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Im Frühling nach Valls und ins Kloster Ripolles

Neulich berichtete ich von meinen politischen Erfahrungen während meines Katalanisch-Studiums an der Universitat de Barcelona. In der Zeit reiste ich auch viel ins Umland.

Da ich im Café der Universität relativ schnell Freunde gefunden hatte, brauchte ich keinen Reiseführer. Viel besseren Zugang erhielt ich durch äußerst unternehmungslustige Leute, die mir gerne die Perlen in der Umgebung zeigten. Nicht wenige kamen aus den Kleinstädten in der Umgebung.

Bis heute erinnere ich mich immer noch freudig an das Frühlingsfest in Valls. Mit der Bahn reisten wir im Februar an.

Bei unserer Ankunft im Dorfzentrum roch es schon verführerisch lecker nach Essen. Denn auf verschiedenen Grills bereiteten die Bewohner Frühlingszwiebeln zu, große Knollen mit langen Blättern. Für einen sehr günstigen Preis gab es Weißbrot und eine kleine Flasche Wein. Im Dorfzentrum war ein langes Bankett aufgebaut, an dem alle mit ihrem Essen Platz nahmen. Meine Finger wurden beim Auspacken des Essens aus der Alufolie rußig.

Später ließen wir uns auf einem Feld nieder. Ich erinnere mich noch, dass ich als einziger noch schmunzelnd mit T-Shirt herumlief, während die Katalanen schon Mäntel und sogar Handschuhe trugen. Für sie wurde es schon kühl, während es für mich schon sommerliche Temperaturen waren.

Gestern dachte ich auch daran, als ich Johannes Thingnes Bø beim Biathlon in Kanada ungerührt am Schießstand sah, während der Konkurrenz so langsam “Ohrlapperl” (O-Ton Vanessa Hinz) und Finger erstarrten. Selbst innerhalb Europas haben wir schon eine völlig unterschiedliche Empfindlichkeit bei Temperaturen. Als Norweger ist er natürlich an solche Kälte gewöhnt.

Die Zeitung “La Vanguardia” aus Barcelona empfiehlt im Umland der Stadt einen Ausflug nach Ripolles. Dort bin ich natürlich auch gewesen, denn das Kloster ist eine absolute Sehenswürdigkeit, nicht zuletzt die schöne Lage in den Bergen. An den Fotos der Zeitung könnt ihr auch erkennen, dass dort im Winter sogar Schnee liegt, ihr also Ski fahren könnt. Auch Katalanen fahren Ski, auch wenn sie beim Biathlon komischerweise nicht antreten. Im Winter sind vor Wochenenden Gruppen mit Skier zu sehen, die auf den Bus warten. Viele fahren dann nach Andorra.

Ausflug nach Ripolles

Geschwindigkeitsrausch in Kopenhagen – mit der Leeze unterwegs

Bist Du schon in Kopenhagen gewesen? Ein Besuch lohnt sich allemal, denn sie zählt zu den schönsten Hauptstädten Europas wie auch Stockholm und Oslo.

Ich durfte einige Wochen dort verbringen, als ich einen Erasmus-Sprachkurs an der Universität absolvierte. In dieser Zeit wohnte ich bei Freunden im Stadtteil Gentofte.

Ich habe es genossen, von dort jeden Morgen mit dem Rad in die Stadt zu fahren, so wie es auch viele andere dort tun. An das hohe Tempo musste ich mich gewöhnen, mit dem Frauen wie Männer unterwegs waren. Es ist viel viel höher als bei uns, obwohl ich selbst täglich fahre und daher daran gewöhnt war. Leider fuhr mir am ersten Morgen eine Frau gleich hinten rein, so dass wir beide stürzten. Ein Krankenwagen fuhr die Radlerin in eine Klinik.

Glücklicherweise hatte mich meine Gastgeberin begleitet, um mir einen guten Weg zu zeigen, so dass sie auch gleich in dieser unangenehmen Situation mit der Polizei helfen konnte. Aber ich erinnere mich auch noch gut an die Rührung des Polizisten, dass ich mich auf Dänisch bemühte, mit ihm zu sprechen.

Eine spanische Journalistin hat für “El Pais” kürzlich Kopenhagen besucht, aber das Rad stehengelassen. Spanierinnen fahren kaum Rad. Aber sie ahnt gar nicht, was sie dadurch verpasst hat.

Hier ihr Bericht.

Eine Spanierin in Kopenhagen