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Ponte Internacional Valença-Tui am Minho
So ganz abgewichen wie gedacht, ist der Reisende vorgestern doch nicht. Er geriet auf die Küstenstrecke des Caminho de Santiago. Heute hat er Cerveiro verlassen und folgt einem wunderbaren Flussradweg nach Valença. Dort liegt die Grenze. Der Rio Minho und die Brücke Ponte Internacional Valença-Tui verbinden beide Grenzen. Als die Brücke dort — Ponte Internacional Valença-Tui — errichtet werden sollte, bewarb sich auch der berühmte Architekt Gustave Eiffel 1881 mit einem Plan um die Ausführung. Die portugiesisch-spanische Kommission entschied sich für den Entwurf des Architekten Pelayo Mancebo y Ágreda. Auf der anderen Seite liegt Tui. Der Radweg bis dorthin ist flach und schattig. Er bietet einen tollen Blick auf die Berge.…
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Steiniger Jakobsweg um Bandeira
Steiniger Jakobsweg um Bandeira: So sieht der Caminho de Santiago von Porto nach Santiago öfter aus. Mit Gepäck muss der Reisende dann oft schieben. Er kennt aber immerhin fünf Freunde in Bonn und in Münster, die auch nicht aufgäben. Stephan, zwei Christians, Holger und Ulf. Die Strecke heute ist deutlich die anstrengendste. Dabei ist er die letzten fünf Kilometer parallel zum Wanderweg auf der Landstraße geradelt. Darunter forderten ihn auch neun Prozent Steigung heraus. Der Pilgerweg selbst ist ab Bandeira nur für Mountainbiker ohne Gepäck zu bewältigen. Das Rad müsse streckenweise auf den Schultern getragen werden, munkelt man. Der Anfang der Strecke hat unter Regen so stark gelitten, dass ein Stück…
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Philosophieren auf dem Jakobsweg
Philosophieren auf dem Jakobsweg: Es gibt Leute, die meinen, menschliche Interessen übers Alter definieren zu müssen: mit zwanzig in Clubs und Fitnessstudios. Mit dreißig Literatur. Mit vierzig Jahren fange man mit dem Wandern an. Ab fünfzig spüre man, dass gar nichts mehr geht. Man könnte sich dann einen Platz im Altersheim reservieren und den Grabstein. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Auf dem Jakobsweg hat auch eine Pilgerin behauptet: Da sie jung sei, sei sie eher bereit, in Herbergen zu schlafen als Ältere. Dort riecht es nicht gut. Leute schnarchen. Etagenbetten sind nicht verlockend. Manchmal gibt es keine freien Betten mehr. Matratzen liegen dann auf dem Gang. Sportlich und komfortabel gekleidete…
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Reparieren auf dem Caminho Português
Reparieren auf dem Caminho Português: Seine ersten kleinen Reparaturen hat der Reisende am Rad schon hinter sich. Dabei ist er erst seit fünf Tagen in Portugal. Zuerst verbog das Schaltwerk leicht auf dem Flug von Köln-Bonn nach Porto. Dabei ist das Mountainbike an sich gut geschützt. Denn es findet in einem Evoc-Radkoffer seinen Platz. Die Tasche ähnelt vom Material her einer großen Sporttasche und wird seitlich durch Rohre versteift. Die Laufräder kommen in zwei Seitenfächer innerhalb der Tasche. Ein Radkoffer hat auch den Vorteil, dass sich in ihm Werkzeug und Bücher verstauen lassen. Der an vielen Fahrradtaschen so empfindliche Reißverschluss hat bisher alle Strapazen überstanden. Unter dem Koffer befinden sich…
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Von Barcelos nach Ponte de Lima
Von Barcelos nach Ponte de Lima: In Barcelos, eine Kleinstadt, die ihr Theater nach dem berühmten Renaissancedichter Gil Vicente benannt hat, dem Shakespeare Portugals, lernt der Reisende: Es kann besser sein, Hühner immer pfleglich zu behandeln: also besser bei Biomitteln statt Fipronil bleiben. Auch die Römer wussten schon, wie wertvoll ihre Gänsen waren, um die Stadt zu schützen. Ihr Schnattern warnte die Bewohner vor anrückenden Feinden. Ein in Barcelos zum Tode Verurteilter erbat einen letzten Wunsch. Er möge verschont bleiben, wenn ein Hahn krähe. Als der Bauer schon zum Galgen gebracht wurde, wollte der Richter einen Hahn verzehren. Dieser aber sprang vom Teller und krähte. Der Richter rannte zum Galgen.…














