Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sorgt Durch­strei­fen & Erle­ben euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen, Por­tu­gal, Spa­ni­en, und Schwe­den sind ver­tre­ten, Geschich­te, Natur und Wan­dern von Inter­es­se. Einen Down­load-Link des Pro­gramms fin­det ihr wie immer im pdf-Format.

Wie in der Vor­wo­che sind über­wie­gend deut­sche Zie­le im Pro­gramm ver­tre­ten. Die Die­mel­re­gi­on gefiel dem Rei­sen­den ziem­lich gut, als er sie vor eini­gen Jah­ren durch­streif­te und erleb­te. Er kam mit sei­nem Kum­pel Ulf vom Kah­len Asten her­un­ter. Um den bereits bekann­ten Weg nach Pader­born zu ver­mei­den, nah­men sie die Stre­cke ent­lang der Die­mel. Es erwar­te­te sie viel Natur mit Wald und Was­ser. Sogar Ang­ler fisch­ten in der Die­mel, was für gute Was­ser­qua­li­tät spricht. Kaum beläs­tig­ten sie Autos, da nur weni­ge Stra­ßen die Rad­rou­te kreuz­ten. Und es gibt auch his­to­ri­sche Infos ent­lang des Weges, wie zum Bei­spiel, dass der Fabri­kant Krupp dort sei­ne Kano­nen einem aus­ge­wähl­ten Kauf­pu­bli­kum vor­führ­te. Schön endet der Weg, indem er zum Weser­rad­weg bei Bad Karls­ha­fen führt.

Wem im Som­mer eher ein Besuch der Pari­ser Umge­bung vor­schwebt, dem sei das Schloss Ver­sailles emp­foh­len. Dort erfah­ren Rei­sen­de nicht nur viel über die Archi­tek­tur des pracht­vol­len Baus, son­dern auch über die Inter­es­sen Köni­gin Marie Antoinettes.

Viel Spaß beim Zuschauen.


SaSoDiMiDoFr
Deutsch­land
Wan­dern auf dem Die­mel­steig, HR, 16.30 Uhr


Flens­bur­ger För­de, WDR, 20.15 Uhr
Wil­des Olden­bur­ger Land, WDR, 20.15 Uhr



Im Reich der Auen. Die Oker, arte, 18.30 Uhr
Frank­reich
Marie Antoi­net­te und die Geheim­nis­se von Ver­sailles, Phoe­nix, 20.15 Uhr



Nor­we­genNor­we­gens Traumfjor­de, NDR, 21.00 Uhr
Por­tu­galGolf­strom. Von den Azo­ren an den Polar­kreis , BR, 10.35 Uhr
Schwe­den

Wil­de Ost­see, BR, 14.45 UhrVon Finn­land bis Schwe­den, BR, 14.45 UhrDas Jahr­hun­dert­wrack: Segel­kriegs­schiff in der Ost­see, Phoe­nix, 19.15 Uhr

Süd­schwe­den – Skå­ne und sei­ne Aal­küs­te, NDR, 20.15 Uhr

Spa­ni­en
Tra­di­ti­on der Men­schen­tür­me, arte, 19.30 Uhr

Die Paläs­te von Bar­ce­lo­na, Das Ers­te, 16.10 Uhr

TV-Tipps Rei­se und Kultur
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Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktu­ell ver­sor­ge ich euch mög­lichst regel­mä­ßig mit TV-Dokus über Kul­tur und Rei­se. Im Zen­trum ste­hen belieb­te Zie­le in Euro­pa, die jetzt im Fern­se­hen lau­fen. Dies­mal sind alle Län­der bis auf Nor­we­gen ver­tre­ten. Erstaun­lich. Sicher liegt das an den bevor­ste­hen­den Oster­fe­ri­en. Einen Down­load-Link des Pro­gramms fin­det ihr wie immer im pdf-Format.

Gespannt bin ich vor allem auf den Film über Bar­ce­lo­na. Dort leb­te ich neun Mona­te, weil ich über Eras­mus Kata­la­nisch stu­dier­te. Der Sprach­kurs war hart, denn ich konn­te weder gut Spa­nisch noch Kata­la­nisch spre­chen. Und die Ver­stän­di­gung im Kurs lief auch noch nur auf … Kata­la­nisch. Aber Spa­nisch lern­te ich gut, weil wir uns in der WG nur auf Spa­nisch unter­hiel­ten, um uns gut in die Gesell­schaft zu inte­grie­ren. Eng­lisch oder Fran­zö­sisch waren tabu. 

