Ostertour zum Steinfurter Wasserschloss

Frohe Ostern wünsche ich euch allen. Gestern entdeckte ich die hübsche Innenstadt Burgsteinfurts im Münsterland. Möge sie euch auch erfreuen und inspirieren für eure eigenen Ausflüge und Reisen. Die Schönheit der Stadt liegt daran, dass hier einst die Grafschaft Bentheim lag. Davon ist heute noch das Wasserschloss vorhanden und der vielen Einwohnern als Naherholungsgebiet dienende Bagno-Park mitsamt großem Wald. Leider fand ich von den historischen Gebäuden der Grafen nur noch Tafeln mit Abbildungen. Der Park muss einst ziemlich prächtig gewesen sein.

Carl Ferdinand Erbprinz zu Bentheim und Steinfurt (44) lebt mit Frau und Kindern in diesem Schloss. Ein weiteres Schloss besitzt er in Bentheim. Er streift viel durch die Natur, was mit der Ausrichtung des Betriebes zu tun hat. „Die Hege und Pflege von Pflanzen und Tieren liegt mir sehr am Herzen. Als Jäger und Forsteigentümer habe ich natürlich einen anderen Blick darauf als ein Natur-Romantiker“, erklärt er jetzt in einem Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Er empfinde es als Ehre, wenn sich Menschen für ihn interessierten. Er freue sich darüber und werte das positiv. Natürlich benötige man auch Privatsphäre, gerade wenn es um Familie und Kinder gehe. „Aber bei mir ist es ja auch so, dass meine Popularität am Ortsschild von Steinfurt endet“. Er könne nicht das durch die Zeitschrift „Bunte“ im August 2020 in die Welt gesetzte Gerücht bestätigen, dass er sich von seiner Frau Elna-Magret getrennt habe: „Wir sind nicht getrennt“.

Eine Radtour zu dem in der Nähe der Niederlande liegenden Ort kann jeder gut von Münster aus planen. Insgesamt sind es ungefähr 78 Kilometer. Ich empfehle die Strecke nach Häger, von dort über den Altenberger Höhenrücken nach Nordwalde. Dann folgt nur noch Borghorst, und du bist schon in Burgsteinfurt. Das Münsterland ist sehr gut für Pättkestouren geeignet. Diesen Begriff prägte einst Theo Breider, der hier viel für Radtourismus getan hat. Breider gründete 1959/60 den am Aasee und am Zoo gelegenen Mühlenhof in Münster. Berühmtestes Stück: eine historische Bockwindmühle. Bewahrt werden dort historische Gebäude vom Land.

Obwohl ich Münsteraner bin, fuhr ich gestern sogar zum ersten Mal über den Höhenrücken. Es gibt entlang der Strecke viele Infotafeln und Sitzbänke zum Ausruhen. Denn auch Wanderer nutzen gerne diese Strecke. Jahrelang litt ich darunter, nur an der Altenberger Straße entlangfahren zu können, weil es fürchterlich langweilig ist. Schnurgerade, viel Verkehr, nichts zu erleben. Oder aber über Hansell, wo es eine sehenswerte neugotische Kirche gibt, die aus einer noch vorhandenen barocken Kapelle hervorgegangen ist. Gut zwei Kilometer weiter gibt es einen schönen Blick auf ein Altenberge, der an Landschaftsmalereien der alten Meister erinnert.

Auf dem Rückweg über Laer bestritt ich auch die alte Bahntrasse von Coesfeld nach Rheine. Ich fand sie bereits am Montag, als ich mir einige Sehenswürdigkeiten rund um Wettringen ansehen wollte. Von der Bahntrasse erreicht man auch gut die von mir sehr geschätzten Baumberge als Nahziel. Dort hat zum Beispiel Linus Gerdemann die Basis für seine erfolgreiche Karriere als Tour de France-Fahrer gelegt.

Zuerst hielt ich die Trasse für eine neue Veloroute. Denn sie ist sehr gut gepflegt mit glattem Asphalt, Hinweisen auf Orte und Lokale im Umkreis wie in Horstmar. Und es gibt kaum Steigungen, soweit ich gesehen habe. Auch viele Inline-Skater waren gestern zu sehen. Mit der Rad-Infrastruktur kann es gerne so weitergehen.

