Dänische Romantik in Rododendronwald

Große Kulturinstitutionen vermitteln oft nationale Geschichten für die Masse. Nicht weniger spannend kann es aber sein, in lokalhistorische Besonderheiten einzutauchen und kleine Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die dänische Zeitung Aarhus Stiftstidende schlägt Ziele für diese Jahreszeit auf Lolland-Falster vor. Diese sind die ersten zwei dänischen Inseln nach der Überfahrt mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby.

Dorterwarte jeden großartige Natur, schreibt die Zeitung. Ein langerDeich erstrecke sich vom Hafen in Rødby bis zur Halbinsel Albuenentlang der Südküste Lollands. Da die Landschaft flach sei, ergebesich eine gute Aussicht über Rüben- und Kornfelder auf der einenund den Fehmarnbelt auf der anderen Seite. Im 18. Jahrhunderterrichteten Bauern diesen Deich, um das Gebiet gegen Überschwemmungenzu schützen. Dieser schützte sie aber nicht vor den Folgen einergroßen Sturmflut im Jahre 1872, durch die 80 Menschen starben.Danach erweiterten sie den Deich, der offenbar keine weitereKatastrophe mehr zuließ. Heute müsse man sich dort nur noch vor derSonne schützen, da es keinen Schatten gebe. „Hier gibt außerFahrradfahrern und Spaziergängern keinen Verkehr“, sagt ExpertinAnne Pilø Melillo. Auf der Deichkrone verlaufe ein Kiesweg, auf demReisende zum Beispiel den Ort Albuen umrunden könnten.

In dieser Jahreszeit blühe in Kappel auf Südwestlolland ein Rododendronwald in rosa, creme, rot, violett und gelborange. Angelegt habe ihn Peter Hansen, Gärtner und Gartenenthusiast. Er pflanzte bewusst einen wilden Garten, in dem Besucher ein romantischer Spaziergang zwischen 1100 Arten Rododendron, 70 verschiedenen Magnolienarten und 500 Typen Pfingstrosen erwarte. „Wenn der Rododendron Saison hat, findest du nicht, was hübscher ist. Sie blühen Ende Mai und Anfang Juni“, zitiert die Zeitung Anne Pilø Melillo. In der Kirche von Aastrup gebe es mit die feinsten gotischen Kalkmalereien Dänemarks. Die Malerei führte der weitgehend unbekannte Meister Elmelund Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sie bedeckt das komplette Kirchengewölbe. Die farbigen Malereien wurden später weiß übermalt, als farbige Bilder längst nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Aber in den 1940er Jahren wurden sie aufgedeckt. Man fand Szenen des Alten und Neuen Testaments. Darunter befinden sich zum Beispiel die Geschichten von Adam und Eva und über die Leiden Jesu. „Die Kirche liegt hübsch auf einem Hügel“, sagt Anne Pilø Melillo. Aastrup Kirche sei normalerweise offen während der Arbeitszeit des Totengräbers von Dienstag bis Sonntag. Man sollte aber die Gemeinde aber besser kontaktieren, um sich zu vergewissern.

Einweiteres lohnendes Ziel scheint das Wohnhaus des Malers RichardWinther (1926-2007) zu sein. Er kaufte 1993 ein aufgegebenesAltersheim in Vindeby auf Nordwestlolland. Dort richtete er seinAtelier und Haus ein und bemalte Wände und die Decke. Auf dieseWeise verwandelte er das Gebäude in ein Kunstwerk auf 72Quadratmetern. Winther kam in Maribo auf die Welt und wurde auf derKöniglich Dänischen Kunstakademie ausgebildet, wo er in den 1989erJahren auch als Professor forschte und lehrte. Er arbeitete auf denGebieten der Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und Text. SeineKunst handelt von den großen Themen des Lebens: Erotik und Tod.

