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Erste Frau im Bikini

San­tan­der in Kan­tabri­en Foto: Fre­de­rick Ade­go­ke Snr., pexels

Ers­te Frau im Biki­ni: San­tan­der, die Haupt­stadt Kan­tabri­ens, scheint Urlau­bern eine gute Mischung aus Strand­ur­laub, Kunst­ge­nuss und guter Gas­tro­no­mie zu bie­ten. Das por­tu­gie­si­sche Maga­zin „Saba­do“ hat jetzt die Stadt im Nor­den Spa­ni­ens ent­deckt. Als der Rei­sen­de mal die Stadt über den Jakobs­weg erreich­te, fie­len ihm zum einen nur ein lan­ger Strand auf. Zum ande­ren gefiel ihm die Kunst einer Kell­ne­rin, Apfel­wein aus einer weit über dem Glas gehal­te­nen Fla­sche ein­zu­schen­ken. Die Archi­tek­tur erschien ihm nicht so anspre­chend, dass er ger­ne län­ger in der Stadt geblie­ben wäre. Er war aller­dings auch mehr auf schö­ne Land­schaf­ten und Erleb­nis­se auf dem Jakobs­weg erpicht. Erst spä­ter änder­te er sei­nen Rei­se­stil, indem er sich mehr für Leu­te als Land interessierte. 

Lang gezogener Arm

Der Autor des Maga­zins Saba­do stellt San­tan­der „als lang gezo­ge­nen neun Kilo­me­ter lan­gen Arm vor“, der zum Meer wei­se. Vom Flug­ha­fen kom­mend, fällt ihm auf, dass es hier eine indus­tri­el­le Zone mit einem Hafen gibt. Gegen­über der Mari­ne rei­hen sich Stra­ßen­ca­fés auf dem Paseo de Pere­da und der Cal­le Cas­telar anein­an­der. Er selbst muss die kom­plet­te Stadt mit dem Taxi durch­que­ren. Denn er will sich im Urlaubs­vier­tel El Sar­di­ne­ro mit Land­häu­sern und Vil­len nie­der­las­sen. Dort gibt es immer­hin Busch, der anzeigt, dass er sich am Stadt­rand befindet.

Erste Frau im Bikini

El Sar­di­ne­ro erscheint ihm als enor­mes Urlaubs­res­sort. Dort gebe es Hotels im Stil der Bel­le Épo­que und ein gro­ßes Casi­no. Dies hän­ge damit zusam­men, dass König Alfons XIII. von Spa­ni­en hier sei­ne Som­mer­re­si­denz errich­tet habe. Die­se soll er zwi­schen 1913 und 1930 mehr­fach auf­ge­sucht haben. Auf der Halb­in­sel La Mag­da­le­na sei ein hom­ony­mer Palast zwi­schen 1908 und 1912 errich­tet wor­den. Die Insel beschreibt er als Anhang von Erde und Grün, mit Gär­ten und Fel­sen. Dar­aus rage mit dem Faro de La Cer­da ein bedeu­ten­der Leucht­turm hervor. 

Dort gibt es auch die von der Bucht der Halb­in­sel abge­wand­te Playa de los Biki­nis. Man mun­ke­le, dort sei zum ers­ten Mal in Kan­tabri­en eine Frau im Biki­ni gese­hen wor­den. Die­se sei eine der hüb­schen und nicht über­lau­fe­nen Strän­den, die aller­dings schon zu Spa­zier­gän­gen zwin­gen wür­den. Die meis­ten besuch­ten die nur 100 Meter von San­tan­der ent­fern­te Pri­me­ra Playa. Es gebe auch ande­re hüb­sche­re Strän­de, die nicht über­lau­fen sei­en. Aber die­se zwän­gen zu klei­nen Spaziergängen.

