Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit TV-Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die jetzt im Fernsehen laufen. Diesmal sind nach der Masse an Dokus in der vergangenen Woche nur Deutschland, Portugal und Österreich vertreten. Am meisten erfahren wir diesmal über Destinationen in Deutschland, was wohl an Corona mangels Reisemöglichkeiten liegt. Einen Download-Link des Programms findet ihr wie immer im pdf-Format.

Empfehlen kann ich den Film über Naturparks in Portugal. Ich sah ihn schon. Die Serra da Estrela kenne ich gut, da ich dort mehrfach recherchierte, einen Reiseführer darüber verfasste. Die Region liegt im Centro. Sie besticht durch hohe Berge und Juwelen-Dörfer. Die Region ist gut mit dem Rad zu bereisen, da die Strecken auf der von mir empfohlenen Rundstrecke nicht steil sind. Zwei Wochen kannst Du die Region ohne Muskelkater erkunden.

Gerade schaute ich noch, wo der Naturpark Peneda-Gerês liegt. Dabei stellte ich fest, dass ich nah dran war, als ich von Santiago de Compostela nach Xinzo de Limia fuhr. Daher kann ich mir vorstellen, wie es dort aussieht. Es ist bergig. Ich kurbelte auf Serpentinen stundenlang bergauf und -ab, genoss Ausblicke, Adler und Geier und Cafés in Dörfern. Eine in einer hoch gelegenen Siedlung oberhalb eines Stausees lebende alte Frau stöhnte „Mein Gott“, als sie mich heraufkommen sah. Wahrscheinlich malte sie sich meine Leiden aus. Aber da es auch lange Täler gibt, konnte ich mich immer ausruhen. Außerdem verbrenne ich immer ordentlich Kalorien. Neulich radelte ich 123 Kilometer von Münster nach Wettringen und wieder zurück: 2760 Kalorien. Viel musste ich also nicht heraufschleppen.

Außer mir radelten auch zwei Mädels mit Zelt durchs Dorf. Sonst scheinen fast nur Pilger auf dem Jakobsweg durchzukommen. Daher hielt mich die Frau wohl für etwas Besonderes. Ich reagierte später ähnlich entsetzt, als ich Spuren der Verwüstung durch Bauarbeiten entlang der Serpentinen sah. Ein Tunnel wurde verbreitert, um eine Schnellverbindung für Züge von A Coruña nach Madrid herzustellen. Ein Jäger versicherte mir, dass diese Spuren bald wieder beseitigt würden.

Sonst gibt es im Fernsehen viel über die Eifel zu sehen. Da vor den Toren Bonns, worüber auch eine Doku läuft, wandere ich dort oft mit Freunden. Besonders Kurgäste wissen die Gegend zu schätzen, da es zum Beispiel gesundes Thermalwasser in Bad Neuenahr gibt. Neulich las ich, dass aktuell in der Gegend um Hellenthal Narzissen blühten. Viele Gebiete würden gelb leuchten. Ich kenne das nur vom Ginster, der ab dem Sommer blüht. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung bei Maria Laach. Denn dort sprudelt Kohlensäure an die Oberfläche eines Sees. Die Gegend steckt voller Maare. Vulkane sind sogar aktiv, aber nur schwach.

Es gibt also auch in Corona-Zeiten viel in der eigenen Gegend zu entdecken, wenn Du so mutig bist, alte Wege zu verlassen und neue zu beschreiten.


SoMoDiFr
DeutschlandEifel – Die schönsten Badeseen und Talsperren, WDR, 15.00 Uhr

Wilde Eifel – Grünes Herz im Westen, WDR, 15.15 Uhr

Wanderungen von der Mosel bis an den Rhein, SWR, 15.45 Uhr
Von der Elbe bis zur Ems, NDR, 20.15 UhrBoomtown Bonn, Neuer Glanz in alter Hauptstadt, Phoenix, 17.15 UhrDas grüne Herz Westfalens, ein Wald im Wandel, WDR, 20.15 Uhr

Wattenmeer, Kleine Inseln, große Chancen, NDR, 20.15 Uhr
Österreich
Alpenjuwelen – Zu Fuß von der Zugspitze nach Bozen, SWR, 15.45 Uhr

