Schlagwort-Archive: Norwegen

Oslos Brooklyn durchstreifen und erleben

Kopenhagen hat sein Brooklyn mit dem Stadtviertel Refshaleøn. Oslo aber auch seines am Akers elv. Das dänische Brooklyn stellte ich Dir bereits auf diesem Blog am 5. April vor. Heute erfährst Du aus der französischen Zeitung Le Monde etwas übers das Brooklyn von Oslo: Grünerløkka. Leider schreiben die Franzosen den Namen falsch mit o statt mit ø. Zuvor habe das Viertel lange Zeit Ny York geheißen. Zur Zeit der Industriellen Revolution sei es gar ein Epizentrum gewesen, schreibt Le Monde. Dort gab es einst Sägemühlen, Textilfabriken und mechanische Werkstätten mit Energie.

Offenbar hat sich Le Monde auf kreative Stadtviertel in Hauptstädten spezialisiert, was ich ziemlich spannend finde. Denn so erfährt man einiges über die Strategie ausländischer Medien. Vielleicht hilft Dir dieser Artikel aus der Perspektive eines Pariser Autors dabei, einen Plan für Deinen Besuch in Oslo zu entwickeln, den kein anderer auf Lager hat bis auf die Leser meines Blogs. Und die der Le Monde.

Der Autor steht offenbar auf Cocktailbars. Denn sonst hätte er „Nedre Løkka“ nicht hervorgehoben. Dort könnten sich Gäste auf dicken Ledersofas niederlassen und Kletterpflanzen über der Theke betrachten. Angeblich sollen die Namen der Getränke die Geschichte des Viertels erzählen. Aber da Norweger in der Regel gesprächige Menschen sind, erzählen sie Dir sicher mehr darüber. Dies kann spannend sein, wie ich selbst bei einem Besuch des ehemaligen Industriehafens in Aarhus sehen konnte. Dieser beherbergt heute ein neues Stadtviertel mit stylisher Architektur, aber auch noch einige alte Packhäuser sind erhalten.

Ausgewählt hat der Autor auch die „Retrolykke kaffebar“ mit Dingen aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie gehört der 46-jährigen Tonje Fagerheim und liegt am schicken Markvei. Sowohl die alte Deckenbeleuchtung von Ikea als auch die 60-70 Jahre alte amerikanische Kleidung machten den Charme der Bar aus. „Jeg har alltid brukt mye tid på loppis og markeder. Jeg liker gamle ting, de er liksom ferdig sjela“, erzählte sie kürzlich einem Reporter des Magazins VårtOslo. Also alles selbst gesammelt. Gäste könnten Stühle, auf denen sie gerade noch gesessen hätten, nach ihrem Besuch in einer zur Bar gehörenden Boutique kaufen. Den Artikel und Fotos zur Bar findest Du auf www.vartoslo.no/tonje-fargeheim-46-skulle-bare-selge-unna-noen-gamle-gjenstander-i-stedet-apnet-hun-retrolykke-kaffebar/

Wer alte Kinoatmosphäre mag, ist vielleicht im alten, 1907 erbauten, Gebäude des Parktheaters auf dem Olaf Ryes-Plass gut aufgehoben. Dieser sei der Hauptplatz des Viertels. Edvard Munch wohnte dort ein Jahr. Mittwochs würden dort nach wie vor Filme gezeigt. Aber überwiegend diene der alte Konzertsaal der Musik. Bis zu 500 Gäste können dort Platz nehmen und sich Pop-Rock, aber auch Rockability, Jazz und Blues anhören. Ein Hauch von Paris, meint der Verfasser.

