eine Ufer­pro­me­na­de aus Holz auf Höhe der Stadt­bi­blio­thek am Hafen bau­te. Im Som­mer kön­nen Ein­hei­mi­sche von einer Empo­re aus bei einem Glas Wein oder Bier aus den Son­nen­un­ter­gang beob­ach­ten. Vor­her gab dort nur raue Stu­fen aus Beton.

Der­ar­ti­ges sieht man nicht oft hoch in Nord­eu­ro­pa, eher impo­san­te Eis­bre­cher, denn Luleå liegt schon am Polar­kreis. Hast Du auf Rei­sen ande­re pfif­fi­ge Ideen für die Bür­ger ent­deckt? Ich bin schon neu­gie­rig. Und hier der Link zur Ski­pis­te in Kopenhagen.

Ski­pis­te in Kopenhagen

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Paradiesisches Radeln in Kopenhagen

Neu­lich noch erzähl­te ich hier vom Fahr­rad­fah­ren in Kopen­ha­gen und mei­nem Unfall mit einer Rad­le­rin, die dort von hin­ten in mich rein­fuhr. Gera­de lese ich in einem Arti­kel des Deutsch­land­funks, dass es in der Haupt­stadt kom­for­ta­bler gewor­den ist, zu radeln. Man stellt sich also auf die Rad­ler ein. Immer­hin 40 Pro­zent lie­ßen ihr Auto mitt­ler­wei­le ste­hen und fah­ren lie­ber Rad. Davon pro­fi­tie­re die Stadt auch, denn Park­plät­ze zu unter­hal­ten sei sehr teuer.

Die Rad­we­ge sei­en enorm breit. Wer vor einer Ampel ste­he, müs­se nicht unbe­quem balan­cie­ren, son­dern kön­ne den Fuß auf extra ange­brach­ten Stan­gen abstel­len. Und wäh­rend der Fahrt könn­ten die Pedal­rit­ter ihren Abfall in schräg an der Fahr­bahn ange­brach­te Müll­ei­mer werfen.

All dies wäre ja mal ein Anfang für vie­le ande­re Städ­te wie Aar­hus, wo ich Der­ar­ti­ges nicht gese­hen habe,. Rad­fah­ren in Däne­marks zweit­größ­ter Stadt ist noch nicht ganz ausgereift.

Auch in Deutsch­lands Städ­ten nicht, wenn ich allei­ne dar­an den­ke, wie schwer einem zum Bei­spiel das Rad­fah­ren in Köln gemacht wird. Aber vor­ges­tern habe ich mich noch in Müns­ter dar­über gefreut, dass blitz­schnell nach dem für rut­schi­ge Ver­hält­nis­se sor­gen­den Schnee­fall die Rad­we­ge geräumt waren.

Para­die­si­sches Radeln in Kopenhagen

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Einheimische und Touristen gut einbezogen

End­lich wird mal offen­bart, was es kos­tet, Kul­tur­haupt­stadt zu sein. Denn soeben ist ein Bericht der EU erschie­nen, in dem eine recht posi­ti­ve Bilanz gezo­gen wird.

Aar­hus demons­tre­rede stor spænd­vid­de og var i stand til at enga­ge­re et bredt spek­trum af men­nes­ker. Både loka­le og turis­ter.

Und die Ver­ant­wort­li­chen sei­en sorg­fäl­tig mit dem Bud­get umge­gan­gen, deut­lich bes­ser als ande­re Kulturhauptstädte.

Die Zei­tung “Århus Stift­stid­ende” fasst zusam­men: “Euro­pæisk Kul­tur­ho­ve­d­stad Aar­hus 2017 hav­de et bud­get på 497 mil­lio­ner kr. Pro­jek­tet blev pri­mært fin­an­sie­ret af offent­li­ge mid­ler fra Sta­ten, Aar­hus Kom­mu­ne, Regi­on Midt­jyl­land og de 18 and­re kom­mu­ner i regio­nen. EU støt­te­de med 20,1 mil­lio­ner Euro.71 pro­cent af bud­get­tet blev anvendt på kul­tu­rel­le akti­vi­te­ter. 13 pro­cent gik til PR, mar­keds­fø­ring og kom­mu­ni­ka­ti­on. 15 pro­cent på løn­nin­ger og administration.
Iføl­ge Fon­den Aar­hus 2017’s egne opgø­rel­ser blev der arran­ge­ret i alt 628 begi­ven­he­der i hele Regi­on Midt­jyl­land. De til­trak i alt 3,3 mil­lio­ner gæs­ter.

