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Surfen und Zelten am See Visten in Värmland

Abenteuer für Jugendliche fielen mir sofort ein, als ich vorhin den Artikel auf Geo über Värmland in Schweden fand. Wir mieteten oft ein Sommerhaus am See Visten in der Nähe von Kil. Die größte Stadt in der Umgebung ist Karlstad. Das Haus grenzte direkt an den See. Es lag an der Ecke einer Bucht, so dass man einen guten Überblick über die Geschehnisse auf dem Wasser hatte. Ein flacher Granitfelsen schob sich in den See. Oft haben wir uns auf ihm gesonnt, denn er wurde angenehm warm, sobald die Sonne schien. Auf dem Grundstück wuchsen hohe Kiefern. In der Höhe lebte ein Eichhörnchen. Als mein Vater dort mal Holz hackte, war die Stunde des Eichhörnchens gekommen. Es pinkelte auf ihn herab, traf ihn allerdings nicht, lachte aber vergnügt über den gelungenen Spaß. Wer sagt, dass Tiere keinen Humor haben. Wir verziehen ihm, denn wer konnte schon solch einen lustigen Kobold aufweisen.

Zwar nicht der Visten, aber auch am See im kleinen Ort Svarte kann man es gut aushalten.

Ob es wohl noch den Tennisplatz dort gibt? Er war asphaltiert, aber wir lernten dort alle Tennis zu spielen. Der Weg vom Haus war nicht weit, ging gut 200 Meter weit vorbei an einer Himbeerhecke, die uns ausreichend mit Vitaminen versorgte. Dort lernte ich eines Tages Beate aus Bergheim kennen. Wir waren fast im selben Alter. Ihre Eltern hatten sogar ein altes Bauernhaus oberhalb der Bucht gekauft. Ihr Vater hatte jeden Sommer dort gut zu tun. Obwohl das Haus sicher 1,5 Kilometer von uns entfernt war, hörte ich die Hammerschläge, wenn er mal das Dach reparierte. Beate konnte nicht nur Tennis spielen, sondern besaß auch noch ein Surfbrett. Sie brachte mir bei, wie man halst und wendet und so erkundeten wir den See nicht nur im Ruderboot, sondern auch auf dem Brett. Ein ideales Revier zum Lernen, denn es war ausreichend Fläche vorhanden und auch nicht gefährlich, obwohl Schweden sich mal entsetzt zeigten, dass wir darin schwammen. Eine Stelle sei sogar hundert Meter tief, warnten sie uns. Aber was machte uns das schon? Ob 30 Meter? Oder 100? Wie oft lagen wir dann auf Beates Steg in der Sonne, gingen Blaubeeren oder Pilze suchen. Klar hatte ich ein Jahr darauf ein Surfbrett, das leider zurzeit ein Dasein in der Garage fristet. Meinen Neoprenanzug ziehe ich nur noch zum Kajakfahren an. Den alten besitze ich leider nicht mehr, weil er sich eines Tages aufgelöst hatte.

Besonders aufregend war dann die Gelegenheit, mit Beate zu zelten. Es lagen genug versteckte Plätze am See, die man vom Wasser aus nicht sehen konnten. Weder ihre noch meine Eltern hatten eine Ahnung, wo die sich befanden. Am Ende der ersten Ferien stellte mir Beate ein Diplom aus, das sie liebevoll auf einem Stück Leder gestaltet hatte. Ich besitze es heute noch. Später profitierte ich noch sehr von meinem Wissen aus den zahlreichen Sommern am Visten, denn ich lernte auch fast ohne Wind zu surfen. Leider ist dort oft Flaute. Aber als ich meinen Segelschein machte und wir bei einer Regatta mal Flaute auf dem See hatten, gewann ich diese mit meiner Partnerin Britta. Denn ich wusste, wie man auch ohne Wind ins Ziel kommt. Danke, Beate.

Wer noch mehr über Värmland erfahren will, kann jetzt den Artikel der Geo lesen: http://www.geo.de/reisen/reiseziele/21281-rtkl-schweden-vaermland-der-perfekte-ort-fuer-aussteiger-auf-zeit

Zwischen Schlangen und Maränen auf einem Floß über den See schippern – Sommerferien in Finnland

Finnland – an diesem Land hängen viele viele Erinnerungen. Schon als Jugendlicher war ich dort einige Male in den Ferien.

Wir mieteten öfter in der Nähe von Mikkeli und Lappeenranta Sommerhäuser an Seen mit Sauna und Boot. Mein älterer Bruder, ein handwerkliches Genie, baute dort in einem Sommer ein Floß mit Segel aus herumliegenden Stämmen und Kanistern, mit dem wir dann auf dem See herumschipperten. Er zauberte in jedem Sommer etwas Schönes für uns alle.

Mit meinem jüngeren Bruder und meinem Vater ruderte ich dort jeden Sommer oft viele Kilometer über die Seen, um zu angeln. In den Seen gab es Hechte ohne Ende; in klaren Gewässern ab einer Größe von 80 Zentimetern immer noch einer der besten Speisefische für mich und im Backofen leicht zuzubereiten. Sehr gerne hätten wir auch Maränen gefangen, ein kleiner Lachsfisch, den die Bauern hier aber in Netzen fingen und nicht mit der Angel. Ein Bauer brachte uns in einem Sommer mal einen frischen Fang, der sehr mundete.