Einweiteres interessantes Ziel ist die Polenkaserne in Tågerup. Sie isteine von mehreren Kasernen, in denen einst polnische Saisonarbeitervon April bis Oktober lebten. Die Kaserne liegt nicht weit vomLandgut Lungholm entfernt. Sie wurde 1911 erbaut und bot Platz fürjunge weibliche Landarbeiter. Das heute von Freiwilligen betriebeneMuseum vermittele den Alltag der jungen Frauen vom Ende des 18.Jahrhundert bis 1929. Danach war der Einsatz ausländischerSaisonarbeiter verboten. Die Kaserne in Tågerup war ein Heim für 36junge Frauen, die in einem gemeinsam Schlafraum schliefen. DerVorsteher und seine Frau lebten hingegen in einer kleinen Wohnung.Die polnische Bevölkerungsgruppe gab der Insel ein besonderesGepräge. „Diese ist eine der Ursachen dafür, dass es hierkatholische Kirchen und ein Nonnenkloster gibt“, sagt Anne PiløMelillo.

Den kompletten Artikel der Stiftstidende findest Du auf www.stiften.dk/rejser/Fem-skjulte-perler-til-ferien-paa-Lolland-Falster/artikel/579572

Surfen und Zelten in Värmland

Abenteuer für Jugendliche fielen mir sofort ein, als ich vorhin den Artikel auf Geo über Värmland in Schweden fand. Wir mieteten oft ein Sommerhaus am See Visten in der Nähe von Kil. Die größte Stadt in der Umgebung ist Karlstad. Am liebsten war ich in Värmland, um zu Angeln, Surfen und Zelten.

Das Haus grenzte direkt an den See. Es lag an der Ecke einer Bucht, so dass man einen guten Überblick über die Geschehnisse auf dem Wasser hatte. Ein flacher Granitfelsen schob sich in den See. Oft haben wir uns auf ihm gesonnt, denn er wurde angenehm warm, sobald die Sonne schien. Auf dem Grundstück wuchsen hohe Kiefern.

In der Höhe lebte ein Eichhörnchen. Als mein Vater dort mal Holz hackte, war die Stunde des Eichhörnchens gekommen. Es pinkelte auf ihn herab, traf ihn allerdings nicht, lachte aber vergnügt über den gelungenen Spaß. Wer sagt, dass Tiere keinen Humor haben. Wir verziehen ihm. Denn wer konnte schon solch einen lustigen Kobold aufweisen.

Zwar nicht der Visten, aber auch am See im kleinen Ort Svarte kann man es gut aushalten.

Ob es wohl noch den Tennisplatz dort gibt? Er war asphaltiert. Aber wir lernten dort alle, Tennis zu spielen. Der Weg vom Haus war nicht weit, ging gut 200 Meter weit vorbei an einer Himbeerhecke, die uns ausreichend mit Vitaminen versorgte. Dort lernte ich eines Tages Beate aus Bergheim kennen. Wir waren fast im selben Alter. Ihre Eltern hatten sogar ein altes Bauernhaus oberhalb der Bucht gekauft. Ihr Vater hatte jeden Sommer dort gut zu tun. Obwohl das Haus sicher 1,5 Kilometer von uns entfernt war, hörte ich die Hammerschläge, wenn er mal das Dach reparierte.

Beeren sammeln, Surfen und Zelten in Värmland

Beate konnte nicht nur Tennis spielen, sondern besaß auch ein Surfbrett. Sie brachte mir bei, wie man halst und wendet und so erkundeten wir den See nicht nur im Ruderboot, sondern auch auf dem Brett. Ein ideales Revier zum Lernen, denn es war ausreichend Fläche vorhanden und auch nicht gefährlich, obwohl Schweden sich mal entsetzt zeigten, dass wir darin schwammen. Eine Stelle sei sogar hundert Meter tief, warnten sie uns. Aber was machte uns das schon? Ob 30 Meter? Oder 100? Wie oft lagen wir dann auf Beates Steg in der Sonne, gingen Blaubeeren oder Pilze suchen. Klar hatte ich ein Jahr darauf ein Surfbrett, das leider zurzeit ein Dasein in der Garage fristet. Meinen Neoprenanzug ziehe ich nur noch zum Kajakfahren an. Den alten besitze ich leider nicht mehr, weil er sich eines Tages auflöste.