Aus tou­ris­ti­scher Sicht war die Lage der Woh­nung geni­al. Wir wohn­ten nahe der Sagra­da Fami­lia und vie­ler ande­rer Sehens­wür­dig­kei­ten wie das Hos­pi­tal Sant Pau. Mit der Metro konn­ten wir uns schnell durch die Stadt und an ihre Rän­der bewe­gen. Nie kam Lan­ge­wei­le auf, weil es blen­den­de Unter­hal­tung auf den Ram­blas fand oder in tol­len Cafés wie im Café de L’Opera am Gran Teat­re del Liceu. Am liebs­ten moch­te ich dort Scho­ko­la­de mit einer dicken Por­ti­on Sah­ne, den soge­nann­ten Suizo.

Wenn Coro­na uns in die­sem Jahr immer noch einen Strich durch Aus­lands­ur­laub macht, kann ich nur eine Rad­tour von Aachen nach Trier emp­feh­len. In Wun­der­schön! wer­den dazu sicher eini­ge Tipps kom­men. Mit Freun­den wan­der­te ich schon im Hohen Venn über die Gren­ze nach Bel­gi­en und besuch­te danach den Aache­ner Dom. Oder aber wir besich­tig­ten drei Tage Trier nach aus­ge­dehn­ten Wan­de­run­gen an der Mosel. Uns gefie­len die Kai­ser­ther­men, der schö­ne Park am Kur­fürst­li­chen Palais und natür­lich auch das gemüt­li­che Flair am Abend in den Kneipen.

Also ein­schal­ten und mitreisen.


SoMoDiDoFr
Däne­mark



Das däni­sche Königs­haus, NDR, 16.30 Uhr
Deutsch­landWun­der­schön! Von Aachen nach Trier. Mit Rad durch drei Län­der, WDR, 14.15 Uhr
Unbe­kann­te Schlei. Phoe­nix, 17.15 Uhr

Frank­reich
Mont­pel­lier. Da will ich hin. 3Sat, 12.50 Uhr
Frank­reichs Wes­ten. Von der Nor­man­die bis Arcachon, NDR, 20.15 Uhr
Öster­reichStift Dürn­stein in der Wach­au 3sat, 13.10 Uhr
Zu Tisch… Stei­er­mark, arte, 18.25 Uhr




Por­tu­galWun­der­schön! Algar­ve, NDR, 13 Uhr



Schwe­denDer Göt­aka­nal, NDR, 14.30 Uhr



Spa­ni­en

Bar­ce­lo­na. Die schö­ne Kata­la­nin, WDR, 10.55 Uhr
Mal­lor­cas stil­le Sei­ten, HR, 20.15 Uhr
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Salzbrühe im Urlaubsgebiet verklappen?

An der Costa Brava streitet sich eine Gemeinde mit der Chemieindustrie

Salz­brü­he im Urlaubs­ge­biet ver­klap­pen? Ins Mit­tel­meer? Der Rei­sen­de hät­te nie gedacht, dass dies inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on noch erlaubt ist. Und Umwelt­ex­per­ten immer wie­der mah­nen, dass Mee­re viel zu stark als Wirt­schafts­raum ange­se­hen wer­den. Bis er einen Arti­kel in der spa­ni­schen Zei­tung „La Van­guar­dia“ las: Es gebe Unter­neh­men — S.A. Roba­ma, Mena­dio­na S.L. und Infar S.A – die Salz­brü­he im Raum von Bar­ce­lo­na ins Meer lei­ten. Dazu nut­zen sie die Klär­an­la­ge von Pine­da de Mar. Doch die­se scheint auf­grund hoher Salz­kon­zen­tra­ti­on nicht rich­tig zu funk­tio­nie­ren oder ent­spricht viel­leicht nicht den Vorschriften.

Salz­brü­he vor­zu­be­han­deln, wäre mit höhe­ren Kos­ten ver­bun­den. Dies wäre aus Sicht der Unter­neh­men unwirt­schaft­lich, schreibt La Van­guar­dia. Daher woll­ten die Unter­neh­men mit­ten im Urlaubs­ge­biet von Bla­nes bei Giro­na über eine Rohr­lei­tung Abwäs­ser ablei­ten. Dafür haben sie sich an die Agen­cia Cata­la­na del Agua (ACA) gewandt. Dage­gen erhebt sich in Bla­nes Widerstand.

