Blätterzauber an der Ehlinger Ley

Bunte Blätter der Bäume, voll belaubte Weinreben: Der Herbst verzaubert die Ehlinger Ley bei Bad Bodendorf. Noch ist es warm, so dass sich Menschen und Tiere gerne in den Höhen und auf den Streuobstwiesen aufhalten. Die Gegend im Ahrgebirge ist zum Wandern zu empfehlen. Denn die Füße werden geschont, da es nur wenige Asphaltwege gibt. Überwiegend sind es Waldwege, die mal fein, mal grob geschottert sind. Am Anfang und am Ende der Strecke gibt es Bahnhöfe, was An- und Abreise erleichtert. Eine Gelegenheit zur Einkehr mit leckerem Kuchen gibt es um diese Jahreszeit unterwegs in Ehlingen, davor in Löhndorf im Tal. Die Winzerhütte nahe der Ehlinger Ley ist derzeit geschlossen.

Im Herzen Schwedens – Dalarna

„Endlich hat er sich geschnitten!“ Noch immer erinnere ich mich belustigt an den Ruf Nils Wallins in der Schnitzerei in Nusnäs am Siljansee. Ein Praktikant versuchte sich gerade im Schnitzen eines Dalapferdchens. Wallin stürmte in die Küche, um Verbandszeug zu holen. Das Messer wird von oben nach unten geführt, um das Risiko einer Verletzung zu minimieren.

Bis heute erreichen mich immer wieder Grüße aus Dalarna, dem Herzen Schwedens. Viele Traditionen wie den berühmten Vasalauf in Mora am Siljansee treffen Reisende dort noch heute lebendig an. Kein Wunder, dass Axel Munthe, Leibarzt der Königin, dort gerne lebte und mit Hildasholm eine prachtvolle Villa errichten ließ. Eine ähnliche ließ er auch auf Capri errichten. Mit Carl Larsson und Anders Zorn malten in Sundborn und in Mora auch Schwedens bekannteste Künstler.

Ich habe für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die berühmte Schnitzerei am Siljansee besucht, dort selbst geschnitzt und eine Reportage geschrieben, die ich keinem vorenthalten möchte.

Bunte Blumen

Größter Trüffelproduzent der Welt

Die meisten Pilzsammler laufen im Herbst durch die Wälder, um die oberirdischen schirmchenförmigen so genannten Pilze zu suchen. Biologisch handelt es sich aber nur um die schirmförmigen Teile der Pilze, die oberirdisch wachsen und Sporen bilden. Sie sind die Sporenträger. Von diesen gehen neue feinste Pilzschläuche aus, aus denen das Myzel gebildet wird. Im Gegensatz zu diesen „normalen“ Pilzen haben die Trüffeln keine oberirdischen Vermehrungsorgane. Die knollenförmigen Gebilde, die als Trüffeln gegessen werden, entsprechen biologisch den Pilzschirmen. Pilzzüchter entnehmen ihnen die Sporen und impfen damit Baumwurzeln, um eine Trüffelzucht anzulegen.

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Restaurant 1

Dies ist bereits in großem Umfang geschehen: Catesa Arotz, der größte Trüffelproduzent der Welt, gehört dem spanischen Nahrungsmittelkonzern Ebro, Puleva. Der deutsche Nudelhersteller Birkel gehört auch dazu. 600 Hektar umfasst sein mit über 150.000 Bäumen bepflanztes Gelände nahe Navaleno. Zum Vergleich: In der Provinz von Soria gibt es ungefähr 1.500 Hektar Land, auf denen Trüffeln kultiviert werden. „400 Menschen sind in der Branche in Spanien beschäftigt“, sagt Carlos Fresneda, Präsident der Asociación Provincial de Truficultores. In der Provinz von Soria seien es 40. Die meisten Betriebe sind jedoch kleine Einmann-Unternehmen mit einer Größe von vier Hektar, in großen mit zehn bis zwanzig Hektar beschäftigt der Unternehmer drei bis fünf Arbeiter. Die Zahl der Arbeitskräfte variiert, je nachdem, ob geerntet oder auch noch zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Auf der Arotz-Finca arbeiten dagegen zehn, also die doppelte bis dreifache Anzahl; wenn gepflanzt wird sogar bis zu dreißig Arbeitskräfte. Es verwundert, dass eine solche Farm Besuchern gezeigt wird, da man sonst Trüffelanbau nicht sehr stark propagiert. Viele ältere Trüffelbauern befürchten, dass Image ihres Berufes könne darunter leiden und so könnten mittelfristig die Preise verdorben werden; sie meinen, die heutige Möglichkeit der Zucht solle besser geheim gehalten werden. Doch das ist gar nicht nötig: Die Nachfrage nach Trüffeln übersteigt das Angebot.