Besonders aufregend war dann die Gelegenheit, mit Beate zu zelten. Es lagen genug versteckte Plätze am See, die man vom Wasser aus nicht sehen konnten. Weder ihre noch meine Eltern hatten eine Ahnung, wo die sich befanden. Am Ende der ersten Ferien stellte mir Beate ein Diplom aus, das sie liebevoll auf einem Stück Leder gestaltet hatte. Ich besitze es heute noch.

Später profitierte ich sehr von meinem Wissen aus den zahlreichen Sommern am Visten. Denn ich lernte auch fast ohne Wind zu surfen. Leider ist dort oft Flaute. Aber als ich meinen Segelschein machte und wir bei einer Regatta mal Flaute auf dem Stadtsee hatten, gewann ich diese mit meiner Partnerin Britta. Denn ich wusste, wie man auch ohne Wind ins Ziel kommt. Danke, Beate.

Urlaub wie im Zucker

Als ich gerade auf „Geo“ erfuhr, dass es jetzt einen 45 Meter hohen Aussichtsturm namens Treetop Tower in Haslev mit einer weiten Rundumaussicht gibt, erinnerte ich mich an eine schöne Zeit in meiner Kindheit. Auf der Insel Seeland war ich oft in den Sommerferien mit meiner Familie. Auf Bäume geklettert sind wir dort zwar nicht. Aber empfehlen kann ich die Gegend auf jeden Fall. Gerade Familien mit kleinen Kindern bieten sich dort schöne Möglichkeiten. Die Fahrt von Deutschland aus ist nicht so weit. Und wo findet man so nah wie in Dänemark ein Ferienhaus mit großem Garten?

Am meisten gefielenuns die Orte Gilleleje und Tisvildeleje. Es ist ruhig dort und dieStrände sind dort schnell zu erreichen. Mitten in den Dünen ließenwir uns nieder, so dass wir doch recht windgeschützt waren. Mitmeinen Geschwistern bauten wir am Wasser Burgen und Kaufmannsläden,verbuddelten uns gegenseitig. Wir handelten mit Einheimischen umMuscheln, schöne Steine und angeschwemmtes Treibgut wie Taue. Derweiße Sand fließt wie Zucker durch die Finger und sonnenheiß aufdie nackte Haut. Spielen lernen Kinder also auf jeden Fall. Geangelthaben wir natürlich auch dort. Seehecht und Dorsch mit Wattwürmern,die man in den Dörfern kaufen konnte.

Gelegentlich suchtenwir auch von dort aus bei kühlem Wetter das Glaswerk Holmegaard auf,das ganz nah am neuen Baumwipfelpfad liegt – in Naestved. Dort gabes schöne mundgeblasene Gläser im skandinavischen Stil, also keinMainstream für die Spülmaschine, wie sie leider die meisten kaufen.Daher leiden auch viele gute Glas- und Porzellanmanufakturen wieFürstenberg im Weserbergland. Man muss sich nur anschauen, wie wenigdie Antiquare in „Bares für Rares“ bereit sind, in prächtigesMeißener Porzellan zu investieren. Wer ein schönes Wein- oderBierglas haben wollte, musste schon im mittel- bis hochpreisigenBereich einsteigen. Der ist bis heute erhalten geblieben, doch dieForm hat sich bei den meisten schon verändert.

Mein Bierglas (www.holmegaard.com/shop/products/drinking-glasses/beer-glass/p-506/charlotte-amalie-beer-glass-clear-30-cl) finde ich aber nach wie vor am Schönsten. Ebenso dieses Weinglas: www.holmegaard.com/shop/products/wine-glasses/red-wine-glass/p-502/charlotte-amalie-red-wine-glass-clear-23-cl. Auch ältere Formen, wohl die Bestseller, wurden beibehalten wie ein Bierglas aus den 1970er Jahren. Nach wie vor kosten die Gläser mit gut 30 Euro recht viel.

Beide Gläser kosten zwar um die 30 Euro. Es lohnt sich aber auch, da der Geschmack doch ein anderer ist. Die anderen Produkte sind an den allgemeinen Geschmack angepasst, was wohl daran liegt, dass Holmegaard von Rosendahl Design Group übernommen wurde. Eine Reise nach Seeland lohnt sich also.

