Filmtipp: Natur kehrt zurück

Der arte-Film „Die Natur kehrt zurück – Renaturierung in Europa“ gefällt mir gut. Ich sah ihn schon am vergangenen Sonnabend. Daher kann ich die anstehende Wiederholung wärmstens empfehlen. Großtiere bekommen offenbar bei Biologen aktuell einen neuen Stellenwert, weil sie viel für die Pflege der Natur tun, als bisher gedacht. Ein interessanter Ansatz, damit man wirklich sagen kann: Natur kehrt zurück.

Zu meiner Überraschung besuchte der Autor auch die „Faia Brava“ im Nordosten Portugals. Als ich die Serra da Estrela durchstreifte und erlebte, zeigte mir der Biologe António den erfolgreichen Ansatz, Brachland für die Natur verfügbar zu machen. Dort vermehren sich jetzt Greifvögel wie Geier, aber auch Amphibien wie Frösche. Daher drehte nicht nur arte, sondern auch ich einen Beitrag über den Ausflug. Vor allem betörte mich dort das Gefühl, mich aufgrund der Farben und Gerüche in Afrika aufzuhalten. Und der Gesang der Frösche: António gilt seitdem für mich als Froschflüsterer.

Umweltschutz soll am Polarkreis besser werden

Länger habe ich nichts mehr aus Umeå gehört, einer weit nördlich liegenden Stadt in Västerbotten. Das ist in Schweden, fast am Ende des nördlichen Teils der Ostsee, die allerdings dort Baltisches Meer genannt wird.

Jetzt bringt der Deutschlandfunk einen Beitrag über das Umweltbewusstsein der Einwohner in der Kulturhauptstadt des Jahres 2014, was natürlich in einem Zusammenhang mit Greta Thunberg zu sehen ist.

So einiges darin ist mir im Zuge meiner Radwanderung am Polarkreis gar nicht aufgefallen wie zum Beispiel die schlechte Luftqualität, obwohl ich vor meiner Ankunft schon einige Wochen in freier Natur unterwegs gewesen war. Deshalb hätte es mir auffallen müssen. „Wir haben eine sehr schlechte Luftqualität, besonders im Winter, damit fing es an. Es gibt zu viele Autos und wenig Wind. Darum müssen wir Alternativen entwickeln. Anreize geben, auch im Winter mit dem Fahrrad zu fahren oder mit dem Bus.“

Der rege Autoverkehr ist mir schon aufgefallen, was darin liegt, dass Umeå die größte Stadt Nordschwedens ist und so mit ihren Angeboten viele Menschen anzieht. Wer einkaufen will oder ins Krankenhaus muss, muss nach Umeå fahren. Die Einfallstraßen sind natürlich entsprechend groß und es empfiehlt sich eher, die Stadt über kleine Straßen mit dem Rad anzufahren.

Auch die Universität zieht natürlich viele junge Menschen an, die jetzt schon eine andere Lebenseinstellung mitbringen als Ältere. „Letztes Jahr haben wir den ökologischen Fußabdruck von Umeå ausgerechnet. Basierend auf Umfragen, wie die Menschen reisen, was sie kaufen, was sie essen und so weiter. Dabei haben wir gesehen, dass vor allem die jungen Leute immer mehr Secondhand kaufen, ein Drittel der jungen Frauen zwischen 20 und 30 lebt vegetarisch. Und was wir dabei herausgefunden haben: Wenn alle Einwohner solche Reisegewohnheiten hätten wie die Frauen, würden wir unsere Klimaziele erreichen.“

Außerhalb der Stadt sieht es sicher nicht so kritisch aus, denn an der Küste öffnet sich eine beeindruckende Inselwelt, im Binnenland hingegen lockt der Naturfluss Vindeln mit interessanten Freizeitangeboten wie Kajakfahren oder Forellenfischen. Und an der Grenze zu Norwegen erhebt sich ein Gebirge, in dem ich mich ein wenig wie ein Goldsucher in einer Geschichte Jack Londons fühlen darf.

Allerdings bekommt Schweden die Folgen des Klimawandels offenbar besonders deutlich zu spüren: Das Meteorologische Institut des Landes erklärte vergangene Woche, dass die Temperatur in Schweden doppelt so schnell ansteige wie im globalen Schnitt.