Portugal
Naturparks in Portugal, Peneda-Gerês, Serra da Estrela, arte, 17.50 Uhr

Naturparks in Portugal, Madeira, arte 18.30 Uhr

Naturparks in Portugal, Rio Formosa, arte, 17.50 Uhr

TV-Dokus Reise und Kultur
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Fernsehtipps Reise und Kultur

Aktuell versorge ich euch möglichst regelmäßig mit Dokus über Kultur und Reise. Im Zentrum stehen beliebte Ziele in Europa, die an den nächsten Tagen im Fernsehen laufen. Diesmal ist die Auswahl sehr breit mit Zielen in Frankreich, Norwegen, Österreich, Spanien und Schweden. Nur Dänemark bleibt diesmal außen vor. Das Geschehen verteilt sich auf die ganze Fernsehwoche. So ist jeden Tag das Mitreisen auf dem Sofa garantiert.

Originell verspricht der Beitrag über Spaniens einzigartige Waldlandschaft zu werden. Lange blieb mir dies verborgen, bis ich eine Einladung nach Soria in Kastilien-León erhielt – zum Pilzepflücken und Kochen mit Trüffeln. Bis zu diesem Termin hatte ich die Iberische Halbinsel trotz mehrfacher und monatelanger Reisen eher als Küstenland und im Inneren als Wüstenei mit Stein- und Korkeichen wahrgenommen. Doch wer nach Kastilien reist, wird sehen, dass dort tiefe Wälder existieren. Kastilien ist dünner besiedelt, als mancher annehmen darf.

Erstaunlich viel wird demnächst über Portugal gebracht. Wahrscheinlich nehmen die Redaktionen an, dass gerade in Portugal viele buchen, sobald wir Corona besser im Griff haben. Überseeziele werden wohl erstmal nicht in Frage kommen. Da sind Porto und Algarve schöne Ziele, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Porto zieht, da die Stadt noch nicht so bekannt ist. Die Stadt verfügt nicht nur über interessante Architektur wie eine ganze Reihe von Palästen und Parks, sondern die Einwohner sind auch sehr hilfsbereit.

Ich erinnere mich gerne an den Betreiber eines Radgeschäftes in Vila Nova de Gaia. Dieser inspizierte mit großer Leidenschaft und dazu noch kostenlos mein Rad und brachte es hier und da wieder in Schwung. Im Flugzeug hatte es doch gelitten. Alles war danach bereit für eine mehrmonatige Reise durch Nordportugal und Galizien. Das Trinkgeld wollte er nicht annehmen. Schließlich sei es sein Job. Die Adresse nenne ich, falls jemand ebenfalls Starthilfe braucht. Dieses freundliche Engagement wünsche ich mir auch in manchen deutschen (Rad)geschäften. Denn dann liefe das Business vielleicht auch in deutschen Innenstädten besser.

Viel Spaß beim Anschauen.

FrankreichNorwegenÖsterreichPortugalSchwedenSpanien
MoWilde Pyrenäen. Winterzauber und Frühjahr, BR, 16.15 Uhr
Die Loire – Menschen am Fluss, Phoenix, 21.45 Uhr
SoMit dem Zug durch Schwedens Norden, SWR, 11.00 Uhr
MoPorto. Da will ich hin. 3sat, 12.50 Uhr
DiMit dem Zug durch Algarve, arte, 17.50 Uhr
MiFrankreichs Paradiese. Der Nationalpark Pyrenäen, 3sat 13.15 Uhr
Kräuterwelten der Provence, 3sat, 14.45 Uhr
Norwegen, Schwertwalen auf der Spur arte, 16.00 Uhr
DoMenschen – Länder – Abenteuer, Der wilde Norden Portugals, NDR, 20.15 Uhr
FrWilder Kaiser und Kitzbüheler Alpen, 3sat, 17.00 Uhr Spaniens einzigartige Waldlandschaft, arte, 18.30 Uhr
TV-Tipps Reise und Kultur

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Blätterzauber an der Ehlinger Ley

Bunte Blätter der Bäume, voll belaubte Weinreben: Der Herbst verzaubert die Ehlinger Ley bei Bad Bodendorf. Noch ist es warm, so dass sich Menschen und Tiere gerne in den Höhen und auf den Streuobstwiesen aufhalten. Die Gegend im Ahrgebirge ist zum Wandern zu empfehlen. Denn die Füße werden geschont, da es nur wenige Asphaltwege gibt. Überwiegend sind es Waldwege, die mal fein, mal grob geschottert sind. Am Anfang und am Ende der Strecke gibt es Bahnhöfe, was An- und Abreise erleichtert. Eine Gelegenheit zur Einkehr mit leckerem Kuchen gibt es um diese Jahreszeit unterwegs in Ehlingen, davor in Löhndorf im Tal. Die Winzerhütte nahe der Ehlinger Ley ist derzeit geschlossen.

