Architekt der Louvre-Pyramide mit 102 Jahren gestorben

Fast jeder, der einmal Paris besucht hat, dürfte sie kennen: die Pyramide auf dem Louvre. Von oben finde ich sie gar nicht so beeindruckend. Denn sie unterscheidet sich nicht wirklich von anderen ähnlichen Werken. Daher fotografierte ich sie auch nicht dort wie der Fotograf des jetzt im Schweizer „Tagesanzeiger“ erschienenen Bildes.

Louvre-Pyramide

Als ich das Louvre besuchte, befand ich mich unter ihr. Sie dringt mit ihrer gläsernen Spitze in eine Einkaufspassage ein. Ihr Metallgitterwerk teilt den blau über Paris leuchtenden Himmel in verschiedene Segmente. Die monotone Einkaufspassage erfährt durch den durchsichtigen Glaskegel eine dramatische Zuspitzung, die durch einen zusätzlichen wie ein Stalagmit aufsteigenden Kegel erhöht wird. Jetzt ist der amerikanisch-chinesische Architekt Ieoh Ming Pei im hohen Alter von 102 Jahren gestorben.

Den kompletten Artikel des Tagesanzeigers über den Architekten findest Du auf

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/architektur/architekt-der-louvrepyramide-mit-102-jahren-gestorben/story/23624074

Im Eisberg zuhause

Der „Eisberg“ mit elf teils spitzen, teils flachen Gipfeln ist eine der exklusivsten Wohnanlagen der Welt. Derartig gewagte Architektur für eine Anlage mit 208 Wohnungen gibt es nur in Aarhus, der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2017. Schneeweiß steht „Isbjerget“ an der Wasserkante der Aarhusbucht im neuen Stadtteil Aarhus Ø. Geplant hat ihn ein dänischer Architekt mit dem sprechenden Namen Mikkel Frost vom Architektenbüro Cebra.

 

Für Börsenmakler Blockhaus am Siljan gebaut

Sogar für einen Börsenmakler hat Bälter am Siljan ein Blockhaus gebaut mit einer Grundfläche von 150 Quadratmetern. Zunächst gab es dabei ein gravierendes Problem, das selbst einer Architektin, die in Mora lebt und daher eigentlich diese regionale Besonderheit kennen müsste, nicht bewusst war. Der Entwurf zeigte, dass sie Tür- und Fensteröffnungen zu nah an die Eckverbindungen gelegt hatte. Bälter musste ihren Plan für das Blockhaus überarbeiten.

Er ist stolz, dass er zu den Fachleuten gehört, die die Kunst des Knuts beherrschen: „Daher stehen hier am Siljan noch immer viele Häuser, die über 700 Jahre alt sind und sogar noch bewohnt werden. Ein Blockhaus ist so exklusiv“, schwärmt er. „Man verdient sehr gut und errichtet etwas, was wirklich nicht jeder hat.“

Die Freude am Beruf ist Bälter anzumerken: Er lacht viel. Ein Blockhaus hat für ihn eine andere Bedeutung als für Jung, der seine Schüler ein Backhaus errichten lässt, in dem Touristen Brot kaufen. Gränsfors Bruks will Besuchern, die hauptsächlich der bekannten Axtschmiede wegen kommen, Attraktionen bieten, die mit den Traditionen des Hälsinglands als Mühlen- und Schmiedeland in Einklang stehen.


Fortsetzung folgt.

Abend im Grazer Lendviertel

Ist Friseurhandwerk Design?

Nach einem Tag Rundgang bietet es sich an, den Abend im Grazer Lendviertel zu verbringen. Dies liegt nah an der Murinsel. Besucher können sich leicht einem Rundgang anschließen, den die jungen Kreativen hier gelegentlich anbieten. Dabei handelt es sich um eine Umgestaltung des ehemaligen Rotlichtviertels. Doch von Reeperbahn-Atmosphäre ist nur wenig zu sehen.

Hier verkauft Iris Kastner in ihrem Geschäft „kwirl“ Designgegenstände, Geschenke und Souvenirs. 2008 hat sie ihr Geschäft gegründet. Gerade versilbern sie und eine Mitarbeiterin Karpfenschuppen. Diese will sie am nächsten Morgen an einem Aktionsstand als Glücksbringer verkaufen. „Dies ist ein osteuropäischer Brauch. Es ist für uns ein kleiner Anfang, eigene Produkte herzustellen und zu verkaufen“, erklärt sie. Werde die Schuppe in ein Portemonnaie gelegt, gehe dem Besitzer nie das Geld aus. Doch nicht nur sie stellt eigenes her. Auch andere Designer können bei ihr Produkte verkaufen.