Umweltbewusstsein in Umeå

Reisen zu den Vögeln – Tipps

Das ist ja mal ein interessantes Interview einer Zeitung für Reisende, die gerne Vögel in der Natur beobachten. Es kann sehr befreiend sein, sich mal für einige Stunden mit einer anderen Welt zu befassen, die oft schon vor der eigenen Haustür liegt.

Bis heute erinnere ich mich noch sehr gerne an die norwegische Vogelwelt. Auf Vesterålen zu beobachten, wie Papageitaucher fischen, ist sehr lustig. Und zu sehen, wie Möwen dann versuchen, ihnen den Fisch abzujagen, auch.

Die Tageszeitung „La Vanguardia“ aus Barcelona befragte jetzt einen Ornithologen, wie man an die Vogelbeobachtung herangehen kann. Es handelt sich um Borja Milá, einen Forscher im Departamento de Biodiversidad y Biología Evolutiva am Museo Nacional de Ciencias Naturales del CSIC in Madrid.

Er meint, dass man dazu grundsätzlich Lust und Leidenschaft mitbringen solle. Der Rest komme mit der Erfahrung.

Anfangs sei es mühsam, das Gefieder der unterschiedlichen Arten zu unterscheiden, auch Altersunterschiede und Geschlechter zu unterscheiden. Aber mit der Zeit entwickele sich die Fähigkeit dazu.

Für wichtig hält er es ebenso, Vogelstimmen zu erkennen. Denn das helfe, die Tiere in freier Natur zu entdecken. Sich Aufnahmen der Gesänge anzuhören, sei eine Möglichkeit; die bessere Alternative allerdings sei es, selbst loszuziehen und den Vögeln einfach zuzuhören. Lernerfolg stelle sich sehr schnell ein.

Mehr Infos unter

Tipps der La Vanguardia für die Vogelbeobachtung

NABU-APP – Vögel bestimmen

Gerade installiert: Wer wie ich gerne radelt oder wandert, wüsste beim Erklingen einer Vogelstimme bestimmt auch gerne, wer dort singt oder zwitschert, manchmal sogar schimpft. Der NABU hat jetzt die App „Vogelwelt“ herausgebracht, mit der Du Vogelstimmen hören und Bilder betrachten kannst, sogar Standortbestimmung und Datenerfassung mittels GPS betreiben.

Schön wäre für mich noch eine Vernetzung der Nutzer mit dem NABU, um Daten zu bündeln, etwa für die Vogelzählung. Dann wüssten die Mitarbeiter, wo sich zum Beispiel seltene Vögel aufhalten, um die entsprechenden Gebiete zu schützen.

Vogelwelt

Mountainbiken im Ahrgebirge

Angesichts des kühlen Wetters etwas zum Aufwärmen: Mountainbiken im Ahrgebirge. Die Höhen des Ahrgebirges in der Nähe von Bonn mit dem Rad sind sehr reizvoll, da man eine ganz andere Perspektive als beim Wandern hat. Allerdings auch anstrengender aufgrund der Höhenunterschiede.

Wir waren am vergangenen Wochenende unterwegs. Ich empfehle, es selbst oben zu versuchen. Denn der Radweg unten im Tal ist eher langweilig, oft überlaufen. Außerdem stört auf der Landstraße der rege Verkehr der Wochenendbesucher, die die Weinstuben aufsuchen oder wandern gehen. 

Auf den Spuren des Münsterland-Giros

Respekt – heute bin ich mit dem Rennrad 133 Kilometer von Münster bis nach Heek und Schöppingen und zurück den Spuren des Münsterland-Giros gefolgt. Die Strecke ist sogar noch etwas geworden. Angesichts meiner brennenden Oberschenkel nötigt mir die Leistung der Amateure des Jedermann-Rennens Respekt ab. Allerdings bin ich überwiegend auf dem Radweg gefahren und hatte nicht den Komfort gesperrter Straßen. Hier einige Impressionen entlang der Strecke zwischen Tilbeck und Stevertal, Dinge, die die Sportler am Tag der Deutschen Einheit in den Baumbergen so bestimmt nicht wahrgenommen haben.