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Jahreszeiten in Schweden erleben

Gerade habe ich beim Lesen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) etwas Neues gelernt, weil ich noch nie im Frühjahr in Schweden war. Bisher habe ich Schweden stets im Sommer und im Herbst besucht.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Elchjagd im Dorf Nusnäs am Siljansee. Ich begnüge mich allerdings stets mit meiner Kameraausrüstung, um etwas zu schießen, obwohl ich als Angler natürlich immer einen Jagdtrieb in mir verspüre. Überschreite ich wandernd oder radelnd einen Fluss, schaue ich bei klarem Wasser von der Brücke in die Tiefe, ob ich eine Forelle oder einen Wels entdecke.

In Dalarna trafen wir uns einige Tage lang stets in der Frühe auf einem Parkplatz, wo Jagdleiter Lennart die Plätze ausloste, von denen aus die Jäger Ausschau nach Elchen hielten. Dies ist im Vergleich zu einer Treibjagd ein relativ sicheres Verfahren, damit niemand aufeinander schießt. Ich war ziemlich erleichtert, das zu erfahren, denn mein Vater, der früher selbst auf Jagd ging, hatte mich vor den Gefahren einer Kugel gewarnt, die sehr weit fliegen kann. Einzige Treiber waren mit gelben Mützen versehene Hundeführer, die Tiere aufstöbern sollten und auch die Jäger an ihren Plätzen per Funk informierten, wo sie sich gerade befanden. so wussten wir, dass in den nächsten Minuten jemand am Waldrand erscheinen konnte. Und es war mir auch lieber, Elche zu jagen als Bären, was ziemlich gefährlich ist, denn ein verletzter Bär verteidigt sich.

Ich hatte das Glück, mit Lennart losziehen zu können, der alle Wege im Wald kannte und sich trotz seines fortgeschrittenen Alters ungemein behende durchs Gestrüpp am Boden fortgewegte, so dass ich zeitweilig Mühe hatte mitzuhalten. An unseren Plätzen im Wald zündete er immer ein schönes Feuer an, an dem wir mitgebrachtes Fleisch rösteten und es uns gut gingen ließen. So konnte ich auch sehen, wie es ihm selbst im Regen gelang, ein Feuer anzuzünden. Zur Jagd sei es sogar gut, ein Feuer zu haben, meinte er. Denn dann könnten einen Elche durch den Rauch nicht gut riechen.

 

Ich trug einen Jagdanzug, den mir Nils geliehen hatte, der für eine Tischlerei arbeitete, in der die berühmten Dalapferdchen geschnitzt werden. In diesem Jahr nahm er nicht an der Jagd teil. Daher war ich während der Stunden im kalten Wald gut geschützt, denn nachts fror es schon im Oktober. Ich sah Blätter von Birken langsam zu Boden fallen, beobachtete kleine Vögel, sah leider keinen Wolf oder Bären in der Zeit, worauf ich natürlich gehofft hatte. Ein anderer Jäger sah aber einen Wolf in der Zeit, was sehr schwierig ist, denn sie sind sehr scheu.

Beinahe gab ich die Hoffnung schon auf, aber am letzten Tag tauchte dann doch eine Elchkuh mit einem Kalb auf. Aber Lennart sah sie nicht, obwohl ich ihm Zeichen machte. Sie verschwand im Wald. Ich freute mich für Mutter und Kind.

Sollte ich aber mal im Frühjahr nach Schweden kommen, werde ich mir auf jeden Fall auch den ersten Auftritt der Kühe auf der Weide anschauen, der ein Ereignis sein soll. Allerdings gibt es auch Proteste dagegen. Wer mehr darüber wissen will, sollte jetzt den Artikel in der NZZ lesen.

https://www.nzz.ch/panorama/tierschutz-in-schweden-debatten-ueber-weidegang-von-kuehen-ld.1476264

Zwischen Schlangen und Maränen auf einem Floß über den See schippern – Sommerferien in Finnland

Finnland – an diesem Land hängen viele viele Erinnerungen. Schon als Jugendlicher war ich dort einige Male in den Ferien.

