Pedro Álvares Cabral genähert

Was für ein Mensch ist Portugals berühmter Seefahrer Pedro Álvares Cabral? Am Rande des Hochgebirges Serra da Estrela stellt sich Portugal in seiner brasilianischen Kolonialgeschichte. Denn aus der Kleinstadt Belmonte stammt der in seinem Land berühmte Seefahrer Pedro Álvares Cabral. Acht Jahre nach der Entdeckung Amerikas entdeckte er im Jahre 1500 Brasilien. Im „Museu dos Descobrimentos“ hat sich der Reisende Pedro Álvares Cabral genähert.

Wer in den Ort kommt, stößt in dessen Mitte auf seine Statue. Cabral schaut von einem Platz in ein Tal. Nicht so übermächtig wie Kolumbus in Barcelona, aber mit einer Mission, sichtbar am Kreuz. Am Ortsrand steht die Burg seiner Familie. Sein Geburtsort ist betretbar. Er wird gehegt und gepflegt, nicht zuletzt, weil er viele brasilianische Besucher anzieht. Viele von ihnen verbinden wollen sich nicht nur auf ein Treffen mit dem Seefahrer Pedro Álvares Cabral einlassen, sondern begeben sich auch auf die Wallfahrt der Fátima.

Cabral ist mit Vasco da Gama zentrale Figur in der Geschichte der portugiesischen Entdeckungen. In der Ausstellung wird der gebrochene Charakter des Sohns der Stadt allerdings zu wenig herausgestellt. Anschauliche Berichte eines Faktoreibeamten und eines Lotsen von Bord des Flaggschiffes der Entdeckerflotte erlauben aber einen Einblick in die zwei Gesichter des als Diplomaten ausgesandten Landadeligen. Aber trotzdem gehen die Macher erstaunlich kritisch für eine ehemalige Kolonialmacht mit ihrer eigenen Geschichte und Opfern um. Auch um Biodiversität geht es. Eine ausführlichere Kritik findest Du in meinem Rad- und Kulturreiseführer Serra da Estrela.

Es ist nicht lange her, dass der inzwischen getürmte Ex-Monarch Juan Carlos arrogant verkündete, Spanien habe den Menschen in Südamerika die Zivilisation gebracht. Daher verlässt der Reisende das Museum in Belmonte mit gutem Gefühl. Denn er hat sich nicht nur dem Seefahrer Pedro Álvares Cabral genähert, sondern nimmt echte Erkenntnisse über Portugals kritischen Umgang mit der eigenen Geschichte mit. Das ist in so einigen europäischen Staaten heute immer noch nicht der Fall.

Fortsetzung folgt.

Kommentar verfassen