Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Wie schon in der Vorwoche sind mit Deutschland, Norwegen, Portugal, Spanien und Österreich nur wenige Länder vertreten. Außer einer Weinverkostung stehen die wilde und die gezähmte Natur im Zentrum. Einen Download-Link des Programms findet ihr wie immer mit einer Datei im pdf-Format.

Der schönste Fjord, im SWR geht es bald darum, liegt eindeutig auf dem Lofot. Dänen mögen dagegen protestieren, weil für sie sicher der Limfjord in Nordjütland der schönste ist. Ich war aber frisch verliebt, als ich mit Lena die Küstenstadt Bodø auf der Fähre verließ, um am Kaisermarsch in Digermulen teilzunehmen. Und neugierig, warum Norweger jährlich wandern, um Kaiser Wilhelm zu ehren. Sie meinen, ihm den Lofot-Tourismus zu verdanken. Denn der Kaiser war ein glühender Verehrer Norwegens und fuhr mehr als einmal mit seiner Yacht Hohenzollern in die nördlichen Gewässer. Der Pfad zum Digermulenkollen ist leicht. Es gibt nur wenige felsige Partien, die einen zum Rutschen bringen könnten. Und steil wird es auch nicht. Ich schaffte das selbst mit Fahrradschuhen. Der Ausblick von oben auf den Raftsund ist überwältigend. Selbst das in der Tiefe schippernde Kreuzfahrtschiff Hurtigruten ist winzig. Vereinzelt fuhren auch Motorboote übers Wasser.

Zur Demonstration spanischer Gartenkunst, eine weitere Doku, zeige ich hier drei Fotos von meiner großen Galizienreise. Um die 4000 Kilometer legte ich zwischen August und September mit meinem Mountainbike zurück. Ich folgte zum größten Teil dem Jakobsweg von Porto bis Ribadeo, nach Santiago de Compostela und dann über die Serra da Estrela und den Rio Douro zurück nach Porto. Oben könnt ihr einen privaten Vorgarten, einen Teil des Parks Illa das Esculturas de Pontevedra und eine Gartenanlage zwischen Häusern betrachten. Alle Bilder schoss ich an einem Tag. Alleine an diesen drei Fotos ist zu sehen, dass das Thema Gartengestaltung völlig unterschiedlich ausfallen kann.

Bildet euch selbst ein Urteil. Viel Spaß beim Zuschauen.


SaSoDo
DeutschlandDer unsichtbare Fluss zwischen Schwarzwald und Vogesen. WDR, 20.15 Uhr

Norwegen
Fjorde, Nordkap und Polarlicht. SWR, 20.15 Uhr
Österreich

Eingeschenkt. Weinland Österreich. 3sat, 11.55 Uhr
Portugal

Verrückt nach Fluss. Adiós, Portugal. WDR, 12.30 Uhr

Azoren. Naturerlebnis. WDR, 20.15 Uhr

SpanienSpanische Gartenkunst, 3sat, 15.00 Uhr

TV-Tipps Reise und Kultur

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Mit dem Rad und dem Segelschiff einmal um die Welt

Schon als Jugendlicher träumte ich davon, mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Ich las schließlich Karl Mays Schilderungen fremder Welten, von Graham Greens Reisen, Heinz Helfgens berühmtes Werk „Ich radele um die Welt“.

Doch irgendwann beschloss ich, mich auf interessante Regionen zu spezialisieren, weil ich merkte, dass ich auf langen Reisen gar nicht alles aufnehmen konnte. Außerdem gerieten da schon die vielen Völker wie Sami, Basken, Katalanen in meinen Fokus, die auch zu dem gehören, was wir Europa nennen. Oder wer alles hier so auf kleinen Inseln lebt! Die kann man ja gar nicht schaffen, wenn man jahrelang die Welt umrundet.

Da hatte ich schon eine lange Radtour von Besançon in Frankreich bis nach Burgos in Spanien geschafft oder war von Mora im schwedischen Dalarna bis zum Lofot geradelt und wieder zurück, ein Jahr später ähnlich einmal sozusagen um den Polarkreis. So war ich schon früh mehrere Monate unterwegs und bin noch immer dabei, Reiseführer über diese Touren zu verfassen. Viel Stoff!

Wie mag es da erst den ersten Seefahrern aus Portugal ergangen sein, mit denen ich mich seit geraumer Zeit befasse. Sie waren auch mehrere Monate auf Schiffen unterwegs, begegneten vielen Menschen, waren nicht als einfache Touristen oder Journalisten unterwegs, sondern mit einer politisch-wirtschaftlichen Funktion betraut. Seefahrer wie der Brasilienentdecker Pedro Alvares Cabral und vor ihm schon Vasco da Gama sollten um 1500 den portugiesischen Handel beleben und führten gleich eine große Menge an Seeleuten mit, für die sie auch noch Verantwortung trugen.