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Rieselfelder – ein hübsches Gänsepaar

Sobald die Sonne lacht, zieht es mich mit Fahrrad und Kamera vom Schreibtisch nach draußen. Heute entschied ich mich für die Strecke durch die Rieselfelder. In Verbindung mit einigen fotogenen Zielen in der Stadt ergibt sich dabei durchaus eine Radtour von gut 40 Kilometern, womit man schon einiges für sich tun kann. Es gibt also auch in der Gegend ums flach liegende Münster durchaus einige interessante Ausflugsziele. Und das sind nicht nur die Baumberge, ein kleines Mittelgebirge. Einst die Kloake Münsters sind die Rieselfelder heute ein Paradies für Vögel. Dort landeten einst die Abwässer der Stadt, bis man feststellte, dass sich dort unsere gefiederten Freunde einstellten.

Von weit her kommen sie her, um hier zu überwintern, Speck anzufressen und wieder in ihre jeweilige Heimat zurückzufliegen. So wie vielleicht diese beiden Graugänse, die ich heute Mittag am Rande der Gewässer fand. Sehr schön exponiert auf dem flachen Grund stehend. Sie beobachteten mich eine Weile, bis es ihnen dann doch zu heiß wurde mit mir und sie davon schwammen.

Es ist ein Erlebnis, dort durchzuradeln und viele Tierstimmen zu hören – wie im Norden Europas. Und auch sie von ziemlich nah zu sehen und zu identifizieren. Die Biologische Station kümmert sich rührend um die Tiere. Der Rat der Stadt Münster beschloss jetzt sogar, inmitten des Gebietes die Straße Coerheide zu sperren, um die Tiere zu schützen. Durch den Verkehr werden nicht nur wertvolle Brutgebiete beeinträchtigt, sondern auch Tiere überfahren wie Ringelnattern zum Beispiel. Nach jahrelangem Streit wurde das wirklich mal Zeit. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auch die Interessen der dort lebenden Menschen mit einer eleganten Lösung berücksichtigt werden.

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Wintermezzo im Münsterland

Dass dicker Schnee kommen würde, war schon seit Tagen bekannt. Als ich aber am nächsten Morgen zum Frühstücken ging, musste ich lachen. So überrascht war ich. Ein hoher Hügel war über Nacht auf dem eigentlich flachen Beet gewachsen. Nur die Blüte einer Winterrose lugte aus ihm heraus. Von solch einer Masse war ich am Vorabend nicht ausgegangen. Ich befürchtete jetzt, dass sich der Schnee bald so hoch türmen würde, dass nur noch ein winziges Guckloch einen Blick in den Garten ermöglichen würde.

Eine Woche lag eine dicke Schneedecke auf dem Münsterland. Zwei Tage lang hatte es zuvor ohne Unterlass geschneit. Eine vertraute Landschaft veränderte sich. Andere Geräusche, andere Farben. Ein neues Profil. Bisher Unbeachtetes gewann an Bedeutung. So bringt eine Woche Schnee Menschen in Urlaubsstimmung.

Es folgten erste Spaziergänge. Aufs Rad steigen wollte ich noch nicht. Spikes standen zwar im Keller, durch die sich mein Verhältnis zu Eis und Schnee stark verändert hatte. Früher war Winter eher eine Last, heute ein Genuss, da man mit solchen Laufrädern sicher fahren kann. Selbst auf zugefrorenen Seen. Diesmal war aber soviel gefallen, dass ich mir kaum vorstellen konnte, mich durch so tiefen Schnee zu wühlen. So nahm ich mir vor, die nähere Umgebung fotografisch zu erfassen.

Der ersten Überraschung folgte zwei Tage später die zweite: Die Gewässer froren zu. Auf der Gräfte einer Wasserburg nahmen Enten auf Schnee Platz, der vom Dach gerutscht war. Sicherlich angenehmer als auf bloßem Eis. Es gab kein einziges Wasserloch mehr. Deshalb schnatterte keine einzige Ente fröhlich mit den anderen. Die Stimmung in der Gruppe war sichtlich gedrückt.

Bisher langweilige Tümpel an Bauernhöfen boten nun ein prächtiges Farbenspiel. Auf an sich schlammigen Gewässern lag nun eine braune Eisschicht mit weißen Adern. Schnee an den Ufern warf neues Licht. Er ergab auch einen schönen Kontrast zum zwischen Bäumen durchscheinenden blauen Himmel. Selbst Gräben an den Äckern gewannen nun an Reiz, da sie nun mit Eis gefüllt waren. Also entschied ich: Aus dem Luftschnappen wird bei so vielen Reizen eine Kurzwanderung.