Infos der Zeitschrift Geo über den Baumwipfelpfad findest Du hier: http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21261-bstr-dieser-neue-baumwipfelpfad-ist-ein-echtes-schmuckstueck/267568-img-.

Jahreszeiten in Schweden erleben

Gerade habe ich beim Lesen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) etwas Neues gelernt, weil ich noch nie im Frühjahr in Schweden war. Bisher habe ich Schweden stets im Sommer und im Herbst besucht.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Elchjagd im Dorf Nusnäs am Siljansee. Ich begnüge mich allerdings stets mit meiner Kameraausrüstung, um etwas zu schießen, obwohl ich als Angler natürlich immer einen Jagdtrieb in mir verspüre. Überschreite ich wandernd oder radelnd einen Fluss, schaue ich bei klarem Wasser von der Brücke in die Tiefe, ob ich eine Forelle oder einen Wels entdecke.

In Dalarna trafen wir uns einige Tage lang stets in der Frühe auf einem Parkplatz, wo Jagdleiter Lennart die Plätze ausloste, von denen aus die Jäger Ausschau nach Elchen hielten. Dies ist im Vergleich zu einer Treibjagd ein relativ sicheres Verfahren, damit niemand aufeinander schießt. Ich war ziemlich erleichtert, das zu erfahren, denn mein Vater, der früher selbst auf Jagd ging, hatte mich vor den Gefahren einer Kugel gewarnt, die sehr weit fliegen kann. Einzige Treiber waren mit gelben Mützen versehene Hundeführer, die Tiere aufstöbern sollten und auch die Jäger an ihren Plätzen per Funk informierten, wo sie sich gerade befanden. so wussten wir, dass in den nächsten Minuten jemand am Waldrand erscheinen konnte. Und es war mir auch lieber, Elche zu jagen als Bären, was ziemlich gefährlich ist, denn ein verletzter Bär verteidigt sich.

Ich hatte das Glück, mit Lennart losziehen zu können, der alle Wege im Wald kannte und sich trotz seines fortgeschrittenen Alters ungemein behende durchs Gestrüpp am Boden fortgewegte, so dass ich zeitweilig Mühe hatte mitzuhalten. An unseren Plätzen im Wald zündete er immer ein schönes Feuer an, an dem wir mitgebrachtes Fleisch rösteten und es uns gut gingen ließen. So konnte ich auch sehen, wie es ihm selbst im Regen gelang, ein Feuer anzuzünden. Zur Jagd sei es sogar gut, ein Feuer zu haben, meinte er. Denn dann könnten einen Elche durch den Rauch nicht gut riechen.

 

Ich trug einen Jagdanzug, den mir Nils geliehen hatte, der für eine Tischlerei arbeitete, in der die berühmten Dalapferdchen geschnitzt werden. In diesem Jahr nahm er nicht an der Jagd teil. Daher war ich während der Stunden im kalten Wald gut geschützt, denn nachts fror es schon im Oktober. Ich sah Blätter von Birken langsam zu Boden fallen, beobachtete kleine Vögel, sah leider keinen Wolf oder Bären in der Zeit, worauf ich natürlich gehofft hatte. Ein anderer Jäger sah aber einen Wolf in der Zeit, was sehr schwierig ist, denn sie sind sehr scheu.

Beinahe gab ich die Hoffnung schon auf, aber am letzten Tag tauchte dann doch eine Elchkuh mit einem Kalb auf. Aber Lennart sah sie nicht, obwohl ich ihm Zeichen machte. Sie verschwand im Wald. Ich freute mich für Mutter und Kind.

