Auf dem Jakobsweg Sport hält jung

Gerade gelesen: Sport hält jung. Das hoffe ich doch sehr. Schließlich muss auch etwas dabei herauskommen, wenn ich fast jeden Tag 30 bis 50 Kilometer erst auf dem portugiesischen und dann auf dem nördlichen Jakobsweg an der Küste radele, es meistens durchs Mittelgebirge geht, ich insgesamt gut 35 Kilo unter mir fortbewege. Zehn Kilo habe ich in acht Wochen abgenommen, ohne wirklich leiden zu müssen, indem ich nur Früchte der Kakteen esse oder Agarve. 76 Kilo zeigte die Waage neulich an.

Ans Schieben auf steinigen oder steilen Strecken habe ich mich auch gewöhnt und beherrsche es sogar deutlich besser, da meine Armmuskulatur stärker geworden ist. Binnen kurzer Zeit habe ich also schon schöne Ergebnisse erzielt. Und ich habe noch einiges vor mir: Jetzt geht es gut 500 Kilometer weiter auf der Via de la plata nach Salamanca. Dann folgt eine ähnliche Entfernung nach Porto.

Sport ist gesund

Auf dem Jakobsweg Die schönsten Strände des Nordens

Noch ein paar Strände gefällig? Hier nahe Ribadeo an der Grenze von Galizien und Asturien ist das Wasser sogar noch leicht warm. Ich besuchte heute unter anderem die Praia as catedrais, watete mit den Füßen durchs erfrischende Nass, um einen Tunnel zu erkunden und die Kathedralen. Mehr Fotos findet Ihr demnächst in meinem Radwanderführer über den Jakobsweg durch Nordportugal und Galizien.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Jetzt kann ich beruhigt angesichts galizischet Spezialitäten weiterreisen Richtung A Coruña. Mal testen, wie der Queixo Tetilla, sardinillas, mejillones (Muscheln) und calamares schmecken. Besonders interessiert mich der Käse, nicht nur der Form wegen. Ebenso die Muscheln, die ich eigentlich nur noch frisch vom Kutter essen wollte, da sie ihr Aroma schon binnen einer Stunde deutlich verlieren. Die Qualitätskontrolle in einen Hafen schenkte mir kürzlich eine ganze Tüte davon, so dass ich an sich nie mehr auf die Idee käme, irgendwo anders als an der Küste Meeresfrüchte zu kaufen und nur frisch vom Boot. Atemberaubende Landschaft

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Spanienfahrer und Biologen: Um welche Bäume handelt es sich hier? Ich sehe die öfter auf meiner Strecke zwischen Porto und Finisterre. Ein Bauer ist gerade nicht zu sehen, den ich fragen könnte.

José, der Mountainbiker begleitete mich ein Stück durch die Berge, klärte mich auf: Eukalyptus. Vor einem Jahr brannte es heftig. Die Bergbewohner mußten evakuiert werden. Ähnlich wie bei dem verheerenden Brand bei Coimbra vor einigen Wochen. Zum Glück gab es keine Todesopfer.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Nach einem traumhaften Schlaf im Zelt – das Meer rauschte und versenkte mich in einen tiefen Schlaf bis 10 Uhr – sehe ich jetzt erstmals das offene Meer an der galizischen Küste. Davor sah ich nur die Fjorde. Das Ende der Welt – Finisterre – ist nicht mehr fern. Finisterre gilt sogar als wichtiger als Santiago de Compostela selbst. Warum das so ist, bekomme ich dort bestimmt noch heraus.

Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

60 Kilometer Radeln mit etlichen Höhenmetern haben sich gelohnt: Heute abend fand ich den schönsten Ort meiner nun schon langen Reise auf dem portugiesischen Jakobsweg. Er ist magisch. Was bin ich froh, dass ich nicht schon nachmittags in dem Hostal abgestiegen bin, das irgendwie gruselig war. Eine sehr alte Frau, hundert Jahre alt vielleicht, schlurfte bei der Zimmerbesichtigung auf mich zu und raunte: „Vorsicht!“ Da suchte ich natürlich das Weite. Und auf einmal waren meine Beine wieder fit. Doch genießt nun die Atmosphäre, soweit das bei Fotos möglich ist. Später folgt auf YouTube ein Film. Jeden Tag durfte ich somit immer etwas kennenlernen, was ich bisher noch nicht kannte.