Denn selbst Äcker rückten in neues Licht. Durch weißen Teppich gewannen sie an Weite. Es fühlte sich so an, als hätte einen jemand ins winterliche Skandinavien gebeamt. Eines der letzten Bauernhäuser in unmittelbarer Nähe der Stadt wirkte wie in der Tundra gelegen. Ein goldenes Kreuz entwickelte im Schnee mehr Strahlkraft. Eine Landstraße verwandelte sich in eine Loipe. Rechts von der Straße, wo keine Autos und Spaziergänger waren,, zogen sich tiefe Spuren von Skier. Ein Ackerrandstreifen als Skigebiet. In die Realität zurück holte einen dicker Schnee auf dem Radweg. Perfekt geräumt war nur die Landstraße. Von wegen Verkehrswende in einer Fahrradhauptstadt. Die Worte „Fahrrad frei“ auf dem Schild wirken da fast ironisch. Nicht einmal für Wanderer

Dann führte der Weg abwärts in Richtung eines Erholungs- und Landschaftsschutzgebietes. Rechts am Wege liegt ein Landfahrerplatz, auf den ich neugierig war. Denn in der Zeitung stand, dass Räumdienste hier Schnee ablüden. Meterhoch türmte er sich hier. Genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Neugierig war ich auch, wie sich das Fachwerk-Torhaus an der Stiege im Schnee präsentierte. Jemand hatte mir vor einigen Tagen erzählt, dass der dort lebende Gastwirt es vor dem Verfall gerettet hätte. Er kaufte es einem Landwirt ab, ließ es ab- und hier wieder aufbauen. Ein schöner Weg, alte Bauwerke zu bewahren.

Einige Meter weiter sah ich ein weiteres Bauwerk im Wald. Ein Baum hatte es errichtet, eher unfreiwillig. Einer seiner Äste krümmte sich so stark, dass es einem Tor ähnlich sah. Durch das Licht des Schnees erzielte es eine besondere Wirkung. Normalerweise ist es hier wohl eher dunkel. Ein Eingangstor in ein kleines Naturschutzgebiet, durchzogen von Wanderwegen durch Wald und über Hügel. Wieder ein weiter Blick, also wieder das Gefühl, im Norden Europas zu sein. Für mich eine der schönsten Gegenden rund um die Stadt.

Diese Bilder kannst Du im Bildportal in verschiedenen Größen erwerben, wenn Du Deine Wohnung oder Dein Unternehmen verschönern willst.

So entwickelte sich aus fünf Kilometer Luftschnappen eine kleine Wanderung von 8,5 Kilometern. Sie führte vom Haus Rüschhaus vor den Toren Münsters zum Horstmarer Landweg. Von dort ging es auf die Gasselstiege ins Naturschutzgebiet Vorbergs Hügel. Der Hügel ist fast 100 Meter hoch. Mit 311 Hektar ist es das zweitgrößte Naturschutzgebiet Münsters. Zurzeit diskutieren verschiedene Parteien über die Nutzung des Gebietes durch Menschen. Wäre ein Parkplatz dort sinnvoll oder nicht, um das Besucheraufkommen zu regulieren? Sollte man gar einen Aufseher einstellen, um die Ströme zu lenken? Eine ähnliche Diskussion gibt es über die Einrichtung eines Wanderweges entlang des Flüsschens Aa vom Stadtzentrum bis zur Burg Hülshoff. Menschen suchen immer mehr Entspannung im Grünen.

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Winterwunderland Münsterland

Wann bist Du das letzte Mal beim Spazierengehen im tiefen Schnee versunken? Ich heute Nachmittag gemeinsam mit einer ehemaligen Klassenkameradin meiner Schwester, die zufällig vor der Haustür langlief. Ich schippte gerade unter großen Anstrengungen Schnee weg, als sie vorbeikam. Sie besuchte gerade ihre Mutter und wollte sich die Straßenverhältnisse anschauen, um die Rückfahrt nach Frankfurt zu planen. Doch daraus wird wohl erstmal nichts. Da sie ohnehin im Homeoffice steckt, kann sie noch verlängern und von Münster aus arbeiten.