Hohes Risiko für menschliche Gesundheit?

Pepa Cela­ya, bis vor kur­zem Stadt­rä­tin in Bla­nes, befürch­te ein hohes Risi­ko für Gesund­heit, Umwelt und Tou­ris­mus. Denn sie hal­te die­se Ver­klap­pung für extrem gefähr­lich. Dar­über hin­aus leis­te die Ent­z­al­zungs­an­la­ge von Bla­nes bereits ihren Dienst für mehr als zehn Gemein­den. Dar­un­ter befin­de sich auch Bar­ce­lo­na. Immer wie­der ver­su­che das Rat­haus in Bla­nes, Ver­su­che che­mi­scher Unter­neh­men zu stop­pen, Abwäs­ser am Strand von S’Abanell zu ver­klap­pen. Man fürch­te, dass auch ande­re Indus­trien die Klär­an­la­ge nut­zen woll­ten. So könn­te sich der Strand in eine Kloa­ke ver­wan­deln. Zumal man davon aus­ge­he, dass die Abwäs­ser nicht vor­be­han­delt würden.

Gerichtliche Auseinandersetzung folgt

Soll­te eine Rohr­lei­tung gebaut wer­den, füh­re sie durch Natur und Land­wirt­schaft. Um Fol­gen ein­schät­zen zu kön­nen, bedür­fe es kom­ple­xer Ana­ly­sen, sagt die Gemein­de. Ver­trau­en bringt man den Unter­neh­men jeden­falls nicht ent­ge­gen. Denn auch zuge­sag­te drei­mo­nat­li­che ana­ly­ti­sche Selbst­kon­trol­len sei­end unge­nü­gend, um die Qua­li­tät der Ver­klap­pun­gen zu garan­tie­ren. Roba­ma zum Bei­spiel habe ver­si­chert, über eine Klär­an­la­ge zu ver­fü­gen, die die Abwäs­ser des Unter­neh­mens behan­de­le. Und sie mini­mie­re über die Kana­li­sa­ti­on abge­lei­te­te Schadstoffe.

Der Vor­be­halt der Gemein­de scheint nicht unbe­grün­det. La Van­guar­dia ver­weist aufs Che­mie­un­ter­neh­men Cray Val­ley Ibé­ri­ca S.A., ange­sie­delt in Sant Celo­ni (Bar­ce­lo­na). Erst 2005 wur­de dies ver­ur­teilt, Bla­nes Ent­schä­di­gun­gen zu zah­len Denn es hat­te 1996 das Grund­was­ser des Rio Tor­de­ra mit Dioxi­nen und Diox­ola­nen verunreinigt. 

Die Ent­schei­dung liegt nun beim Ver­wal­tungs­ge­richt von Giro­na. Soll­te Bla­nes ver­lie­ren, zieht die Stadt vors Ober­lan­des­ge­richt von Kata­lo­ni­en. Dies hät­te in letz­ter Instanz zu entscheiden. 

Für Rei­sen­de gilt: Sie soll­ten vorm Buchen des Hotels in Bla­nes oder eines Feri­en­hau­ses an der Cos­ta Bra­va nach­fra­gen, ob jemand in der Umge­bung unge­klär­tes Abwas­ser ein­lei­tet. Denn der Urlaub soll ja schön wer­den. Salz­brü­he im Urlaubs­ge­biet ver­klap­pen? Dar­auf kann jeder gut ver­zich­ten. Die Fische­rei bestimmt auch. Davon kön­nen die Fischer in Soma­lia nur ein Lied­chen sin­gen, weil vor ihrer Küs­te wäh­rend des Bür­ger­krie­ges gna­den­los ver­klappt wur­de. Die Gewäs­ser leer­ten sich. Fische wur­den krank.

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Geometrische Formen aus der Luft

Tan­gen­ten, Drei­ecke, Vier­ecke — wer mit einer Droh­ne von oben auf eine Stadt schaut, kann ver­blüf­fen­de geo­me­tri­sche Mus­ter entdecken.

Der Foto­graf Már­ton Mogyoró­sy schick­te sei­ne Droh­ne über die Dächer einer mei­ner Lieb­lings­städ­te — Bar­ce­lo­na. Dort stu­dier­te ich über Eras­mus Kata­la­nisch. Es ergab sich auch mal die Gele­gen­heit, auf Ein­la­dung eines Men­schen aus Mau­ri­ti­us, Tee auf einem Dach in der Alt­stadt Tee zu trinken.

