Am Doktorsee im Weserbergland

Lus­ti­ger Name, daher wert gepos­tet zu wer­den: der Dok­tor­see bei Rin­teln. Erstaun­lich und ange­nehm zum Schwim­men bei der aktu­el­len Wär­me. Heu­te mor­gen nahm ich dar­in ein Bad nach einer Nacht im Zelt auf einem rie­si­gen Cam­ping­platz am See. Beson­ders wohl fühl­te ich mich dort nicht, da jedem Ein­dring­ling ausgeliefert. 

Ulf und ich radeln zur­zeit durchs Weser­berg­land. Ges­tern Abend erreich­ten wir Rin­teln. Eigent­lich woll­te ich einen viel schö­ne­ren klei­ne­ren Cam­ping­platz am Hele­nen­see direkt an der Weser errei­chen. Den kann­te ich von einer Tour mit mei­nem Kum­pel und Buch­au­tor Chris­ti­an zwei Jah­re zuvor. Doch wir kamen dies­mal aus einer ande­ren Rich­tung, so dass ich den Zugang nicht mehr fand.

Es war schon etwas däm­me­rig, als wir den Platz am See fan­den. Kein ande­res Zelt stand dort. Das Wasch­haus wirk­te düs­ter. Statt Gras lag an man­chen Stel­len auch ein­fach nur Kies. Ich war wirk­lich froh, dass Ulf sein Zelt in unmit­tel­ba­rer Nähe auf­bau­te und mich so wahr­schein­lich nur durch sein nächt­li­ches Schnar­chen beschäf­tig­te. Dabei ist es auch tat­säch­lich geblie­ben. Meis­tens sind es nur klei­ne Tie­re, die einen aus dem Schlaf rei­ßen. Ich ließ auf mei­ner letz­ten Tour durchs Weser-Ems-Gebiet drau­ßen mal eine Käse-Packung lie­gen, die ich für voll­kom­men aus­ge­leckt hielt. Doch dann hör­te ich im Schlaf stän­dig ein Krack-Krack-Krack, griff schlaf­trun­ken durch den Reiß­ver­schluss nach dem Gefäß und warf es weit weg. Als das Tier erschro­cken quiek­te, tat es mir schon wie­der Leid. Fort­an hör­te ich auch nichts mehr von der Knabberei. 

Son­nen­schein am nächs­ten Mor­gen ver­lock­te dazu, auf den Steg zu schrei­ten und sich davon woh­lig ins Was­ser des Sees glei­ten zu las­sen. Eine will­kom­me­ne Erfri­schung, um dann Rin­teln zu erkun­den, Platz in einem der gemüt­li­chen Cafés nie­der­zu­las­sen und alle Erleb­nis­se des Vor­tags auf­zu­schrei­ben. Danach streif­ten wir durch das Fach­werk­zen­trum, das von der Weser­re­nais­sance bestimmt ist, sahen uns die Über­res­te der Stadt­mau­er an. Auch die St. Niko­lai-Kir­che ist einen Besuch wert.

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