So viel geschneit, hat es lange nicht mehr. Ich glaube, 2010 schneite es im Münsterland zuletzt wirklich. Aber es war längst nicht so viel heruntergekommen. Und es wurde damals auch nicht so kalt. Wenn ich das Fenster nachts öffne, um zu lüften, fegt ein heftiger Wind herein. Lange auszuhalten, ist das nicht.

Wir beschlossen, gemeinsam durch den Schnee zu laufen und das fotogene Haus Rüschhaus aufzusuchen. Ich stellte die Schippe beiseite. Dies ist bekannt als Wohnort der bekannten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Viele kennen die „Judenbuche“ und „Der Knabe im Moor“. Gestaltet wurde es vom berühmten Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. Als weiteres Ziel lockt darüber hinaus die Bronzeskulptur „Dialogue with Johann Conrad Schlaun“. Dies ließ der bekannte Bildhauer Richard Serra anlässlich der Skulpturenausstellung am Anfang einer kleinen Allee aufstellen. Durch eine Neigung verneigt sich die Skulptur vor den beiden westfälischen Großen.

Den Winterspaziergang verlängerte ich an den darauffolgenden Tagen bei strahlendem Sonnenschein. Auf dem auch bei Joggern auf Schnee beliebte Twerenfeldweg führt am Hotel Haus Hüerländer vorbei. Dort wartet auf Familien mit Kindern ein Zoo mit Damwild. Und Minigolf. Die Straße Richtung Roxel laufend, lohnt sich ein Blick auf die Wasserburg Haus Vögeding. Diese ist trotz ihrer Jahre sehr gut in Schuss. Dazu gehört auch ein größerer Bauernhof. Von dort können Besucher in der Ferne die Gipfel der Baumberge sehen.

Alle Fotos bestellst Du im Bildportal – in verschiedenen Formaten. Mit einem gerahmten Foto kannst Du Deinen Arbeitstisch im Homeoffice schmücken. Mit einem Poster die Wohnung dekorieren.

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In Münster gibt es viel zu entdecken wie hier St. Pantaleon in Roxel.

Fernsehtipps Reise und Kultur

Ab jetzt versorge ich euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Auffällig: Es laufen etwas mehr anspruchsvolle Filme als in der vergangenen Woche. Vor allem geht es um Flüsse in NRW, also Natur, und um berühmte Bauwerke in Frankreich. Dänemark, Norwegen, Portugal und Spanien bleiben außen vor.

Der wohl spannendste Beitrag dürfte heute Abend auf arte über die Wikinger laufen. Und sicher auch zu beachten ist die Sendung über Münsteraner Kaufleute. Was viele vielleicht nicht wissen: Münster ist eine Hansestadt.

DeutschlandFrankreichSchweden
SaFahr mal hin – Neue Pfade auf alten Wegen. Entlang der Sieg– SWR 14.00 Uhr

Alle Augen Auf – Flüsse in NRW – WDR 16.30 Uhr
Die Kathedrale
Die Baumeister des Straßburger Münsters
– arte 14.50 Uhr
Die Kriegerinnen der Wikinger – arte 21.10 Uhr
SoBoléro – Ein Refrain für die Welt – arte, 23.25 UhrZu Tisch… Nordschweden – arte 18.25 Uhr
MoGeheimnisvolle Orte Schloss Versailles – Das Erste, 23.25 Uhr
Di
Mi
Do
FrDie Kaufleute von Münster. Eine Zeitreise ins Mittelalter – WDR, 20.15 Uhr
TV-Tipps Reise und Kultur
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Dein Geschenk: Reiseführer Münster

Münster, Stadt der Skulpturen, gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Mit Erlangen konkurriert die Stadt um den Titel der deutschen Fahrradhauptstadt. In Rankings landet die Universität oft unter den Top 5 der größten deutschen Hochschulen. in Deutschland, Vor allem die Fächer Medizin, BWL und Jura genießen einen sehr guten Ruf. Bei solch einer Klasse ist es mehr als angemessen, den als Geschenk für Dich gedachten Kulturführer „Münster Stadt der Skulpturen“ zu verfassen und herauszubringen.