Sofort an Aarhus gedacht habe ich wieder, als ich von Tim Wendelboe erfuhr, der in Oslo eine Kaffeerösterei betreibt. Denn auch in Aarhus gibt es ein stilvolles Café von Markus Stiller Sørensen, das ich jedem Besucher uneingeschränkt empfehlen kann. Es ähnelt angesichts der Gefäße einem kleinem Labor, da der Besitzer keinen Filterkaffee anbieten will, sondern gerne selbst etwas experimentiert, um seinen Gästen echten Kaffee anzubieten. Er ist mehrfacher Barista-Weltmeister und teilt sich offenbar diesen Titel öfter mit Wendelboe. Auch bei Wendelboe sollte man besser nicht um Bier bitten, sondern lieber nach orientalischen oder südamerikanischen Bohnen wie Arabica oder Robusta. Während des Besuches könne Jazz-Musik erklingen.

Den Besuch des Viertels abrunden kann eine Besichtigung des Hønse-Lovisas Hus an einem Wasserfall des Akers elv. Es sei landestypisch erbaut mit roten Wänden und weißen Fenstern. Im ehemaligen Haus eines Sägemeisters erwarte Besucher ein kleines Arbeitermuseum mit Infos über die Industrielle Revolution, eine Boutique und noch einmal guter Kaffee. Der Dichter Oskar Alexander Braaten (1881-1939) ist heute noch in Oslo bekannt für seine Arbeiterliteratur, in der er das Leben der Arbeiter im östlichen Teil Oslos beschreibt. Auch über dessen Leben kannst Du dort etwas erfahren.

Den Originalartikel findest Du auf http://www.lemonde.fr/m-styles/article/2019/05/03/l-oslo-alternatif_5458056_4497319.html

Menschen im Kampf

Reisender, kommst Du nach Oslo, verpasse auf keinen Fall einen Besuch des Gustav-Vigeland-Parks. Als ich zum zweiten Mal in meinem Leben Oslo besuchte, wusste ich noch nichts von der Existenz dieses Künstlers. Daher war ich über Ausdruck und Spannung in den dargestellten Körpern überrascht. Die bekanntesten Norweger in der Kultur waren für mich bis dahin Henrik Ibsen und Knut Hamsun.

Gerade habe ich in der norwegischen Tageszeitung Morgenbladet gelesen, dass Vigeland vor 150 Jahren auf die Welt kam. Daher gibt es jetzt ihm zu Ehren eine Jubiläumsausstellung im Vigelandmuseum. Wie Morgenbladet schreibt, bezeichne man ihn oft als autodidaktischen Künstler, was nicht ganz korrekt sei. Als junger Mann habe er Unterricht an der Zeichnerschule in Kristiania genommen und in Ateliers älterer Künstler gearbeitet, die ihn korrigiert hätten. Er sei nach Kopenhagen, Paris und Florenz gegangen, habe oft Museen besucht, lernte damals sehr bekannte Männer wie den Dänen Vilhelm Bissen und Auguste Rodin kennen. Ihm in der Ausstellung gegenübergestellt werden die drei zeitgenössischen Künstler Constantin Meunier, Antoine Bourdelle umd Aristide Maillol.

Aber könne sich Vigeland überhaupt mit diesen großen Namen messen, fragt Morgenbladet. Der Autor meint durchaus. Denn sein Ausdruck sei stärker und weise eine expressive Dynamik auf, die tief in die menschliche Psyche und Leidenschaft eindringe.

Den Artikel und Fotos findest Du auf http://www.morgenbladet.no/kultur/2019/04/mennesker-i-kamp

179 Kilometer Abenteuer am Fjord

Es ist mal wieder spannend zu erfahren, was einen spanischen Autor der Zeitung „El Mundo“ an Norwegen fasziniert und zu welchen Bildern er greift, um die Landschaft zu erfassen. Den Verfasser verschlug es im Winter in die größte Hochebene Europas, in die Hardangervidda. Dabei gibt es auch in Spanien Hochgebirge. Aber sie liegen nicht direkt am Wasser. Vielleicht eröffnet Dir dieser Artikel so einen völlig neuen Zugang zum Norden.