Aller­dings muss man auch immer berück­sich­ti­gen, dass es sich um einen Bericht der EU über ein eige­nes Pro­jekt handelt.

Mehr unter EU zieht Bilanz

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Mit dem Rad Europa durchstreifen und erleben

Natur haut­nah erle­ben? Zel­ten unter frei­em Him­mel? Beim Rad­wan­dern ein Gespür für Land und Leu­te ent­wi­ckeln? Dann buchst Du gold­rich­tig auf http://www.durchstreifen-erleben.com.

Du radelst mit einer klei­nen Grup­pe durch Nord­schwe­den, das por­tu­gie­si­sche Hoch­ge­bir­ge und an der fran­zö­si­schen Atlantikküste.

Dabei lernst Du, wie man ein Zelt auf­baust, Quel­len zum Trin­ken fin­det, das Rad repa­riert und Dein Essen am Lager­feu­er zubereitet.

Übers Rad­wan­dern informieren

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Münster kulturell nur Mittelmaß?

Johann Con­rad Schlaun schuf eine ein­zig­ar­ti­ge Archi­tek­tur. Künst­ler kön­nen sich in gro­ßen Ate­liers ent­fal­ten, die sie güns­tig von der Stadt mie­ten kön­nen. Es gibt ein Picas­so-Muse­um, einen der schöns­ten Dome Deutsch­lands. Und alle zehn Jah­re zieht das Skulp­tur-Pro­jekt Besu­cher aus aller Welt an.

Trotz­dem ist Müns­ter mehr durch die Kri­mis Tat­ort und Wils­berg in aller Mun­de. Trotz­dem schaf­fen es sogar wenig attrak­ti­ve Städ­te wie Stutt­gart oder Köln, sich im jähr­li­chen Kul­tur­ran­king der Städ­te vor Müns­ter zu plat­zie­ren. Selbst das klei­ne Bonn! Das Ham­bur­gi­sche Welt­Wirt­schafts­In­sti­tut (HWWI) und die Pri­vat­bank Beren­berg haben gera­de die 30 größ­ten Städ­te Deutsch­lands im Hin­blick auf ihr Kul­tur­le­ben unter­sucht. Das Ergeb­nis des Kul­tur-Städ­te-Ran­kings: Stutt­gart baut sei­nen Vor­sprung wei­ter aus und kann sogar schon zum vier­ten Mal sei­nen Spit­zen­platz als Deutsch­lands Kul­tur­me­tro­po­le Nr. 1 behaup­ten. Auf den Plät­zen fol­gen Dres­den, Ber­lin und Mün­chen. Aber Müns­ter und das Ruhr­ge­biet — Essen war immer­hin Schau­platz der Kul­tur­haupt­stadt 2010 — lan­den in der grau­en Mit­te. Essen belegt hin­ter Müns­ter nur Platz 17.

Natür­lich kann die gute Plat­zie­rung Stutt­garts, Dres­dens und Mün­chens etwas mit deren Grö­ße zu tun haben. Es han­delt sich um Lan­des­haupt­städ­te. Aber es hat auch etwas mit dem Gespräch der Bevöl­ke­rung über Kunst zu tun. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag besuch­te ich Müns­ters neu­es­te Attrak­ti­on — Ger­hard Rich­ter spen­dier­te der Stadt ein Focault­sches Pen­del. Es schwingt jetzt in der Domi­ni­ka­ner­kir­che in der Salz­stra­ße. An nur an die fünf­zig Besu­cher tra­fen inner­halb der 30 Minu­ten dort ein, um dort zu medi­tie­ren. Viel zu wenig für eine so schö­ne Instal­la­ti­on ! Am nächs­ten Tag unter­hielt ich mich mit einem befreun­de­ten Foto­gra­fen, der, obwohl Kunst auch deut­lich zuge­tan, noch nicht ein­mal dort gewe­sen war. Er woll­te aber schon immer mal hingehen.

Über­schat­tet wird Kul­tur in Müns­ter seit Jah­ren aller­dings durch Strei­te­rei­en in den Res­sorts Bau­en und Ver­kehr: neu­es Sta­di­on, Neu­ge­stal­tung des Hafen­vier­tels, ver­stopf­te Stra­ßen. Streit unter den Par­tei­en ist grund­sätz­lich posi­tiv zu sehen, doch hier ist er nicht för­der­lich, indem an des­sen Ende ein Plan zu erken­nen ist; ein gemein­sa­mes Han­deln, um krea­ti­ve Sze­nen an der Basis unab­hän­gig vom Par­tei­en­we­sen schaffen.