Wir mieteten öfter in der Nähe von Mikkeli und Lappeenranta Sommerhäuser an Seen mit Sauna und Boot. Mein älterer Bruder, ein handwerkliches Genie, baute dort in einem Sommer ein Floß mit Segel aus herumliegenden Stämmen und Kanistern, mit dem wir dann auf dem See herumschipperten. Er zauberte in jedem Sommer etwas Schönes für uns alle.

Mit meinem jüngeren Bruder und meinem Vater ruderte ich dort jeden Sommer oft viele Kilometer über die Seen, um zu angeln. In den Seen gab es Hechte ohne Ende; in klaren Gewässern ab einer Größe von 80 Zentimetern immer noch einer der besten Speisefische für mich und im Backofen leicht zuzubereiten. Sehr gerne hätten wir auch Maränen gefangen, ein kleiner Lachsfisch, den die Bauern hier aber in Netzen fingen und nicht mit der Angel. Ein Bauer brachte uns in einem Sommer mal einen frischen Fang, der sehr mundete.

Tiere gab es außer Fischen in großen Mengen und Vielzahl in der Umgebung. Rund um ein Sommerhaus, das wir bis heute “Jagdhaus” nennen, schlängelten sich sehr viele schwarze Schlangen, die mir so dick wie Fahradschläuche vorkamen. Sie sonnten sich auf den Forstwegen, schliefen unter dem auf Pfählen stehenden Haus, wanden sich an uns vorbei zum Moorsee, wo manche offenbar auf Jagd gingen. Sie schwammen auch mit uns im Wasser. Nicht nur einmal sah ich ein Tier mit hoch erhobenen Kopf über der Oberfläche.

Auch Elche gab es zu sehen, wenn sie abends zur Futtersuche auf die Lichtungen traten. Eine schöne Zeit, die ich mir manchmal bei Touren durch die nordischen Länder wiederhole. Die Tiere kennen Radfahrer nicht und daher kann man ihnen oft recht nahe kommen, um sie zu beobachten. Und die Luft ist im Norden so gut, dass ich auf den Seen leicht über hunderte von Metern nachverfolgen konnte, wo ein entgegenkommender Raucher so überall auf dem See gewesen war. Gingen wir einkaufen, wurde mir oft in den Geschäften übel, weil darin die Luft so schlecht war. Wer fast nur in Deutschland lebt, kriegt gar nicht mit, wie schlecht die Luft hier riecht oder das Wasser schmeckt. Man ist einfach nichts anderes gewohnt. Trinke mal Wasser aus einer Quelle im Norden und du wirst merken, wie herrlich frisch und teilweise sogar süß das Wasser schmecken kann. Mir zeigte mal ein Same in Nordschweden solch eine Quelle, aus der er sich selbst öfter mal einen Vorrat abschöpfte.

Was hingegen ein Autor der Schweizer “Sonntagszeitung” während seines Aufenthalts in der Umgebung von Rovaniemi erlebt hat, kannst Du hier nachlesen.

Elche machen sich rar

Skandinavisch essen in New York

Gutes Essen ist deutschen Reisenden wichtig, vor allem einheimische Küche. Kötbullar, Preisselbeeren, Rentierwurst, Elchsteak, gebratener Dorsch, Rote Grütze mit Sahne.

Wenn ich neue Texte für meine Reiseführer vorbereite, finde ich oft nur mühsam in Dänemark, Schweden oder Norwegen Restaurants mit einheimischer Küche. Meistens sind es dann doch internationale Rezepte aus Frankreich oder Italien. Das ist sehr schade. Versöhnt werde ich dann mit Einladungen in Privathaushalte, wo es dann Ren, Elch oder Dorsch gibt. Im Ausland gibt es hingegen öfter ausgewanderte Skandinavier. Eine Autorin der Washington Post fand in New York einige gute Adressen.

Wenn Du demnächst also in den USA beruflich oder privat unterwegs bist, darfst Du Dich wenigstens mal für ein bis zwei Stunden wie im hohen Norden fühlen.

Skandinavische Menüs in New York