Endlich gibt es den im CIS-Magazin abgebildeten Friseursalon Die Haarschneiderei zu sehen. Bei ihm kamen dem Reisenden Zweifel am Konzept der Bewerbung auf. Denn Friseurhandwerk ist im engeren Sinne kein Design. Kultstatus hatte bislang nur der Brite Vidal Sassoon. Dessen Frisuren der Jahre 1964 bis 1966 schrieben ein Stück Gestaltungs-Geschichte. Damit war erstmals ein Friseur nicht allein der Star seines Faches. Er war kurzfristig auch ernst zunehmender Protagonist der gestalterisch-künstlerischen Avantgarde.

Friseure hatten es von alters her schwer, ernst genommen zu werden. Und wenn sich die TV-Prominenz mit einem Besuch bei Udo Walz schmückt, der einen Salon auf dem Traumschiff hat, steht Frisieren im Mittelpunkt sowie die Verwöhnung einer liquiden Kundschaft. Aber als neuerungswillig kann man sie kaum bezeichnen. Der Salon erinnert an die 50er Jahre. Er ist eingerichtet mit alten Foto-Porträts an den Wänden, einer alten Tischlampe und einer Pinnwand. Auf der sind zu einer Collage angeordnete Seiten aus alten Modemagazinen fixiert.

Inhaber Jakob Esslinger ist selbst ein Kunstwerk: Seine Arme sind tätowiert. Auf seiner Website kann sich jeder selbst einen Eindruck von diesem Sammelsurium machen. Als Kontrast dazu stechen auf dem Lendplatz elegant gestaltete Holzbänke neben einem schönen Brunnen ins Auge, mal nicht Lattenholzbänke, die sonst auf der ganzen Welt zu sehen sind. „Ältere Menschen freuen sich übers warme Holz“, berichtet Sabine Prammer von Creative Industries of Styria.

Sechs Kilo Maronen am Lagerfeuer

Nach der Führung durchs Stadtviertel treffen sich Kreative aus allen Bereichen mit anderen Bewohnern. Sie rösten auf einem Gehweg selbst gesammelte sechs Kilo Maronen. Am Feuer werden die Ereignisse des Tages besprochen. Dabei laufen Ausschnitte von Live-Konzerten auf einer Leinwand. Nach und nach kommen weitere junge Menschen hinzu wie ein Architekt, der nach dem Studium in Wien in sein Heimatviertel zurückgekehrt ist. Hier wird also zwischen Privatem und Öffentlichem vermittelt. Die Menschen treten aus der Privatheit heraus. Sie netzwerken nicht nur über Chaträume. Sie finden einander auch in einem öffentlich zugänglichen Raum, dem Lendviertel.

Der oft erfolgende Rückgriff auf vergangene Stilepochen, Moden, Lebensformen kann Ausdruck eines Wunsches sein, vergangene glücklichere Zeiten wieder zu erwecken, zurückzuholen. Das Nostalgische kann eine Flucht aus der bedrückenden Gegenwart sein, eine Erscheinung in Epochen großer Umwälzungen. Das Zurückträumen kann zum einen das Aushalten der Gegenwart erträglicher machen. Zum anderen kann es auch Ungenügen an ihr wachhalten. Es kann zum Erhalten befähigen, aber auch zum Verändern motivieren.

Pensionopolis existiert nicht mehr. Auf dem Grundriss von Pensionopolis ist eine lebendige, von vielfältigen Schichten und Strömungen beherrschte moderne Stadt entstanden. Dies wird in jedem Viertel auf seine Weise sichtbar. Der Abend im Lendviertel rundet diesen Eindruck ab.


Ende der Serie

Den Anfang findest Du hier.

Goldene Zweige ranken sich empor

Während des Aufwärtsrollens sieht man auf jeder Etage zu Arkaden verbundene Säulen. Aus Pflanzen am Fuße der Säulen ranken sich immer neu bis zur Decke gewundene goldene Zweige empor, mitunter hängen an ihnen auch goldene Trauben. Das formale Leitmotiv des Jugendstils war die geschwungene Linie, der wellige Kurvenzug als Teil organischer Formen, wozu sich die Rebe durch ihre typische Form besonders eignet. Die stilisierte vegetative Form wurde Leitmotiv der Dekoration.  Die Ornamente stammen aus einer Zeit, an deren Erscheinungsbild sich kein Kunde mehr erinnern dürfte. Verklärt hingegen ist immer noch das Bild des beliebten alten Kaisers Franz-Josef I. von Österreich erlebten. So nostalgisch beseelt sollen sich heute Kunden zum Kaufen verführen lassen. Sie sollen etwas Individuelles inmitten der Massenprodukte spüren.