In Städ­ten wie Aar­hus und Umeå ist das anders. Das merkt man allei­ne beim Lesen der loka­len Pres­se. Dänen und Schwe­den läs­tern und loben, aber die meis­ten Grup­pie­run­gen in der Stadt­ge­sell­schaft fin­den dann doch zu einem Kon­sens, den sie dann nach außen gemein­sam vertreten.

Dage­gen scheint man es in Müns­ter nicht zu wagen, zu pro­vo­zie­ren, nicht ein­mal, vor­sich­tig zu beur­tei­len. Nur zu wer­ben. Auf solch einer rein deskrip­ti­ven Ebe­ne blei­ben natür­lich Impul­se aus für die Bevöl­ke­rung: damit sie über Kunst spricht. Denn laut Stu­die man­gelt es an der Rezep­ti­on von Kul­tur, nicht aber an der Pro­duk­ti­on. Sieht es viel­leicht so auch im Ruhr­ge­biet aus, dass man nicht über Kunst spricht?

In Skan­di­na­vi­en gibt es offen­bar einen freie­ren Geist der Dis­kus­si­on, einen gemein­sa­men Plan, wäh­rend es hier oft nicht ein­mal eine eige­ne Hand­schrift gibt, an der Kul­tur­schaf­fen­de auf der gan­zen Welt wie­der­zu­er­ken­nen wären.

Qua­si dar­auf, wenn auch spät, ant­wor­tet jetzt (15. Mai 2021) Dr. Gerd Blum, Pro­fes­sor an der Kunst­aka­de­mie Müns­ter. In einem Gespräch mit den West­fä­li­schen Nach­rich­ten meint er in Schloss, Kathe­dra­le, Gericht, Kauf­häu­sern, Plät­zen, Schul- und Uni­ver­si­täts­ge­bäu­den einen Mikro­kos­mos vor­zu­fin­den. Dies tref­fe auf vie­le bekann­te Mit­tel- und Groß­städ­te zu. Blum spricht sich für eine Mischung von Kon­sum, Kul­tur und Kir­che aus, die drei Ks. In Müns­ter wer­de dies erreicht, was ein Glücks­fall sei. Woan­ders sehe er durch Coro­na teil­wei­se ver­ram­mel­te Innen­städ­te. Aber man kön­ne noch mehr tun wie zum Bei­spiel auf dem Cam­pus an der Petri­kir­che. Er ver­weist auch auf die Strahl­kraft der Kunst­wer­ke inter­na­tio­na­ler Kunst­wer­ke durch die Skulp­tur­pro­jek­te. Belebt wer­de eine Stadt nicht durch Was­ser­spie­le oder auf­wen­dig gestal­te­te Mülleimer. 

Blum greift auch die Pro­fa­ni­sie­rung ehe­ma­li­ger Kir­chen auf. Er spricht sich dafür aus, die Denk­mä­ler der Kunst und Kul­tur, wei­ter­hin kul­tu­rell zu nut­zen. So gesche­he es mit der Instal­la­ti­on des Künst­lers Ger­hard Rich­ter in der Domi­ni­ka­ner­kir­che. Er hal­te nichts von gele­gent­lich statt­fin­den­den Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen, son­dern erwar­te ein quan­ti­ta­tiv nied­ri­ge­res Niveau. So plä­diert er dafür, Bil­dungs­stät­ten und Biblio­the­ken neu zu bewer­ten statt auf die Strahl­kraft ein­zel­ner Events zu set­zen. Kul­tur gehö­re in die Innen­stadt. Als Bei­spiel nennt er die Mög­lich­keit, die städ­ti­sche Musik­schu­le zu besu­chen, dabei in den Park zu gehen und auch Skulp­tu­ren im Umfeld des Aasees zu betrach­ten. Damit spielt er auf Plä­ne an, den geplan­ten Musik-Cam­pus in der Peri­phe­rie unter­zu­brin­gen, wo das Uni-Kli­ni­kum liegt. Eine Innen­stadt ver­tra­ge mög­li­cher­wei­se kei­ne Satel­li­ten. Sie kön­ne künf­tig frei­wer­den­de Gebäu­de durch zurück­ge­hen­de Ver­kaufs­flä­chen und Pro­fa­nie­rung der Kirchen.

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