Dicke Blockhauswände speichern Wärme

In Schwe­den ver­wen­den die Zim­mer­leu­te fast aus­schließ­lich alte nor­di­sche Kie­fer. Das Holz muss über 100 Jah­re lang­sam gewach­sen sein, zu erken­nen an eng bei­ein­an­der lie­gen­den Jah­res­rin­gen. Die­se Qua­li­tät erreicht ein Wald­be­sit­zer, wenn die Bäu­me eng bei­ein­an­der ste­hen und der Boden mager ist. Dann schießt der Baum nicht in die Höhe, son­dern bil­det durch lang­sa­mes Wach­sen gutes Kern­holz. Von der Dicke der Stäm­me pro­fi­tiert der Bau­herr. Denn alte dicke Stäm­me erzie­len einen bes­se­ren Dämm­wert als jun­ge und dün­ne Stäm­me. Dicke Block­haus­wän­de spei­chern gut Wär­me und das auf natür­li­che Weise.

Wenn die Wän­de im Som­mer die küh­le Nacht­tem­pe­ra­tur wäh­rend der hei­ßen Tages­stun­den abstrah­len, funk­tio­niert das im Win­ter anders­her­um. Je dicker der Stamm, des­to bes­ser kann er spei­chern. Wenn die arbeits­auf­wän­di­gen und ver­hält­nis­mä­ßig teu­ren Außen­wän­de fer­tig sind, ist die meis­te Arbeit am Block­haus schon getan. Dach und Fuß­bo­den sind dann nur noch Routinesache.

33e Gränsfors Axtmuseum Blick auf die Karte mit den Fundorten der Äxte
Axt­mu­se­um in Gränsfors

Die Prä­zi­si­ons­ar­beit der Zim­mer­leu­te ver­langt zwi­schen den Bal­ken und der Eck­ver­bin­dung zusätz­li­che Dich­tun­gen aus Flachs, denn Flachs kann sich zusam­men­zie­hen und aus­deh­nen, das heißt, gegen das Holz arbei­ten. Flachs aus dem tra­di­tio­nel­len Lei­nen­an­bau in Nord­schwe­den gewon­nen, wird vor­her mit einer Che­mi­ka­lie behan­delt, damit er nicht brennt. Zudem liegt der Anspruch eines schwe­di­schen Zim­mer­manns dar­in, eine fugen­lo­se Ver­bin­dung zwi­schen den Bal­ken herzustellen. 

Lenn­art Bäl­ter vom Sil­jan­see benutzt zum Abmes­sen einen pro­fes­sio­nel­len Block­haus­zir­kel. Gewal­ti­ge Schlä­ge auf den Bal­ken mit einem schwe­ren Holz­ham­mer hel­fen auf den letz­ten Mil­li­me­tern, den Bal­ken pas­send in die Ver­tie­fung zu klop­fen. Block­wän­de wer­den beim Schrump­fen des Hol­zes nicht undicht, weil jede Fuge vom Gewicht der dar­über lie­gen­den Bal­ken­la­gen und des Daches zusam­men­ge­drückt wird. Nadel­holz ist rela­tiv weich, das macht es für den Block­haus­bau geeig­net. Ein gut gebau­tes Block­haus setzt sich und wird so mit den Jah­ren immer dichter.


Ende der Serie

Zum ers­ten Teil des Blog-Beitrages

Die­ser Text wur­de unter ande­rem auch im Han­dels­blatt und im Maga­zin Block­home veröffentlicht.

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