Da es solch eine Zusammenstellung für Münster noch nicht gibt, kannst Du Dir und guten Freunden eine Freude machen und das Buch verschenken. Es eignet sich auch sehr gut, Besuchern die Stadt selbständig zu zeigen. Denn es gibt mehrere Spaziergänge oder Radtouren, die sich mit dem Führer und einem per GPS geführten Smartphone leicht durchführen lassen.

Cover Vorderseite Münster Stadt der Skulpturen 1

Aber dass die Stadt eine Kunstmetropole ist, ist den meisten wohl erst aufgefallen, als sie 2010 ins Finale der Kulturhauptstadt Europas gelangte. Warum, erklärt der Reiseführer „Münster Stadt der Skulpturen“.

Trotz gut ausgebauter Radwege fahren viele Münsteraner mit ihren Leezen an Galerien, Kunsthandlungen sowie Ateliers vorbei. Dabei verfügt die Provinz-Hauptstadt über eine Kunstakademie und ein Picasso Museum. Aber auch über ein Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, ein Stadtmuseum und ein Naturkundemuseum. Vielleicht lockt in einigen Jahren ein Matisse-Museum die Massen an.

Auch spannende moderne Architektur Thema

Alle zehn Jahre richtet die Stadt unter Leitung des bekannten Kurators Kasper König ein Skulptur Projekt aus. Renommierte Künstler aus aller Welt stellen ihre Werke in der Stadt zur Schau. Dazu nutzen sie auch geschickt bereits vorhandene historische Gebäude und Plätze. Diese haben ihnen der Baumeister Johann Conrad Schlaun und später im 19. und 20. Jahrhundert die Architekten Alfred Hensen, Harald Deilmann, Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson sowie der Koreaner Duk-Kyu Ryang hinterlassen.

Im ganzen Stadtraum finden sich zudem gut 30 Ankäufe aus dem Skulptur Projekt. Wer die Stadt über den Rand der Radwege hinaus durchstreift und erlebt, entdeckt weitere Hunderte Skulpturen und Installationen im gesamten Stadtkern. Während der Recherche für den neuen Kulturführer Münster Stadt der Skulpturen war es schon eine Herausforderung, diese zu fotografieren und anschließend zu beurteilen und zu gewichten. Haben diese die an der Kunstakademie Münster ausgebildeten Künstler geschaffen? Oder sorgen Galeristen und Kunsthändler dafür, um ein reges Kunstleben zu pushen? Auch das ist Thema in Deinem Geschenk: Kulturführer Münster.

Kunst im öffentlichen Raum

Das Stadtgebiet ist vier Zonen gegliedert, in denen sich die meisten Installationen und Skulpturen befinden. Diese sind hauptsächlich in der Innenstadt, auf der die Innenstadt umschlingenden Promenade, auf dem Universitätsgelände sowie rund um den Aasee zu finden. Der Kulturreiseführer „Münster Stadt der Skulpturen“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit bei den vorgeschlagenen Touren durch die Stadt. Alle Kunstwerke zu kommentieren, würde den Rahmen sprengen. Vornehmlich sollen die Exponate leicht zu erreichen sein.

Das Augenmerk liegt darauf, inwieweit ungewöhnliche Gebäude, Plätze und Kunstwerke den öffentlichen Raum prägen. Ergeben sich neue Sicht-Achsen durch neue Gebäude? Entsteht durch nur eine dieser Skulpturen eine neue Sichtweise auf einen Stadtteil, einen Freizeitraum, eine Arbeitsstätte? Schaffen neue Plätze mehr Aufenthaltsqualität, die nicht nur konsumorientierten Interessen dienen, sondern zu Experimentier-Geist führen?

Fünf Tour-Vorschläge sind in „Münster Stadt der Skulpturen“ so geplant, dass man Attraktionen entlang der Strecke in Ruhe auf sich wirken lassen kann. Das Buch enthält neben zahlreichen Fotos Karten, gps-Tracks und Adressen. Denn der neue Kulturführer Münster Stadt der Skulpturen ist im Gegensatz zu konventionellen Stadtführern ein unverzichtbarer Begleiter für diejenigen, die hier – selbst als Einheimische – das Fremde erleben, sich auf die Umgebung einlassen wollen.