Ich konn­te wun­der­bar ent­ho­ben dem dich­ten Trei­ben in den Gas­sen zuschau­en, vor dem ich bei mei­nem ers­ten Auf­ent­halt in Bar­ce­lo­na noch Angst vor Gewalt hat­te, denn unver­ges­sen war in mir noch der Anblick eines blut­über­ström­ten Man­nes geblie­ben, der vor dem Haupt­bahn­hof Sants lag. Ich ging da noch zur Schu­le. Eben­so trie­ben damals vie­le Taschen­die­be ihr Unwe­sen in den Gas­sen und auf der Pla­za Real; ein übri­ges taten die gespens­ti­sche Schat­ten auf die Haus­wän­de wer­fen­den Flam­men der Hähn­chen­grills dazu. Einem Taschen­dieb gelang es auch, mir in einem Café die Geld­bör­se zu ent­wen­den, doch er war zu lang­sam für mich. Ein ech­ter Tollpatsch!

Zuerst ver­stän­dig­ten wir das Per­so­nal, wäh­rend er sich noch auf dem Stuhl hin­ter mir weg­dreh­te, dann stell­te ich den jam­mern­den Strolch, der mir die Bör­se wie­der zurück­gab. Groß­zü­gig ließ ich den Mann lau­fen, obwohl er in der unte­ren Eta­ge von zwei kräf­ti­gen Kerls fest­ge­hal­ten wur­de. Man­che Kata­la­nen beklag­ten sich dann bei mir, war­um ich nicht die Poli­zei geru­fen hät­te, dann hät­te man ihn nach Nord­afri­ka zurück­schi­cken kön­nen. Doch für mich war er nur ein schlech­ter Taschendieb!

Ganz oben kann einem nichts pas­sie­ren. Nur der Him­mel kann Dir auf den Kopf fal­len. Die spa­ni­sche Zei­tung El Pais hat eini­ge beein­dru­cken­de Droh­nen­fo­tos des Foto­gra­fen Már­ton Mogyoró­sy ver­öf­fent­licht. Hier der Link:

Bar­ce­lo­na — Archi­tek­tur von oben

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Kulturszene in Barcelona feiert El Bermejo

Mit “El Ber­me­jo” (1440 — 1501) steht in Bar­ce­lo­na aktu­ell ein bis­her eher unbe­kann­ter Meis­ter im Ram­pen­licht. Er ist ein Renais­sance­ma­ler des 15. Jahr­hun­derts, wes­halb er mich sehr inter­es­siert, weil ich mich mit der Epo­che gera­de näher befasse.

Als ich jetzt den Arti­kel aus dem Feuil­le­ton der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung in die Hand bekam, such­te ich im Text des Ver­fas­sers Paul Ingen­da­ay natür­lich sofort nach Hin­wei­sen in sei­ner Male­rei aus der dama­li­gen Zeit, stand Spa­ni­en doch damals kurz davor, sich zur Groß­macht auf­zu­schwin­gen. Dem König­reich steht noch der Erb­fol­ge­krieg bevor, war gera­de noch dabei, die Ara­ber zu ver­trei­ben. Zeit­gleich gin­gen die Spa­ni­er über­aus hart gegen Juden vor, die dadurch gezwun­gen waren, nach Por­tu­gal und in den Ori­ent aus­zu­wan­dern. Dort waren sie auf­grund ihres gro­ßen hand­werk­li­chen und finan­zi­el­len Geschicks gefrag­te Leu­te. Auch die furcht­ba­ren Erfah­run­gen mit der Pest hat­ten die Bewoh­ner der Ibe­ri­schen Halb­in­sel gemacht und den Fall Kon­stan­ti­no­pels mit Ent­set­zen gesehen.

Spie­gelt sich irgend­et­was von die­sen Erfah­run­gen in den Gemäl­den El Ber­me­jos wider, der mit bür­ger­li­chem Namen Barto­lomé de Cár­de­nas hieß, in Cór­do­ba gebo­ren wur­de und wohl zwangs­wei­se zum Chris­ten­tum über­tre­ten musste?

Durch­aus. Er mal­te zum Bei­spiel eine Sze­ne der Gei­ße­lung, die die Qua­len Jesu ver­an­schau­li­chen soll­ten. Die Men­schen damals ver­such­ten zu erfor­schen, was die Got­tes­mut­ter Maria fühl­te, als ihr Sohn aus­ge­peitscht und spä­ter, als er ans Kreuz gena­gelt. Wur­de sie gar ohn­mäch­tig in ihrem Schmerz? Dies zu ergrün­den, war eine wich­ti­ge theo­lo­gi­sche Fra­ge. Die Gefüh­le des Men­schen rücken in den Mit­tel­punkt des Interesses.