Natürlich greift der Autor zu Begriffen wie Postkartenlandschaft. Was mich aber stets fasziniert, ist das ganz andere Verhältnis der Spanier zur Kälte. Während Mitteleuropäer schon im Frühjahr oder noch im Herbst im T-Shirt durch die Gegend laufen, ziehen sie sich Winterkleidung an, um nicht zu frieren. Auch dieser Autor musste sich an die tiefen Temperatur unter Null in Kombination mit Eis und Schnee gewöhnen und fragte wohl jemanden vor Ort, wie Skandinavier damit umgingen: „Norweger sagen, dass Kälte nicht existiere. Es gebe nur unpassende Kleidung.“ Entsprechend gekleidet könne auch ein Spanier sich von der Landschaft entzücken lassen, ohne dabei zu erfrieren. Diese sei im Winter viel interessanter, weil in dieser Zeit auf den Fjorden der Frieden regiere, jeder ohne die Last der Kreuzfahrtschiffe sich vom Leben in der Stadt abkoppeln und eine Verbindung mit der Natur eingehen könnte. Nicht zuletzt habe die Unesco diese Landschaft zum Weltkulturerbe ernannt.

Das sind spezielle Wahrnehmungen des Verfassers. Doch wohin zieht es Spanier, wenn sie Outdooraktivitäten wie Skifahren, Schneeschuhwandern oder Eisklettern ausüben wollen? Gibt es Geheimtipps, von denen Menschen aus deutschsprachigen Ländern nie etwas erfahren? Zu den wichtigsten Zielen zum Skifahren zählt für ihn Myrkdalen im Gebiet des 179 Kilometern unfassbar langen Hardangerfjordes. Dort gebe es insgesamt 28 Kilometer lange Pisten. Doch schon die Anreise auf der Schnellstraße von Bergen sei atemberaubend. Mit jedem Kilometer öffne sich die Natur. Die Berge reichten direkt bis an die Straße heran. Sie spiegelten sich im ruhigen und durchsichtigen Wasser. Und noch beeindruckender sei es zu sehen, wie sich der Schnee darin spiegele. Getoppt werde all das allerdings von Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Er ist 182 Meter hoch mit einer Freifallstrecke von beeindruckenden 145 Metern. Wenn das Wasser gefroren ist, gibt es dort offenbar die Möglichkeit des Eiskletterns. Aktuell werde eine enorme Glasbrücke gebaut, die zwei Aussichtspunkte miteinander verbinde.

Den kompletten Artikel der Zeitung El Mundo findest Du unter http://www.elmundo.es/viajes/europa/2019/04/16/5ca2215921efa0bc178b45bf.html

Männerspaß auf schwedischem Eis

Das Leben der Nordeuropäer im Winter kennenzulernen, hat einen besonderen Reiz. Es ändert sich rapide für Reisende, die es eher gewohnt sind, im Sommer in den Norden zu fahren. Man sieht viel vom normalen Alltagsleben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schulkinder auf Schlitten heimkommen sieht. Aber auch Erwachsene sind in den Städten mit Schlitten unterwegs. Eine einschneidende Erfahrung war es für mich, mit einem Leihwagen auf Spikes durch die Winterlandschaft zu fahren. Mit einem Freund erkundete ich Lofoten und Vesterålen. Das Eis auf den Straßen war noch im März auf manchen Straßen zentimeterdick, die Mittelspur gerade nachts schwer zu erkennen, erst recht, wenn einem Schneepflüge und mit Fisch beladene Lkw entgegen donnerten. Seitlich war alles zugeschneit, der Rand nur durch rote Pflöcke zu erkennen. Nachdem ich einmal den Wagen in eine Schneewehe gefahren hatte, übergab ich Tobias das Steuer, der den Bogen eher heraushatte, viel sicherer fuhr.

Eher würde es mich locken, es wie Gavin Haines zu machen, der sich kürzlich zum Training mit dem Auto auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziemlich schnell verlor auch der Autor der englischen Zeitung „The Telegraph“ die Kontrolle übers Fahrzeug, als er seine erste Rally fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schneewehe geriet. Die Türen des Allradfahrzeugs ließen sich nicht mehr öffnen. Er und sein Ausbilder, der professionelle Rallyfahrer Per-Erik Niemi, mussten durch die Fens- ter steigen.