Oben angekommen, vermitteln Bilder einen Eindruck davon, wie das Kaufhaus Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat. „Die sollen auch die nächsten zwanzig Jahre hier hängen“, sagt Wäg. Dahinter liegt die neue Dachterrasse mit vielen Besuchern. Wäg ist stolz. „Wir sind wohl das einzige Kaufhaus auf der Welt, das über solch eine Terrasse verfügt.“ Viele Besucher halten hier nicht nur einen Kaffee aus der Bar in der Hand, sondern lichten auch die roten Ziegeldächer ab, ein berühmtes Wahrzeichen der Stadt. Davor eine futuristisch gestylte Seilbahn, mit der man den beliebten Schlossberg bezwingen kann, rechts davon über allen Dächer ein ebenfalls futuristisches Lichtschwert.


Fortsetzung folgt.

„Sie mögen ruhen in Frieden“

Architekt aus Lille gestaltete Gefangenenlager in Münster

Zum Vergleich nach Deutschland, um zu sehen, wie man dort während des Krieges und danach Friedhöfe und Denkmäler gestaltete: In Nienberge nahe Münster befand sich während des Ersten Weltkrieges das größte Gefangenenlager Nordwestdeutschlands. Nur vereinzelt kommen Besucher . Einsam liegt die im Volksmund „Russenfriedhof“ genannte Kriegsgräberstätte, umgeben von Platanen und heimischen Laubbäumen. „Requiescant in pace“ – „Sie mögen ruhen in Frieden“ – steht am doppelflügeligen Eingangstor. Auch die griechischen Buchstaben Alpha und Omega, Anfang und Ende, sind zu sehen. Christus steht an Anfang und Ende allen Seins, umfasst also die Weltgeschichte. Alles ruht in Gottes Hand. Von deutschen Soldaten bewacht, ordneten Gefangene aus England, Russland, Belgien, Italien und Frankreich ihre Angelegenheiten selbst, alle Berufe waren vertreten.

Münster-Nienberge-Kriegsgräberstätte-Russenfriedhof-(5)

Für die Kranken wurde ein Lazarett eingerichtet, für die Toten ein eigener Friedhof. 770 Namen französischer, belgischer und russischer Kriegsgefangener sind auf einer Gedenksäule und auf Tafeln eingemeißelt. Franzosen, Belgier, Engländer und Italiener wurden umgebettet, jetzt liegen hier noch Russen, Polen, Ukrainer, Wolgadeutsche und ein indischer Stammesfürst. In Zusammenarbeit mit dem Lagerkommandanten gestaltete der Architekt Duthoit die Anlage. Er stammte aus Lille. Er entwarf selbst Form und Beschriftung jedes Einzelteils. Dafür standen ihm die Steinmetze und Schmiede unter den Gefangenen zur Verfügung. Auf einem Gedenkstein steht „Pro Patria“, Erinnerungstourismus gibt es nicht. Aber die katholische Gemeinde gedenkt der Gestorbenen anden Totengedenktagen im November.


 

Fortsetzung folgt.

Wikipediatext über „Haus Spital“

Parlament in Delhi, Residenz in Pretoria

Renommierte britische Architekten gestalteten Militärfriedhöfe

Nur wenige Schritte vom Denkmal entfernt liegt ein weiterer Friedhof: „Le Trou Aid Post Cemetery“ von Fleurbaix. Hier liegen 356 Soldaten des Commonwealth begraben. Dieser Friedhof wurde von Sir Herbert Baker entworfen, der auch die Pläne für das indische Parlament in Delhi und die heutige Residenz des südafrikanischen Präsidenten in Pretoria gezeichnet hat. Kurz nach dem Krieg rief man die renommiertesten britischen Architekten auf, eine Umgestaltung der Militärfriedhöfe des Empires zu planen.

Fleurbaix-Besucherliste

Über eine steinerne Brücke betreten Besucher das Torhäuschen aus Naturstein. Jeder soll sich hier so fühlen wie beim Eintritt in eine abgeschiedene Welt. In der Halle tragen sich viele der Gäste ins offene Besucherbuch ein. Auf jeder Seite findet man mindestens zehn Namen. Manche kommen aus West Yorkshire, Manchester, London und Kairo, sogar aus Griffith und Sydney in Australien.


Fortsetzung folgt.