Im Herzen Schwedens – Dalarna

“Endlich hat er sich geschnitten!” Noch immer erinnere ich mich belustigt an den Ruf Nils Wallins in der Schnitzerei in Nusnäs am Siljansee. Ein Praktikant versuchte sich gerade im Schnitzen eines Dalapferdchens. Wallin stürmte in die Küche, um Verbandszeug zu holen. Das Messer wird von oben nach unten geführt, um das Risiko einer Verletzung zu minimieren.

Bis heute erreichen mich immer wieder Grüße aus Dalarna, dem Herzen Schwedens. Viele Traditionen wie den berühmten Vasalauf in Mora am Siljansee treffen Reisende dort noch heute lebendig an. Kein Wunder, dass Axel Munthe, Leibarzt der Königin, dort gerne lebte und mit Hildasholm eine prachtvolle Villa errichten ließ. Eine ähnliche ließ er auch auf Capri errichten. Mit Carl Larsson und Anders Zorn malten in Sundborn und in Mora auch Schwedens bekannteste Künstler.

Ich habe für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die berühmte Schnitzerei am Siljansee besucht, dort selbst geschnitzt und eine Reportage geschrieben, die ich keinem vorenthalten möchte.

Bunte Blumen

Radwanderer spielt mit Tornado

Mit der eigenen Kraft ein Ziel zu erreichen – das fasziniert mich stets beim Radfahren. Einen Gebirgspass in Portugal oder Spanien zu erklimmen, von der schwedischen Ostküste quer durch Lappland bis zum Polarmeer zu radeln: Das berauscht mich, so hart es auch manchmal ist.

Die Faszination, die Fahrräder auslösen können, ist auch deutlich an den Gesichtern der Besucher des Universums in Bremen abzulesen, die sich dort mit Hochrädern, Mountainbikes, Rennrädern, Lastenrädern, Militärradern, Damenrädern und Rikschas befassen.

Sie strampeln mit einer Rikscha durch eine Großstadt, betrachten staunend die Experimente, aus Carbon, Aluminium oder Plastik den perfekten Rahmen zu produzieren.

Ich sehe dort Kettenschaltungen, die es schon Anfang des 20. Jahrhunderts gab, betrachte Riemen- oder Seilantriebe, Laufräder mit und sogar ohne Speichen, probiere an Modellen aus, wie diese Antriebe funktionieren.

Obwohl nicht alles gut funktioniert, lohnt es sich trotzdem für Radler, den Weserradweg für eine Weile zu verlassen, um sich auch mal mit dem treuen Stahlross, das mich selbst zum Beispiel seit August 2017 gut und gerne 7.000 Kilometer durch Deutschland, Spanien und Portugal getragen hat, auseinanderzusetzen.

Auch mit der Entstehung einer Welle, einer Wolke, eines Tornados oder des geriffelten Sandstreifens am Meeresufer kann sich jeder in anderen Abteilungen des Hauses befassen, also Phänomenen, die jeder während des Radwanderns unmittelbarer erfährt als Autofahrer oder Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs oder Hausbootes. Denn die Ziele erreicht man aus eigener Kraft.

Es sind Erlebnisse, die einen erden, einem klarmachen, welchen Naturgewalten man täglich ausgesetzt ist. Im Universum kann dafür jeder mit einem Tornado spielen oder eine Welle erzeugen.

Draußen in der Natur hingegen spielen Wind, Wellen und Berge mit dem Reisenden.

Dinos, Dinos, Dinos – im Jurassic Park nahe der Weser

Echte Fußstapfen von Dinosauriern haben Forscher im Landkreis Nienburg nahe der Weser gefunden. Heute sehe ich sie mir in Mönchehagen.

Es ist wirklich beeindruckend und daher eine Bereicherung der Radwanderung entlang der Weser. Dazu gibt es jede Menge Dinosaurier in Lebensgröße. Meine Fotodatenbank ist um einiges reicher geworden.

Zahlreiche Infotafeln präsentieren die Zeit der kolossalen Lebewesen.

Für Familien bedeutet das viel Spaß. Ich sah viele Kinder mit einem Quiz herumlaufen. Häufigste Frage: Ist der gefährlich? Einige Stunden ist jeder gut beschäftigt. Nett auch die Ausstellung über Dinobabys. Gezeigt wurden auch Eier und versteinerte Skelette.

Wilhelmstein im Steinhuder Meer

Sternförmig angelegt, sogar Napoleon biss sich an der Vauban-Festung die Zähne aus: Gerade erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch. Ich besuche eine Insel im schönen Steinhuder Meer, auf der Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe die Festung Wilhelmstein errichtet hatte. Er war ein militärisch wie philosophisch sehr gebildeter Mann, reformierte um 1760 die portugiesische Armee.

Von ihm aufs neue befestigte Festungen in Valença und Almeida am Rande der Serra da Estrela sowie Évora entlang der Grenze schützten die Portugiesen vor den Einfällen der Kastilier zur Zeit des Siebenjährigen Krieges. Später mussten Napoleons Truppen auf ihren mordsmörderischen Eroberungszügen reichlich Energie aufwenden, um die Portugiesen in die Knie zu zwingen.

Davon berichtete ich bereits, als ich von August und Dezember 2017 durch Nordportugal und Galizien radelte.

Zum Dank schenkte ihm Dom João, damaliger König, goldene Kanonen. Das Steinhuder Meer ist empfehlenswert, weil es von allen Seiten zu betreten ist. Oft befinden sich leider viele Gewässer an den schönsten Stellen in Privatbesitz. Hier aber gibt es eine Badeinsel, Stege führen ans Wasser und sogar Vögel lassen sich im Moor von Türmen aus beobachten.