Der Autor gibt sich selbst die Schuld daran, denn er habe nicht auf die Warnungen seines Ausbilders gehört, doch bitteschön langsamer zu fahren. Aber er habe sich eben wie ein Mann verhalten, seine eigenen Fähigkeiten total überschätzend, sich sogar für unbesiegbar haltend. Für Niemi war es also nur eine Frage der Zeit, bis es zu dem Malheur kam: „I was waiting for that to happen.” Bis der Abschleppwagen gekommen sei, um das Fahrzeug herauszuziehen, habe es genug Zeit gegeben, sich den Schaden anzuschauen.

Wie es Haines erging und wo Du Dich für den nächsten Winter selbst zur Rally anmelden kannst, erfährst Du hier.

Männerspaß auf schwedischem Eis

Eiland der Abenteuer und der Freiheit

Abgeschiedenheit, Abenteuer, Abstand, viel Wasser – das verbinde ich mit Urlaub auf einer Insel. Es kommt nicht darauf an, ob sie im Meer oder in einem See liegt.

Mein erstes Mal war auf einer winzigen Insel auf einem norwegischen See in der Nähe von Elverum. Der Ort liegt nordwestlich von Oslo, nahe der schwedisch-norwegischen Grenze. Meine Eltern mussten nach der Ankunft immer den Wagen am Seeufer abstellen. Einer von uns ruderte die ganze Familie nach einem Ausflug auf dem Festland immer zur Insel. Es war schon ein komisches Gefühl, das Fahrzeug stets zurückzulassen. Wir trennten uns richtig vo Wagen.

Die Insel war sogar bewaldet. Der Steg lag am Ufer. Das Holzhaus habe ich als dunkel in Erinnerung. Als abenteuerlich empfand ich vor allem den Eiskeller unter dem Haus. Selbst mitten im Sommer fror es darin, aber es war damals auch ein kühler Sommer.

Bis heute verstehe ich nicht, wie es mir trotz der Kälte gelang, des öfteren Schwimmflossen anzuziehen, eine Taucherbrille aufzusetzen und dann ins Wasser zu gleiten, um mir die Unterwasserwelt anzuschauen. Mich interessierten vor allem die Fische – Barsche und Hechte hauptsächlich. Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich dabei auch dem Ungeheuer von Elverum begegnet wäre.

Meine Mutter hingegen fror ständig und kehrte nach diesem Kälteurlaub nie wieder nach Norwegen zurück. Norwegen hatte sich für sie erledigt. Ich bin hingegen dem Land bis heute sehr verbunden.

Von der Welt trennt man sich auf einer Insel ziemlich, was sehr angenehm ist; man gerät aber auch in Abhängigkeit. Von manchen Inseln fährt nur einmal am Tag eine Fähre zum Festland. Wer die verpasst, kann erst am nächsten Tag wieder zurückkehren.

In Nordnorwegen, ich glaube, es war Vesterålen, besuchte ich mal eine winzige Insel, fuhr morgens auf einem Postschiff hin, das auch Passagiere mitnahm. Ich meldete mich beim Kapitän ab und sagte ihm, dass ich nachmittags wieder zurück am Kai sei. Bei der kleinen Insel kein Problem, dachte ich. Da das Gelände aber morastiger und hügeliger war, als erwartet, zog sich meine Rückkehr hin, und eine lustige Zeit mit anderen Passagieren hatte ich auch verbracht. Ich sah das Boot später von oben schon auf dem Weg zum Hafen, eilte zum Kai und erfuhr, dass der Kapitän schon ganz besorgt gewesen sei ob meiner nicht erfolgten Rückkehr. Er habe ganz geduldig auf mich gewartet, nicht genervt auf seine Uhr geschaut, weil seine Frau ihn bereits mit dem Abendessen erwartete. Ein Grund mehr, Norwegen noch ein bisschen mehr in mein Herz zu schließen.

Die Zeitschrift Geo stellt in einem Beitrag Schären an der Südküste Norwegens vor. Vielleicht lockt es Dich ja auch dorthin.