Der FAZ-Autor beschreibt auch die Mari­en­fi­gu­ren des Malers, die elfen­bei­ner­ne Zart­heit und herz­zer­rei­ßen­de Trau­er auf­wie­sen. Sei­ne Chris­tus­fi­gu­ren sei­en schreck­lich lei­den­de Men­schen und oben­drein skan­da­lös nackt.

Es ging damals nicht nur um das Lei­den Chris­ti und Mari­as, son­dern auch um die See­le der Rei­se nach dem Tod. Wür­de sie in der Höl­le ankom­men? Hat­te sie im Leben genug gute Taten ver­rich­tet, damit man doch vom Engel ins Para­dies gelas­sen wur­de? Muss­te man wirk­lich allen irdi­schen Ver­su­chun­gen wider­ste­hen, um ins Para­dies zu gelangen?

Erwäh­nung fin­det daher im FAZ-Arti­kel auch das ers­te erhal­te­ne Gemäl­de El Ber­me­jos: „Der hei­li­ge Micha­el tri­um­phiert über den Teu­fel“ (1468) aus der Natio­nal Gal­le­ry in Lon­don. Man kön­ne sich an der Stoff­lich­keit kaum satt­se­hen, schreibt Ingen­da­ay. Die schim­mern­de Gol­drüs­tung des Erz­engels mit ein­ge­ar­bei­te­tem grü­nen Samt, grau schim­mern­dem Ket­ten­hemd und per­len- und dia­mant­be­setz­tem Schuh­werk, umweht von einem präch­ti­gen pur­pur­nen Umhang, kon­tras­tie­re mit dem bösen Tier, das er mit dem Fuß zu Boden drücke.

Der Glau­be an den Teu­fel war all­ge­gen­wär­tig. Er ver­sucht stets, auch mit Lügen, die See­le für sich zu gewin­nen, bie­tet ihr ein Leben in Luxus, wofür sie spä­ter aber in der Höl­le lei­den muss. Auf der ande­ren Sei­te steht der Engel mit dem flam­men­den Schwert, der auch um die See­le wirbt, ihr rät, dass all die­se über­flüs­si­gen irdi­schen Güter abzu­leh­nen. Die­se sei­en ver­gäng­lich. Über dem FAZ-Arti­kel fin­dest Du ein Bild, auf dem Maria Jesus in den Armen hält. Der Toten­kopf rechts davon ist ein typi­sches Emblem für die Ver­gäng­lich­keit. Wenn sie aber ein ein­fa­ches Leben füh­re und den Weg in die Hei­li­ge Mut­ter Kir­che fin­de, sei sie erlöst. Der See­le fällt es sehr schwer, all das zu begreifen.

Jetzt hof­fe ich, Neu­gier­de in Dir geweckt zu haben, die Aus­stel­lung in Bar­ce­lo­na zu besu­chen. Sie läuft im Museu d’Art Nacio­nal de Catalunya. Dort wer­den über zwan­zig Gemäl­de El Ber­me­jos gezeigt, ergänzt um mehr als vier­zig Bil­der von Vor­läu­fern und Zeit­ge­nos­sen.

Wei­te­re Infos unter

El Ber­me­jo — Spa­ni­en ent­deckt alten Meis­ter des 15. Jahr­hun­derts wieder

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Reisen zu den Vögeln — Tipps

Das ist ja mal ein inter­es­san­tes Inter­view einer Zei­tung für Rei­sen­de, die ger­ne Vögel in der Natur beob­ach­ten. Es kann sehr befrei­end sein, sich mal für eini­ge Stun­den mit einer ande­ren Welt zu befas­sen, die oft schon vor der eige­nen Haus­tür liegt.

Bis heu­te erin­ne­re ich mich noch sehr ger­ne an die nor­we­gi­sche Vogel­welt. Auf Ves­terå­len zu beob­ach­ten, wie Papa­gei­tau­cher fischen, ist sehr lus­tig. Und zu sehen, wie Möwen dann ver­su­chen, ihnen den Fisch abzu­ja­gen, auch.