Tiere gab es außer Fischen in großen Mengen und Vielzahl in der Umgebung. Rund um ein Sommerhaus, das wir bis heute “Jagdhaus” nennen, schlängelten sich sehr viele schwarze Schlangen, die mir so dick wie Fahradschläuche vorkamen. Sie sonnten sich auf den Forstwegen, schliefen unter dem auf Pfählen stehenden Haus, wanden sich an uns vorbei zum Moorsee, wo manche offenbar auf Jagd gingen. Sie schwammen auch mit uns im Wasser. Nicht nur einmal sah ich ein Tier mit hoch erhobenen Kopf über der Oberfläche.

Auch Elche gab es zu sehen, wenn sie abends zur Futtersuche auf die Lichtungen traten. Eine schöne Zeit, die ich mir manchmal bei Touren durch die nordischen Länder wiederhole. Die Tiere kennen Radfahrer nicht und daher kann man ihnen oft recht nahe kommen, um sie zu beobachten. Und die Luft ist im Norden so gut, dass ich auf den Seen leicht über hunderte von Metern nachverfolgen konnte, wo ein entgegenkommender Raucher so überall auf dem See gewesen war. Gingen wir einkaufen, wurde mir oft in den Geschäften übel, weil darin die Luft so schlecht war. Wer fast nur in Deutschland lebt, kriegt gar nicht mit, wie schlecht die Luft hier riecht oder das Wasser schmeckt. Man ist einfach nichts anderes gewohnt. Trinke mal Wasser aus einer Quelle im Norden und du wirst merken, wie herrlich frisch und teilweise sogar süß das Wasser schmecken kann. Mir zeigte mal ein Same in Nordschweden solch eine Quelle, aus der er sich selbst öfter mal einen Vorrat abschöpfte.

Was hingegen ein Autor der Schweizer “Sonntagszeitung” während seines Aufenthalts in der Umgebung von Rovaniemi erlebt hat, kannst Du hier nachlesen.

Elche machen sich rar

Lagune der Fische Auf 1.800 Metern auf dem Jakobsweg

Heute kam ich unserem Herrn sehr nahe auf einer der Königsetappen, die Kastilien-León zu bieten hat. Auf 17 Kilometern schraubte ich mich herauf auf 1.800 Meter, zweifellos eine der schönsten Strecken, die ich auf dem Jakobsweg erleben durfte.

Sie liegt gut sieben Kilometer von Puente de Sanabria entfernt. Es ist ein Genuss, erst zum größten eiszeitlichen See Spaniens zu radeln, zum Lago de Sanabria, und dann weiter zur Laguna des los Peces.

Daher habe ich auf solchen Strecken nie das Gefühl: Hoffentlich ist es bald vorbei. Genau das Gegenteil. Genieße es! Ich muss nur zusehen, gut zu trinken, zwischendurch einen Apfel zu essen, damit ich immer über Energie verfüge. Der Sattel ist auch entscheidend. Ich fahre mit einem neuen SQL und bin sehr zufrieden.

Ebenso über die verlegenen Blicke der Typen dort oben, vor ihren Mädels, in blütenweißen Blusen, wahrscheinlich auch mit Krawatte und Bügelfalten morgens im Büro sowie ein Ass am Gas.

Aber für diese 17 Kilometer lange Steigung brauchen sie bestimmt einen Defillibrator nach den ersten drei Kilometern. Mein Herz klopft stark, aber nie übermäßig.

Die hohe Kunst des Dalaknuts

Blockhauskurs in Nordschweden

Sägemehl fliegt in Augen, Ohren und Haare. Bäume biegen sich, denn ein eiskalter Wind aus Norwegen fegt durch den kleinen Ort Gränsfors nahe Hudiksvall. Die Finger auf dem Beil werden taub. Zimmermann Olaf Jung trägt sogar schon eine Skimütze. Gestern tanzten noch Mücken in der warmen Sonne. So ist es gut zu verstehen, dass einige Teilnehmer am Blockhauskurs in Gränsfors von einer warmen, eigens gebauten Blockhütte träumen, andere von einer Sauna am Waldsee, oder sie wollen einfach nur lernen, wie man Fenster einbaut, einen Fußboden aus Holz verlegt oder ein dichtes Dach konstruiert. Mit diesen Zielen sind Heimwerker aus England und Deutschland sowie aus Nord- und Südschweden angereist.

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Dieser Kurs bietet sich an, um erste „Schritte“ in der Zimmermannskunst zu erlernen. Der Text auf der Webseite des Anbieters Gränsfors Bruks ist ein bisschen dick aufgetragen. Interessenten wird vermittelt, dass jeder Teilnehmer hier alle Schritte vom Auswählen des Baumes bis zum Bau des fertigen Hauses auszuführen lernt. Olaf Jung aber bringt Anfängern bei, wie man mit Axt, Handsäge, Handbohrer und Ziehmesser, traditionellen Werkzeugen eines Zimmermannes also, die Wände eines Blockhauses hochzieht. Das Arbeiten mit der Elektrosäge und andere knifflige Arbeitsschritte ist eher etwas für Profis, die bereits mit schwerem Gerät umgehen können und ihr Wissen über die schwedische Bautechnik vertiefen wollen. Für diese bietet Jung natürlich auch Kurse an.

Literatur: Sven-Gunnar Håkansson, Blockhäuser und Hütten selbst gebaut, Hannover 2003.

Fortsetzung folgt.


https://www.gransforsbruk.com/app/uploads/2016/01/Kursprogram-2016-ENG.pdf

Waren Sie schon in Lappland?