Jetzt gerät in Portugal Magellan in den Fokus, las ich gerade in der Zeitung „Politico“. Seine Reisen befinden sich seit 2017 auf der Liste des Weltkulturerbes. Da er vor 500 Jahren lossegelte, begeht Portugal in diesem Jahr eine Reihe von Feierlichkeiten. Ein kleiner Streit entzündet sich jetzt schon zwischen den alten Seefahrernationen Spanien und Portugal. Denn aus Sicht der Spanier vollendete ein mir völlig unbekannter Baske die Reise Magellans: Juan Sebastián Elcano. Der sei von den Portugiesen bei der Kandidatur zum Weltkulturerbe einfach unterschlagen worden.

Wer mehr darüber wissen will, sollte den Artikel in Publico lesen.

Vor 500 Jahren – Magellan

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Walfleisch – essen oder nicht?

Walfleisch essen oder nicht? Findet ihr es in Ordnung, als Urlauber im Ausland ein Tier zu essen, das bei uns geschützt wäre?

Das ist einer Journalistin jetzt auf dem Lofot in Norwegen passiert. Auf ihrem Teller lag auf einer Pressereise Walfleisch. Es stammte von Zwergwalen, die in Norwegen gejagt werden dürfen. Sie habe es gegessen. Es habe ihr nicht geschmeckt, schreibt sie.

Das ist Geschmacksache. Vor einiger Zeit grillte ein Gastwirt auf der Terrasse seines Restaurants auf dem Lofot Walfleisch. Er lud mich zum Essen ein, als ich mich zu ihm gesellte. Es schmeckte ausgezeichnet, war qualitativ mit sehr gutem Rindfleisch zu vergleichen. Ich wollte nur mal erfahren, warum Walfleisch so beliebt in Norwegen ist und ob es geschmacklich wirklich wert ist, einen intelligenten Freund der Menschen zu jagen. Seitdem rühre ich bei meinen Reisen in den Norden auch kein Walfleisch mehr an. Es sollte nur ein einmaliger Versuch sein.

Wenn Norweger Walfleisch essen wollen, ist das in Ordnung, meine ich. Dies gehört zur Tradition des Landes. Denn sie hegen und pflegen ansonsten andere Walarten, kümmern sich auch vorzüglich um den Erhalt Ihrer Fischbestände, soweit ich das zu beurteilen vermag. Daher haben zum Beispiel Trawler aus den Niederlanden keinen Zutritt in die Gewässer; ein wichtiger Grund, warum Norwegen bis heute kein EU-Mitglied ist. Doch künftigen Besuchern der Inselgruppe jetzt das Verkosten schmackhaft zu machen, empfinde ich nicht als gute Strategie.

Es gibt neben Walen selbst in unseren Breiten noch andere faszinierende Tiere: Heute (7.4.21) las ich einen Artikel über Eishaie. Sie bewegen sich sehr langsam vorwärts – mit einem Kilometer pro Stunde. Forscher meinen: Da sie nur wenig Energie aufgrund extremer Lebensbedingungen verbrauchten, könnten sie sehr alt werden. Ein Weibchen bekomme den ersten Nachwuchs mit … 150 Jahren. Die ältesten Tiere seien 400 Jahre alt. Unglaublich, dass es das noch auf unserem Planeten gibt.

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Auf der Suche nach dem verlorenen Polarlicht

Aurora borealis – in meinen Ohren klingt das magisch. In denen vieler anderer auch: In den sozialen Medien fragen Leute ständig, wo in Norwegen oder Schweden man eine gute Chance habe, Nordlichter zu sehen.

Mit großer Vorfreude buchten ein Freund und ich einen Flug nach Bodø, um von dort aus mit dem Schnellboot nach Svolvær überzusetzen. Die Überfahrt zum Lofot war schon ein Traum, sah ich doch erstmals die Winterlandschaft. Schneebedeckte Inseln wirkten wie große Eisberge. Orcas sah ich leider nicht. Bis heute ist es ein unerfüllter Traum.

Zwei Wochen schauten wir uns die Inselgruppen an, besuchten Fischzüchter, Sami mit Rentieren, kleine Fischerorte, gelangten sogar fast bis nach Tromsø. Die Winterlandschaft war eine andere Welt und deutlich interessanter als die touristische im Sommer. Denn ich sah endlich mal normales Leben mit Schülern auf Stehschlitten auf dem Heimweg und Fischern bei der Arbeit. Nicht fast ausschließlich Touristen wie im Sommer. Und ich lernte Autofahren mit Spikes. Das war schon eine Herausforderung, wenn man die Mitte der engen Fahrbahn im Dunkeln nicht mehr sieht, einem rasend schnell entgegenkommende Schneepflüge die Sicht nehmen, mit Fisch beladene LKW den meisten Platz wegnehmen.

Am letzten Abend auf dem Lofot verließen wir eine Bar in Svolvær. Ich schaute zufällig nach oben. Wie Funken eines Feuerwerks erschien das ersehnte Polarlicht. Wir hatten es schon abgeschrieben, waren aber auch so zufrieden mit unseren Eindrücken. Und jetzt kamen noch einige Sekunden Feuerwerk zum Abschluss der Reise hinzu.

Atemberaubende Fotos der Reisen auf das Lofot findet ihr unter

Lofotenreise

Ein Autor der Süddeutschen Zeitung war mit Hurtigruten unterwegs. Was dieser hingegen erlebte, lest ihr unter

Polarlicht mit Hurtigruten

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Sagres III – das schönste Segelschiff der Welt ist ein deutsches

Mein Herz geht immer wieder auf, wenn ich schöne Schiffe sehe. In Nordnorwegen begleitete ich den Bootsbauer Ulf. In seiner Werkstatt in Kjerringøy sah ich zu, wie er eines der Nordlandboote baute. Anschließend segelte ich selbst zwei Tage mit an Bord auf dem Polarmeer in der Nähe des Lofots, wovon ich schon immer geträumt hatte.

Vor der Motorisierung besaß jede Familie in Norwegen ein Boot, sicherte der Fischfang doch die Ernährung. Ein geschickter Handwerker wie Ulf ist sogar in der Lage, den Rumpf so zu gestalten, dass es nicht in einem der gefährlichen Gezeitenströme versinkt, von denen es gleich zwei dort gibt: Saltstraumen und Moskenes. Die dabei entstehenden Strudel rissen manche Fischer in den Tod. Einen erfolgreichen Artikel über das Nordlandboot publizierte ich erfolgreich unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

In Ebeltoft entdeckte ich kürzlich den Stolz der dänischen Nation – die Fregatte Jylland. Leider segelt das schöne Schiff nicht mehr, aber heute kann ein jeder sich auf ihr ein lebendiges Bild von Seefahrt machen. Auf verschiedenen Decks ist dargestellt, welch hartes Los man zog, wenn man der Marine diente.

Und gerade fand ich eine interessante Geschichte in einem portugiesischen Magazin. Der Stolz der Nation ist ein großes Segelschiff: Sagres III. Es wurde lustigerweise in einer deutschen Werft innerhalb der Gorch-Fock-Klasse entwickelt und produziert: Blohm & Voss. Doch schaut euch die Geschichte und Bilder selbst an auf

Sagres III – Stolz der portugiesischen Nation

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Spaniens 30 schönste Dörfer

Bisher dachte ich, ich kennte jeden Grashalm in Spanien. Denn ich bin schon durch viele Provinzen geradelt. Meistens folgte ich den Jakobswegen, doch auch durch Andalusien oder Katalonien bin ich schon viel gekommen.

Und heute finde ich in großartigen Zeitung „El Pais“ aus Madrid eine Auswahl der 30 schönsten Dörfer Spaniens. Die Reiseredaktion hat diese zusammengestellt. Von denen kenne ich mit Grazalema in Andalusien und Combarro in Galizien gerade einmal zwei.

Gutes Essen in Grazalema

Grazalema liegt im Binnenland. Ich erinnere mich an die große Dankbarkeit eines ehemaligen Gastarbeiters, der sich bei mir für die Großherzigkeit der Deutschen bedankte, ihn während der Diktatur Francos aufgenommen zu haben. Er spendierte mir eine leckere Portion Tapas. Und ich erinnere mich an die kleinen schwarzen Schweine auf den Wiesen, aus denen später der exquisite iberische Schinken produziert wird.

Noch frischer ist die Erinnerung an Combarro an der galizischen Küste. Dort war ich im August 2017, als ich erst auf dem portugiesischen, dann galizischen Jakobsweg radelte. Ich verbrachte dort den Nachmittag mit einer lieben Pilgerin aus Heidelberg vor einem Café. Das Meer rauschte. Die Kuft war warm. Doch machte ich auch Bekanntschaft mit dem kalten Wasser, das mit 15 Grad doch recht erfrischend ist. Bei 25 bis 30 Grad Lufttemperatur und so erheblicher Differenz kostete es mich dort mehr Überwindung als ins Polarmeer zu steigen und mich darin zu waschen. Auf dem Lofot waren es gerade einmal fünf bis sieben Grad Unterschied. In Galizien fließt kaltes Wasser aus den Bergen in die Buchten. Davon profitieren vor allem die berühmten Muschelfischer. Deren Kulturen brauchen kaltes Wasser, um zu gedeihen. Je mehr Muskelfleisch die Tiere ansetzen, desto größer ist der Gewinn.

Daher freue ich mich schon darauf, in den kommenden Jahren alle anderen Dörfer auch zu durchstreifen und zu erleben. Denn Dörfer sind oft interessanter als Städte, da ich in ihnen die meisten Menschen kennen lerne, sie traumhaft in die oft stille Landschaft eingebettet sind und sie viele Schätze bereit halten. Spaniens 30 schönste Dörfer – es lohnt sich, den Artikel zu lesen.

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