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Sonnenblumen lachen auf Erden

Sonnenblumen lachen auf Erden – auch in Corona-Zeiten. Ein Münsterländer Bauer erfreut Rennradfahrer wie mich während der sportlichen Touren. Er hat einen sicher 50 Meter langen Streifen entlang seines Maisfeldes angelegt. An den Blüten laben sich jetzt die Insekten. Kleine Tiere finden sicher dort auch Unterschlupf. Und davor wachsen ja auch noch weitere Blumen.

Was ich allerdings traurig finde, ist, dass Blühstreifen, die ich im vergangenen Jahr entdeckte wie etwa am Horstmarer Landweg in Münster wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich können sich Arten, die im letzten Sommer dort eine Heimat gefunden haben, heute schon nicht mehr halten.

Oder?

Heute, 9. August, fand ich auf derselben Strecke durch die Bauerschaft Roxel einen weiteren schönen Blühstreifen. Ihn scheint die Wärme an einem der heißesten Tage des Jahres, nicht zu beeindrucken. Dafür aber den Esel, der erstmals seitdem ich dort fahre nach Gesellschaft suchte. Und die Landjugend, die ein Planschbecken für erschöpfte Teilnehmer ihrer Fahrad-Rallye bereitstellte.

Habt ihr auch schöne Blühstreifen in eurer Region? Dann her mit euren Fotos. Ich stelle sie gerne hier dazu, um der Natur eine Stimme zu geben und damit mehr sagen können: Sonnenblumen lachen auf Erden.

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Maiidylle in den Baumbergen

Maiidylle: Fachwerkhof bei Havixbeck am Fuße der Baumberge im Münsterland. Die Gerste ist binnen kurzem ziemlich hochgeschossen. Am Donnerstag war sie noch nicht so weit. Schnappschuss beim Mountainbiken am Sonntagvormittag.

Hof und Feld liegen am Rande einer meiner Lieblingstrecken in die Baumberge. Je nach Laune, Wetter und Zeit fahre ich entweder 60 Kilometer mit dem Rennrad oder 70 Kilometer mit dem Mountainbike. Entweder lockt es mich, auf gut ausgebauten Strecken schnell zu fahren oder aber Forstwege zu bestreiten und dabei kurze anspruchsvolle Steigungen zu nehmen.

Von Münster aus führt der Weg zunächst zum Dorf Hohenholte. Kurz davor liegt eine hübsche Wassermühle, von denen es im Umkreis Münsters nicht wirklich viele gibt. Das Rad bewegt sich leider nicht mehr, obwohl der Bach nach starkem Regen doch erstaunlich viel Wasser führt. Dabei kommt mir das Gedicht Friedrich Schillers in den Sinn:

Ein Mühlwerk mit verborgner Feder
Bewegt sich ohne Ruh und Rast,
Ein ewiger Strom treibt sein Rad,
Sein Werk ist vom Wasser gefasst.
Der Strom ist’s, der die Mühle regt,
Die Mühle, die den Strom bewegt,
So fördern sie sich wechselweise
In ewig wundervollem Kreise,
Und wie die Welle ratlos brandet,
Sie stockt doch und erschöpft sich immer,
Bis sich zuletzt der Strom versandet.
Dann steht das Rad und steht auf immer.

Frei nach Friedrich Schiller

Es folgt ein netter Feldweg in einen Wald, den ich erst in diesem Jahr entdeckte. Ich suche immer neue Strecken, damit es nicht zu monoton wird, und um Inspiriation zum Schreiben zu finden.

Spötter singen gerne „Wenn ich könnte, wenn ich wollte, führe ich immer nach Hohenholte“. Es ist klein, liegt zwar etwas ab vom Schuss. Dafür aber hat es mit der Stiftskirche St. Georg einen zentralen Mittelpunkt, den schon recht alte Häuser umkreisen. Dort gibt es einen Dorfladen inklusive Poststelle. Discounter gibt es erst wieder in Havixbeck, das mit dem Rad gut eine Viertelstunde dahinter liegt. Bei Oeding-Erdel können Durchreisende und EInheimische Kaffee trinken. Dass Hohenholte überhaupt außer einigen Höfen existiert, ist der Gründung eines Augustinerklosters zu verdanken, das später in ein Damenstift (1557 – 1811) umgewandelt wurde.