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Im Herzen Schwedens – Dalarna

„Endlich hat er sich geschnitten!“ Noch immer erinnere ich mich belustigt an den Ruf Nils Wallins in der Schnitzerei in Nusnäs am Siljansee. Ein Praktikant versuchte sich gerade im Schnitzen eines Dalapferdchens. Wallin stürmte in die Küche, um Verbandszeug zu holen. Das Messer wird von oben nach unten geführt, um das Risiko einer Verletzung zu minimieren.

Bis heute erreichen mich immer wieder Grüße aus Dalarna, dem Herzen Schwedens. Viele Traditionen wie den berühmten Vasalauf in Mora am Siljansee treffen Reisende dort noch heute lebendig an. Kein Wunder, dass Axel Munthe, Leibarzt der Königin, dort gerne lebte und mit Hildasholm eine prachtvolle Villa errichten ließ. Eine ähnliche ließ er auch auf Capri errichten. Mit Carl Larsson und Anders Zorn malten in Sundborn und in Mora auch Schwedens bekannteste Künstler.

Ich habe für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die berühmte Schnitzerei am Siljansee besucht, dort selbst geschnitzt und eine Reportage geschrieben, die ich keinem vorenthalten möchte.

Bunte Blumen

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Größter Trüffelproduzent der Welt

Die meisten Pilzsammler laufen im Herbst durch die Wälder, um die oberirdischen schirmchenförmigen so genannten Pilze zu suchen. Biologisch handelt es sich aber nur um die schirmförmigen Teile der Pilze, die oberirdisch wachsen und Sporen bilden. Sie sind die Sporenträger. Von diesen gehen neue feinste Pilzschläuche aus, aus denen das Myzel gebildet wird. Im Gegensatz zu diesen „normalen“ Pilzen haben die Trüffeln keine oberirdischen Vermehrungsorgane. Die knollenförmigen Gebilde, die als Trüffeln gegessen werden, entsprechen biologisch den Pilzschirmen. Pilzzüchter entnehmen ihnen die Sporen und impfen damit Baumwurzeln, um eine Trüffelzucht anzulegen.

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Restaurant 1

Dies ist bereits in großem Umfang geschehen: Catesa Arotz, der größte Trüffelproduzent der Welt, gehört dem spanischen Nahrungsmittelkonzern Ebro, Puleva. Der deutsche Nudelhersteller Birkel gehört auch dazu. 600 Hektar umfasst sein mit über 150.000 Bäumen bepflanztes Gelände nahe Navaleno. Zum Vergleich: In der Provinz von Soria gibt es ungefähr 1.500 Hektar Land, auf denen Trüffeln kultiviert werden. „400 Menschen sind in der Branche in Spanien beschäftigt“, sagt Carlos Fresneda, Präsident der Asociación Provincial de Truficultores. In der Provinz von Soria seien es 40. Die meisten Betriebe sind jedoch kleine Einmann-Unternehmen mit einer Größe von vier Hektar, in großen mit zehn bis zwanzig Hektar beschäftigt der Unternehmer drei bis fünf Arbeiter. Die Zahl der Arbeitskräfte variiert, je nachdem, ob geerntet oder auch noch zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Auf der Arotz-Finca arbeiten dagegen zehn, also die doppelte bis dreifache Anzahl; wenn gepflanzt wird sogar bis zu dreißig Arbeitskräfte. Es verwundert, dass eine solche Farm Besuchern gezeigt wird, da man sonst Trüffelanbau nicht sehr stark propagiert. Viele ältere Trüffelbauern befürchten, dass Image ihres Berufes könne darunter leiden und so könnten mittelfristig die Preise verdorben werden; sie meinen, die heutige Möglichkeit der Zucht solle besser geheim gehalten werden. Doch das ist gar nicht nötig: Die Nachfrage nach Trüffeln übersteigt das Angebot.