Schären in Norwegen

Heraus in die Natur an die frische Luft

Wohin fährst Du am liebsten, wenn Du Dich auf das Rad schwingst? Wenn Du nach dem Tag im Hörsaal oder im Büro frische Luft und Bewegung brauchst? Oder wenn Du mal mehrere Tage am Stück an der frischen Luft und in der freien Natur unterwegs sein möchtest?

Als Naherholungsgebiete locken mich die Eifel rund um Bonn oder die Baumberge in der Nähe von Münster. Dort genieße ich die Möglichkeit, auf “Berge” zu kraxeln und von ihnen herunterzusausen, schöne Ausblicke zu genießen wie auf den Kölner oder den Billerbecker Dom.

Geht es in die Ferne, gefallen mir besonders die Küstenwanderwege in Nordnorwegen und im spanischen Galizien. Denn selten kommt man innerhalb Europas so nahe ans (unverbaute) Wasser wie auf dem Lofot oder auf die Insel Senja oder die Strecke entlang der Costa da Morte. Sogar manche Herberge liegt dort so schön und auch noch einsam, dass ich das Meer im Zelt oder vom Zimmer aus hören kann. Dass ich dort nachts in einen tiefen erholsamen Schlaf falle, ist selbstverständlich.

Will ich Berge sehen, erfreue ich mich besonders an den Pässen zwischen Mo i Rana und Vilhelmina im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen, weil ich mich dort wie ein Goldsucher fühlen darf in rauer Landschaft. Klare Flüsse rauschen an mir vorbei, während ich vor dem Zelt am Lagerfeuer sitze und mir etwas brutzele. Das Feuer verscheucht auch die meisten Mücken.

Oder aber ich suche wieder Galizien auf und besuche die Provinz A Coruña. Nicht weit entfernt davon liegt auch die Serra da Estrela. Aber trotzdem gibt es dort massive Unterschiede. In Galizien gibt es viel mehr Schluchten und Wege zum Kraxeln, während die Estrela in weiten Teilen eher eine Hochebene ist, durch die man das portugiesische Hochgebirge relativ leicht mit dem Rad durchstreifen und erleben kann.

Wer so inspiriert auf Tour gehen will, sollte sich auch die Tipps einiger anderer Cracks ansehen, die die Zeitschrift “Geo” mitsamt gpx-Daten zum Nachfahren zusammengestellt hat.

Touren anderer Cracks

Speisen unter Wasser – spektakuläre Fotos

In der Nähe von Kristiansand an der norwegischen Südküste öffnete jetzt das Unterwasserrestaurant “Under” seine Pforten. Ich wies darauf kürzlich hin, noch weit vor anderen Usern in den sozialen Medien.

Die spanische Zeitung “El Pais” veröffentlicht jetzt gute Fotos aus Lindesnes, so dass Du Dir besser vorstellen kannst, ob Du Dich dort als Gast wirklich wohlfühlen würdest.

Viel Spaß beim Anschauen.

Unterwasserrestaurant Norwegen

Schweben über dem Wasser eines Fjordes

Es gibt doch noch schöne Orte in Norwegen, deren Namen ich noch nie gehört habe. Zu denen gehört zum Beispiel Loen. Melina Pambou Sundfør von der schwedischen Zeitung “Aftonbladet” beschreibt ihn als kleinen Ort bei Lobukta in Nordfjord. Dort fänden Reisende kristallklares Wasser und eine abenteuerliche Natur vor.
Sie empfiehlt auch den schönen Ort Gudvangen. Dieser liege in der Kommune Aurland in Sogn og Fjordane. Dort gebe es eine phantastische Landschaft auf. Dessen Perle: ein tiefer Fjord.
Vom “Atlanterhavsveien” habe ich auch noch nichts gelesen. Es handele sich um einen schönen Weg für Touristen auf Nordmøre in Møre og Romsdal. Wer dort langfahre, fühle sich so, als schwebe man über dem Wasser. Bei Sunnmøre in Møre og Romsdal gebe es einen 15 Kilometer langen Fjord mit vielen phantastischen Naturerlebnissen.