Sollte ich aber mal im Frühjahr nach Schweden kommen, werde ich mir auf jeden Fall auch den ersten Auftritt der Kühe auf der Weide anschauen, der ein Ereignis sein soll. Allerdings gibt es auch Proteste dagegen. Wer mehr darüber wissen will, sollte jetzt den Artikel in der NZZ lesen.

https://www.nzz.ch/panorama/tierschutz-in-schweden-debatten-ueber-weidegang-von-kuehen-ld.1476264

Schönes aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen

Schöne Lampe, ein interessantes Buch, ein stylischer Nachttischschrank. Nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich in einem Hotel übernachtete und mir ein Gegenstand so gut gefiel, dass ich ihn am liebsten mitgenommen hätte. Doch er gehörte natürlich zum Inventar, so dass ich auch nie auf die Idee kam, den Inhaber zu fragen, ob ich ihn kaufen könnte.

Aber Moritz Herrmann, Autor der Süddeutschen Zeitung, entdeckte in Stockholm ein Hotel, in dem man alles aus einem Hotelzimmer kaufen kann – sogar das Bett. In einem kurzen Text stellt er dieses Hotel vor.

Mehr Infos findest Du unter

Hotel Stockholm

Männerspaß auf schwedischem Eis

Das Leben der Nordeuropäer im Winter kennenzulernen, hat einen besonderen Reiz. Es ändert sich rapide für Reisende, die es eher gewohnt sind, im Sommer in den Norden zu fahren. Man sieht viel vom normalen Alltagsleben, wenn man Fischer bei der Arbeit oder Schulkinder auf Schlitten heimkommen sieht. Aber auch Erwachsene sind in den Städten mit Schlitten unterwegs. Eine einschneidende Erfahrung war es für mich, mit einem Leihwagen auf Spikes durch die Winterlandschaft zu fahren. Mit einem Freund erkundete ich Lofoten und Vesterålen. Das Eis auf den Straßen war noch im März auf manchen Straßen zentimeterdick, die Mittelspur gerade nachts schwer zu erkennen, erst recht, wenn einem Schneepflüge und mit Fisch beladene Lkw entgegen donnerten. Seitlich war alles zugeschneit, der Rand nur durch rote Pflöcke zu erkennen. Nachdem ich einmal den Wagen in eine Schneewehe gefahren hatte, übergab ich Tobias das Steuer, der den Bogen eher heraushatte, viel sicherer fuhr.

Eher würde es mich locken, es wie Gavin Haines zu machen, der sich kürzlich zum Training mit dem Auto auf einen zugefrorenen See in der Nähe von Jokkmokk begab. Ziemlich schnell verlor auch der Autor der englischen Zeitung „The Telegraph“ die Kontrolle übers Fahrzeug, als er seine erste Rally fuhr. Er fuhr so schnell, dass auch er in eine Schneewehe geriet. Die Türen des Allradfahrzeugs ließen sich nicht mehr öffnen. Er und sein Ausbilder, der professionelle Rallyfahrer Per-Erik Niemi, mussten durch die Fens- ter steigen.

Der Autor gibt sich selbst die Schuld daran, denn er habe nicht auf die Warnungen seines Ausbilders gehört, doch bitteschön langsamer zu fahren. Aber er habe sich eben wie ein Mann verhalten, seine eigenen Fähigkeiten total überschätzend, sich sogar für unbesiegbar haltend. Für Niemi war es also nur eine Frage der Zeit, bis es zu dem Malheur kam: „I was waiting for that to happen.” Bis der Abschleppwagen gekommen sei, um das Fahrzeug herauszuziehen, habe es genug Zeit gegeben, sich den Schaden anzuschauen.

Wie es Haines erging und wo Du Dich für den nächsten Winter selbst zur Rally anmelden kannst, erfährst Du hier.

Männerspaß auf schwedischem Eis

Eiland der Abenteuer und der Freiheit

Abgeschiedenheit, Abenteuer, Abstand, viel Wasser – das verbinde ich mit Urlaub auf einer Insel. Es kommt nicht darauf an, ob sie im Meer oder in einem See liegt.

Mein erstes Mal war auf einer winzigen Insel auf einem norwegischen See in der Nähe von Elverum. Der Ort liegt nordwestlich von Oslo, nahe der schwedisch-norwegischen Grenze. Meine Eltern mussten nach der Ankunft immer den Wagen am Seeufer abstellen. Einer von uns ruderte die ganze Familie nach einem Ausflug auf dem Festland immer zur Insel. Es war schon ein komisches Gefühl, das Fahrzeug stets zurückzulassen. Wir trennten uns richtig vo Wagen.

