Auf dem Jakobsweg Pilgern für Radler

Gibt es die Biennale nur in Venedig? Nein. Auch in der portugiesischen Kleinstadt Cerveira am schönen Río Minho gibt es eine.

Zwar zählt die zwischen Porto und Vigo liegende „vila“ nur wenige tausend Einwohner. Aber dafür gibt es ein Museum, eine Art Galerie in der winzigen Altstadt und ein sehr großes Kulturforum mit Ausstellungssälen. Um hinzukommen, musste ich etliche Hügel mit dem Rad überwinden.

Den Jakobsweg habe ich dafür kurz verlassen, kann dafür aber morgen auf dem hoffentlich angenehmen Flussradweg am Rio Minho nach Valença strampeln.

Oft stehen hinter Kulturangeboten ältere Herrschaften; doch hier trifft man erfreulich viele junge Frauen und Männer aus Portugal und aus Spanien. Es kann also durchaus was wachsen! Dahinter steht natürlich eine Stiftung.

Das Festival gibt es schon seit vielen Jahren, sichtbar an in der Stadt und am Fluss verteilten Skulpturen. Künstler aus acht Nationen nehmen daran teil.

Unter diesen befindet sich auch eine des Künstlers Robert Schad aus Ravensburg, der unfassbar viele Eisenskulpturen über weite Teile des Landes verteilt hat – fast schon der Picasso Deutschlands.

Der Katalog wurde mir gestern gezeigt. Schad nimmt in diesem Jahr auch an der Biennale teil.

Mich erinnern seine rostigen Werke an Eduardo Chillidas „Toleranz durch Dialog“ und Richard Serras Verneigung vor dem genialen barocken Baumeister Johann Conrad Schlaun und der großen Dichterin Annette von Droste- Hülshoff. Diese Skulpturen stehen dauerausgestellt sowohl im Innenhof des Rathauses zu Münster als auch auf der Allee des Rüschhauses vor den Toren Münsters, der Stadt der Skulpturen.

Besonders beeindruckt der Spaziergang durch die alte Festung. Die Räume werden geschickt zur Präsentation genutzt.

Mehr über die Werke vieler renommierter Künstler erfahren Sie in meinem gerade erschienenen Buch: „Münster Stadt der Skulpturen“ Ich habe mehrere Routen zwischen 5 und 13 Kilometern ausgearbeitet, die Sie über einen Barcode auf dem Smartphone erfassen können. Zu Fuß oder per Rad warten einige Überraschungen auf Sie, die weit über das bis Anfang Oktober laufende Skulptur-Projekt hinausgehen.

Diese Skulptur mit den Händen erinnert mich ebenfalls an die „100 Arme der Guan-yin“ auf dem Marienplatz in Münster, wenn auch diese hier kleiner ausfällt. Aber man kann schließlich auch nicht immer erwarten, etwas zu finden, das einen durch seine Innovation geradezu überwältigt.

Neuerscheinung: Münster Stadt der Skulpturen

Münster gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Mit Erlangen liefert sich die Stadt immer ein Rennen um den Titel der deutschen Fahrradhauptstadt. In Rankings landet die Universität immer unter den Top 5 der größten deutschen Hochschulen. in Deutschland, Vor allem die Fächer Medizin, BWL und Jura genießen einen ausgezeichneten Ruf.

Cover Vorderseite Münster Stadt der Skulpturen 1

Aber dass die Stadt eine Kunstmetropole ist, ist den meisten wohl erst aufgefallen, als sie 2010 ins Finale der Kulturhauptstadt Europas gelangte. Trotz der überwiegend gut ausgebauten Radwege fahren viele Münsteraner mit ihren Leezen an den Galerien, Kunsthandlungen sowie größeren und kleineren Ateliers einfach vorbei. Dabei verfügt die Provinzialhauptstadt über eine Kunstakademie, ein Picasso Museum, ein Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, ein Stadtmuseum und ein Naturkundemuseum. Vielleicht lockt schon in wenigen Jahren ein Henri-Matisse-Museum die Massen ins Münsterland.