Der gar größte Gletscher Europas auf dem Festland befinde sich in Sogn og Fjordane. In einem der vielen Museen werde man gut informiert, und es sei auch möglich, Touren auf den Gletscher zu buchen.

Ziemlich bekannt hingegen dürfte zumindest den Norwegenfans Trollstigen, ein “imponierender Weg” in der Kommune Rauma. Der Weg schlinge sich mit elf Kurven geradezu durchs Gebirge. “Att sitta i en bil länge kan vara trist, men absolut inte på en väg som den här“, verspricht Melina Pambou Sundfør.
Wer über die größten norwegischen Schätze spreche, komme an Trolltunga bei Odda nicht vorbei. Diese sei eine der spektakulärsten Bergformationen des Landes.

Nicht fehlen dürfe natürlich auch
Steigen, eine Naturheimlichkeit in Nordland. In einer schönen Hochgebirgslandschaft erstreckten sich dort kreideweiße Strände im Weltklasseformat und das Wasser sei smaragdgrün.

Schöne Bilder findest du hier:

7 magische Orte in Norwegen

Fischgenuss in Norwegens zweitgrößter Stadt

Neulich stellte ich hier schon die norwegische Stadt Bergen vor. Hier folgen noch einige interessante Fakten, die Kristoffer Flakstadt von der dänischen Zeitung “Berlingske” zusammengetragen hat.

Die Stadt zählt knapp 300.000 Einwohner, ist somit Norwegens zweitgrößte Stadt. Er bezeichnet sie als “kulturelt kraftcenter”, das Größen wie Ludvig Holberg, Edvard Grieg und Amalie Skram hervorgebracht habe. Auch Norwegens aktuelle Staatsministerin Erna Solberg stammt von dort.

Im Mittelalter sei sie de facto Hauptstadt und über Jahrhunderte die größte Stadt des Landes gewesen. Mehrere größere Häuser stammten noch aus dieser Zeit, in der Bergen durch den Handel mit Trockenfisch reich geworden sei.

Heute zählten auch Königskrabbe, Lachs, frische Garnelen und Hummer zu den Delikatessen. Fisketorget im Zentrum Bergens sei beliebt, wo man den Frühstückshunger mit Krabbenburger oder gebackenem fish ’n’ chips stillen könne.

Na dann, guten Hunger beim nächsten Besuch in Bergen.

Auf nach Bergen

Norway.today hautnah miterleben

Ein Kassenschlager scheint derzeit das Theaterstück “Norway.today” zu sein. Es wird auf verschiedenen deutschen Bühnen aufgeführt.

Premiere hat das Drama jetzt auch im Kleinen Bühnenboden in Münster. Es spielt am Preikestolen, der seit Jahren schon ein beliebtes touristisches Ziel ist, leider auch Motiv für völlig leichtsinnige, ja lebensgefährliche Selfies. Zwei Frauen, gespielt von Alice Zikeli und Tatjana Poloczek, reisen zum Felsen und führen dort Gespräche, in denen sie das Leben neu entdecken. 90 Minuten lang kannst Du hautnah, das ist das Schöne am Theater, ein schnelles und humorvolles Drama miterleben. Die Reise zum Preikestolen kannst Du hier buchen:

Drama Norway.today

Im Netz findest Du auch viele weitere Theater, die das Stück aufführen.

Dinner auf dem Meeresgrund

Ungewöhnlich ist das Projekt – ein ins Meer versenktes Restaurant entsteht zurzeit an der norwegischen Südküste. In Båly, gut 80 Kilometer westlich von Kristiansand, können Gäste im “Under” während des Essens auf den Meeresgrund schauen und hoffen, dass interessante Fische vorbeischwimmen.

Auf der Oberfläche des Gasthauses sollen sich Muscheln ansiedeln, die das Wasser reinigen. Der Betreiber will auch Anlaufstelle für Forscher sein, die sich für das Meer interessieren.