Fortsetzung folgt.

Finca Arotz

Urlaub zur Karnevalszeit in Spanien?

 

Läuft dort nicht Rotkäppchen?

Pilze im waldreichen Spanien

Nahe dem Dorf Navaleno geht es auf einem Wanderweg in einen Wald. Andere unter den Pilzsammlern durchkämmen die Anhöhen des großen Forstes. Selbst dort fallen ihnen Pilze in den Schoß. Der Boden ist angenehm trocken. Läuft dort nicht Rotkäppchen? Nein, es kommen andere Pilzsammler mit geflochtenen Körben. Dies wirkt altmodisch. Das Motto „Ernten, ohne zu säen“, unter dem jährlich viele Menschen losziehen, passt. Überall schießen Pilze aus dem Boden; zum Teil verstecken sie sich im Gras. Sie können sich hier vor allem von Laub und abgefallenen Ästen ernähren, die von den weit verbreiteten Waldkiefern stammen. Alfredo Rodríguez Garagorri vom Forstunternehmen „Árboles Azules“ in Oviedo erklärt, wie dieser Waldreichtum im trockenen Spanien zu erklären ist: „Kastilien und León bilden die größte zusammenhängende Region Spaniens mit mehr als 100.000 Quadratkilometern Fläche; gut die Hälfte ist nicht landwirtschaftlich genutzt. Die Populationsdichte ist mit 25 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr niedrig. In der Provinz Soria leben sogar nur zehn Personen auf einem Quadratkilometer.“

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Pilzzentrum Tafel Aufbau Pilzzentrum Ausstellung

Nicht alle Pilze sind so wertvoll wie der hier wachsende Steinpilz, so vornehm wie die Morchel oder begehrt wie der Pfifferling. Natürlich wachsen hier auch Giftpilze. Daher ist es zu empfehlen, nach der Ernte einen Experten heranzuziehen, denn es ist schwierig, selbst zu entscheiden, ob es sich um einen Speise- oder Giftpilz handelt. Dabei helfen dem Neuling die Experten des 2007 eröffneten Pilzzentrums Navaleno. Für ein so kompliziertes Fachgebiet, für das ein einziges Bestimmungsbuch nicht ausreicht, ist die dortige Ausstellung gut konzipiert. Sie führt Laien in Wort und Bild in den Stoff ein. Hier klärt sich endlich auch auf, warum sich Körbe eher als Eimer zum Sammeln eignen. Die Pilze werden gut belüftet und ihre durch die Ritzen fallenden Sporen können sich wieder im Wald verteilen. Der Pilzsammler „sät“. Wer will, kann hier einen Kurs belegen, um alles über die seltsamen Wesen zu erfahren, die früher als halb Tier, halb Pflanze empfunden wurden, in Westfalen als „Froschstühle“ bezeichnet werden.

Spanien Trüffel Okt 2010 Navaleno Pilzzentrum Tafel Aufbewahrung Kälte

Auf Farbtafeln sind essbare Pilze aus der Region abgebildet. Es wird gezeigt, wie man sie schonend der Natur entnimmt. Es gibt Sammler, die den Boden viel zu stark aufgraben und so die Pilzgeflechte im Boden zerstören. „Manche sammeln auch weit über eigene Bedürfnisse hinaus oder nehmen zu alte Pilze mit, die wichtig für die Reproduktion sind“, erklärt Rodríguez Garagorri. Den Wäldern werden so jährlich Tonnen von Pilzen von unausgebildeten Suchern entnommen. In manchen Gegenden schürfen sogar kommerzielle Sammler illegal. In Navaleno selbst darf man noch ohne Erlaubnis sammeln. In Kastilien und León gibt es aber sechs andere Gebiete mit 140.000 Hektar Fläche, in denen eine Erlaubnis notwendig ist. „Die Regierung würde auch gerne in Navaleno eine Regulierung einführen. Mit zehn Euro jährlich wäre sie für kommerzielle Sammler günstig zu haben“, sagt Rodríguez. Doch einige Lobbys leisteten Widerstand.


Fortsetzung folgt.

Pilzzentrum Navaleno

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