Fortsetzung folgt.

Finca Arotz

Urlaub zur Karnevalszeit in Spanien?

 

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Läuft dort nicht Rotkäppchen?

Pilze im waldreichen Spanien

Nahe dem Dorf Navaleno geht es auf einem Wanderweg in einen Wald. Andere unter den Pilzsammlern durchkämmen die Anhöhen des großen Forstes. Selbst dort fallen ihnen Pilze in den Schoß. Der Boden ist angenehm trocken. Läuft dort nicht Rotkäppchen? Nein, es kommen andere Pilzsammler mit geflochtenen Körben. Dies wirkt altmodisch. Das Motto „Ernten, ohne zu säen“, unter dem jährlich viele Menschen losziehen, passt. Überall schießen Pilze aus dem Boden; zum Teil verstecken sie sich im Gras. Sie können sich hier vor allem von Laub und abgefallenen Ästen ernähren, die von den weit verbreiteten Waldkiefern stammen. Alfredo Rodríguez Garagorri vom Forstunternehmen „Árboles Azules“ in Oviedo erklärt, wie dieser Waldreichtum im trockenen Spanien zu erklären ist: „Kastilien und León bilden die größte zusammenhängende Region Spaniens mit mehr als 100.000 Quadratkilometern Fläche; gut die Hälfte ist nicht landwirtschaftlich genutzt. Die Populationsdichte ist mit 25 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr niedrig. In der Provinz Soria leben sogar nur zehn Personen auf einem Quadratkilometer.“

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Pilzzentrum Tafel Aufbau Pilzzentrum Ausstellung

Nicht alle Pilze sind so wertvoll wie der hier wachsende Steinpilz, so vornehm wie die Morchel oder begehrt wie der Pfifferling. Natürlich wachsen hier auch Giftpilze. Daher ist es zu empfehlen, nach der Ernte einen Experten heranzuziehen, denn es ist schwierig, selbst zu entscheiden, ob es sich um einen Speise- oder Giftpilz handelt. Dabei helfen dem Neuling die Experten des 2007 eröffneten Pilzzentrums Navaleno. Für ein so kompliziertes Fachgebiet, für das ein einziges Bestimmungsbuch nicht ausreicht, ist die dortige Ausstellung gut konzipiert. Sie führt Laien in Wort und Bild in den Stoff ein. Hier klärt sich endlich auch auf, warum sich Körbe eher als Eimer zum Sammeln eignen. Die Pilze werden gut belüftet und ihre durch die Ritzen fallenden Sporen können sich wieder im Wald verteilen. Der Pilzsammler „sät“. Wer will, kann hier einen Kurs belegen, um alles über die seltsamen Wesen zu erfahren, die früher als halb Tier, halb Pflanze empfunden wurden, in Westfalen als „Froschstühle“ bezeichnet werden.

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Pilzzentrum Tafel Aufbewahrung Kälte

Auf Farbtafeln sind essbare Pilze aus der Region abgebildet. Es wird gezeigt, wie man sie schonend der Natur entnimmt. Es gibt Sammler, die den Boden viel zu stark aufgraben und so die Pilzgeflechte im Boden zerstören. „Manche sammeln auch weit über eigene Bedürfnisse hinaus oder nehmen zu alte Pilze mit, die wichtig für die Reproduktion sind“, erklärt Rodríguez Garagorri. Den Wäldern werden so jährlich Tonnen von Pilzen von unausgebildeten Suchern entnommen. In manchen Gegenden schürfen sogar kommerzielle Sammler illegal. In Navaleno selbst darf man noch ohne Erlaubnis sammeln. In Kastilien und León gibt es aber sechs andere Gebiete mit 140.000 Hektar Fläche, in denen eine Erlaubnis notwendig ist. „Die Regierung würde auch gerne in Navaleno eine Regulierung einführen. Mit zehn Euro jährlich wäre sie für kommerzielle Sammler günstig zu haben“, sagt Rodríguez. Doch einige Lobbys leisteten Widerstand.


Fortsetzung folgt.

Pilzzentrum Navaleno

Urlaub zur Karnevalszeit in Spanien?

 

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