Die Tages­zei­tung “La Van­guar­dia” aus Bar­ce­lo­na befrag­te jetzt einen Orni­tho­lo­gen, wie man an die Vogel­be­ob­ach­tung her­an­ge­hen kann. Es han­delt sich um Bor­ja Milá, einen For­scher im Depar­ta­men­to de Bio­di­ver­sidad y Bio­lo­gía Evo­lu­ti­va am Museo Nacio­nal de Cien­ci­as Natu­ra­les del CSIC in Madrid.

Er meint, dass man dazu grund­sätz­lich Lust und Lei­den­schaft mit­brin­gen sol­le. Der Rest kom­me mit der Erfahrung.

Anfangs sei es müh­sam, das Gefie­der der unter­schied­li­chen Arten zu unter­schei­den, auch Alters­un­ter­schie­de und Geschlech­ter zu unter­schei­den. Aber mit der Zeit ent­wi­cke­le sich die Fähig­keit dazu.

Für wich­tig hält er es eben­so, Vogel­stim­men zu erken­nen. Denn das hel­fe, die Tie­re in frei­er Natur zu ent­de­cken. Sich Auf­nah­men der Gesän­ge anzu­hö­ren, sei eine Mög­lich­keit; die bes­se­re Alter­na­ti­ve aller­dings sei es, selbst los­zu­zie­hen und den Vögeln ein­fach zuzu­hö­ren. Lern­er­folg stel­le sich sehr schnell ein.

Mehr Infos unter

Tipps der La Van­guar­dia für die Vogelbeobachtung

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Frisch gegrillter Fisch mit etwas Olivenöl

Da kom­men bestimmt inter­es­san­te Rezep­te zusam­men, wenn sich die “kom­ple­xe His­to­rie einer Regi­on in der Küche spie­gelt”. Dies ist die inter­es­san­te Per­spek­ti­ve des lan­ge im Ort Roses in Kata­lo­ni­en leben­den Kochs und Restau­rant­be­trei­bers Fer­ran Adrià. Andrew Pur­vis von der eng­li­schen Zei­tung “The Tele­graph” hat sich mit Adria getroffen.

“In Roses, we had first the Greeks and Romans; then the Arabs were here for 1,000 years.” Es gebe nicht vie­le Orte auf der Welt, die sol­che Erfah­run­gen gemacht und wo sich dar­aus eine solch ein­zig­ar­ti­ge Kul­tur gebil­det hät­te. Sogar die Ent­de­ckung Ame­ri­kas durch die Spa­ni­er spie­ge­le sich wie­der, denn so sei die Toma­te nach Euro­pa gekom­men. Ein aus­ge­spro­chen simp­les Rezept wen­den bis heu­te sehr vie­le Spa­ni­er an: Statt mit But­ter beträu­feln sie Weiß­brot mit Oli­ven­öl und rei­ben das Brot anschlie­ßend mit einer Schei­be Toma­te. Fer­tig ist der Snack “pa amb tomàquet”.

Hin­zu kom­me der enor­me Fisch­reich­tum durch den Ein­fluss zwei­er Mee­re: auf der einen Sei­te das Mit­tel­meer, auf der ande­ren der Atlan­tik, wo ins­be­son­de­re die Bezie­hun­gen mit Gali­zi­en und Kantabri­en im Nor­den eine Rol­le spielten.

Kon­se­quenz für den Koch: “There’s a wealth of sea­food – gam­bes [shrimp], lla­gos­ta [lobs­ter], lla­gos­tins [lan­gous­ti­nes], cala­mars [squid]… I’m using the Cata­lan words.” In Roses gebe es fünf, sechs Restau­rants, in denen der Fisch noch lebe, wenn Gäs­te ihn auf der Spei­se­kar­te aus­wähl­ten. “Every coas­tal vil­la­ge has a place like that and in Cata­lo­nia we have may­be 300. Gril­led fish, very natu­ral, with a litt­le oli­ve oil, is a very Cata­lan way of coo­king and a spe­cia­li­ty in itself.”

Wenn Du noch mehr über die­sen inter­es­san­ten Mann und die kata­la­ni­sche Ess­kul­tur erfah­ren willst, soll­test Du den Arti­kel hier weiterlesen.

Genuss­voll spei­sen in Katalonien

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Spaniens schönste Dörfer durchstreifen und erleben

Du kennst bestimmt auch die Initia­ti­ve “Unser Dorf soll schö­ner wer­den”. Wenn sich Dör­fer beson­ders gelun­gen her­aus­put­zen, gibt es Prei­se dafür. Die­se Initia­ti­ve gibt es seit Jah­ren auch in Spanien.