Die Insel war sogar bewaldet. Der Steg lag am Ufer. Das Holzhaus habe ich als dunkel in Erinnerung. Als abenteuerlich empfand ich vor allem den Eiskeller unter dem Haus. Selbst mitten im Sommer fror es darin, aber es war damals auch ein kühler Sommer.

Bis heute verstehe ich nicht, wie es mir trotz der Kälte gelang, des öfteren Schwimmflossen anzuziehen, eine Taucherbrille aufzusetzen und dann ins Wasser zu gleiten, um mir die Unterwasserwelt anzuschauen. Mich interessierten vor allem die Fische – Barsche und Hechte hauptsächlich. Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich dabei auch dem Ungeheuer von Elverum begegnet wäre.

Meine Mutter hingegen fror ständig und kehrte nach diesem Kälteurlaub nie wieder nach Norwegen zurück. Norwegen hatte sich für sie erledigt. Ich bin hingegen dem Land bis heute sehr verbunden.

Von der Welt trennt man sich auf einer Insel ziemlich, was sehr angenehm ist; man gerät aber auch in Abhängigkeit. Von manchen Inseln fährt nur einmal am Tag eine Fähre zum Festland. Wer die verpasst, kann erst am nächsten Tag wieder zurückkehren.

In Nordnorwegen, ich glaube, es war Vesterålen, besuchte ich mal eine winzige Insel, fuhr morgens auf einem Postschiff hin, das auch Passagiere mitnahm. Ich meldete mich beim Kapitän ab und sagte ihm, dass ich nachmittags wieder zurück am Kai sei. Bei der kleinen Insel kein Problem, dachte ich. Da das Gelände aber morastiger und hügeliger war, als erwartet, zog sich meine Rückkehr hin, und eine lustige Zeit mit anderen Passagieren hatte ich auch verbracht. Ich sah das Boot später von oben schon auf dem Weg zum Hafen, eilte zum Kai und erfuhr, dass der Kapitän schon ganz besorgt gewesen sei ob meiner nicht erfolgten Rückkehr. Er habe ganz geduldig auf mich gewartet, nicht genervt auf seine Uhr geschaut, weil seine Frau ihn bereits mit dem Abendessen erwartete. Ein Grund mehr, Norwegen noch ein bisschen mehr in mein Herz zu schließen.

Die Zeitschrift Geo stellt in einem Beitrag Schären an der Südküste Norwegens vor. Vielleicht lockt es Dich ja auch dorthin.

Schären in Norwegen

12 atemberaubende Strecken – Premiumwandern in Schweden

Schöne Seen, teilweise eine atemberaubende Küste, Moore und Berge – Schweden ist bekannt für seine großartige Natur. Daher gibt es auch etliche Schwedenfreunde, die das Land mit dem Kanu oder zu Fuß durchstreifen und erleben wollen.

Am bekanntesten ist der Wanderweg „Kungsleden“, aber es gibt, wie ich jetzt der Zeitung „Aftenposten“ entnehme, auch elf andere Wege, die gerade der Schwedische Tourismusverband Svenska Turistföreningen zusammengestellt hat.

Herausgekommen sind dabei zwölf Strecken, die hoffentlich alle wirklich die folgenden selbstgesteckten Kriterien erfüllen wie zum Beispiel:

– sie sollen schön sein und spektakuläre Naturerlebnisse bieten

– jeder einzelne soll typisch für seinen Landesteil sein

– sie sollen leicht zu erreichen und mit dem ÖPNV ansteuerbar sein

– nicht nur erfahrene, sondern auch weniger erfahrene Wanderer sollen sie bewältigen können

– auch als Rundkurs mit Rückkehr zum Startpunkt machbar sein

– Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Zwölf Wanderwege sollen diese Kriterien jetzt erfüllen:

