Wilde Katze im Naturpark

Diese junge Dame besuchte mich gleich nach meiner Ankunft in Villarino de los Aires, einer Kleinstadt in der Nähe des Rio Douro. Der Park bietet sich sehr schön zum Radeln an, sobald man die malerische Stadt Zamora in Kastilien verlassen hat. Es ist einfach, da man nur dem Duero folgen zu braucht, der zeitweise Spanien von Portugal trennt. Im Zimmer war sie etwas nervig, aber eben so jung, dass sie mein Herz erweichte. Da ahnte ich noch nicht, dass sie eine wilde Katze im Nationalpark Parque Arribes del Duero werden würde.

Auch am nächsten Morgen waren wir noch unzertrennlich. Ich packte gerade meine Fahrradtaschen aus in meinem Zimmer, da kam sie schon angeschlichen und auf mein Bett gehüpft. Alles, aber auch alles wollte sie untersuchen und steckte ihr Näschen in alle meine Taschen. Wahrscheinlich roch sie meinen Proviant wie zum Beispiel die leckere Chorizo, eine spanische Wurstspezialität.

Die Katze war erst drei Monate alt, aber manchmal ganz schön frech. Sie verbarg sich unter einer Tischdecke. Von dort aus schlug sie mich, während ich auf der Dachterrasse in der Morgensonne meine Abenteuer am Duero aufzuschreiben versuchte. Erst nachdem ich sie in ihrem Körbchen eingesperrt hatte, war sie ruhig, aber auch etwas erschrocken über meine Maßnahme. Nachdem ich ihr braves Verhalten abverlangt hatte, ließ ich sie wieder frei. Und sie hielt sich an die Abmachung. Daher hat sie böse Katze im Parque Arribes del Duero nun auch einen Platz in meinem Blog verdient. Mein bisher einziges Katzenbild, dem sich später ein Hund in der Serra da Estrela im Centro de Portugal zugesellt.

Versteinerter Troll im Gebiet des Rio Duero

Na, wer traut sich, nach mir hier durchzuradeln? Ach, was heißt radeln? Geschoben habe ich auch zwei bis drei Kilometer, zum Glück abwärts auf dem Sendero GR-14. Er ist wunderschön, aber schmal, führt einige hundert Meter tief zu einem Fluss, dann auf einer Landstraße angenehm wieder herauf. Der Sendero führt von der Duero-Quelle in Spanien zur Mündung in Portugal. Beim Aufstieg habe ich einen versteinerten Troll gefunden in den Schluchten des Duero zwischen Zamora und Salamanca. Der Fluss ist auch für seinen guten Wein weltweit bekannt.

Jetzt habe ich noch Besuch bekommen. Sie ist drei Monate alt.

Mit dem Mountainbike durch den Parque Arribes del Duero

Was für eine spektakuläre und daher schützenswerte Gegend! Seit heute mittag radele ich im Einzugsbereich des Rio Duero durch den Parque Arribes del Duero. Er liegt grob zwischen Zamora, Miranda Do Douro sowie Figueira de Castelo Rodrigo. Zunächst sah ich mir die schöne und unerwartete Kathedrale in Miranda an. Sie thront hoch oben über dem Fluss, der die natürliche Grenze zwischen Portugal und Spanien bildet.

Dann kehrte ich nach Kastilien und León in Spanien zurück und fuhr durch den Park, eine Tour, die noch gut 150 Kilometer in Richtung Süden gehen wird. Dort fand ich knorrige Bäume in einer hügeligen Landschaft, Schafe und Schlangen, einsame Singletrails, die auch durch verbrannte Erde führten, wurde leider auch von verrückten Hunden verfolgt. Je kleiner, desto frecher. Für den Schutz der Landschaft müsste viel mehr getan werden. Ich sehe zwischen Zamora und Miranda viele Monokulturen ohne Hecken, die zum Beispiel den Grundwasserspiegel hochhalten und Erosion verhindern können. Wochen schon hat es hier nicht geregnet. Jetzt erfreue ich mich an Sardellen und Tortilla in der lebhaften Bar Montecristo in Fermoselle.

Begegnung mit einer Gottesanbeterin Den Rio Duero durchstreifen und erleben

Die erste Etappe meiner komplett neuen Reise liegt jetzt hinter mir. Den Jakobsweg werde ich erst in Porto wiedersehen, bin auch ein wenig froh, mal nicht auf Sand und Steinen zu ackern. Ich bin gut 60 Kilometer am Rio Duero entlang geradelt, soweit es irgendwie möglich ist. Von Zamora aus fuhr ich nach Miranda do Douro in Portugal. Das Stück war einsam. Ab und zu begegnete ich Autos. Ich hatte das seltene Glück, während einer Rast eine Gottesanbeterin fotografieren zu dürfen. Ich sah auch, dass der Duero längst kein Naturfluss ist, sondern mehrfach Energie aus ihm gewonnen wird.

Perfekt getarnt Radpilgern auf dem Jakobsweg

Wer will noch kommen? Dann wirst Du in den nächsten Tagen den zauberhaften Rio Douro kennenlernen. Gut 50 Kilometer radele ich jetzt durch Kastilien-León, dann biege ich Richtung Porto ab.

Der Camino wird trotz Schotters einfacher, denn meistens ist das Gelände flach. Jeder hätte gute Chancen, hier zu überleben. 😊 Denn das Wetter ist kühl, für uns Deutsche Spätsommer. Viel trinken muss ich also nicht.

Mein Rad ist ockerfarben. Das liegt am Staub. So passe ich mich der Umgebung an, perfekte Adaptation. Selbst manche Häuser sehen hier so aus. Sie wurden vor gut 100 Jahren aus Lehm erbaut, enthalten Steinchen. Der untere Rand ist noch gemauert. Holzbalken tragen die Last. Vernünftig restauriert könnten sie sogar eine Touristenattraktion sein entlang der Via de la Plata, der von Sevilla nach Santiago de Compostela führt. Aber die Spanier lassen sie offenbar nach und nach verfallen, obwohl sie gut zur Identifikation mit der Region beitragen