Es exis­tiert sogar ein Ran­king mit den ver­meint­lich schöns­ten Dör­fern, jeden­falls von denen, die an dem Wett­be­werb teil­neh­men. Neu­lich fand ich in spa­ni­schen Medi­en auch Lis­ten, zu denen ich Dir als Hil­fe für Dei­ne nächs­te Rei­se auf die Ibe­ri­sche Halb­in­sel hier ver­schie­de­ne Links gab. Der “Spie­gel” ver­öf­fent­lich­te jetzt auch eine Lis­te mit den schöns­ten Dör­fern, basie­rend auf den Ergeb­nis­sen des spa­ni­schen Wett­be­wer­bes. Viel Spaß beim Durchklicken.

Spa­ni­ens schöns­te Dörfer

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Im Frühling nach Valls und ins Kloster Ripolles

Neu­lich berich­te­te ich von mei­nen poli­ti­schen Erfah­run­gen wäh­rend mei­nes Kata­la­nisch-Stu­di­ums an der Uni­ver­si­tat de Bar­ce­lo­na. In der Zeit reis­te ich auch viel ins Umland.

Da ich im Café der Uni­ver­si­tät rela­tiv schnell Freun­de gefun­den hat­te, brauch­te ich kei­nen Rei­se­füh­rer. Viel bes­se­ren Zugang erhielt ich durch äußerst unter­neh­mungs­lus­ti­ge Leu­te, die mir ger­ne die Per­len in der Umge­bung zeig­ten. Nicht weni­ge kamen aus den Klein­städ­ten in der Umgebung.

Bis heu­te erin­ne­re ich mich immer noch freu­dig an das Früh­lings­fest in Valls. Mit der Bahn reis­ten wir im Febru­ar an.

Bei unse­rer Ankunft im Dorf­zen­trum roch es schon ver­füh­re­risch lecker nach Essen. Denn auf ver­schie­de­nen Grills berei­te­ten die Bewoh­ner Früh­lings­zwie­beln zu, gro­ße Knol­len mit lan­gen Blät­tern. Für einen sehr güns­ti­gen Preis gab es Weiß­brot und eine klei­ne Fla­sche Wein. Im Dorf­zen­trum war ein lan­ges Ban­kett auf­ge­baut, an dem alle mit ihrem Essen Platz nah­men. Mei­ne Fin­ger wur­den beim Aus­pa­cken des Essens aus der Alu­fo­lie rußig.

Spä­ter lie­ßen wir uns auf einem Feld nie­der. Ich erin­ne­re mich noch, dass ich als ein­zi­ger noch schmun­zelnd mit T‑Shirt her­um­lief, wäh­rend die Kata­la­nen schon Män­tel und sogar Hand­schu­he tru­gen. Für sie wur­de es schon kühl, wäh­rend es für mich schon som­mer­li­che Tem­pe­ra­tu­ren waren.

Ges­tern dach­te ich auch dar­an, als ich Johan­nes Thing­nes Bø beim Biath­lon in Kana­da unge­rührt am Schieß­stand sah, wäh­rend der Kon­kur­renz so lang­sam “Ohr­lap­perl” (O‑Ton Vanes­sa Hinz) und Fin­ger erstarr­ten. Selbst inner­halb Euro­pas haben wir schon eine völ­lig unter­schied­li­che Emp­find­lich­keit bei Tem­pe­ra­tu­ren. Als Nor­we­ger ist er natür­lich an sol­che Käl­te gewöhnt.

Die Zei­tung “La Van­guar­dia” aus Bar­ce­lo­na emp­fiehlt im Umland der Stadt einen Aus­flug nach Ripol­les. Dort bin ich natür­lich auch gewe­sen, denn das Klos­ter ist eine abso­lu­te Sehens­wür­dig­keit, nicht zuletzt die schö­ne Lage in den Ber­gen. An den Fotos der Zei­tung könnt ihr auch erken­nen, dass dort im Win­ter sogar Schnee liegt, ihr also Ski fah­ren könnt. Auch Kata­la­nen fah­ren Ski, auch wenn sie beim Biath­lon komi­scher­wei­se nicht antre­ten. Im Win­ter sind vor Wochen­en­den Grup­pen mit Ski­er zu sehen, die auf den Bus war­ten. Vie­le fah­ren dann nach Andorra.