– Kungsleden Abisko in Norrbotten bei Kiruna, wo auch der aus Selma Lagerlöfs Werk „Nils Holgersson“ berühmte Berg Kebnekaise liegt

– Kungsleden Hemavan in Västerbotten, der auch durch das Gebiet des noch natürlich fließenden Flusses Vindeln führt

– Höga kusten am Bottnischen Meerbusen südlich von Umeå

– Norra Sörmland westlich von Stockholm im Gebiet von Mälaren

– Siljansleden in Dalarna im Herzen Schwedens

– Finnskogsleden in Värmland im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet

– Jämtlandstriangeln, wo Du vielleicht sogar den scheuen skandinavischen Braunbären beobachten kannst

– natürlich den Nationalpark Tiveden in der Nähe von Göteborg

– Södra Bohuslän, die berühmte schwedische Westküste

– Öland, das Mallorca der Schweden

– Omberg am großen Vätternsee

sowie

– Österlen bei Henning Mankells Ystad.

Weitere Infos findest Du unter

Zwölf neue Wanderwege in Schweden

Umweltschutz soll am Polarkreis besser werden

Länger habe ich nichts mehr aus Umeå gehört, einer weit nördlich liegenden Stadt in Västerbotten. Das ist in Schweden, fast am Ende des nördlichen Teils der Ostsee, die allerdings dort Baltisches Meer genannt wird.

Jetzt bringt der Deutschlandfunk einen Beitrag über das Umweltbewusstsein der Einwohner in der Kulturhauptstadt des Jahres 2014, was natürlich in einem Zusammenhang mit Greta Thunberg zu sehen ist.

So einiges darin ist mir im Zuge meiner Radwanderung am Polarkreis gar nicht aufgefallen wie zum Beispiel die schlechte Luftqualität, obwohl ich vor meiner Ankunft schon einige Wochen in freier Natur unterwegs gewesen war. Deshalb hätte es mir auffallen müssen. „Wir haben eine sehr schlechte Luftqualität, besonders im Winter, damit fing es an. Es gibt zu viele Autos und wenig Wind. Darum müssen wir Alternativen entwickeln. Anreize geben, auch im Winter mit dem Fahrrad zu fahren oder mit dem Bus.“

Der rege Autoverkehr ist mir schon aufgefallen, was darin liegt, dass Umeå die größte Stadt Nordschwedens ist und so mit ihren Angeboten viele Menschen anzieht. Wer einkaufen will oder ins Krankenhaus muss, muss nach Umeå fahren. Die Einfallstraßen sind natürlich entsprechend groß und es empfiehlt sich eher, die Stadt über kleine Straßen mit dem Rad anzufahren.

Auch die Universität zieht natürlich viele junge Menschen an, die jetzt schon eine andere Lebenseinstellung mitbringen als Ältere. „Letztes Jahr haben wir den ökologischen Fußabdruck von Umeå ausgerechnet. Basierend auf Umfragen, wie die Menschen reisen, was sie kaufen, was sie essen und so weiter. Dabei haben wir gesehen, dass vor allem die jungen Leute immer mehr Secondhand kaufen, ein Drittel der jungen Frauen zwischen 20 und 30 lebt vegetarisch. Und was wir dabei herausgefunden haben: Wenn alle Einwohner solche Reisegewohnheiten hätten wie die Frauen, würden wir unsere Klimaziele erreichen.“

Außerhalb der Stadt sieht es sicher nicht so kritisch aus, denn an der Küste öffnet sich eine beeindruckende Inselwelt, im Binnenland hingegen lockt der Naturfluss Vindeln mit interessanten Freizeitangeboten wie Kajakfahren oder Forellenfischen. Und an der Grenze zu Norwegen erhebt sich ein Gebirge, in dem ich mich ein wenig wie ein Goldsucher in einer Geschichte Jack Londons fühlen darf.

Allerdings bekommt Schweden die Folgen des Klimawandels offenbar besonders deutlich zu spüren: Das Meteorologische Institut des Landes erklärte vergangene Woche, dass die Temperatur in Schweden doppelt so schnell ansteige wie im globalen Schnitt.

Umweltbewusstsein in Umeå