Ab und zu finde ich auf Reisen schon von Menschen geschaffene Orte, wo man sich der Erde besonders nah fühlt. Im schwedischen Norrbotten kenne ich ein Restaurant an einem Fluss, in dem eine Kamera vorbeikommende Lachse zeigt. Das ist ein Naturerlebnis, in dem man mal Tiere sieht, die nicht nur in einem Aquarium leben.

Im Bergwerk Kristineberg im schwedischen Västerbotten gibt es eine tief liegende Kapelle für Bergleute. Schon die Fahrt mit dem Auto in die Stollen hat etwas Gespenstisches, weil es feuchtwarm ist. Ich glaube, es dauerte bestimmt eine halbe Stunde, bis wir unten ankamen. An der Wand der Kapelle erhebt sich Christus. Ein Bergmann legte die Figur bei Arbeiten frei. Er beschützt heute die oft gläubigen Arbeiter vor Unfällen. Västerbotten hat aber noch eine Menge mehr zu bieten. Schließlich ist es Urgebiet der Sami und daher sehr geheimnisvoll.

Und der Künstler Gerhard Richter bringt uns die Rotation der Erde nahe. Kürzlich schenkte er der Stadt Münster ein Focaultsches Pendel. Es schwingt jetzt in der Dominikanerkirche an einem Faden und nicht nur ich, sondern auch viele andere Besucher fragen sich, wie es möglich ist, dass die Kugel stets hin und her schwingt. Es gibt aber auch noch viele andere bewundernswerte Werke in Münster, Stadt der Skulpturen, die das irdische Leben schrumpfen lassen.

Speisen in Downunder

Chinesen “stürmen” Örebro

Dass Norweger gerne ihren Urlaub in Schweden verbringen, ist klar. Es ist das Nachbarland, insgesamt wärmer als Norwegen und auch deutlich günstiger.

Örebro ist im Norden bekannt seiner schönen Altstadt wegen. Und wegen der großartigen Natur rundherum. Im Nationalpark Tiveden kann man gut wandern. Er ist mitunter moorig und bietet daher seltenen Tieren ideale Entwicklungsmöglichkeiten. Es gibt auch große Seen dort. Ich erinnere mich noch bis heute an den hübschen Ort Askersund und den Segelboothafen.

Aber am liebsten erinnere ich mich an zwei sehr menschliche Begegnungen. Als ich mal Tiveden mit dem Rad durchstreifte und erlebte, erwischte mich viel Regen, so dass ich klatschnass ein Café erreichte. Der Besitzer reagierte umgehend und stellte an meinem Tisch einen Ventilator auf, an dem ich mich aufwärmen und trocknen konnte. Kaffee und Kuchen schmeckten natürlich auch sehr gut. Da der Regen nicht aufhörte, blieb ich mehrere Stunden dort, bis ich dann abends auf einer Lichtung mein Zelt aufbaute.

Meine zweite Begegnung hatte ich mit einem Fleischproduzenten in der Gegend, dessen Betrieb ich mir anschaute. In einer Zeitung las ich, dass er einen Preis wegen der ausgezeichneten Qualität erhalten hatte. Ob es im selben Jahr wie in Tiveden war, weiß ich nicht mehr. Er dachte wohl, dass ich als Radfahrer bestimmt immer hungrig wäre, packte mir zum Abschied eine kleine Kühltasche voll mit eisgekühltem Fleisch.

Kein Wunder, dass Norwegen so gerne in die Gegend fahren, wenn man dort so gastfreundlich ist. 741000 Übernachtungen zählt man aktuell in Örebro, davon seien gut 40 Prozent Norweger. Und überraschend viele Chinesen tauchen dort auch auf. Gab es 2013 erst noch 700 Übernachtungen, sei die Zahl der Übernachtungen rasant auf aktuell 14000 gestiegen, schreibt die Zeitung Aftonbladet. Wichtigster Grund seien die bei den Asiaten beliebten Rundreisen durch Skandinavien.

Kristen Benning: Reise- und Kulturjournalist Fotografie Kalender Reiseführer Reportagen

%d Bloggern gefällt das: