Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Wie schon in der Vor­wo­che sind mit Deutsch­land, Nor­we­gen, Por­tu­gal, Spa­ni­en und Öster­reich nur weni­ge Län­der ver­tre­ten. Außer einer Wein­ver­kos­tung ste­hen die wil­de und die gezähm­te Natur im Zen­trum. Einen Down­load-Link des Pro­gramms fin­det ihr wie immer mit einer Datei im pdf-Format.

Der schöns­te Fjord, im SWR geht es bald dar­um, liegt ein­deu­tig auf dem Lofot. Dänen mögen dage­gen pro­tes­tie­ren, weil für sie sicher der Limfjord in Nord­jüt­land der schöns­te ist. Ich war aber frisch ver­liebt, als ich mit Lena die Küs­ten­stadt Bodø auf der Fäh­re ver­ließ, um am Kai­ser­marsch in Diger­mu­len teil­zu­neh­men. Und neu­gie­rig, war­um Nor­we­ger jähr­lich wan­dern, um Kai­ser Wil­helm zu ehren. Sie mei­nen, ihm den Lofot-Tou­ris­mus zu ver­dan­ken. Denn der Kai­ser war ein glü­hen­der Ver­eh­rer Nor­we­gens und fuhr mehr als ein­mal mit sei­ner Yacht Hohen­zol­lern in die nörd­li­chen Gewäs­ser. Der Pfad zum Diger­mu­len­kol­len ist leicht. Es gibt nur weni­ge fel­si­ge Par­tien, die einen zum Rut­schen brin­gen könn­ten. Und steil wird es auch nicht. Ich schaff­te das selbst mit Fahr­rad­schu­hen. Der Aus­blick von oben auf den Raft­sund ist über­wäl­ti­gend. Selbst das in der Tie­fe schip­pern­de Kreuz­fahrt­schiff Hur­tig­ru­ten ist win­zig. Ver­ein­zelt fuh­ren auch Motor­boo­te übers Wasser.

Zur Demons­tra­ti­on spa­ni­scher Gar­ten­kunst, eine wei­te­re Doku, zei­ge ich hier drei Fotos von mei­ner gro­ßen Gali­zi­en­rei­se. Um die 4000 Kilo­me­ter leg­te ich zwi­schen August und Sep­tem­ber mit mei­nem Moun­tain­bike zurück. Ich folg­te zum größ­ten Teil dem Jakobs­weg von Por­to bis Riba­deo, nach Sant­ia­go de Com­pos­te­la und dann über die Ser­ra da Est­re­la und den Rio Dou­ro zurück nach Por­to. Oben könnt ihr einen pri­va­ten Vor­gar­ten, einen Teil des Parks Illa das Escul­turas de Pon­te­ve­dra und eine Gar­ten­an­la­ge zwi­schen Häu­sern betrach­ten. Alle Bil­der schoss ich an einem Tag. Allei­ne an die­sen drei Fotos ist zu sehen, dass das The­ma Gar­ten­ge­stal­tung völ­lig unter­schied­lich aus­fal­len kann.

Bil­det euch selbst ein Urteil. Viel Spaß beim Zuschauen.


SaSoDo
Deutsch­landDer unsicht­ba­re Fluss zwi­schen Schwarz­wald und Voge­sen. WDR, 20.15 Uhr

Nor­we­gen
Fjor­de, Nord­kap und Polar­licht. SWR, 20.15 Uhr
Öster­reich

Ein­ge­schenkt. Wein­land Öster­reich. 3sat, 11.55 Uhr
Por­tu­gal

Ver­rückt nach Fluss. Adiós, Por­tu­gal. WDR, 12.30 Uhr

Azo­ren. Natur­er­leb­nis. WDR, 20.15 Uhr

Spa­ni­enSpa­ni­sche Gar­ten­kunst, 3sat, 15.00 Uhr

TV-Tipps Rei­se und Kultur

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Mit dem Rad und dem Segelschiff einmal um die Welt

Schon als Jugend­li­cher träum­te ich davon, mit dem Fahr­rad die Welt zu umrun­den. Ich las schließ­lich Karl Mays Schil­de­run­gen frem­der Wel­ten, von Gra­ham Greens Rei­sen, Heinz Helf­gens berühm­tes Werk “Ich rade­le um die Welt”.

Doch irgend­wann beschloss ich, mich auf inter­es­san­te Regio­nen zu spe­zia­li­sie­ren, weil ich merk­te, dass ich auf lan­gen Rei­sen gar nicht alles auf­neh­men konn­te. Außer­dem gerie­ten da schon die vie­len Völ­ker wie Sami, Bas­ken, Kata­la­nen in mei­nen Fokus, die auch zu dem gehö­ren, was wir Euro­pa nen­nen. Oder wer alles hier so auf klei­nen Inseln lebt! Die kann man ja gar nicht schaf­fen, wenn man jah­re­lang die Welt umrundet.

Da hat­te ich schon eine lan­ge Rad­tour von Besan­çon in Frank­reich bis nach Bur­gos in Spa­ni­en geschafft oder war von Mora im schwe­di­schen Dalar­na bis zum Lofot gera­delt und wie­der zurück, ein Jahr spä­ter ähn­lich ein­mal sozu­sa­gen um den Polar­kreis. So war ich schon früh meh­re­re Mona­te unter­wegs und bin noch immer dabei, Rei­se­füh­rer über die­se Tou­ren zu ver­fas­sen. Viel Stoff!

Wie mag es da erst den ers­ten See­fah­rern aus Por­tu­gal ergan­gen sein, mit denen ich mich seit gerau­mer Zeit befas­se. Sie waren auch meh­re­re Mona­te auf Schif­fen unter­wegs, begeg­ne­ten vie­len Men­schen, waren nicht als ein­fa­che Tou­ris­ten oder Jour­na­lis­ten unter­wegs, son­dern mit einer poli­tisch-wirt­schaft­li­chen Funk­ti­on betraut. See­fah­rer wie der Bra­si­li­en­ent­de­cker Pedro Alva­res Cab­ral und vor ihm schon Vas­co da Gama soll­ten um 1500 den por­tu­gie­si­schen Han­del bele­ben und führ­ten gleich eine gro­ße Men­ge an See­leu­ten mit, für die sie auch noch Ver­ant­wor­tung trugen.

Jetzt gerät in Por­tu­gal Magel­lan in den Fokus, las ich gera­de in der Zei­tung “Poli­ti­co”. Sei­ne Rei­sen befin­den sich seit 2017 auf der Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes. Da er vor 500 Jah­ren los­se­gel­te, begeht Por­tu­gal in die­sem Jahr eine Rei­he von Fei­er­lich­kei­ten. Ein klei­ner Streit ent­zün­det sich jetzt schon zwi­schen den alten See­fah­rer­na­tio­nen Spa­ni­en und Por­tu­gal. Denn aus Sicht der Spa­ni­er voll­ende­te ein mir völ­lig unbe­kann­ter Bas­ke die Rei­se Magel­lans: Juan Sebas­tián Elca­no. Der sei von den Por­tu­gie­sen bei der Kan­di­da­tur zum Welt­kul­tur­er­be ein­fach unter­schla­gen worden.

Wer mehr dar­über wis­sen will, soll­te den Arti­kel in Publi­co lesen.

Vor 500 Jah­ren — Magellan

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Walfleisch — essen oder nicht?

Wal­fleisch essen oder nicht? Fin­det ihr es in Ord­nung, als Urlau­ber im Aus­land ein Tier zu essen, das bei uns geschützt wäre?

Das ist einer Jour­na­lis­tin jetzt auf dem Lofot in Nor­we­gen pas­siert. Auf ihrem Tel­ler lag auf einer Pres­se­rei­se Wal­fleisch. Es stamm­te von Zwerg­wa­len, die in Nor­we­gen gejagt wer­den dür­fen. Sie habe es geges­sen. Es habe ihr nicht geschmeckt, schreibt sie.

Das ist Geschmack­sa­che. Vor eini­ger Zeit grill­te ein Gast­wirt auf der Ter­ras­se sei­nes Restau­rants auf dem Lofot Wal­fleisch. Er lud mich zum Essen ein, als ich mich zu ihm gesell­te. Es schmeck­te aus­ge­zeich­net, war qua­li­ta­tiv mit sehr gutem Rind­fleisch zu ver­glei­chen. Ich woll­te nur mal erfah­ren, war­um Wal­fleisch so beliebt in Nor­we­gen ist und ob es geschmack­lich wirk­lich wert ist, einen intel­li­gen­ten Freund der Men­schen zu jagen. Seit­dem rüh­re ich bei mei­nen Rei­sen in den Nor­den auch kein Wal­fleisch mehr an. Es soll­te nur ein ein­ma­li­ger Ver­such sein.

Wenn Nor­we­ger Wal­fleisch essen wol­len, ist das in Ord­nung, mei­ne ich. Dies gehört zur Tra­di­ti­on des Lan­des. Denn sie hegen und pfle­gen ansons­ten ande­re Wal­ar­ten, küm­mern sich auch vor­züg­lich um den Erhalt Ihrer Fisch­be­stän­de, soweit ich das zu beur­tei­len ver­mag. Daher haben zum Bei­spiel Traw­ler aus den Nie­der­lan­den kei­nen Zutritt in die Gewäs­ser; ein wich­ti­ger Grund, war­um Nor­we­gen bis heu­te kein EU-Mit­glied ist. Doch künf­ti­gen Besu­chern der Insel­grup­pe jetzt das Ver­kos­ten schmack­haft zu machen, emp­fin­de ich nicht als gute Strategie.

Es gibt neben Walen selbst in unse­ren Brei­ten noch ande­re fas­zi­nie­ren­de Tie­re: Heu­te (7.4.21) las ich einen Arti­kel über Eis­haie. Sie bewe­gen sich sehr lang­sam vor­wärts — mit einem Kilo­me­ter pro Stun­de. For­scher mei­nen: Da sie nur wenig Ener­gie auf­grund extre­mer Lebens­be­din­gun­gen ver­brauch­ten, könn­ten sie sehr alt wer­den. Ein Weib­chen bekom­me den ers­ten Nach­wuchs mit … 150 Jah­ren. Die ältes­ten Tie­re sei­en 400 Jah­re alt. Unglaub­lich, dass es das noch auf unse­rem Pla­ne­ten gibt.

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Suche nach dem verlorenen Polarlicht

Suche nach dem ver­lo­re­nen Polar­licht: Auro­ra borea­lis — in den Ohren des Rei­sen­den klingt das magisch. In denen vie­ler ande­rer offen­bar auch: In den sozia­len Medi­en fra­gen Leu­te stän­dig, wo in Nor­we­gen oder Schwe­den man eine gute Chan­ce habe, Nord­lich­ter zu sehen.

Mit Vor­freu­de buch­ten Tobi­as, ein Freund, und der Rei­sen­de einen Flug nach Bodø, um von dort aus mit dem Schnell­boot nach Svol­vær über­zu­set­zen. Die Über­fahrt zum Lofot war schon ein Traum, sah der Rei­sen­de doch erst­mals die Land­schaft im Win­ter. Schnee­be­deck­te Inseln gli­chen gro­ßen Eis­ber­gen. Orcas sah er lei­der nicht. Bis heu­te ist es ein uner­füll­ter Traum.

Suche nach dem Polarlicht — Erfüllung am letzten Tag

Zwei Wochen schau­ten sich die Freun­de die Insel­grup­pen Lofo­ten und Ves­terå­len an. Sie besuch­ten Fisch­züch­ter, Sami mit Ren­tie­ren, klei­ne Fischer­or­te, gelang­ten sogar fast bis nach Trom­sø. Die Win­ter­land­schaft war eine ande­re Welt und deut­lich inter­es­san­ter als die tou­ris­ti­sche im Som­mer. Denn end­lich mal spiel­te sich nor­ma­les Leben ab: Schü­ler auf Steh­schlit­ten auf dem Heim­weg von der Schu­le, Fischern beim Rei­ni­gen des Fangs. Und es waren nicht fast aus­schließ­lich Tou­ris­ten wie im Som­mer zu sehen, wenn es auch Urlau­ber dort gab. Und der Rei­sen­de lern­te Auto­fah­ren mit Spikes. Das war schon eine Her­aus­for­de­rung. Denn die Mit­te der engen Fahr­bahn ist im Dun­keln schlecht zu erken­nen. Rasend schnell ent­ge­gen­kom­men­de Schnee­pflü­ge neh­men einem die Sicht. Mit Fisch bela­de­ne LKW neh­men den meis­ten Platz weg.

Am letz­ten Abend auf dem Lofot ver­lie­ßen Tobi­as und der Rei­sen­de eine Bar in Svol­vær. Zufäl­lig schau­te der Rei­sen­de gen Him­mel nach oben. Wie die Fun­ken eines Feu­er­werks erschien das ersehn­te Polar­licht. Die Rei­sen­den hat­ten es schon abge­schrie­ben, waren aber auch so zufrie­den mit ihren Ein­drü­cken. Und jetzt kamen noch eini­ge Sekun­den feu­ri­ge Ein­drü­cke zum Abschluss der Rei­se hin­zu. Eine Suche nach dem ver­lo­re­nen Polar­licht war gar nicht nötig gewe­sen. Es kam von selbst.

Ein Autor der Süd­deut­schen Zei­tung war mit Hur­tig­ru­ten unter­wegs. Was die­ser hin­ge­gen erleb­te, lest ihr unter Polar­licht mit Hur­tig­ru­ten. Noch mehr Nor­we­gen erfahrt ihr hier.

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Sagres III schönstes Segelschiff der Welt

Sag­res III schöns­tes Segel­schiff der Welt: Das Herz des Rei­sen­den geht immer wie­der auf, wenn er schö­ne Schif­fe sieht. Gera­de fand er eine inter­es­san­te Geschich­te im wohl bes­ten Online-Maga­zin welt­weit: dem por­tu­gie­si­schen Maga­zin Vor­tex. Der Stolz der Nati­on ist ein gro­ßes Segel­schiff: Sag­res III. Lus­ti­ger­wei­se ist es ein deut­sches. Es wur­de in einer deut­schen Werft inner­halb der Gorch-Fock-Klas­se ent­wi­ckelt. Pro­du­ziert hat es Blohm & Voss in Ham­burg. Es trug zunächst den Namen Albert Leo Schla­ge­ter und war ein Schul­schiff der deut­schen Mari­ne. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges kaper­te es die ame­ri­ka­ni­sche Mari­ne. Spä­ter wur­de es zu einem sym­bo­li­schen Preis an Bra­si­li­en ver­kauft und dort als Schul­schiff ein­ge­setzt. Erst 1961 kauf­ten es die Por­tu­gie­sen für 150000 Dol­lar. Denn sie muss­ten ihr bis­he­ri­ges Schul­schiff erset­zen — das Sag­res II. Auch dies war ein deut­scher Segler.

Nicht nur Sagres III schönstes Segelschiff

Schö­ne Schif­fe beglei­ten den Rei­sen­den schon das gan­ze Leben. Als Kind fuhr er auf gro­ßen Fäh­ren nach Däne­mark und Finn­land. Als Erwach­se­ner beglei­te­te er in Nord­nor­we­gen den Boots­bau­er Ulf. In sei­ner Werk­statt in Kjer­rin­gøy beob­ach­te­te er, wie Ulf eines der berühm­ten Nord­land­boo­te bau­te. Anschlie­ßend segel­te er selbst zwei Tage mit an Bord eines sol­chen Schif­fes auf dem Polar­meer in der Nähe des Lofot. Davon hat­te er schon lan­ge geträumt.

Vor der Moto­ri­sie­rung besaß jede Fami­lie in Nor­we­gen ein Boot, sicher­te der Fisch­fang doch die Ernäh­rung. Ein geschick­ter Hand­wer­ker wie Ulf ist sogar in der Lage, den Rumpf so zu gestal­ten, dass es nicht in einem der gefähr­li­chen Gezei­ten­strö­me ver­sinkt. Von die­sen gibt es gleich zwei: in Saltstrau­men und in Mos­ke­nes. Die dabei ent­ste­hen­den Stru­del ris­sen man­che Fischer in den Tod. Einen Arti­kel über das Nord­land­boot publi­zier­te der Rei­sen­den erfolg­reich unter ande­rem in der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung im Res­sort “Motor und Technik”.

In Ebeltoft in Mit­tel­jüt­land ent­deck­te er kürz­lich den Stolz der däni­schen Nati­on — die Fre­gat­te Jyl­land. Lei­der segelt das schö­ne Schiff nicht mehr. Aber heu­te kann ein jeder sich auf ihr ein leben­di­ges Bild von See­fahrt machen. Auf ver­schie­de­nen Decks des rie­si­gen Seg­lers ist dar­ge­stellt, welch har­tes Los Men­schen zogen, die der Mari­ne dien­ten. Nicht nur eiser­ne Dis­zi­plin war gefragt. Ver­stö­ße wur­den hart bestraft. Nicht zuletzt zogen sie sich schwe­re Ver­wun­dun­gen zu. Dem­entspre­chend stöh­nend lie­gen Kran­ke unter Deck, kein Wun­der wur­de ihnen doch vom Schiffs­arzt man­ches Kör­per­teil amputiert. 

Doch der hohe Nor­den hat noch mehr zu bie­ten. Auch im Win­ter besuch­te der Rei­sen­de Lofo­ten und Ves­terå­len. Dort sah er sogar das Nord­licht. Vie­le Ein­drü­cke kom­men also im Lau­fe des Lebens hin­zu. Und jetzt eben auch die Fest­stel­lung: Sag­res III ist das schöns­te Segel­schiff der Welt. Zuvor hat­te er dies nicht gewusst. Oder Du?

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Spaniens 30 schönste Dörfer

Bis­her dach­te ich, ich kenn­te jeden Gras­halm in Spa­ni­en. Denn ich bin schon durch vie­le Pro­vin­zen gera­delt. Meis­tens folg­te ich den Jakobs­we­gen, doch auch durch Anda­lu­si­en oder Kata­lo­ni­en bin ich schon viel gekommen.

Und heu­te fin­de ich in groß­ar­ti­gen Zei­tung “El Pais” aus Madrid eine Aus­wahl der 30 schöns­ten Dör­fer Spa­ni­ens. Die Rei­ser­e­dak­ti­on hat die­se zusam­men­ge­stellt. Von denen ken­ne ich mit Graz­ale­ma in Anda­lu­si­en und Com­bar­ro in Gali­zi­en gera­de ein­mal zwei.

Gutes Essen in Grazalema

Graz­ale­ma liegt im Bin­nen­land. Ich erin­ne­re mich an die gro­ße Dank­bar­keit eines ehe­ma­li­gen Gast­ar­bei­ters, der sich bei mir für die Groß­her­zig­keit der Deut­schen bedank­te, ihn wäh­rend der Dik­ta­tur Fran­cos auf­ge­nom­men zu haben. Er spen­dier­te mir eine lecke­re Por­ti­on Tapas. Und ich erin­ne­re mich an die klei­nen schwar­zen Schwei­ne auf den Wie­sen, aus denen spä­ter der exqui­si­te ibe­ri­sche Schin­ken pro­du­ziert wird.

Noch fri­scher ist die Erin­ne­rung an Com­bar­ro an der gali­zi­schen Küs­te. Dort war ich im August 2017, als ich erst auf dem por­tu­gie­si­schen, dann gali­zi­schen Jakobs­weg radel­te. Ich ver­brach­te dort den Nach­mit­tag mit einer lie­ben Pil­ge­rin aus Hei­del­berg vor einem Café. Das Meer rausch­te. Die Kuft war warm. Doch mach­te ich auch Bekannt­schaft mit dem kal­ten Was­ser, das mit 15 Grad doch recht erfri­schend ist. Bei 25 bis 30 Grad Luft­tem­pe­ra­tur und so erheb­li­cher Dif­fe­renz kos­te­te es mich dort mehr Über­win­dung als ins Polar­meer zu stei­gen und mich dar­in zu waschen. Auf dem Lofot waren es gera­de ein­mal fünf bis sie­ben Grad Unter­schied. In Gali­zi­en fließt kal­tes Was­ser aus den Ber­gen in die Buch­ten. Davon pro­fi­tie­ren vor allem die berühm­ten Muschel­fi­scher. Deren Kul­tu­ren brau­chen kal­tes Was­ser, um zu gedei­hen. Je mehr Mus­kel­fleisch die Tie­re anset­zen, des­to grö­ßer ist der Gewinn.

Daher freue ich mich schon dar­auf, in den kom­men­den Jah­ren alle ande­ren Dör­fer auch zu durch­strei­fen und zu erle­ben. Denn Dör­fer sind oft inter­es­san­ter als Städ­te, da ich in ihnen die meis­ten Men­schen ken­nen ler­ne, sie traum­haft in die oft stil­le Land­schaft ein­ge­bet­tet sind und sie vie­le Schät­ze bereit hal­ten. Spa­ni­ens 30 schöns­te Dör­fer — es lohnt sich, den Arti­kel zu lesen.

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A Coruña oder doch Lofot?

A Coru­ña oder doch Lofot? Hier — an der Gren­ze zur Pro­vinz A Coru­ña in Gali­ci­en — ver­blüfft den Rei­sen­den die Ähn­lich­keit bei­der Land­schaf­ten. Gera­de rund um Diger­mu­len sieht es ziem­lich ähn­lich aus.

Lei­der hat er gera­de kein Foto von Diger­mu­len zur Hand. Er kann jedoch ande­re Küs­ten­strei­fen zum Ver­gleich ein­fü­gen. Denn es ist doch inter­es­sant, her­aus­zu­be­kom­men, war­um man so beim Urlaub in Gali­ci­en oder auf dem Lofot empfindet.

Hier nun eini­ge Hypo­the­sen: Sicher­lich liegt es vor allem am Licht. Der Blick geht an expo­nier­ter Stel­le in die Fer­ne. Nicht umsonst ist Ska­gen, das eine expo­nier­te Lage an der Nord­spit­ze Jüt­lands ein­nimmt, berühmt durch die Ska­ge­ner Maler­schu­le geworden. 

Sowohl Diger­mu­len als auch die Stel­le in der Pro­vinz A Coru­ña lie­gen ein­sam. Nur im Hin­ter­grund erhe­ben sich in Nor­we­gen die grü­nen Alpen am Meer, maxi­mal 1161 Meter hoch. Dort recken sich die maxi­mal 800 Meter hohen Ber­ge Gali­ci­ens in die Höhe. An der Küs­te gehen die Ber­ge schließ­lich auch über in die Rías Baixas und die Rías Altas. In den Rías Baixas liegt die Sier­ra del Bar­b­an­za. Die Rías Altas sind der Teil der Küs­ten­re­gi­on Gali­ci­ens. Die­se lau­fen vom Kap Finis­terre in der west­li­chen Pro­vinz von A Coru­ña nach Riba­deo in der nord­öst­li­chen Pro­vinz Lugo. Dort gren­zen sie an Astu­ri­en. Sie gehö­ren zum gali­zisch-leo­ni­schem Massiv.

Beste Badeplätze und mildes Klima

Bei­de Orte lie­gen auch an rau­en Küs­ten. Die gali­ci­sche Küs­te ist nicht min­der gefähr­lich als das Polar­meer. Vie­le Fischer kos­te­ten die Wet­ter­ver­hält­nis­se das Leben. In ihnen fließt ziem­lich kal­tes Was­ser. Des­halb sind man­che Urlau­ber auch ent­täuscht, wenn sie mei­nen, den Traum­strand bei Por­to gefun­den zu haben, aber dort nicht wirk­lich schwim­men mögen. Selbst an Algar­ve gibt es so kal­te Strö­mun­gen. Nur erfah­re­ne Ein­hei­mi­sche wis­sen dort, wo die bes­ten Bade­plät­ze lie­gen für einen gelun­ge­nen Urlaub an Algar­ve lie­gen. Ebbe und Flut sor­gen natür­lich auch für ein ähn­li­ches Erscheinungsbild.

Die Was­ser­tem­pe­ra­tur bestimmt die Vege­ta­ti­on auf Gra­nit mit dün­ner Kru­me in bei­den Land­stri­chen. Auch dadurch kann es wohl zu einem ähn­li­chen Erschei­nungs­bild kom­men. Des­halb kann es zum Ver­gleich in der Ven­dée zum Teil schon fast medi­ter­ran durch Kie­fern­wäl­der wir­ken, die es so in Nord­nor­we­gen nicht gibt. Die­se gibt es dafür aber auf See­land am Kat­te­gat in Däne­mark. Auch dort ist es viel mil­der als an belieb­ten Bade­strän­den wie Blå­vand, ein däni­sches Nord­see­bad in der Kom­mu­ne Varde.

A Coru­ña oder doch Lofot? Mit die­sen Hypo­the­sen ist das Gan­ze bestimmt noch nicht aus­ge­schöpft. Viel­leicht fin­den sich die einen oder ande­ren Exper­ten, die das hier wis­sen­schaft­lich be- oder wider­le­gen kön­nen. Viel­leicht kommt es an die­ser Stel­le auch zu einer erwünsch­ten span­nen­den Diskussion.

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