Aus­flug nach Ripolles

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Protestkultur in Barcelona

Gebannt schau­en die Men­schen jeden Tag Fern­se­hen. Wer­den die Kata­la­nen sich von Spa­ni­en los­sa­gen? Ganz nah dran an der kata­la­ni­schen Unab­hän­gig­keits­be­we­gung bin ich wäh­rend mei­ner Rad­wan­de­rung auf den Jakobs­we­gen durch Gali­zi­en, füh­re mit vie­len Men­schen ent­lang der Stre­cke Gesprä­che über Poli­tik. Wie die Bas­ken füh­ren auch Gali­zier durch­aus Sym­pa­thien für die Kata­la­nen, sind die drei Völ­ker doch kei­ne Kas­ti­lier, son­dern haben ihre eige­ne Sprache.

Ich erzäh­le ihnen von mei­ner eige­nen Sym­pa­thie, die mit dem Lesen von Geor­ge Orwells Buch “Hom­mage to Cata­lo­nia” anfing und der Ver­wun­de­rung Orwells, dass die Arbei­ter­schaft Bar­ce­lo­nas im Sat­tel sit­ze und nicht die Bour­geoi­sie. Die Zei­ten sind längst vor­bei, wird höchs­tens noch in den Spie­len des FC Bar­ce­lo­na gegen Espan­yol sicht­bar, wenn im über­tra­ge­nen Sin­ne das Bür­ger­tum gegen die Arbei­ter­schaft antritt.

Ich erzäh­le den Gali­zi­ern davon und von mei­nem Kata­la­nisch-Stu­di­um in Bar­ce­lo­na, wie ich von Stu­den­ten immer wie­der Umfra­gen beant­wor­ten soll­te, ob Catalunya unab­hän­gig wer­den soll­te, einer von ihnen zeich­ne­te dazu auch tol­le Karikaturen.

Die poli­ti­sche Streit­kul­tur nahm ich in Bar­ce­lo­na immer deut­li­cher wahr als in deut­schen Städ­ten. Sie erreicht einen direkt. Ich erin­ne­re mich, wie mich Rober­to, der Vater mei­ner dama­li­gen Freun­din, fast etwas ärger­lich anschau­te, als ich ihm beim Bas­teln eines Pro­test­pla­kats zuschau­te und ihn frag­te, was das denn brin­gen soll­te. Für ihn als Gewerk­schafts­mit­glied es wohl selbst­ver­ständ­lich, für die Äuße­rung sei­nes Rechts­emp­fin­dens auf die Stra­ße zu gehen.

Als ich dann mei­ne ers­te Repor­ta­ge über einen Gene­ral­streik schrei­ben woll­te in Bar­ce­lo­na, geriet ich dann selbst dort in eine unan­ge­neh­me Situa­ti­on. Die Bat­te­rien waren mir beim Foto­gra­fie­ren aus­ge­gan­gen und ich muss­te mir schnell neue besor­gen. Die meis­ten Mit­ar­bei­ter aller Kauf­häu­ser der Stadt streik­ten für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und gerech­te­re Löh­ne. Als ich mit den Bat­te­rien aus dem Ein­gang trat, emp­fing mich ein gel­len­des Pfeif­kon­zert, aber ich glau­be auch, dass sich die meis­ten Leu­te einen Spaß dar­aus mach­ten. Denn auf­grund mei­ner blon­den Haa­re war ich deut­lich als Aus­län­der zu iden­ti­fi­zie­ren. Es tat mir auch kei­ner etwas. Gewalt habe ich dort auch nur zu mei­ner Schul­zeit gese­hen, als ich wäh­rend einer Fahrt mit dem Leis­tungs­kurs jeman­den in sei­nem Blu­te lie­gen sah. Die Kata­la­nen sind für mich kein gewalt­tä­ti­ges Volk und daher ist der jet­zi­ge Vor­wurf der Anklä­ger in bevor­ste­hen­den Gerichts­pro­zes­sen gegen die “Rebel­len” sicher nicht gerecht­fer­tigt. Es ist nicht rich­tig, star­ke Poli­zei­kräf­te gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung ein­zu­set­zen. Das war ein dicker Feh­ler des Minis­ter­prä­si­den­ten Rajoys.

Der Deutsch­land­funk hat jetzt einen inter­es­san­ten Bericht über die begin­nen­den Pro­zes­se gebracht. Hier fin­det ihr ihn.

Pro­zes­se gegen “Rebel­len” beginnen

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