Alle zehn Jahre richtet die Stadt unter Leitung des bekannten Kurators Kasper König das Skulptur Projekt aus. Renommierte Künstler aus aller Welt stellen ihre Werke quer durch die Stadt zur Schau. Dazu nutzen sie auch geschickt bereits vorhandene historische Gebäude und Plätze, die ihnen der berühmte Baumeister Johann Conrad Schlaun und sehr viel später im 19. und 20. Jahrhundert die Architekten Alfred Hensen, Harald Deilmann, Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson sowie der Koreaner Duk-Kyu Ryang hinterlassen haben. Im gesamten Stadtraum finden sich ungefähr 30 Ankäufe aus dem Skulptur Projekt. Wer die Stadt über den Rand der Radwege hinaus durchstreift und erlebt, entdeckt Hunderte von Skulpturen und Installationen im gesamten Stadtkern. Haben diese die an der Kunstakademie Münster ausgebildeten Künstler geschaffen? Oder sorgten die Galeristen und Kunsthändler der Stadt dafür, um ein reges Kunstleben zu pushen?

Das Stadtgebiet ist vier Zonen gegliedert, in denen sich die meisten Installationen und Skulpturen befinden. Diese sind hauptsächlich in der Innenstadt, auf der die Innenstadt umschlingenden Promenade, auf dem Universitätsgelände sowie rund um den Aasee zu finden. Der Kulturreiseführer „Münster · Stadt der Skulpturen“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit bei den vorgeschlagenen Touren durch die Stadt, die in einer Fahrradhauptstadt natürlich mit dem Rad absolviert werden sollten. Alle Kunstwerke zu kommentieren, würde den Rahmen sprengen. Vornehmlich sollen die Exponate leicht zu erreichen sein.

Das Augenmerk liegt darauf, inwieweit außergewöhnliche Gebäude der Stadt, Plätze und Kunstwerke den öffentlichen Raum prägen. Ergeben sich neue Sichtachsen durch neue Gebäude? Entsteht durch wenigstens eine dieser Skulpturen eine neue Sichtweise auf einen Stadtteil, einen Freizeitraum, eine Arbeitsstätte? Schaffen neue Plätze mehr Aufenthaltsqualität, die nicht nur konsumorientierten Interessen dienen, sondern zu Experimentiergeist und Freude am Leben führen?


Erhältlich in schwarz-weiß:
Münster Stadt der Skulpturen
ISBN: 9783745006865
Softcover
292 Seiten

in Farbe:
Münster Stadt der Skulpturen
ISBN: 9783745006872
Softcover
292 Seiten (292 Farbseiten)

oder als E-Book:
Münster Stadt der Skulpturen
ISBN: 978-3-7450-0685-8

 

Preisausschreiben „Münster · Stadt der Skulpturen Die Kulturhauptstadt-Finalistin durchstreifen und erleben“

In wenigen Tagen erscheint mein Kulturreiseführer „Münster Stadt der Skulpturen Die Kulturhauptstadt-Finalistin durchstreifen und erleben“. Anlässlich dieses erfreulichen Ereignisses, und da es sich nach meinem ersten beiden Bänden „Umeå in meinem Herzen“ (2014) und „Aarhus Stadt des Lächelns“ (2017) bereits um meinen dritten Band in der Reihe „Durchstreifen und erleben“ handelt, verlose ich jetzt drei Exemplare meines neuen Buches.

Münster Aasee Zusammenleben Martin Hermanns Demir Demiroski 2

Dies ist jedoch an die Beantwortung folgender Frage geknüpft:

Was drückt diese Skulptur aus?

Die Säule steht an einer Brücke am Aasee. Täglich kommen an ihr viele Jogger vorbei, die es in die Innenstadt, nach Mecklenbeck oder zum Zoo zieht.

Münster Aasee Zusammenleben Martin Hermanns Demir Demiroski 3

Die Gewinner des Preisausschreibens werden Mitte Juli 2017 bekanntgegeben. Berücksichtigt werden nur die Antworten, die der Intention der Künstler am nächsten kommen.

Viel Spaß beim Beantworten und vielleicht sieht man sich bald beim Besuch Münster! Denn vom 10. Juni bis Anfang Oktober läuft das renommierte und über die Stadt verteilte Skulptur Projekt.