Ausgezeichnetes Museum

Neben Nah­erho­lung bie­te die Stadt Kul­tur in einem mit dem Pritz­ker-Preis aus­ge­zeich­ne­ten Muse­um. Im Cen­tro Botín wür­den mehr als tau­send Wer­ke prä­sen­tiert von her­vor­ra­gen­den Künst­lern wie Rubens, El Gre­co, Picas­so und Miró. Unter den Kro­nen der Bäu­me der Jar­di­nes de Pere­da ver­steckt lie­ge das vom ita­lie­ni­schen Archi­tek­ten Ren­zo Pia­no gestal­te­te Haus. Die­ser habe auch nicht weni­ger bedeu­ten­de Gebäu­de wie das Cent­re Pom­pi­dou in Paris oder das Whit­ney Muse­um ame­ri­ka­ni­scher Kunst in New York gestal­tet. Die Errich­tung habe fünf Jah­re gedau­ert, sei 2014 unter­bro­chen wor­den, was dem Tod Emi­lio Botins geschul­det gewe­sen sei, Prä­si­dent der San­tan­der Bank seit 1986. Die Stif­tung der San­tan­der habe das Muse­um finanziert.

Wie in der Baixa lisboeta

In den Stra­ßen des Zen­trums fühlt sich der Ver­fas­ser tat­säch­lich wie in der Baixa lis­boe­ta. Dort stößt er auf die Kathe­dra­le, erbaut im 12. und 14. Jahr­hun­dert im goti­schen Stil. Ein gro­ßer Brand von 1941 habe fast das gan­ze Zen­trum der Stadt zer­stört, wovon auch die Kathe­dra­le betrof­fen gewe­sen sei. Das war also einer der Grün­de dafür, dass der Rei­sen­de die Stadt nicht als so ein­la­dend emp­fand, da ihr his­to­risch gewach­se­ne Struk­tu­ren feh­len. Neben dem Besuch der Kir­che emp­fiehlt der por­tu­gie­si­sche Autor, auch der bezau­bern­den Pla­za Pom­bo mit dem his­to­ri­schen unter Arka­den ver­steck­ten Café do Pom­bo einen Besuch abzu­stat­ten. Nur zwei Minu­ten davon ent­fernt lie­ge der Markt von San­tan­der mit regio­na­len Käse­sor­ten, Fisch, Mee­res­früch­ten und Oli­ven. Dies recht­fer­ti­ge eine Run­de inner­halb des Hau­ses, in dem auch Cafés und Bode­gas zu fin­den seien.

Beste Bars

Die bes­ten Bars fand er zwi­schen der Cal­le Sta. Lucia und dem Paseo de Pere­da. Einen Tisch drin­nen oder auf dem Fuß­weg zu erhal­ten, kön­ne kom­pli­ziert sein. Aber dies gli­chen drau­ßen reich­lich vor­han­de­ne hohe Tische aus, wo man das Trink­glas abstel­len und Tapas fut­tern kön­ne. Her­auf­ge­hend zur Cal­le Casi­mi­ro Sainz bis zum Kreis­ver­kehr Glo­rie­ta de Sol kom­me man zu einem ande­ren Kreis­ver­kehr: zum Tetuán. Auch dort gebe es Knei­pen und Mee­res­früch­te­re­stau­rants. Aller­dings höre man dort kei­ne Musik. Die Lich­ter sei­en stark, nichts sei so cool wie zuvor am Paseo. Ver­schwitz­te und zän­ki­sche Ange­stell­te ser­vier­ten den köst­li­chen Mee­res­fisch von Kan­tabri­en. Das Restau­rant Maru­cho sei eine Refe­renz in der Cal­le de Tetuán. Aber offen­bar hat es dem Ver­fas­ser hier nicht so gefal­len wie zuvor. Aber dafür fand er her­aus, was hin­ter dem Namen der “Playa de los Biki­nis” steckt.

Fes­tungs­stadt Almei­da, Portugal

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Kristen Benning

Freier Reise- und Kulturjournalist. Fachautor von Kulturreiseführern wie Serra da Estrela, Die hohen Berge Portugals durchstreifen und erleben, Berlin 2019. Münster, Stadt der Skulpturen, Die Kulturhauptstadt-Finalistin durchstreifen und erleben, Berlin 2017. Aarhus, Stadt des Lächelns, Die dänische Kulturhauptstadt 2017 durchstreifen und erleben, Berlin 2016. Västerbotten Land der Abenteuer. Ein unbekanntes Land im Norden Schwedens, Berlin 2014.

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