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Mit Nachtzügen auf Reisen

In meinem Leben bin ich zweimal mit einem Nachtzug gefahren. Das erste Mal fuhr ich mit einem meiner Brüder von Münster nach Karlstad in Värmland. Wir waren Jugendliche, es war daher aufregend. Erstmals auf weiter Fahrt, noch dazu über Nacht. Ich erinnere mich, wie mein Bruder mich veräppelte. Ich war tatsächlich peinlich berührt, als ich, kaum auf der Toilette, eine barsche Durchsage auf Schwedisch hörte, die ich kaum verstand. Der Zug stand gerade auf einem Bahnhof.

Nach der Rückkehr fragte ich meinen Bruder, was gesagt worden sei. „Er hat gesagt, während des Aufenthalts auf einem Bahnhof ist die Benutzung der Toilette verboten.“ Mir schoss die Röte ins Gesicht. Was ich mir dachte, kann sich jeder jetzt selbst ausdenken.

Meine zweite Nachtfahrt führte von Burgos nach Lissabon. Ich war mit zwei Freunden – Christoph und Gerhard – auf dem französischen Jakobsweg von Belfort bis Biarritz geradelt, setzte alleine über die Pyrenäen und gelangte schließlich nach Burgos.

Doch wo konnte ich im Zug das Rad lassen? Ein Fahrradabteil gab es nicht. Doch Spanier haben eine Art, die ich sehr schätze: Sie regeln die Dinge oft unbürokratisch. Der Schaffner packte mein Rad und schob es einfach in sein Abteil. So konnte ich es mir im Schlafwagen gemütlich machen. Am nächsten Morgen holte ich es in Lissabon ab, frühstückte am Tejo.

Jetzt musste es nur noch irgendwie zum Flughafen in Faro weitergehen. Der nächste Zug nach Setúbal nahm mich noch mit. Doch dort ging nichts mehr. Der Schaffner des nächsten Zuges weigerte sich, mein Rad mitzunehmen. Ich sollte zum Busbahnhof radeln, sagte er. Dort gebe es Fernbusse. Gesagt, getan. Doch auch dort gab es Schwierigkeiten. Niemand wollte das Rad mitnehmen. In Schweden wird es einfach am Hinterteil fixiert und los geht es. Ein netter Busfahrer einer anderen Linie sagte mir, ich sollte es einpacken. Dann würde sich schon jemand erbarmen. Ich besorgte Folie, denn die Leute hatten Sorge, es könnte das Gepäck beschmutzen. Alles sauber verpackt. Doch vergebens. Niemand erbarmte sich. wurde Abend. Morgen früh ging mein Flieger, mein Arbeitgeber erwartete mich in der Redaktion.

Ich entschloss mich, es als Anhalter an der Schnellstraße zu versuchen. Viele Portugiesen hielten auch. Doch manche dachten, ich hätte eine Panne, wollten helfen, andere wollten nur auf Partys. Verdammt. Es war dunkel, 22 Uhr. Stundenlang hatte ich gehofft.

Ich radelte um 23 Uhr in den Ort, suchte ein Taxi. Und tatsächlich fand ich jemanden, der bereit war, mich nach Faro zu bringen. Der Preis dafür war unfassbar günstig. Ich glaube, ich zahlte höchstens 150 Euro. Um fünf Uhr morgens setzte mich der supernette Privatchauffeur ab. Es war überstanden.

Was ein Autor der Zeitung „Die Welt“ hingegen auf der Nachtfahrt von Lissabon nach San Sebastián erlebte, kannst Du hier nachlesen.

Nachtzug nach San Sebastián

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Norway.today hautnah miterleben

Ein Kassenschlager scheint derzeit das Theaterstück „Norway.today“ zu sein. Es wird auf verschiedenen deutschen Bühnen aufgeführt.

Premiere hat das Drama jetzt auch im Kleinen Bühnenboden in Münster. Es spielt am Preikestolen, der seit Jahren schon ein beliebtes touristisches Ziel ist, leider auch Motiv für völlig leichtsinnige, ja lebensgefährliche Selfies. Zwei Frauen, gespielt von Alice Zikeli und Tatjana Poloczek, reisen zum Felsen und führen dort Gespräche, in denen sie das Leben neu entdecken. 90 Minuten lang kannst Du hautnah, das ist das Schöne am Theater, ein schnelles und humorvolles Drama miterleben. Die Reise zum Preikestolen kannst Du hier buchen:

Drama Norway.today

Im Netz findest Du auch viele weitere Theater, die das Stück aufführen.

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